24-Stunden-Rennen von Le Mans 2012
Das 80. 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 80e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, auch 24 Heures du Mans, Circuit de la Sarthe, Le Mans, fand vom 16. bis 17. Juni 2012 auf dem Circuit des 24 Heures statt. Das Rennen war Wertungslauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft 2012.
Das Rennen
Durch die Entscheidung der Peugeot-Vorstandes im Frühjahr 2012, das Sportwagenprogramm mit sofortiger Wirkung einzustellen, ging dem Rennen der große Zweikampf zwischen Peugeot und Audi, der die Veranstaltung seit 2007 geprägt hatte, verloren. Der Peugeot 908 Hybrid4 kam damit nie zu einem Renneinsatz.
Neuer Gegner von Audi um den Gesamtsieg wurde der Le-Mans-Rückkehrer Toyota mit dem Toyota TS030. Ende 2011 gab Toyota bekannt, wieder im Langstreckenmotorsport antreten zu wollen und dafür einen Prototyp nach LMP1-Reglement aufzubauen. Während das Chassis des TS030 Hybrid bei der in Köln ansässigen Toyota Motorsport GmbH konstruiert und gefertigt wurde, die schon für die Formel-1-Rennboliden von Toyota zuständig war, entstand der komplette Antriebsstrang im japanischen Toyota-Entwicklungszentrum Higashi-Fuji.<ref name="Business WEC">Rubel auf Rädern: Das Business WEC, motorsport-total.com vom 10. Oktober 2012, abgerufen am 29. Oktober 2012</ref> Als Karosserie für den TS030 Hybrid entstand ein Monocoque aus Kohlefaserverbundwerkstoff, das mit einem aerodynamisch effizienten geschlossenen Aufbau in Coupé-Form versehen wurde. Das Fahrwerk besitzt an der Vorder- und Hinterachse eine Einzelradaufhängung mit doppelten Querlenkern. Die Federung ist mit Drehstabfedern realisiert und wird wie die Stoßdämpfer über Schubstangen angesteuert. Um eine gute Verzögerung zu gewährleisten, sind rundum innenbelüftete Carbon-Keramik-Scheibenbremsen montiert. Bei der Wahl des Verbrennungsmotorkonzepts entschied man sich für einen nicht aufgeladenen Benzinmotor. Obwohl bereits ein Triebwerk vorhanden war, das schon vom Privatteam Rebellion Racing in Le Mans eingesetzt wurde, beschloss man bei Toyota eine komplette Neuentwicklung. Zwar weist der für den TS030 Hybrid konstruierte 3,4-Liter-V8-Motor den gleichen Hubraum wie der ebenfalls als V8 gebaute Kundenmotor auf, hat allerdings keine weitere Verwandtschaft zu diesem und ist um 20 kg leichter. Audi kam mit zwei Konzepten und vier Fahrzeugen nach Le Mans, zwei R18 ultra und zwei R18 e-tron Quattro.
Zu Beginn des Rennens konnten die Toyotas erstaunlich gut mithalten und nach drei Stunden lagen beide 030 Hybrid sogar kurzzeitig in Führung. Beide Wagen fielen jedoch aus. Anthony Davidson kollidierte beim Anbremsen der Mulsanne mit dem Ferrari 458 Italia GTC von Piergiuseppe Perazzini. Der Toyota hob dabei ab, überschlug sich in der Luft und krachte mit hohem Tempo in die Absperrung. Davidson trug ein Schleudertrauma davon und konnte den Rest der Saison keine Rennen mehr fahren. Nach dem Ende der folgenden Safety-Car-Phase fiel auch der zweite Toyota nach einer Kollision aus. Am Ende gab es einen klaren Dreifachsieg für Audi. Gewonnen wurde das Rennen vom Audi R18 e-tron quattro mit den Fahrern Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer.
Einladungen
Startliste
Am 2. Februar 2012 veröffentlichte der Automobile Club de l’Ouest als Veranstalter eine erste vorläufige Startliste mit 56 Teilnehmer plus neun Reserveteams<ref>Vorläufige Startliste</ref>.
Reservefahrzeuge
Wie in den Jahren davor veröffentlichte der ACO zeitgleich mit der ersten vorläufigen Startliste auch eine Liste der Reservefahrzeuge. Fünf LMP- und vier GT-Teams wurden auf die Liste gesetzt und bekamen die Möglichkeit, jene Teams zu ersetzen, die aus den unterschiedlichsten Gründen am Rennen nicht teilnehmen konnten. Dabei durften die LMP-Reservisten nur Fahrzeuge der LMP1- und LMP2-Klasse ersetzen, so wie die GT-Reservisten nur GT-Fahrzeuge. Die Nachrückung erfolgte in der Reihenfolge der Nominierung.
Ergebnisse
Piloten nach Nationen
| Frankreich 42 Franzosen | Vereinigtes Königreich 25 Briten | Deutschland 17 Deutsche | Vereinigte Staaten 13 US-Amerikaner | Italien 13 Italiener |
| Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg 10 Schweizer | Dänemark 6 Dänen | Japan 6 Japaner | Datei:Flag of Belgium (civil).svg 3 Belgier | Datei:Flag of Mexico.svg 3 Mexikaner |
| Österreich 3 Österreicher | Portugal 3 Portugiesen | Spanien 3 Spanier | Australien 2 Australier | Datei:Flag of Finland icon.svg 2 Finnen |
| Niederlande 2 Niederländer | Datei:Flag of New Zealand.svg 2 Neuseeländer | Schweden 2 Schweden | Datei:Flag of Argentina.svg 1 Argentinier | Datei:Flag of Brazil.svg 1 Brasilianer |
| Datei:Flag of India.svg 1 Inder | Datei:Flag of Ireland.svg 1 Ire | Datei:Flag of Monaco.svg 1 Monegasse | Russland 1 Russe | Datei:Flag of Saudi Arabia.svg 1 Saudi |
| Datei:Flag of the Czech Republic.svg 1 Tscheche | Datei:Flag of Thailand.svg 1 Thailänder | Datei:Flag of Venezuela.svg 1 Venezolaner |
Schlussklassement
Nur in der Meldeliste
Weitere gemeldete Teams, Fahrzeuge und Fahrer finden sich in der Start- und Reserveliste.
Klassensieger
| Klasse | Fahrer | Fahrer | Fahrer | Fahrzeug | Platzierung im Gesamtklassement |
|---|---|---|---|---|---|
| LMP1 | Deutschland André Lotterer | Frankreich Benoît Tréluyer | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Marcel Fässler | Audi R18 e-tron quattro | Gesamtsieg |
| LMP2 | Datei:Flag of Venezuela.svg Vicente Potolicchio | Vereinigtes Königreich Ryan Dalziel | Vereinigtes Königreich Tom Kimber-Smith | HPD ARX-03b | Rang 7 |
| LMGTE Pro | Italien Giancarlo Fisichella | Italien Gianmaria Bruni | Datei:Flag of Finland icon.svg Toni Vilander | Ferrari 458 Italia GTC | Rang 17 |
| LMGTE Am | Frankreich Patrick Bornhauser | Frankreich Julien Canal | Portugal Pedro Lamy | Chevrolet Corvette C6.R | Rang 20 |
Renndaten
- Gemeldet: 69
- Gestartet: 56
- Gewertet: 33
- Rennklassen: 4
- Zuschauer: 242.000
- Ehrenstarter des Rennens: Akio Toyoda, Geschäftsführer von Toyota
- Wetter am Rennwochenende: warm und trocken
- Streckenlänge: 13,629 km
- Fahrzeit des Siegerteams: 24:01:16.128 Stunden
- Runden des Siegerteams: 378
- Distanz des Siegerteams: 5151,760 km
- Siegerschnitt: 214,500 km
- Pole Position: André Lotterer – Audi R18 e-tron quattro (#1) – 3:23.787 = 240,800 km/h
- Schnellste Rennrunde: Loïc Duval – Audi R18 ultra (#3) – 3:24.189 = 240,300 km/h
- Rennserie: 3. Lauf zum FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft 2012
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Vorgängerrennen 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps 2012 |
FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft | Nachfolgerennen 6-Stunden-Rennen von Silverstone 2012 |
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Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 12-Stunden-Rennen von Sebring | 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps | 24-Stunden-Rennen von Le Mans | 6-Stunden-Rennen von Silverstone | 6-Stunden-Rennen von São Paulo | 6-Stunden-Rennen von Bahrain | 6-Stunden-Rennen von Fuji | 6-Stunden-Rennen von Shanghai Vorlage:Klappleiste/Ende