B.R.M. meldete erstmals in dieser Saison fünf Werkswagen. Neben den vier Fahrzeugen, die bereits zwei Wochen zuvor den Großen Preis von Italien bestritten hatten, wurde ein fünfter Wagen für George Eaton bereitgestellt. Das Ferrari-Werksteam wurde mit Mario Andretti, wie bereits mehrfach in der Saison, auf drei Fahrzeuge aufgestockt.
McLaren meldete nur Denis Hulme als Werksfahrer, während der zweite McLaren unter der Regie des Kundenteams Penske-White mit Formel-1-Neuling Mark Donohue als Fahrer eingesetzt wurde. Zudem ergänzten mehrere Privatfahrer mit teilweise veralteten Fahrzeugen das Feld.
Nach dem Rennen in Österreich stand Jackie Stewart bereits als Fahrerweltmeister fest. In der Fahrerwertung führte er uneinholbar mit 28 Punkten vor Ronnie Peterson und mit 32 Punkten vor Jacky Ickx. In der Konstrukteurswertung stand Tyrrell als Weltmeister fest. Das Team führte mit 23 Punkten vor Ferrari und mit 25 Punkten vor B.R.M.
Mit Ickx und Hulme (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an. Ickx gewann dabei den Großen Preis von Kanada im Vorjahr als dieser auf dem Mosport Park ausgetragen wurde.
Training
Beide Tyrrell qualifizierten sich für die aus drei Fahrzeugen bestehende erste Startreihe. Der B.R.M. von Joseph Siffert stand zwischen den beiden. Die Ferrari erwiesen sich mit den Startplätzen 12, 13 und 18 überraschenderweise als wenig konkurrenzfähig.
Henri Pescarolo verletzte sich bei einem Trainingsunfall und musste daher auf den Start beim Rennen verzichten. Debütant Chris Craft trat wegen Motorproblemen ebenfalls nicht an.
Nachdem es bei einem Rahmenrennen der Formel Ford zu einem tödlichen Unfall gekommen war, verzögerte sich der Start des Grand Prix um einige Zeit. Es regnete, und Howden Ganley beschädigte seinen B.R.M. in einer der Aufwärmrunden, sodass er nicht starten konnte.
Stewart übernahm zunächst die Führung vor Peterson und Jean-Pierre Beltoise. In der dritten Runde schied Graham Hill nach einem Fahrfehler auf der regennassen Fahrbahn aus. Fünf Runden später geschah dies auch Clay Regazzoni. Obwohl sein Wagen Feuer fing, entkam er unverletzt.
Während Stewart an der Spitze relativ unbedrängt fuhr, kämpfte Peterson mit Beltoise um den zweiten Platz. Das Duell endete erst nach dem selbstverschuldeten Ausfall des Franzosen in Runde 16. Unterdessen legte Donohue als einziger Fahrer in diesem Rennen einen Boxenstopp ein, ohne dabei allerdings seinen dritten Platz zu verlieren. Die Lücke zwischen ihm und den beiden Führenden wurde dadurch jedoch nahezu uneinholbar groß.
In Runde 18 gelang es Peterson, Stewart zu überholen und die Spitze zu übernehmen. Der Schotte konterte in Runde 31. Die nun hergestellte Rangfolge der ersten Drei änderte sich daraufhin nicht mehr, da sich Peterson durch eine Kollision beim Überrunden von Eaton die Front seines Wagens beschädigte und infolgedessen das von Stewart vorgegebene Tempo nicht mehr halten konnte.<ref>Latest Formula 1 Breaking News - Grandprix.com. Abgerufen am 21. März 2024.</ref>
Das Rennen wurde aufgrund sich verschlechternder Wetterbedingungen und einbrechender Dunkelheit nach 64 der geplanten 80 Rennrunden abgebrochen. Es war das erste Mal in der Geschichte der Formel 1, dass diese Maßnahme ergriffen wurde.<ref>Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 160</ref>
Donohue beendete sein Formel-1-Debüt auf einem beachtlichen dritten Platz. Die schnellste Rennrunde, die von Hulme gefahren wurde, war fast eine halbe Minute langsamer als die unter trockenen Bedingungen aufgestellte Pole-Zeit von Stewart.
Ferrari 312B<ref name=":0" group="M">Die mit einem "T" hinter der Startnummer versehenen Wagen standen ihren jeweiligen Fahrern als T-Car zur Verfügung, kamen jedoch nicht zum Einsatz.</ref>
Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs Rennen und die besten vier der letzten fünf Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.