Mit Niki Lauda in einem dritten Werks-March und Helmut Marko in einem vierten B.R.M. kamen an diesem Wochenende zwei Österreicher anlässlich ihres Heimrennens zu ihrer jeweils ersten Grand-Prix-Teilnahme. Die Premiere Markos war eigentlich bereits für den Deutschland-GP zwei Wochen zuvor geplant gewesen, scheiterte jedoch an dessen Nichtqualifikation in einem privaten McLaren M7C.
In der Fahrerwertung führte Jackie Stewart mit 32 Punkten vor Jacky Ickx und mit 34 Punkten vor Ronnie Peterson. Diese drei waren auch die einzigen Fahrer, die rechnerisch noch Weltmeister werden konnten. In der Konstrukteurswertung führte Tyrrell mit 19 Punkten vor Ferrari und mit 34 Punkten vor March.
Mit Ickx (einmal) trat ein ehemaliger Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training
In der Startaufstellung wurde Stewart nur von Joseph Siffert übertroffen, der sich mit rund zwei Zehntelsekunden Vorsprung die Pole-Position sicherte. Dritter wurde Stewarts Teamkollege François Cevert, der damit seinen stetigen Aufwärtstrend während der laufenden Saison unter Beweis stellte.
Siffert ging vom Start weg in Führung und wehrte sich erfolgreich gegen Attacken von Stewart, der seinerseits von Clay Regazzoni, Cevert, Ickx und Tim Schenken verfolgt wurde. Regazzoni musste aufgrund von technischen Problemen aufgeben, sodass Cevert auf Rang drei nach vorn rückte.
Während sich Siffert an der Spitze zunehmend von seinen Verfolgern absetzte, konnte Cevert auf Stewart aufschließen, der mit Handlingproblemen an seinem Wagen zu kämpfen hatte. Aufgrund dessen ließ er seinen Teamkollegen in Runde 23 passieren, bevor er in Runde 36 schließlich komplett aufgeben musste. Als Ickx vier Runden später ebenfalls ausfiel und Peterson, der danach als einziger noch eine rein mathematische Chance auf den Weltmeistertitel gehabt hätte, in aussichtsloser Position lag, stand Stewart trotz seines Ausfalls und noch drei ausstehenden Rennen vorzeitig als Weltmeister der Saison 1971 fest.
Cevert musste in Runde 43 mit Motorschaden aufgeben, sodass der zweite Platz von Emerson Fittipaldi, der kurz zuvor Schenken überholt hatte, eingenommen wurde.
Sifferts Vorsprung war gegen Ende des Rennens so groß, dass ihn selbst ein Problem mit einem Reifen kurz vor Schluss nicht mehr am Siegen hindern konnte. Wegen dieser Behinderung gelang es jedoch Fittipaldi, noch bis auf knapp vier Sekunden aufzuschließen.<ref>Latest Formula 1 Breaking News - Grandprix.com. Abgerufen am 20. März 2024.</ref>
Es war Sifferts zweiter und letzter Grand-Prix-Sieg und dabei gleichzeitig sein erster Hattrick. Schenken und Graham Hill erreichten mit den Plätzen drei und fünf die einzige Podestplatzierung sowie das beste Teamresultat für Brabham in diesem Jahr. Für Schenken war es außerdem die einzige Podiumsplatzierung seiner Karriere.
11T<ref group="M">Der mit einem "T" hinter der Startnummer versehene Tyrrell 001 stand Stewart als T-Car zur Verfügung, kam jedoch nicht zum Einsatz.</ref>
Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs Rennen und die besten vier der letzten fünf Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.