Da die Meldeliste für den niederländischen Grand Prix mit 34 Piloten ähnlich umfangreich war, wie sechs Wochen zuvor in Großbritannien, beschlossen die Veranstalter, eine Vorqualifikation nach dem Vorbild des Britischen Grand Prix durchzuführen. Dadurch sollte die Anzahl der Fahrzeuge, die am regulären Training teilnehmen durften, vorab reduziert werden. Nachdem jedoch Arturo Merzario, der zum Kreis der Vorqualifikanten gehört hätte, anhand des Regelwerks belegen konnte, dass dies nicht regelkonform sei, nahmen die Veranstalter ihre Entscheidung zurück und ließen alle 34 Fahrer an den Trainingseinheiten am Freitag und Samstag teilnehmen.
Das Renault-Werksteam, das die Großen Preise von Deutschland und Österreich zugunsten von Testfahrten zur Weiterentwicklung des turbogetriebenen Wagens hatte ausfallen lassen, trat ebenso wieder an, wie RAM Racing, wo an diesem Wochenende zwei einheimische Gaststarter zum Einsatz kamen, darunter der Formel-1-Neuling Michael Bleekemolen. Riccardo Patrese kehrte ins Shadow-Werksteam zurück, nachdem Unstimmigkeiten zwischen seinem Sponsor und dem Team beseitigt waren. Somit musste Merzario, der seinen Landsmann in Österreich vertreten hatte, wieder mit seinem Privatteam an den Start gehen.
Das March-Werksteam ging erstmals mit einem Exemplar des neuen March 771 ins Rennen. Er wurde von Ian Scheckter pilotiert, während Alex Ribeiro weiterhin den herkömmlichen 761B steuerte.
Jody Scheckter, der zu diesem Zeitpunkt neben Lauda und Andretti die besten Chancen auf den Gewinn der Weltmeisterschaft hatte, erreichte nur den 15. Startplatz.
Hunt und Andretti erreichten nach dem Start nahezu gleichzeitig die erste Kurve namens Tarzanbocht, die damals wie heute in Form einer weitläufigen Haarnadelkurve ausgebildet war. Hunt befand sich auf der Innenseite, während Andretti vom Gas gehen musste, um nicht nach außen auf den Rasenstreifen zu gelangen. Profiteur dieses Zweikampfs war Laffite, der Andrettis mangelnden Schwung ausnutzte, um an ihm vorbeizuziehen. Weiter hinten im Feld beschädigte Watson seinen Wagen an einem Curb und Jochen Mass kollidierte mit Alan Jones. Mass schied aus, Jones konnte weiterfahren.
In der dritten Runde gelangte Andretti an Laffite vorbei zurück auf den zweiten Rang. Drei Runden später hatte er den führenden Hunt eingeholt und versuchte, das Manöver der ersten Runde in der Tarzanbocht zu wiederholen. Er befand sich wieder auf der Außenbahn, ging jedoch diesmal nicht vom Gas. Die beiden Wagen kollidierten am Ausgang der Kurve und Andretti drehte sich, konnte das Rennen allerdings an vierter Position liegend hinter Laffite, Lauda und Reutemann fortsetzen. Hunt steuerte seinen beschädigten Wagen an die Box, wo festgestellt wurde, dass eine Reparatur nicht möglich war.
Bis zur 15. Runde duellierte sich Andretti mit Reutemann um den dritten Platz. Dann schied er aufgrund eines Motorschadens aus. In der 20. Runde übernahm Lauda die Führung von Laffite und verteidigte sie fortan bis ins Ziel.
Bis zum 34. Umlauf hatte Nilsson auf Reutemann aufgeschlossen. Im Duell um den dritten Rang kollidierten die beiden. Nilsson schied aus, Reutemann konnte das Rennen auf dem 14. Platz liegend fortsetzen. Dadurch gelangte Patrick Tambay im Kunden-Ensign des noch jungen Theodore-Teams auf einen Podiumsrang. Kraftstoffmangel in der vorletzten Runde verhinderte jedoch die kleine Sensation und der dritte Platz ging letztendlich an Scheckter. Emerson Fittipaldi erreichte den vierten Rang vor Tambay, der trotz seines Ausfalls aufgrund der absolvierten Rundenzahl noch als Fünfter gewertet wurde, und Reutemann, der nach der Kollision noch insgesamt acht Plätze gutmachen konnte.<ref>Latest Formula 1 Breaking News - Grandprix.com. Abgerufen am 10. Juli 2024.</ref>
BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svgPatrick Nève<ref name=":0" group="#">Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Nève, Merzario, Schuppan, Ashley, Hayje, Rebaque, Pilette und Bleekemolen an der Qualifikation.</ref>
Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svgBrian Henton<ref group="a">Henton wurde in der 52. Runde disqualifiziert, da er unerlaubter Weise Hilfe von Streckenposten erhielt.</ref>
Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).<ref>Netherlands 1977 - Championship • STATS F1. Abgerufen am 18. Juni 2024.</ref> Es zählten nur die besten acht Ergebnisse aus den ersten neun Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.