Zum Inhalt springen

BMW R 65 GS

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. April 2025 um 07:07 Uhr durch imported>Phzh (Form, typo).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
BMW
Datei:BMW R 65 GS.JPG
BMW R 65 GS (Bj. 1989), ohne Dekorschriftzug
R 65 GS
Hersteller BMW
Verkaufsbezeichnung R 65 GS
Produktionszeitraum 1987 bis 1992
Klasse Motorrad
Bauart Reiseenduro
Motordaten
Luftgekühlter Zweizylinderboxer
Hubraum 645 cm³
Leistung 20 kW (27 PS) bei 5500 min−1 kW/PS
Drehmoment 43 bei 3500 min−1 Nm
Höchst­geschwin­digkeit 146 bis 148 liegend
140 bis 143 sitzend<ref>Je nach Quelle: Motorrad Test 1988, S. 99; Motorrad Test 1989, S. 101. R 65 GS Ergänzung der Betriebsanleitung R 80 GS, R 100 GS. BMW Motorrad GmbH + Co. 1987.</ref> km/h
Getriebe 5-Gang
Antrieb Kardanantrieb
Bremsen vorn Einscheibenbremse Ø 260 mm
hinten Simplex-Trommelbremse Ø 200 mm
Radstand 1465 mm
Maße (L × B × H, mm): 2230 × 820 × 1150
Sitzhöhe 86 cm
Leergewicht 198 vollgetankt kg
Vorgängermodell BMW R 80 G/S
Nachfolgemodell BMW R 80 GS mit 20 kW ab 1992

Die BMW R 65 GS ist ein geländegängiges Motorrad des Fahrzeugherstellers BMW mit Einarmschwinge (Monolever) und wurde von 1987 bis 1992 in lediglich 1.727 Einheiten produziert. Sie ist die kleinste BMW Reiseenduro und rundete die damalige GS-Modellpalette mit R 80 GS und R 100 GS nach unten ab. Offiziell wurde das Motorrad nur mit 20 kW (27 PS) Triebwerk ausgeliefert.<ref>BMW Profile, Band 4.: Motorräder aus Berlin 1969–1998. ISBN 978-3-932169-11-3, S. 116.</ref>

Geschichte

Aufgrund des ab 1. April 1986 in Deutschland geltenden Stufenführerscheins durften Motorradführerschein-Neulinge zwei Jahre lang maximal 27 PS starke Motorräder fahren. Um diese Zielgruppe im GS-Bereich bedienen zu können, wurde kurzerhand der Vorgänger R 80 G/S mit dem kleineren 20 kW-Triebwerk der R 65 Typ 247 E ausgestattet und somit das neue Modell R 65 GS unterhalb der R 80 GS und R 100 GS geschaffen.<ref>Motorrad Test 1988, S. 99.</ref>

Datei:WTS InvNr 13344 BMW R65GS 01.jpg
BMW R 65 GS Erprobungsmuster der Bundeswehr

Ein erheblicher Teil der 1.727 produzierten Einheiten dürfte als Fahrschul- und Behördenfahrzeuge (Katastrophenschutz, Rettungsdienste, Militär) gedient haben. 1989 stellte die Bundeswehr bei der Überprüfung ihres Motorradbestandes fest, dass ca. 50 % der ursprünglich ca. 14.000 beschafften Kräder vom Typ Hercules K 125 BW Variante 1 nicht mehr instandsetzungswürdig bzw. nicht mehr zur Variante 2 modernisiert werden konnten. Im Zuge eines Vergleichstests mit den Motorrädern MZ 500 RA und Hercules K 180 BW, die von 1990 bis 1992 in Mittenwald (Wintertests), Sardinien (Sommertests), Trier, Hermeskeil und Saarlouis (jeweils Dauertests) durchgeführt wurden, wurde auch die BMW R 65 GS bewertet. Nach ca. 13.000 km Strecke fiel die Entscheidung der Bundeswehr zu Gunsten der Hercules K 180 BW aus.<ref>Dieter Tenzer, in: Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (Hrsg.): Entwicklung der Kräder in der Bundeswehr, Exponatbeschreibung in der Motorradvitrine der Ausstellung, Koblenz, 2005, abgerufen am 10. August 2023.</ref>

Im Vergleich zu damaligen japanischen Einzylinder-Enduros der 27 PS-Klasse war die R 65 GS mit einem Preis von 9.450 DM relativ teuer. Auch die preisliche Differenz zu der R 80 GS bis 1990 von lediglich 1.400 DM erscheint bei gleicher Ausstattung gering. Letztlich blieb der R 65 GS der Erfolg im Markt versagt, sie wurde bereits 1992 wieder aus dem Programm genommen und durch eine 20-kW-/27-PS-Variante der R 80 GS ersetzt. „Im Schatten der neuen, begeistert aufgenommenen größeren Geschwister ging die kleinste GS unter, wenn auch in der Presse keinerlei Kritik an dieser Maschine geübt wurde.“<ref name="Schwietzer BMW">Andy Schwietzer: BMW Boxer. BMW-Zweiventiler von 1980 bis 1996. Band 2 – Alle Modelle mit Einarmschwinge. Bodensteiner Verlag, 2. Auflage 2010.</ref>

Eigenschaften

Gegenüber den größeren GS-Modellen blieb die R 65 GS komforttechnisch zurück, unter anderem wurde sie nicht mit dem besseren Paralever-Fahrwerk ausgestattet. Es wird jedoch häufig übersehen, dass die Nachteile der Monolever-Schwinge bei geringerem Drehmoment und geringerer Leistung weniger spürbar sind.

Aufgrund des speziell entwickelten, von der R 65 übernommenen 20 kW / 27 PS Triebwerks weist die R 65 GS einige technische Besonderheiten im Vergleich zu den übrigen BMW Zweiventiler-Enduros auf, insbesondere mit 61,5 mm wesentlich geringerer Kolbenhub, kleinerer Ventildurchmesser, kleinere Vergaser, eine spezielle Nockenwelle mit abweichenden Steuerzeiten und eine größere Hinterachsübersetzung. „Die BMW Motorenkonstruktion trieb hohen Aufwand, um die 20-kW-Variante der R 65 mit einer perfekten Motorcharakteristik brillieren zu lassen. Das Ergebnis konnte im Fahrbetrieb überzeugen: ein Triebwerk, das die speziell bei der R 45 so schmerzlich vermisste Büffelcharakteristik bot.“<ref name="Schwietzer BMW" />

Die genannten Besonderheiten führen zu einem vergleichsweise hohen Aufwand für eine technisch grundsätzlich mögliche Umrüstung auf eine höhere Motorleistung.

Optisch unterscheidet sich die R 65 GS von der alten R 80 G/S nur geringfügig, unter anderem durch eine andere Lackierung und den verchromten Auspuff.

Siehe auch

Weblinks

Commons: BMW R 65 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • BMW R 65 GS. In: BMW Geschichte. BMW AG, abgerufen am 26. Juni 2021 (Dossier im BMW Group Archiv).

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:BoxenVerschmelzen <templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Supersportler

G 310 RRS 1000 RRM 1000 RR

Sporttourer

F 900 XRR 1300 RSS 1000 XRM 1000 XR

Tourer

R 1300 RTK 1600 GTK 1600 GTLK 1600 BK 1600 Grand AmericaR 18 BR 18 Transcontinental

Reiseenduro

F 450 GSF 800 GSF 900 GSF 900 GS AdventureR 1300 GSR 1300 GS Adventure

Naked Bike

G 310 RF 900 RR 1300 RS 1000 RM 1000 RR 12R 12 G/SR 12 nineTR 12 S

Scooter

C 400 XC 400 GTCE 02CE 04

Cruiser

R 18R 18 ClassicR 18 Roctane

Vorlage:Klappleiste/Ende

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorkriegszeit
Einzylinder

R 39R 2R 3R 4R 35R 20R 23R 36 (Prototyp)

Boxer

R 32R 37R 42R 47R 52R 57R 62R 63R 11R 16R 7 (Prototyp)R 12R 17R 5R 6R 51R 61R 66R 71WR 500 (Rekordmaschine)WR 750 (Rekordmaschine)RS 500 Kompressor (Rennmotorrad)

Zweiter Weltkrieg

R 75 Gespann (Wehrmachtsgespann)

Nachkriegszeit

R 10 (Prototyp)R 24R 25R 25/2R 25/3R 51/2R 51/3R 67/2R 68

Vollschwingen-BMW
1955–1969

R 26R 27R 50RS 54 (Rennmotorrad)R 60R 69R 50/2R 60/2R 50 SR 69 S

„Strich-Fünfer“
1969–1973

R 50/5R 60/5R 75/5

„Strich-Sechser“
1973–1976

R 60/6R 75/6R 90/6R 90 S

„Strich-Siebener“
1976–1985

R 60/7R 75/7R 80/7R 100/7R 100 SR 100 RSR 100 RTR 100 CS

„Kleine“ Zweiventil-Boxer
1978–1985

R 45R 65R 65 SR 65 GS

Zweiventil-Boxer
1980–1997
Vierventil-Boxer (1. Generation)
1993–2006

R 850 GSR 850 RTR 850 R / R ComfortR 850 CR 1100 RR 1100 RSR 1100 SR 1100 GSR 1100 RTR 1150 RTR 1150 RR 1150 R RocksterR 1150 RSR 1150 GSR 1150 GS AdventureR 1200 CR 1200 CL

Vierventil-Boxer (2. Generation)
2004–2013

R 1200 GSR 1200 GS AdventureR 1200 RR 1200 RTR 1200 SR 1200 ST

Vierventil-Boxer (R nineT)
2014-2023

R nineTR nineT PureR nineT ScramblerR nineT RacerR nineT Urban G/S

Wasser-Boxer (1. Generation)
2013–2019

R 1200 GSR 1200 GS AdventureR 1200 RR 1200 RSR 1200 RT

Wasser-Boxer (2. Generation)
seit 2018

R 1250 GS • R 1250 GS Adventure • R 1250 RR 1250 RSR 1250 RT

F- und G-Baureihe
seit 1993
K-Baureihe (Reihenmotor)
seit 1983
Dreizylinder

K 75K 75 CK 75 SK 75 RT

Vierzylinder

K 100K 100 RSK 100 RTK 100 LTK 1K 1100 LTK 1100 RSK 1200 GTK 1200 LTK 1200 RK 1200 R SportK 1200 RSK 1300 GTK 1300 SK 1300 R

HP-Baureihe

HP4HP2 EnduroHP2 SportHP2 Megamoto

Roller

R 10 (Prototyp)C1 125C1 200C 600 SportC 650 GTC Evolution

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:BoxenVerschmelzen/Ende