Erndorf
Erndorf Stadt Leutershausen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(11)&title=Erndorf 49° 19′ N, 10° 24′ O
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| Höhe: | 430 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 11 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91578 | |||||
| Vorwahl: | 09823 | |||||
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Erndorf (fränkisch: Ehrndorf bzw. Erndorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 71. Dort folgendermaßen transkribiert: „ērndorf“ bzw. „erndorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Erndorf liegt in der Gemarkung Jochsberg.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Der Weiler liegt etwa 2 km nordwestlich der Stadtmitte von Leutershausen am linken Rand der Altmühl-Aue. Der Sachsaugraben zieht am Ort vorbei und mündet hundert Meter weiter von rechts in die Altmühl, auf dessen anderer Seite wenig abwärts das Dorf Jochsberg der Stadt liegt. 0,5 km nördlich beginnt das Waldgebiet Seeholz, weniger als einen Kilometer nordöstlich steht oberhalb einiger Weiher am Sachsaugraben der Nachbarweiler Kressenhof.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt von Höchstetten 1,6 km im Nordwesten weiter aufwärts an der Altmühl zur Kreisstraße AN 3 0,5 km weiter im Südosten, die Jochsberg mit dem zentralen Leutershausen verbindet. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kressenhof zur Staatsstraße 2245.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde im Würzburger Lehnbuch, das im Zeitraum zwischen 1303 und 1313 entstanden ist, als „Erbendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Eribo. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 71.</ref>
Laut einer Auflistung von 1342 besaß das Kanonikerstift Ansbach in Erndorf eine Mühle.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 140.</ref> Im 14. Jahrhundert besaß der Bischof von Würzburg zwei Mühlen und den Weingarten von Erndorf, die als Lehen vergeben wurden.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 162.</ref> Der Weiler von drei Gütern gehörte dann der Herrschaft Seckendorff auf Jochsberg; die dortige Burg wurde 1391 zusammen mit weiteren Lehen, darunter auch Erndorf, von den Burggrafen von Nürnberg an Wilhelm von Seckendorff zu Jochsberg verliehen.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 633.</ref> Als 1423 Jörg von Seckendorff die Burg Jochsberg an Conz Lesch verkaufte, gehörten dazu mehrere Weiher bei Erndorf und der Mühle; spätestens 1440 hatte Jörg von Seckendorff diese Güter wieder zurückgekauft. Zur Burg gehörte mit kurzer Unterbrechung im 15. Jahrhundert die gesamte Obrigkeit und Gerichtsbarkeit über ihre Zugehörungen, also auch über Erndorf.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 634 f.</ref> Im Jahre 1544 wurde der Weiler als Zugehörung zur Burg Jochsberg so beschrieben: Hof mit Zugehörung, Peunt, Gärtlein, Mühle, Söldengut.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 636.</ref> 1604 ist in einem markgräflichen Lehenbrief über die Burg Jochberg von Erndorf als Zugehörung als einem Hof und der „Großen Mühle/Wolfsmühle“ die Rede.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 641.</ref> Im 16-Punkte-Bericht von 1608 des brandenburg-ansbachischen Amtes Leutershausen waren vier Untertanen in Erndorf verzeichnet, die allesamt dem Rittergut Jochberg unterstanden.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 714.</ref>
Nach Einziehung des erledigten Seckendorffschen Lehens saß ab 1632 ein vom Markgraf eingesetzter Vogt auf der Burg Jochsberg; dem nunmehr brandenburg-ansbachischen Amt Jochsberg gehörten auch die vier Mannschaften Erndorfs, darunter die Mühle.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 720.</ref> In den Vetterschen Oberamtsbeschreibungen von 1732 heißt es von Erndorf, dass die Ansiedelung aus zwei (Köbler-)Gütern und der Simonsmühle besteht, die zum Vogtamt Jochsberg gehören, das auch die Dorf- und Gemeindeherrschaft ausübt; der Zehnt musste nach Colmberg gegeben werden. Die Fraisch über die drei Untertanen übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Leutershausen aus.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 373 f.
M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 802 und 852 f.</ref> Daran änderte sich nichts bis zum Ende des Alten Reiches.<ref>Johann Bernhard Fischer: Simonsmühlen, Ehren- und Büttnersdorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 106 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 341.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.<ref name="J997">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 997.</ref>
Das bei Erndorf gelegene, seit dem 15. Jahrhundert genannte „Büttnersdorf/Buttmannsdorf/Bundersdorff/Bündersdorf/Bittendorf“, ein Schafhof, ist in Erndorf aufgegangen; so heißt es in der Auflistung der Rezatkreis-Orte von 1818 „Erndorf oder Büttnersdorf“.<ref name="OV 1818"/><ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 636, Fußnote 70.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Erndorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Jochsberg an.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.</ref> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern ließ sich die Gemeinde Jochsberg zum 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeinden; seither ist Erndorf ein Gemeindeteil von Leutershausen.<ref name="J997"/><ref>Leutershausen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.</ref>
Baudenkmal
- Haus Nr. 3: Simonsmühle, Mühl- und Wohnhaus, zweigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach, mit Fachwerkgiebel, 1700, bezeichnet 1790.<ref>Denkmalliste für Leutershausen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
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Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Leutershausen) gepfarrt.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 852 f.</ref> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Ehrendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 708 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Simonsmühlen, Ehren- und Büttnershof. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 341 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 71.
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
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Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Erndorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Erndorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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Sonstiger Wohnplatz: Simonsmühle