Tiefenthal (Leutershausen)
Tiefenthal Stadt Leutershausen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(81)&title=Tiefenthal 49° 19′ N, 10° 28′ O
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| Höhe: | 500 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 81 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91578 | |||||
| Vorwahl: | 09823 | |||||
Tiefenthal
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Tiefenthal (fränkisch: Diefa-dohl<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181. Dort folgendermaßen transkribiert: „dīfɘdṓl“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Tiefenthal liegt in der Gemarkung Neunkirchen bei Leutershausen.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Unmittelbar südlich des Dorfes entspringt der Krämleinsbach, ein linker Zufluss der Altmühl. 1 km nordwestlich liegt das Zobelholz, 1 km südöstlich erhebt sich der Rote Berg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neunkirchen (1 km südwestlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Lengenfeld zur Staatsstraße 2246 (2 km südlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,5 km westlich), die nach Hinterholz (1,1 km nördlich) bzw. ebenfalls nach Neunkirchen verläuft (1,1 km südlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Ortsnamendeutung
Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, der vermutlich die Talsenke des Krämleinsbaches bezeichnete.<ref name="Fechter">E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181.</ref>
Geschichte
Als Lehen des Hochstifts Würzburg hatte Ende des 13. Jahrhunderts Wolfram von Geißendorf als Ministeriale der Truhedinger Besitz in Tiefenthal.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 601.</ref> Im Jahr 1303 wurde der Ort in den Würzburger Lehenbüchern als „Tieffental“ erstmals urkundlich erwähnt.<ref name="Fechter"/> Anfang des 14. Jahrhunderts hatten die Herren von Heideck als Erben der Herren von Dornberg ganz Tiefenthal in ihrem Besitz.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 162 f., 189.</ref> Im Ansbacher 16-Punkte-Bericht von 1684 waren für Tiefenthal 18 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Kastenamt Ansbach (2 Güter, 4 Häuslein), das Stiftsamt Ansbach (3 Anwesen) und das Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim (9 Anwesen). Die Gemeinde verfügte über ein Hirtenhaus. Alle Rechte lagen beim Ober- und Kastenamt Ansbach.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbücher 129, 3582. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 692.</ref> Diese Verhältnisse werden durch die Vetterschen Oberamtsbeschreibungen von 1732 bestätigt.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 390.</ref> Der Ort war zehntfrei.<ref name="Schreiber392">H. Schreiber: Leutershausen, S. 392.</ref> Gegen Ende des Alten Reiches bestand das Dorf aus 19 Anwesen, von denen neun den beiden Ansbacher Ämtern (zwei Köblergüter und vier Leerhäuser dem Kastenamt, drei Köblergüter dem Stiftsamt) und neun den Crailsheimern untertan waren (1 Hof, 1 Halbhof, 6 Güter, 1 Gütlein, 1 Leerhaus). Die Gemeinde verfügte über das Hirtenhaus und das Brechhaus.<ref name="J916">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 916.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Tiefenthal. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 26 (Digitalisat). (= J. K. Bundschuh, Bd. 5, Sp. 555). Hiernach gab es nur 18 Untertansfamilien, von denen 9 ansbachisch waren.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J1003">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1003.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Tiefenthal dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Neunkirchen zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Neunkirchen an.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Die Bewohner unterstanden dem Landgericht Ansbach. Von 1820 bis 1848 hatten allerdings die Herren von Crailsheim für ihre Grundholden – in Tiefenthal waren dies zunächst zehn, 1848 zwölf Güter – eine Patrimonialgerichtsbarkeit I. Klasse mit Sitz in Rügland inne.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 957 f.</ref>
Am 1. Januar 1972 wurde Tiefenthal im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Leutershausen eingemeindet.<ref name="J1003"/><ref>Leutershausen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.</ref> Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Neunkirchen war ab 1968 Fritz Aumann aus Tiefenthal.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 390.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Neunkirchen bei Leutershausen) gepfarrt.<ref name="J916"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Tiefenthal. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 555 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 181.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3922175023 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Tiefenthal in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Tiefenthal im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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