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Steinbächlein (Leutershausen)

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Steinbächlein
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(25)&title=Steinb%C3%A4chlein 49° 18′ N, 10° 22′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(25) 49° 18′ 3″ N, 10° 21′ 38″ O
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Höhe: 442–452 m ü. NHN
Einwohner: 25 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/>
Postleitzahl: 91578
Vorwahl: 09823
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Steinbächlein (fränkisch: Schdah-bächla<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 176. Dort folgendermaßen transkribiert: „schdābéchla“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Steinbächlein liegt in der Gemarkung Erlbach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Der Weiler liegt etwas nördlich des Steinbachs, eines linken Zuflusses des Erlbacher Mühlbachs, der wiederum ein rechter Zufluss der Altmühl ist. Im Nordwesten liegt das Kudelholz, 1,5 km südwestlich erhebt sich der Steinberg (500 m ü. NHN). 1 km im Nordosten liegt das Waldgebiet Tränkenloh.

Die Staatsstraße 2246 führt nach Leutershausen (3,5 km östlich) bzw. nach Neureuth (2,5 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Steinberg (1,7 km südlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Ortsnamendeutung

Der Ortsname wird gedeutet als „Siedlung am Steinbächlein“, am schmalen Oberlauf des Steinbachs.<ref name="Fechter">E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 176.</ref>

Geschichte

Der Ort wurde im Rothenburger Ächtbuch von 1330 als „Steinbachlin“ erstmals urkundlich erwähnt.<ref name="Fechter" /> Es finden sich auch Einträge in den Würzburger Lehenbüchern des 14. Jahrhunderts, die deutlich machen, dass das Hochstift Würzburg ursprünglich die Lehnsherrschaft innehatte.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 162.</ref> Um 1400 waren die Herren von Seckendorff zu Jochsberg als Lehensträger im Ort begütert.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 635.</ref>

Der 16-Punkte-Bericht des markgräflichen Amtes Brunst von 1608 bezeichnet Steinbächlein und Waizendorf als eine Realgemeinde von sieben Mannschaften (=Untertanen-Familien), die hinsichtlich aller Rechte dem markgräflichen Amt Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen unterstanden.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 21/1, 20v. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 717.</ref> Im Dreißigjährigen Krieg heißt es von Steinbächlein in einem Hofverzeichnis von 1641: „2 Halbhöfe, öd, niemand vorhanden.“<ref>H. Schreiber: Leutershausen. S. 235.</ref> 1681 gehörten drei Mannschaften zum Ort Steinbächlein, die ins markgräfliche Amt Colmberg zinsten und nach wie vor dem Gericht Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen unterstanden.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 22, 52. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 723 f.</ref>

Im Grenzvertrag bezüglich der Fraisch zwischen dem Haus Hohenlohe-Schillingsfürst und Brandenburg-Ansbach von 1710 wurde Steinbächlein dem Markgrafen zugesprochen.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 626.</ref> 1732 heißt es, dass der Weiler aus vier Untertanen besteht, die mit allen Rechten dem brandenburg-ansbachischen Amt Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen zugeordnet sind.<ref>H. Schreiber: Leutershausen. S. 360.</ref> Der Zehnt musste zu zwei Dritteln ins markgräfliche Kastenamt Colmberg und zu einem Drittel dem Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens gegeben werden.<ref>H. Schreiber: Leutershausen. S. 361.</ref>

Am Ende des Alten Reiches gab es im Ort vier Anwesen, die alle dem Ansbachischen Stadtvogteiamt Leutershausen und grundherrschaftlich dem Kastenamt Colmberg untertan waren, nämlich zwei Höfe und zwei Halbhöfe (Schafhöfe).<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 912.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Steinbächlein. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 106 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 5, Sp. 429.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.<ref name="J986">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 986 f.</ref>

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Steinbächlein dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Erlbach zugewiesen.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 964.</ref> 1846 (noch 1856) stellte Steinbächlein mit Johann Leonhard Stadler, der eine Pferdezucht betrieb, den Bürgermeister der Gemeinde Erlbach.<ref>H. Schreiber: Leutershausen. S. 359.
Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Brügel’sche Officin, Ansbach 1856, OCLC 635005088, S. 231 (Digitalisat).</ref> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Erlbach und damit auch Steinbächlein am 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.<ref>H. Schreiber: Leutershausen. S. 363.</ref><ref name="J986"/><ref>Leutershausen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 21 30 27 28 27 26 24 41 22 16 25
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 4 4 5 5 5 4 5 7
Quelle <ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 88 (Digitalisat).</ref> <ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 188 (Digitalisat).</ref> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 988, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1153, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1088 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1152 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1189 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 754 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 170 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 329 (Digitalisat).</ref>

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Wenzeslaus (Weißenkirchberg) gepfarrt,<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 76.</ref> seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Peter (Leutershausen) zuständig.<ref name="OV 1861"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>

Literatur

Weblinks

Commons: Steinbächlein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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