Rammersdorf (Leutershausen)
Rammersdorf Stadt Leutershausen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(12)&title=Rammersdorf 49° 19′ N, 10° 26′ O
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dim=10000 | globe= | name=Rammersdorf | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 443 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 12 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91578 | |||||
| Vorwahl: | 09823 | |||||
Schloss Rammersdorf
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Rammersdorf (fränkisch: Rammaschdorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 156. Dort folgendermaßen transkribiert: „raməschdorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Rammersdorf liegt in der Gemarkung Mittelramstadt.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Die Einöde liegt am Kümmelbach, einem linken Zufluss der Altmühl. Dieser Bach speist auch die Leutershauser Weiher, die unmittelbar westlich des Ortes liegen. Circa einen halben Kilometer südöstlich liegt das Schloßbuckfeld. Unmittelbar südlich liegt die Froschmühle. Die Kreisstraße AN 23 führt nach Winden bzw. an der Froschmühle vorbei nach Leutershausen.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Namensdeutung
Entsprechend der ältesten Belege wird der Ortsname gedeutet als „zum Dorf des Romung/Ramung“, wobei Romung/Ramung wohl der Name des Gründers der Ansiedlung ist.<ref name="Fechter">E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 156.</ref>
Geschichte
Der Ort wurde 1293 als „Romungesdorf“ im Achtbuch der Reichsstadt Rothenburg erstmals urkundlich erwähnt.<ref name="Fechter"/><ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 116.
M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 584.</ref> 1336 erscheint „Romungestorf“ als Sitz des Ritters Fritz Vogel zu Dornberg. 1388 ist der Ritter Peter Vogel zu Vogelsburg (= Burg Rammersdorf) genannt, der Würzburger Lehnsmann war. Wenig später ging Rammersdorf an die Brüder Geißendorfer über. Diese mussten die Vogelsburg 1390 an den Würzburger Hofmeister Arnold Hiltmar abtreten. Von ihm erwarb Burkhart von Seckendorff-Jochsberg die Burg, der sie am 6. April 1390 als burggräfliches Lehen erhielt.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 212.</ref> Im Jahre 1417 erschien Schloss Rammersdorf in einer Aufstellung der Schlösser des Landgerichts Graisbach.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 584.</ref>
Am 1. Januar 1571 erwarb der brandenburg-ansbachische Kammerrat Veit Asmus von Eyb zu Vestenberg, aus dem Adelsgeschlecht von Eyb stammend, das Rittergut Rammersdorf/Vogelsburg von Martin Wolf von Redwitz, der es kurz zuvor von seinem Schwager Hans Zobel von Giebelstadt gekauft hatte.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 115.</ref> In dem 16-Punkte-Bericht brandenburg-ansbachischen Amtes Leutershausen von 1608 heißt es, dass außer einem Schafhof zu dem Schloss kein Hof oder Gut gehört.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 715.</ref> Der 16-Punkte-Bericht von 1681 erwähnt außer dem Schloss und dem Schafhof nunmehr ein zum Schloss gehörendes Bauernhaus.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 722.</ref> Das Schloss wurde unter Albrecht Ludwig von Eyb abgebrochen und nach Plänen des Ansbacher und späteren Eichstätter Hofbaumeisters Gabriel de Gabrieli von Schlossbaumeister Johann Georg Schmidt von 1713 bis 1715 neu erbaut.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 116.</ref> So spricht auch die Vetter’sche Oberamtsbeschreibung von 1732 von einem „adelich Eybisch neuerbauten Schlößlein“, zu dem ein Bauernhaus, eine Torwartswohnung und ein „außen auf der Höhe“ stehender Schafhof gehörte. Die Bewohner waren nach St. Peter in Leutershausen gepfarrt und vom Zehnt befreit. Die Vogtei inner Etters war eyb’sches Recht, außer Etters und die Fraisch standen dem brandenburg-ansbachischen Stadtvogteiamt Leutershausen zu.<ref>Zitiert nach H. Schreiber: Leutershausen, S. 379.</ref> Daran änderte sich nichts mehr bis zum Ende des Alten Reiches.<ref name="J900">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 900.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Rammersdorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 106 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 417.</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Das Rittergut Rammersdorf hatte zuletzt grundherrliche Ansprüche in Mittelbach (3 Anwesen), Mittelramstadt (12) und Winden (6).<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 822.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.<ref name="J1001">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1001 f.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Rammersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Leutershausen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Mittelramstadt zugewiesen.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.</ref> Ab 1820 bestand ein Patrimonialgericht I. Klasse derer von Eyb, dem in Rammersdorf fünf Grundholden unterstanden; 1838 erklärte die Familie von Eyb den Verzicht darauf, doch dauerte es noch bis 1842, bis König Ludwig I. die Abtretung des Patrimonialgerichtes genehmigte.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 959 f.</ref> Am 1. Januar 1972 wurde Rammersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Leutershausen eingemeindet.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 350.</ref><ref name="J1001"/><ref>Leutershausen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.</ref>
Heute ist der Forstbetrieb die wichtigste Einnahmequelle des von Eybschen Besitzes in Rammersdorf. Ein Eichenwald wird als „RuheForst Frankenhöhe – Leutershausen“ für Waldbestattungen genutzt.<ref>Website über den Ruheforst</ref>
Baudenkmal
Wasserschloss mit breitem, bruchsteingefasstem Graben und Mauer. Dreigeschossiger Schlossbau zu 7 × 5 Achsen mit Walmdach, Schleppgauben und Ladegaube im Osten sowie erneuertem Dachreiter mit welscher Haube. An der Fassadenseite dreiachsiger Mittelrisalit mit kolossaler ionischer Pilasterordnung in den beiden Obergeschossen; an den flankierenden Achsen Doppellisenengliederung (letztere auch an den Schmalseiten). Rundbogenportal mit Pilaster- und Konsolvorbau für einen ehemaligen Balkon des ersten Obergeschosses. Fenster des ersten Obergeschosses geohrt, das mittlere mit hochgezogener gerader Verdachung; darüber Sandsteinwappen der Freiherren von Eyb bezeichnet 1713. Im Inneren Treppenhaus aus der Erbauungszeit mit Brüstung aus schweren Holzbalustern und Resten von Rahmenstuck. Über dem Schlossgraben zweibogige Brücke aus Hausteinquadern; darüber Torpfeiler aus Sandstein, wohl gleichzeitig mit dem Schlossbau. Südlich des Schlosses von Bruchsteinmauern umgebene terrassenförmig gestufte Parkanlage von 1715.<ref>G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 133.</ref><ref>Denkmalliste für Leutershausen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
2018 wurden die Besitzer des Schlosses für eine umfassende Schlossinstandsetzung mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.<ref>BLfD: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Denkmalschutzmedaille 2018, ( des Vorlage:IconExternal vom 3. Juli 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Seite 14, abgerufen am 31. Juli 2018.</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Leutershausen) gepfarrt.<ref name="J900"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Rammersdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 417 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 156.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 133.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3922175023 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Rammersdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Rammersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
- Website von Schloss Rammersdorf
- Sage von der „weißen Frau im Zobelholz“ (bei Schloss Rammersdorf)
- Stefan Eismann: Rammersdorf, Vogelsburg in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum.
Fußnoten
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Sonstiger Wohnplatz: Simonsmühle