Waizendorf (Leutershausen)
Waizendorf Stadt Leutershausen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(20)&title=Waizendorf 49° 18′ N, 10° 22′ O
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| Höhe: | 439 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 20 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91578 | |||||
| Vorwahl: | 09823 | |||||
Waizendorf
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Waizendorf (fränkisch: Watsndorf<ref name="Fechter">E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 191.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Waizendorf liegt in der Gemarkung Erlbach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Beim Weiler entspringt ein namenloser Bach, ein rechter Zufluss des Steinbachs, der wiederum ein linker Zufluss des Erlbacher Mühlbachs ist. Im Südosten liegt das Birkenfeld, 0,75 km nordöstlich erhebt sich der Riedenberg (484 m ü. NHN), 1,5 km westlich erhebt sich der Steinberg (500 m ü. NHN).
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Erlbach zur Kreisstraße AN 4 (1,4 km südöstlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,3 km nordwestlich), die nach Steinbächlein (0,8 km nördlich) bzw. nach Steinberg führt (1,2 km südwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Ortsnamendeutung
Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Wazo, wohl der Personenname des Gründers der Siedlung.<ref name="Fechter"/>
Geschichte
Der Ort wurde 1296 als „Wazendorf“ erstmals urkundlich erwähnt.<ref name="Fechter"/> Um 1400 gehörte Waizendorf dem Hause Seckendorff zu Jochsberg.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 635.</ref> Nach einem brandenburg-ansbachischen Amtsbericht von 1608 bildeten Waizendorf und Steinbächlein eine Realgemeinde von sieben Mannschaften (= Untertanfamilien), die gült-, steuer- und lehenbar dem brandenburg-ansbachischen Kastenamt Colmberg und vogtbar dem brandenburgischen Stadtvogteiamt Leutershausen waren.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 717.</ref>
Im Dreißigjährigen Krieg heißt es in einem Hofverzeichnis von 1641: „Vier Höfe, steht alles öd, die Erben sind außer Land.“<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 235.</ref> 1681 unterstehen die vier Höfe dem Gericht Brunst des Stadtvogtamtes Leutershausen.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 723.</ref>
Im Grenzvertrag von 1710 bezüglich der Fraisch zwischen dem Haus Hohenlohe-Schillingsfürst und Brandenburg-Ansbach wurde Waizendorf dem Markgrafen zugesprochen.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 626.</ref> 1732 bestand der Weiler aus vier Untertanen des brandenburg-ansbachischen Amtes Brunst des Stadtvogteiamtes Leutershausen, war nach Weißenkirchberg gepfarrt und gab den Zehnt zu zwei Dritteln ins markgräfliche Kastenamt Colmberg und zu einem Drittel dem Deutschen Orden in Eschenbach. Zusammen mit Steinbächlein besaß man ein Hirtenhaus.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 76.
H. Schreiber: Leutershausen, S. 360 f.</ref> Am Ende des Alten Reiches bestand der Weiler aus den vier Höfen, dem Hirtenhaus und einem Brechhaus.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 922.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Wazendorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 107 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 114.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 987.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Waizendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Erlbach zugewiesen.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.</ref>
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Erlbach und damit auch Waizendorf zum 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 363.</ref><ref>Leutershausen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Wenzeslaus (Weißenkirchberg) gepfarrt,<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 76.</ref> seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Peter (Leutershausen) zuständig.<ref name="OV 1900"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Wazendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 114 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 191–192.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3922175023 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Waizendorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Waizendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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