Lenzersdorf (Leutershausen)
Lenzersdorf Stadt Leutershausen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(22)&title=Lenzersdorf 49° 18′ N, 10° 23′ O
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dim=10000 | globe= | name=Lenzersdorf | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 433 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 22 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91578 | |||||
| Vorwahl: | 09823 | |||||
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Lenzersdorf (fränkisch: Länzasdorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 123. Dort folgendermaßen transkribiert: „lęntsɘsdorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Lenzersdorf liegt in der Gemarkung Jochsberg.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Der Weiler liegt südlich des Hagenbachs, einem rechten Zufluss der Altmühl. Im Westen liegt das Waldgebiet Tränkenloh und im Nordwesten Weidlach mit der Sommerleite. 1 km südlich liegt das Flurgebiet Riedenburg. Der Ort liegt an der Staatsstraße 2249, die nach Clonsbach (1,5 km westlich) bzw. zur Staatsstraße 2246 bei Leutershausen führt (2 km östlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 28. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Ortsnamendeutung
Der Ortsname wird gedeutet als „zum Dorf des Lanzinc“, wobei Lanzinc vermutlich der Name des Gründers dieser Siedlung war.<ref name="Fechter">E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 123.</ref>
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Lentzi[n]gsdorf“ im Jahr 1368, als Konrad Abendar von Seckendorff und seine Frau Margaret unter anderem ihr Dorf Lenzersdorf ihrem Vetter Johann von Seckendorff zu Jochsberg verkauften.<ref name="Fechter"/><ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 599.</ref> Ein markgräflicher Lehenbrief von 1423 nennt in „Lentzingsdorf“ zwei Güter und fünf Gütlein.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 638.</ref> Für 1450 weist ein Lehenbuch der Grafschaft Oettingen acht Gütlein in Lenzersdorf aus.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 196.</ref> Im Besitz der Lehen sind weiterhin die Herren von Seckendorff. Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Amtes Leutershausen von 1608 heißt es, dass das Dorf aus sechs Mannschaften (=Untertanenfamilien) besteht, die alle vogt-, gült-, steuer- und lehenbar dem Wolf Balthasar von Seckendorff zu Unterlaimbach waren. Der 16-Punkte-Bericht von 1681 sagt aus, dass die sechs Mannschaften Geschlechtern in Nürnberg gehören und dorthin zinsen; die Gemeindeherrschaft und den Hirtenstab aber beanspruchte das Amt Leutershausen.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 715, 722.</ref> 1732 bestand das Dorf aus sechs Höfen, die der Herrschaft Heßberg gehörten; außerdem gab es ein im Gemeinbesitz befindliches Hirtenhaus. Der Ort war nach St. Peter in Leutershausen gepfarrt. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Vogtei inner Etter hatten die von Heßberg inne, die Vogtei außer Etter und die Fraisch lagen beim Stadtvogteiamt Leutershausen.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 373, 375.</ref> Es kam noch einmal zu einem Wechsel der Grundherrschaft, denn gegen Ende des Alten Reiches gehörten die sechs Anwesen von Lenzersdorf, nämlich ein Hof, zwei Halbhöfe, ein Viertelhof und zwei Köblergüter, dem Verwalteramt Burgbernheim des Hochstifts Würzburg; das Hirtenhaus und das Brechhaus waren Gemeindebesitz. Die Hochgerichtsbarkeit lag unverändert beim markgräflichen Stadtvogteiamt Leutershausen.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 804, 882.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Lenzersdorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 105 (Digitalisat).</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.<ref name="J997">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 997.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Lenzersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Jochsberg zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Jochsberg an.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964.</ref>
1829 stellte Lenzersdorf mit Georg Michael Wiesinger den Bürgermeister der Gemeinde Jochsberg.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 373.</ref>
Jochsberg und damit Lenzersdorf wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern zum 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach eingemeindet.<ref>H. Schreiber: Leutershausen, S. 378.</ref><ref name="J997"/><ref>Leutershausen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. März 2025.</ref>
Baudenkmal
- Mittelalterliches Steinkreuz, weitgehend in den Boden versunken, am Nordrand der Straße nach Clonsbach in der Wiese<ref>G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 119.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Leutershausen) gepfarrt.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 882.</ref> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Lenzersdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 330 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 123.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 119.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3922175023 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Lenzersdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Lenzersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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