Zum Inhalt springen

Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Dieser Artikel enthält eine chronologische Auflistung bedeutender Unfälle im Schienenverkehr.

Als bedeutend im Sinne dieser Liste gilt ein Unfall, wenn er

  • mindestens 50 Menschen das Leben kostete,
  • ein Großschadensereignis zur Folge hatte,
  • Verbindung zu einer bedeutenden Persönlichkeit aufweist,
  • technische Neuerungen auslöste oder sonst Signalwirkung hatte oder
  • der erste seiner Art war.

Nicht hier, sondern an anderer Stelle, werden aufgeführt:

Bis 1800

  • Whickham (County Durham Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Fußgänger überfahren: April oder Juli 1650 – Zwei Jungen starben, nachdem sie von einem Hunt überfahren wurden, der auf hölzernen Schienen lief. Es handelt sich um den ältesten bekannten Unfall von Schienenfahrzeugen mit tödlichem Ausgang.<ref>David Wragg: Signal Failure: Politics & Britain's Railways. Stroud 2004, ISBN 978-0-7509-3293-6, S. 46.</ref>

19. Jahrhundert

Bis 1830

Datei:Huskisson Monument from Parkside Road 1.jpg
Denkmal für den Unfall von William Huskisson an der Liverpool and Manchester Railway
Datei:Gedenktafel William Huskisson.JPG
Gedenktafel für William Huskisson, heute im National Railway Museum, York
  • Middleton Railway (Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Erster tödlich verunglückter Nicht-Eisenbahner: 5. Dezember 1821 – Der erste tödlich verunglückte Nicht-Eisenbahner war wohl der Zimmermann David Brook. In schwerem Graupelwetter lief er auf der Bahntrasse. Dabei übersah er einen Zug und wurde tödlich verletzt.<ref>Richard Balkwill, John Marshall: The Guinness Book of Railway Facts and Feats. 6. Aufl., 1993, ISBN 0-85112-707-X.</ref>
  • St. Helens (Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Erster bekannter Auffahrunfall zweier Züge: 15. September 1830 – Während der Eröffnungsfeierlichkeiten der Liverpool and Manchester Railway befuhren eine Reihe von Zügen mit Ehrengästen hintereinander die Strecke im Sichtabstand. Als ein Wagen entgleiste, blieb der Zug liegen und der Folgezug fuhr mit mäßiger Geschwindigkeit auf. Es gab keine Verletzten.<ref>Simon Garfield: The Last Journey of William Huskisson. Faber and Faber, 2002, ISBN 0-571-21048-1, S. 147.</ref>

1831–1840

Datei:Suffolk accident.jpg
Frontalzusammenstoß zweier Züge bei Suffolk, Virginia, USA
  • Howden (Yorkshire Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Entgleisung durch verrutschte Ladung: 7. August 1840 – In einem gemischten Zug, der auf der Hull and Selby Railway zwischen Leeds und Hull unterwegs war, löste sich Ladegut, fiel auf die Schienen und brachte den Zug zum Entgleisen. Es ist der früheste bekannte Eisenbahnunfall, der verrutschtes Ladegut als Ursache hatte und bei dem es Tote gab. Vier Menschen starben, weitere wurden verletzt. Dies war weltweit der erste Eisenbahnunfall, der von einer Eisenbahnaufsichtsbehörde untersucht wurde.

1841–1850

  • Sonning (Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Entgleisung nach Erdrutsch: 24. Dezember 1841 – Ein gemischter Zug von London nach Bristol entgleiste in einem Einschnitt nahe Sonning. Von den 38 Reisenden in den offenen Wagen dritter Klasse starben neun, 16 wurden schwer verletzt. Auch infolge dieses Unfalls wurde 1844 der Railway Regulation Act<ref>Railway Regulation Act 1844 (PDF; 845 kB)</ref> vom britischen Parlament verabschiedet, der unter anderem geschlossene Fahrzeuge auch für die dritte Klasse vorschrieb.
Datei:A. Provost - Versailles - Railroad Disaster.jpg
Eisenbahnunfall von Versailles (1842)
  • Chester (Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Brückeneinsturz aufgrund von Konstruktions- und Materialfehlern: 24. Mai 1847 – Während der Überfahrt eines Zuges stürzte die von Robert Stephenson errichtete Eisenbahnbrücke über den Dee auf der North Wales Coast Line der Chester and Holyhead Railway ein. Der Einsturz forderte fünf Todesopfer und eine Reihe von Verletzten. Hauptursachen waren die Verwendung von Gusseisen in den tragenden Teilen und das Gewicht nachträglich aufgetragenen Schotters als Brandschutz für die Holzteile der Brücke. Es sollten aber noch fast 50 Jahre vergehen, bevor gusseiserne Eisenbahnbrücken völlig verschwanden. Der Unfall war ein schwerer Schlag für die Reputation von Stephenson als Ingenieur.

1851–1860

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.

Datei:EBU Pawtucket 1853.jpg
Unfall bei Pawtucket, Rhode Island, 1853 – ältestes bekanntes Foto von einem Eisenbahnunfall
  • Valley Falls, Rhode Island (Vereinigte Staaten 31Datei:U.S. flag, 31 stars.svg Vereinigte Staaten) – Frontalkollision zweier Züge aufgrund fahrlässiger Entscheidung des Schaffners und Lokführers sowie falsch gehender Uhr: 12. August 1853 – 14 Menschen starben, 50 wurden darüber hinaus verletzt. Ein Foto dieses Unfalls gilt als das älteste bekannte von einem Eisenbahnunfall überhaupt.<ref>Lucius Beebe, Charles Clegg: Hear the train blow. Apictoral epic of America in the railroad age. E. P. Dutton, New York 1952, S. 311.</ref>
  • Ambler (Pennsylvania Vereinigte Staaten 31Datei:U.S. flag, 31 stars.svg Vereinigte Staaten) – Frontalzusammenstoß: 17. Juli 1856 – Bei dem Frontalzusammenstoß eines vorwiegend mit Kindern und Jugendlichen besetzten Ausflugszugs mit einem Planzug starben mindestens 59 Menschen und mehr als 100 wurden verletzt. Grund für den Unfall war eine unzureichende Zugsicherung auf der eingleisigen Strecke.
  • Round Oak (Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Entlaufener Zugteil kollidiert mit nachfolgendem Zug: 23. August 1858 – Weil der Bremser den im Bahnhof Round Oak haltenden Zug nicht durch Feststellen der Bremse sicherte und zugleich eine Kupplung brach, rollte ein Zugteil ein Gefälle hinab und kollidierte mit dem nachfolgenden Zug. 14 Menschen starben, mindestens 50 weitere wurden verletzt. Dies war der folgenreichste Eisenbahnunfall in Großbritannien bis zu diesem Zeitpunkt.

1861–1870

Datei:Beloeil bridge train accident, 1864.jpg
Eisenbahnunfall von Mont-Saint-Hilaire (1864)
  • Clayton Tunnel (Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Kollision im Tunnel: Am 25. August 1861 kollidierte im Clayton Tunnel – 7 km nördlich von Brighton – ein Reisezug mit einem zurücksetzenden Sonderzug. 23 Menschen starben, circa 176 wurden meist schwer verletzt. Der Tunnel wurde mit einem Blocksignal vor jedem Portal gesichert, das vom Zug oder einem Wärter bedient wurde. Ursachen waren ein defektes Signal, Kommunikationsfehler und eine Streckensicherung, die auf dem Fahren im Zeitabstand basierte, deren Mindestabstände allerdings auch nicht eingehalten wurden.

1871–1880

  • Colombier (SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz) – Auffahrt auf abgestellten Güterzug: Am 22. März 1871 stieß infolge falscher Weichenstellung im Bahnhof Colombier ein Sonderzug mit Militärangehörigen, die zu der internierten französischen Bourbaki-Armee gehörten, mit einem abgestellten Güterzug zusammen, der aus 22 Kohlewagen und einem Gepäckwagen bestand. Ein Zugführer sowie 22 Internierte starben, 72 Personen wurden verletzt.<ref>Zugführer und 22 Internierte tot, 72 Verletzte: In: Paul Winter Schweizer Bahnen unter Fahnen. S. 26.</ref><ref>24 Tote inkl. Zugführer: In: Jahrbuch für Solothurnische Geschichte. S. 384.</ref> Dies war der bis dahin schwerste Eisenbahnunfall in der Schweiz.

Abschnitt Eisenbahnunfall vom 22. März 1871 im Artikel Colombier NE

  • Thorpe (Grafschaft Norfolk, England, Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Frontalzusammenstoß nach Fehlern in der telegrafischen Zugsicherung: Am 10. September 1874 stießen auf einer eingleisigen Strecke östlich von Norwich ein Postzug mit Personenbeförderung und ein verspäteter Schnellzug zusammen, nachdem von den für die Zugsicherung Verantwortlichen mehrere Fehler begangen worden waren. 25 Menschen kamen ums Leben. Aufgrund auch dieses Unfalls entwickelte der Ingenieur Edward Tyer ein erstes elektrisches Zugsicherungssystem, das Electric Tablet System.<ref>Nicholas Faith: Derail: Why Trains Crash. 2000, ISBN 0-7522-7165-2, S. 44.</ref>
  • Shipton (England, Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Entgleisung nach Radreifenbruch und Bremsversagen: Am 24. Dezember 1874 brach an einem Wagen des Schnellzuges von London Paddington nach Birkenhead in der Nähe von Shipton-on-Cherwell ein Radreifen aufgrund seiner veralteten Konstruktion. Zudem versagte die Kommunikationsleine zwischen Zug und Lokomotiven und das damals übliche Bremsen von Zügen durch Bremser auf einzelnen Wagen war im Vergleich zur Kraft der Notbremsung durch die der Lokomotiven viel zu schwach. Die meisten Wagen des Zuges entgleisten. Bei dem Unfall starben 34 Menschen, 65 wurden schwer verletzt. Der Unfall beschleunigte die Umrüstung der Eisenbahnfahrzeuge auf durchgehende Druckluft- oder Vakuumbremsen.
Datei:Amstetten.jpg
Entgleisung der AMSTETTEN am 19. Oktober 1875
  • Ashtabula-Brücke (Ohio, Vereinigte Staaten 37Datei:Flag of the United States (1867–1877).svg Vereinigte Staaten) – Brückeneinsturz: 29. Dezember 1876 – Der Pacific Express von Erie, Philadelphia, fiel beim Einsturz der Brücke über den Ashtabula River 21 Meter tief auf den zugefrorenen Fluss. Die Wagen fingen Feuer und ließen das Eis schmelzen, wodurch einige Wagen im Fluss versanken. 92 Reisende kamen ums Leben, unter ihnen der bekannte religiöse amerikanische Komponist Philip P. Bliss. Ursache waren Konstruktions- und Baumängel. Es war der bis dahin folgenschwerste Eisenbahnunfall in den USA. Der Unfall hatte zur Folge, dass in den USA verbesserte Standards für Brücken, Lastproben und Brückeninspektionen eingeführt wurden.
Datei:Tay Rail Bridge-NLS-53.jpg
Der eingestürzte Mittelteil der Firth-of-Tay-Brücke
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (NeuseelandDatei:Flag of New Zealand.svg Neuseeland heute {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) – Entgleisung durch Windböen: 11. September 1880 – Ein Zug von Greytown nach Wellington war in der Steilstrecke der Bahnstrecke Wellington–Woodville, die zwischen den Bahnhöfen Cross Creek und Summit mit dem System Fell betrieben wurde, unterwegs. Drei geschobene Wagen wurden durch sehr starke Windböen aus dem Gleis gedrückt und stürzten ab. Da die Kupplung hielt, ebenso wie die Klammerung der Fell-Lokomotive an der Mittelschiene, verhinderte das den vollständigen Absturz des Zuges. Drei Menschen starben. Es ist der älteste dokumentierte Eisenbahnunfall durch Windeinwirkung.

1881–1890

  • Cuautla (Mexiko 1867Datei:Flag of Mexico (1823-1864, 1867-1893).svg Mexiko) – Brückeneinsturz: 22. / 24. Juni 1881 – Beim Einsturz einer erst wenige Tage zuvor in Betrieb genommenen neu errichteten Eisenbahnbrücke unter einem fahrenden Zug kamen mehr als 200 Menschen ums Leben und 40 wurden verletzt. Flusswasser hatte die Fundamente der Brücke unterspült.
  • Oceanport (New Jersey) (Vereinigte Staaten 38Datei:Flag of the United States (1877-1890).svg Vereinigte Staaten) – Entgleisung: 29. Juni 1882 – In einer Weiche, unmittelbar vor einer Brücke, entgleiste ein Zug, in dem auch der ehemalige US-Präsident Ulysses Grant reiste. Die Lokomotive und fünf der acht Wagen stürzten in ein flaches Gewässer. Ulysses Grant wurde leicht verletzt.<ref>Bob Withers: The President Travels by Train. Politics and Pullmans. Echo Point Books & Media, LLC, Brattleboro, Vermont 2017, ISBN 978-1-63561-058-1, S. 38.</ref>
Datei:Hugstetter zug01.jpg
Eisenbahnunfall bei Hugstetten
Datei:MudRunDisaster.jpg
Ineinander geschobene Personenwagen nach dem Unfall von Mud Run
  • Mud Run (Pennsylvania, Vereinigte Staaten 37Datei:Flag of the United States (1867–1877).svg Vereinigte Staaten) – Auffahrunfall nach missachtetem Signal: 10. Oktober 1888 – Das Lokpersonal eines Zuges überfuhr ein „Halt“ gebietendes Signal und fuhr auf einen anderen Zug auf, der ebenfalls vor einem Signal wartete. Die letzten drei Wagen des vorderen Zuges wurden ineinander geschoben. 66 Menschen starben, 50 wurden verletzt.
Datei:Russian imperial train crush1888.jpg
Verunglückter Hofzug des Zaren
  • Armagh (Nordirland, Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Entlaufene Personenwagen: 12. Juni 1889 – Ein Sonderzug von Armagh Richtung Warrenpoint blieb kurz vor dem Ende einer Steigung liegen. Beim Versuch, den Zug in der Steigung zu teilen, entliefen zehn Wagen und stießen auf den nachfolgenden Planzug. 81 Tote und 260 Verletzte, darunter sehr viele Kinder, waren die Folge.
Als Konsequenz aus dieser Katastrophe verabschiedete das Parlament des Vereinigten Königreichs ein Gesetz, das verpflichtend selbsttätige Bremsen, Fahren im Raumabstand, Zugmeldeverfahren und die Signalabhängigkeit der Weichen verbindlich vorschrieb.

1891–1900

Datei:Birs 1891 b.jpg
Münchenstein
  • Münchenstein (SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz) – Einsturz der Eisenbahnbrücke: 14. Juni 1891 – Unter einem aus Basel kommenden Extrazug brach die von Staringenieur Gustave Eiffel konstruierte Eisenbahnbrücke der Jurabahn über die Birs unterhalb des Dorfes Münchenstein zusammen. 73 Personen kamen dabei ums Leben, 171 wurden verletzt.<ref>Stefan Haenni: Eiffels Schuld – Das grösste Eisenbahnunglück der Schweiz. Gmeiner Verlag, Messkrich 2023, ISBN 978-3-8392-0477-1.</ref>
  • Thompson (Connecticut, Vereinigte Staaten 37Datei:Flag of the United States (1867–1877).svg Vereinigte Staaten) – Massenkarambolage von vier Zügen nach Fahrdienstleiterfehler: 4. Dezember 1891 – Auf einer zweigleisigen Strecke wurden zwei Güterzüge durch einen Fahrdienstleiterfehler in eine Frontalkollision verwickelt, die Züge entgleisten und versperrten auch den Fahrweg auf dem Gleis der Gegenrichtung. Dort hinein fuhren innerhalb weniger Minuten zunächst der Long Island & Eastern States Express von New York City nach Boston und in diesen dann der Norwich Steamboat Express von New London nach Boston. Alle vier Lokomotiven, ein Schlafwagen, ein Gepäckwagen und etwa 450 m Gleis wurden zerstört. Außer zwei Eisenbahnern auf einer der Lokomotiven gab es erstaunlicherweise keine Toten, jedoch mehrere hundert Verletzte. Dies war einer der wenigen Eisenbahnunfälle, in die vier Züge verwickelt waren.
Datei:Train wreck at Montparnasse 1895.jpg
Unfall am Gare Montparnasse
  • Paris (Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich) – Zug überfuhr Gleisende im Kopfbahnhof: 22. Oktober 1895 – Um 15:55 Uhr fuhr ein Zug von Granville über das Gleisende des Kopfbahnhofs Gare Montparnasse von Paris hinaus, fuhr über den Perron und durchschlug die Glaswand des Bahnhofs, bis die Lok auf der ein Stockwerk tiefer liegenden Straße vor dem Bahnhof zum Stehen kam. Eine Zeitungsverkäuferin wurde getötet, sechs Menschen verletzt. Der Lokführer hatte den Zug zu spät gebremst. Das Foto von der abgestürzten Lokomotive wurde weltberühmt.
Datei:Unfall Blockstrecke Mühlheim-Offenbach (2).jpg
In Mühlheim am Main verunfallter Wagen

20. Jahrhundert

1901–1910

  • Liverpool (England, Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Brand nach Kurzschluss: Am 22. Dezember 1901 geriet zunächst der Motor eines Elektrotriebwagens im Zufahrtstunnel zu dem unterirdischen Bahnhof Liverpool-Dingle in Brand, der Zug blieb im Tunnel liegen und ging dann insgesamt in Flammen auf. Bei diesem ersten schweren Unfall durch den Betrieb einer elektrischen Eisenbahn starben sechs Menschen, zahlreiche wurden verletzt.
  • Mangapatnan (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) – Naturkatastrophe: 11. September 1902 – Nachdem ein Brückenpfeiler weggespült worden und eine Brücke eingestürzt war, fuhr der Schnellzug von Chennai (damals: Madras) nach Mumbai (damals: Bombay) in die Lücke. Sieben der acht Wagen stürzten ab. 62 Menschen starben.<ref>Semmens, S. 22.</ref>
  • Paris (Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich) – Panik nach Brand eines Métrozuges: Am 10. August 1903 wurde versucht, einen brennenden Métrozug auf der Métrolinie 2 durch die Tunnelstrecke abzuziehen. Dies misslang und die Evakuierung eines folgenden Zuges, der im Bahnhof Couronnes aufgehalten wurde, klappte nicht richtig, weil viele der verärgerten Fahrgäste sich weigerten, auszusteigen. Als dann der Brand des vorderen Zuges die Stromleitung beschädigte, die auch die Beleuchtung des Bahnhofs Couronnes versorgte, und zugleich dichter Rauch von dem brennenden Zug aus dem Tunnel quoll, brach Panik aus. Insgesamt kamen dabei 84 Menschen ums Leben.
  • Spremberg (Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (1867–1919).svg Deutsches Reich) – Frontalzusammenstoß: 7. August 1905 – Nach einem Fehler des alkoholisierten Fahrdienstleiters kam es zum Zusammenstoß des D 113 BerlinHirschberg mit dem Nachzug D 112 Hirschberg–Berlin auf eingleisiger Strecke. 19 Menschen starben, 40 wurden schwer verletzt.<ref name="SdE">Hans-Joachim Ritzau, Jürgen Hörstel, Thomas Wolski: Schatten der Eisenbahngeschichte. 1997, ISBN 3-921304-36-9, S. 117.</ref> Der Unfall war das schwerste in einer Reihe alkoholbedingter Unfälle. Noch im selben Jahr wurde der Alkoholgenuss im Dienst verboten und dafür gesorgt, dass an den Stationen alkoholfreie Getränke vorrätig waren.
  • Regenstauf (Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (1867–1919).svg Deutsches Reich) – Auffahrunfall: Am 1. Mai 1906 wurde bei Regenstauf der Nachtzug München–Berlin (D 21) in einen Auffahrunfall verwickelt.<ref>Markus Meinold: Die Lokomotivführer der Preußischen Staatseisenbahn 1880–1914. Hövelhof 2008, ISBN 978-3-937189-40-6, S. 170.</ref> Durch eine falsch gestellte Weiche fuhr er auf einen Güterzug auf, den er eigentlich überholen sollte. Prominenter Fahrgast des Zuges war Thomas Mann, der das Geschehen in der Erzählung Das Eisenbahnunglück – veröffentlicht 1909 – verarbeitete.<ref>Thomas Mann: Das Eisenbahnunglück. In: Die Erzählungen. Deutscher Taschenbuchverlag. Frankfurt 1986, S. 462–473.</ref>
Datei:1906AtlanticCityTrainWreck.jpg
Bergung eines der Wagen nach dem Eisenbahnunfall in Atlantic City 1906
  • Terra Cotta (Washington, D.C., Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Vereinigte Staaten) – Auffahrunfall: Am 30. Dezember 1906 fuhr in dem Haltepunkt Terra Cotta am Stadtrand von Washington, D.C., ein Leerzug in einen haltenden Personenzug, dessen hölzerne Wagen von der Lokomotive des Leerzuges zertrümmert wurden. 53 Tote waren die Folge. Ursache waren schlechte Sicht, eine je nach Tageszeit wechselnde Signalisierung auf der Strecke, ein überfahrenes „Halt“ gebietendes Signal und übermüdetes Personal. Infolge des Unfalls verbot die Interstate Commerce Commission, hölzerne Reisezugwagen in Betrieb zu nehmen.
  • Oudh & Rohilkhand State Railway (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) – Frontalzusammenstoß auf eingleisiger Strecke: 1908 – 79 Menschen starben, 119 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 34.</ref>
  • Ghaziabad (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) – Ausfall des Zugmeldesystems: 6. Mai 1908 – Nachdem das Zugmeldesystem ausgefallen war, stießen auf eingleisiger Strecke zwei Personenzüge frontal zusammen und gerieten in Brand.
  • Ocatara (Peru 1825Datei:Flag of Peru (1825–1950).svg Peru) – Entlaufenes Fahrzeug: Februar 1909 – Im starken Gefälle der Bahnstrecke Lima–La Oroya (Peruanische Zentralbahn) entlief eine Lokomotive und kollidierte mit einem Kran, der für Reparaturen auf der Chaupichaca-Brücke stand. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte die Brücke ein und riss etwa 200 Arbeiter mit in die Tiefe.<ref>Donald Binns: The Central Railway of Peru and the Cerro de Pasco Railway. Skipton: Trackside Publications, 1996, ISBN 1-900095-03-3, S. 20.</ref>
  • Spring Creek Township (Iowa, Vereinigte Staaten 46Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Vereinigte Staaten) – Entgleisung aus unbekannter Ursache: Am 21. März 1910 entgleiste hier ein Zug. Zwei Reisezugwagen in Holzbauart des nachgeschobenen Zuges wurden dabei zwischen Zug- und Schiebelokomotive sowie durch Wagen in Stahlbauart zertrümmert. 52 Menschen kamen – ausschließlich in den hölzernen Wagen – ums Leben.
  • Pin Lok (China Kaiserreich 1890Datei:Flag of China (1889–1912).svg China) – Frontalzusammenstoß: Dezember 1910 – Der Lokomotivführer eines Güterzugs fuhr aus dem Bahnhof Pin Lok in die Bahnstrecke Peking–Wuhan ein, die für ihn aber noch nicht frei gegeben war und auf der ihm ein Personenzug entgegenkam. 31 Menschen starben bei dem folgenden Zusammenstoß, 138 wurden verletzt. Dies war der bis dahin schwerste Eisenbahnunfall in China.

1911–1920

  • Müllheim (Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (1867–1919).svg Deutsches Reich) – Entgleisung wegen alkoholbedingter überhöhter Geschwindigkeit in einer Baustelle: 17. Juli 1911 – Der Lokführer des aus Mailand kommenden D 9 durchfuhr eine aufgrund einer Baustelle eingerichtete Langsamfahrstelle im Bahnhof Müllheim im Markgräflerland statt mit 20 km/h mit 100 km/h, weil er vorher größere Mengen Wein und Bier getrunken hatte. Der Zug entgleiste. 14 Tote und 32 zum Teil Schwerverletzte waren die Folge. In dem anschließenden Strafprozess ging es erstmals um die Frage, ob und gegebenenfalls wie Alkoholkonsum die Reaktionsfähigkeit einschränken und die Fahrtüchtigkeit vermindern kann, was damals völliges Neuland war.
  • San Antonio (Texas, Vereinigte Staaten 46Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Vereinigte Staaten) – Kesselzerknall: Am 18. März 1912 starben 28 Menschen (40 wurden darüber hinaus verletzt), als bei einem Test der Kessel einer 1C-Lokomotive explodierte. Die Ursache wurde nie geklärt. Dieser Kesselzerknall einer Lokomotive war der mit der höchsten Opferzahl überhaupt.<ref>Semmens:, S. 40f.</ref>
  • Costesti (Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien) – Zusammenstoß: Am 6. Dezember 1913 starben 100 Menschen bei einem Zusammenstoß.<ref>Semmens, S. 44 (ohne nähere Angaben).</ref>
  • Épinal (Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich) – Zusammenstoß: Am 23. August 1914 kollidierten in der Abzweigstelle Saint-Laurent, südlich von Épinal, ein von dort kommender, mit Munition beladener Zug, der nach Bussang unterwegs war, und ein Truppen-Transportzug, der von Altkirch kam, in die Gegenrichtung fuhr und mit Soldaten des 149. Gebirgsjäger-Regiments besetzt war. Der Unfall forderte 79 Menschenleben.<ref>Robert Le Pennec: Sur les rails Vosgiens. Les Editions de Cabri. Breil-sur-Roya 2006, ISBN 2-914603-29-0, S. 25.</ref>
  • Kalisz (Russisches Kaiserreich 1914Datei:Flag of Russia (1914–1917).svg Russland) – Zusammenstoß: Dezember 1914 – Im deutsch besetzten Kalisz stieß ein deutscher Truppentransportzug mit einem deutschen Lazarettzug zusammen. 400 Menschen starben, 500 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 45.</ref>
  • Quintinshill (Schottland, Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Dreifachzusammenstoß, bei dem fünf Züge zerstört wurden: 22. Mai 1915 – Im Betriebsbahnhof Quintinshill kam es zu einem Frontalzusammenstoß eines Lokalzuges, der für das Überholen durch zwei Schnellzüge vorübergehend auf das Gleis der Gegenrichtung gestellt worden war, und einem Militärzug. Der Lokalzug musste auf das Gleis der Gegenrichtung ausweichen, weil die Überholgleise für Güterzüge benötigt wurden. Er wurde vom Stellwerksmitarbeiter vergessen, der in das Gleis einen Truppentransportzug einfahren ließ. Nach der Frontalkollision blockierten die Trümmer auch das Gleis der Gegenrichtung, in das der zweite Schnellzug hineinfuhr. Durch ausströmendes Gas der Gasbeleuchtung gerieten die Trümmer in Brand und entzündeten auch die beiden Güterzüge, die auf den Überholgleisen warteten. 230 Menschen wurden getötet, 246 verletzt und fünf Züge zerstört. Es ist bis heute der folgenschwerste Eisenbahnunfall in Großbritannien.
  • Boston (Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Vereinigte Staaten) – Sturz von einer offenen Zugbrücke: 7. November 1916 – Ein stark besetzter Straßenbahnzug stürzte in Boston, Massachusetts, aufgrund der Unaufmerksamkeit des Fahrers und mangelhafter technischer Sicherungen in den Fort Point Channel, wobei etwa 50 Fahrgäste ums Leben kamen. Nur neun Menschen aus dem Fahrzeug überlebten. Dies war einer der schwersten Straßenbahnunfälle weltweit.
Datei:Eisenbahnunfall ciurea 1917 2.jpg
Unfall von Ciurea
  • Ciurea (Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien) – Entgleisung wegen überhöhter Geschwindigkeit: 13. Januar 1917 – Ein mit Flüchtlingen und verletzten Soldaten völlig überbesetzter Zug entgleiste nach Bremsausfall an der Einfahrweiche, nachdem er aus einem 15 km langen Gefälle mit völlig überhöhter Geschwindigkeit in den Bahnhof Ciurea einfuhr. Beide Lokomotiven und 24 Wagen verkeilten sich ineinander, fingen Feuer und brannten aus. Der Unfall forderte – je nach Quelle – zwischen 600 und 1000 Todesopfer.
  • Nannhofen (Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (1867–1919).svg Deutsches Reich) – Flankenfahrt: Am 17. April 1917 fuhr der D 53 UlmMünchen im Bahnhof Nannhofen bei Schneegestöber gegen 22 Uhr in den rangierenden Eilgüterzug mit Personenbeförderung 926. 30 Menschen starben, 80 wurden meist schwer verletzt. Ursache war, dass die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen für das Nachtzeichen des Fahrtbegriffes statt eines grünen Lichtes immer noch weißes verwendeten, der Lokführer wegen der schlechten Sicht das rote Nachtzeichen des haltzeigenden Signals nicht wahrnehmen konnte und die Beleuchtung des kreuzenden Zuges irrtümlich als weißes Licht, das „Fahrt frei“ anzeigte, wahrnahm.
  • Schalkwijk (NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande) – Entgleisung: Am 7. Juni 1917 entgleiste ein von Maastricht kommender Schnellzug, an dem auch zwei Salonwagen hingen, in denen Königin Wilhelmina reiste, zwischen Houten und Schalkwijk. Die Wagen blieben im Gleis stehen. Mehrere Reisende wurden verletzt, die Königin blieb unverletzt.<ref>Paul Dost: Der rote Teppich. Geschichte der Staatszüge und Salonwagen. Stuttgart 1965, S. 220.</ref>
  • Saint-Michel-de-Maurienne (Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich) – Entgleisung im Gefälle: 12. Dezember 1917 – Im Gefälle der Nordrampe der Bahnstrecke Culoz–Modane geriet ein schwerer Militärzug mit fast 1000 Soldaten auf Weihnachtsurlaub außer Kontrolle, weil er nur mit einer Lokomotive bespannt war und die Bremskraft nicht ausreichte. Kurz vor dem Bahnhof Saint-Michel-de-Maurienne entgleiste der Zug bei völlig überhöhter Geschwindigkeit in einem Geländeeinschnitt und die Trümmer gerieten sofort in Brand. Die Zahl der Toten wird auf 700 geschätzt. Der Unfall gilt bis heute als derjenige durch Eisenbahnbetrieb verursachte mit der höchsten Zahl von Todesopfern weltweit.
Datei:1918trainwreck.jpg
Die zerstörten Züge nach dem Frontalzusammenstoß bei Nashville
  • Nashville (Tennessee, Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Vereinigte Staaten) – Frontalzusammenstoß nach Fehlern sowohl des Zugpersonals als auch eines Stellwerks: 9. Juli 1918 – Aufgrund zweier Fehler fuhr ein Zug in einen eingleisigen Streckenabschnitt ein, bevor der entgegenkommende Zug ihn verlassen hatte. 101 Menschen kamen ums Leben, 171 wurden verletzt. Die hohe Zahl der Toten war unter anderem wieder auf Reisezugwagen hölzerner Bauart zurückzuführen, die völlig zertrümmert wurden. Dieser Unfall ist der schwerste in der Geschichte der US-amerikanischen Eisenbahn.
Datei:Loket vid järnvägsolyckan i Getå 1918.jpg
Unfall von Getå
  • Getå (SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden) – Erdrutsch: 1. Oktober 1918 – Der schwerste Eisenbahnunfall Schwedens wurde durch eine Naturkatastrophe verursacht. Durch einen Erdrutsch in Getå (heute Teil von Norrköping) entgleiste ein Zug, wobei mindestens 42 Reisende getötet und ebenso viele verletzt wurden.
  • Craiova (Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien) – Entgleisung: 9. Oktober 1918 – Ein Schnellzug entgleiste, weil die Strecke nach einem Wolkenbruch unterspült war. Etwa 100 Menschen<ref group="Anm.">Die Quelle, Bernhard Püschel: Historische Eisenbahn-Katastrophen. Eine Unfallchronik von 1840 bis 1926. Freiburg 1977, ISBN 3-88255-838-5, S. 120, formuliert etwas ungenau: „Es sollen etwa 100 Menschen bei diesem Unfall verunglückt sein“.</ref> sollen gestorben sein.<ref>Bernhard Püschel: Historische Eisenbahn-Katastrophen. Eine Unfallchronik von 1840 bis 1926. Freiburg 1977, ISBN 3-88255-838-5, S. 117ff. mit Foto von der Unfallstelle: S. 118.</ref>
Datei:MalboneStreetWreck1.jpg
Unfall von Malbone Street
  • New York (Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Vereinigte Staaten) – Entgleisung im Tunnel wegen überhöhter Geschwindigkeit: 1. November 1918 – Bei der Einfahrt in den heutigen U-Bahnhof Prospect Park der New Yorker U-Bahn in Flatbush, Brooklyn, durchfuhr ein Zug der Brooklyn Rapid Transit Company (BRT) eine enge S-Kurve mit dem Fünffachen der zulässigen Geschwindigkeit. Zwei Wagen wurden aus der Kurve getragen und an der Wand des Tunnels zertrümmert. Hauptursache für den Unfall war die mangelnde Qualifikation des wegen eines Streiks hilfsweise eingesetzten Fahrers. Mindestens 93 Menschen kamen ums Leben, über 100 weitere wurden verletzt.
  • Rákoš (Ungarn 1867Datei:Flag of Hungary (1915-1918; angels; 3-2 aspect ratio).svg Ungarn) – Achsbruch: 4. November 1918 – An einem Wagen eines Militärzuges brach beim Durchfahren des Bahnhofs Rákoš (heute: Slowakei) eine Achse. Der Wagen und zwei weitere stürzten um. Während der vordere Zugteil bremste, fuhr der hintere auf den vorderen auf. Etwa 60 Soldaten kamen ums Leben, weitere 180 wurden verletzt.<ref>Ludwig Stockert: Eisenbahnunfälle (Neue Folge) – Ein weiterer Beitrag zur Eisenbahnbetriebslehre. Berlin 1920, Nr. 252.</ref>
  • Sternthal (Osterreich KaisertumDatei:Flag of the Habsburg Monarchy.svg Österreich) – Entgleisung: Vermutlich aufgrund eines Achsbruches entgleiste in der Nacht vom 5. auf den 6. November 1918 zwischen Sternthal und Pettau ein überwiegend mit ungarischen Soldaten besetzter Heimkehrerzug, wobei mindestens 63 Menschen starben und mindestens 121 weitere verletzt wurden.
  • Hamont (BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien) – Explosion eines Munitionstransports: Am 19. November 1918 explodierte in Hamont während des Rückzugs der deutschen Armee nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg ein Munitionstransportzug inmitten von Lazarettzügen und eines zweiten Munitionstransports. Je nach Quelle 1007 oder 1750 Tote.
  • Firozabad (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) – Frontalzusammenstoß eines Personen- und eines Güterzugs: 19. Juni 1919 – Die Trümmer gerieten in Brand. 100 bis 300 Menschen starben. Hinsichtlich der Ursache ist die Quelle unklar.<ref name="Semmens56">Semmens, S. 56.</ref>
  • Kranowitz (Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (3-2).svg Deutsches Reich) – Flankenfahrt und Brand: Am 24. Oktober 1919 fuhr im deutschen Grenzbahnhof Kranowitz an der Strecke Troppau – Ratibor die Lok des aus der Tschechoslowakei kommenden Personenzugs P 1002 der zu weit vorgefahrenen Lok eines Güterzugs in die Flanke. Ein ausbrechender Brand, genährt von geschmuggeltem Alkohol, verbreitete sich schnell im Zug. Die Angaben zu den Unfallopfern schwanken erheblich: Die Zahl der Toten zwischen 25 und 60 und die der Verletzten zwischen 80 und 130.
  • Moradabad (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) – Auffahrunfall eines Schnellzuges auf einen Güterzug: 28. April 1920 – 150 Menschen starben, als ein Schnellzug auf einen Güterzug auffuhr und einige Personenwagen in Brand gerieten.
  • Lorcy (Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich) – Staatspräsident fällt aus Zug: 23./24. Mai 1920 – Der französische Staatspräsident Paul Deschanel war nachts von Paris aus in einem Salonwagen in südlicher Richtung auf der Bahnstrecke Villeneuve-Saint-Georges–Montargis unterwegs, als er bei dem Versuch, ein Schiebefenster zu schließen, nur mit einem Pyjama bekleidet, aus dem – wegen einer Baustelle – nur mit geringer Geschwindigkeit fahrenden Zug fiel, der weiter fuhr. Der Staatspräsident blieb weitgehend unverletzt, hatte aber erhebliche Schwierigkeiten die Eisenbahner, die ihn auflasen, von seiner Identität zu überzeugen.<ref>Philippe Mirville: Les présidentielles à la cité du Train. Saint-Louis 2017, ISBN 978-2-917186-85-5, S. 9.</ref>
  • Pogranitschnawa (Russische Sozialistische Föderative SowjetrepublikDatei:Flag of Russia (1918–1920).svg Sowjetrussland) – Entgleisung: Oktober 1920 – Ein Postzug von Wladiwostok nach Harbin entgleiste. 100 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.<ref name="Semmens60">Semmens, S. 60.</ref>
  • Lufany (Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien) – Zusammenstoß: 27. Oktober 1920 – Nach einem Bedienungsfehler stießen in Siebenbürgen zwei Personenzüge zusammen. 50 Menschen starben, mehr als 200 wurden verletzt.<ref name="Semmens60" />

1921–1930

  • Luga (Russische Sozialistische Föderative SowjetrepublikDatei:Flag of Russia (1918–1920).svg Sowjetrussland) – Explosion: Januar 1921 – Benzin, das in einem gemischten Zug transportiert wurde, explodierte und setzte den Zug in Brand. 68 Menschen starben.
  • Abermule (Wales, Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Frontalzusammenstoß zweier Reisezüge: 21. Januar 1921 – Kurz nach 12 Uhr kollidierte bei Abermule in Wales der Schnellzug AberystwythManchester mit einem Personenzug aus Whitchurch. An den Folgen starben 17 Menschen, ungefähr 20 wurden verletzt. Ursache des Unfalls war grobe Fahrlässigkeit der Eisenbahner in Abermule und des Personals, das den Personenzug fuhr. Der Eisenbahnunfall von Abermule diente in den folgenden Jahren als Lehrbeispiel dafür, dass auch das bewährte und verbreitete Electric Tablet System durch Nachlässigkeit und mangelnde Verständigung wirkungslos werden kann und blieb deshalb bis heute im öffentlichen Bewusstsein.
  • Taw Wi / Pein Za Loke<ref group="Anm.">Die Bahnhöfe liegen an der Bahnstrecke Yangon–Mandalay etwa 160 km von Rangun entfernt (Semmens, S. 62,).</ref> (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) (Myanmar) – Frontalzusammenstoß eines Schnellzuges und eines Güterzuges: 25. Juli 1921 – 104 Menschen starben, 48 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 62.</ref><ref group="Anm.">Bei Dieter Hettler: Railways of Burma/Myanmar. Frank Stenvall, Malmö 2024. ISBN 978-91-7266-207-0, S. 15, – wohl unzutreffend – auf 1923 datiert.</ref>
  • Oyashirazu (Japan 1870Japan Japan) – Lawinenunfall: 3. Februar 1922 – Nach schwerem Schneefall wurden zwischen den Bahnhöfen Oyashirazu und Ome durch eine Lawine vier Personenwagen eines Zuges zertrümmert. Dabei starben 90 Menschen, 42 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Vinty-Leanca (zwischen Ploiești und Buzău, Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien) – Zusammenstoß nach dem Fehler eines Rangierers: Am 2. Juli 1923 starben 63 Menschen bei dem Zusammenstoß eines Schnellzugs mit einem stehenden Güterzug.<ref>Semmens, S. 73.</ref>
  • Kreiensen (Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (3-2).svg Deutsches Reich) – Auffahrunfall: Am 31. Juli 1923 fuhr der D 88 Hamburg–München auf seinen wegen eines Maschinenschadens im Bahnhof außerplanmäßig haltenden Vorzug auf. 48 Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben, 39 weitere wurden verletzt. Der spätere Nobelpreisträger Gerhard Domagk entkam dem Unfall durch einen Zufall: Er hatte den im Bahnhof stehenden Vorzug kurz vor dem Zusammenprall verlassen.
  • Nebukawa (Japan 1870Japan Japan) – Erdrutsch: 1. September 1923 – Ein Erdrutsch – ausgelöst durch das Große Kantō-Erdbeben – traf den Bahnhof Nebukawa und einen dort einfahrenden Zug. 112 Reisende starben, 13 wurden verletzt. Dies war nur einer von zwölf Eisenbahnunfällen, die dieses Erdbeben verursachte.
  • Bellinzona (SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz) – Zusammenstoß: Am 23. April 1924 stießen im Bahnhof Bellinzona die Schnellzüge 70 und 51b zusammen. Ursache war die Kumulation von vier Fehlern unterschiedlicher Eisenbahner im Zusammenhang mit der Zugsicherung. Ein deutscher Personenwagen mit Gasbeleuchtung, der in einem der Züge mitlief, geriet dabei in Brand. 15 Menschen starben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Unter den Toten befand sich auch der ehemalige deutsche Vizekanzler und Reichsminister Karl Helfferich. Als Folge des Unfalls wurden Wagen mit Gasbeleuchtung in der Schweiz verboten und die Entwicklung der Integra-Signum-Zugsicherung angestoßen.
  • Iserlohn (Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (3-2).svg Deutsches Reich) – Entgleisung: Am 17. Juni 1924 entgleiste ein Triebwagen der Iserlohner Kreisbahn auf der Strecke zwischen Iserlohn und Letmathe in einer Kurve am Ende einer Gefällestrecke aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Der Triebwagen kollidierte mit einem Baum und wurde dabei völlig zerstört. 26 Menschen starben, darunter der Fahrer, und mindestens 43 wurden verletzt. Dies war der schwerste Straßenbahnunfall in Deutschland.
  • Montgomery (heute Sahiwa in Pakistan) (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) – Zusammenstoß: 29. August 1924 – 107 Menschen starben, 104 wurden darüber hinaus verletzt, als nach einem Fehler des Fahrdienstleiters zwei Personenzüge kollidierten.<ref>Semmens, S. 75.</ref>
  • San José (Costa RicaDatei:Flag of Costa Rica.svg Costa Rica) – Entgleisung: 14. März 1926 – Der überfüllte Zug entgleiste in der Kurve unmittelbar vor der Brücke über den Río Virilla in Costa Rica wegen einer unzureichend befestigten Schiene. Ein Wagen stürzte mehr als 60 Meter in die Tiefe. 248 Menschen starben, 93 wurden verletzt.
  • Rickentunnel (SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz) – Tunnelunfall: 4. Oktober 1926 – In dem 8,6 km langen Rickentunnel zwischen Wattwil und Kaltbrunn kam infolge mangelnder Dampfentwicklung ein Güterzug zum Stehen. Grund war die mangelhafte Qualität der Briketts, die als Heizmaterial für die Dampflokomotive verwendet wurden, und das Fehlen einer Entlüftung im Tunnel. Die sechs Beamten auf dem Zug erstickten an Kohlenstoffmonoxid, ebenso drei Eisenbahner der ersten Rettungsmannschaft. Die Strecke wurde darauf innerhalb eines halben Jahres elektrifiziert.
  • Buir (Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (3-2).svg Deutsches Reich) – Entgleisung eines Schnellzugs: 25. August 1929 – Der D 23 Paris Gare du NordWarschau entgleiste bei der Einfahrt in den Bahnhof Buir an der Bahnstrecke Köln–Aachen, als er mit 100 km/h statt den zulässigen 50 über den abzweigenden Strang einer Weiche fuhr. Der Lokführer war nicht korrekt über die außerplanmäßige Einfahrt in ein Überholgleis unterrichtet worden und das entsprechende Signal nur schwer zu erkennen. 13 Reisende wurden getötet, 40 verletzt. Infolge des Unfalls wurden die Verzeichnisse über vorübergehende Langsamfahrstellen (La) und dreibegriffige Vorsignale eingeführt.
Datei:Reza Shah train.jpg
Reza Schah Pahlavi und der damalige Kronprinz und spätere Schah Mohammad Reza Pahlavi am Fenster eines Salonwagens
  • Gorgor (Iran 1925Datei:State flag of Iran (1933–1964).svg Iran) – Baustellenunfall: 10. Januar 1930 – Ende 1929 war der Bau der Transiranischen Eisenbahn so weit fortgeschritten, dass Reza Schah Pahlavi den fertiggestellten Abschnitt befahren wollte. Auf der Rückfahrt von Bandar Shahpur nach Dezful entgleiste der kaiserliche Salonwagen mehrfach. Ursache war das durch anhaltende und heftige Regenfälle aufgeweichte Gleisbett. Die Reise endete vorzeitig in Ahwaz, wo der Schah bis zum 25. Januar festsaß. Die persische Regierung warf daraufhin die bauausführende US-amerikanische Firma Henry Ulen & Company aus dem Projekt und führte es in eigener Regie fort.

1931–1940

  • Luzern (SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz) – Zusammenstoß: Am 13. Dezember 1932 stieß der Regionalzug Luzern–Meggen mit dem internationalen Schnellzug Stuttgart–Zürich–Luzern im Gütschtunnel vor Luzern zusammen. Dabei wurden sechs Menschen getötet und über zehn Personen verletzt. Dieser Unfall bewirkte die schweizweite Einführung der Integra-Signum-Zugsicherung.
  • Tadakuma (Japan 1870Japan Japan) – Technisches Versagen: 16. April 1936 – Riss des Zugseils einer Standseilbahn und Versagen der Notbremsen. 52 Menschen starben, 28 wurden darüber hinaus verletzt und zwei Menschen vermisst.
  • Tengchatang (China Republik 1928Datei:Flag of the Republic of China.svg China) – Rangierunfall: 22. Oktober 1936 – In einer Steigung abgestellte Wagen rollten diese hinunter, während ein Zug die Strecke ohne Freigabe bergauf befuhr. 60 Menschen starben, 100 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Shinchow<ref group="Anm.">Der genaue Unfallort konnte anhand der Quelle (Semmens, S. 94) nicht identifiziert werden.</ref> (China Republik 1928Datei:Flag of the Republic of China.svg China) – Entgleisung: 3. Januar 1938 – Ein Zug von Kanton (heute: Guangzhou) nach Hankow (heute: Wuhan) entgleiste, als der Oberbau nachgab. Mehr als 100 Tote und Verletzte waren die Folge.<ref>Semmens, S. 94.</ref>
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Milokang (China Republik 1928Datei:Flag of the Republic of China.svg China) – Unbekannte Ursache: 16. Mai 1938 – Der Frontalzusammenstoß eines Personenzuges bei Milokang, Hunan, der von Wuhan nach Kanton unterwegs war, mit einem Güterzug, der in der Gegenrichtung verkehrte, forderte mehr als 100 Menschenleben.<ref>NN: 200 dead in China rail smash. The Singapore Free Press and Mercantile Advertiser vom 20. Mai 1938.</ref>
  • Etulia (Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien) – Zusammenstoß: 24. Dezember 1938 – In der Nähe von Etulia in der heutigen Republik Moldau stießen nach einem Fahrdienstleiterfehler zwei Personenzüge zusammen. 93 Menschen wurden getötet, 147 verletzt.
  • Barcelona (Spanien Zweite RepublikDatei:Flag of the Second Spanish Republic.svg Spanien) – Kollision von drei Zügen: 11. Februar 1939 – Nach einer ersten Kollision entlief eine Wagengruppe in ein Gefälle und stieß mit einem dritten Zug frontal zusammen. Der Spanische Bürgerkrieg befand sich in seiner Endphase. Entsprechend schlecht ist die Quellenlage zum Ablauf und der Opferzahl: 32 bis 53 Menschen starben, 100 bis 160 wurden verletzt.
  • Peñaranda de Bracamonte (Spanien 1938Datei:Flag of Spain (1938 - 1945).svg Spanien) – Explosionskatastrophe: 9. Juli 1939 – Vielleicht durch einen Heißläufer verursacht, explodierte Sprengstoff, der in einem Güterzug transportiert wurde, bei der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof von Peñaranda de Bracamonte, Provinz Salamanca, genau in dem Moment, als der Zug an einer Güterhalle vorbeifuhr, in der ebenfalls Sprengstoff und Munition gelagert war. Mehr als 100 Menschen starben, 1500 weitere wurden verletzt.
Datei:Genthin Denkmal 1939.jpg
Denkmal für den Eisenbahnunfall im Bahnhof Genthin
Datei:Ajikawaguchi derail 1940.jpg
Eisenbahnunfall in Ajikawaguchi, Osaka, im Januar 1940
  • Osaka (Japan 1870Japan Japan) – Entgleisung und Brand: 29. Januar 1940 – Auf dem Bahnhof Ajikawaguchi in Osaka geriet ein verunfallter Vorortzug in Brand. 190 Reisende wurden getötet. Dies war der Eisenbahnunfall mit der höchsten Zahl von Todesopfern in Japan.

1941–1950

  • Akola (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) – Zusammenstoß: 3. Juni 1943 – Zusammenstoß eines Schnellzugs von Bombay (heute: Mumbai) nach Kalkutta (heute: Kolkata) mit einem Güterzug, wobei zwei Personen- und der Speisewagen zertrümmert wurden. 50 Menschen starben, 100 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 108.</ref>
  • Tsuchiura (Japan 1870Japan Japan) – Zweifacher Auffahrunfall: 29. Oktober 1943 – Aufgrund defekter Zugsicherungsanlagen im Bahnhof Tsuchiura an der Jōban-Linie geriet eine Gruppe von Güterwagen beim Rangieren auf das Durchgangsgleis und wurde dort von einem zweiten Güterzug gerammt. In die Trümmer fuhr ein Personenzug. 57 Menschen starben, 77 wurden verletzt.
  • Torre del Bierzo (Spanien 1938Datei:Flag of Spain (1938 - 1945).svg Spanien) – Bremsversagen: 3. Januar 1944 – Dem Nachtschnellzug von Madrid nach A Coruña versagten die Bremsen und er fuhr im Gefälle in einem Tunnel beim Bahnhof Torre del Bierzo auf einen rangierenden Zug auf. Die hölzernen Reisezugwagen wurden zertrümmert und fingen durch ausströmendes Beleuchtungsgas Feuer. Ein bergwärts fahrender Güterzug, der Kohle geladen hatte, fuhr in die Trümmer. Die trotz Pressezensur offiziell genannte Zahl der Toten betrug 78. Heutige Schätzungen benennen 200 bis 250 Tote. Es können aber auch mehr als 500 gewesen sein.
  • Balvano (Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Königreich Italien) – Kohlenmonoxidvergiftung: 3. März 1944 – Aufgrund kriegsbedingt zur Verfügung stehender Kohle mit geringem Brennwert blieb ein auf der Bahnstrecke Battipaglia–Metaponto bergwärts fahrender Güterzug im 1,7 km langen Armi-Tunnel, der eine Steigung von 14 ‰ aufweist, liegen. Mit dem vorwiegend aus unbeladenen Flachwagen bestehenden Güterzug reisten etwa 650 Schwarzfahrer. Mehrere hundert von ihnen und das Zugpersonal (die Zahlen variieren zwischen 402 und 549 Toten) starben an Kohlenstoffmonoxidvergiftungen.
  • Craiova (Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien) – Zusammenstoß: 2. November 1944 – Zusammenstoß eines Militär- und eines Güterzugs. 60 Menschen starben, 100 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 112.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.

  • Wiesau (Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich) – Zusammenstoß zweier Züge: 23. November 1944 – Der Güterzug 6395, mit dem 400 Häftlinge aus dem KZ Flossenbürg transportiert wurden, stieß in der Nähe von Wiesau mit einem anderen Zug zusammen. Die Häftlinge sollten in das KZ-Außenlager Leitmeritz zur Zwangsarbeit in einer geheimen Rüstungsfabrik gebracht werden (U-Verlagerung Richard der Elsabe AG). Gegen die Kälte waren die Böden der Häftlings-Güterwagen mit Stroh bedeckt und in den Wagen befanden sich Kanonenöfen – bei den von außen fest verschlossenen umstürzenden Waggons eine tödliche Falle. 52 Häftlinge, vier SS-Wachmänner sowie ein Reichsbahnangehöriger (Heizer) wurden getötet und es gab zahlreiche schwer Verletzte. Bisher ist kein KZ-Häftling aus dem Transport bekannt, der das Kriegsende überlebt hat und von dem Unfall berichten konnte. Erst im Jahr 2012 wurde nach fast 70 Jahren die geheime Transportliste des Zugs entdeckt.<ref>Bericht auf onetz vom 26. November 2012* abgerufen am 9. Dezember 2017.</ref>
Datei:Barwałd Średni-obelisk katastrofy.jpg
Gedenkstein an den Eisenbahnunfall bei Barwałd Średni, 1944
  • Yokohama (Japan 1870Japan Japan) – Auffahrunfall: 26. Dezember 1944 – Ein Vorortzug fuhr auf einen anderen, stehenden Vorortzug auf der Keikyu-Linie im Bahnhof Tsurumi auf. Mindestens 53 Menschen starben und 94 wurden verletzt.
  • Cazadero (Mexiko 1934Datei:Flag of Mexico (1934-1968).svg Mexiko) – Auffahrunfall: 1. Februar 1945 – In Cazadero im Bundesstaat Querétaro fuhr ein Zug auf einen haltenden Zug auf. Beide brachten Besucher zu einem Festival. 127 Menschen starben.<ref name="Semmens115">Semmens, S. 115.</ref>
  • Yamagami-Tunnel (Japan 1870Japan Japan) – Tunnelunfall: 22. August 1945 – Im 2. Yamagami-Tunnel auf der Hisatsu-Linie blieb ein Zug mit demobilisierten Soldaten in einer Steigung liegen. Um den Rauchgasen der Dampflokomotiven zu entgehen, verließen viele der Soldaten den Zug. Als dieser in dem eingleisigen Tunnel zurücksetzte, kamen 53 Menschen ums Leben.
  • Hachiōji (Japan 1870Japan Japan) – Frontalzusammenstoß: 27. August 1945 – Zwei Züge stießen zwischen den Bahnhöfen Komiya und Hachiōji nach einer Signalstörung und Fehlern der Fahrdienstleiter auf einer Brücke frontal zusammen und stürzten in den Fluss. 105 Menschen starben, 67 wurden verletzt.
  • Bhagauli<ref group="Anm.">Nach Semmens, S. 117: „77 km von Lucknow“.</ref> (Britisch-IndienDatei:British Raj Red Ensign.svg Britisch-Indien) – Frontalzusammenstoß: 4. März 1946 – Der Dehra Dun-Express und ein Güterzug stießen zusammen. 60 Menschen starben, 84 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 117.</ref>
  • Shaochi-Brücke (China Republik 1928Datei:Flag of the Republic of China.svg China) – Entgleisung und Absturz von einer Brücke: 30. Mai 1946 – Beim Befahren der Brücke über einen Fluss entgleiste ein aus Kanton kommender Zug der Canton-Hankow Railway etwa 90 km südlich von Hengyang, in der Provinz Hunan, auf das er zu fuhr. Die Lokomotive und vier Wagen stürzten in den Fluss. Mindestens 90 Menschen kamen ums Leben, 60 weitere wurden darüber hinaus verletzt.<ref>NN: Ninety Killed In Train Smash. In: The Straits Times v. 4. Juni 1946, S. 1.</ref><ref>NN: Mai 1946. In: L’encyclopédie des milliers de termes expliqués. Hier wurde der Name der Eisenbahngesellschaft mit dem Fahrziel des Zuges verwechselt.</ref>
Datei:Hachiko Line Rail Accident in 1947.JPG
Entgleister Zug auf der Hachikō-Linie
  • Hannō (Japan 1870Japan Japan) – Entgleisung: 25. Februar 1947 – Auf der Hachikō-Linie, in der Präfektur Saitama in Japan, zwischen den Bahnhöfen Higashi-Hannō und Komagawa, etwa 30 km westlich von Tokio, entgleiste in einer Kurve in einem Gefälle von 20 ‰ ein Personenzug wegen überhöhter Geschwindigkeit. Vier Wagen stürzten um. 184 Reisende wurden getötet, 495 wurden verletzt.
  • Xindian (TaiwanDatei:Flag of the Republic of China.svg Taiwan) – Explosion und Brand: 29. Mai 1948 – Nach einer Explosion blieb ein brennender Zug auf einer Brücke liegen. Die Menschen im Zug sprangen zum Teil in den Fluss und ertranken. Wahrscheinlich 64 Menschen kamen ums Leben, die exakte Zahl wurde nicht festgestellt.
  • Ankara (TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei) – Entgleisung: 28. Oktober 1948 – Ein Sonderzug mit Angehörigen der Volkspartei, die an den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Türkischen Republik teilnehmen wollten, entgleiste kurz vor Ankara. 100 Menschen starben, 150 wurden darüber hinaus verletzt.<ref name="Semmens124">Semmens, S. 124.</ref>
  • Sambhu<ref group="Anm.">Sambhu ist ein Bahnhof 17 km vom Bahnhof Ambala Cantonment Junction entfernt an der Bahnstrecke Ambala–Attari.</ref> (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Prellbocküberfahrt: 24. November 1948 – Ein Zug mit moslemischen Flüchtlingen aus Ambala Cantonment wurde im Bahnhof von Sambhu auf ein Stumpfgleis geleitet<ref group="Anm.">Die Angabe bei Semmens, S. 124, dass Sambhu ein Kopfbahnhof sei, ist unzutreffend. Es ist ein Durchgangsbahnhof.</ref>, überfuhr einen Prellbock und entgleiste. 171 Menschen starben, 300 wurden darüber hinaus verletzt.<ref name="Semmens124" />
  • Midway / Langlaate (Sudafrika 1928Datei:Flag of South Africa (1928-1982).svg Südafrikanische Union) – Doppelter Auffahrunfall: 28. April 1949 – Ein Zug des Vorortverkehrs von Johannesburg hielt vor einem „Halt“ zeigenden Signal. Ein weiterer Zug musste deshalb hinter ihm halten. Ein dritter Zug fuhr auf und schob dabei den zweiten Zug in den vorderen hinein. 70 Menschen starben, 166 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 125.</ref>
  • Sirhind (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Zusammenstoß: 29. Januar 1950 – Zusammenstoß zwischen einem Schnellzug und einem Güterzug. 63 Menschen starben.<ref>Semmens, S. 126.</ref>

1951–1960

  • Woodbridge (New Jersey, Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Vereinigte Staaten) – Entgleisung im Baustellenbereich: 6. Februar 1951 – Ein mit 1100 Reisenden besetzter, übervoller Pendlerzug fuhr in der Gemeinde Woodbridge, New Jersey, mit weit überhöhter Geschwindigkeit in eine Baustellenumfahrung ein. 85 Tote und etwa 500 Verletzte waren die Folge. Ursache war ein Fehler des Lokomotivführers.
Datei:Sakuragicho Train Fire 1951.jpg
Der brennende erste Wagen des Zuges im Bahnhof Sakuragichō in Yokohama
  • Yokohama (Japan 1870Japan Japan) – Brand nach Kurzschluss: 24. April 1951 – Im Bahnhof Sakuragichō in Yokohama kam ein Nahverkehrs-Triebwagen mit einem herabhängenden, spannungsführenden Draht der Oberleitung in Berührung. Der folgende Kurzschluss führte zum Brand des ersten Wagens des Zuges. 106 Menschen starben, 92 wurden schwer verletzt.
  • Nova Iguaçu (Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien) – Zusammenprall eines Eisenbahnzuges mit einem Tanklastzug: 7. Juni 1951 – Ein voll besetzter Pendlerzug traf auf einen mit Benzin beladenen Tanklastzug, der auf einem niveaugleichen Bahnübergang liegengeblieben war. Dieser explodierte. 54 Menschen starben, 44 wurden verletzt.
  • Piquet Carneiro (Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien) – Entgleisung eines Eisenbahnzuges wegen überhöhter Geschwindigkeit: 17. Dezember 1951 – Mindestens 53 Tote waren die Folge, auch wegen der unzureichenden Rettungsmaßnahmen und der schlechten Erstversorgung an der Unfallstelle.
  • Anchieta (Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien) – Entgleisung und anschließender Zusammenstoß: 4. März 1952 – Zwei alte Wagen in Holzbauart eines völlig überfüllten Personenzuges entgleisten durch einen Schienenbruch und stürzten auf das Gleis für den Verkehr der Gegenrichtung. Ein dort verkehrender Güterzug fuhr unmittelbar darauf in die beiden entgleisten Wagen und zertrümmerte sie. 119 Tote und mindestens 250 Verletzte waren die Folge.
  • Drownino (Sowjetunion 1923Datei:Flag of the Soviet Union (1936–1955).svg Sowjetunion) – Zug stieß mit Pferd zusammen und entgleiste: 6. August 1952 – Bei der Einfahrt in den Bahnhof Drownino rammte ein Personenzug, dessen Kopfscheinwerfer ausgefallen war, nachts ein im Fahrweg stehendes Pferd. Die Lokomotive entgleiste und die nachfolgenden Wagen schoben sich ineinander, wobei 109 Menschen ums Leben kamen und 211 verletzt wurden.
Datei:Harrow and Wealdstone train crash.jpg
Die Unfallstelle im Bahnhof Harrow & Wealdstone
  • Harrow & Wealdstone (England, Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Dreifachzusammenstoß und Brückeneinsturz: 8. Oktober 1952 – Ein Schnellzug von Perth zum Bahnhof Euston, London, missachtete das in Haltlage stehende Einfahrsignal des Bahnhofs Harrow & Wealdstone und fuhr auf einen am Bahnsteig stehenden Pendlerzug auf. Wenige Sekunden später fuhr der Expresszug von London nach Liverpool und Manchester in die Trümmer, entgleiste ebenfalls und brachte eine Fußgängerüberführung zum Einsturz. Beim schwersten Eisenbahnunfall in Großbritannien in Friedenszeiten starben 112 Menschen, 340 wurden verletzt.
  • Tangiwai (NeuseelandDatei:Flag of New Zealand.svg Neuseeland) – Zug stürzt in Fluss: 24. Dezember 1953 – In Neuseeland starben 151 Menschen, als eine Brücke über den Whangaehu-Fluss durch einen Lahar – einen vulkanischer Schlammstrom – weggerissen wurde. Dieser hatte seinen Ursprung im Kratersee des Vulkans Mount Ruapehu, als ein Wall aus Eis und Gestein brach. Minuten nach dem Einsturz der Brücke passierte der Nachtschnellzug von Wellington nach Auckland die Stelle und die vordere Hälfte des Zuges stürzte in den Schlammstrom. Einige der Opfer wurden niemals gefunden. :
  • Šakvice (TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei) – Auffahrunfall: 24. Dezember 1953 – Auf der Strecke BrnoBřeclav fuhr ein Schnellzug auf einen stehenden Personenzug auf, nachdem das betrunkene Lokpersonal ein haltzeigendes Signal überfahren hatte. 103 Menschen starben, weitere 83 wurden verletzt.
  • Braudabad (PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan) – Zusammenstoß: 21. Januar 1954 – Ein Schnellzug, in dem auch der damalige pakistanische Außenminister, Muhammad Zafrullah Khan, reiste, fuhr zwischen den Bahnhöfen Braudabad und Jhimpir auf einen entgleisten Kesselwagen auf, der eine brennbare Flüssigkeit transportierte. Schnellzug und Güterzug gerieten in Brand. 60 Menschen starben.<ref>Semmens, S. 152.</ref>
  • Fabrica (Philippinen 1944Datei:Flag of the Philippines (navy blue).svg Philippinen) – Zusammenstoß mit entlaufenen Wagen und Brückeneinsturz: 2. September 1954 – Entlaufene Güterwagen trafen in der Nähe des Ortes Fabrica im Norden der Insel Negros, Philippinen auf einen Güterzug, der gerade eine Brücke befuhr. Die Brücke stürzte ein, fünf Wagen stürzten in die Tiefe. 82 Menschen starben, viele der Überlebenden wurden verletzt.
  • Kazipet (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Brückeneinsturz: 28. September 1954 – Eine Brücke, deren Fundamente unterspült waren, stürzte ein, als ein Zug sie befuhr. 139 Menschen starben, über 100 weitere wurden verletzt.
  • San Bernando<ref group="Anm.">– Der Unfallort, er soll 19 km von Santiago de Chile entfernt gelegen haben, ist nicht zuzuordnen. Vermutlich liegt bei der Quelle (Semmens, S. 154) ein Schreibfehler vor: „San Fernando“ oder „San Bernardo“ wären plausibel, sind aber auch nicht zuzuordnen.</ref> (ChileDatei:Flag of Chile.svg Chile) – Auffahrunfall
17. Juli 1955 – In dichtem Nebel fuhr ein Schnellzug auf einen haltenden, vorausfahrenden Zug auf. 30 bis 70 Menschen kamen ums Leben.<ref name="Semmens154" />
  • Gomez Palacio (Mexiko 1934Datei:Flag of Mexico (1934-1968).svg Mexiko) – Kollision von Zug und zwei Lastkraftwagen: 23. September 1955 – Ein Zug befuhr einen Bahnübergang, dem sich auf der Straße zwei Lkw näherten, von denen jeder 4,5 Tonnen Dynamit geladen hatte. Der Zusammenstoß forderte mindestens 65 Tote und 100 Verletzte.
  • Kalkutta (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Brückenunfall: 24. Juli 1957 – Ein Zug verunglückte bei Kalkutta. Dabei starben 59 Menschen, weitere wurden verletzt.<ref name="Bhatt1">S. C. Bhatt u. a. (Hrsg.): Land and people of Indian states and union territories. Bd. 29: West Bengal. Delhi 2006, ISBN 81-7835-385-7, S. 514.</ref>
  • Kendal, (Jamaika 1957Datei:Flag of Jamaica (1957–1962).svg Jamaika) – Entgleisung nach Bremsversagen: 1. September 1957 – Ein verstellter Absperrhahn an der Bremsanlage führte zu einem Bremsversagen, so dass ein völlig überfüllter Zug beim Durchfahren eines Bogens aus dem Gleis getragen wurde. 179 Tote und etwa 700 Verletzte waren die Folge.
  • Sahiwal (Montgomery) (PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan) – Zusammenstoß: 29. September 1957 – Ein Schnellzug fuhr auf einen Ölzug auf. Mindestens 250 Tote waren die Folge.
  • Ibadan (Nigeria 1914Datei:Flag of Nigeria (1914–1952).svg Nigeria) – Gleisverwerfung: 29. September 1957 – Durch einen verstopften Durchlass staute sich eine große Menge Wasser an einem Bahndamm, weichte ihn auf und verursachte eine Gleisverwerfung. Ein darüber fahrender Personenzug entgleiste. 66 Menschen starben, 122 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Istanbul (TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei) – Frontalzusammenstoß nach Fahrdienstleiterfehler: 21. Oktober 1957 – Ein westwärts fahrender Simplon-Orient-Express kollidierte kurz hinter Istanbul mit einem entgegenkommenden Nahverkehrszug. 89 Menschen starben, mindestens 100 wurden verletzt. Der Fahrdienstleiter hatte beide Züge zugleich in die eingleisige Strecke einfahren lassen.
  • Lewisham (England, Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Auffahrunfall und Brückeneinsturz: 6. Dezember 1957 – Ein Zug überfuhr im Nebel ein haltzeigendes Signal und fuhr auf einen Zug, der seinerseits vor einem haltzeigenden Signal stand, auf. 90 Menschen starben und 173 wurden verletzt. Die entgleisenden Fahrzeuge zerstörten den Pfeiler einer Überführung, die daraufhin zusammenbrach.
  • Mangueira (Rio de Janeiro), (Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien) – Frontalzusammenstoß: 4. März 1958 – Aufgrund eines Signalfehlers stießen zwei Pendlerzüge zusammen. 128 Tote und 300 Verletzte waren die Folge.
  • Minino (Sowjetunion 1923Datei:Flag of the Soviet Union (1936–1955).svg Sowjetunion) – Auffahrunfall: 2. Juni 1959 – Aufgrund eines falsch gestellten Signals fuhr in der Nähe des Bahnhofs Minino ein schwerer Güterzug auf das Ende eines stehenden Personenzuges. Der Auffahrunfall ereignete sich neben einem Tanklager, das dabei in Brand geriet, der auch auf den Zug übergriff. 56 Kinder starben.
  • Leipzig (Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik) – Frontalzusammenstoß zweier Züge: 15. Mai 1960 – Nördlich des Bahnhofs Leipzig Hauptbahnhof stieß aufgrund einer wegen einer Stromversorgungsstörung falsch liegenden Weiche ein einfahrender Eilzug mit einem ausfahrenden Personenzug frontal zusammen. Mindestens 54 Menschen starben und 240 wurden verletzt.
  • Stéblová (TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei) – Zusammenstoß zweier Züge: 14. November 1960 – Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Stéblová stießen ein Dieseltriebwagen und ein mit einer Dampflokomotive bespannter Personenzug im Nebel zusammen. Die Züge gerieten in Brand. Der Unfall forderte 118 Tote und war der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte der Tschechoslowakei.
  • München (Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland) – Flugzeug stürzt auf Straßenbahnzug: 17. Dezember 1960 – Ein US-amerikanisches Militärflugzeug stürzt in der Münchner Innenstadt ab und trifft dabei einen Straßenbahnzug. 52 Menschen starben. :

1961–1970

  • Catanzaro (Vorlage:ITA-1946) – Entgleisung: 23. Dezember 1961 – Auf dem Fiumarella-Viadukt entgleiste am 23. Dezember 1961 nördlich von Catanzaro in Kalabrien der Anhänger eines Triebwagens auf einer Brücke und stürzte 40 Meter in die Tiefe. 71 Tote und 28 Verletzte waren die Folge.
  • Harmelen (NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande) – Frontalzusammenstoß zweier Züge: 8. Januar 1962 – Ein lokbespannter Schnellzug von Utrecht nach Rotterdam fuhr in der Nähe des Bahnhof Woerden mit etwa 100 km/h frontal auf einen Triebwagen, der von Rotterdam nach Amsterdam unterwegs war, auf. Der Lokführer hatte ein „Halt erwarten“ zeigendes Vorsignal nicht gesehen. Bei dem Unfall starben 91 Menschen und 54 wurden verletzt.
  • Trebbin (Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik) – Verrutschtes Ladegut führte zu Entgleisung und beschädigte weiteren Zug: 1. März 1962 – Von einem Militärzug der Sowjetarmee, der Panzer des Typs T-55 und in sieben oder acht gedeckten Güterwagen Soldaten transportierte, löste sich die Turmarretierung eines Panzers. Das ausschwingende Kanonenrohr beschädigte zunächst einen entgegenkommenden Schnellzug und das dabei abstürzende Fahrzeug brachte dann den eigenen Zug zum Entgleisen. Mehr als 70 Todesopfer werden angenommen.
  • Mikawashima (Japan 1870Japan Japan) – Dreifachentgleisung und -zusammenstoß: 3. Mai 1962 – Im Bahnhof Mikawashima auf der Jōban-Linie in Tokio überfuhr ein Güterzug aus Richtung Tokio ein „Halt“ zeigendes Signal und entgleiste. Ein Triebwagen kollidierte unmittelbar nach dem Unfall mit dem Hindernis und stürzte seinerseits auf das Gleis der Gegenrichtung. Ein weiterer Zug aus der Gegenrichtung fuhr anschließend in die Unfallstelle. 160 Menschen wurden getötet, 296 wurden verletzt. Die Japanische Staatsbahn (JNR) revidierte aufgrund dieses Unfalls in den folgenden Jahren ihre Zugsicherung grundlegend.
  • Voghera (Vorlage:ITA-1946) – Auffahrunfall: 31. Mai 1962 – Ein Güterzug überfuhr nachts ein haltzeigendes Signal und fuhr nahezu ungebremst auf einen im Bahnhof Voghera haltenden Personenzug von Mailand nach Genua auf. 64 Menschen starben, 36 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Yokohama (Japan 1870Japan Japan) – Dreifachzusammenstoß nach Entgleisung: 9. November 1963 – Zwischen den Bahnhöfen Tsurumi und Shinkoyasu in Yokohama entgleiste der Wagen eines Güterzuges und geriet auf das Nachbargleis. Ein Personenzug fuhr nur Sekunden später in das Hindernis und stürzte, als er ebenfalls entgleiste, auf einen parallel fahrenden dritten Zug. 162 Menschen starben bei dem Unfall, weitere 120 wurden verletzt.
  • Custóias (PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal) – Entgleisung: 26. Juli 1964 – Das Schlussfahrzeug eines überbesetzten, zweiteiligen Dieseltriebwagens entgleiste bei Custóias in einem Einschnitt und wurde zertrümmert. 104 Menschen starben, 121 wurden verletzt.
  • Langhagen (Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik) – Kollision eines Zuges mit einem entgleisten Zug: 1. November 1964 – Wagen eines entgleisten Kieszuges ragten in das Lichtraumprofil eines zweiten Gleises, das kurz darauf ein Schnellzug befuhr. 44 Menschen starben.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.

  • Bombay-Matunga (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Frontalzusammenstoß: 13. Juni 1966 – Aufgrund des Versagens der Signalanlage während eines heftigen Monsun-Regens stießen zwei Vorortzüge im Bahnhof Matunga in Bombay (heute: Mumbai) frontal zusammen. 57 Menschen starben, über 100 weitere wurden verletzt.
Datei:Bundesarchiv Bild 183-F0706-0041-001, Langenweddingen, Eisenbahnunglück.jpg
Eisenbahnunfall in Langenweddingen
  • Langenweddingen (Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik) – Kollision mit Tanklaster: 6. Juli 1967 – Im zwölf Kilometer südlich von Magdeburg gelegenen Dorf Langenweddingen stieß infolge einer Störung an einem beschrankten Bahnübergang ein Zug mit einem Tanklaster zusammen, der explodierte. Nach offiziellen Angaben kamen 94 Menschen ums Leben. Der Unfall war der schwerste Eisenbahnunfall in der DDR. In der Folge wurde festgelegt, dass wärterbediente Schranken vor der Zulassung einer Zugfahrt zu schließen waren. Außerdem mussten danach Busse und gefahrguttransportierende Lkw vor Übergängen generell halten.
  • Hither Green (England, Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – Entgleisung nach Schienenbruch: 5. November 1967 – Ein Schnellzug entgleiste wegen eines Schienenbruchs südlich des Bahnhofs Hither Green im südlichen London. 49 Tote und 78 Verletzte waren die Folge. Unter den Überlebenden befand sich Robin Gibb, der Sänger der Bee Gees, und seine künftige Frau Molly Hullis.
  • Mende (Ungarn) – Zusammenstoß: 22. Dezember 1968 – 43 Menschen wurden getötet und über 60 verletzt, als ein auf das falsche Streckengleis geleiteter Personenzug mit einem entgegenkommenden Güterzug zusammenstieß.
  • Jajpur Road (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Auffahrunfall: 14. Juli 1969 – Ein Güterzug fuhr im Bahnhof Jajpur Keonjhar Road auf einen dort stehenden Personenzug auf. 85 Menschen starben.
Datei:Accidente ferroviario de Benavídez de 1970.jpg
Unfall von Benavídez, Argentinien
  • Benavídez (Vorlage:ARG-1861) – Auffahrunfall: 1. Februar 1970 – Auf einen wegen technischer Probleme liegengebliebenen Regionalzug, dessen Besatzung es versäumte, ihn nach hinten zu sichern, fuhr ein Fernzug mit erheblicher Geschwindigkeit auf. 142 bis 236 Tote werden je nach Quelle genannt. Dies war der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Argentiniens.
  • Langa Langa (NigeriaDatei:Flag of Nigeria.svg Nigeria) – Entgleisung: 16. Februar 1970 – Der vordere Teil eines stark besetzten Personenzugs entgleiste. Etwa 150 Menschen starben.

1971–1980

  • Aitrang (Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland) – Entgleisung mit anschließendem Auffahrunfall: 9. Februar 1971 – Auf der Fahrt von München nach Zürich durchfuhr der TEE 56 „Bavaria“, ein Dieseltriebzug der Baureihe RAm der SBB, auf der Bahnstrecke Buchloe–Lindau nach dem Bahnhof Aitrang einen Rechtsbogen mit 130 km/h, der nur für 80 km/h zugelassen war – der Grund konnte nie sicher geklärt werden. Der Zug entgleiste und kurze Zeit später fuhr ein aus der Gegenrichtung kommender Schienenbus in die Unfallstelle. 28 Menschen kamen ums Leben, 42 wurden verletzt. Unter den Toten befand sich der Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel.
  • Radevormwald (Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland) – Schienenbus prallt gegen Güterzug: 27. Mai 1971 – Auf der eingleisigen Wuppertalbahn stieß nördlich des Bahnhofs Dahlerau ein Schienenbus, der als Sonderzug unterwegs war, mit einem Güterzug frontal zusammen. 46 Menschen, davon 41 Schülerinnen und Schüler einer Abschlussklasse aus Radevormwald, starben, 25 Menschen wurden darüber hinaus schwer verletzt. Der Fahrdienstleiter in Dahlerau gab an, Rot signalisiert, der Lokführer, Grün gesehen zu haben. Da Sprechfunk in beiden Zügen nicht zur Verfügung stand, konnte der Unfall nicht mehr verhindert werden. In der Folge wurde in Deutschland die Ausrüstung mit Bahnfunk vorangetrieben.
  • Jessore (BangladeschDatei:Flag of Bangladesh.svg Bangladesch) – Kollision: 2. Juni 1972 – Ein Personen- und ein Güterzug stießen bei Jessore zusammen. 76 Menschen starben, mehr als 500 wurden darüber hinaus verletzt.<ref name="Semmens178">Semmens, S. 178.</ref>
  • Vierzy (FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich) – Tunneleinsturz: 16. Juni 1972 – Bei der Zugbegegnung zweier Triebwagen im Tunnel von Vierzy verunglückten die Züge und der Tunnel stürzte teilweise ein. 108 Menschen starben und 111 wurden darüber hinaus verletzt.
  • El Cuervo (Spanien 1945Datei:Flag of Spain (1945 - 1977).svg Spanien) – Frontalzusammenstoß: 21. Juli 1972 – Ein Nachtschnellzug von Madrid nach Cádiz und ein Schienenbus stießen zwischen den Bahnhöfen El Cuervo und Lebrija frontal zusammen, nachdem der Führer des Schienenbusses ein haltzeigendes Signal überfahren hatte. 86 Menschen starben und 112 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Saltillo (MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko) – Entgleisung und Brand: 5. Oktober 1972 – Ein Zug, aus einer Garnitur in mangelhaftem Zustand gebildet, beförderte 2200 Pilger. Als die Bremsen in einem starken Gefälle versagten, entgleiste er mit überhöhter Geschwindigkeit in einem Bogen. Die Trümmer gerieten in Brand. Mindestens 230 Reisende wurden getötet, darüber hinaus mehr als 1000 verletzt.
  • London (England, Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich) – U-Bahn-Zug kollidiert mit Tunnelabschluss: 28. Februar 1975 – Ohne zu bremsen, fuhr ein U-Bahn-Zug im Bahnhof Moorgate in einem Stumpftunnel gegen die abschließende Wand. Die Ursache blieb ungeklärt. 43 Personen starben, 74 wurden darüber hinaus verletzt. Als Konsequenz wurde in derartigen betrieblichen Situationen eine Anlage zur Zwangsbremsung eingebaut, die „Moorgate Control“.
  • Granville (AustralienDatei:Flag of Australia (converted).svg Australien) – Entgleisung: 18. Januar 1977 – Aufgrund mangelhaften Oberbaus entgleiste die Lokomotive eines mit Pendlern stark besetzten Vorortzuges in Granville, Parramatta unter einer Straßenüberführung. Die Lokomotive kollidierte mit den Brückenpfeilern und die Brücke stürzte auf zwei Wagen des Zuges. 83 Menschen starben, 210 wurden darüber hinaus verletzt. Dies war der folgenschwerste Eisenbahnunfall und der schwerste Unfall in Friedenszeiten überhaupt in der Geschichte Australiens.
  • Naini (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Auffahrunfall: 10. Oktober 1977 – Ein Personenzug fuhr im Bahnhof von Naini<ref group="Anm.">Naini liegt bei Prayagraj.</ref> auf einen Güterzug auf. Mehr als 61 Menschen starben, 151 wurden verletzt.<ref>Semmens, S. 184.</ref>
  • Sa Pereira (Vorlage:ARG-1861) – Zusammenstoß mit Lkw: 25. Februar 1978 – Der Estrella del Norte von San Miguel de Tucumán nach Buenos Aires mit 2130 Reisenden prallte bei Sa Pereira in der Provinz Santa Fe mit dem Anhänger eines Lastzuges zusammen. 55 Menschen starben, 56 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Chuadunga-Distrikt (BangladeschDatei:Flag of Bangladesh.svg Bangladesch) – Entgleisung: 26. Januar 1979 – Ein stark besetzter Personenzug entgleiste im Chuadunga-Distrikt und stürzte um. 70 Menschen starben, mehr als 200 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 185.</ref>
  • Otłoczyn (Polen 1980Datei:Flag of Poland.svg Polen) – Frontalzusammenstoß: 19. August 1980 – Aus nie geklärter Ursache verließ ein auf einem Überholungsgleis wartender Güterzug trotz haltzeigendem Ausfahrsignal den Bahnhof Otłoczyn, fuhr eine Weiche auf und auf das Gleis der Gegenrichtung in die Hauptstrecke nach Toruń/Thorn ein. Von dort kam ihm ein Personenzug entgegen. Bei dem Frontalzusammenstoß starben 67 Menschen, 62 Menschen wurden darüber hinaus verletzt.

1981–1990

  • Daegu (Korea Sud 1949Datei:Flag of South Korea (1949–1984).svg Südkorea) – Unfall an Bahnübergang und anschließender Auffahrunfall: 14. Mai 1981 – An einem Bahnübergang in der Nähe von Daegu erfasste ein Schnellzug von Pusan nach Seoul ein Motorrad, bremste und blieb stehen. Ein folgender Nahverkehrszug fuhr auf, entweder weil eine Signalstörung vorlag oder weil der Lokomotivführer des zweiten Zugs ein haltzeigendes Signal überfuhr. 54 Menschen starben.<ref name="Semmens188">Semmens, S. 188.</ref>
  • Gagra (SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion) – Frontalzusammenstoß: 25. Juni 1981 – In dem in Georgien / Abchasien gelegenen Badeort Gagra stießen ein Schnellzug und ein Regionalzug frontal zusammen.<ref group="Anm.">Der Unfall wurde von offizieller Seite verschwiegen. Die Nachrichten dazu beruhen auf Informationen, die damals westliche Korrespondenten in Moskau zusammentrugen (Semmens, S. 188).</ref> Mindestens 70 Menschen starben<ref name="Semmens188" />, weitere 140 wurden verletzt.
  • Bhanwar Tonk (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Auffahrunfall: 7. Juli 1981<ref name="IRblog">Indian Railways – A political Blog.</ref>, 16. Juli 1981<ref name="IndianRail1" /> oder 21. Juli 1981<ref>India Railway Board: Report on Indian Railways. 1981, S. 53.</ref> – Nahe dem Bahnhof Bhanwar Tonk in Madhya Pradesh fuhr ein Güterzug auf den Narmada Express auf. Mindestens 50 Menschen starben, 43 weitere wurden verletzt.<ref>India Railway Board: Report on Indian Railways. 1981, S. 53, gibt 49 Verletzte an.</ref>
  • Bouhalouane (AlgerienDatei:Flag of Algeria.svg Algerien) – Zusammenstoß durch entlaufene Wagen: 27. Januar 1982 – In einer Steigung kuppelte das Personal eines liegengebliebenen Zuges von Oran nach Algier die Lokomotive vom Zug ab. Die Bremsen der Wagen hielten diesen nicht, er rollte bergab und stieß im Bahnhof von Bouhalouane mit einem dort stehenden Güterzug zusammen. 131 Menschen starben, 200 wurden darüber hinaus verletzt.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.

  • Tepic (MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko) – Entgleisung: 12. Juli 1982 – Ein Zug, der von Nogales nach Guadalajara unterwegs war, entgleiste und stürzte in eine Schlucht. 52 Menschen starben, mehr als 120 wurden darüber hinaus verletzt.<ref>Semmens, S. 190.</ref><ref group="Anm.">Aufgrund der Ähnlichkeit eines Teils der Angaben liegt der Verdacht nahe, dass dieser Unfall identisch mit den hier unter Guaymas, 20. Februar 1983, oder Tepic, 4. Mai 1989, aufgeführten ist.</ref>
  • Guaymas (MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko) – Auffahrunfall: 20. Februar 1983 – Auf einen Zug, der von Nogales nach Guadalajara unterwegs war, fuhr in der Nähe von Guaymas ein Güterzug auf und explodierte. 56 Menschen starben, 78 wurden darüber hinaus verletzt.<ref group="Anm.">Aufgrund der Ähnlichkeit eines Teils der Angaben liegt der Verdacht nahe, dass dieser Unfall identisch mit den hier unter Tepic, 12. Juli 1982, oder Tepic, 4. Mai 1989, aufgeführten ist.</ref>
  • Ishwardi (BangladeschDatei:Flag of Bangladesh.svg Bangladesch) – Brückeneinsturz: 22. März 1983 – Eine Brücke in der Provinz Ishwardi stürzte aufgrund mangelnder Bauunterhaltung unter einem darüber fahrenden Zug ein. Mindestens 60 Menschen starben.
  • Chargoon (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Zerstörte Brücke: 16. August 1984 – In der Nähe des Bahnhofs von Chargoon, Madhya Pradesh, wurde durch Hochwasser eine Eisenbahnbrücke weggespült. In diese Lücke fuhr ein Personenzug und stürzte in den Fluss. 56 Menschen starben 120 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Mosambik (MosambikDatei:Flag of Mozambique.svg Mosambik) – Eisenbahnunfall: 2. August 1985 – Bei einem Eisenbahnunfall starben 58 Menschen, 160 wurden darüber hinaus verletzt. Nach Angabe der Regierung war es ein betrieblich bedingter Unfall. Die Guerillas behaupteten einen von ihnen durchgeführten Sabotageakt als Ursache.<ref>Semmens, S. 209.</ref>
  • Limache (ChileDatei:Flag of Chile.svg Chile) – Frontalzusammenstoß: 17. Februar 1986 – Aufgrund einer Reihe von Defekten an der Eisenbahninfrastruktur und dem Versagen des Fahrdienstleiters kam es zwischen den Bahnhöfen Peñablanca und Limache zum Frontalzusammenstoß zweier Triebwagen. Mindestens 58 Menschen starben, darüber hinaus wurden 518 verletzt. Dies war der folgenschwerste Eisenbahnunfall in Chile.
  • Palamau-Distrikt (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Zusammenstoß: 6. August 1986 – Der Schnellzug vom Bahnhof Tatanagar Junction (Jamshedpur) nach Amritsar fuhr auf einen stehenden Güterzug auf, wobei zwei Personenwagen in einen Fluss stürzten. 52 Menschen starben, 35 wurden darüber hinaus verletzt.<ref name="SushmitaSen1" /><ref group="Anm.">Nach Semmens, S. 211, fuhr der Zug auf Güterwagen auf, die sich von einem vorausfahrenden Güterzug gelöst hatten, auch berichtet er von einem Kanal statt eines Flusses.</ref>
  • Chase (Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten) – Zusammenstoß: 4. Januar 1987– Bei einem Zusammenstoß bei Chase, Maryland starben 16 Menschen, weitere 175 wurden verletzt. In der Folge wurden alle Fahrzeuge, die mit dem alten Pulse Code Cab Signaling ausgestattet waren, um eine computerisierte Geschwindigkeitsüberwachung LSL ergänzt sowie verdachtsunabhängige Drogentests für Lokführer eingeführt.
  • São Paulo (Brasilien 1968Datei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Brasilien) – Zusammenstoß: 17. Februar 1987 – Wartungsarbeiten führten zu einer Signal- und Weichenstellung, die zwei überfüllte Pendlerzüge zusammenstoßen ließ. Mehr als 69 Menschen starben, 150 wurden darüber hinaus verletzt.<ref name="Semmens212">Semmens, S. 212.</ref>
  • Kasumbalesa (ZaireDatei:Flag of Zaire (1971–1997).svg Zaire) – Unfall an Bahnübergang: 2. Juli 1987 – An einem Bahnübergang fuhr ein Lkw einem Personenzug in die Flanke und kippte dessen ersten Wagen um, der wiederum zwei weitere Wagen nach sich zum Entgleisen brachte. 128 Menschen starben.<ref name="Semmens212" />
  • Kamensk-Schachtinski (SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion) – Auffahrunfall: 7. August 1987 – Nachdem der größte Teil der Bremsanlage eines schweren Güterzugs außer Funktion gesetzt worden war, beschleunigte dieser in einem langen Gefälle auf mehr als das Doppelte der zulässigen Geschwindigkeit. Die Wagen entgleisten. Die Lok blieb im Gleis und fuhr mit etwa 140 km/h auf einen Personenzug auf, der im Bahnhof von Kamensk-Schachtinski planmäßig hielt. 106 Menschen starben und etwa 100 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Bintaro (IndonesienDatei:Flag of Indonesia.svg Indonesien) – Frontalzusammenstoß: 19. Oktober 1987 – Nach einem Fahrdienstleiterfehler stießen zwischen den Bahnhöfen Kebayoran und Sudimara zwei Personenzüge frontal zusammen. 153 Menschen starben.
  • Paris (Vorlage:FRA-1974) – Auffahrunfall infolge deaktivierter Bremse: 27. Juni 1988 – Nach einer Notbremsung eines aus acht Wagen bestehenden Triebzuges wurden vom Personal versehentlich die Bremsen der hinteren sieben Wagen des Zuges außer Funktion gesetzt. Dieser Fehler wurde erst kurz vor dem Bahnhof Gare de Lyon bemerkt, als der Zug im Gefälle der Einfahrt in den dortigen Tiefbahnhof nicht mehr bremsen konnte und auf einen dort stehenden Zug auffuhr. 56 Menschen starben, 32 weitere wurden schwer verletzt.
  • Tongi (BangladeschDatei:Flag of Bangladesh.svg Bangladesch) – Frontalzusammenstoß: 15. Januar 1989 – Zwei völlig überbesetzte Schnellzüge stießen im Bahnhof von Tongi frontal zusammen. Mindestens 130 Menschen starben.
  • Tepic (MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko) – Bremsversagen: 4. Mai 1989 – Wegen Bremsversagen geriet ein Zug in einer Gefällestrecke außer Kontrolle. In einer Kurve wurden die Lokomotive und drei Wagen aus dem Gleis geworfen und stürzten in eine Schlucht. Je nach Quelle werden 20 bis 52 Todesopfer angegeben.
  • Ascha (SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion) – Gasexplosion: 4. Juni 1989 – Etwa zehn Kilometer südwestlich der Stadt Ascha, in der Nähe von Ufa, explodierte ausströmendes Gas aus einer beschädigten Pipeline in dem Moment, als zwei Personenzüge vorbeifuhren. Mindestens 575 Menschen starben.
  • Guasave (MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko) – Brückeneinsturz: August 1989<ref group="Anm.">Die verschiedenen Quellen nennen den 4., 9. und 10. August.</ref> – Bei Guasave stürzte nach einer Unterspülung eine Brücke ein, als ein Zug sie befuhr. 104 Menschen kamen ums Leben.
  • Moghulsari (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Entgleisung: 1. November 1989 – In der Nähe des Bahnhofs Moghulsari, Uttar Pradesh, entgleisten zehn der 18 Wagen des Toofan-Express. 58 Menschen starben, 60 weitere wurden schwer verletzt.<ref>Semmens, S. 222.</ref>
  • Sangi (PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan) – Auffahrunfall: 4. Januar 1990 – Der Nachtschnellzug „Zakaria Bahauddin“ der Pakistan Railways fuhr im Bahnhof von Sangi auf einen dort in der Überholung stehenden Güterzug auf, weil die Weiche in die Überholung nicht zurückgenommen worden war. 307 Menschen starben, 400–700 (je nach Quelle) wurden darüber hinaus verletzt.
Datei:Rüsselsheim- Zugunglück von Rüsselsheim- Gedenkstein 13.5.2012.JPG
Gedenkstein in der Nähe des Rüsselsheimer Bahnhofs zum Andenken an den Eisenbahnunfall
  • Rüsselsheim (Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland) – Zusammenstoß zweier S-Bahn-Züge: 2. Februar 1990 – Nachdem bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Rüsselsheim eine S-Bahn ein „Halt“ zeigendes Signal überfuhr, kam es trotz Zwangsbremsung zum Frontalzusammenstoß mit einer entgegenkommenden S-Bahn, weil der Durchrutschweg für die erreichte Geschwindigkeit zu kurz war. 17 Menschen starben, 145 Menschen wurden schwer verletzt. In der Folge wurde mit der PZB 90 eine verbesserte Punktförmige Zugbeeinflussung eingeführt.
  • Mangra (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Auffahrunfall: 25. Juni 1990 – Ein Güterzug fuhr in Mangra, Bihar, auf einen Personenzug auf. Dabei starben 60 Menschen.<ref name="SushmitaSen1" />

1991–2000

  • Nacala (MosambikDatei:Flag of Mozambique.svg Mosambik) – Entgleisung: 4. März 1991 – Ein außer Kontrolle geratener Zug entgleist bei Nacala. 96 Menschen starben.<ref name="Semmens223">Semmens, S. 223.</ref>
  • Ghotki (PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan) – Auffahrunfall: 8. Juni 1991 – Ein mit 800 Reisenden besetzter Zug fuhr im Bahnhof von Ghotki auf einen stehenden Güterzug auf. Mehr als 100 Menschen starben.
  • Ngai Ndethya (KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Kenia) – Brückeneinsturz: 30. Januar 1993 – Ein mit 600 Reisenden besetzter Personenzug in Richtung Mombasa stürzte bei Ngai Ndethya in einen Fluss, nachdem die Eisenbahnbrücke weggespült worden war. 65 Menschen starben.
  • Busan (Vorlage:KOR-1984) – Defektes Gleis: 28. März 1993 – Bei der Einfahrt des Schnellzugs von Seoul nach Busan gaben bei der Einfahrt in den Zielbahnhof 30 Meter Gleis nach und acht Wagen entgleisten. 79 Menschen kamen ums Leben.
  • Darbhanga Distrikt, Bihar (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Ohne Angabe der Unfallart: 16. Juli 1993 – 60 Menschen sterben bei einem Eisenbahnunfall.<ref name="IndianRail1" />
  • Ohne genaue Ortsangabe (MosambikDatei:Flag of Mozambique.svg Mosambik) – Entgleisung: 13. September 1993 – Im „Nordteil des Landes“ entgleiste ein Zug. 77 Menschen starben.<ref>Semmens, S. 224.</ref>
  • Chhabra (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Zusammenstoß: 21. September 1993 – Beim Zusammenstoß eines Personen- und eines Güterzuges starben 71 Menschen.
  • Durban (Vorlage:ZAF-1982) – Entgleisung: 8. März 1994 – Bei der Entgleisung eines mit etwa 800 Fahrgästen besetzten Vorortzuges westlich von Durban starben 65 Menschen, 370 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Tolunda (AngolaDatei:Flag of Angola.svg Angola) – Bremsversagen: 22. September 1994 – Aufgrund defekter Bremsen entgleiste ein Zug und stürzte in eine Schlucht. 300 Menschen starben.
  • Firozabad (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Auffahrunfall nach falschem Signal: 20. August 1995 – Aufgrund einer vorzeitig freigegebenen Strecke, auf der ein Zug liegen geblieben war, kam es beim Bahnhof Firozabad zum Zusammenstoß zweier stark besetzter Nachtzüge, die nach Delhi unterwegs waren. 335 Menschen starben.
  • Baku (AserbaidschanDatei:Flag of Azerbaijan.svg Aserbaidschan) – Tunnelbrand der U-Bahn: 28. Oktober 1995 – Wegen eines technischen Defekts in der elektrischen Anlage eines Zuges der Metro Baku geriet der vollbesetzte Zug im Tunnel nahe der Station Ulduz in Brand. Dabei starben 303 Menschen. Die Katastrophe gilt als der folgenschwerste Unfall in der Geschichte der U-Bahn weltweit.
  • Ohne Ort (SambiaDatei:Flag of Zambia.svg Sambia) – Zusammenstoß mit Tanklastzug: 7. Juni 1996 – Ein Tankwagen stieß mit einem Zug zusammen und ging in Flammen auf. 50 Tote waren die Folge.<ref name="RPOnline" />
  • Mirshah (PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan) – Auffahrunfall: 3. März 1997 – Im Bahnhof Mirshah, Punjab, Pakistan stieß der einfahrende Zulfikar Express nach einem Bremsversagen mit einem dort in einem Stumpfgleis stehenden zweiten Zug zusammen. 125 Menschen starben.
  • Champa (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Entgleisung: 14. September 1997 – Mindestens 77 Menschen starben – die unterschiedlichen Angaben reichen bis zu „mehr als 120 Toten“ – als der Ahmedabad-Howrah Express auf einer Brücke entgleiste und einige Wagen in einen Fluss stürzten.
  • Masit (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Auffahrunfall: 5. Januar 1998 – Beim Bahnhof Masit fuhr ein Personenzug auf einen Schnellzug auf, der auf der Strecke liegen geblieben war. Mindestens 51 Menschen starben.
  • Yaoundé (KamerunDatei:Flag of Cameroon.svg Kamerun) – Explosion: 15. Februar 1998 – Nachdem bei Yaoundé ein mit Treibstoff beladener Zug entgleist war, fuhr ein zweiter hinein. Zwei Kesselwagen explodierten. 220 Menschen starben.
Datei:Ice eschede 1.jpg
Eschede – Die hinteren Wagen des ICE schoben sich ineinander.
  • Eschede (DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland) – Entgleisung und Brückeneinsturz: 3. Juni 1998 – Nahe der Stadt Eschede entgleiste ein ICE 1 aufgrund eines gebrochenen Radreifens und kollidierte dabei mit einer Brücke. 101 Menschen kamen ums Leben, 88 weitere wurden schwer verletzt. Es handelt sich um den schwersten Eisenbahnunfall in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
  • Minsk (Belarus 1995Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg Belarus) – Panik: 29. Mai 1999 – 52 Menschen starben und mehr als 150 wurden verletzt, als 2000 Menschen versuchten, gleichzeitig in eine U-Bahn-Station in Minsk zu drängen. Die Menge kam von einem Rock-Konzert, wurde von einem Hagel-Sturm überrascht und versuchte in die U-Bahn-Station zu flüchten. Fallende Menschen wurden niedergetrampelt. Unter den Opfern waren viele Jugendliche und zwei Polizisten.<ref>Terje Andersen: Railroad and Metro Tunnel Accidents.</ref>
  • Zentral-Nigeria (NigeriaDatei:Flag of Nigeria.svg Nigeria) – Zusammenstoß mit Lkw: 18. Dezember 1999 – Auf einem Bahnübergang fuhr ein mit Händlern besetzter Lastwagen in einen Zug: Mindestens 50 Tote waren die Folge.<ref name="RPOnline" />
  • Kaprun (OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich) – Brand im Tunnel: 11. November 2000 – Bei einer Brandkatastrophe im Tunnel der Standseilbahn zum Kitzsteinhorn in Kaprun starben 155 Menschen. Ursache war ein in Brand geratener Heizlüfter. Die anschließende Untersuchung und das strafrechtliche Verfahren kamen zu dem Ergebnis, dass der Fehler nicht vorhersehbar gewesen sei.

21. Jahrhundert

2001–2010

  • Ayyat (AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten) – Explosion einer Gasflasche: 20. Februar 2002 – Nach der Explosion einer Gasflasche in einem überbesetzten Zug von Kairo nach Luxor brennen sieben Wagen der 3. Klasse aus, bevor der Zug im Bahnhof von Ayyat zum Stehen kommt. Dabei starben 383 Menschen.
  • Tenga (MosambikDatei:Flag of Mozambique.svg Mosambik) – Zusammenstoß zwischen Zug und Wagen: 26. Mai 2002 – Vorübergehend abgestellte, mit 600 Reisenden besetzte Wagen setzten sich in einem Gefälle eigenständig in Bewegung und kollidierten mit der Lokomotive, die gerade den Rest des Zuges die Steigung hinaufzog. 192 Tote und 167 Verletzte waren die Folge.
  • Igandu (TansaniaDatei:Flag of Tanzania.svg Tansania) – Zusammenstoß von Personen- und Güterzug: 24. Juni 2002 – Ein an einer Steigung in der Nähe von Dodoma zum Stehen gekommener Personenzug rollte zurück, die Bremsen versagten. Er stieß mit einem Güterzug zusammen, der ebenfalls die eingleisige Strecke befuhr. Mindestens 281 der rund 1.000 Fahrgäste starben.
  • Rafiganj (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Entgleisung: 10. September 2002 – Der Rajdhani Express, der Kalkutta mit Neu-Delhi verbindet, entgleiste auf der Brücke über den Fluss Dhave beim Bahnhof Rafiganj bei Gaya, zwei Wagen stürzten in den Fluss. Mehr als 130 Menschen starben, 50 wurden vermisst, mehr als 150 verletzt. Die offizielle Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Laschen an Schienenstößen entfernt worden waren. Es blieb aber umstritten, ob es ein Anschlag oder ein Unfall aufgrund mangelnder Unterhaltung des Oberbaus war.
  • Dete (SimbabweDatei:Flag of Zimbabwe.svg Simbabwe) – Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften bei defekter Signalanlage: 1. Februar 2003 – Bis zu 50 Menschen starben, als ein mit 1100 Fahrgästen besetzter Personenzug bei Dete mit einem entgegenkommenden Güterzug frontal zusammenstieß. Die Signalanlage war defekt und es wurde gegen Sicherheitsregeln verstoßen, die in einem solchen Fall einzuhalten waren.
  • Nischapur (IranDatei:Flag of Iran.svg Iran) – Ein mit Chemikalien beladener Zug explodiert: 18. Februar 2004 – Ein Güterzug setzte sich führerlos nahe der iranischen Stadt Nischapur (auch Neyschabur) in Bewegung und entgleiste, worauf einige Wagen in Brand gerieten. Während der Löscharbeiten explodierten mehrere Kesselwagen. 320 Menschen starben, vorwiegend Feuerwehrleute, 460 wurden verletzt.
  • Ryongchŏn (Korea NordDatei:Flag of North Korea.svg Nordkorea) – Explosion eines Tankzuges: 22. April 2004 – Nach nordkoreanischen Angaben stießen auf dem Bahnhof von Ryongchŏn gegen 13:00 Uhr Ortszeit ein mit Öl beladener und zwei mit dem Düngemittel Ammoniumnitrat beladene Wagen beim Rangieren zusammen. Dabei soll ein Mast der Oberleitung umgestoßen worden sein und der erzeugte Kurzschluss-Lichtbogen die Explosion des Ammoniumnitrats ausgelöst haben. 161 Menschen kamen ums Leben und 40 % der Stadt wurden zerstört.
  • Hikkaduwa (Sri LankaDatei:Flag of Sri Lanka.svg Sri Lanka) – Vollbesetzter Expresszug wird von Tsunami-Welle erfasst: 26. Dezember 2004 – Der mit rund 2.000 Personen besetzte Express von Vavuniya über Colombo nach Matara auf Sri Lanka wurde 20 Kilometer vor der Stadt Galle beim Ort Hikkaduwa von der durch das Erdbeben im Indischen Ozean 2004 ausgelösten 10 m hohen Tsunami-Welle erfasst und von den Gleisen gerissen. Lediglich etwa 150 Personen wurden gerettet, ungefähr 1800 Menschen starben, die meisten ertranken. Dies gilt als der schwerste Eisenbahnunfall weltweit.
Datei:Graniteville derailment, aerial overview.jpg
Luftaufnahme des Unfalls von Graniteville
  • Graniteville (South Carolina, Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten) – Auffahrunfall eines Güterzugs auf einen zweiten: 6. Januar 2005 – Durch eine falsch gestellte Weiche fuhr in der Nähe der Stadt Graniteville in South Carolina ein Güterzug auf einen zweiten auf. Aus der Ladung entweichendes Chlor tötete 9 Menschen. Bei rund 250 Bewohnern kam es zu Atemwegsschädigungen. 5400 Einwohner, die in einem Umkreis von 1,5 km um den Unfallort herum wohnten, mussten evakuiert werden.
  • Crevalcore (Emilia-Romagna, Vorlage:ITA-2003) – Frontalzusammenstoß: 7. Januar 2005 – Der Interregio überfuhr das geschlossene Ausfahrsignal der Kreuzungsstation auf der eingleisigen Strecke mit hoher Geschwindigkeit und stieß mit dem Interregio frontal zusammen. Der Unfall tötete 17 Menschen, darunter die Lokomotivführer der beiden Züge. Die Fahrzeuge waren mit dem Zugbeeinflussungssystem SCMT ausgerüstet gewesen, jedoch die Strecke nicht, sodass das System unwirksam war. Der Unfall hatte die beschleunigte Einführung der Streckeninstallation von SCMT zur Folge.<ref>Cronaca di Verona: Il disastro ferroviario a Crevalcore, una data da ricordare. In: La Cronaca di Verona. 7. Januar 2020, abgerufen am 12. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Il disastro di Crevalcore … portò con sé... una innegabile spinta verso le innovazioni nei sistemi di sicurezza della circolazione, in particolare con la massiccia estensione del Sistema di controllo della marcia del treno (SCMT).“</ref>
  • Kanhan (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Kollision an Bahnübergang: 3. Februar 2005 – 58 Menschen starben, als bei Kanhan im Bundesstaat Maharashtra ein Traktor mit Anhänger auf einem unbeschrankten Bahnübergang liegenblieb, der Gäste einer Hochzeit transportierte. Er wurde von einem Lokalzug von Kanhan Junction nach Ramtek erfasst.<ref>Ajai Banerji: Major Railway Accidents in India 2000–2009. 2011, ISBN 978-81-921876-0-0, S. 58.</ref>
  • Amagasaki (JapanDatei:Flag of Japan.svg Japan) – Entgleisung wegen überhöhter Geschwindigkeit: 25. April 2005 – Ein mit etwa 700 Personen besetzter Eilzug von Takarazuka nach Dōshisha-mae entgleiste bei Osaka zwischen den beiden Bahnhöfen Tsukaguchi und Amagasaki in einem Bogen, wobei die ersten zwei Wagen gegen ein Wohnhaus geschleudert wurden. 107 Menschen wurden getötet, 549 verletzt. Der Lokomotivführer des Zugs hatte die Geschwindigkeit nicht auf die vorgeschriebenen 70 km/h reduziert.
  • Qaliub (AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten) – Auffahrunfall: 21. August 2006 – Aufgrund einer Signalstörung fuhr ein Pendlerzug aus Mansura im morgendlichen Berufsverkehr auf einen vor dem Bahnhof Qaliub haltenden Zug aus Benha auf. 58 Menschen starben, 140 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Zibo (China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China) – Entgleisung und Zusammenstoß: 28. April 2008 – In der Nähe von Zibo in der Provinz Shandong durchfuhr ein Schnellzug eine Baustelle mit überhöhter Geschwindigkeit und entgleiste. Ein zweiter Zug aus der Gegenrichtung fuhr in die Unfallstelle. 72 Menschen starben, 416 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Sainthia (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Auffahrunfall: 19. Juli 2010 – Ein Schnellzug prallte auf einen anderen im Bahnhof von Sainthia haltenden Schnellzug auf. Die Unfallursache wurde nie geklärt. 66 Tote und 165 Verletzte waren die Folge.

2011–2020

Datei:Accidente-tren-once-argentina.jpg
Triebwagenkopf in der Estación Once de Septiembre in Buenos Aires (2012)
  • Buenos Aires (ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Argentinien) – Bremsversagen: 22. Februar 2012 – Ein mit 1000 Reisenden besetzter Triebzug der Línea Sarmiento fuhr wegen Bremsversagens im Kopfbahnhof Estación Once de Septiembre in Buenos Aires gegen einen Prellbock. 51 Menschen starben, 703 wurden verletzt.
  • Manfalut (AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten) – Zusammenstoß auf Bahnübergang: 17. November 2012 – Beim Zusammenstoß eines Schulbusses und eines Zuges auf einem niveaugleichen Bahnübergang in Manfalut starben mehr als 50 Menschen: Der Schrankenwärter war eingeschlafen und hatte die Schranken nicht geschlossen. Die anschließenden Rettungsmaßnahmen waren nicht adäquat. Der Chef der Ägyptischen Staatsbahnen und der ägyptische Verkehrsminister traten zurück.
  • Lac-Mégantic (KanadaDatei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada) – Entgleisung und Explosion von Kesselwagen: 6. Juli 2013 – Der Zug aus fünf Lokomotiven und 72 Wagen mit Rohöl entgleiste führerlos und explodierte. Das Zentrum der Ortschaft wurde zerstört. Mindestens 47 Menschen starben.
  • Katongola (Kongo RepublikDatei:Flag of the Republic of the Congo.svg Republik Kongo) – Entgleisung: 22. April 2014 – Ein Güterzug, der auch von vielen blinden Passagieren benutzt wurde, entgleiste in der Nähe der Ortschaft Katongola. Nach Augenzeugenberichten fuhr der Zug mit überhöhter Geschwindigkeit, ein technisches Versagen der Lokomotive wurde vermutet. Die Zahl der getöteten Reisenden ist unklar, die Quellenangaben schwanken zwischen 48 und 100. Die Zahl der Verletzten wird auf über 150 geschätzt.
  • Bachhrawan (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Prellbocküberfahrt: 20. März 2015 – Nach Bremsversagen überfuhr der Janata Express im Bahnhof Bachhrawan den Gleisabschluss nach einer Schutzweiche. Die Lokomotive und die zwei unmittelbar folgenden Wagen entgleisten, die beiden Wagen wurden zwischen Lokomotive und nachdrückendem Zug zerquetscht. Mindestens 58 Menschen starben, etwa 150 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Éséka (KamerunDatei:Flag of Cameroon.svg Kamerun) – Entgleisung: 21. Oktober 2016 – Der überfüllte Intercity 152 entgleiste auf der Fahrt von Yaoundé nach Douala in Éséka. Mindestens 79 Menschen starben, 600 weitere wurden verletzt.
  • Chitrino (BulgarienDatei:Flag of Bulgaria.svg Bulgarien) – Entgleisung: 10. Dezember 2016 – Ein Güterzug mit insgesamt 24 Kesselwagen entgleiste auf der Fahrt von Burgas nach Russe in Chitrino. Dabei kollidierten die letzten Wagen mit einem Strommast. Anschließend kam es zu einer Explosion, die 20 Häuser zerstörte. Mindestens fünf Menschen starben, mindestens 29 weitere wurden verletzt.<ref>Fünf Tote bei Zug-Inferno in Bulgarien. In: kurier.at. 10. Dezember 2016, abgerufen am 29. Dezember 2017.</ref>
  • Amritsar (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Menschen auf dem Gleis: 19. Oktober 2018 – Beim Abbrennen eines Feuerwerks in Amritsar zum Fest Dashahara waren hunderte Menschen auch in den Gleisbereich einer Betriebsstelle ausgewichen, wo ein durchfahrender Zug zahlreiche Zuschauer überfuhr. 61 Menschen starben, 72 wurden darüber hinaus verletzt.
  • Tanwari (PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan) – Explodierte Gasflasche: 31. Oktober 2019 – Nachdem im fahrenden Tezgam Express von Karatschi nach Lahore eine Gasflasche explodiert war, brannten drei Personenwagen aus. 75 Menschen starben.

2021–2030

  • Xiulin (TaiwanDatei:Flag of the Republic of China.svg Taiwan) – Entgleisung: 2. April 2021 – Ein Taroko-Express entgleiste bei der Einfahrt in einen Tunnel bei Xiulin an der Ostküste Taiwans, weil ein Baustellenfahrzeug auf das Gleis gefallen war. Wahrscheinlich starben 49 Personen, nach einer älteren Meldung waren es mehr als 50.
  • Daharki (PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan) – Entgleisung und Zusammenstoß: 7. Juni 2021 – Ein Expresszug entgleiste und Wagen gerieten auf das Gegengleis, wo ein weiterer Expresszug in die umgestürzten Wagen fuhr. Mindestens 65 Menschen starben und mindestens 150 weitere wurden teilweise schwer verletzt.
  • Tembi (GriechenlandDatei:Flag of Greece.svg Griechenland) – Frontalzusammenstoß eines Personen- und eines Güterzugs: 28. Februar 2023 – Der Intercity 62 befand sich auf der Fahrt von Athen nach Thessaloniki, der Güterzug 63503 in der Gegenrichtung. Der Betrieb auf der Strecke erfolgte ohne technische Sicherung im Zugleitbetrieb. Der Fahrdienstleiter im Bahnhof Larissa leitete den IC auf das Gleis, auf dem ihm der Güterzug entgegenkam. Der Zusammenstoß forderte 57 Menschenleben, weitere 85 Personen wurden verletzt, davon 25 schwer.
  • Bahanaga (IndienDatei:Flag of India.svg Indien) – Entgleisung mit drei beteiligten Zügen: 2. Juni 2023, gegen 19 Uhr Ortszeit – Der Coromandel-Express entgleiste im ostindischen Bundesstaat Odisha, Bezirk Balasore, auf dem Weg von Haora (Bundesstaat Westbengalen) nach Chennai (Tamil Nadu) nach Auffahren auf einen stehenden Güterzug. In die Unfallstelle fuhr ein aus der Gegenrichtung kommender Zug und entgleiste ebenfalls. Mindestens 288 Menschen starben, 1175 weitere wurden verletzt.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Bahnunglücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

<references group="Anm." />

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten

Vorlage:Navigationsleiste Listen von Eisenbahnunfällen