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München Hauptbahnhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
München Hbf
Hauptbahnhof 2014-08-02.JPG
Außenansicht des Empfangsgebäudes (2019 abgerissen)
Daten
Bauform Kopfbahnhof (Fernbahn)
Tunnelbahnhof (S-Bahn)
Bahnsteiggleise 32 oberirdisch, 4 S-Bahn unterirdisch (2 im Bau)
Abkürzung MH
MH  N (Starnberger Flügelbahnhof)
MH  S (Holzkirchner Flügelbahnhof)
MHT (S-Bahn)<ref>Harrys Bahnseite: Abkürzungen der Betriebsstellen, abgerufen am 13. November 2013.</ref>
ZMU (IATA-Code)
IBNR 8000261
Preisklasse 1
Webadresse Stationssteckbrief der BEG
Profil auf bahnhof.de muenchen-hbf
Lage
Stadt/Gemeinde München
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 8′ 26″ N, 11° 33′ 28″ OKoordinaten: 48° 8′ 26″ N, 11° 33′ 28″ O
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Höhe (SO) 523 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei München Hbf
Bahnhöfe in Bayern

München Hauptbahnhof (IATA-Bahnhofs-Code ZMU) ist der zentrale Bahnhof in der bayerischen Landeshauptstadt München. Mit täglich insgesamt 413.000 Reisenden und Besuchern (2019) ist er nach dem Hamburger Hauptbahnhof und dem Frankfurter Hauptbahnhof der am drittstärksten frequentierte Fernbahnhof der Deutschen Bahn.<ref name="bt-19-20455">Deutscher Bundestag (Hrsg.): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Torsten Herbst, Frank Sitta, Dr. Christian Jung, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP – Drucksache 19/19475. Verlässlichkeit des Schienenverkehrs an Knotenbahnhöfen. Band 19, Nr. 20455, 29. Juni 2020, ISSN 0722-8333, S. 1 f. BT-Drs. 19/20455</ref> Er befindet sich seit 2019 im Umbau.

Der Kopfbahnhof gehört zu den 21 Bahnhöfen der höchsten Preisklasse 1 von DB InfraGO. Unter allen deutschen Bahnhöfen besitzt er mit 32 ober- und zwei unterirdischen Bahnsteiggleisen die höchste und (nach dem Grand Central Terminal in New York City) die weltweit zweithöchste Zahl an Bahnsteiggleisen. Mit Ausnahme der S-Bahn ist der Bahnhof erste oder letzte Station für fast alle ihn anfahrenden Züge. Die Fläche der Gebäude und der Gleise beträgt insgesamt ungefähr 760.000 Quadratmeter.

Er umfasst außerdem zwei gleichnamige U-Bahnhöfe der MVG und ist Station der S-Bahn, die beide dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) angehören. Vor dem Bahnhof kann zum innerstädtischen MVG-Verkehr in Busse oder die Tram umgestiegen werden.

Der erste Münchner Bahnhof entstand 1839 westlich des heutigen Bahnhofes, 1848 gingen an heutiger Stelle die ersten provisorischen Teile in Betrieb. Danach folgten mehrere Umbauten und Erweiterungen, da der Bahnhof im Laufe seines Bestehens eine immer größere Bedeutung im bayerischen Eisenbahnnetz bekam.<ref name="Drehscheibe39" />

Lage

Der Bahnhof befindet sich westlich der Münchner Innenstadt im Norden des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Vom Haupteingang im Osten des Bahnhofs gelangt man über die Prielmayerstraße oder die Bayerstraße zum Karlsplatz (Stachus). Auf dem Bahnhofsplatz vor dem Haupteingang befinden sich die Haltestellen mehrerer Straßenbahnlinien.

Nördlich wird der Bahnhof von der Arnulfstraße begrenzt, im Westen unterquert die Paul-Heyse-Straße ungefähr am Ende der Bahnsteige durch einen Tunnel den Bahnhof. Die Bayerstraße begrenzt das Bahnhofsareal im Süden. Das Bahnhofsgelände erstreckt sich weiter in Richtung Westen und endet an der Friedenheimer Brücke. Im Bereich des Bahnhofsgeländes überqueren zudem die Hackerbrücke, der Arnulfsteg und die Donnersbergerbrücke die Gleisanlagen.

Panoramaansicht der Haupthalle mit Informationsschalter der Deutschen Bahn (mittig) und digitalen Anzeigetafeln im Hintergrund (2012)
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Geschichte

Der Weg zum Bahnanschluss

Durch die Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein neues effizienteres Verkehrsmittel notwendig, um Personen und Waren schneller befördern zu können. Die Pferdefuhrwerke auf den meist schlecht ausgebauten Straßen konnten die notwendige Leistung nicht mehr erbringen. Als Lösung wurde der Bau einer Eisenbahn nach dem Vorbild Englands angesehen. Der bayerische König Ludwig I. setzte aber auf den Ausbau der Wasserstraßen. Der Bahnbau wurde privaten Gesellschaften und Vereinen überlassen.<ref name="m hbf t">Angela Toussaint: Der Münchner Hauptbahnhof. Verlagsanstalt Bayernland Dachau, Dachau 1993, ISBN 3-89251-118-7, S. 11–24.</ref>

In München und Augsburg gründeten interessierte Bürger nach der Eröffnung der etwa sechs Kilometer langen Bahnstrecke von Nürnberg nach Fürth am 28. November 1835 jeweils ein Eisenbahnkomitee. Beide Komitees schlossen sich bald zusammen, um den Bau einer Bahnlinie von Augsburg nach München zu ermöglichen. Die beiden wichtigen Städte sollten eine schnellere als die um 1835 gebräuchliche Verbindung mit Postkutschen erhalten, wofür 17 Poststunden (etwa 63 Kilometer) bewältigt werden mussten. Anhand der Reisegeschwindigkeit einer Lokomotive ließ sich dadurch eine auf ein Drittel verkürzte Reisezeit erwarten. Die Eisenbahnkomitees beauftragten einen Staatsbeamten zur Planung des ungefähren Streckenverlaufes. Der Staat sollte darauf die Bahnstrecke bauen.<ref>Anton Liebl: Die Privateisenbahn München–Augsburg (1835–1844). München, 1982, S. 14.</ref> Von staatlicher Seite wurde dies abgelehnt, aber darauf hingewiesen, dass Bayern den Bahnbau finanziell unterstützen werde.

Als private Gesellschaft gründete am 23. Juli 1837 Joseph Anton von Maffei die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft. Nachdem weitere Unterstützung von Aktionären gefunden wurde, begann der Bahnbau im Frühling 1838.<ref name="m hbf t" /><ref>Bernhard Ücker: Die bayrische Eisenbahn 1835–1920. Süddeutscher Verlag, München, ISBN 3-7991-6255-0.</ref>

Der Bahnhof auf dem Marsfeld

1838 begannen die ersten Planungen für den Bahnhof in München. Der Baudirektor der Bahnstrecke München–Augsburg, Ulrich Himbsel, und sein Stellvertreter Joseph Pertsch projektierten eine Bahnhofsanlage mit einem Empfangsgebäude und einem Warenhaus für den Güterverkehr. Hinter dem Empfangsgebäude folgte ein halbkreisförmiger Bau mit vier radial angeordneten Hallen. Dabei orientierte man sich an englischen Vorbildern.<ref>Hugo Marggraf: Wie die ersten Bahnhöfe Münchens entstanden. In: Das Bayerland, Heft 5 des 24. Jahrganges.</ref> Joseph Pertsch entschied sich für den Standort an der heutigen Sonnenstraße. Ulrich Himbsel favorisierte allerdings einen Bahnhof an der Spatzenstraße (entspricht dem heutigen Bahnhofsplatz). Dieser wäre an derselben Stelle wie der heutige Bahnhof gelegen.<ref name="m hbf 2">Angela Toussaint: Der Münchner Hauptbahnhof. Verlagsanstalt Bayernland Dachau, Dachau 1993, ISBN 3-89251-118-7, S. 24–36.</ref>

Datei:Der provisorische Bahnhof auf dem Marsfeld.png
Der provisorische Bahnhof auf dem Marsfeld zwischen 1839 und 1847
Datei:München c1840 München-Augsburger Eisenbahn.jpg
Ein Zug der München-Augsburger Eisenbahn verlässt um 1840 den provisorischen Bahnhof auf dem Marsfeld

Die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft konnte die Gebäude und die Grundstücke an keinem der Standorte finanzieren. Man entschied sich daher für einen Bahnhof auf dem Marsfeld am heutigen Standort der Hackerbrücke.<ref>Wolfgang Süß: Die Geschichte des Münchner Hauptbahnhofes. Essen 1954, S. 22.</ref> Es wurde ein provisorisches Gebäude aus Holz erbaut, das mit der Eröffnung des ersten Streckenabschnittes von München nach Lochhausen der München-Augsburger Bahn am 1. September 1839 in Betrieb genommen wurde.<ref name="Drehscheibe39">Klaus-Dieter Korhammer, Armin Franzke, Ernst Rudolph: Drehscheibe des Südens. Eisenbahnknoten München. Hestra-Verlag, Darmstadt 1991, ISBN 3-7771-0236-9, S. 39–54.</ref> Er bestand aus einem schlichten hölzernen Bahnhofsgebäude und zwei Kassenhäuschen. Im Empfangsgebäude gab es zwei Warteräume und mehrere Diensträume. An dieses Gebäude schloss sich eine 75,4 × 15,37 Meter große Bahnhofshalle mit zwei Gleisen und jeweils einer Drehscheibe an.<ref name="Drehscheibe39" /><ref>Georg Jacob Wolf: Ein Jahrhundert München. 1800 bis 1900. Frankfurt am Main 1980, S. 181.</ref> Ein Maschinenhaus zur Wartung der Lokomotiven befand sich ebenfalls im Bahnhofsareal. Ein Jahr später, am 4. Oktober 1840, wurde die Gesamtstrecke bis Augsburg feierlich eröffnet. Die Strecke wurde von ungefähr 400 Reisenden täglich benutzt.<ref name="Drehscheibe39" />

Doch schon 1841 kamen die ersten Beschwerden über die Lage des Bahnhofes auf. Der Bahnhof sei zu weit von der Innenstadt entfernt, sodass der Weg zum Bahnhof zu kostspielig sei.<ref>Hugo Marggraf: Wie die ersten Bahnhöfe Münchens entstanden. In: Das Bayerland, Heft 5 des 24. Jahrganges, S. 70.</ref> Das Holzgebäude wurde für eine Stadt wie München als zu klein und wenig imposant angesehen.<ref>Hugo Marggraf: Wie die ersten Bahnhöfe Münchens entstanden. In: Das Bayerland, Heft 5 des 24. Jahrganges, S. 69.</ref> König Ludwig I. beauftragte 1843 den Architekten Friedrich von Gärtner mit einer Neuplanung des Bahnhofs. Er sollte näher an das Stadtzentrum rücken, da der alte Bahnhof eine halbe Stunde von der Stadt entfernt war.<ref name="Geschichte">Wolfgang Süß: Die Geschichte des Münchner Hauptbahnhofes. Tellus-Verlag, 1954.</ref> Als 1844 die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft verstaatlicht wurde, konnten erste Schritte für die Verwirklichung eines neuen Bahnhofsgebäudes unternommen werden. Drei neue Pläne wurden vorgestellt. Bei der ersten Variante sollte der Bahnhof an der damaligen Schießstätte (am Ort des heutigen Hauptbahnhofs)<ref>vgl. Stadtplan München 1840: Schießstätte zwischen Karlsplatz und Spatzen-Str.</ref> liegen, bei der zweiten auf der Marsfeldhöhe und bei der dritten an der Sonnenstraße. In den folgenden Jahren konnten sich Staat und Stadt nicht für einen der drei Vorschläge entscheiden.

Am 4. April 1847 fiel das Bahnhofsgebäude einem Großbrand zum Opfer. Die Ursache des Brandes konnte nicht geklärt werden. Verletzt wurde dabei niemand. Teile der Güter- und Betriebsanlagen wurden jedoch zerstört.<ref name="m hbf 2" /> Die Entscheidung über den Neubau des Bahnhofs musste jetzt fallen.<ref name="denkmaeler 1">Die Anfänge – Der Münchner Hauptbahnhof (Münchens Denkmäler). Abgerufen am 15. August 2022.</ref> Am 5. April 1847 entschied der bayerische König, dass der neue Bahnhof an der Schießstätte zu bauen sei. Der Bahnhof auf dem Marsfeld musste bis zur Fertigstellung des neuen Bahnhofs im Herbst 1847 provisorisch wiederhergestellt werden.<ref name="Drehscheibe39" /><ref>Hugo Marggraf: Die Kgl. bayerischen Staatseisenbahnen in geschichtlicher und statistischer Beziehungen. Erweiterte Auflage Stuttgart 1982, S. 62.</ref> Da sich die Bauarbeiten verzögerten, wurden die Gleise bis zum Gebäude der ehemaligen Schießstätte verlängert. Das Haus der Schießstätte diente nun als Empfangsgebäude, nachdem der neue Bahnhof an seiner heutigen Stelle am 15. November 1847 in Betrieb gegangen war.<ref name="m hbf 2" />

Im Zusammenhang mit dem Bau der Strecke zum Ostbahnhof wurde 1868 die Strecke vom Hauptbahnhof über Solln nach Holzkirchen verlegt. Sie bog von 1854 bis 1868 gleich westlich der heutigen Hackerbrücke mit einem Radius von etwa 500 m bis zur heutigen Ganghoferstraße nach Süden ab. Diese ist auf der früheren Bahntrasse angelegt worden.<ref>Plan der Königl. Haupt- und Residenzstadt München, in seinem ganzen Burgfrieden dargestellt, bearbeitet und herausgegeben von Gustav Wenng, 1858/59 (Stadtarchiv München)</ref> Die vom Hauptbahnhof über den Ostbahnhof (dieser hieß bis zum 15. Oktober 1876 Bahnhof München-Haidhausen) führenden Hauptbahnlinien wurden wie folgt eröffnet:

  • München Hbf – München Ost: 15. März 1871
  • München Ost – Mühldorf – Neuötting: 1. Mai 1871
  • München Ost – Grafing – Rosenheim: 15. März 1871<ref>Kosmas Lutz: Der Bau der bayerischen Eisenbahnen rechts des Rheines. R. Oldenbourg, München/Leipzig 1883, S. 120.</ref>

Der neue Centralbahnhof von Friedrich Bürklein

Datei:Eisenbahnhalle in München.jpg
Die Eisenbahnhalle in München, entworfen und ausgeführt von Friedrich Bürklein (um 1850)
Datei:Münchener Bahnhof, around 1854.jpg
Münchner Bahnhof (um 1854)
Datei:München Hauptbahnhof um 1859 001.jpg
Sicht auf die Einfahrtshalle (um 1859)
Datei:Bau des neuen Centralbahnhofs.jpg
Bau des neuen Centralbahnhofs (1877/1878)

Der Entwurf und die Leitung des Baus wurde dem Architekten Friedrich Bürklein, einem Schüler von Friedrich von Gärtner, übertragen. Die neue Bahnhofshalle konnte 1848 in Betrieb genommen werden. Sie war 111 Meter lang und 29 Meter breit. Unter ihrem großen, hölzernen, 20 Meter hohen Rundbogendach war Platz für fünf Gleise.<ref name="Drehscheibe39" /> Ein Jahr später, am 1. Oktober 1849, wurde das Empfangsgebäude eröffnet. Den Bahnhof benutzten täglich rund 1.500 Reisende.<ref name="Geschichte" /> Die Gebäude im Rundbogenstil mit Formen der Romanik und der italienischen Renaissance bestanden aus gelbem und rotem Backstein, für einzelne Bauelemente wurden auch Sand- und Kalkstein verwendet. Das Empfangsgebäude war ein basilikaartiger Bau, an den sich an der Ostseite ein Pavillon anschloss.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beschreibung des Centralbahnhofes von Bürklein (Memento vom 2. April 2017 im Internet Archive) auf denkmaeler-muenchen.de.</ref> Er war mit der neuesten Technik, einer zentralen Heißwasserheizung und einer Schlaguhr mit zentralem Antrieb ausgestattet; die Zifferblätter waren bis zu 130 Meter von der Schlaguhr entfernt. Der Bahnhof wurde ab 1851 mit pettenkoferschem Leuchtgas beleuchtet.<ref>Das Bahnhofsgebäude in München. In: Maximilian Benno von Chlingensperg (Hrsg.): Das Königreich Bayern in seinen alterthümlichen, geschichtlichen, artistischen und malerischen Schönheiten. Dritter Band. Georg Franz, München 1854, S. 217 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Der Neubau erwies sich aber bei der Eröffnung der Bahnstrecke nach Landshut 1858 wiederum als zu klein. So musste die Königlich privilegierte Aktiengesellschaft der Bayerischen Ostbahnen einen eigenen Bahnhof nördlich des eigentlichen Bahnhofs errichten. Der neue, auch Ostbahnhof genannte Bahnhof bestand aus einer 145 Meter langen und 24 Meter breiten Bahnsteighalle mit vier Gleisen. Dazu kamen eine Wagenremise mit drei Gleisen, eine Güterhalle und weitere Nebengebäude.<ref name="Drehscheibe39" /> Als am 31. Oktober 1857 die Bahnstrecke über Holzkirchen, mit Weiterführung nach Rosenheim, eröffnet wurde, gewann der Bahnhof weiter an Bedeutung. Er wurde auch von internationalen Reisenden genutzt und zählte 1860 bereits 3.500 Reisende täglich.<ref name="Geschichte" /> Im Süden wurde zudem ein Postbahnhof im selben Stil wie die anderen Gebäude errichtet.<ref>Umbauten und Erweiterungen bis 1884 – Der Münchner Hauptbahnhof (Münchens Denkmäler). Abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Neubau in den 1880er Jahren

Bedienung der Gleise im Jahr 1879<ref name="Drehscheibe d. S. 2">Gleisplan des Centralbahnhofes München in: Klaus-Dieter Korhammer, Armin Franzke, Ernst Rudolph: Drehscheibe des Südens – Verkehrsknoten München. Hestra-Verlag, Darmstadt 1991, ISBN 3-7771-0236-9.</ref>
Gleis Bedienung
1, 2 Von Simbach und Rosenheim
3, 4 Nach Simbach und Rosenheim
5, 6 Von und nach Holzkirchen
7, 8 Von Tutzing und Lindau
9, 10 Nach Tutzing und Lindau
11, 12 Von und nach Ulm
13, 14 Von und nach Ingolstadt
15, 16 Von und nach Landshut
Datei:München Hauptbahnhof 1870 001.jpg
Hauptfront des Münchner Bahnhofs in südwestlicher Richtung (1870)
Datei:Val 201 6.jpg
Blick von der Herbststraßenbrücke auf die Gleisanlagen des Bahnhofs (1870)

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke München–Ingolstadt 1867, der Bahnstrecke München–Mühldorf–Simbach, der Bahnstrecke München–Grafing–Rosenheim 1871 und der Bahnstrecke München–Buchloe 1873 ergaben sich erneut Kapazitätsprobleme.<ref name="Drehscheibe39" /> So wurden zwei Projekte ausgearbeitet: Friedrich Bürklein plante einen weiteren Flügelbahnhof, die zweite Alternative war eine neue Halle, wobei der sogenannte Ostbahnhof abgerissen werden sollte. Man entschied sich für die zweite Möglichkeit. Von 1877 bis 1883 entstand so unter der Leitung von Karl Schnorr von Carolsfeld, Jakob Graff und Heinrich Gerber eine neue, vierschiffige schmiedeeiserne Bahnhofshalle mit 16 Gleisen.<ref name="Geschichte" /> Dabei war Carl Schnorr von Carolsfeld für die Neugestaltung der Bahnhofsanlage, Jacob Graff als Bauleiter für die Hochbauten und Heinrich Gerber für die Konstruktion zuständig.<ref name="Drehscheibe39" /> Die alte Halle war doppelt so lang wie die neue. Nur der östliche Teil blieb als Schalterhalle erhalten. Weitere große Betriebsgebäude wurden ergänzt. Die neue Halle hatte eine Breite von 140 m und eine Länge von 150 m.<ref>Angela Toussaint: Der Münchner Hauptbahnhof. Verlagsanstalt Bayernland Dachau, Dachau 1991, ISBN 3-89251-118-7, S. 66, 67, 134</ref><ref>Karl Schnorr von Carolsfeld, W. Fischer: Die Pläne des Central-Bahnhofs München. In: Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens, Neue Folge XXIV. Band, 5. Heft, 1887, S. 181 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref><ref>Karl Schnorr von Carolsfeld, Heinrich Gerber: Der neue Centralbahnhof in München. Die Einsteigehallen. In: Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens, Neue Folge XXIV. Band, 6. Heft, 1887, S. 221 und Tafeln XXX - XXXIII (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref>

Der neue Bahnhof erhielt 1879 eine damals neuartige Beleuchtungsanlage mit Differential-Bogenlampen der Firma Siemens & Halske. Der benötigte Strom wurde durch mehrere Generatoren unterhalb des Bahnhofsrestaurants erzeugt. Der Münchner Centralbahnhof gilt somit als der erste elektrisch beleuchtete Bahnhof in Deutschland.<ref>Wilhelm Füßl, Andrea Lucas, Matthias Röschner: Galerie der Schönheiten in: Kultur & Technik: Zeitschrift des Deutschen Museums München 4/2016, ISSN 0344-5690</ref><ref>Meilensteine der Elektrotechnik in Bayern bis 1924. (PDF) Mai 2011, S. 2, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Juni 2011; abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Das Gebiet des Münchner Centralbahnhofs wurde in drei Bahnhofsteile aufgeteilt. Der erste Teil, auch innerer Teil genannt, übernahm den Personen-, Eilgut- und Stückgutverkehr. Der mittlere Teil bis zum Arbeitersteg (heute Donnersbergerbrücke) diente dem Wagenladungsverkehr und als Rangierbahnhof. Der äußere Teil endete an der Friedenheimer Brücke und beinhaltete Lok- und Wagenremise sowie die Centralwerkstatt.<ref>Erich Preuß, Klaus Pöhler: Deutsche Bahnhöfe – Das große Gleisplanbuch. GeraMond Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86245-130-2.</ref> Der Bahnhof war nach dem Umbau bis zur letzten Weiche 2,9 Kilometer lang, an der breitesten Stelle 580 Meter breit. Die Anzahl der Weichen betrug 226, die Anzahl der Drehscheiben 42 und die Länge aller Gleise 82,3 Kilometer.<ref name="Drehscheibe39" />

Umbau und Entstehen der Flügelbahnhöfe

Datei:Hauptbahnhof 04.jpg
Im Inneren der Halle des Centralbahnhofs (1885)
Datei:Hauptbahnhof-Muenchen1903.jpg
Der Bahnhof um 1903 (Ansichtskarte)
Datei:Munich central station 1900.jpg
Der Bahnhofsplatz 1900 (kolorierte Postkarte)
Datei:Bundesarchiv Bild 102-00671, München, Hauptbahnhof.jpg
Der Hauptbahnhof (1923)

Wenige Jahre später erwies sich der Bahnhof wieder als zu klein. Der Architekt Friedrich Graf schlug vor, den Bahnhof auf Höhe der Landsberger Straße zu verlegen, um eine Ringbahn vom Südbahnhof über den Bahnhof Schwabing zum geplanten Nordbahnhof zu erstellen. Die Planungen wurden aber nicht verwirklicht, stattdessen wurde der Personenverkehr vom Güterverkehr getrennt, um den Centralbahnhof für den Personenverkehr freizustellen. Den Güterverkehr nahm nun der Rangierbahnhof Laim auf. Dem Centralbahnhof blieb der Stückgutverkehr.<ref name="Geschichte" /> 1891 begannen die Bauarbeiten.<ref name="Drehscheibe39" />

1893 eröffneten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen den Starnberger Flügelbahnhof. Er erhielt sechs Gleise und nur ein provisorisches Holzgebäude. Der Fernverkehr wurde nun in der Haupthalle konzentriert, der Nahverkehr in Richtung Pasing in den Flügelbahnhof verlegt. 1897 erhielt der Flügelbahnhof Bayerns erstes elektromechanisches Stellwerk.<ref name="Drehscheibe39" /> 1896 wurde der Rangierbahnhof Laim eröffnet, so konnte der Güterverkehr ohne Stückgutverkehr nach Laim verlegt werden. Außerdem erhielt die Bahnlinie nach Landshut einen neuen Verlauf westlich um den Nymphenburger Park herum, um einen Anschluss nach Laim zu ermöglichen. Weiter wurden die Strecken in Richtung Pasing auf neue Überführungsbauwerke verlegt.<ref name="Verkehrsknoten">Markus Hehl: Verkehrsknoten München. EK-Verlag, Freiburg 2003, ISBN 3-88255-255-7.</ref>

Am 1. Mai 1904 erhielt der Bahnhof den Namen München Hauptbahnhof. Der Bahnhof besaß nun 22 Gleise und es wurden täglich 300 Züge abgefertigt. In den folgenden Jahren zählte der Bahnhof der damaligen 407.000-Einwohner-Stadt 18.000 Reisende täglich.<ref name="Drehscheibe39" /> Die Reisendenzahlen stiegen weiter, weitere Erweiterungen wurden geplant. F. X. Liebig und Theodor Lechner empfahlen im Hinblick auf die Einfädelung der Isartalbahn in den Bahnhof einen neuen Durchgangsbahnhof auf der Kohleninsel. Dort steht heute das Deutsche Museum.<ref>Teodhor Lechner: Die Bebauung der Kohleninsel im Zusammenhang mit dem Münchner Bahnnetz. München 1900.</ref> Weitere Möglichkeiten westlich der Hackerbrücke, einen Durchgangsbahnhof an der Stelle des jetzigen Bahnhofs mit einer Verbindung zum Ostbahnhof durch einen Tunnel, Verlegen nur des Lokalverkehrs in einen unterirdischen Bahnhof und Verlagern des Centralbahnhofs zum Südbahnhof wurden erwogen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte des Bahnhofs (Memento vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive) auf zielbahnhof.de.</ref>

Datei:Münchner Centralbahnhof.jpg
Gleisseite des Münchner Centralbahnhofs (zwischen 1894 und 1900)

In einer Denkschrift des bayerischen Staatsministeriums vom September 1911 wurden alle diese Möglichkeiten zugunsten einer Erweiterung des Starnberger Flügelbahnhofs und Bau des Holzkirchner Flügelbahnhofs verworfen.<ref name="Drehscheibe39" /> Der Plan sah auch vor, den gesamten Nahverkehr in die Flügelbahnhöfe zu verlegen. Es wurde schon jetzt vermutet, dass für die Zukunft ein Durchgangsbahnhof geeigneter wäre.<ref>Denkschrift des Königl. bayerischen Staatsministeriums, September 1911.</ref> 1914 begannen die Bauarbeiten, durch den Ersten Weltkrieg wurden sie jedoch verzögert.

Im Verlauf des Revolutionsjahrs 1918/19 war der Münchner Hauptbahnhof am 13. April 1919 Zentrum der Kämpfe während des sogenannten Palmsonntagsputsches. Die gegen die Münchner Räterepublik vorgehenden Putschisten der Republikanischen Schutztruppe hatten sich zum Hauptbahnhof zurückgezogen und wurden schließlich von Rotgardisten unter dem Kommando des revolutionären Matrosen und Münchner Stadtkommandanten Rudolf Egelhofer nach Feuergefechten, die 21 Todesopfer forderten, besiegt.<ref>Florian Sepp: Palmsonntagsputsch, 13. April 1919, in: Historisches Lexikon Bayerns (online auf www.historisches-lexikon-bayerns.de, abgerufen am 7. September 2014)</ref>

Die Flügelbahnhöfe konnten erst am 30. April 1921 in Betrieb gehen. Der Nahverkehr wurde weitgehend in die Flügelbahnhöfe verlegt. Der Bahnhof erlangte damit mit 36 Gleisen seine größte Ausdehnung, da der Holzkirchner Flügelbahnhof weitere zehn Gleise umfasste.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Entstehen der Flügelbahnhöfe (Memento vom 1. Mai 2017 im Internet Archive) auf denkmaeler-muenchen.de.</ref> Die Zugfahrten wurden durch neun von 1922 bis 1929 erbaute elektromechanische Stellwerke geregelt.

Reichsbahnzeit und die Umbauplanungen Hitlers

Datei:Luftbild von München 1920.jpg
Luftaufnahme in Richtung Westen mit dem Hauptbahnhof und den Gleisanlagen (1920)
Datei:Bundesarchiv Bild 183-H25730, München, Schalterhalle des Hauptbahnhofs.jpg
Bahnsteigsperre im Hauptbahnhof (um 1930)

Zwischen 1925 und 1927 wurden sechs der in München beginnenden Bahnstrecken elektrifiziert, sodass alle Bahnhofsteile außer dem Holzkirchner Flügelbahnhof eine Oberleitung erhielten.<ref name="Geschichte" /> Es gab in der Reichsbahnzeit aber auch neue Umbaupläne. Die Deutsche Reichsbahn plante den Bahnhof in den Westen der Hackerbrücke zu verlegen. Eine Verbindung zum Südring durch einen 1.900 Meter langen Tunnel unter der Theresienwiese war vorgesehen. Der Lokalverkehr sollte aber immer noch in einem anliegenden Kopfbahnhof enden. Der Rangierbahnhof Laim hätte nach diesen Planungen abgerissen werden müssen, stattdessen sollte ein neuer Rangierbahnhof in Milbertshofen entstehen. Durch die in den folgenden Jahren eintretende Weltwirtschaftskrise konnte keiner dieser Pläne verwirklicht werden.<ref name="Drehscheibe2">Klaus-Dieter Korhammer, Armin Franzke, Ernst Rudolph: Drehscheibe des Südens – Verkehrsknoten München. Hestra-Verlag, Darmstadt 1991, ISBN 3-7771-0236-9, S. 15–20.</ref>

Am 15. Juli 1928 ereignete sich im Bereich der Bahnhofsausfahrt an der Donnersbergerbrücke ein Eisenbahnunfall. Der Sportsonderzug 52841 fuhr auf seinen Entlastungszug auf und die Trümmer gerieten in Brand, wobei zehn Menschen starben.<ref>Hans Joachim Ritzau: Von Siegelsdorf nach Aitrang. Die Eisenbahnkatastrophe als Symptom – eine verkehrsgeschichtliche Studie. Landsberg 1972, S. 43–45.</ref>

Ab 1933 ließ Adolf Hitler von Hermann R. Alker neue Pläne zum Umbau des Bahnhofs erstellen. Zwischen Laim und Pasing sollte der Bahnhof neu entstehen und die alte Anlage einer Prachtstraße vom Karlsplatz zum neuen Bahnhof weichen. Außerdem war eine U-Bahn vom Bahnhof zur Stadtmitte unter der Prachtstraße geplant. Hermann R. Alkers Pläne stellten aber die Auftraggeber nicht zufrieden, da sich die Wirkung des Empfangsgebäudes gegenüber der 120 Meter breiten Prachtstraße nicht entfalten konnte. Hermann Giesler löste 1938 das Problem, indem er den Bahnhof im 45-Grad-Winkel zur Straße stellte. Er plante einen gewaltigen Kuppelbau mit 136 Meter Höhe und 265 Meter Durchmesser.<ref>Karl Stankiewitz: So wollte Adolf Hitler München umbauen: Pläne veröffentlicht. In: Münchner Merkur. 27. Dezember 2018, abgerufen am 16. April 2026.</ref><ref name="Drehscheibe2" /> Im Mai 1942 begann die Deutsche Reichsbahn auf Befehl Hitlers mit den Planungen einer Breitspurbahn, die ganz Europa verbinden sollte.<ref name="Verkehrsknoten" /> Als Spurweite waren drei Meter bei einem Lichtraumprofil acht mal acht Meter geplant. In München sollten die Breitspurstrecken Berlin–München und Paris–Wien miteinander verknüpft werden. Die zehn Normalspurgleise und die vier Breitspurgleise sollten in einem sieben Meter tief gelegenen Tunnel liegen. Diese Planungen wurden aber nicht mehr verwirklicht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hitlers Bahnhof (Memento vom 27. März 2017 im Internet Archive) auf denkmaeler-muenchen.de.</ref><ref>Rasp H. P.: Eine Stadt für tausend Jahre. Süddeutscher Verlag, München 1981.</ref>

Im Sommerfahrplan 1939 wies der Bahnhof zusammen 112 Ankünfte und Abfahrten regelmäßig verkehrender Fernzüge pro Tag auf. Er war damit der elftbedeutendste Knoten im Fernverkehrsnetz der Deutschen Reichsbahn.<ref name="seidel-2005">Ralph Seidel: Der Einfluss veränderter Rahmenbedingungen auf Netzgestalt und Frequenzen im Schienenpersonenfernverkehr Deutschlands. Dissertation an der Universität Leipzig. Leipzig 2005, S. 27, 46.</ref>

Im und nach dem Zweiten Weltkrieg

Datei:Hauptbahnhof München nach den Luftangriffen 1945.jpg
Gleisanlagen und zerstörter Hauptbahnhof. Foto USAAF oder RAF, Frühjahr 1945

Bei den Luftangriffen auf München im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof schwer getroffen, jedoch konnte der Betrieb jedes Mal wieder aufgenommen werden.<ref name="Drehscheibe39" /> Erst am 25. Februar 1945 musste der Zugverkehr nach 112 Bombeneinschlägen umgeleitet werden. Es war nur noch ein Zugverkehr auf Sicht bis Pasing möglich. Alle Fernverkehrszüge mussten die Stadt entweder großräumig umfahren oder auf den Münchner Nordring ausweichen. Insgesamt bezifferte sich der Schaden auf 7,1 Millionen Reichsmark, außerdem gab es zahlreiche Tote und Verletzte. Am 30. April 1945 zogen US-Truppen in München ein, anfangs galt noch ein Befehl, den Hauptbahnhof mit Truppen der Wehrmacht zu verteidigen.<ref name="Geschichte" /> Da ein Gegenangriff sinnlos gewesen wäre, unterblieb dieser. Am 6. Mai 1945 wurde trotz Baustoffmangel und komplizierter Genehmigungsverfahren der Wiederaufbau begonnen, so dass nach dem 24. Juli 1945 wieder 128 Züge abgefertigt werden konnten. Ab dem 16. Dezember waren es 235 Züge täglich.<ref name="Verkehrsknoten" />

Im Jahr 1946 legte Karl Meitinger ein umfassendes Exposé „Das Neue München – Vorschläge zum Wiederaufbau“ vor, mit dem die künftige Stadtentwicklung der kriegszerstörten Stadt per Stadtratsbeschluss festgelegt wurde. Das ursprünglich nur für den internen Gebrauch vorgesehene Werk erschien, autorisiert von den amerikanischen Besatzungsbehörden, 1946 in einer kleinen Auflage. Meitinger schlug vor, das Bahnhofsgebäude in Richtung Westen zu verschieben: „Die geplante neue Lage des Hauptbahnhofs zwischen Paul-Heyse-Straße und Hackerbrücke entspricht dem Wohl und den Interessen der Bevölkerung am besten.“ Der entscheidende Vorteil ergebe sich, so Meitinger weiter, durch den so entstehenden „großen Geschäfts- und Repräsentationsplatz“ vor dem neuen Bahnhofsgebäude: „Dieser Platz, etwa zehnmal so groß wie der Marienplatz“, sollte eine „Entlastung“ der Altstadt mit sich bringen und „ein imposanter Empfangsraum für alle mit der Bahn ankommenden Gäste sein“. Auch die Paul-Heyse-Unterführung geht auf Meitinger zurück, sie wäre dann allerdings unter dem Bahnhofsvorplatz verlaufen".<ref>Karl Meitinger: Das neue München, Nachdruck des Originals, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. In: Newsletter Volk Verlag, München. 14. Januar 2015, abgerufen am 4. April 2026.</ref> Der Meitinger-Plan, den insbesondere die Vertreter der modernen Architektur ablehnten, wurde nicht umgesetzt.

Aufgrund der kriegsbedingten Zerstörungen wurde das von Friedrich Bürklein im 19. Jahrhundert entworfene Empfangsgebäude 1949 größtenteils abgetragen. Den Neuanfang nach dem Krieg markierte ab Mai 1950 der Neubau des Starnberger Flügelbahnhofs nach Plänen von Heinrich Gerbl. Gerbl entwarf ein zweigeschossiges Empfangsgebäude mit kolossaler Pfeilerhalle, Freitreppe, Schalterhalle und Querbahnsteig mit Oberlichtern, im Stil des Neoklassizismus.<ref>Hauptbahnhof München. In: Denkmalnetz Bayern. Abgerufen am 26. März 2025.</ref> 1955 bis 1960 errichtete Gerbl die prägende Hauptfassade des zentralen Hauptgebäudes.<ref>Hauptbahnhof München | Denkmalnetz Bayern. Abgerufen am 26. März 2025.</ref> Hierfür schuf der Künstler Rupprecht Geiger 1951 das beleuchtbare Relief über dem Haupteingang zum Bahnhofsplatz. Es besteht aus eloxierten Aluminiumplatten in Grau- und Blautönen und wurde durch eine Uhr ergänzt.<ref>Geiger am Bau #1: Münchner Hauptbahnhof (1951) – Archiv Geiger – Blog. Abgerufen am 26. März 2025.</ref> Von 1958 bis 1960 wurde unter Leitung von Franz Hart eine neue Gleishalle erbaut.<ref>DenkmalAtlas 2.0. Abgerufen am 26. März 2025.</ref>

Datei:München Hauptbahnhof - Bronzeplatte zur Errichtung 1960.JPG
Bronzeplatte als Denkmal zur Errichtung der Haupthalle (1960)

Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg konnte die 140 m breite Halle über den Gleisen 11–26 wegen fehlender Finanzierungsmittel nur in zwei Bauabschnitten neu errichtet werden, und zwar 1950 und 1959/60, jedoch mit 220 m Länge deutlich länger als früher.<ref>Angela Toussaint: Der Münchner Hauptbahnhof. Verlagsanstalt Bayernland Dachau, Dachau 1991, ISBN 3-89251-118-7, S. 66, 67, 134</ref> 1951 eröffnete im Südteil des Bahnhofs ein Hotel. Ab 26. Juli 1952 wurde der Wendezugbetrieb eingeführt, um auf einen Lokwechsel verzichten zu können.

Die Schalterhalle ging 1953 wieder in Betrieb. Im Mai 1954 folgte die Elektrifizierung des Holzkirchner Flügelbahnhofs. Die Inbetriebnahme des Rangierfunks am 6. Februar 1956 vereinfachte die Rangieraufgaben im Bahnhofsbereich. Am 1. August 1958 erhielt der Querbahnsteig des Holzkirchner Flügelbahnhofs ein Dach.<ref name="Drehscheibe39" /> Die Haupthalle (Bahnsteige 11–26) wurde von 1958 bis 1. August 1960 nach Plänen von Franz Hart errichtet.<ref name="Verkehrsknoten" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg (Memento vom 20. März 2017 im Internet Archive) auf denkmaeler-muenchen.de.</ref><ref>Strecken und Bahnhöfe. Abgerufen am 15. August 2022.</ref> Sie hat neben den Randstützen bei 70 Meter Stützweite nur noch eine Mittelstützenreihe, was für die damalige Zeit ungewöhnlich war.

Bau des Zentralstellwerks und der S-Bahn-Stammstrecke

Datei:BOB 725+720.JPG
Der Turm des Stellwerkes mit zwei BOB-Talent-Triebwagen (2007)
Datei:VT 11.5 in Munich (1970).jpg
VT 11.5 im April 1970 in der Haupthalle

Das Zentralstellwerk ging am 11. Oktober 1964 um vier Uhr morgens in Betrieb.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stellwerksverzeichnis (Memento vom 3. Mai 2017 im Internet Archive) auf stellwerke.de.</ref> Von dem neuen Stellwerk wurden 295 Weichen, 446 Signale und 300 Abschnitte mit Gleisfreimeldung sowie sieben Selbstblockstrecken gesteuert.<ref name="Drehscheibe39" /> Im Stellwerk waren insgesamt vier Stelltische vorhanden, einer für den Holzkirchner Flügelbahnhof, zwei für die Gleise der Haupthalle und ein weiterer für den Starnberger Flügelbahnhof. Das neue Stellwerk benötigte nur noch 38 Bedienstete für die Bedienung und zwölf für die signaltechnische Unterhaltung und sparte 93 Arbeitsplätze ein.<ref name="Verkehrsknoten" />

In den folgenden Jahren wurde der Postumschlag, für den unter dem Bahnhof ein eigenes Post-U-Bahn-System vorhanden war, wegen Störung der Reisenden zu einem immer größeren Problem. Für die Pakete wurde am 18. August 1969 ein eigener Paketumschlagbahnhof an der Wilhelm-Hale-Straße in Betrieb genommen, der über eine zweigleisige Strecke mit dem Hauptbahnhof verbunden war.<ref>Bernhard Brandmair: Post-Untergrundbahn in München. In: f + h fördern und heben – Zeitschrift für Materialfluss und Automation in Produktion, Lager, Transport und Umschlag. Mainz, Vereinigte Fachverlage, ISSN 0343-3161, Jahrgang 30 (1980), Ausgabe 5, S. 403–405.</ref>

Während des Baus der S-Bahn-Stammstrecke war ab 1967 der Verkehr im Starnberger Flügelbahnhof beeinträchtigt, da die Stammstrecke unter diesem angeordnet wurde. Rechtzeitig zu den Olympischen Sommerspielen 1972 konnten die Stammstrecke und der neue Tiefbahnhof am 28. April 1972 in Betrieb genommen werden. Während der Olympischen Sommerspiele hatte der Hauptbahnhof ein hohes Aufkommen an Reisenden. Am 2. September 1972 waren es zum Beispiel ohne den S-Bahn-Betrieb 35.000 Reisende.<ref name="Drehscheibe39" /> Die ersten U-Bahnen der damaligen Linien U 8/U 1 (heute U 2/U 1) rollten am 18. Oktober 1980 unter dem Münchner Hauptbahnhof.

Als weitere Maßnahme beim Ausbau der S-Bahn wurde die Bahnstrecke nach Wolfratshausen als Linie S 7 an die Stammstrecke mit einem 260 Meter langen Tunnel unter dem gesamten Gleisvorfeld am 31. Mai 1981 angeschlossen.<ref name="Drehscheibe39" /> Bis dahin endeten und begannen die Nahverkehrszüge von und nach Wolfratshausen dieser als S 10 bezeichneten Linie im Holzkirchener Flügelbahnhof. Der U-Bahnsteig der Linien U 4/U 5 öffnete am 10. März 1984. In den 1980er Jahren wurde das Empfangsgebäude in eine Durchgangshalle und ein Reisezentrum umgestaltet, um ein transparentes und offenes Mobilitätszentrum zu schaffen. Mit zusammen 269 Ankünften und Abfahrten regelmäßig verkehrender Fernzüge pro Tag war der Hauptbahnhof im Sommerfahrplan 1989 der zwölftbedeutendste Knoten im Netz der Deutschen Bundesbahn.<ref name="seidel-2005" />

Von 1983 bis 1987 wurde der Münchner Hauptbahnhof vom Flügelzug des Trans-Europ-Express (TEE) „Rheingold“ bedient.

Verbesserung der Infrastruktur

Datei:FallblattanzMuenchen P1010121.JPG
Fallblattanzeige (2005)
Datei:München Hbf vor Zugabfahrtsanzeige Oktoberfest-Stimmung (Foto Hilarmont).jpg
Zugabfahrtsanzeige mit LCD-Technik (2017)
Datei:Neue Anzeige München Hbf.jpg
Zugabfahrtsanzeige mit LED-Technik (2026)

Die Bahnsteige waren mit einer Höhe von 20 Zentimetern zu niedrig und mit einer Breite von 5,4 bis 6 Metern zu schmal. Nach Wegfall der 3,2 Meter breiten Gepäckbahnsteige entstanden neue Personenbahnsteige von bis zu 76 Zentimetern Höhe und einer Breite bis zu 10,2 Metern. Zudem wurden die Ausstattungen der Bahnsteige, beispielsweise die Bänke, erneuert und einige Bahnsteige auf 430 Meter verlängert. Unter den Gleisen 12 und 13 wurde ein Gepäcktunnel in Betrieb genommen.<ref name="Drehscheibe39" /> Die Vorstellgruppen Nord und Süd und die mechanischen Behandlungsanlagen wurden erweitert. Die Vorstellgruppe Süd erhielt ein eigenes Stellwerk der Bauart SpDrS 60. Mit den Bauarbeiten wurde im August 1976 begonnen. Zu Weihnachten 1987 waren sie abgeschlossen.<ref name="Drehscheibe39" />

Eine neue Fallblattanzeige wurde 1981 am Ausgang zum Querbahnsteig in Betrieb genommen. Auch die einzelnen Bahnsteige erhielten, außer am Holzkirchner Flügelbahnhof, Fallblattanzeigen. Diese ersetzten Tafeln, die früher am Prellbock befestigt wurden und teilweise noch am Holzkirchner Flügelbahnhof vorhanden waren, aber nicht mehr benutzt wurden. Im Rahmen der Sanierung des Holzkirchner Flügelbahnhofs wurden die Tafeln später durch einzeilige Anzeiger ersetzt. Zusätzlich wurden 37 Monitore für innerbetriebliche Stellen wie zum Beispiel die Fahrkartenschalter aufgestellt. Alle Anzeigen werden von einem Rechner gesteuert, auf dem beim Fahrplanwechsel die Basisinformationen gespeichert werden. Sie werden vom Stellwerk aktualisiert.<ref name="Drehscheibe39" />

Für Intercity-Express-Züge ging 1991 eine Waschanlage im Süden der Bahnanlagen in Betrieb, in den folgenden Jahren wurde sie zu einem ICE-Betriebswerk ausgebaut.<ref name="deutschebahn-1993-497">Meldung ICE-Betriebswerk in München termingerecht in Betrieb. In: Die Deutsche Bahn. Nr. 6, 1993, S. 497 f.</ref> Seit 2004 wird der gesamte Bahnhofsbereich mit Video überwacht.<ref>Christoph Wenzel: Videoüberwachung ist vor allem an Brennpunkten in München erfolgreich. In: Die Welt. 23. Juli 2005 (welt.de [abgerufen am 15. August 2022]).</ref> Die rund 70 Kameras werden von der Leitstelle der DB Sicherheit im Münchner Hauptbahnhof gesteuert.<ref>Dominik Hutter: Vorsicht, Kamera! Abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Zwischenzeitlich wurden die Fallblattanzeigen durch modernere LCD-Anzeigen ersetzt und die Lautsprecheranlagen modernisiert. Seit kurzem ist im Hallenbereich Ausgang Arnulfstraße ein großes Exemplar der neuen Generation Anzeigetafeln mit LED-Technik installiert, an der Baustellenwand längs des Querbahnsteigs befinden sich kleinere Abfahrts-/Ankunftsanzeigen und die Zuganzeiger an den Bahnsteigen in der Haupthalle sowie am Starnberger Flügelbahnhof verfügen über TFT-Displays und damit eine bessere Auflösung.<ref>Bahnhof Hamburg-Harburg: 26 neue Monitore installiert. Abgerufen am 15. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>XXL-Austausch in Bonn: DB installiert 19 neue Monitore im Hauptbahnhof. Abgerufen am 15. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ausblick

Der Raum München sollte Stand 2019 im Zuge des „Starterpakets“ der Digitalen Schiene Deutschland, als Teil des TEN-Kernnetzkorridors Skandinavien–Mittelmeer, bis 2030 mit digitalen Stellwerken und ETCS ausgerüstet werden.<ref name="db-2019-09">Digitale Schiene Deutschland – Die Zukunft der Eisenbahn. (PDF) Deutsche Bahn, September 2019, S. 10 f., archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Januar 2020; abgerufen am 2. Mai 2020.</ref> Der Bahnhof sollte Stand 2023 voraussichtlich 2024 zusammen mit der Strecke München Hbf – Ingolstadt Hbf zum überlasteten Schienenweg erklärt werden.<ref>Peter Friedrich: SPNV-Wettbewerbsprojekt Isar-Noris-Altmühl – Prüfung 24h-Fahrplan. DB Netz, 27. November 2023, S. 3 (subreport-elvis.de [PDF; 302 kB; abgerufen am 26. April 2024]).</ref>

Im 2020 vorgelegten dritten Gutachterentwurf des Deutschlandtakts ist München nicht als Vollknoten, sondern als Knoten hinterlegt, in dem Richtungsanschlüsse fortlaufend hergestellt werden.<ref name="bt-19-22479">Deutscher Bundestag (Hrsg.): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Harald Ebner, Christian Kühn (Tübingen), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 19/21572 –. Dritter Gutachterentwurf zum Zielfahrplan Deutschlandtakt und Auswirkungen auf den künftigen Bahnknoten Stuttgart. Band 19, Nr. 21572, 15. September 2020, ISSN 0722-8333, S. 2. BT-Drs. 19/22479</ref> Baulich ist darin ein zusätzlicher Fußgängersteg bzw. eine zusätzliche Fußgängerunterführung unterstellt. Dafür sind, zum Preisstand von 2015, Investitionen von 33 Millionen Euro vorgesehen. Weitere fünf Millionen Euro sind für einzelne Optimierungen des Spurplans und der Leit- und Sicherungstechnik eingeplant.<ref name="sma-2021-08-17">Marten Maier: Infrastrukturliste Bewertung: Maßnahmen des Planfalls „Deutschlandtakt“, laufende Nummer 44 des Unterabschnitts 2, Vorhaben des Potentiellen Bedarfs des Bedarfsplans der Bundesschienenwege. (PDF) In: bmvi.de. SMA und Partner, 17. August 2021, S. 11, 23, abgerufen am 19. August 2021 („2-00“, „Entwurf“).</ref><ref name="trimode-2021-08-17">Deutschlandtakt: Bewertung Infrastrukturmaßnahmen für den 3. Gutachterentwurf. (PDF) In: downloads.ctfassets.net. Intraplan Consult, TTS TRIMODE Transport Solutions, 17. August 2021, S. 2, abgerufen am 18. August 2021 („Entwurf, Stand: 17.08.2021“).</ref> Für die zweite Personenquerung lief Ende 2025 die Vorplanung.<ref name="bt-21-3459">Deutscher Bundestag (Hrsg.): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Victoria Broßart, Swantje Henrike Michaelsen, Matthias Gastel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 21/3119 –. Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München. Band 21, Nr. 3459, 22. Dezember 2025, ISSN 0722-8333. BT-Drs. 21/3459</ref>

Nach der nunmehr für 2035 vorgesehenen Inbetriebnahme der Zweiten Stammstrecke erwartet die Deutsche Bahn bis zu 850.000 Reisende pro Tag am Hauptbahnhof. Damit entstünde dort „der größte und modernste ÖPNV-Knoten Europas“.<ref name="db-2022-09-29">2. Stammstrecke München: Neuer Zeit- und Kostenplan. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 29. September 2022, abgerufen am 30. September 2022.</ref>

Der Bahnhof sowie wesentliche Zulaufstrecken sind als überlasteter Schienenweg eingestuft.<ref>Björn Renker: Die DB InfraGO AG hat bisher 26 Schienenwege als überlastet erklärt. (PDF) DB InfraGO AG, Dezember 2025, abgerufen am 23. Dezember 2025.</ref>

Neubau

Datei:GER München, Hauptbahnhof 0015.jpg
Baufortschritt im September 2023, der Mittelbau des Empfangsgebäudes wird abgetragen
Datei:Munchen Hbf 2025 1.jpg
Baufortschritt im Juli 2025, das ehemalige Empfangsgebäude wurde bereits vollständig abgerissen

Am 7. Juli 2010 teilte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege der Landeshauptstadt München mit, dass die Gleishalle des Hauptbahnhofs, das Relief von Rupprecht Geiger sowie der gesamte Starnberger Flügelbahnhof von Heinrich Gerbl als Baudenkmäler eingestuft wurden.<ref>DenkmalAtlas 2.0. Abgerufen am 25. März 2025.</ref><ref>Dr. Dieter J. Martin: München Hauptbahnhof Studie zu den Denkmaleigenschaften des Gesamtkomplexes. denkmalnetzbayern.de, 17. Oktober 2017, abgerufen am 27. März 2025.</ref><ref>DenkmalAtlas 2.0. Abgerufen am 26. März 2025.</ref>

Unter dem Titel München 21 hatten die Deutsche Bahn und die Landeshauptstadt München in den 1990er Jahren ein Konzept zur (zumindest teilweisen) Umwandlung des Hauptbahnhofs in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof entwickelt. Aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit und fehlender Mittel wurde dieses Projekt bis auf Weiteres zurückgestellt.

Seit Ende 2000 war geplant, unter dem Hauptbahnhof die Endhaltestelle einer Transrapid-Strecke zum Flughafen zu bauen. Dieses Projekt wurde jedoch aus Kostengründen am 27. März 2008 eingestellt.

Im Bau ist ein zweiter S-Bahn-Tunnel (Zweite Stammstrecke) mit neuem S-Bahnhof unter der Bahnhofshalle. Die Bauarbeiten sollten zunächst von 2008 bis 2011 andauern, wurden jedoch wegen Umplanungen im Ostabschnitt der Strecke auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Darüber hinaus war vorgesehen, die gesamten Bestandsgebäude des Bahnhofs mit Ausnahme der denkmalgeschützten Gleishalle abzureißen und durch einen Neubau der Schalterhalle nach den Plänen des Architekturbüros Auer Weber zu ersetzen. Aufgrund von Schwierigkeiten in der Finanzierung war fraglich, ob letztgenanntes Projekt zeitgleich mit den beiden vorher genannten Umbauten oder überhaupt durchgeführt würde.<ref>Dominik Hutter: Doch kein neuer Bahnhof? Süddeutsche Zeitung, 8. Dezember 2008, abgerufen am 15. August 2022.</ref> Im Mai 2011 gab die Bahn bekannt, statt des im Realisierungswettbewerb ausgewählten Entwurfs einen einfacheren Bau umsetzen zu wollen, und begründete dies mit geringeren Kosten.<ref>Marco Völklein: Heftige Kritik am neuen Hauptbahnhof. Abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Die Stadt München und der Münchner Stadtrat kritisierten den Alternativvorschlag als unzureichend, zudem wurde die Kostenersparnis angezweifelt, da der neue Entwurf vor allem aufgrund von kleiner dimensionierten Verbindungsgängen zwischen S- und U-Bahn im Untergrund günstiger wäre. Bei der Vorstellung der alternativen Pläne im Münchner Stadtrat am 18. Mai 2011 verweigerte sich der Bahnmanager André Zeug den Fragen der Stadtratsmitglieder.<ref name="sz-2011-05-19">Dominik Hutter: Stadtrat buht Bahn aus. In: Süddeutsche Zeitung. 19. Mai 2011, ISSN 0174-4917 (online).</ref> Später einigten sich Oberbürgermeister Christian Ude, Bahnchef Rüdiger Grube sowie das Architekturbüro auf die Umsetzung des preisgekrönten Konzeptes von Auer Weber.<ref name="sz-2012-02-03">Dominik Hutter: Nächster Halt: Neuer Hauptbahnhof. In: Süddeutsche Zeitung. 3. Februar 2012, ISSN 0174-4917 (online).</ref> Mitte September 2013 vergab die Deutsche Bahn an Auer Weber den Auftrag zur Generalplanung des neuen Empfangsgebäudes. Die Bahn plante 2015 die Pläne zur Genehmigung einzureichen, um eine Fertigstellung zeitgleich mit der zweiten Stammstrecke zu erreichen.<ref name="sz-2013-11-19">Marco Völklein: Neuer Halt: Hauptbahnhof. In: Süddeutsche Zeitung. 19. November 2013, ISSN 0174-4917 (online).</ref>

Datei:Neuer Hauptbahnhof München Zielvorstellung 1.jpg
Plan für den neuen Hauptbahnhof auf einem Plakat zentral auf der Baustelle vor der Straße ‚Bahnhofsplatz‘ (2021)

<templatestyles src="Vorlage:Galerie/styles.css" />

Pläne für einen neuen Münchner Hauptbahnhof wurden dem Stadtrat im April 2015 präsentiert. Diese sehen unter anderen vor, den denkmalgeschützten Starnberger Flügelbahnhof abzureißen und durch ein 75 Meter hohes Gebäude mit Büro- und Gewerbeflächen zu ersetzen.<ref>Andreas Schubert: München: So will die Bahn den Hauptbahnhof umbauen. 19. Juli 2018, abgerufen am 5. April 2025.</ref><ref>Verfahrensstand Bahnprojekte Hauptbahnhof und Starnberger Flügelbahnhof. Abgerufen am 5. April 2025.</ref>

Unterhalb der Empfangshalle des bestehenden Bahnhofs soll eine 40 Meter tiefe Zugangshalle mit Rolltreppen und Expressaufzügen zur Station der zweiten Stammstrecke entstehen.<ref name="sz-2015-04-09">Marco Völklein: Großer Bahnhof. In: Süddeutsche Zeitung. 9. April 2015, ISSN 0174-4917 (unter anderem Titel online).</ref> Außerdem ist eine weitreichende Umgestaltung der Bahnhofsvorplätze geplant.<ref>Startseite – Hauptbahnhof München. Abgerufen am 8. Juni 2017.</ref> Die Fertigstellung wird nicht vor 2029 erwartet. Die geschätzten Kosten betrugen Stand 2017 ca. eine Milliarde Euro.<ref name="faz-2015-135-19">Irene Kleber: Hauptbahnhof-Neubau: Das Hochhaus wird kleiner. In: Abendzeitung. 12. Oktober 2017 (online).</ref>

2014 wurde das Untergeschoss des Bahnhofs neugestaltet. Im S-Bahn-Bereich wurden 24 Millionen Euro investiert, im U-Bahn-Bereich 20 Millionen Euro. Unter anderem wurde bis Ende 2015 der Brandschutz verbessert.<ref>Abendzeitung Germany: Münchner Hauptbahnhof: Seine zwei Gesichter. 17. August 2013, abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Im Sommer 2019 begann im Rahmen der Bauarbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke der Abriss der Schalterhalle und des Vordachs des Bahnhofsgebäudes.<ref>Wie der Hauptbahnhof plattgemacht wird. Süddeutsche Zeitung, 9. September 2019, abgerufen am 9. September 2019.</ref><ref>muenchen.de: Ab Mai beginnt der Teil-Abriss des Hauptbahnhofs. Abgerufen am 24. März 2019.</ref> Ende November 2019 wurde der Abbruch der Schalterhalle abgeschlossen.<ref>Ekaterina Kel: München: Infos zur Baustelle am Hauptbahnhof. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 21. November 2019.</ref> Seither fanden auch in der eigentlichen Bahnhofshalle Arbeiten zum Bau der zweiten Stammstrecke statt, unter anderem die Verlegung von oberirdischen Rohren für das Grundwassermanagement sowie im Mai 2021 der Abriss von Verkaufspavillons auf dem Querbahnsteig und ab Ende 2021 die Schließung weiterer Geschäfte. Mit Stand April 2022 wurden bis auf das DB Reisezentrum sämtliche Geschäfte im Hauptgebäude des Bahnhofs sowie das angrenzende InterCityHotel geschlossen. Das DB Reisezentrum ist seit Frühjahr 2023 übergangsweise im geräumten Gebäude des InterCityHotels beheimatet, da die Räumung und der Rückbau des Hauptgebäudes der Bahnhofshalle begonnen wurde.

Die aus den 1970er Jahren stammende, vierseitige Bahnhofsuhr der Empfangshalle wurde im Dezember 2023 demontiert und an das Verkehrszentrum des Deutschen Museums übergeben. Sie soll dort restauriert und ausgestellt werden.<ref>Münchens Bahnhofsuhr kommt ins Museum. Süddeutsche Zeitung, 18. Dezember 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Dezember 2023; abgerufen am 8. Januar 2024.</ref><ref>Für die Münchner Bahnhofsuhr beginnt eine neue Zeit. Deutsches Museum, 18. Dezember 2023, abgerufen am 7. Januar 2024.</ref>

Im September 2024 wurde auf dem Querbahnsteig der Haupthalle eine provisorische Stützkonstruktion und Zwischendecke installiert, um mit dem Abbruch des nicht zur Gleishalle gehörenden Dachs und weiterer Gebäudeteile beginnen zu können. Zudem wurden weitere Ausgänge verlegt und hierfür nochmals Ladengeschäfte geschlossen. Die Deutsche Bahn kündigte zudem den Bau eines provisorischen Bahnhofsgebäudes in Container-Bauweise südlich der Haupthalle an, das von 2026 bis voraussichtlich 2036 wichtige Einrichtungen wie etwa das DB Reisezentrum aufnehmen soll.<ref>Für über 20 Millionen Euro: Münchner Hauptbahnhof erhält ein provisorisches Bahnhofsgebäude. 21. Juli 2024, abgerufen am 11. September 2024.</ref> Mit Stand Ende 2025 war das aus den 1960er-Jahren stammende Hauptgebäude vollständig abgerissen und die Vorbereitungen für den Abriss des Starnberger Flügelbahnhofs sowie des nebenstehenden Bürogebäudes wurden getroffen. Hierzu gehört auch die längerfristige Sperrung von Gleis 26 samt Bahnsteig, da hier eine Schutzwand errichtet wird, um die Gleishalle vor Wind und Wetter zu schützen. Ein alternativer Fußweg führt vom Querbahnsteig über den Ausgang Arnulfstraße und durch die alte Schalterhalle des Starnberger Flügelbahnhofs zu den Gleisen 27 bis 36.<ref name=":0" />

Aufbau

Bahnhof

Der Münchner Hauptbahnhof ist neben dem Bahnhof Lindau-Insel (bis 2020 Lindau Hauptbahnhof) der einzige größere Kopfbahnhof in Bayern. Er besitzt 32 Bahnsteiggleise und setzt sich aus drei Bahnhofsteilen sowie einem betrieblich eigenständigen S-Bahnhof mit zwei weiteren Gleisen zusammen:

Holzkirchner Flügelbahnhof (Gleis 5–10)

Datei:Holzkirchner Flügelbhf in the snow, Jan 2021 img 5.jpg
Holzkirchner Flügelbahnhof nach der Sanierung (2021)

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand der Holzkirchner Bahnhof aus den Gleisen 1 und 2 für Post- und Expressgutverladung und den Gleisen 3 bis 10 für den Personenverkehr der Regional- und Vorortzüge in Richtung Mühldorf, Grafing – Rosenheim, Holzkirchen, Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries sowie ab 1950 nach Wolfratshausen – Bichl in Betrieb. In den siebziger Jahren wurde das Gleis 10 mit dem Gleis 11 der Haupthalle verbunden, um die Nutzlänge von Gleis 11 zu vergrößern. Nach dem Bau des Südstreckentunnels westlich der Donnersbergerbrücke fuhren ab 1981 die Regionalzüge in Richtung Holzkirchen vom Starnberger Bahnhof ab, während die Züge nach Wolfratshausen (zwischen 1972 und 1981 als S 10 bezeichnet) zur S 7 wurden, die wie die anderen West-Ost-S-Bahn-Linien durch den Stammstrecken-Tunnel zum Ostbahnhof geleitet wurden. Die verbleibenden Gleise 3 – 8 (alt) wurden in 5 – 10 (neu) umnummeriert.<ref>Doku des Alltags: Streifzüge durch den alltäglichen Eisenbahnbetrieb. Abgerufen am 15. August 2022.</ref> Der Holzkirchner Bahnhof hat nach der Verknüpfung der sog. Südstrecken mit der S-Bahn-Stammstrecke bzw. mit dem Starnberger Bahnhof am 31. Mai 1981 stark an Bedeutung verloren. Zurzeit hat er noch sechs Gleise, von denen Reisezüge abfahren.

Derzeit fahren hier hauptsächlich die Regionalzüge Richtung Mühldorf, Kufstein und Salzburg ab. Die Bahnsteige in diesem Bereich wiesen eine niedrigere Höhe auf als im Rest des Bahnhofs und waren als einzige nicht überdacht, bis sie von Juni 2017 bis September 2018 für etwa 14 Millionen Euro grundlegend modernisiert, erhöht und mit Dächern ausgestattet wurden. Zudem wurden Gleis- und Weichenarbeiten durchgeführt sowie der Bahnsteig an Gleis 5/6 verlängert.<ref>Der Holzkirchener Flügelbahnhof am Münchner Hauptbahnhof wird barrierefrei umgebaut. Deutsche Bahn, 3. Mai 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Oktober 2018; abgerufen am 15. August 2022.</ref><ref>Nach Bauarbeiten: Holzkirchner Flügelbahnhof offiziell eröffnet. In: BR24. Bayerischer Rundfunk, 11. September 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Oktober 2018; abgerufen am 15. August 2022.</ref> Nachdem dieser Bereich bis zur Modernisierung regulär nur für den Regionalverkehr genutzt wurde, werden seither auch einzelne ICE- oder Railjet-Fahrten sowie die Züge der Westbahn nach Wien hier abgefertigt.

Haupthalle (Gleis 11–26)

Datei:München Hauptbahnhof - 53459594196.jpg
Haupthalle (2024)

In der Haupthalle fahren alle Fernverkehrszüge und viele Nahverkehrszüge (meist in Richtung Augsburg, Ingolstadt und Landshut). In der Haupthalle befinden sich das Reisezentrum der DB, die DB Information, eine DB Lounge für Fahrgäste mit 1. Klasse-Flexpreis und Bahnbonus-Statuskunden mit zwei getrennten Bereichen (Premium und Comfort) sowie Geschäfte, Imbisse und weitere Serviceeinrichtungen. Die Stahlkonstruktion der Haupthalle wurde 1960 von der Friedrich Krupp AG entworfen und gefertigt. Die Haupthalle ist seit 2019 durch die Bauarbeiten für den neuen Hauptbahnhof um sie herum erheblich beeinträchtigt.

Datei:Warteraum München Hbf 2026.jpg
Warteraum 2026

Der in der Haupthalle vorhandene Warteraum im Obergeschoß neben der DB Lounge wurde 2016 beim Durchgang zur U1/U2 mit einer Wartelounge als Versuchslabor ergänzt.<ref>Neue Wartelounges bei der Bahn: Versuchslabor am Hauptbahnhof. 25. August 2016, abgerufen am 17. März 2026.</ref> Durch den Umbau musste zunächst die Wartelounge weichen und es folgte die Auflösung des Warteraums, so dass es jahrelang keine entsprechende Möglichkeit mehr gab, in einem geschützten Raum zu warten. Nach der Errichtung der provisorischen DB Information wurde längere Zeit später hinter dieser ein vergleichsweise kleiner neuer Warteraum geschaffen.

Starnberger Flügelbahnhof (Gleis 27–36)

Datei:Starnberger Flügelbahnhof, München.jpg
Starnberger Flügelbahnhof vor dem Beginn der Abrissarbeiten (2024)

Von hier fahren die Regionalzüge Richtung Memmingen, Lindau, Oberstdorf, Kochel am See, Garmisch-Partenkirchen, Deisenhofen, Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee sowie der EuroCity-Express Richtung Zürich ab. Auch verkehren hier bei Störungen oder Bauarbeiten auf der S-Bahn-Stammstrecke S-Bahnen Richtung Westen. Die S 7 Richtung Wolfratshausen nutzt seit 15. Dezember 2024 auch den Flügelbahnhof, normalerweise an Gleis 36.

Datei:München, Starnberger Flügelbahnhof, Uhr, 2.jpg
Schmuckuhr im Starnberger Flügelbahnhof (2023)

Im Sommer 2010 wurde die Säulenhalle des Flügelbahnhofs vom Zugang zum Untergeschoss und den beiden geöffneten Ladengeschäften durch eine neu eingezogene Wand abgetrennt. Bis März 2014 war die Säulenhalle in einem unansehnlichen Zustand, zwischenzeitlich wurden Anstrich und Beleuchtung jedoch erneuert. In diesem neu geschaffenen Gang entstand eine Filiale von BackWerk. Die meisten Fahrgäste benutzen von den Gleisen des Flügelbahnhofs den Weg in die Haupthalle als Ausgang und umgehen dadurch dieses Nebengebäude, was vielen Flächen die Attraktivität nimmt. Die Säulenhalle des Flügelbahnhofs war in den letzten Jahren zwar geöffnet, jedoch bis auf eine Filiale von Yorma’s zur Bahnsteigseite verwaist – ab Frühjahr 2021 befand sich in der Halle zeitweise ein provisorisches Fahrradparkhaus. In Vorbereitung auf den Abriss des Bahnhofsgebäudes wurden bis 2024 im Rahmen von Vorarbeiten bereits die Dächer über dem Querbahnsteig teilweise abgerissen sowie ein neuer Ausgang in Richtung Arnulfstraße eingerichtet. Im selben Jahr zog auch das Kindermuseum der Stadt dort aus. Mit Stand Ende 2025 wurden auch die letzten Ladenflächen geschlossen und der Gebäudekomplex für den weiteren Abriss vorbereitet. Die historische Schmuckuhr innerhalb der Schalterhalle wurde am 15. April 2026 abmontiert und dem Deutschen Museum überlassen. Sie wird dort im Laufe des Jahres 2026 in der Ausstellung „Modelleisenbahn“ aufgehängt und wieder in Betrieb genommen.

Datei:München Hbf Baustelle Bahnsteig 26 - 2026-03-15.jpg
Baustelle Bahnsteig 26

Das Ende der Bahnsteige in den Flügelbahnhöfen liegt vor dem der Gleise der Haupthalle, daher muss immer an Gleis 11 beziehungsweise 26 (Dieser Bahnsteig ist aufgrund der Bauarbeiten seit November 2025 gesperrt, der alternative Fußweg führt vom Querbahnsteig der Gleishalle über den Ausgang Arnulfstraße und durch die alte Schalterhalle des Starnberger Flügelbahnhofs zu den Gleisen 27 bis 36.<ref name=":0">Sperrung Bahnsteig 26 – Alternativer Fußweg ab Mitte November - Neubau Hauptbahnhof München. Abgerufen am 14. März 2026.</ref>) entlanggegangen werden, um die Flügelbahnhöfe zu erreichen. Einen öffentlichen Fußgängertunnel zum schnelleren Umsteigen wie in anderen Kopfbahnhöfen gibt es nicht mehr. Eine in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts errichtete Bahnsteigunterführung zwischen den heutigen Gleisen 11 und 26 lag 120 Meter westlich vom Ende der Stumpfgleise entfernt. Seit Sperrung dieser Unterführung benötigt man für das Umsteigen etwa fünf Minuten mehr Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Treppenabgänge zum aufgegebenen Fußgängertunnel noch zu sehen.

Der Hauptbahnhof im Querschnitt und die geplanten, teilweise bereits wieder verworfenen Ausbaumaßnahmen, Grafik aus 2008 (Blickrichtung nach Osten)

München Hbf (tief) (Gleise 1 und 2)

Der unterirdische S-Bahnhof ist wie die Bahnhöfe Karlsplatz (Stachus) und Marienplatz in spanischer Lösung ausgeführt – am rechten Bahnsteig aussteigen und links einsteigen – um den Fahrgastfluss zu beschleunigen. Dabei ist nur der Mittelbahnsteig durch einen Aufzug barrierefrei erreichbar.<ref name="Stationsausstattung">München Hbf. In: Stationsausstattung DB Station&Service AG. Deutsche Bahn AG, 4. März 2021, abgerufen am 20. März 2021.</ref><ref name="Stationssteckbrief tief">Stationssteckbrief München Hbf (tief). In: Stationsdatenbank Bayern. Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH, Februar 2021, abgerufen am 20. März 2021.</ref> Der Tunnel der S-Bahn überquert die U-Bahn-Röhren der U 1, U 2, U 7 und U 8 im zweiten Untergeschoss des Münchner Hauptbahnhofs.

Bedingt durch die räumliche Ausdehnung des Bahnhofs muss eine gewisse Zeit für den Fußweg zwischen den einzelnen Bahnhofsteilen eingeplant werden. Als minimal notwendige Umsteigezeiten gibt die DB AG zwischen den Flügelbahnhöfen und der Haupthalle zehn Minuten, zwischen den beiden Flügelbahnhöfen 15 Minuten, zwischen der S-Bahn-Station und dem Starnberger Flügelbahnhof beziehungsweise der Haupthalle zehn Minuten und zwischen der S-Bahn-Station und dem Holzkirchner Flügelbahnhof 15 Minuten an.

Bahnsteige

Datei:München Hauptbahnhof Lageplan.png
Lageplan des Bahnhofes (2010)

Die Bahnsteige im Holzkirchner Flügelbahnhof und in der Haupthalle (B01 bis B12) sind mit Blindenleitstreifen ausgestattet. Alle Bahnsteige mit Ausnahme der Ankunftsbahnsteige der S-Bahn sind in Bahnsteigabschnitte unterteilt. Die oberirdischen Bahnsteige sind außerhalb der Bahnhofshalle teilweise überdacht, die Bahnsteige im Holzkirchner Flügelbahnhof haben zudem Wetterschutzhäuser.<ref name="Stationsausstattung" /><ref name="Stationssteckbrief oben">Stationssteckbrief München Hbf Haupthalle. In: Stationsdatenbank Bayern. Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH, Februar 2021, abgerufen am 20. März 2021.</ref>

Bahnsteig<templatestyles src="FN/styles.css" /> a Gleis Ort Höhe<templatestyles src="FN/styles.css" /> b Länge<templatestyles src="FN/styles.css" /> c
B01 5 München Hauptbahnhof Gl. 5–10
Holzkirchner Flügelbahnhof
76 cm 300 m<templatestyles src="FN/styles.css" /> d
6 319 m<templatestyles src="FN/styles.css" /> d
B02 7 76 cm 217 m
8 230 m
B03 9 76 cm 339 m<templatestyles src="FN/styles.css" /> d
10<templatestyles src="FN/styles.css" /> e
B04 76 cm 509 m
11 München Hauptbahnhof
Haupthalle
B05 12 76 cm 436 m
13
B06 14 76 cm 432 m
15
B07 16 76 cm 346 m
17
B08 18 76 cm 432 m
19
B09 20 76 cm 366 m
21
B10 22 76 cm 425 m<templatestyles src="FN/styles.css" /> d
23
B11 24 76 cm 370 m
25
B12 26 76 cm 474 m
27<templatestyles src="FN/styles.css" /> e München Hauptbahnhof Gl. 27–36
Starnberger Flügelbahnhof
B13 76 cm 360 m<templatestyles src="FN/styles.css" /> d
28
B14 29 76 cm 290 m
30
B15 31 76 cm 303 m
32
B16 33 76 cm 251 m
34
B17 35 76 cm 224 m
36
SB3<templatestyles src="FN/styles.css" /> f 1<templatestyles src="FN/styles.css" /> e München Hauptbahnhof (tief)
S-Bahn
96 cm 210 m
SB1<templatestyles src="FN/styles.css" /> g 96 cm 210 m
2<templatestyles src="FN/styles.css" /> e
SB2<templatestyles src="FN/styles.css" /> f 96 cm 210 m

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a 
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d 
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beidseitig Bahnsteig

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g 
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Betrieb

Betriebliche Situation

Durch die Anlage als Kopfbahnhof verkehren zwecks kürzerer Standzeiten vorwiegend Wendezüge, jedoch fahren nach wie vor alle EuroCity sowie Nightjet-Garnituren der ÖBB-Personenverkehr sowie die Züge des alex Nord ohne Wendezug-Steuerwagen, bei denen in der Bahnhofshalle Loks gewechselt werden. Im Dezember 2020 wurden die Züge des alex Süd sowie des Eurocity nach Zürich (seitdem EuroCity-Express) durch Triebzüge ersetzt, ebenso ein Teil der ÖBB-Züge.

Dieseltriebfahrzeuge nutzen in der Regel die nicht überdachten Flügelbahnhöfe, um die Luftverunreinigung in der Haupthalle zu minimieren. Ausnahmen hiervon bilden einzelne Regionalzüge nach Mühldorf und in Richtung Kempten/Allgäu.

Täglich bedienen nach DB-Angaben 258 Fernverkehrszüge, 597 Nahverkehrszüge und 1018 S-Bahnzüge den Bahnhof (Stand 2013).<ref name="db">DB Station & Service. Abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Bahnstrecken und Kursbuchstrecken

Am Münchner Hauptbahnhof haben sechs Bahnstrecken ihren Ausgangspunkt. Im Bahnhof beginnen die Bahnstrecken München–Augsburg, München–Rosenheim, München–Treuchtlingen, München–Regensburg, München–Garmisch-Partenkirchen und München–Lenggries.

Die über Pasing zulaufenden Strecken werden auf einer Länge von acht Kilometern bis zum Hauptbahnhof gebündelt. Als betrieblich günstig gilt die Vielzahl von höhenfreien Kreuzungen. Ferner wendet ein Großteil der den Hauptbahnhof anfahrenden Züge auf die eigene Linie zurück.<ref name="eri-2003-464">Uwe Weiger: Schwierige Betriebsoptimierung trotz Infrastrukturausbau im Bahnknoten München. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2003, ISSN 1421-2811, S. 464–469.</ref>

Über den Münchner Südring als Teil der Bahnstrecke München–Rosenheim ist der Hauptbahnhof mit dem Bahnhof München Ost verbunden, von dem weitere Bahnstrecken ausgehen.

Folgende Kursbuchstrecken treffen in München Hauptbahnhof aufeinander:

Fernverkehr

Seit der Fertigstellung der Bayerischen Maximiliansbahn von München nach Ulm 1854 waren Zugverbindungen nach Baden-Württemberg möglich. Wenige Jahre nach dem Lückenschluss der Bayerischen Maximiliansbahn von München nach Salzburg beziehungsweise Kufstein 1858, verkehren auch internationale Züge meist von Paris nach Wien. So entstand 1883 der Orient-Express, der von Paris nach Konstantinopel (Istanbul) verkehrte. In Richtung Italien über Kufstein wurde 1897 der Nord-Süd-Express eingeführt, dieser fuhr von Berlin nach Verona. In der Folgezeit entstanden weitere internationale Reiseverbindungen, wie zum Beispiel der Tauern-Express, die in Richtung Südosteuropa oder Italien fuhren. Den Höhepunkt erreichten die Verbindungen in den 1960er Jahren, durch den zunehmenden Individualverkehr sind aber bis 2012 fast alle internationalen Verbindungen eingestellt. Der erste Trans-Europ-Express bediente den Bahnhof ab dem 15. Oktober 1957, dieser trug den Namen Mediolanum und fuhr von München nach Mailand. Am 30. Mai 1965 folgte der TEE Rheinpfeil, dieser wurde jedoch bereits 1971 wieder eingestellt. Am 28. September 1969 folgte der Betriebsbeginn des TEE Bavaria, der von München nach Zürich fuhr, die Einstellung erfolgte 1977. Es folgten vier weitere TEE-Verbindungen, nach ihrer Einstellung wurden sie meist durch Inter- oder Eurocityzüge ersetzt.<ref>Peter Schricker: Bahnknoten München. in Lok-Magazin, Ausgabe Januar 2011.</ref>

In den Hauptbahnhof führte bis zur Eröffnung der Schnellfahrstrecke Nürnberg – Ingolstadt am 13. Mai 2006 keine Strecke auf direktem bzw. kurzem Weg von Nürnberg. Die Nürnberger Züge fuhren entweder über Treuchtlingen – Augsburg oder über Treuchtlingen – Ingolstadt nach München.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Folgende Linien des Schienenpersonenfernverkehrs bedienen aktuell den Münchner Hauptbahnhof:

Linie Strecke Taktfrequenz
ICE 11 MünchenStuttgartFrankfurt am MainFuldaEisenachErfurtLeipzigBerlin HbfBerlin Gesundbrunnen zweistündlich
WiesbadenMainzMannheimStuttgartMünchen einzelner Zug
ICE 18 Berlin Gesundbrunnen – Berlin Hbf – Halle (Saale) Hbf – Erfurt Hbf – Bamberg – Nürnberg Hbf – Donauwörth – Augsburg Hbf – München zweistündlich
ICE 25 Hamburg-Altona – Hannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Würzburg – Nürnberg – Ingolstadt – München stündlich
ICE 28 München – Nürnberg – Erfurt – Leipzig – Lutherstadt Wittenberg – Berlin Südkreuz –  Berlin Hbf – Berlin-Spandau – Hamburg Hbf – Hamburg-Altona zweistündlich
ICE 29 München – Nürnberg – Erfurt – Halle (Saale) – Berlin Südkreuz – Berlin Hbf – Berlin Gesundbrunnen stündlich (Sprinter)
ICE 31 Dortmund – Wuppertal – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt Flughafen – Frankfurt – Hanau – Würzburg – Nürnberg – Ingolstadt – München (– Garmisch-Partenkirchen – Seefeld in Tirol) ein Zugpaar
ICE 41 (Dortmund –) Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln Messe/Deutz Frankfurt Flughafen Frankfurt – Würzburg – Nürnberg – München stündlich
ICE 42 Hamburg-Altona – Bremen – Münster – Dortmund – Essen – Duisburg – Köln – Siegburg/Bonn – Frankfurt Flughafen – Mannheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München zweistündlich
ICE 47 (Münster –) Dortmund – Essen – Duisburg – Köln Messe/Deutz Frankfurt Flughafen Mannheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München zweistündlich
ICE 60 (Basel – Freiburg – / Saarbrücken – Mannheim –) Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München zweistündlich
TGV 83 Paris Est Strasbourg – Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München ein Zugpaar
ECE 88 München – Buchloe – Memmingen – Lindau-Reutin – Bregenz – St. Margrethen – St. Gallen – Winterthur – Zürich zweistündlich
RJX 90 München – Salzburg – Linz – Wien (– Budapest-Keleti) zweistündlich
ICE/RJ/EC 62 Frankfurt – Darmstadt – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München – Rosenheim – Salzburg – Villach – Klagenfurt – Graz ( – Wien) zweistündlich
Saarbrücken – Mannheim –
Münster – RecklinghausenGelsenkirchen – Köln Messe/Deutz – Frankfurt Flughafen – Mannheim –
IC 28 Nürnberg – Augsburg – München einzelne Züge
EC/RJ 89 München – Rosenheim – Kufstein – Innsbruck (– Bozen – Verona – Venezia bzw. Bologna) zweistündlich
EC 114/115 München – Rosenheim – Salzburg – Villach – Ljubljana Zagreb ein Zugpaar täglich
WESTbahn (Stuttgart – Ulm – Augsburg –) München – Rosenheim – Salzburg – Linz – Wien Westbahnhof fünf Zugpaare

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Datei:Münchener Hauptbahnhof- auf Bahnsteig zu Gleis 19- ICE 403 003-7 (Tz 303) Dortmund 26.5.2012.jpg
ICE 3 im Münchener Hauptbahnhof (2012)
Datei:Munich - Hauptbahnhof - Septembre 2012 - IMG 7420.jpg
Railjet der ÖBB-Personenverkehr auf dem Weg nach Wien in München Hauptbahnhof (2012)

Die ICE-Linien 25 und 28 verkehren im stündlichen Wechsel über Ingolstadt oder Augsburg weiter nach Nürnberg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Augsburg bald stärker mit dem Norden verbunden. (Memento vom 3. September 2016 im Internet Archive) B4B Schwaben vom 28. April 2010.</ref> Rund acht ICE-Züge der Linie 25 fahren dabei über Augsburg und Ansbach (ohne Halt) direkt nach Würzburg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NÜRNBERGER ZEITUNG: Hält bald der ICE in Ansbach? (Memento vom 17. September 2016 im Internet Archive) vom 5. Juni 2010.</ref> Bei der Linie 28 gibt es seit dem 12. Dezember 2011 im stündlichen Wechsel eine schnellere Verbindung über Ingolstadt und Halle (Saale) nach Berlin und eine etwas langsamere über Augsburg und Leipzig nach Berlin.<ref>Pressemitteilung der DB AG: Verändertes Konzept für den Fernverkehrsfahrplan 2011 – Mehr ICE und Direktverbindungen in Sachsen-Anhalt vom 1. November 2010.</ref>

Mit den ICE-Zügen 1021 und 1022 gibt es seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 ein Zugpaar, welches München über die linke Rheinstrecke an Dortmund anbindet. So sind nunmehr auch Mainz, Koblenz und Bonn außer mit den Zügen der EC-/IC-Linie 32, die bis München Hbf durchgebunden sind, von der bayerischen Landeshauptstadt mit einer täglichen ICE-Direktverbindung umsteigefrei erreichbar.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: bahnknoten-ingolstadt.de.</ref>

Für die laut Deutscher Bahn „besonders stark nachgefragte“ Verbindung von München nach Frankfurt am Main stehen Reisenden die sich zum Stundentakt überlagernden zweistündlichen ICE-Linien 11 und 42 über Stuttgart sowie die stündliche ICE-Linie 41 über Nürnberg zur Verfügung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung der Deutsche Bahn AG: Deutsche Bahn und Deutsche Telekom bauen Internetzugang im ICE aus (Memento vom 6. November 2018 im Internet Archive), vom 21. Dezember 2011.</ref> Die Linie 41 endet bis auf einzelne Züge, die bis Dortmund durchgebunden sind, grundsätzlich in Essen.

Im Unterschied zu den Linien 11 und 42 fahren die Züge der Linie 41 dabei sowohl den Frankfurter Hauptbahnhof als auch den Frankfurter Flughafen an. Dafür haben die ICEs der Linien 11 und 42 in Mannheim „optimale Anschlussmöglichkeiten“ zu den von Karlsruhe kommenden ICEs der zweistündlichen Linien 12 Basel – Frankfurt – Berlin und 43 Basel – Frankfurt – Köln, wobei diese Linien ab Mannheim den jeweils anderen Ast bedienen, als die von München kommenden Züge der Linien 11 und 42.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />pro-bahn-bw.de: DB-Fernverkehr im Rhein-Neckar-Dreieck (Memento vom 7. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 5. Februar 2012.</ref>

Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 verkehrt von München täglich ein TGV-Zugpaar nach Paris.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bahn AG: Programm der DB AG – Zwischenbilanz 2007 (Memento vom 13. April 2014 im Internet Archive).</ref> Der TGV fährt diese Strecke in rund sechs Stunden und zwölf Minuten und ist somit rund zwei Stunden schneller als die früheren Eurocity-Verbindungen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ganz-muenchen.de: Großer Bahnhof für die neue TGV Verbindung Paris – Strassburg – München (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 2. Februar 2012.</ref> Der Railjet der Österreichischen Bundesbahnen verbindet München über Wien mit Budapest im Zweistundentakt.

Eine Zwischenrolle zwischen Nah- und Fernverkehr nimmt der alex (bis 2010: Arriva-Länderbahn-Express) ein, da er zwar tariflich dem Nahverkehr zugeordnet ist, jedoch als Ersatz für den eingestellten Interregio mit nur wenigen Zwischenhalten eigentlich dem Fernverkehr zugeordnet werden müsste – er fährt nach der Übernahme seiner früheren Linie ins Allgäu an DB Regio noch von München über Regensburg und Schwandorf nach Prag. Ein weiterer Zug, der zwar als Regionalverkehrszug gilt, aber annähernde Fernverkehrsfahrzeiten besitzt, ist der München-Nürnberg-Express. Dieser verbindet München mit Nürnberg im Zweistundentakt und nutze hierfür früher auch ehemalige Intercity-Wagen.

Außerdem verkehren viele Nachtreisezug-Linien im Hauptbahnhof, wovon die meisten dort starten oder enden. Betreiber sind ÖBB-Personenverkehr mit dem ÖBB Nightjet, MÁV und . Die City-Night-Line-Verbindungen der DB AutoZug / DB Fernverkehr wurden im Dezember 2016 eingestellt. Folgende Linien verkehren ab München Hauptbahnhof. Durch den Fahrplanwechsel im Dezember 2022 starten die Nachtlinie München – Venedig und der Kurswagen nach Rijeka, Zagreb und Budapest bereits in Stuttgart. Demzufolge verlor der Hauptbahnhof den Halt dieser Verbindung. Der Ein- und Ausstieg wird nur noch über den Ostbahnhof abgewickelt (Stand: Dezember 2022):

Gattung Strecke Bemerkungen
NJ München – Salzburg – Villach – Verona – Mailand – La Spezia täglich
NJ München – Salzburg – Villach – Bologna – Florenz – Rom täglich
NJ Hamburg – Hannover – Göttingen – Würzburg – Nürnberg – Augsburg – München – Kufstein – Innsbruck täglich
NJ Amsterdam – Utrecht – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Koblenz – Frankfurt Süd Nürnberg – Augsburg – München – Kufstein – Innsbruck täglich
EN München – Salzburg – Linz – St. Pölten – Wien – Ostrava – Kraków – Warschau täglich
NJ Paris – München Ost – Salzburg – Wien nicht täglich

Am 11. Mai 2021 gab Flixtrain bekannt, dass München ins Netz aufgenommen und regelmäßig bedient wird. Zuerst startete die FLX 35 auf der Relation Hamburg – Berlin – Leipzig. Seit dem 17. Juni 2021 war ein Zugpaar der FLX 35N nachts zwischen Leipzig über Jena und Nürnberg nach München unterwegs. Dieser Zug wurde in Leipzig auf die auf FLX 35 von bzw. nach Hamburg und Berlin durchgebunden, sodass Tickets für den gesamten Laufweg Hamburg – Leipzig – München erworben werden und die Fahrgäste in Leipzig im Zug verbleiben konnten. Zum Einsatz kamen normale Großraumwagen, die auch auf den sonstigen Tagesverbindungen eingesetzt werden.<ref>FlixTrain startet größte Expansion seit Bestehen. Abgerufen am 19. Juni 2021.</ref> Eine weitere Verbindung von Flixtrain startete am folgenden Tag zwischen München und Frankfurt über Augsburg und Würzburg. Im Winterfahrplan 2021 war erstere Nachtverbindung bereits nicht mehr aufgelistet und wurde eingestellt, seit 2023 wird auch die Tagesverbindung nicht mehr angeboten, womit Flixtrain München erneut nicht mehr bedient.

Gleis 12/13 Blick vom äußersten Bahnsteigende auf den nächtlichen Bahnhof (2012)
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Regionalverkehr

Datei:Alex 183 002 (Siemens Taurus) in München Hbf.jpg
Alex nach Prag in München Hauptbahnhof (2017)
Datei:MERIDIAN Flirt ET319.jpg
Meridian der Bayerischen Regiobahn nach Salzburg in München Hauptbahnhof (2014)
Datei:BRB VT171 München 2020.jpg
Zwei Triebzüge der Bayerischen Regiobahn nach Füssen in München Hauptbahnhof (2020)
Datei:München Hbf, ET 4.40 n Memmingen, 3.jpeg
Triebzug von Arverio Bayern nach Memmingen in München Hauptbahnhof (2022)

Neben den oben erwähnten Fernverkehrsverbindungen gibt es noch Regionalverbindungen Richtung LandshutRegensburg/PlattlingPassau, Kempten (Allgäu)/Lindau (Bodensee), Mühldorf am Inn, Garmisch-Partenkirchen sowie Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee.

Nur die Strecken nach Mühldorf ab Markt Schwaben, nach Kempten ab Buchloe und jene ab Holzkirchen nach Süden sind nicht elektrifiziert. Sonst wird der Regionalverkehr im Großraum München unter Fahrdraht abgewickelt.<ref>Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.</ref>

Folgende Linien des Schienenpersonennahverkehrs verkehren im Münchner Hauptbahnhof:

Linie Strecke Taktfrequenz EVU Fahrzeuge
Vorlage:SPNV Bayern München-Nürnberg-Express:
München – Ingolstadt (zweistündlich: – Allersberg – Nürnberg)
stündlich DB Regio Bayern BR 102 + Škoda Wendezug-Garnitur
BR 101 + IC-Wagen
Vorlage:SPNV Bayern München – Landshut – Regensburg – Schwandorf – Weiden – Marktredwitz – Hof zweistündlich DB Regio Bayern BR 146 bzw. BR 111 + Doppelstockwagen (Dosto03)
Vorlage:SPNV Bayern Donau-Isar-Express:
München – Landshut – Plattling – Passau
stündlich DB Regio Bayern BR 111 + Doppelstockwagen (Dosto97)
BR 1462
Vorlage:SPNV Bayern MünchenMühldorfSimbach einzelne Züge Südostbayernbahn BR 218 / BR 245 + Doppelstockwagen (Dosto97, Dosto07)
Vorlage:SPNV Bayern BRB Chiemgau-Inntal:
München – Rosenheim – Traunstein – Freilassing – Salzburg
stündlich Bayerische Oberlandbahn Stadler FLIRT 3
Vorlage:SPNV Bayern München – Mering – Augsburg – Ulm zweistündlich Arverio Bayern Siemens Mireo / Siemens Desiro HC
Vorlage:SPNV Bayern alex:
München – Landshut – Regensburg – Schwandorf – Cham – Pilsen – Prag
zweistündlich Die Länderbahn BR 183 + Abteilwagen
Vorlage:SPNV Bayern
Vorlage:SPNV Bayern
Werdenfelsbahn:
München – Weilheim – Murnau – Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald / Lermoos
einzelne Züge DB Regio Bayern Bombardier Talent 2
Vorlage:SPNV Bayern
Vorlage:SPNV Bayern
München – Kaufering – Buchloe – Kempten – Immenstadt – Lindau-Reutin / Oberstdorf zweistündlich DB Regio Bayern BR 612
Vorlage:SPNV Bayern München – Kaufering – Buchloe – Memmingen zweistündlich Arverio Bayern Stadler Flirt 3
Vorlage:SPNV Bayern München – Kaufering – Buchloe stündlich DB Regio Bayern Alstom Coradia Continental
RE 80
Vorlage:SPNV Bayern
München – Mering – Augsburg –  Donauwörth
–  Aalen /
–  Treuchtlingen  – Würzburg
zweistündlich Arverio Bayern Siemens Mireo / Siemens Desiro HC
Vorlage:SPNV Bayern München – Buchloe – Memmingen – Lindau-Insel – Lindau-Reutin zweistündlich Arverio Bayern Stadler FLIRT 3
Vorlage:SPNV Bayern
Vorlage:SPNV Bayern
Werdenfelsbahn:
München – Tutzing – Weilheim – Murnau – Garmisch-Partenkirchen
(– Mittenwald – Seefeld – Innsbruck / – Reutte in Tirol – Pfronten-Steinach)
stündlich DB Regio Bayern Bombardier Talent 2
Vorlage:SPNV Bayern München – Ingolstadt – Eichstätt Bahnhof Treuchtlingen (zweistündlich: – Nürnberg) stündlich DB Regio Bayern Bombardier Twindexx Vario
Vorlage:SPNV Bayern München – Freising – Landshut einzelne Züge DB Regio Bayern BR 425
Vorlage:SPNV Bayern München – Markt Schwaben – Dorfen – Mühldorf stündlich Südostbayernbahn BR 218 / BR 245 + Doppelstockwagen (Dosto97, Dosto07)
Vorlage:SPNV Bayern BRB Chiemgau-Inntal:
München – Grafing – Rosenheim – Kufstein
stündlich Bayerische Oberlandbahn Stadler FLIRT 3
Vorlage:SPNV Bayern
Vorlage:SPNV Bayern
Vorlage:SPNV Bayern
BRB Oberland:
München – Holzkirchen – Bayrischzell / Lenggries / Tegernsee
stündlich Bayerische Oberlandbahn Alstom Coradia LINT 54
Vorlage:SPNV Bayern BRB Chiemgau-Inntal:
München – Deisenhofen (– Holzkirchen – Rosenheim)
stündlich Bayerische Oberlandbahn Stadler FLIRT 3
Vorlage:SPNV Bayern
Vorlage:SPNV Bayern
Werdenfelsbahn:
München – Tutzing – Weilheim / Kochel
stündlich DB Regio Bayern Bombardier Talent 2
Vorlage:SPNV Bayern BRB Ostallgäu-Lechfeld:
München – Kaufering – Buchloe – Kaufbeuren – Füssen
einzelne Züge Bayerische Regiobahn Alstom Coradia LINT 54/81
Vorlage:SPNV Bayern
Vorlage:SPNV Bayern
München – Augsburg – Dinkelscherben / Donauwörth (– NördlingenAalen) stündlich Arverio Bayern Siemens Mireo / Siemens Desiro HC

S-Bahn

Datei:München Hbf tief - Platform 2 West.jpg
S-Bahnhof nach der Sanierung (2021)

Die S-Bahn München betreibt am Hauptbahnhof als weiteren Bahnhofsteil eine S-Bahn-Station an der S-Bahn-Stammstrecke mit zwei Gleisen und drei Bahnsteigen in spanischer Lösung, die sich im nördlichen Untergeschoss in Tiefenlage −2 befindet. An dieser Station halten die sieben S-Bahn-Linien S 1, S 2, S 3, S 4, S 5, S 6 und S 8. Die bis zum 14. Dezember 2013 verkehrende Linie S 27 fuhr von den oberirdischen Gleisen am Starnberger Flügelbahnhof ab. Sie wurde zum Fahrplanwechsel durch die Meridian-Züge der Bayerischen Oberlandbahn aus Holzkirchen ersetzt. Die S 7 verkehrt seit 15. Dezember 2024 von den oberirdischen Gleisen am Starnberger Flügelbahnhof, normalerweise an Gleis 36. Den Halt Hackerbrücke kann sie dadurch nicht bedienen, ein bahnsteiggleicher Umstieg zu den anderen S-Bahn-Linien ist aber an der Station Donnersbergerbrücke möglich. Diese Änderung führte auch zur erneuten Einführung der Linie S 5 für den anderen Teil der vorherigen Strecke.<ref>Neue S-Bahnlinie S5, Teilung der S7 – Bayerisches Landesportal. Abgerufen am 13. März 2026.</ref>

Linie Zuglauf Taktfrequenz
S1 Freising – Pulling – Neufahrn / Flughafen München – Flughafen Besucherpark – Neufahrn – Eching – Lohhof – Unterschleißheim – Oberschleißheim – Feldmoching – Fasanerie – Moosach – Laim – Hirschgarten – Donnersbergerbrücke – Hackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof – Leuchtenbergring 20 min
S2 Petershausen – Vierkirchen-Esterhofen – Röhrmoos – Hebertshausen – Dachau / Altomünster – Kleinberghofen – Erdweg – Arnbach – Markt Indersdorf – Niederroth – Schwabhausen – Bachern – Dachau Stadt – Dachau – Karlsfeld – Allach – Untermenzing – Obermenzing – Laim – Hirschgarten – Donnersbergerbrücke – Hackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof – Leuchtenbergring – Berg am Laim – Riem – Feldkirchen – Heimstetten – Grub – Poing – Markt Schwaben – Ottenhofen – St. Koloman – Aufhausen – Altenerding – Erding 20 min
S3 Mammendorf – Malching – Maisach – Gernlinden – Esting – Olching – Gröbenzell – Lochhausen – Langwied – Pasing – Laim – Hirschgarten – Donnersbergerbrücke – Hackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof – St.-Martin-Straße – Giesing – Fasangarten – Fasanenpark – Unterhaching – Taufkirchen – Furth – Deisenhofen – Sauerlach – Otterfing – Holzkirchen 20 min
S4 Geltendorf – Türkenfeld – Grafrath – Schöngeising – Buchenau – Fürstenfeldbruck – Eichenau – Puchheim – Aubing – Leienfelsstraße – Pasing – Laim – Hirschgarten – Donnersbergerbrücke – Hackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof – Leuchtenbergring – Berg am Laim – Trudering (– Gronsdorf – Haar – Vaterstetten – Baldham – Zorneding – Eglharting – Kirchseeon – Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg) 20 min
S5 Kreuzstraße – Großhelfendorf – Peiß – Aying – Dürrnhaar – Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Wächterhof – Hohenbrunn – Ottobrunn – Neubiberg – Neuperlach Süd – Perlach – Giesing – St.-Martin-Straße – Ostbahnhof – Rosenheimer Platz – Isartor – Marienplatz – Karlsplatz (Stachus) – Hauptbahnhof – Hackerbrücke – Donnersbergerbrücke – Hirschgarten – Laim – Pasing (– Westkreuz – Neuaubing – Freiham – Harthaus – Germering-Unterpfaffenhofen – Geisenbrunn – Gilching-Argelsried – Neugilching – Weßling) 20 min
S6 Tutzing – Feldafing – Possenhofen – Starnberg – Starnberg Nord – Gauting – Stockdorf – Planegg – Gräfelfing – Lochham – Westkreuz – Pasing – Laim – HirschgartenDonnersbergerbrückeHackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof – Leuchtenbergring – Berg am Laim – Trudering – Gronsdorf – Haar – Vaterstetten – Baldham – Zorneding – Eglharting – Kirchseeon – Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg 20 min
S7 Wolfratshausen – Icking – Ebenhausen-Schäftlarn – Hohenschäftlarn – Baierbrunn – Buchenhain – Höllriegelskreuth – Pullach – Großhesselohe Isartalbahnhof – Solln – Siemenswerke – Mittersendling – Harras – Heimeranplatz – Donnersbergerbrücke – Hauptbahnhof 20 min
S8 Herrsching – Seefeld-Hechendorf – Steinebach – Weßling – Neugilching – Gilching-Argelsried – Geisenbrunn – Germering-Unterpfaffenhofen – Harthaus – Freiham – Neuaubing – Westkreuz – Pasing – Laim – Hirschgarten – Donnersbergerbrücke – Hackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof – Leuchtenbergring – Daglfing – Englschalking – Johanneskirchen – Unterföhring – Ismaning – Hallbergmoos – Flughafen Besucherpark – Flughafen München 20 min

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Die S-Bahn-Verteilerebenen (oberhalb der Bahnsteige) wurden seit Sommer 2013 umgebaut, der Mittelbau wurde 2014 fertiggestellt. Die Kostenschätzung betrug 24 Millionen Euro.<ref>DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Am Münchner Hauptbahnhof Ladenpassage im S-Bahn-Zwischengeschoss wieder offen (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive). Presseinformation vom 4. September 2014.</ref>

Geplante zweite S-Bahn-Stammstrecke

Der geplante Bau einer weiteren S-Bahn-Station im Rahmen des Neubaus der zweiten Stammstrecke ab 2006 in Tiefenlage −5 wurde aus Kostengründen verschoben. Stattdessen arbeitete man an Plänen für den Transrapid, der den Münchner Hauptbahnhof mit dem Flughafen München verbinden sollte, was allerdings im April 2008 aus Kostengründen eingestellt wurde.<ref>Planung für Transrapid offiziell beendet. In: Süddeutsche Zeitung. 15. April 2008, S. 41.</ref>

Der zweite S-Bahn-Tunnel wird nun gebaut. Die dortige Station soll „München Hauptbahnhof Bahnhofsplatz“ heißen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.2.stammstrecke-muenchen.de (Memento vom 12. Juni 2015 im Internet Archive) Deutsche Bahn AG – 2. Stammstrecke: neue Station Hauptbahnhof. Aufgerufen am 30. April 2015.</ref>

Sonstige Einrichtungen

Datei:Sofitel Muenchen Bayerstrasse.jpg
Sofitel München Bayerpost (2008)

Es gibt eine ausgedehnte Ladenpassage im Untergeschoss im Norden und Osten sowie direkten Zugang in angrenzende, inzwischen jedoch geschlossene Kaufhäuser der Innenstadt durch die Ladenpassage. Die Passage wurde ab Sommer 2013 vollständig entkernt und generalsaniert, hierzu mussten bis August 2013 alle Ladengeschäfte schließen oder auf Übergangsflächen innerhalb des Bahnhofs ausweichen. Dies betraf sowohl die Passage im Bereich der U-Bahnhöfe als auch die über dem S-Bahnhof. Beide Bauvorhaben verliefen allerdings getrennt voneinander und während im August 2013 über der S-Bahn gerade erst begonnen worden war, wurde das neue U-Bahngeschoss im Februar 2014 fertiggestellt.<ref>muenchen.de: Veranstaltungen in München. Abgerufen am 15. August 2022.</ref> Ab August 2018 wurden zahlreiche Geschäfte im Erd- und Zwischengeschoss des Hauptgebäudes für Vorbereitungsarbeiten zur 2. Stammstrecke dauerhaft geschlossen.<ref>Zwischengeschoss und Schalterhalle: Alle Läden müssen raus! In: Focus Online. 18. Mai 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Oktober 2018; abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Von 1995 bis 2024 war das Kinder- und Jugend-Museum der Stadt München im Starnberger Flügelbahnhof untergebracht, im Zuge der Bauarbeiten für den neuen Bahnhof zog es jedoch in ein neues Quartier in der Messestadt. Im südlichen Gebäudeteil existierte zudem bis 2022 ein InterCityHotel, das ebenso geschlossen werden musste.

Wie bei vielen Bahnhöfen sind einige Hotels rund um den Bahnhof angesiedelt, unter anderem die Luxus-Hotels Sofitel Munich Bayerpost<ref name="Munich Bayerpost">Sofitel Munich Bayerpost. Abgerufen am 15. August 2022.</ref> und Le Méridien. Am südlichsten Gleis 11 hat auch die Bahnhofsmission ihren Sitz. Hier erhalten Reisende und Obdachlose rund um die Uhr Hilfe, Verpflegung und Ruhemöglichkeiten.

Die im Nordteil gelegene Polizeiinspektion des Polizeipräsidiums München (PI 16) sowie die Bundespolizeiinspektion wurden im Zuge des Umbaus geschlossen. Des Weiteren enthielt der Nordflügel im ersten Obergeschoss auch eine Kantine („Casino“) für DB-Mitarbeiter, die ebenfalls dem Umbau weichen musste.

Zwei Parkdecks im vierten und fünften Stock im Hauptgebäude waren bis zum Abriss des Mittelbaus über die Bayerstraße und die Arnulfstraße erreichbar.

Bahnbetriebswerke

Nach der Eröffnung des Bahnhofes wurden Lokomotiven und Wagen in kleineren Lokremisen gewartet, größere Reparaturen führte der entsprechende Hersteller durch. 1867 bis 1868 nahmen die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen eine Betriebswerkstätte im Westen des Bahnhofs in Betrieb. Für Ausbesserungen an den Fahrzeugen wurde von 1871 bis 1874 die Centralwerkstätte, die gegenüber der Betriebswerkstätte lag, in Betrieb genommen, um Reparaturkosten beim Fahrzeughersteller zu sparen. Bereits im Jahr 1900 erstreckte sich die Werkstätte über 500 Meter. Bis 1931 wurde die Werkstätte für die Lokomotiven allerdings nach Freimann verlegt. Das Bahnbetriebswagenwerk wurde 1941 nach Pasing verlegt, war aber immer noch dem Münchner Hauptbahnhof angegliedert. Heute dient das Bahnbetriebswagenwerk dem Ausbessern von Personenwagen.<ref name="Drehscheibe 3">Klaus-Dieter Korhammer, Armin Franzke, Ernst Rudolph: Drehscheibe des Südens – Verkehrsknoten München. Hestra-Verlag, Darmstadt 1991, ISBN 3-7771-0236-9, S. 109–120.</ref>

Die von 1867 bis 1868 errichtete Betriebswerkstätte, später als Bw München Hbf bezeichnet, wurde in der Folgezeit mehrmals erweitert und umgebaut, am 18. Mai 1993 entstand auf dem Gelände des Bahnbetriebswerkes München 1 ein neues ICE-Bahnbetriebswerk, dort sind zahlreiche ICE-Züge beheimatet.<ref name="Drehscheibe 3" /><ref>Egon Dheus (Hrsg.): ICE-Werk München. Von der Dampflokwartung zum ICE-Instandhaltungssystem. Verlag für Zielgruppenmarketing, Pöcking 1996, ISBN 3-9802432-1-4.</ref>

U-Bahn

U-Bahnhöfe

Datei:Münchener Hauptbahnhof- U-Bahnhof- auf Bahnsteig zu Gleis 4 26.5.2012.JPG
U-Bahnhof der Linien U 1, U 2, U 7 und U 8 (2012)
Datei:U-Bahnhof Hauptbahnhof (München) 01.jpg
U-Bahnhof der Linien U 4 und U 5 (2006)

Am Hauptbahnhof befinden sich zwei U-Bahnhöfe der U-Bahn München.

Der U-Bahnhof der zweiten Münchner U-Bahn-Stammstrecke befindet sich in Tiefenlage −4 in Nord-Süd-Richtung unter dem Bahnhofplatz und besitzt vier Gleise. An ihm verzweigen sich Richtung Norden die U 1 zum Olympia-Einkaufszentrum und die U 2 nach Feldmoching. Zuerst war geplant, den Bahnhof unter dem Kaufhaus Hertie zu erbauen. Um kürzere Umsteigewege zur Haupthalle und zum U-Bahnhof der Linien U 4 und U 5 zu ermöglichen und auf bergmännische Bauverfahren verzichten zu können, wurde jedoch entschieden, ihn stattdessen direkt unter dem Bahnhofplatz zu errichten. Im Frühling 1975 begann der Bau des U-Bahnhofs, wofür der Bahnhofplatz für den Oberflächenverkehr gesperrt werden musste. Das Bauwerk wurde wegen seiner großen Breite und Tiefe in Schlitzwand-Deckelbauweise errichtet. Dabei wurden zuerst die Seitenwände und der Deckel errichtet und dann die einzelnen Etagen von oben nach unten erstellt. Am 18. Oktober 1980 wurde der U-Bahnhof eröffnet. Der Bahnhof unterscheidet sich von den anderen 1980 eröffneten U-Bahnhöfen der U 2 durch die silberne Verkleidung der Hintergleiswände und Säulen in der Mitte des Bahnhofs. Die Bahnsteige sind am Nordende über ein Zwischengeschoss mit dem S-Bahnhof und dem Sperrengeschoss verbunden, am Südende über ein weiteres Zwischengeschoss mit dem U-Bahnhof der Linien U 4 und U 5 und dem Sperrengeschoss. In der Bahnsteigmitte führen Rolltreppen über ein Zwischengeschoss zum Sperrengeschoss unter dem Bahnhofplatz.<ref>U-Bahnhof Hauptbahnhof (U1, U2, U7, U8). Abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Der U-Bahnhof der dritten Münchner U-Bahn-Stammstrecke befindet sich in Tiefenlage −2 in Ost-West-Richtung unter der Bayerstraße südlich des Hauptbahnhofs. Der U-Bahnhof trug den Planungsnamen Hauptbahnhof Süd, wird jedoch seit seiner Eröffnung am 10. März 1984 nur noch als Hauptbahnhof geführt. Die silbernen Hintergleiswände sind tunnelartig nach innen gebogen, wodurch dem U-Bahnhof ein runder Tunnelcharakter verliehen wird. Der Bahnsteig besitzt keine Säulen und liegt in einer leichten Kurve. Die Beleuchtung befindet sich in quadratischen Einfassungen zwischen den Aussteifungsstreben der eingezogenen Zwischendecke. Am östlichen Bahnsteigende besteht über ein Zwischengeschoss eine Anbindung an den U-Bahnhof der Linien U 1 und U 2, am westlichen Ende ist über das Sperrengeschoss der Südeingang des Hauptbahnhofs zu erreichen. Außerdem existiert an diesem Ende ein Aufzug, mit dem der U-Bahnsteig barrierefrei erreicht werden kann.<ref>U-Bahnhof Hauptbahnhof (U4, U5). Abgerufen am 15. August 2022.</ref>

Die beiden U-Bahnhöfe sind südöstlich der Haupthalle über Treppenanlagen miteinander verbunden.

U-Bahn-Linien

Die seit dem 12. Dezember 2011 verkehrende Verstärkungslinie U 7 fährt nur in der Hauptverkehrszeit.

Linie Zuglauf
U1 Olympia-Einkaufszentrum – (625 m) – Georg-Brauchle-Ring – (788 m) – Westfriedhof – (830 m) – Gern – (1007 m) – Rotkreuzplatz – (1102 m) – Maillingerstraße – (878 m) – Stiglmaierplatz – (1071 m) – Hauptbahnhof – (905 m) – Sendlinger Tor – (746 m) – Fraunhoferstraße – (1116 m) – Kolumbusplatz – (898 m) – Candidplatz – (692 m) – Wettersteinplatz – (585 m) – St.-Quirin-Platz – (923 m) – Mangfallplatz
U2 Feldmoching – (1065 m) – Hasenbergl – (631 m) – Dülferstraße – (1112 m) – Harthof – (962 m) – Am Hart – (1010 m) – Frankfurter Ring – (657 m) – Milbertshofen – (1094 m) – Scheidplatz – (1103 m) – Hohenzollernplatz – (756 m) – Josephsplatz – (513 m) – Theresienstraße – (730 m) – Königsplatz – (583 m) – Hauptbahnhof – (905 m) – Sendlinger Tor – (746 m) – Fraunhoferstraße – (1116 m) – Kolumbusplatz – (711 m) – Silberhornstraße – (553 m) – Untersbergstraße – (654 m) – Giesing – (1280 m) – Karl-Preis-Platz – (868 m) – Innsbrucker Ring – (1576 m) – Josephsburg – (978 m) – Kreillerstraße – (1207 m) – Trudering – (959 m) – Moosfeld – (1683 m) – Messestadt West – (925 m) – Messestadt Ost
U4 Westendstraße – (806 m) – Heimeranplatz – (671 m) – Schwanthalerhöhe – (927 m) – Theresienwiese – (711 m) – Hauptbahnhof – (521 m) – Karlsplatz (Stachus) – (811 m) – Odeonsplatz – (933 m) – Lehel – (928 m) – Max-Weber-Platz – (791 m) – Prinzregentenplatz – (838 m) – Böhmerwaldplatz – (552 m) – Richard-Strauss-Straße – (756 m) – Arabellapark
U5 Pasing (im Bau) – (983 m) – Am Knie (im Bau) – (1527 m) – Baumschule Laim (im Bau) – (1129 m) – Laimer Platz – (670 m) – Friedenheimer Straße – (791 m) – Westendstraße – (806 m) – Heimeranplatz – (671 m) – Schwanthalerhöhe – (927 m) – Theresienwiese – (711 m) – Hauptbahnhof – (521 m) – Karlsplatz (Stachus) – (811 m) – Odeonsplatz – (933 m) – Lehel – (928 m) – Max-Weber-Platz – (1080 m) – Ostbahnhof – (1602 m) – Innsbrucker Ring – (982 m) – Michaelibad – (1708 m) – Quiddestraße – (778 m) – Neuperlach Zentrum – (764 m) – Therese-Giehse-Allee – (722 m) – Neuperlach Süd
U7 Olympia-Einkaufszentrum – (625 m) – Georg-Brauchle-Ring – (788 m) – Westfriedhof – (830 m) – Gern – (1007 m) – Rotkreuzplatz – (1102 m) – Maillingerstraße – (878 m) – Stiglmaierplatz – (1071 m) – Hauptbahnhof – (905 m) – Sendlinger Tor – (746 m) – Fraunhoferstraße – (1116 m) – Kolumbusplatz – (711 m) – Silberhornstraße – (553 m) – Untersbergstraße – (654 m) – Giesing – (1280 m) – Karl-Preis-Platz – (868 m) – Innsbrucker Ring – (982 m) – Michaelibad – (1708 m) – Quiddestraße – (778 m) – Neuperlach Zentrum
U8 nur samstags: Olympiazentrum – (944 m) – Petuelring – (832 m) – Scheidplatz – (1103 m) – Hohenzollernplatz – (756 m) – Josephsplatz – (513 m) – Theresienstraße – (730 m) – Königsplatz – (583 m) – Hauptbahnhof – (905 m) – Sendlinger Tor – (746 m) – Fraunhoferstraße – (1116 m) – Kolumbusplatz – (711 m) – Silberhornstraße – (553 m) – Untersbergstraße – (654 m) – Giesing – (1280 m) – Karl-Preis-Platz – (868 m) – Innsbrucker Ring – (982 m) – Michaelibad – (1708 m) – Quiddestraße – (778 m) – Neuperlach Zentrum

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Tram und Bus

Datei:Münchener Hauptbahnhof- Straßenbahnhaltestelle- Straßenbahn (R-Wagen 2109) 26.5.2012.JPG
Straßenbahn der Baureihe R an der Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof auf dem Bahnhofplatz (2012)

Vier Trambahnhaltestellen (Hauptbahnhof, Hauptbahnhof Nord, Hauptbahnhof Süd, Holzkirchner Bahnhof) rings um den Münchner Hauptbahnhof bedienen sieben der insgesamt 13 Straßenbahnlinien. Die Linien 16, 17, 20, 21 und 29 fahren von der Haltestelle Hauptbahnhof Nord. Die Haltestelle Hauptbahnhof am Vorplatz wird von den Linien 16, 17, 19, 20 und 29 bedient, die Straßenbahnlinie 20 hält nur in Richtung stadtauswärts. Die Haltestellen Hauptbahnhof Süd und Holzkirchner Bahnhof werden von den Linien 18, 19 und 29 angefahren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Straßenbahnnetz von München (Memento vom 2. Januar 2013 auf WebCite) (PDF; 65 KiB) auf tram-muenchen.de.</ref>

Die erste Straßenbahnlinie, die den Bahnhofsplatz bediente, wurde als Pferdebahn vom Promenadeplatz zur Maillingerstraße am 21. Oktober 1876 eröffnet. In den nächsten Jahren wurde die Pferdebahn ausgebaut, sodass im Jahr 1900 vier Straßenbahnlinien den Bahnhof bedienten. Das Straßenbahnnetz wurde weiter ausgebaut und elektrifiziert, da die Straßenbahn das wichtigste Verkehrsmittel war. 1938 bedienten bereits neun Linien den Hauptbahnhof, so war der Hauptbahnhof einer der Knotenpunkte im Münchner Straßenbahnnetz. 1966 verkehrten am Hauptbahnhof zehn Straßenbahnlinien. In der Folgezeit ging die Anzahl der Straßenbahnlinien in München durch den U-Bahn-Bau zurück, die Linien, die den Münchner Hauptbahnhof bedienten, waren aber fast nicht betroffen, sodass noch sieben Linien dort verkehren.<ref>Martin Pabst: Die Münchner Tram. Bayerns Metropole und ihre Straßenbahn. GeraMond, München 2000, ISBN 3-932785-05-3 (Strassenbahn-Magazin. Bibliothek).</ref>

Das Ringlinienpaar 58 und 68, der sogenannte City-Ring, umfährt den Hauptbahnhof im Uhrzeigersinn; dessen Verstärkerfahrten und die Expressbuslinie X98 der Münchner Verkehrsgesellschaft umrunden ihn in einer Häuserblockschleife und bedienen dabei die Haltestellen Hauptbahnhof Nord, Hauptbahnhof Süd und Holzkirchner Bahnhof. Die Station Hauptbahnhof Nord wird noch von der Museenbuslinie 100 und einzelnen Regionalbuslinien angefahren.

Siehe auch

Literatur

  • Markus Hehl: Verkehrsknoten München. EK-Verlag, Freiburg 2003, ISBN 3-88255-255-7.
  • Klaus-Dieter Korhammer, Armin Franzke, Ernst Rudolph: Drehscheibe des Südens. Eisenbahnknoten München. Hrsg.: Peter Lisson. Hestra-Verlag, Darmstadt 1991, ISBN 3-7771-0236-9.
  • Wolfgang Süß: Die Geschichte des Münchner Hauptbahnhofes. Tellus-Verlag, 1954.
  • Alex Gawlina: Chronik des Bahnhofs München-Hbf 1836–1976. 1977.
  • Erich Preuß: München Hbf. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 16. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 1998, ISSN 0949-2127 (4 Bl., 12 S.).

Weblinks

Commons: München Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

Einzelnachweise

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