Leichtathletik-Europameisterschaften 2010
| 20. Leichtathletik-Europameisterschaften | |
|---|---|
| Logo der 20. Leichtathletik-Europameisterschaften | |
| Stadt | Datei:Flag of Spain.svg Barcelona |
| Stadion | Olympiastadion |
| Teilnehmende Länder | 50 |
| Teilnehmende Athleten | 1370 |
| Wettbewerbe | 47 (Männer: 24 / Frauen: 23) |
| Eröffnung | 26. Juli 2010 |
| Schlussfeier | 1. August 2010 |
| Eröffnet durch | Jordi Hereu (Bürgermeister von Barcelona) |
| Chronik | |
| ← Göteborg 2006 | Helsinki 2012 → |
| Medaillenspiegel (Endstand nach 47 Entscheidungen) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Platz | Land | Gold | Silber | Bronze | Gesamt |
| 1 | Datei:Flag of France.svg Frankreich | 8 | 6 | 4 | 18 |
| 2 | Datei:Flag of Russia.svg Russland | 8 | 4 | 5 | 17 |
| 3 | Datei:Flag of the United Kingdom.svg Großbritannien | 6 | 10 | 4 | 20 |
| 4 | Datei:Flag of Germany.svg Deutschland | 5 | 6 | 7 | 18 |
| 5 | Datei:Flag of Poland.svg Polen | 3 | 1 | 6 | 10 |
| 6 | Datei:Flag of Turkey.svg Türkei | 3 | – | – | 3 |
| 7 | Datei:Flag of Ukraine.svg Ukraine | 2 | 4 | 1 | 7 |
| 8 | Datei:Flag of Italy.svg Italien | 2 | 3 | 3 | 8 |
| 9 | Datei:Flag of Spain.svg Spanien | 2 | 2 | 1 | 5 |
| 10 | Datei:Flag of Croatia.svg Kroatien | 2 | – | – | 2 |
| Vollständiger Medaillenspiegel | |||||
Die 20. Leichtathletik-Europameisterschaften wurden vom 27. Juli bis 1. August 2010 in der spanischen Stadt Barcelona ausgetragen.
Vergabe
Das Exekutivkomitee des Europäischen Leichtathletik-Verbands European Athletic Association (EAA) bestätigte die katalanische Metropole am 29. April 2006 am Rande seiner Sitzung in Göteborg als Austragungsort. Zuvor war Barcelona 2001 bei der Vergabe der Europameisterschaften 2006 der Bewerbung Göteborgs unterlegen.
Wettkampforte
Barcelona im Jahr 2012
Der Großteil der Wettkämpfe fand im Olympiastadion Barcelona (Estadi Olímpic Lluís Companys) statt, das bereits Schauplatz der Olympischen Spiele 1992 war. Ausnahme waren die beiden Marathonläufe sowie die drei Gehwettbewerbe, die in den Straßen Barcelonas ausgetragen wurden.
Eröffnungsfeier
Die Eröffnungsfeier der Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 fand am Abend des 26. Juli 2010 am Brunnen Font Magica auf dem Gelände der Weltausstellung von 1929 am Fuße des Montjuïc statt. Damit war zum zweiten Mal nach Göteborg 2006 nicht das Stadion Ort der Eröffnungsfeier der Leichtathletik-Europameisterschaften.
Teilnehmer
Zu den Wettkämpfen entsandten alle fünfzig Mitgliedsverbände der European Athletic Association eine Delegation nach Barcelona. Insgesamt waren 1370 Athleten gemeldet.
Wettbewerbe
Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften wurden Wettbewerbe in fünf unterschiedlichen Wettbewerbsgruppen ausgetragen: Laufen, Springen, Werfen, Gehen und Mehrkampf. Die Frauen maßen sich in 23, die Männer in 24 Disziplinen. Das EM-Programm für Frauen und Männer war wie bereits bei den vorangegangenen Europameisterschaften fast identisch. Abweichungen gab es in der Länge der kurzen Hürdenstrecke, in den Gewichten der Wurfgeräte sowie in der Anzahl der Mehrkampfdisziplinen. Einzig das 50-km-Gehen blieb noch alleine den Männern vorbehalten. Diese Disziplin wurde für die Frauen 2018 Teil der Europameisterschaften. Von 2022 an wurde die Distanz der langen Gehstrecke für Männer und Frauen auf 35 Kilometer verkürzt. Unterschiede im Wettbewerbsprogramm für Frauen und Männer gab es von 2018 an alleine bei den Gewichten von Wurfgeräten, in den Höhen der Hürden und der Länge der kurzen Hürdensprintstrecke, sowie schließlich im Mehrkampf.
Doping
Bei diesen Europameisterschaften kam die kaum zu glaubende Zahl von vierzig nachgewiesenen Dopingfällen zustande. Dieser Wert liegt in ähnlichen Dimensionen wie bei anderen großen internationalen Meisterschaften und Olympischen Spielen dieser Zeit und zeigt, in welchen Sumpf von Betrügereien und erschlichenen Leistungen die Leichtathletik geraten war.
Betroffen waren insgesamt neun Nationen, Russland ragt dabei besonders heraus. Im Einzelnen sieht die Verteilung folgendermaßen aus:
Russland: 21 / Belarus: 6 / Türkei: 4 / Griechenland: 2 / Republik Moldau: 2 / Spanien: 2 / Litauen: 1 / Tschechien: 1 / Ukraine: 1
Folgende Sportler wurden bei diesen Europameisterschaften wegen Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen disqualifiziert:
- José Luis Blanco (Spanien) – 3000 Meter Hindernis, zunächst Dritter. Er wurde bei den spanischen Meisterschaften im Juli 2010 positiv auf EPO getestet. Sein EM-Resultat wurde annulliert und er wurde bis zum 26. Oktober 2012 gesperrt.<ref name="DopBlanc">Doping – EM-Dritter Blanco zwei Jahre gesperrt, welt.de 26. Januar 2011, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Ildar Minschin (Russland) – 3000 Meter Hindernis, zunächst Sechster. Ihm wurde nachträglich die Einnahme verbotener Substanzen im August 2009 nachgewiesen. Er wurde für zwei Jahre gesperrt, sein EM-Ergebnis wurde ihm aberkannt.<ref name="DopMinsch">Athletes currently suspended from all competitions in athletics following an Anti-Doping Rule Violation as at: 27.3.17, bianet.org, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Stanislaw Jemeljanow (Russland) – 20-km-Gehen, zunächst Erster. Am 29. Juli 2014 wurde bekanntgegeben, dass ihm wegen auffälliger Blutwerte im Biologischen Pass alle Ergebnisse ab dem 26. Juli 2010 aberkannt werden, somit auch die Goldmedaille beim 20 km Gehen in Barcelona.<ref name="DopJemel">Gold, das verlegen macht, stol.it 30. Juli 2014, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Ruslan Dmytrenko (Ukraine) – 20-km-Gehen, zunächst Zwölfter. Am 8. Februar 2010 wurden für ihn Sanktionen wegen Dopingmissbrauchs verhängt. Seine Resultate in der Zeit vom 14. August 2008 bis 3. August 2012 wurden annulliert. Darüber hinaus erhielt er eine Sperre von zwei Jahren.<ref name="DopDmyt">Notifications and Sanctions, athleticsintegrity.org, Stand 31. August 2018 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Sergei Kirdjapkin (Russland) – 50-km-Gehen, in seinem Gehwettbewerb nicht im Ziel. Er wurde wegen Auffälligkeiten in seinem Biologischen Pass im Januar 2015 rückwirkend zum 15. Oktober 2012 für drei Jahre und zwei Monate gesperrt. Seine Resultate zwischen dem 20. Juli 2009 und dem 20. September 2009, zwischen dem 29. Juni 2010 und dem 29. August 2010 sowie zwischen dem 17. Dezember 2011 und dem 11. Juni 2012 wurden annulliert.<ref name="DopKirdj">Update: 2-Doping-Russian race walker Kirdyapkin stripped of 2012 Olympic gold auf reuters.com, Stand 24. März 2016 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Andrej Michnewitsch (Belarus) – Kugelstoßen, zunächst Erster. Ihm wurden 2013 seine Resultate von 2007 bis 2011 aberkannt. Als Mehrfachtäter wurde er auf Lebenszeit gesperrt.<ref name="DopAMichn">Belarusian shot putter Andrei Mikhnevich stripped of 4 medals. In: Associated Press 2. August 2013 (englisch), cbc.ca, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Pawel Lyschyn (Belarus) – Kugelstoßen, zunächst Siebter. Unter anderem seine Platzierung bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert.<ref name="DopLysch">Olympic shot put silver medalist stripped of medal, radionz.co.nz, 26. November 2016 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Remigius Machura jun. (Tschechien) – Kugelstoßen, in der Qualifikation ausgeschieden. Er wurde im September 2010 positiv auf Doping mit Hormonen getestet und erhielt eine Sperre von zwei Jahren. Sein EM-Resultat von 2010 wurde annulliert.<ref name="DopMachu">Machura gets two-year ban for doping, iol.co.za 25. September 2010 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Anastassija Kapatschinskaja (Russland) – 200 Meter, zunächst Vierte, 4-mal 400 Meter, zunächst Erste. Sie wurde der Einnahme gleich zweier verbotener Substanzen überführt. Dabei handelte es sich um das Anabolikum Turinabol sowie das anabole Steroid Stanozolol.<ref name="DopKapat">Doping: Russen sperren Olympia-Trio, sport.de, 21. Juni 2017, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Julija Tschermoschanskaja (Russland) – 200 Meter, zunächst Siebte, 4-mal 100 Meter, zunächst Vierte. Auch ihr wurde der Missbrauch von Stanozolol und Turinabol nachgewiesen.<ref name="DopTscherm">Russian loses women's relay gold from '08 in doping case, eu.usatoday.com 16. August 2016 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Tatjana Firowa (Russland) – 400 Meter, zunächst Erste, 4-mal 400 Meter, zunächst Erste. Im sogenannten McLaren-Report wurde institutionelles Doping in Russland untersucht und aufgedeckt. Tatjana Firowa gehörte zu den Athleten, die von 2012 bis 2013 Teil eines Dopingprogramms mit Anabolen Steroiden waren. Bereits 2008 hatte sie durch nicht abgegebene Dopingproben gegen die Bestimmungen verstoßen. Der Europameistertitel wurde ihr aberkannt, die nachfolgenden Athletinnen rückten um jeweils einen Rang nach vorne.<ref name="DopTatFir">Doping bans for 12 Russian athletes including 2012 Olympic champion Ivan Ukhov, bbc.com/sport 1. Februar 2019 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Pınar Saka (Türkei) – 400 Meter, im Vorlauf ausgeschieden, 4-mal- 400 Meter, im Vorlauf ausgeschieden. Der türkische Leichtathletikverband TAF sprach 2013 gegen 31 positiv auf Dopingmittel getestete Athleten Sperren aus. Zu ihnen gehörte auch Pınar Saka, deren Resultat bei diesen Europameisterschaften annulliert wurde.<ref name="DopSaka">Turkish Athletics hands doping ban on 31 athletes. In: Hürriyet Daily News 6. August 2013 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Marija Sawinowa (Russland) – 800 Meter, zunächst Erste. Der Internationale Sportgerichtshof CAS löschte alle ihre Ergebnisse zwischen Juli 2010 und August 2013. Das Urteil fundiert auf klaren Abweichungen im Biologischen Pass, die Sawinowas Verstoß gegen die Dopingbestimmungen nachweisen.<ref name="DopSawin">Mariya Savinova verliert drei Goldmedaillen, runaustria.at 13. Februar 2017, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Swetlana Kljuka (Russland) – 800 Meter, zunächst Achte. Sie wurde aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass suspendiert, ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.<ref name="DopKljuk">Top female Russian trio banned for doping, reuters.com, 3. Juli 2012 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Olga Cristea, (Republik Moldau) – 800 Meter, im Vorlauf ausgeschieden. Bei ihr wurden überhöhte Testosteron-Werte festgestellt. Sie erhielt eine zweijährige Sperre, ihr Resultat bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert.<ref name="DopCrist">Athlete Olga Cristea suspended for two years over doping ipn.md, 29. September 2010 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Swjatlana Ussowitsch, (Belarus) – 800 Meter, im Vorlauf ausgeschieden/4-mal 400 Meter, Rang sieben. Ihr wurde bei Nachtests nachgewiesen, dass sie bereits 2008 gegen die Antidopingbestimmungen verstoßen hatte. Ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.<ref name="DopUsso">Aksana Miankova verliert Olympiasieg, leichtathletik.de 26. November 2016, abgerufen am 23. Februar 2023</ref> Davon betroffen war auch die belarussische Staffel über 4-mal 400 Meter, der ihr siebter Rang aberkannt wurde.<ref name="DopBLR">Barcelona European Championships, european-athletics.org, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Tatjana Andrianowa, (Russland) – 800 Meter, im Vorlauf ausgeschieden. Sie wurde mehrfach bei Verstößen gegen die Antidopingbestimmungen erwischt. Unter anderem wurden ihre Resultate vom 26. Juli 2010 bis 25. Juli 2012 gestrichen.<ref name="DopAndri">Robust IAAF anti-doping programme – Zaripova and Chernova worldathletics.org 2. Februar 2015, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Aslı Çakır Alptekin (Türkei) – 1500 Meter, zunächst Fünfte. Die türkische Läuferin ist eine Mehrfachtäterin in Sachen Doping. Schon 2004 wurde sie positiv auf Methenolon getestet. Nun wurde Alptekin erneut suspendiert und 2015 rückwirkend für acht Jahre gesperrt, ein Strafmaß, das der Weltleichtathletikverband Weltleichtathletikverband (damals IAAF) für Wiederholungstäterinnen vorschreibt.<ref name="DopAlptek">Asli Cakir Alptekin – das Comeback einer schweren Betrügerin runaustria.at 9. Februar 2017, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Anna Alminowa (Russland) – 1500 Meter, zunächst Sechste. Sie wurde positiv auf die verbotene Substanz Pseudoephedrin getestet. Ihr Resultat der Europameisterschaften von 2010 wurde später annulliert.<ref name="DopAlmin">Mariya Savinova verliert drei Goldmedaillen, runaustria.at, 13. Februar 2017, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Natallja Karejwa (Belarus) – 1500 Meter, im Vorlauf ausgeschieden. Bei ihr wurden Abweichungen im Biologischen Pass für den 28. Juli 2010 nachgewiesen, die ihren Dopingbetrug belegten. Ihr Resultat bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert und sie erhielt eine Sperre vom 22. August 2014 bis 21. August 2016.<ref name="DopKarej">World Athletics approves the applications of 18 Russians to compete internationally as neutral athletes, worldathletics.org 8. Juli 2022 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Natalja Jewdokimowa (Russland) – 1500 Meter, im Vorlauf ausgeschieden. Ihr wurde per Bluttest Dopingmissbrauch nachgewiesen. Ihre Resultate vom 17. August 2009 bis 29. Mai 2012 wurden gestrichen und sie wurde beginnend am 14. April 2016 für vier Jahre gesperrt.<ref name="DopJewdo">CAS suspends Russia’s two-time Universiade speed walking champion tass.com/sport 7. August 2017, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Alemitu Bekele (Türkei) – 5000 Meter, zunächst Sechste. Sie wurde im Jahr 2013 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt und nachträglich disqualifiziert.<ref name="DopBekel">Doping overshadows Turkish athletics dailysabah.com 21. August 2015; abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Marija Konowalowa (Russland) – 5000 Meter, zunächst Fünfte. Sie wurde aufgrund von Unregelmäßigkeiten ihres Biologischen Pass für zwei Jahre suspendiert. Außerdem wurden ihr zahlreiche Resultate, darunter ihre Platzierung bei den Europameisterschaften 2010 aberkannt.<ref name="DopKonow">Fünf neue Dopingfälle in Russland, leichtathletik.de, 5. November 2015, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Jelisaweta Gretschischnikowa (Russland) – 5000 Meter, zunächst Neunte. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass wurden alle ihre Ergebnisse von 2009 bis 2013 annulliert.<ref name="DopGretsch">Russians sanctioned with two year bans despite one being a second offence sportsintegrityinitiative.com, 3. Juli 2018, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Meryem Erdoğan (Türkei) – 5000 (zunächst Siebte), 10.000 Meter (zunächst Fünfte). Sie wurde 2012 wegen Abweichungen in ihrem Blutpass für zwei Jahre gesperrt. Unter anderem auch ihre Resultate der Europameisterschaften von 2010 wurden annulliert.<ref name="DopErdog">Meryem Erdoğan, alchetron.co, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Inga Abitowa (Russland) – 10.000 Meter (zunächst Zweite). Sie wurde der Einnahme der verbotenen Substanz Turinabol überführt. Ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 wurde annulliert.<ref name="DopKapat" />
- Lilija Schobuchowa (Russland) – 10.000 Meter (DNF). Sie wurde Ende April 2014 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt, unter anderem ihr EM-Resultat von 2010 wurde annulliert. Vorausgegangen waren Enthüllungen zu Zahlungen in Größenordnungen von insgesamt einer halben Million US-Dollar für Bestechungen, Freikäufe, Startberechtigungen, in die auch der frühere Präsident der IAAF (heute World Athletics) Lamine Diack verwickelt war.<ref name="DopSchobuch">Einblicke in den Fall Lilya Shobukhova, WADA-Bericht auf leichtathletik.de, 14. Januar 2016, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Živilė Balčiūnaitė (Litauen) – Marathonlauf (zunächst Erste). Sie wurde der Einnahme der verbotenen Substanzen Testosteron und Epitestosteron überführt. Sie erhielt eine Sperre von zwei Jahren bis zum 6. September 2012. Ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 wurde annulliert.<ref name="DopBalciu">Keine Gnade für Zivile Balciunaite, leichtathletik.de, 2. April 2012, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Nailja Julamanowa (Russland) – Marathonlauf (zunächst Zweite). Sie wurde der Einnahme von Substanz Steroiden überführt und erhielt eine Sperre. Ihre Silbermedaille von den Europameisterschaften von 2010 musste sie zurückgeben.<ref name="DopKljuk" />
- Irina Timofejewa (Russland) – Marathonlauf (zunächst Neunte). Nach Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass wurde ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 annulliert.<ref name="DopTimofe">Dopingsperren für russische Läufer, runaustria.at, 28. September 2016, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Marta Domínguez (Spanien) – 3000 Meter Hindernis (zunächst Zweite). Im November 2015 wurde der ihr nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS der Vizeeuropameistertitel wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.<ref name="DopDoming">Doping: Läuferin Dominguez verliert ihren WM-Titel. In: Der Spiegel 20. November 2015, spiegel.de, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Ljubow Charlamowa (Russland) – 3000 Meter Hindernis (zunächst Dritte). Sie wurde, nachdem sie aufgrund von Domínguez’ Disqualifikation zunächst auf den zweiten Platz vorgerückt war, vom russischen Leichtathletik-Verband RusAF wegen positiver Dopingtests für zwei Jahre gesperrt. Ihr EM-Resultat von 2010 wurde gestrichen.<ref name="DopCharla">Russland sperrt sechs Athleten wegen Dopings, sport.de, 2. August 2017, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Irini Kokkinariou (Griechenland) – 3000 Meter Hindernis (im Vorlauf ausgeschieden). Sie gehörte zu neun Athleten, die zwei Tage vor Beginn der Olympischen Spiele 2012 für zwei Jahre gesperrt wurden. Ihr wurden über ein neues Verfahren der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA Abweichungen im Blutpass nachgewiesen.<ref name="DopKokki">Leichtathletik-Verband sperrt neun Athleten, sport.de, 25. Juli 2012, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- In der türkischen Mannschaft – in der Vorrunde ausgeschieden – war Pınar Saka als Schlussläuferin eingesetzt, deren Resultat auch im Einzelrennen über 400 Meter wegen Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen gestrichen wurde. In Konsequenz wurde auch das Ergebnis der türkischen Staffel annulliert.<ref name="DopSaka" />
- Olga Kaniskina (Russland) – 20-km-Gehen (zunächst Erste). Ihr wurden nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs vom März 2016 alle Ergebnisse zwischen dem 5. August 2009 und dem 15. Oktober 2012 wegen Dopingmissbrauchs gestrichen.<ref name="DopKanis"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nachträglich EM-Bronze für Melanie Seeger ( des Vorlage:IconExternal vom 7. April 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., leichtathletik.de, 25. März 2016, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Athanasía Pérra (Griechenland) – Weitsprung (zunächst Zehnte). Sie wurde nachträglich des Dopings überführt und disqualifiziert.<ref name="DopPerra">Athanasia Perra (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Nadseja Astaptschuk (Belarus) – Kugelstoßen (zunächst Erste). Sie wurde schon zum dritten Mal des Dopingbetrugs überführt. Die Athletin wurde für vier Jahre von allen Wettkämpfen ausgeschlossen und entging nur knapp einer lebenslänglichen Sperre.<ref name="DopAstap">Drug cheat Nadzeya Ostapchuk escapes life ban, stuff.co.nz 3. April 2014 (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Natallja Michnewitsch (Belarus) – Kugelstoßen (zunächst Zweite). Auch sie war bereits früher als Dopingsünderin enttarnt worden – so auch bei diesen.<ref name="DopMichnN1">Athletes currently suspended from all competitions in athletics following an Anti-Doping Rule Violation as at: 28.01.15, www.vo2.fr (englisch), S. 16 (PDF; 159 KB), abgerufen am 23. Februar 2023</ref><ref name="DopMichnN2">Olympic shot put silver medalist stripped of medal, rnz.co.nz 26. November 2016, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Zalina Marghieva (Moldawien) – Hammerwurf (zunächst Fünfte). Sie wurde nachträglich für zwei Jahre gesperrt, nachdem im Jahr 2013 ein Nachtest ihrer Dopingprobe von den Weltmeisterschaften 2009 positiv ausgefallen war. Unter anderem ihr EM-Resultat wurde gestrichen.<ref name="DopMargh">Doping and sports - 2012 Olympics, medicosport.eu (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Marija Abakumowa (Russland) – Speerwurf (zunächst Fünfte). Sie hatte bereits ihre Silbermedaille von den Olympischen Spielen 2008 verloren. Nun wurden ihr auch ihre Medaillen und Platzierungen von den Weltmeisterschaften 2009/2011 und den Europameisterschaften 2010 aberkannt.<ref name="DopAbakum">Two Russians lose world championships medals over doping, Reuters 5. September 2018 (englisch), reuters.com, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
- Tatjana Tschernowa (Russland) – Siebenkampf (zunächst Vierte). Aufgrund von Blutdoping waren ihr bereits ihr Weltmeister-Titel von 2011 und ihre Bronzemedaille von den Olympischen Spielen 2012 aberkannt worden. Zusätzlich wurden jetzt auch ihre Medaillen und Platzierungen von den Olympischen Spielen 2008 und den Europameisterschaften 2010 annulliert, nachdem ihr die Einnahme von Turinabol nachgewiesen werden konnte Gesperrt wurde sie bis Februar 2019.<ref name="DopTschernow">Siebenkampf-Dritte von Peking Tatyana Chernova nachträglich disqualifiziert auf leichtathletik.de, 24. April 2014, abgerufen am 23. Februar 2023</ref>
Sportliche Leistungen
In der Medaillenwertung hatten mit Frankreich und Russland zwei Nationen je acht EM-Titel auf ihrem Konto. Frankreich hatte darüber hinaus sechs Silber- und vier Bronzemedaillen gesammelt gegenüber vier silbernen und sechs bronzenen bei Russland. Damit lag Frankreich in der Medaillenwertung diesmal ganz vorn. Dahinter folgten Großbritannien mit sechs und Deutschland mit fünf Europameistertiteln. Polen und die Türkei hatten jeweils drei Europameister in ihren Reihen, wobei Polen bezüglich der Zahl der Silbermedaillen vor der Türkei lag. Dahinter folgten die Ukraine, Italien und Spanien und Kroatien, die je zwei Goldmedaillen auf ihrem Konto hatten.
Das Leistungsniveau war hoch, es gab folgende Rekorde:
- zehn verbesserte oder egalisierte Meisterschaftsrekorde in zehn Disziplinen
- 29 verbesserte oder egalisierte Landesrekorde in zwölf Disziplinen
- eine Weltjahresbestleistung in einer Disziplin
Bei den einzelnen Sportlern sind besonders folgende Leistungen zu nennen.
- Ein Athleten errang drei Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften:
- Zwei Athleten gewannen je zwei Europameistertitel:
- Mo Farah (Großbritannien) – 5000 Meter, 10.000 Meter
- Elvan Abeylegesse (Türkei) – 5000 Meter, 10.000 Meter
- Folgende Europameister von 2010 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen:
- Yohann Diniz (Frankreich) – 50-km-Gehen, Wiederholung seines Erfolgs von 2006
- Andreas Thorkildsen (Norwegen) – Speerwurf, Wiederholung seines Erfolgs von 2006
Legende
Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet:
| CR | Championshiprekord |
| NR | Nationaler Rekord |
| NUR23 | Nationaler U23-Rekord |
| WL | Weltjahresbestleistung |
| e | egalisiert |
| w | Rückenwindunterstützung über dem erlaubten Limit von 2,0 m/s |
| DNF | Wettkampf nicht beendet (did not finish) |
| DSQ | disqualifiziert |
| DOP | wegen Dopingvergehens disqualifiziert |
Resultate Männer
100 m
| Platz | Athlet | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Christophe Lemaître | Datei:Flag of France.svg FRA | 10,11 |
| 2 | Mark Lewis-Francis | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 10,18 |
| 3 | Martial Mbandjock | Datei:Flag of France.svg FRA | 10,18 |
| 4 | Francis Obikwelu | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 10,18 |
| 5 | Dwain Chambers | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 10,18 |
| 6 | Jaysuma Saidy Ndure | Datei:Flag of Norway.svg NOR | 10,31 |
| 7 | Emanuele Di Gregorio | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 10,34 |
| DNF | Simone Collio | Datei:Flag of Italy.svg ITA |
Finale: 28. Juli, 21:45 Uhr
Wind: −1,0 m/s
Kurzbericht:
Christophe Lemaitre, der 2010 als erster weißer Sprinter den 100-Meter-Lauf unter zehn Sekunden gelaufen war, gewann das Rennen vor dem Briten Mark Lewis-Francis. Als Dritter errang Martial Mbandjock eine zweite Medaille für Frankreich in diesem Rennen. Titelverteidiger Francis Obikwelu aus Portugal kam im Fotofinish mit den zeitgleichen Lewis-Francis und Mbandjock auf den vierten Platz.
200 m
| Platz | Athlet | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Christophe Lemaître | Datei:Flag of France.svg FRA | 20,37 |
| 2 | Christian Malcolm | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 20,38 |
| 3 | Martial Mbandjock | Datei:Flag of France.svg FRA | 20,42 |
| 4 | Marlon Devonish | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 20,62 |
| 5 | Jaysuma Saidy Ndure | Datei:Flag of Norway.svg NOR | 20,63 |
| 6 | Paul Hession | Datei:Flag of Ireland.svg IRL | 20,71 |
| 7 | Lykourgos-Stefanos Tsakonas | Datei:Flag of Greece.svg GRE | 20,90 |
| 8 | David Alerte | Datei:Flag of France.svg FRA | 20,93 |
Finale: 30. Juli, 19:25 Uhr
Wind: −0,8 m/s
Kurzbericht:
Nachdem er bereits den 100-Meter-Lauf gewonnen hatte, konnte Christophe Lemaitre auch das Rennen über die längere Sprintstrecke für sich entscheiden. Auf den letzten Metern zog er noch an Christian Malcolm vorbei. Der Schweizer Marc Schneeberger und der Deutsche Sebastian Ernst kamen nicht über das Halbfinale hinaus.
400 m
| Platz | Athlet | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Kevin Borlée | Datei:Flag of Belgium (civil).svg BEL | 45,08 |
| 2 | Michael Bingham | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 45,23 |
| 3 | Martyn Rooney | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 45,23 |
| 4 | Wladimir Krasnow | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 45,24 |
| 5 | David Gillick | Datei:Flag of Ireland.svg IRL | 45,28 |
| 6 | Leslie Djhone | Datei:Flag of France.svg FRA | 45,30 |
| 7 | Jonathan Borlée | Datei:Flag of Belgium (civil).svg BEL | 45,35 |
| 8 | Kacper Kozłowski | Datei:Flag of Poland.svg POL | 46,07 |
Finale: 30. Juli, 21:25 Uhr
Kurzbericht:
Eigentlich war von den belgischen Borlée-Zwillingsbrüdern der Jahresbeste Europas, Jonathan, als Favorit in das Finale gestartet. Dieser hatte im Halbfinale einen neuen belgischen Rekord aufgestellt, wurde am Ende aber nur Siebter, während sein Bruder Kevin überraschend Gold gewann. Silber und Bronze gingen an die beiden Briten Michael Bingham und Martyn Rooney.
800 m
| Platz | Athlet | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Marcin Lewandowski | Datei:Flag of Poland.svg POL | 1:47,07 |
| 2 | Michael Rimmer | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 1:47,17 |
| 3 | Adam Kszczot | Datei:Flag of Poland.svg POL | 1:47,22 |
| 4 | Arnoud Okken | Datei:Flag of the Netherlands.svg NED | 1:47,31 |
| 5 | Jakub Holuša | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 1:47,45 |
| 6 | Kevin López | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 1:47,82 |
| 7 | Luis Alberto Marco | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 1:48,42 |
| 8 | Hamid Oualich | Datei:Flag of France.svg FRA | 1:49,77 |
Finale: 31. Juli, 19:35 Uhr
Kurzbericht:
Das von Beginn an verbummelt Rennen lief auf eine reine Spurtentscheidung hinaus. Schließlich setzte sich der Pole Marcin Lewandowski durch und wurde Europameister. Sein Landsmann Adam Kszczot belegte hinter dem Briten Michael Rimmer den dritten Platz.
1500 m
| Platz | Athlet | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Arturo Casado | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 3:42,74 |
| 2 | Carsten Schlangen | Datei:Flag of Germany.svg GER | 3:43,52 |
| 3 | Manuel Olmedo | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 3:43,54 |
| 4 | Reyes Estévez | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 3:43,67 |
| 5 | Yoann Kowal | Datei:Flag of France.svg FRA | 3:43,71 |
| 6 | Andrew Baddeley | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 3:43,87 |
| 7 | Christian Obrist | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 3:43,91 |
| 8 | Mateusz Demczyszak | Datei:Flag of Poland.svg POL | 3:44,42 |
Finale: 30. Juli, 22:00 Uhr
Kurzbericht:
Arturo Casado setzte sich bereits zwei Runden vor Schluss an die Spitze des Feldes und gab seine Führung auch im Schlussspurt nicht mehr ab. Der Deutsche Carsten Schlangen, für den die Qualifikation für das Finale bereits einen Erfolg darstellte, gewann überraschend Silber vor dem Spanier Manuel Olmedo. Der Österreicher Andreas Vojta belegte Rang elf.
5000 m
| Platz | Athlet | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Mohammed Farah | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 13:31,18 |
| 2 | Jesús España | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 13:33,12 |
| 3 | Hayle İbrahimov | Datei:Flag of Azerbaijan.svg AZE | 13:34,15 |
| 4 | Serhij Lebid | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 13:38,69 |
| 5 | Noureddine Smaïl | Datei:Flag of France.svg FRA | 13:38,70 |
| 6 | Daniele Meucci | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 13:40,17 |
| 7 | Alemayehu Bezabeh | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 13:43,23 |
| 8 | Christopher Thompson | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 13:44,42 |
Finale: 31. Juli, 21:20 Uhr
Kurzbericht:
Der Brite Mohammed Farah errang nach seinem Sieg über 10.000 Meter auch den Titel über 5000 Meter. Der Spanier Jesús España sowie der von diesem auf den letzten einhundert Metern überspurtete Aserbaidschaner Hayle İbrahimov gewannen Silber und Bronze. Den beiden weiteren Medaillengewinner über 10.000 Meter Daniele Meucci und Christopher Thompson gelang es nicht, dies über die kürzere Distanz zu wiederholen, Meucci wurde Sechster, Thompson Achter.
10.000 m
| Platz | Athlet | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Mohammed Farah | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 28:24,99 |
| 2 | Christopher Thompson | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 28:27,33 |
| 3 | Daniele Meucci | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 28:27,33 |
| 4 | Ayad Lamdassem | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 28:34,89 |
| 5 | Carles Castillejo | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 28:49,69 |
| 6 | Christian Belz | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI | 28:54,01 |
| 7 | Andrea Lalli | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 29:05,20 |
| 8 | Youssef El Kalay | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 29:07,61 |
Datum: 27. Juli, 21:05 Uhr
Kurzbericht:
Nach langsamem Beginn – Durchgangszeit 5000 Meter 14:38,10 min – konnte sich Mo Farah zusammen mit Ayad Lamdassem absetzen. Kurz vor Schluss sprintete Farah dem Spanier davon. Dieser wurde von Christopher Thompson und Daniele Meucci noch überholt. Meucci und Thompson kamen zeitgleich ins Ziel, Thompson wurde jedoch im Fotofinish vor Meucci gewertet. Somit gab es einen britischen Doppelsieg. Von 26 Startern erreichten 22 das Ziel.
Marathon
| Platz | Athlet | Land | Zeit (h) |
|---|---|---|---|
| 1 | Viktor Röthlin | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI | 2:15:31 |
| 2 | José Manuel Martínez | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 2:17:50 |
| 3 | Dmitri Safronow | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 2:18:16 |
| 4 | Ruggero Pertile | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 2:19:33 |
| 5 | Pablo Villalobos | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 2:19:56 |
| 6 | Rafael Iglesias | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 2:20:14 |
| 7 | Migidio Bourifa | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 2:20:35 |
| 8 | Lee Merrien | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 2:20:42 |
Datum: 1. August, 10:05 Uhr
Kurzbericht:
Bei Kilometer zwanzig hatte sich eine zwölfköpfige Spitzengruppe gebildet, zu der auch Titelverteidiger Stefano Baldini gehörte. Nach einer Tempoverschärfung setzten sich kurz nach der Halbzeitmarke vier Läufer an die Spitze: Viktor Röthlin, José Manuel Martínez, Ruggero Pertil und James Theury. Baldini konnte nicht mehr Schritt halten und stieg aus. Kurz nachdem Pertile ebenfalls hatte abreißen lassen müssen, setzte sich bei Kilometer 28 Röthlin an die Spitze und baute seinen Vorsprung bis ins Ziel kontinuierlich aus. Theury dagegen hatte sich übernommen, fiel immer weiter zurück und gab schließlich auf. Pertile kämpfte sich noch einmal kurzzeitig an Martínez heran, fiel dann aber von Krämpfen geplagt auf den letzten Kilometern hinter Dmitri Safronow zurück, der sich vom sechsten Platz vorgearbeitet hatte. Der Österreicher Günther Weidlinger, der bis Kilometer zwanzig zur Spitzengruppe gehört hatte, fiel danach kontinuierlich zurück und belegte den achtzehnten Platz. Bei Temperaturen von mehr als 25 °C war es die langsamste Siegerzeit seit den Europameisterschaften 1969. Die schwierigen äußeren Bedingungen trugen auch dazu bei, dass neunzehn der 64 gestarteten Athleten nicht das Ziel erreichten, unter ihnen die Deutschen Martin Beckmann und Tobias Sauter sowie der Österreicher Florian Prüller. Der Liechtensteiner Marcel Tschopp kam auf Rang 39, der Österreicher Christian Pflügl auf Rang 44.
Marathon-Cup
Datum: 1. August, 10:05 Uhr
Im Marathonlauf gab es zusätzlich auch eine Teamwertung, für die die Zeiten der drei besten Läufer je Nation addiert wurden. Die Wertung zählte allerdings nicht zum offiziellen Medaillenspiegel.
110 m Hürden
| Platz | Athlet | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Andrew Turner | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 13,28 |
| 2 | Garfield Darien | Datei:Flag of France.svg FRA | 13,34 |
| 3 | Dániel Kiss | Datei:Flag of Hungary.svg HUN | 13,39 |
| 4 | Dimitri Bascou | Datei:Flag of France.svg FRA | 13,41 |
| 5 | Artur Noga | Datei:Flag of Poland.svg POL | 13,44 |
| 6 | Petr Svoboda | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 13,57 |
| 7 | Marcel van der Westen | Datei:Flag of the Netherlands.svg NED | 13,58 |
| 8 | Alexander John | Datei:Flag of Germany.svg GER | 13,71 |
Finale: 30. Juli, 19:50 Uhr
Wind: −1,0 m/s
Kurzbericht:
Der Brite Andy Turner gewann das Rennen. Der schnellste Europäer des Jahres, der Tscheche Petr Svoboda, musste sich mit dem sechsten Rang zufriedengeben. Der Deutsche Alexander John kam auf Rang acht.
400 m Hürden
| Platz | Athlet | Land | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | David Greene | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 48,12 s |
| 2 | Rhys Williams | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 48,96 s |
| 3 | Stanislaw Melnykow | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 49,09 s |
| 4 | Héni Kechi | Datei:Flag of France.svg FRA | 49,34 s |
| 5 | Periklís Iakovákis | Datei:Flag of Greece.svg GRE | 49,38 s |
| 6 | Josef Prorok | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 49,68 s |
| 7 | Alexander Derewjagin | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 49,70 s |
| 8 | Fadil Bellaabouss | Datei:Flag of France.svg FRA | 1:00,94 min |
Finale: 31. Juli, 20:10 Uhr
Kurzbericht:
Der Brite David Greene gewann deutlich mit mehr als acht Zehntelsekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Rhys Williams. Der Ukrainer Stanislaw Melnykow gewann die Bronzemedaille, Titelverteidiger Periklis Iakovakis aus Griechenland musste sich mit Platz fünf begnügen.
3000 m Hindernis
| Platz | Athlet | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Mahiedine Mekhissi-Benabbad | Datei:Flag of France.svg FRA | 8:07,87 CR |
| 2 | Bouabdellah Tahri | Datei:Flag of France.svg FRA | 8:09,28 |
| 3 | Iwan Lukjanow | Datei:Flag of Moldova.svg MDA | 8:19,64 |
| 4 | Tomasz Szymkowiak | Datei:Flag of Poland.svg POL | 8:23,37 |
| 5 | Steffen Uliczka | Datei:Flag of Germany.svg GER | 8:25,39 |
| 6 | Eliseo Martín | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 8:27,49 |
| 7 | Bjørnar Ustad Kristensen | Datei:Flag of Norway.svg NOR | 8:27,89 |
| 8 | Alberto Paulo | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 8:28,08 |
Finale: 1. August, 20:15 Uhr
Kurzbericht:
Die beiden Franzosen Mahiedine Mekhissi-Benabbad und Bouabdellah Tahri setzten sich bereits in der ersten Runde vom Rest des Feldes ab und liefen von da an ein einsames Rennen. Mekhissi-Benabbad behielt im Spurt die Oberhand vor Tahri. Bronze ging an den Moldawier Iwan Lukjanow.
Es gab zwei Dopingfälle in diesem Wettbewerb.
- Der Spanier José Luis Blanco, zunächst Dritter, wurde bei den spanischen Meisterschaften im Juli 2010 positiv auf EPO getestet. Sein EM-Resultat wurde annulliert und er wurde bis zum 26. Oktober 2012 gesperrt.<ref name="DopBlanc" />
- Dem Russen Ildar Minschin, zunächst Sechster, wurde nachträglich die Einnahme verbotener Substanzen im August 2009 nachgewiesen. Er wurde für zwei Jahre gesperrt, sein EM-Ergebnis wurde ihm aberkannt.<ref name="DopMinsch" />
4 × 100 m Staffel
Finale: 1. August, 19:35 Uhr
Kurzbericht:
Nach den Siegen im 100- und 200-Meter-Lauf krönte Christophe Lemaitre seine Erfolge mit dem Sieg mit der französischen Staffel. Deutschland errang die Bronzemedaille hinter Italien. Die Schweiz belegte mit neuem Landesrekord den vierten Platz. Insgesamt wurden in diesem Rennen vier nationale Rekorde aufgestellt.
4 × 400 m Staffel
Finale: 1. August, 21:55 Uhr
20 km Gehen
| Platz | Athlet | Land | Zeit (h) |
|---|---|---|---|
| 1 | Alex Schwazer | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 1:20:38 |
| 2 | João Vieira | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 1:20:49 |
| 3 | Robert Heffernan | Datei:Flag of Ireland.svg IRL | 1:21:00 |
| 4 | Giorgio Rubino | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 1:22:12 |
| 5 | Andrei Kriwow | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 1:22:20 |
| 6 | Matej Tóth | Datei:Flag of Slovakia.svg SVK | 1:22:20 |
| 7 | Jakub Jelonek | Datei:Flag of Poland.svg POL | 1:22:24 |
| 8 | Juan Manuel Molina | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 1:22:35 |
Datum: 27. Juli, 08:05 Uhr
Kurzbericht:
Das 20-km-Gehen war die erste Entscheidung der Europameisterschaften. Der neunzehnjährige Russe Stanislaw Jemeljanow zählte gemeinsam mit dem Italiener Alex Schwazer zu den Favoriten. Jemeljanow, der zunächst Erster im Ziel war, wurde allerdings nachträglich aufgrund von Dopingmissbrauch disqualifiziert – siehe unten. So wurde Schwazer Europameister vor dem Portugiesen João Vieira, der sich zu Beginn des Rennens eine unfreiwillige Pause zum Binden seiner Schuhe hatte nehmen müssen. Der Deutsche Maik Berger vom SCC Berlin wurde Sechzehnter, André Höhne war nicht angetreten. Teilnehmer aus Österreich, Liechtenstein und der Schweiz waren nicht am Start.
Doping, zwei Fälle:
- Stanislaw Jemeljanow (Russland) – zunächst Erster. Am 29. Juli 2014 wurde bekanntgegeben, dass ihm wegen auffälliger Blutwerte im Biologischen Pass alle Ergebnisse ab dem 26. Juli 2010 aberkannt werden, somit auch die Goldmedaille beim 20-km-Gehen in Barcelona.<ref name="DopJemel" />
- Ruslan Dmytrenko (Ukraine) – zunächst Zwölfter. Am 8. Februar 2010 wurden für ihn Sanktionen wegen Dopingmissbrauchs verhängt. Seine Resultate in der Zeit vom 14. August 2008 bis 3. August 2012 wurden annulliert. Darüber hinaus erhielt er eine Sperre von zwei Jahren.<ref name="DopDmyt" />
50 km Gehen
| Platz | Athlet | Land | Zeit (h) |
|---|---|---|---|
| 1 | Yohann Diniz | Datei:Flag of France.svg FRA | 3:40:37 CR |
| 2 | Grzegorz Sudoł | Datei:Flag of Poland.svg POL | 3:42:24 |
| 3 | Sergei Bakulin | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 3:43:26 |
| 4 | Robert Heffernan | Datei:Flag of Ireland.svg IRL | 3:45:30 NR |
| 5 | Jesús Ángel García | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 3:47:56 |
| 6 | Marco De Luca | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 3:48:36 |
| 7 | André Höhne | Datei:Flag of Germany.svg GER | 3:49:29 |
| 8 | Łukasz Nowak | Datei:Flag of Poland.svg POL | 3:51:31 |
Datum: 30. Juli, 07:35 Uhr
Auch in diesen zweiten Männer-Gehwettbewerb kam es zu einem nachträglich aufgedeckten Dopingfall.
Sergei Kirdjapkin (Russland) – hier nicht im Ziel. Er wurde wegen Auffälligkeiten in seinem Biologischen Pass im Januar 2015 rückwirkend zum 15. Oktober 2012 für drei Jahre und zwei Monate gesperrt. Seine Resultate zwischen dem 20. Juli 2009 und dem 20. September 2009, zwischen dem 29. Juni 2010 und dem 29. August 2010 sowie zwischen dem 17. Dezember 2011 und dem 11. Juni 2012 wurden annulliert.<ref name="DopKirdj" />
Hochsprung
| Platz | Athlet | Land | Höhe (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Alexander Schustow | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 2,33 |
| 2 | Iwan Uchow | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 2,31 |
| 3 | Martyn Bernard | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 2,29 |
| 4 | Linus Thörnblad | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | 2,29 |
| 5 | Jaroslav Bába | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 2,26 |
| 6 | Oleksandr Nartow | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 2,26 |
| 7 | Alexei Dmitrik | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 2,26 |
| 8 | Konstadínos Baniótis | Datei:Flag of Greece.svg GRE | 2,23 |
Finale: 29. Juli, 18:30 Uhr
Stabhochsprung
| Platz | Athlet | Land | Höhe (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Renaud Lavillenie | Datei:Flag of France.svg FRA | 5,85 |
| 2 | Maksym Masuryk | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 5,80 |
| 3 | Przemysław Czerwiński | Datei:Flag of Poland.svg POL | 5,75 |
| 4 | Giuseppe Gibilisco | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 5,75 |
| 5 | Damiel Dossévi | Datei:Flag of France.svg FRA | 5,70 |
| 6 | Fabian Schulze | Datei:Flag of Germany.svg GER | 5,70 |
| 7 | Łukasz Michalski | Datei:Flag of Poland.svg POL | 5,65 |
| 8 | Romain Mesnil | Datei:Flag of France.svg FRA | 5,60 |
Finale: 31. Juli, 18:00 Uhr
Weitsprung
| Platz | Athlet | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Christian Reif | Datei:Flag of Germany.svg GER | 8,47 CR |
| 2 | Kafétien Gomis | Datei:Flag of France.svg FRA | 8,24 |
| 3 | Christopher Tomlinson | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 8,23 |
| 4 | Salim Sdiri | Datei:Flag of France.svg FRA | 8,20 |
| 5 | Andrew Howe | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 8,12 |
| 6 | Loúis Tsátoumas | Datei:Flag of Greece.svg GRE | 8,09 |
| 7 | Petteri Lax | Datei:Flag of Finland icon.svg FIN | 7,96 |
| 8 | Eusebio Cáceres | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 7,93 |
Finale: 1. August, 20:10 Uhr
Kurzbericht:
Überraschender Sieger mit einer Weltjahresbestleistung von 8,47 m wurde der Deutsche Christian Reif. Nach zwei Fehlversuchen drohte ihm sogar das frühzeitige Aus. Doch Reif steigerte seine persönliche Bestleistung im dritten Sprung um zwanzig Zentimeter und gewann die Goldmedaille. Kafétien Gomis aus Frankreich errang mit einer neuen persönlichen Saisonbestleistung von 8,24 m die Silbermedaille. Nur einen Zentimeter dahinter folgte der Brite Chris Tomlinson auf Platz drei.
Dreisprung
| Platz | Athlet | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Phillips Idowu | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 17,81 CR |
| 2 | Marian Oprea | Datei:Flag of Romania.svg ROU | 17,51 |
| 3 | Teddy Tamgho | Datei:Flag of France.svg FRA | 17,45 |
| 4 | Wiktor Kusnjezow | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 17,29 |
| 5 | Benjamin Compaoré | Datei:Flag of France.svg FRA | 16,99 |
| 6 | Ljukman Adams | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 16,78 |
| 7 | Dmitrij Vaľukevič | Datei:Flag of Slovakia.svg SVK | 16,77 |
| 8 | Fabrizio Schembri | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 16,73 |
Finale: 28. Juli, 19:40 Uhr
Kurzbericht:
Der Franzose Teddy Tamgho reiste mit der besten Saisonbestweite von 17,98 m nach Barcelona. Im Wettkampf blieb er hinter dem Rumänen Marian Oprea und dem Briten Phillips Idowu, der mit neuer persönlicher Bestleistung gewann.
Kugelstoßen
| Platz | Athlet | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Tomasz Majewski | Datei:Flag of Poland.svg POL | 21,00 |
| 2 | Ralf Bartels | Datei:Flag of Germany.svg GER | 20,93 |
| 3 | Māris Urtāns | Datei:Flag of Latvia.svg LAT | 20,93 |
| 4 | David Storl | Datei:Flag of Germany.svg GER | 20,57 |
| 5 | Nedžad Mulabegović | Datei:Flag of Croatia.svg CRO | 20,56 |
| 6 | Antonín Žalský | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 20,01 |
| 7 | Asmir Kolašinac | Datei:Flag of Serbia (2004-2010).svg SRB | 19,77 |
| 8 | Jakub Giża | Datei:Flag of Poland.svg Polen | 19,73 |
Finale: 31. Juli, 18:30 Uhr
Kurzbericht:
Der amtierende Europameister Ralf Bartels kam wie auch vier Jahre zuvor erst mit seinem letzten Versuch in die Medaillenränge. Gold ging diesmal an den aktuellen Olympiasieger Tomasz Majewski, Silber an Bartels.
In diesem Wettbewerb wurden drei Athleten wegen Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen nachträglich disqualifiziert:
- Dem Belarussen Andrej Michnewitsch, der ursprünglich den ersten Platz belegt hatte, wurden 2013 seine Resultate von 2007 bis 2011 aberkannt. Als Mehrfachtäter wurde er auf Lebenszeit gesperrt.<ref name="DopAMichn" />
- Pawel Lyschyn, ebenfalls Belarus, ursprünglich Siebter, wurde 2016 bei Nachtests des Dopingmissbrauchs überführt. Unter anderem seine Platzierung bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert.<ref name="DopLysch" />
- Der Tscheche Remigius Machura jun., in der Qualifikation ausgeschieden, wurde im September 2010 positiv auf Doping mit Hormonen getestet und erhielt eine Sperre von zwei Jahren. Sein EM-Resultat von 2010 wurde annulliert.<ref name="DopMachu" />
Diskuswurf
| Platz | Athlet | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Piotr Małachowski | Datei:Flag of Poland.svg POL | 68,87 CR |
| 2 | Robert Harting | Datei:Flag of Germany.svg GER | 68,47 |
| 3 | Róbert Fazekas | Datei:Flag of Hungary.svg HUN | 66,43 |
| 4 | Gerd Kanter | Datei:Flag of Estonia.svg EST | 66,20 |
| 5 | Virgilijus Alekna | Datei:Flag of Lithuania.svg LTU | 64,64 |
| 6 | Mario Pestano | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 64,51 |
| 7 | Martin Wierig | Datei:Flag of Germany.svg GER | 63,32 |
| 8 | Sergiu Ursu | Datei:Flag of Romania.svg ROU | 63,11 |
Finale: 1. August, 19:45 Uhr
Kurzbericht:
Der amtierende Weltmeister Robert Harting aus Deutschland errang mit 68,47 m die Silbermedaille. Gold ging mit 68,87 m im zweiten Wurf an den Polen Piotr Małachowski, den WM-Zweiten von 2009 in Berlin. Róbert Fazekas aus Ungarn, Europameister von 2002 in München, belegte mit 66,43 m Platz drei. Nach Olympia- und Weltmeisterschaftssilber gewann Piotr Małachowski seine erste Goldmedaille, Robert Harting zeigte sich selbst trotz Silbermedaille nach dem Wettbewerb mit seinem Abschneiden unzufrieden.
Hammerwurf
| Platz | Athlet | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Libor Charfreitag | Datei:Flag of Slovakia.svg SVK | 80,02 |
| 2 | Nicola Vizzoni | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 79,12 |
| 3 | Krisztián Pars | Datei:Flag of Hungary.svg HUN | 79,06 |
| 4 | Waleryj Swjatocha | Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg BLR | 78,20 |
| 5 | Szymon Ziółkowski | Datei:Flag of Poland.svg POL | 77,99 |
| 6 | Oleksij Sokyrskyj | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 76,62 |
| 7 | Wojciech Kondratowicz | Datei:Flag of Poland.svg POL | 75,30 |
| 8 | Igor Winitschenko | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 74,71 |
Finale: 28. Juli, 20:25 Uhr
Kurzbericht:
Mit dem einzigen Wurf des Wettkampfs über achtzig Meter sicherte sich Libor Charfreitag mit seinem zweiten Versuch die Goldmedaille. Nachdem Waleryj Swjatocha im letzten Durchgang Nicola Vizzoni zunächst vom Bronzeplatz verdrängt hatte, konterte der Italiener und setzte sich sogar noch vor den bis dahin zweitplatzierten Ungarn Krisztián Pars. Der Deutsche Markus Esser schied in der Qualifikation aus.
Speerwurf
| Platz | Athlet | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Andreas Thorkildsen | Datei:Flag of Norway.svg NOR | 88,37 |
| 2 | Matthias de Zordo | Datei:Flag of Germany.svg GER | 87,81 |
| 3 | Tero Pitkämäki | Datei:Flag of Finland icon.svg FIN | 86,67 |
| 4 | Oleksandr Pjatnyzja | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 82,01 |
| 5 | Teemu Wirkkala | Datei:Flag of Finland icon.svg FIN | 81,76 |
| 6 | Ainārs Kovals | Datei:Flag of Latvia.svg LAT | 81,19 |
| 7 | Sergei Makarow | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 80,86 |
| 8 | Roman Awramenko | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 79,52 |
Finale: 31. Juli, 20:05 Uhr
Kurzbericht:
Der klar favorisierte amtierende Weltmeister und Olympiasieger Andreas Thorkildsen aus Norwegen gewann mit 88,37 m – Persönliche Bestleistung 2006: 91,59 m – die Goldmedaille. Einen überraschenden zweiten Platz mit nur 56 Zentimetern Rückstand belegte mit einer Saisonbestleistung von 87,81 m der deutsche Linkshänder Matthias de Zordo, der auch gleichzeitig einen (inoffiziellen) Weltrekord für Linkshänder im Speerwurf aufstellte. Der Finne Tero Pitkämäki, Weltmeister in Ōsaka 2007, errang mit 86,67 m – Persönliche Bestleistung 2005: 91,53 m – die Bronzemedaille.
Zehnkampf
| Platz | Athlet | Land | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Romain Barras | Datei:Flag of France.svg FRA | 8453 |
| 2 | Eelco Sintnicolaas | Datei:Flag of the Netherlands.svg NED | 8436 |
| 3 | Andrej Krautschanka | Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg BLR | 8370 |
| 4 | Mikk Pahapill | Datei:Flag of Estonia.svg EST | 8298 |
| 5 | Hans Van Alphen | Datei:Flag of Belgium (civil).svg BEL | 8072 |
| 6 | Darius Draudvila | Datei:Flag of Lithuania.svg LTU | 8032 |
| 7 | Alexei Drosdow | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 8029 |
| 8 | Eduard Michan | Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg BLR | 7999 |
Datum: 28./29. Juli, 21:10 Uhr
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100 m
| Platz | Athletin | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Verena Sailer | Datei:Flag of Germany.svg GER | 11,10 |
| 2 | Véronique Mang | Datei:Flag of France.svg FRA | 11,11 |
| 3 | Myriam Soumaré | Datei:Flag of France.svg FRA | 11,18 |
| 4 | Ezinne Okparaebo | Datei:Flag of Norway.svg NOR | 11,23 NR |
| 5 | Marija Rjemjen | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 11,31 |
| 6 | Anna Gurowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 11,36 |
| 7 | Georgia Kokloni | Datei:Flag of Greece.svg GRE | 11,36 |
| 8 | Christine Arron | Datei:Flag of France.svg FRA | 11,37 |
Finale: 29. Juli 2010, 21:45 Uhr
Wind: −0,6 m/s
Kurzbericht:
Durch ihre persönliche Saisonbestleistung errang Verena Sailer mit ihrem Sieg in der Zeit von 11,10 s die erste deutsche 100-Meter-Europameisterschaftsmedaille seit sechzehn Jahren. Véronique Mang und Myriam Soumaré erreichten die Plätze zwei und drei ebenfalls mit jeweiliger persönlicher Bestleistung.
200 m
| Platz | Athletin | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Myriam Soumaré | Datei:Flag of France.svg FRA | 22,32 |
| 2 | Jelysaweta Bryshina | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 22,44 ???unbekannte Abkürzung, siehe Vorlage:AthAbbr/DokuNUR23 |
| 3 | Alexandra Fedoriwa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 22,44 |
| 4 | Lina Jacques-Sébastien | Datei:Flag of France.svg FRA | 22,59 |
| 5 | Eleni Artymata | Datei:Flag of Cyprus.svg CYP | 22,61 NR |
| DSQ | Véronique Mang | Datei:Flag of France.svg FRA | |
| DOP | Anastassija Kapatschinskaja | Datei:Flag of Russia.svg RUS | |
| Julija Tschermoschanskaja | Datei:Flag of Russia.svg RUS |
Finale: 31. Juli 2010, 19:50 Uhr, Wind: +0,1 m/s
Kurzbericht:
Nach der Bronzemedaille im 100-Meter-Lauf gewann die Französin Myriam Soumaré Gold über 200 Meter. Die mitfavorisierte Russin Alexandra Fedoriwa belegte hinter der Ukrainerin Jelysaweta Bryshina den dritten Platz.
Auch in diesem Wettbewerb traten Dopingfälle auf. Betroffen davon waren zwei Russinnen:
- Anastassija Kapatschinskaja, zunächst auf Rang vier, wurde der Einnahme gleich zweier verbotener Substanzen überführt: Turinabol und Stanozolol.<ref name="DopKapat" />
- Auch der zunächst siebtplatzierten Julija Tschermoschanskaja wurde der Missbrauch dieser beiden Substanzen nachgewiesen.<ref name="DopTscherm" />
400 m
| Platz | Athletin | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Xenija Ustalowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 49,92 |
| 2 | Antonina Kriwoschapka | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 50,10 |
| 3 | Libania Grenot | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 50,43 |
| 4 | Denisa Rosolová | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 50,90 |
| 5 | Antonina Jefremowa | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 51,67 |
| 6 | Marta Milani | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 51,87 |
| 7 | Muriel Hurtis-Houairi | Datei:Flag of France.svg FRA | 52,05 |
| DOP | Tatjana Firowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS |
Finale: 30. Juli 2010, 19:35 Uhr
Dieser Wettbewerb wurde von zwei Dopingfällen überschattet:
- Tatjana Firowa, Russland – zunächst Erste. Im sogenannten McLaren-Report wurde institutionelles Doping in Russland untersucht und aufgedeckt. Tatjana Firowa gehörte zu den Athleten, die von 2012 bis 2013 Teil eines Dopingprogramms mit Anabolen Steroiden waren. Bereits 2008 hatte sie durch nicht abgegebene Dopingproben gegen die Bestimmungen verstoßen. Der Europameistertitel wurde ihr aberkannt, die nachfolgenden Athletinnen rückten um jeweils einen Rang nach vorne.<ref name="DopTatFir" />
- Pınar Saka, Türkei – im Vorlauf ausgeschieden. Der türkische Leichtathletikverband TAF sprach 2013 gegen 31 positiv auf Dopingmittel getestete Athleten Sperren aus. Zu ihnen gehörte auch Pınar Saka, deren Resultat bei diesen Europameisterschaften annulliert wurde.<ref name="DopSaka" />
800 m
| Platz | Athletin | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Yvonne Hak | Datei:Flag of the Netherlands.svg NED | 1:58,85 |
| 2 | Jennifer Meadows | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 1:59,39 |
| 3 | Lucia Klocová | Datei:Flag of Slovakia.svg SVK | 1:59,48 |
| 4 | Jemma Simpson | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 1:59,90 |
| 5 | Lenka Masná | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 1:59,91 |
| 6 | Mayte Martínez | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 1:59,97 |
| DOP | Marija Sawinowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | |
| Swetlana Kljuka | Datei:Flag of Russia.svg RUS |
Finale: 30. Juli 2010, 21:50 Uhr
In diesem Wettbewerb wurden gleich fünf weitere Athletinnen aufgrund von Verstößen gegen die Dopingbestimmungen nachträglich disqualifiziert:
- Marija Sawinowa, Russland, der ursprünglichen Siegerin, wurden vom Internationalen Sportgerichtshof CAS alle ihre Ergebnisse zwischen Juli 2010 und August 2013 aberkannt. Das Urteil fundiert auf klaren Abweichungen im Biologischen Pass, die Sawinowas Verstoß gegen die Dopingbestimmungen nachweisen.<ref name="DopSawin" />
- Swetlana Kljuka, Russland, die als Achte ins Ziel gelaufen war, wurde im Juli 2012 aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass suspendiert, ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.<ref name="DopKljuk" />
- Bei Olga Cristea, Republik Moldau, im Vorlauf ausgeschieden, wurden überhöhte Testosteron-Werte festgestellt. Sie erhielt eine zweijährige Sperre, ihr Resultat bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert.<ref name="DopCrist" />
- Swjatlana Ussowitsch, Belarus, im Vorlauf ausgeschieden, wurde bei Nachtests nachgewiesen, dass sie bereits 2008 gegen die Dopingbestimmungen verstoßen hatte. Ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.<ref name="DopUsso" />
- Tatjana Andrianowa, Russland, im Vorlauf ausgeschieden, wurde mehrfach bei Verstößen gegen die Dopingbestimmungen erwischt. Unter anderem wurden ihre Resultate vom 26. Juli 2010 bis 25. Juli 2012 gestrichen.<ref name="DopAndri" />
1500 m
| Platz | Athletin | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Nuria Fernández | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 4:00,20 |
| 2 | Hind Dehiba Chahyd | Datei:Flag of France.svg FRA | 4:01,17 |
| 3 | Natalia Rodríguez | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 4:01,30 |
| 4 | Lisa Dobriskey | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 4:01,54 |
| 5 | Stephanie Twell | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 4:02,70 |
| 6 | Fanjanteino Félix | Datei:Flag of France.svg FRA | 4:04,16 |
| 7 | Oxana Sbroschek | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 4:04,91 |
| 8 | Hannah England | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 4:05,07 |
Finale: 1. August 2010, 21:15 Uhr
Wie auch auf der kürzeren Mittelstrecke waren im 1500-Meter-Lauf Dopingfälle zu beklagen, hier waren es vier:
- Die Türkin Aslı Çakır Alptekin, zunächst Fünfte, ist eine Mehrfachtäterin in Sachen Doping. Schon 2004 wurde sie positiv auf Methenolon getestet. Nun wurde Alptekin erneut suspendiert und 2015 rückwirkend für acht Jahre gesperrt, ein Strafmaß, das die IAAF für Wiederholungstäterinnen vorschreibt.<ref name="DopAlptek" />
- Die Russin Anna Alminowa, ursprüngliche Sechste, wurde positiv auf die verbotene Substanz Pseudoephedrin getestet. Ihr Resultat der Europameisterschaften von 2010 wurde später annulliert.<ref name="DopAlmin" />
- Der Belarussin Natallja Karejwa, im Vorlauf ausgeschieden, wurden Abweichungen im Biologischen Pass für den 28. Juli 2010 nachgewiesen, die ihren Dopingbetrug belegten. Ihr Resultat bei diesen Europameisterschaften wurde annulliert und sie erhielt eine Sperre vom 22. August 2014 bis 21. August 2016.<ref name="DopKarej" />
- Der Russin Natalja Jewdokimowa, im Vorlauf ausgeschieden, wurde per Bluttest Dopingmissbrauch nachgewiesen. Ihre Resultate vom 17. August 2009 bis 29. Mai 2012 wurden gestrichen und sie wurde beginnend am 14. April 2016 für vier Jahre gesperrt.<ref name="DopJewdo" />
5000 m
| Platz | Athletin | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Elvan Abeylegesse | Datei:Flag of Turkey.svg TUR | 14:54,44 CR |
| 2 | Sara Moreira | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 14:54,71 |
| 3 | Jéssica Augusto | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 14:58,47 |
| 4 | Elena Romagnolo | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 15:14,40 |
| 5 | Sabine Fischer | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI | 15:19,80 |
| 6 | Anikó Kálovics | Datei:Flag of Hungary.svg HUN | 15:29,44 |
| 7 | Olga Golowkina | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 15:31,11 |
| 8 | Judith Plá | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 15:35,01 |
Datum: 1. August 2010, 20:40 Uhr
Kurzbericht:
Auf der letzten Runde setzten sich die beiden aus Äthiopien stammenden Türkinnen Alemitu Bekele und Elvan Abeylegesse von den beiden Portugiesinnen Sara Moreira und Jéssica Augusto ab. Bekele lief zwar als Erste ins Ziel, wurde später jedoch disqualifiziert – siehe unten. So gewann Abeylegesse neben dem 10.000- nun auch den 5000-Meter-Lauf. Außerdem erhielt auch Jéssica Augusto mit Bronze ihre verdiente Medaille. Sara Moreira rückte auf den Silberrang vor. Die Schweizerin Sabine Fischer kam in der Endwertung auf den fünften Rang.
In diesem Wettbewerb kam es zu insgesamt vier dopingbedingten nachträglichen Disqualifikationen. Betroffen waren zwei türkische und zwei russische Läuferinnen:
- Die aus Äthiopien stammende und für die Türkei startende Alemitu Bekele, zunächst Erste, wurde im Jahr 2013 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt und nachträglich disqualifiziert.<ref name="DopBekel" />
- Die Russin Marija Konowalowa, ursprüngliche Fünfte, wurde aufgrund von Unregelmäßigkeiten ihres Biologischen Passes für zwei Jahre suspendiert. Außerdem wurden ihr zahlreiche Resultate, darunter ihre Platzierung bei den Europameisterschaften 2010 aberkannt.<ref name="DopKonow" />
- Die zunächst siebtplatzierte Türkin Meryem Erdoğan, wurde 2012 wegen Abweichungen in ihrem Blutpass für zwei Jahre gesperrt. Unter anderem auch ihre Resultate der Europameisterschaften von 2010 über 5000 und 10.000 Meter wurden annulliert.<ref name="DopErdog" />
- Die Russin Jelisaweta Gretschischnikowa war zunächst auf Rang neun eingelaufen. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass wurden alle ihre Ergebnisse von 2009 bis 2013 annulliert.<ref name="DopGretsch" />
10.000 m
| Platz | Athletin | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Elvan Abeylegesse | Datei:Flag of Turkey.svg TUR | 31:10,23 |
| 2 | Jéssica Augusto | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 31:25,77 |
| 3 | Hilda Kibet | Datei:Flag of the Netherlands.svg NED | 31:36,90 |
| 4 | Sabrina Mockenhaupt | Datei:Flag of Germany.svg GER | 32:06,02 |
| 5 | Jelena Sokolowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 32:36,71 |
| 6 | Krisztina Papp | Datei:Flag of Hungary.svg HUN | 32:49,05 |
| 7 | Ana Dulce Félix | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 33:12,93 |
| 8 | Swjatlana Kudselitsch | Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg BLR | 33:31,33 |
Datum: 28. Juli 2010, 21:05 Uhr
Kurzbericht:
Dreizehn der achtzehn gestarteten Athletinnen kamen ins Ziel. Die in Äthiopien geborene Türkin Elvan Abeylegesse übernahm auf dem vierten Kilometer die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab. Jéssica Augusto lag lange Zeit auf dem zweiten Platz. Sie wurde zwar in der Schlussphase noch von der russischen Titelverteidigerin Inga Abitowa überholt, die jedoch gedopt war und disqualifiziert wurde – siehe unten. Deshalb erhielt Augusto im Nachhinein die Silbermedaille. Drei Tage später errang sie als Dritte über 5000 Meter noch eine zweite Medaille. Mit der für die Niederlande startende Hilda Kibet folgte eine weitere in Ostafrika geborene Läuferin vor der Deutschen Sabrina Mockenhaupt auf dem vierten Platz. Die Schweizerin Martina Strähl lief in 33:37,89 min als Neunte ein.
Wie in allen anderen Mittel- und Langstrecken kam es auch in diesem Wettbewerb zu dopingbedingten Disqualifikationen, hier durch Läuferinnen aus der Türkei und Russland in drei Fällen:
- Die Russin Inga Abitowa, ursprünglich Zweite, wurde der Einnahme der verbotenen Substanz Turinabol überführt. Ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 wurde annulliert.<ref name="DopKapat" />
- Die zunächst fünftplatzierte Türkin Meryem Erdoğan wurde 2012 wegen Abweichungen in ihrem Biologischen Pass für zwei Jahre gesperrt. Unter anderem auch ihre Resultate der Europameisterschaften von 2010 über 5000 und 10.000 Meter wurden annulliert.<ref name="DopErdog" />
- Die Russin Lilija Schobuchowa hatte das Rennen aufgegeben. Sie wurde Ende April 2014 wegen Dopingmissbrauchs gesperrt, unter anderem ihr EM-Resultat von 2010 wurde annulliert. Vorausgegangen waren Enthüllungen zu Zahlungen in Größenordnungen von insgesamt einer halben Million US-Dollar für Bestechungen, Startberechtigungen und ähnlichen Dingen, in die auch der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack verwickelt war.<ref name="DopSchobuch" />
Marathon
| Platz | Athletin | Land | Zeit (h) |
|---|---|---|---|
| 1 | Anna Incerti | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 2:32:48 |
| 2 | Tetjana Filonjuk | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 2:33:57 |
| 3 | Isabellah Andersson | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | 2:34:43 |
| 4 | Olivera Jevtić | Datei:Flag of Serbia (2004-2010).svg SRB | 2:34:56 |
| 5 | Alessandra Aguilar | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 2:35:04 |
| 6 | Marisa Barros | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 2:35:43 |
| 7 | Rosaria Console | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 2:36:20 |
| 8 | Silwija Skworzowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 2:36:31 |
Datum: 31. Juli 2010, 10:05 Uhr
Kurzbericht:
Von 43 gestarteten Athletinnen beendeten 36 das Rennen. Nachdem die beiden erstplatzierten Läuferinnen wegen Dopingbetrugs disqualifiziert worden waren, wurde die Italienerin Anna Incerti Europameisterin. Die Schweizerin Maja Neuenschwander belegte den 24. Platz, ihre Landsfrau Patricia Morceli gab das Rennen nach dreißig Kilometern auf. Es waren keine deutschen Läuferinnen am Start, auch die Titelverteidigerin Ulrike Maisch verzichtete. Österreich und Liechtenstein waren ebenfalls nicht vertreten.
Drei Dopingfälle traten im Marathonlauf auf:
- Die ursprüngliche Siegerin Živilė Balčiūnaitė aus Litauen, wurde der Einnahme der verbotenen Substanzen Testosteron und Epitestosteron überführt. Sie erhielt eine Sperre von zwei Jahren bis zum 6. September 2012. Ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 wurde annulliert.<ref name="DopBalciu" />
- Die Russin Nailja Julamanowa, zunächst Zweite, wurde der Einnahme von Substanz Steroiden überführt und erhielt eine Sperre. Ihre Silbermedaille von den Europameisterschaften von 2010 musste sie zurückgeben.<ref name="DopKljuk" />
- Der Russin Irina Timofejewa, zunächst Neunte, wurde ihr Resultat von den Europameisterschaften von 2010 nach Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass aberkannt.<ref name="DopTimofe" />
Marathon-Cup
Datum: 31. Juli 2010, 10:05 Uhr
Im Marathonlauf gab es zusätzlich auch eine Teamwertung, für die die Zeiten der drei besten Läuferinnen je Nation addiert wurden. Die Wertung zählte allerdings nicht zum offiziellen Medaillenspiegel.
100 m Hürden
| Platz | Athletin | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Nevin Yanıt | Datei:Flag of Turkey.svg TUR | 12,63 NR |
| 2 | Derval O’Rourke | Datei:Flag of Ireland.svg IRL | 12,65 NR |
| 3 | Carolin Nytra | Datei:Flag of Germany.svg GER | 12,68 |
| 4 | Christina Vukicevic | Datei:Flag of Norway.svg NOR | 12,78 |
| 5 | Jewhenija Snihur | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 12,92 |
| 6 | Tatjana Dektjarjowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 12,98 |
| 7 | Lisa Urech | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI | 13,02 |
| 8 | Nadine Hildebrand | Datei:Flag of Germany.svg GER | 13,08 |
Finale: 31. Juli 2010, 20:25 Uhr
Wind: −0,5 m/s
Kurzbericht:
Nachdem die Türkin Nevin Yanıt bereits im Halbfinale einen neuen Landesrekord aufgestellt hatte, verbesserte sie diesen im Finale nochmals und gewann das Rennen vor der Irin Derval O’Rourke sowie der Schnellsten der Europäischen Jahresbestenliste, der Deutschen Carolin Nytra. Die Schweizerin Lisa Urech, die im Halbfinale mit 12,95 s nur knapp ihre Bestleistung von 12,84 s verfehlt hatte, konnte sich im Finale nicht mehr steigern und belegte so den siebten, ihre deutsche Kollegin Nadine Hildebrand den achten Platz.
400 m Hürden
| Platz | Athletin | Land | Zeit (s) |
|---|---|---|---|
| 1 | Natalja Antjuch | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 52,92 CR |
| 2 | Wanja Stambolowa | Datei:Flag of Bulgaria.svg BUL | 53,82 NR |
| 3 | Perri Shakes-Drayton | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 54,18 |
| 4 | Zuzana Hejnová | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 54,30 |
| 5 | Angela Moroșanu | Datei:Flag of Romania.svg ROM | 54,58 |
| 6 | Jewgenija Issakowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 54,59 |
| 7 | Natalja Iwanowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 55,51 |
| 8 | Eilidh Child | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 55,51 |
Finale: 30. Juli 2010, 21:40 Uhr
3000 m Hindernis
| Platz | Athletin | Land | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Julija Sarudnewa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 9:17,57 CR |
| 2 | Hatti Dean | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 9:30,19 |
| 3 | Wioletta Frankiewicz | Datei:Flag of Poland.svg POL | 9:34,13 |
| 4 | Layes Abdullayeva | Datei:Flag of Azerbaijan.svg AZE | 9:34,75 NR |
| 5 | Sophie Duarte | Datei:Flag of France.svg FRA | 9:35,52 |
| 6 | Zulema Fuentes-Pila | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 9:35,71 NR |
| 7 | Ancuța Bobocel | Datei:Flag of Romania.svg ROM | 9:41,20 |
| 8 | Katarzyna Kowalska | Datei:Flag of Poland.svg POL | 9:42,47 |
Finale: 30. Juli 2010, 20:25 Uhr
Der 3000-Meter-Hindernislauf wurde von drei Dopingfällen überschattet:
- Im November 2015 wurde der Spanierin Marta Domínguez nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS der Vizeeuropameistertitel wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.<ref name="DopDoming" />
- Die Russin Ljubow Charlamowa wurde, nachdem sie aufgrund von Domínguez’ Disqualifikation zunächst auf den zweiten Platz vorgerückt war, vom russischen Leichtathletik-Verband RusAF wegen positiver Dopingtests für zwei Jahre gesperrt. Ihr EM-Resultat von 2010 wurde gestrichen.<ref name="DopCharla" />
- Die Griechin Irini Kokkinariou, die im Vorlauf ausgeschieden war, gehörte zu neun Athleten, die zwei Tage vor Beginn der Olympischen Spiele 2012 für zwei Jahre gesperrt wurden, nachdem ihr über ein neues Verfahren der WADA Abweichungen im Biologischen Pass nachgewiesen wurden.<ref name="DopKokki" />
4 × 100 m Staffel
Finale: 1. August 2010, 19:50 Uhr
Kurzbericht:
Europameister über 4-mal 100 Meter der Frauen wurde die Staffel aus der Ukraine, was als eine Überraschung galt. Favorisiert waren die Französinnen und Polinnen, welche den zweiten bzw. dritten Platz belegten. Die Zeit von 42,29 der Siegerinnen mit Olessja Powch, Natalija Pohrebnjak, Marija Rjemjen und Jelysaweta Bryshina war Weltjahresbestzeit. Die ebenfalls mitfavorisierte deutsche Staffel mit Yasmin Kwadwo, Marion Wagner, Anne Möllinger und Verena Sailer war aufgrund eines Wechselfehlers bereits im Vorlauf ausgeschieden – beim Wechsel zwischen Anne Möllinger und Schlussläuferin Verena Sailer war der Stab zu Boden gefallen.
Doping:
Die zunächst viertplatzierte russische Staffel wurde wegen der Beteiligung der bereits im 200-Meter-Lauf benannten Sprinterin Julija Tschermoschanskaja disqualifiziert. Tschermoschanskaja hatte mittels Stanozolol und Turinabol gedopt und wurde dafür bestraft.<ref name="DopTscherm" />
4 × 400 m Staffel
Finale: 1. August 2010, 21:40 Uhr
Kurzbericht:
Die deutsche Staffel mit Janin Lindenberg, Esther Cremer, Fabienne Kohlmann und Claudia Hoffmann sowie der im Vorlauf eingesetzten Jill Richards lief eine Zeit von 3:24,07 min und wurde so Europameister vor den Britinnen.
Drei Staffeln wurden dopingbedingt disqualifiziert:
- In der russischen Staffel war die bereits im Resultat über 200 Meter benannte Anastassija Kapatschinskaja gedopt.<ref name="DopKapat" />
- Auch das Ergebnis der belarussischen Staffel – das Team hatte mit der gedopten Swjatlana Ussowitsch Rang sieben belegt – wurde später wegen Dopingmissbrauchs annulliert.<ref name="DopBLR" /> Der Athletin wurde bei Nachtests nachgewiesen, dass sie bereits 2008 gegen die Antidopingbestimmungen verstoßen hatte. Ihre Ergebnisse wurden entsprechend annulliert.<ref name="DopUsso" />
- In der türkischen Mannschaft – in der Vorrunde ausgeschieden – war Pınar Saka als Schlussläuferin eingesetzt, deren Resultat auch im Einzelrennen über 400 Meter wegen Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen gestrichen wurde. In Konsequenz wurde auch das Ergebnis der türkischen Staffel annulliert.<ref name="DopSaka" />
20 km Gehen
| Platz | Athletin | Land | Zeit (h) |
|---|---|---|---|
| 1 | Anisja Kirdjapkina | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 1:28:55 |
| 2 | Wera Sokolowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 1:29:32 |
| 3 | Melanie Seeger | Datei:Flag of Germany.svg GER | 1:29:43 |
| 4 | Beatriz Pascual | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 1:29:52 |
| 5 | Vera Santos | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 1:30:52 |
| 6 | Kristina Saltanovič | Datei:Flag of Lithuania.svg LTU | 1:31:40 |
| 7 | Ana Cabecinha | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 1:31:48 |
| 8 | Inês Henriques | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 1:32:26 |
Datum: 28. Juli 2010, 8:05 Uhr
Doping:
Für die ursprünglich als Erste eingekommene Russin Olga Kaniskina wurden nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs vom März 2016 alle Ergebnisse zwischen dem 5. August 2009 und dem 15. Oktober 2012 wegen Dopingmissbrauchs annulliert.<ref name="DopKanis" />
Hochsprung
| Platz | Athletin | Land | Höhe (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Blanka Vlašić | Datei:Flag of Croatia.svg CRO | 2,03 CRe |
| 2 | Emma Green | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | 2,01 |
| 3 | Ariane Friedrich | Datei:Flag of Germany.svg GER | 2,01 |
| 4 | Swetlana Schkolina | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 1,97 |
| 5 | Tia Hellebaut | Datei:Flag of Belgium (civil).svg BEL | 1,97 |
| 6 | Ruth Beitia | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 1,95 |
| Wita Stjopina | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 1,95 | |
| 8 | Adonía Steryíou | Datei:Flag of Greece.svg GRE | 1,92 |
Finale: 1. August 2010, 19:30 Uhr
Kurzbericht:
Blanka Vlašić wurde Europameisterin und stellte sowohl Tia Hellebauts Europameisterschaftsrekord von 2006 als auch die europäische Saisonbestleistung ein. Die zweitplatzierte Emma Green verbesserte ihren persönlichen Rekord um drei Zentimeter und benötigte für ihre Höhe von 2,01 m einen Versuch weniger als Ariane Friedrich, die mit ebenfalls 2,01 m die Bronzemedaille gewann. Titelverteidigerin Tia Hellebaut erzielte als Fünfte hinter Swetlana Schkolina eine persönliche Saisonbestleistung.
Stabhochsprung
| Platz | Athletin | Land | Höhe (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Swetlana Feofanowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 4,75 |
| 2 | Silke Spiegelburg | Datei:Flag of Germany.svg GER | 4,65 |
| 3 | Lisa Ryzih | Datei:Flag of Germany.svg GER | 4,65 |
| 4 | Anastassija Schwedawa | Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg BLR | 4,65 NR |
| 5 | Jiřina Ptáčníková | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 4,65 |
| 6 | Kate Dennison | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 4,55 |
| 7 | Julija Golubtschikowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 4,55 |
| 8 | Cathrine Larsåsen | Datei:Flag of Norway.svg NOR | 4,35 NRe |
Finale: 30. Juli 2010, 18:30 Uhr
Kurzbericht:
Obwohl mit der russischen Weltrekordhalterin, Titelverteidigerin, Olympiasiegerin von 2008 und Weltmeisterin von 2007 Jelena Issinbajewa die dominierende Stabhochspringerin nicht an den Europameisterschaften teilnahm, ging der EM-Titel dank Swetlana Feofanowa doch nach Russland. Die beiden Deutschen Silke Spiegelburg und Lisa Ryzih errangen die Silber und Bronze. Die dritte Deutsche Carolin Hingst belegte den elften Platz, die Schweizerin Anna Katharina Schmid scheiterte im Finale dreimal an der Anfangshöhe von 4,15 m, nachdem sie sich in der Qualifikation leicht verletzt hatte.
Weitsprung
| Platz | Athletin | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Ineta Radēviča | Datei:Flag of Latvia.svg LAT | 6,92 NR |
| 2 | Naide Gomes | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 6,92 |
| 3 | Olga Kutscherenko | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 6,84 w |
| 4 | Wiktorija Rybalko | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 6,78 |
| 5 | Ljudmila Koltschanowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 6,75 |
| 6 | Nastassja Mirontschyk | Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg BLR | 6,75 |
| 7 | Renáta Medgyesová | Datei:Flag of Slovakia.svg SVK | 6,71 |
| 8 | Ivana Španović | Datei:Flag of Serbia (2004-2010).svg SRB | 6,60 |
Finale: 28. Juli 2010, 20:00 Uhr
Kurzbericht:
Ineta Radēviča gewann überraschend den Europameisterschaftstitel. Da Naide Gomes mit 6,92 m die gleiche Weite wie Radēviča erzielte, entschied die zweitbeste Weite des Wettkampfs, welche mit 6,87 m die Lettin aufwies. Die Schweizerin Irene Pusterla und die Deutsche Bianca Kappler hatten sich nicht für das Finale qualifizieren können.
Dreisprung
| Platz | Athletin | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Olha Saladucha | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 14,81 |
| 2 | Simona La Mantia | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 14,56 |
| 3 | Svetlana Bolshakova | Datei:Flag of Belgium (civil).svg BEL | 14,55 NR |
| 4 | Nadeschda Aljochina | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 14,45 w |
| 5 | Adelina Gavrilă | Datei:Flag of Romania.svg ROM | 14,33 w |
| 6 | Snežana Rodič | Datei:Flag of Slovenia.svg SLO | 14,32 |
| 7 | Dana Velďáková | Datei:Flag of Slovakia.svg SVK | 14,16 |
| 8 | Patrícia Mamona | Datei:Flag of Portugal.svg POR | 14,07 |
Finale: 31. Juli 2010, 19:10 Uhr
Doping;
Die Griechin Athanasía Pérra, die zunächst den zehnten Platz belegt hatte, wurde nachträglich des Dopings überführt und disqualifiziert.<ref name="DopPerra" />
Kugelstoßen
| Platz | Athletin | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Anna Awdejewa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 19,39 |
| 2 | Janina Prawalinskaja-Karoltschyk | Datei:Flag of Belarus (1995-2012).svg BLR | 19,29 |
| 3 | Olga Iwanowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 19,02 |
| 4 | Petra Lammert | Datei:Flag of Germany.svg GER | 18,94 |
| 5 | Nadine Kleinert | Datei:Flag of Germany.svg GER | 18,94 |
| 6 | Denise Hinrichs | Datei:Flag of Germany.svg GER | 18,48 |
| 7 | Helena Engman | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | 18,11 |
| 8 | Mariam Kewchischwili | Datei:Flag of Georgia.svg GE0 | 17,87 |
Finale: 27. Juli 2010, 19:35 Uhr
Auch das Kugelstoßen blieb nicht von der Dopingproblematik ausgenommen, in beiden aufgetretenen Fällen waren belarussische Sportlerinnen betroffen:
- Die zunächst siegreiche Nadseja Astaptschuk wurde schon zum dritten Mal des Dopingbetrugs überführt. Sie wurde für vier Jahre von allen Wettkämpfen ausgeschlossen und entging nur knapp einer lebenslänglichen Sperre.<ref name="DopAstap" />
- Auch die zunächst zweitplatzierte Natallja Michnewitsch war bereits früher als Dopingsünderin enttarnt worden – so auch bei diesen Europameisterschaften.<ref name="DopMichnN1" /><ref name="DopMichnN2" />
Diskuswurf
| Platz | Athletin | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Sandra Perković | Datei:Flag of Croatia.svg CRO | 64,67 |
| 2 | Nicoleta Grasu | Datei:Flag of Romania.svg ROU | 63,48 |
| 3 | Joanna Wiśniewska | Datei:Flag of Poland.svg POL | 62,37 |
| 4 | Natalja Sadowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 61,20 |
| 5 | Zinaida Sendriūtė | Datei:Flag of Lithuania.svg LTU | 60,70 |
| 6 | Dragana Tomašević | Datei:Flag of Serbia (2004-2010).svg SRB | 60,10 |
| 7 | Sabine Rumpf | Datei:Flag of Germany.svg GER | 58,89 |
| 8 | Nadine Müller | Datei:Flag of Germany.svg GER | 57,78 |
Finale: 28. Juli 2010, 18:30 Uhr
Hammerwurf
| Platz | Athletin | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Betty Heidler | Datei:Flag of Germany.svg GER | 76,38 |
| 2 | Tatjana Lyssenko | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 75,65 |
| 3 | Anita Włodarczyk | Datei:Flag of Poland.svg POL | 73,34 |
| 4 | Bianca Perie | Datei:Flag of Romania.svg ROM | 71,62 |
| 5 | Zalina Marghieva | Datei:Flag of Moldova.svg MDA | 70,77 |
| 6 | Silvia Salis | Datei:Flag of Italy.svg ITA | 68,85 |
| 7 | Merja Korpela | Datei:Flag of Finland icon.svg FIN | 68,21 |
| 8 | Berta Castells | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 68,20 |
Finale: 30. Juli 2010, 20:20 Uhr
Kurzbericht:
Betty Heidler aus Deutschland, die als eine der Favoritinnen in den Wettbewerb ging, gewann mit 76,38 m im fünften Wurf nach ihrem WM-Titel 2007 die zweite Goldmedaille in ihrer Laufbahn. Selbst ihr zweitbester Versuch von 75,92 m hätte zum Sieg gereicht. Die ehemalige Weltrekordlerin Tatjana Lysenko aus Russland, die zuvor zwei Jahre wegen Dopingmissbrauchs gesperrt war<ref>Hammerwurf-Olympiasiegerin droht lebenslange Sperre. In: Der Spiegel 5. April 2016, spiegel.de, abgerufen am 23. Februar 2023</ref> und als Titelverteidigerin an den Start ging, errang mit 75,65 m die Silbermedaille. Die amtierende Weltmeisterin Anita Włodarczyk aus Polen – mit 78,30 m im Juni 2010 auch Weltrekordlerin – wurde mit 73,34 m Dritte.
Es gab einen Dopingfall:
Die Moldawierin Zalina Marghieva, die auf den fünften Platz gekommen war, wurde nachträglich für zwei Jahre gesperrt, nachdem im Jahr 2013 ein Nachtest ihrer Dopingprobe von den Weltmeisterschaften 2009 positiv ausgefallen war. Unter anderem ihr EM-Resultat wurde gestrichen.<ref name="DopMargh" />
Speerwurf
| Platz | Athletin | Land | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Linda Stahl | Datei:Flag of Germany.svg GER | 66,81 |
| 2 | Christina Obergföll | Datei:Flag of Germany.svg GER | 65,58 |
| 3 | Barbora Špotáková | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 65,36 |
| 4 | Katharina Molitor | Datei:Flag of Germany.svg GER | 63,81 |
| 5 | Mercedes Chilla | Datei:Flag of Spain.svg ESP | 61,40 |
| 6 | Martina Ratej | Datei:Flag of Slovenia.svg SLO | 60,99 |
| 7 | Madara Palameika | Datei:Flag of Latvia.svg LAT | 60,78 |
| 8 | Jarmila Klimešová | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 56,50 |
Finale: 29. Juli 2010, 20:40 Uhr
Kurzbericht:
Durch Linda Stahl und Christina Obergföll kam es zu einem deutschen Doppelsieg. Linda Stahl gewann mit persönlicher Bestleistung von 66,81 m im fünften Versuch die Goldmedaille. Die im Vorfeld höher eingeschätzte Christina Obergföll errang mit 65,58 m die Silbermedaille. Barbora Špotáková aus Tschechien – Weltrekordlerin mit 72,28 m aus dem Jahr 2008 – kam mit 65,36 m auf den dritten Platz.
Auch im Speerwurf gab es einen Dopingfall:
Die zunächst fünftplatzierte Russin Marija Abakumowa hatte bereits ihre Silbermedaille von den Olympischen Spielen 2008 verloren. Nun wurden ihr auch ihre Medaillen und Platzierungen von den Weltmeisterschaften 2009/2011 und den Europameisterschaften 2010 aberkannt.<ref name="DopAbakum" />
Siebenkampf
| Platz | Athletin | Land | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Jessica Ennis | Datei:Flag of the United Kingdom.svg GBR | 6823 CR |
| 2 | Natalija Dobrynska | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 6778 |
| 3 | Jennifer Oeser | Datei:Flag of Germany.svg GER | 6683 |
| 4 | Karolina Tymińska | Datei:Flag of Poland.svg POL | 6230 |
| 5 | Ljudmyla Jossypenko | Datei:Flag of Ukraine.svg UKR | 6206 |
| 6 | Eliška Klučinová | Datei:Flag of the Czech Republic.svg CZE | 6187 |
| 7 | Marina Gontscharowa | Datei:Flag of Russia.svg RUS | 6186 |
| 8 | Maren Schwerdtner | Datei:Flag of Germany.svg GER | 6167 |
Datum: 30./31. Juli 2010
Kurzbericht:
Die klar favorisierte amtierende Weltmeisterin, die Britin Jessica Ennis, siegte souverän mit EM-Rekord und persönlicher Bestleistung von 6823 Punkten. Die Olympiasiegerin von 2008 Natalja Dobrynska wurde ebenfalls mit persönlicher Bestleistung Zweite. Die deutsche WM-Zweite von 2009 Jennifer Oeser errang mit persönlicher Bestleistung von 6683 Punkten Bronze. Ennis war in den Einzeldisziplinen 100 Meter Hürden, Hochsprung und 200 Meter die beste Athletin, Oeser erreichte im Weitsprung und Dobrynska im Kugelstoßen die jeweils größte Weite.
Im Siebenkampf ist ein Dopingfall zu benennen:
Der zunächst viertplatzierten Russin Tatjana Tschernowa waren aufgrund von Blutdoping bereits ihr WM-Titel von 2011 und ihre olympische Bronzemedaille von den 2012 aberkannt worden. Zusätzlich wurden jetzt auch ihre Medaillen und Platzierungen von Olympischen Spielen 2008 und den Europameisterschaften 2010 annulliert, nachdem ihr die Einnahme von Turinabol nachgewiesen wurde. Gesperrt wurde sie bis Februar 2019.<ref name="DopTschernow" />
Weblinks
- Barcelona European Championships, european-athletics.org, abgerufen am 23. Februar 2023
- Europameisterschaften in Barcelona (Spanien), leichtathletik.de, abgerufen am 23. Februar 2023
- Athletics European Championship 2010 Barcelona (ESP), todor66.com, abgerufen am 23. Februar 2023
- European Championships - Statistics Handbook Athletics, 21st European Athletics Championships. Barcelona ESP 27 JUL–01 AUG 2010, Estadio Olímpico, S. 670–682, englisch (PDF, 30.741 KB), downloads.european-athletics.com, abgerufen am 23. Februar 2023
- Track and Field Statistics, European Championships 2010, trackfield.brinkster.net (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023
- 20. Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 in Barcelona, Spanien, ifosta.de, abgerufen am 28. Juni 2017
Videolink
- Highlights European Athletics Championships Barcelona 2010, youtube.com (englisch), abgerufen am 23. Februar 2023
Einzelnachweise
<references responsive> </references>
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Turin 1934 |
Paris/Wien 1938 |
Oslo 1946 |
Brüssel 1950 |
Bern 1954 |
Stockholm 1958 |
Belgrad 1962 |
Budapest 1966 |
Athen 1969 |
Helsinki 1971 |
Rom 1974 |
Prag 1978 |
Athen 1982 |
Stuttgart 1986 |
Split 1990 |
Helsinki 1994 |
Budapest 1998 |
München 2002 |
Göteborg 2006 |
Barcelona 2010 |
Helsinki 2012 |
Zürich 2014 |
Amsterdam 2016 |
Berlin 2018 |
Paris 2020 |
München 2022 |
Rom 2024 |
Birmingham 2026 |
Chorzów 2028
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Männer: 100 m | 200 m | 400 m | 800 m | 1500 m | 5000 m | 10.000 m | Marathon | 110 m Hürden | 400 m Hürden | 3000 m Hindernis | 4 × 100 m | 4 × 400 m | 20 km Gehen | 50 km Gehen | Hochsprung | Stabhochsprung | Weitsprung | Dreisprung | Kugelstoßen | Diskuswurf | Hammerwurf | Speerwurf | Zehnkampf
Frauen: 100 m | 200 m | 400 m | 800 m | 1500 m | 5000 m | 10.000 m | Marathon | 100 m Hürden | 400 m Hürden | 3000 m Hindernis | 4 × 100 m | 4 × 400 m | 20 km Gehen | Hochsprung | Stabhochsprung | Weitsprung | Dreisprung | Kugelstoßen | Diskuswurf | Hammerwurf | Speerwurf | Siebenkampf Vorlage:Klappleiste/Ende