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Horst Seehofer

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Horst Seehofer (2019)Unterschrift von Horst Seehofer

Horst Lorenz Seehofer (* 4. Juli 1949 in Ingolstadt) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (CSU). Er war von 2008 bis 2019 Parteivorsitzender der CSU und ist seitdem ihr Ehrenvorsitzender.

Auf Bundesebene gehörte Seehofer vier Bundesregierungen an. Er war von 1992 bis 1998 Bundesminister für Gesundheit in den Kabinetten Kohl IV und Kohl V, von 2005 bis 2008 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Kabinett Merkel I und zuletzt von 2018 bis 2021 Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat im Kabinett Merkel IV.

Auf bayerischer Landesebene war er von 2008 bis 2018 Bayerischer Ministerpräsident. In dieser Funktion war Horst Seehofer von November 2011 bis Oktober 2012 Präsident des Bundesrates. Als dieser führte er nach dem Rücktritt von Christian Wulff von Februar bis März 2012 die Amtsgeschäfte des Bundespräsidenten.

Von 1980 bis 2008 war Seehofer Mitglied des Deutschen Bundestages und von 2013 bis 2018 Mitglied des Bayerischen Landtags.

Leben

Herkunft und Familie

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Karin und Horst Seehofer bei der Eröffnung des 32. Filmfestes München (2014)

Horst Seehofer und seine drei Geschwister wuchsen in Ingolstadt in konservativ-katholisch geprägten Familienverhältnissen auf. Sie waren Arbeiterkinder, der Vater Lorenz Seehofer war Lkw-Fahrer und Bauarbeiter, die Mutter Grete Seehofer war Hausfrau. Horst Seehofer war von 1974 bis 1982 mit Christine „Christl“ Hildegard verheiratet. Seit 1985 besteht seine zweite Ehe mit der Verwaltungsangestellten Karin Seehofer.<ref name="Munzinger" /><ref>Reiseziele der bayerischen Politiker – Urlaub dahoam – Bayern – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 3. August 2012, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref><ref>Peter Issig: Bayern: Horst Seehofer soll die CSU zu alter Stärke führen – WELT. In: welt.de. 27. Oktober 2008, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Mit ihr hat Seehofer drei Kinder, Ulrike (* 1986), Andreas (* 1988) und die FDP-Politikerin<ref>Susanne Seehofer kandidiert für die FDP. In: SZ. 26. September 2022, abgerufen am 20. Dezember 2022.</ref> Susanne (* 1991).<ref>Janna Halbroth: Horst Seehofers Tochter Susanne hat geheiratet – sie erwartet ein Baby. In: t-online.de. 1. Oktober 2000, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref><ref>Ulrike Seehofer b. 1986 − Rodovid DE. In: de.rodovid.org. Abgerufen am 5. Mai 2021.</ref><ref>Victoria Krumbeck: „Der wahre Wahlverlierer“: Susanne Seehofer vergleicht Söder-Ergebnis mit dem ihres Vaters. Münchner Merkur, 12. Oktober 2023, abgerufen am 7. November 2023.</ref> Er hat eine 2007 geborene Tochter aus einer außerehelichen Beziehung mit der Büroleiterin Anette Fröhlich.<ref name="Munzinger">Munzinger</ref><ref>Nachwuchs: Seehofer ist wieder Vater geworden – Der Spiegel. In: spiegel.de. 14. Juni 2007, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref><ref>Seehofers Freundin: "Die Trennung war wie ein Fallbeil". In: stern.de. 31. Juli 2007, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

Er ist römisch-katholischer Konfession und hat seinen Wohnsitz im Ingolstädter Stadtteil Gerolfing.

Ausbildung und berufliche Tätigkeit (1961 bis 1980)

Von 1961 bis 1965 besuchte er bis zur mittleren Reife die Freiherr-von-Ickstatt-Knabenrealschule in Ingolstadt.<ref>Juanita Auster: Festschrift zum 40-jährigen Bestehen der Freiherr-von-Ickstatt-Schule, Staatliche Realschule für Knaben, Ingolstadt. [1958–1998]. Hrsg.: Freiherr-von-Ickstatt-Schule. Ingolstadt 1998 (Online).</ref> Anschließend absolvierte er eine Lehre zum Amtsboten (Besoldungsgruppe A 1) in der Kommunalverwaltung von Ingolstadt.<ref>Jürgen Leinemann: Lieber handeln als schwafeln. In: Der Spiegel. Nr. 2, 1996 (online).</ref> In seiner Freizeit spielte er Handball beim ESV Ingolstadt. Die Verwaltungsprüfung für den mittleren Dienst bestand Seehofer 1967 an der Bayerischen Verwaltungsschule in München. 1970 stieg er als Kommunalbeamter in den gehobenen Dienst als Verwaltungsinspektor auf. Von 1974 bis 1980 war Seehofer Geschäftsführer des Planungsverbandes und des Rettungszweckverbandes der Planungsregion Ingolstadt und für die Landratsämter Ingolstadt und Eichstätt in leitender Verwaltungsfunktion beruflich tätig. Seehofer bezeichnet sich selbst als „Erfahrungsjuristen“.<ref>Markus Hartung: Erfahrungsjuristen. In: NJW-aktuell, Heft 18/2018, S. 7</ref>

1979 beendete er nebenberuflich die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in München (als Jahrgangsbester) mit dem Abschluss Verwaltungs-Betriebswirt (VWA). Von 1980 bis 2014 (Erreichen des Pensionsalters) war Horst Seehofer als bayerischer Kommunalbeamter beurlaubt.<ref>Stefan Mayr: Porträt: Horst Seehofer – Ein Wall aus Witz, eine Mauer des Lächelns – Bayern – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 17. November 2010, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

Partei und Abgeordnetentätigkeit

CSU-Politiker (seit 1971)

Nach seinem Eintritt in die Junge Union 1969 trat er 1971 auch in die CSU ein. Von September 1994 bis zu seiner Wahl zum Vorsitzenden der CSU im Oktober 2008 war er stellvertretender Vorsitzender der CSU. Zudem war er Vorsitzender der Arbeitnehmer-Union der CSU (CSA). Nach der Erklärung von Edmund Stoiber im Januar 2007, im September 2007 sowohl den Parteivorsitz als auch das Amt des Ministerpräsidenten abgeben zu wollen, gab Seehofer bekannt, für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen.

In Umfragen vom Januar 2007 unter den bayerischen Wählern zu den von ihnen bevorzugten Stoiber-Nachfolgern lag Seehofer weit vorn, insbesondere nach dem Bekanntwerden von Geheimabsprachen zwischen Günther Beckstein und Erwin Huber, während Huber noch hinter Beckstein, Alois Glück, Gabriele Pauli und Joachim Herrmann zurückfiel.

Im selben Monat veröffentlichte die Bild Informationen über eine langjährige<ref>Peter Fahrenholz: Seehofer und der Machtkampf in der CSU – Der Dritte auf dem Tandem – Politik – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> außereheliche Beziehung, in der Seehofer Vater wurde (aus seiner Ehe hatte er bereits drei Kinder). Bild begründete die Enthüllung damit, Seehofer habe sein Privatleben stets „groß plakatiert, wer es politisch einsetzt, muss sich daran messen lassen.“ Vereinzelt unterstützten andere Journalisten diese Position.<ref>Claus Christian Malzahn: CSU-Krise: Sex als Waffe – Der Spiegel. In: spiegel.de. 16. Januar 2007, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref><ref>Christian Mayer: Interview mit Patricia Riekel – "In Deutschland gibt es keine Stars" – Gesellschaft – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Die gezielten Indiskretionen gegenüber der Bild-Zeitung wurden von anderen Medien dem internen CSU-Machtkampf zugeschrieben.<ref>Steffen Richter: Bayern: Es wird gesudelt. In: zeit.de. 5. Januar 2007, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref><ref>Patricia Riekel: Gerüchte um Geliebte – Schlammschlacht gegen Seehofer – Politik – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 19. Mai 2010, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Die Veröffentlichung auf dem Höhepunkt des CSU-Machtkampfes löste eine Welle der Solidarität aus.<ref>Philipp Wittrock: Seehofer und die CSU: Abschied von verstaubten Idealen – Der Spiegel. In: spiegel.de. 17. Januar 2007, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Die Berichterstattung über die Affäre und das außereheliche Kind tangierten laut einer Forsa-Umfrage in Bayern im Juni 2007 den Ruf Seehofers. 53 % der Befragten waren der Ansicht, sein Ansehen sei deswegen in den Monaten zuvor gesunken.<ref>"Forsa"-Umfrage: Seehofers Stern sinkt. In: Tagesspiegel. 20. Juni 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal;.</ref> Parteifreunde forderten Seehofer im selben Monat öffentlich auf, vor der Wahl seine privaten Verhältnisse zu ordnen; Seehofer erklärte Anfang Juli 2007, er werde bei seiner Frau bleiben.<ref>Politiker-Affäre: Seehofer-Geliebte von Trennung "verletzt" – WELT. In: welt.de. 31. Juli 2007, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Diese Aussage sorgte für große Erleichterung in der CSU.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Politikeraffäre: Seehofer entscheidet sich für die Ehefrau.] Zeit Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. August 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Auf dem Parteitag der CSU in München am 29. September 2007 unterlag er mit 39,1 % seinem Konkurrenten um den Parteivorsitz, Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber, der 58,19 % der Delegiertenstimmen erhielt. Dritter Mitbewerber war die Fürther Landrätin Gabriele Pauli mit 2,5 % der Stimmen. Auf Vorschlag Hubers wurde Seehofer daraufhin mit 91,81 % als stellvertretender Parteivorsitzender wiedergewählt.

Bundestagsabgeordneter (1980 bis 2008)

Seehofer war von 1980 bis 2008 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1983 bis zu seiner Berufung zum Staatssekretär 1989 fungierte er als sozialpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe. Ab Oktober 1998 war er Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Bereiche Europa, Landwirtschaft und Umwelt. Meinungsverschiedenheiten bezüglich der von ihm abgelehnten Gesundheitsprämie in der gesetzlichen Krankenversicherung führten dazu, dass er am 22. November 2004 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender zurücktrat. Er blieb jedoch weiterhin einer der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden und behielt sein Mandat als Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Seehofer ist von 1980 bis 2005 stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ingolstadt in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er 65,9 % der Erststimmen; dies war das zweitbeste Ergebnis bundesweit.

Nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten legte Seehofer sein Bundestagsmandat mit Wirkung zum 4. November 2008 nieder. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Ämter in Bundesministerien und Bundesregierung (1989 bis 2008)

Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F081261-0018, BMA, Ernennung Seehofers zum Staatssekretär.jpg
Seehofer bei der Ernennung zum Staatssekretär (1989)

Von 1989 bis 1992 war Seehofer Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

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Seehofer als Bundes­gesundheits­minister (1992)

Am 6. Mai 1992 wurde er als Bundesminister für Gesundheit in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung (Kabinett Kohl IV) berufen. Im Jahre 1993 kam es zu Kritik an Seehofer wegen der mangelnden Informationspolitik beim Problem HIV-verseuchter Blutpräparate.<ref>Blut für Devisen</ref> In diesem Zusammenhang veranlasste Seehofer 1993/94 die Auflösung des Bundesgesundheitsamtes.<ref>Wolfgang Hoffmann: Bundesgesundheitsamt: Die geplante Auflösung stößt auf wachsenden Widerstand: Seehofer bleibt stur. In: zeit.de. 28. Januar 1994, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Als Gesundheitsminister kämpfte Seehofer während seiner gesamten Amtszeit gegen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das Gesundheitsstrukturgesetz, in Kraft getreten zum 1. Januar 1993, zwang das Gesundheitswesen zu einem Sparkurs und führte schon nach einem Jahr zu einer Kostensenkung von etwa 5,5 Milliarden Euro. Das Beitragsentlastungsgesetz (1996) und die GKV-Neuordnungsgesetze (1997) waren weitere Reforminitiativen Seehofers.

Nach der Bundestagswahl 1998 kam es zu einem Regierungswechsel (Kabinett Schröder I); die Amtszeit des Kabinetts Kohl V endete am 26. Oktober 1998. Im Januar 2002 erkrankte Seehofer schwer und wurde wegen einer lebensgefährlichen Myokarditis in ein Ingolstädter Krankenhaus eingeliefert. Seehofer erklärte hierzu später, er habe sich aufgrund seiner Arbeitsbelastung zu spät behandeln lassen. In der Großen Koalition, welche sich nach der Bundestagswahl 2005 bildete, wurde Seehofer Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Er wurde am 22. November 2005 in die von Bundeskanzlerin Angela Merkel geführte Bundesregierung berufen.

Er gab sein Amt als Bundesminister zum 27. Oktober 2008 auf, um als bayerischer Ministerpräsident gewählt werden zu können.

Bayerischer Ministerpräsident (2008 bis 2018)

Datei:Seehofer in Markt Schwaben 2009.JPG
Seehofer als Ministerpräsident in Markt Schwaben (2009)

Nach dem schlechten Abschneiden der CSU bei der Landtagswahl in Bayern 2008 – die CSU verfehlte erstmals seit über vier Jahrzehnten die absolute Mehrheit – und dem darauf folgenden Rückzug des bisherigen Ministerpräsidenten Günther Beckstein wurde Seehofer von der Partei auch für dieses Amt nominiert. Er konnte sich dabei parteiintern gegen Georg Schmid, Thomas Goppel und Joachim Herrmann durchsetzen. Weite Teile der CSU haben dabei gefordert, mit Seehofer wieder Parteivorsitz und Ministerpräsidentenamt in eine Hand zu legen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Goppel und Herrmann machen Weg frei für Seehofer.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. Oktober 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Chaotisch unsoziale Union.] Süddeutsche Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. Oktober 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Am 27. Oktober 2008 wurde Seehofer vom Bayerischen Landtag zum Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern gewählt. Von den 184 anwesenden Abgeordneten stimmten 104 für ihn, das waren vier Stimmen weniger, als die Koalitionsparteien CSU und FDP auf sich vereinten.<ref>Bayerischer Landtag – Seehofer zum Ministerpräsidenten gewählt – Bayern – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

Vom 1. November 2011 bis zum 1. November 2012 war Seehofer turnusgemäß Bundesratspräsident.<ref>Politik kompakt – Bundesrat billigt neues Wahlrecht – Politik – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 14. Oktober 2011, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Als dieser übernahm er am 17. Februar 2012 nach dem Rücktritt Christian Wulffs vorübergehend, bis zur Wahl des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck am 18. März 2012, die Amtsgeschäfte des deutschen Staatsoberhaupts.

Anfang Mai 2013 wurde Seehofer zum Spitzenkandidaten der CSU für die Bayerische Landtagswahl am 15. September 2013 gewählt,<ref>Kein schöner Abend für Horst Seehofer: Hässliche Zwischentöne bei Krönungsmesse – n-tv.de. In: n-tv.de. 3. Mai 2013, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> bei der die CSU die absolute Mehrheit im Landtag zurückeroberte. Seehofer war in seiner ersten Amtszeit als Ministerpräsident kein Landtagsmitglied, gewann aber bei der Landtagswahl 2013 in dem neu geschaffenen Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen mit 61,5 % der abgegebenen Erststimmen das Direktmandat.<ref>Landtagswahl 2013 – Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. In: landtagswahl2013.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Am 8. Oktober 2013 wurde er von 100 der 176 Mitglieder des Landtags erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.<ref>Heidi Wolf: Horst Seehofer bleibt Ministerpräsident – 100 Abgeordnete gaben dem CSU-Politiker ihre Stimme. In: bayern.landtag.de. 8. Oktober 2013, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

Nach der Bundestagswahl 2013 war Seehofer maßgeblich mitbeteiligt an der Ausarbeitung des Koalitionsvertrages für den 18. Bundestag zur Bildung einer Großen Koalition.

Datei:Seehofer, Söder.jpg
Horst Seehofer mit Markus Söder (2015)

Seehofer äußerte 2015, er wolle zur Landtagswahl in Bayern 2018 nicht mehr als Ministerpräsident kandidieren.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Seehofer versichert: 2018 ist Schluss – aber nicht früher.] Nordbayern, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im Oktober 2016 gab er bekannt, eines seiner beiden Ämter (Parteivorsitzender und Ministerpräsident) bereits 2017 abgeben zu wollen, damit der Parteivorsitzende danach wieder in der Bundesregierung in Berlin wirken könnte.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Seehofer will 2017 eines seiner Spitzenämter aufgeben.] Frankfurter Allgemeine Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Nach der Bundestagswahl 2017 geriet Seehofer in der CSU unter erheblichen parteiinternen Druck.<ref name="SPON-1173105">Angeschlagener Parteichef: Seehofer bittet CSU um Vertagen der Personaldebatte. In: Spiegel Online. 16. Oktober 2017, abgerufen am 5. Mai 2020.</ref> Am 4. Dezember 2017 verkündete er, das Amt des Ministerpräsidenten zu Beginn des Folgejahres niederlegen zu wollen. Die CSU-Landtagsfraktion wählte Markus Söder zum designierten Nachfolger.<ref>Markus Söder soll Ministerpräsident werden – Horst Seehofer zieht zurück. In: Spiegel Online. 4. Dezember 2017, abgerufen am 5. Mai 2020.</ref> Seehofer trat am 13. März 2018 als Ministerpräsident zurück; am Folgetag wurde er zum Bundesinnenminister ernannt. Seit dem 13. Dezember 2017 war er der dienstälteste Ministerpräsident in Deutschland gewesen.

Sein Landtagsmandat legte er zum 1. Mai 2018 nieder, nachdem er als Minister in die Bundesregierung eingetreten war.<ref>CSU – Seehofer gibt Landtagsmandat ab – Bayern – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 29. April 2018, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

CSU-Vorsitzender (2008 bis 2019)

Nach dem Rücktritt von Huber als Folge des unerwartet schlechten Abschneidens der CSU bei der Landtagswahl 2008 wurde Seehofer am 25. Oktober 2008 auf einem Sonderparteitag von 90,3 % der Stimmen zum CSU-Vorsitzenden gewählt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig CSU wählt Seehofer zum neuen Parteichef.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Oktober 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Bei der erneuten Kandidatur für den Parteivorsitz am 18. Juli 2009 erhielt Seehofer 88,1 % der Stimmen.<ref>CSU-Parteitag – Seehofer zufrieden, Guttenberg beliebter als Söder – Bayern – SZ.de. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Am 8. Oktober 2011 wurde er mit 89,9 % der Stimmen erneut als Parteivorsitzender bestätigt.<ref>Wiederwahl des CSU-Vorstands: Seehofer besteht die Machtprobe – Der Spiegel. In: spiegel.de. 8. Oktober 2011, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Sein bestes Ergebnis erzielte Seehofer auf dem Parteitag im November 2013 (95,3 %).<ref>Horst Seehofer. In: Internationales Biographisches Archiv 34/2016 vom 23. August 2016, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 49/2017 (abgerufen via Munzinger-Online).</ref> Zwei Jahre später erhielt er 87,2 %, bei seiner bisher letzten Bestätigung im Dezember 2017 auf dem Parteitag in Nürnberg 83,7 Prozent.<ref>CSU wählt Seehofer mit nur 83,7 Prozent erneut zum Chef. In: spiegel.de. 16. Dezember 2017, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Am 16. November 2018 teilte Seehofer in einer schriftlichen Erklärung mit, dass er den Parteivorsitz am 19. Januar 2019 aufgeben und am selben Tag ein Sonderparteitag über seine Nachfolge entscheiden werde.<ref>CSU-Vorsitz: Seehofer tritt im Januar als Parteichef zurück. In: tagesschau.de. 16. November 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. November 2018; abgerufen am 16. November 2018.</ref> Auf diesem wurde Markus Söder zum neuen Parteivorsitzenden gewählt, der Seehofer in seiner Antrittsrede zum Ehrenvorsitzenden vorschlug.<ref>Seehofers Abschied: Niemals geht er so ganz. In: spiegel.de. 19. Januar 2019, abgerufen am 25. Januar 2026.</ref>

Corona-Krise (2020–2021)

Seehofer schätzte im März 2020 die Lage als „Horror“ ein und war bestrebt, „diesen Horror ganz offen [zu] kommunizieren“.<ref>Katja Gloger, Georg Mascolo: AUSBRUCH – Innenansichten einer Pandemie. ISBN 978-3-492-07091-1, S. 66.</ref>

Zu Seehofers Agieren im März 2020 wurde der Vorwurf erhoben, Forschende für politische Zwecke eingespannt zu haben, um von Seehofer gewünschten harte Corona-Maßnahmen zu rechtfertigen: Ein Papier zur Eindämmung der Corona-Pandemie, das als „Panikpapier“ bekannt wurde.<ref>Delia Friess: Schwerer Vorwurf an Horst Seehofer (CSU): Politische Vereinnahmung von Forscher:innen in Geheimdokument? In: fr.de. 9. Februar 2021, abgerufen am 4. September 2025.</ref>

Seehofer setzte sich für strikte Einhaltung der Kontaktbeschränkungen<ref>Bundesinnenminister Seehofer: Konsequente Einhaltung der Kontaktbeschränkungen rettet Leben. In: bmi.bund.de. 30. März 2020, abgerufen am 3. September 2025.</ref>, der Grenzkontrollen ein<ref>Die harte Linie des Innenministers: Wie Horst Seehofer die Corona-Krise managt. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 3. September 2025]).</ref>.

Er warb für die Bundeseinheitlichkeit der Maßnahmen.<ref>Horst Seehofer wirbt für Corona-Bundesgesetz. In: Der Spiegel. 4. April 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 3. September 2025]).</ref>

Im Dezember 2020 verlangte er einen harten Lockdown.<ref>Coronavirus: Innenminister Seehofer fordert sofortigen Lockdown. In: Der Spiegel. 11. Dezember 2020, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 3. September 2025]).</ref>

Rückblickend räumte er ein, dass einige getroffene Entscheidungen, wie nächtliche Ausgangssperren, aus heutiger Sicht wenig wirksam waren.<ref>Politiker räumen Fehler in der Corona-Politik ein. 8. März 2024, abgerufen am 3. September 2025.</ref>

Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat (2018 bis 2021)

Datei:2018-03-12 Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 19. Wahlperiode des Bundestages by Sandro Halank–054.jpg
Olaf Scholz (l.), Angela Merkel (m.) und Horst Seehofer (r.) bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages (2018)

Für das Kabinett Merkel IV wurde Horst Seehofer am 14. März 2018 zum Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat ernannt und hatte dieses Amt bis zum Abtritt des Kabinetts am 8. Dezember 2021 inne.<ref>Seehofer: Künftiger Innenminister plant „Masterplan“ für Abschiebungen. In: handelsblatt.com. 11. März 2018, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

Sein Verhältnis zu Merkel war von Bewunderung und Abneigung geprägt; im Zusammenspiel von Merkels Führungsstil der kleinen Schritte mit großer Kompromissbereitschaft wurde dies von der Öffentlichkeit zeitweise als Regierungskrise wahrgenommen.<ref>Jakob Simmank: Angela Merkels Führungsstil ist die einzige Chance für Europa, Zeit Online, Interview mit Dieter Frey, 2. Juli 2018.</ref> Er stand mit Rücktrittsforderungen im November 2018 erheblich unter Druck.<ref>Marcel Görmann, Denis Huber, Maximilian Kettenbach, Florian Naumann: Nach Maaßen-Wirbel: Ex-Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz denkt über Einstieg in Politik nach. In: merkur.de. 25. November 2019, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref>

Mit über zwölf Amtsjahren war Horst Seehofer der dienstälteste amtierende Bundesminister in der letzten Bundesregierung unter Angela Merkel.

Weiteres Engagement

Vom 23. April 2005 bis 22. November 2005 war er Vorsitzender des Sozialverband VdK Bayern und konnte 20.000 neue Mitglieder hinzugewinnen. Mit seiner Ernennung zum Bundesminister für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft musste Seehofer sein Amt niederlegen. Das Bundesministergesetz lässt eine derartige Doppelfunktion nicht zu.

Seehofer war bis zum 27. Oktober 2008 Mitglied im Verwaltungsrat der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Als Vertreter der Länder war Seehofer vom 28. Oktober 2010 bis zu seinem Rücktritt als Ministerpräsident am 13. März 2018 Mitglied im Verwaltungsrat des ZDF.<ref>Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrates – ZDFmediathek. In: zdf.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. August 2017; abgerufen am 27. August 2017.</ref>

Seit dem 24. Oktober 2024 ist Seehofer Vorsitzender des Stiftungsrats der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.<ref>Freisinger Bischofskonferenz bestellt neuen Stiftungsrat. 24. Oktober 2024, abgerufen am 24. Oktober 2024.</ref>

Politische Positionen, Kontroversen und Kritik

Sexualstrafrecht

Seehofer hat im Jahr 1997 im Deutschen Bundestag gegen die Verschärfung der Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe gestimmt.<ref>Cristina Helberg: Diese Abgeordneten stimmten 1997 gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe. In: correctiv.org. 14. November 2018, abgerufen am 19. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Sozialpolitik

Über viele Jahre galt Seehofer als wichtiger Sozialpolitiker der Unionsfraktion. 2004 stellte er sich deutlich gegen die Ansichten der Parteimehrheit und trat als scharfer Kritiker des von CDU und CSU präsentierten Gesundheitskompromisses der Union auf.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Gesundheitskompromiss gebilligt.] Manager Magazin, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. November 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Einige warfen ihm daraufhin das Festhalten an einer Art Umverteilungspolitik vor, die in Teilen eher einer sozialdemokratischen Linie entspreche. Als Verbandsfunktionär im Sozialverband VdK stand er in einigen Aspekten der Sozialpolitik deutlich gegen die Unionslinie. Seehofer lehnte im März 2005, ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl 2005, die Hartz-IV-Reform als wirkungslos ab.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wehner, Lenin, Poltergeist.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. November 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Seehofer schimpft Hartz IV großen „Murks“.] Focus Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. November 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Flüchtlings- und Integrationsdebatte

Zuwanderung

In der Integrationsdebatte 2010 sprach sich Seehofer gegen eine Zuwanderung von außerhalb der EU aus, solange nicht alle Möglichkeiten zur Rekrutierung von Fachkräften aus der Europäischen Union ausgenutzt seien. Zuerst müsse versucht werden, die Arbeitslosen hier wieder einzustellen. Ein prognostizierter Fachkräftemangel könne „kein Freibrief für ungesteuerte Zuwanderung sein.“ Die bereits im Land befindlichen Ausländer sollten „qualifiziert und integriert“ werden. Deutschland könne, so Seehofer, nicht das „Sozialamt“ für die ganze Welt sein.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Wir wollen nicht zum Welt-Sozialamt werden“.] Süddeutsche Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. November 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> So sagte er am politischen Aschermittwoch der CSU im März 2011, er wolle sich „bis zur letzten Patrone“ gegen die Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme wehren.<ref>Horst Seehofer. Wikiquote</ref>

Im Dezember 2013 verteidigte Seehofer einen Vorschlag der Berliner Bundesgruppe der CSU zur Beschränkung von Sozialleistungen für bestimmte Gruppen von Immigranten unter dem Motto „Wer betrügt, der fliegt“.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig CSU plant Offensive gegen Armutsmigranten.] Süddeutsche Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Februar 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig CSU steht allein da.] Süddeutsche Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Februar 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Wer betrügt, der fliegt“.] taz.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Februar 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

In der Flüchtlingskrise forderte Seehofer im September 2015 von Angela Merkel ein Signal zur Begrenzung der Zuwanderung. Die Aufnahmemöglichkeiten für Flüchtlinge seien begrenzt. Seit dem Jahreswechsel 2015/16 fordert er beharrlich eine „Obergrenze“ von 200.000 Personen, was von der Bundeskanzlerin ebenso beharrlich abgelehnt wurde („Es gibt keine Obergrenze“). Seehofer dankte Bundespräsident Joachim Gauck, der bereits die beschränkten Aufnahmekapazitäten angesprochen habe.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Flüchtlinge: Seehofer fordert von Merkel Signal zur Begrenzung der Zuwanderung.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 1. Oktober 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Als Reaktion auf Merkels Entscheidung im September 2015, Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland fahren zu lassen, erklärte Seehofer: „Das war ein Fehler, der uns noch lange beschäftigen wird. Ich sehe keine Möglichkeit, den Stöpsel wieder auf die Flasche zu kriegen.“<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Seehofer wettert gegen Merkel – und lädt Orbán ein.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. Januar 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Als Bundesinnenminister löste Seehofer mit der in einem Interview mit der Bild-Zeitung getroffenen Feststellung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, gleich zu Amtsantritt eine Debatte aus. Er begründete seine Aussage mit der historischen Prägung Deutschlands durch das Christentum, betonte jedoch gleichzeitig, dass die in Deutschland lebenden Muslime selbstverständlich zu Deutschland gehörten, und kündigte an, erneut eine Islamkonferenz einzuberufen. „Muslime müssen mit uns leben, nicht neben oder gegen uns. Um das zu erreichen, brauchen wir gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme. Das erreicht man nur, wenn man miteinander spricht“, so der Innenminister.<ref>Claudia Knöpfle: Seehofer: „Islam gehört nicht zu Deutschland“. In: br.de. 16. März 2018, abgerufen am 4. September 2025.</ref><ref>Neuer Innenminister: Seehofer: Der Islam gehört nicht zu Deutschland. In: FAZ. 16. März 2018 (Online [abgerufen am 4. September 2025]).</ref> Seehofers Äußerungen stießen auf Widerspruch sowohl von Oppositionspolitikern als auch innerhalb der CDU, so argumentierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit den in Deutschland lebenden Muslimen gehöre auch deren Religion zu Deutschland. Die spätere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer schloss sich dieser Einschätzung an und verwies auf die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit. Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder bestätigte Seehofers Aussagen dahingehend, dass der Islam kulturgeschichtlich nicht zu Deutschland gehöre.<ref>Merkel widerspricht Horst Seehofer. In: Der Tagesspiegel. 16. März 2018, abgerufen am 21. Januar 2019.</ref> Unterstützung erhielt Seehofer auch von einigen Politikern der CDU und SPD. Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärte dem rbb gegenüber: „Dass der politische Islam keine Leitkultur in Deutschland sein kann, ist, glaube ich, jedem klar.“ Was Seehofer gemeint habe, sei vor allen Dingen, dass Geflüchtete nicht erwarten könnten, dass Einheimische sich ihren Verhaltensweisen anpassten. „Und dieses klarzustellen, bin ich dem Bundesinnenminister sehr dankbar.“ Ähnlich äußerte sich die Abgeordnete Kerstin Kircheis, sie gehe davon aus, dass Seehofer mit seinem Satz den politischen Islam ansprechen wollte, welcher generell nicht zu Deutschland gehöre. Es habe lange ein friedliches Miteinander der Religionen gegeben, dies habe sich jedoch inzwischen geändert. Sie verwies diesbezüglich auf die wiederholten Auseinandersetzungen in Cottbus.<ref>„Politischer Islam kann keine Leitkultur in Deutschland sein“. In: rbb online. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Februar 2019; abgerufen am 21. Januar 2019.</ref> Seehofer stellte weiterhin bis zum Herbst 2018 die Einrichtung zentraler Aufnahmestellen – sogenannter Ankerzentren – in Aussicht, in denen Asylbewerber nach ihrer Ankunft untergebracht werden sollten, bis über ihren Antrag entschieden ist.<ref>Horst Seehofer: Der „Islam gehört nicht zu Deutschland“. In: Zeit Online. 16. März 2018, abgerufen am 21. Januar 2019.</ref>

Datei:"Seehofer abschieben!" Demonstration aigainst the german homeland minister 15.jpg
„Seehofer? Abschieben!“, Demonstration der Hedonistischen Internationale gegen Seehofers Asyl- und Migrationspolitik (2018)

Für den 12. Juni 2018 hatte Seehofer ursprünglich geplant, seinen Masterplan Migration mit 63 Punkten für die zukünftige Asylpolitik der deutschen Bundesregierung vorzulegen.<ref>Worum es im Asylstreit geht, was Merkel und Seehofer entzweit und wie es nun weitergeht. In: stern.de. 14. Juni 2018, abgerufen am 2. Mai 2020.</ref> Stattdessen erwuchs daraus ein Streit zwischen der CDU und der CSU, in dem die CSU drohte, in einem Alleingang die Grenzen zu schließen, sollte auf dem EU-Gipfel am 28. und 29. Juni keine entsprechenden bilateralen Vereinbarungen mit den EU-Partnern zustande kommen. Kanzlerin Merkel verwies für diesen Fall auf ihre Richtlinienkompetenz.<ref>Von GroKo-Crash bis Neuwahlen: Was passieren könnte, wenn Merkel in Europa scheitert. In: stern.de. 18. Juni 2020, abgerufen am 2. Mai 2020.</ref>

Am 2. Juli 2018 kündigte Seehofer während einer Sitzung der erweiterten CSU-Parteiführung überraschend an, den Parteivorsitz und sein Ministeramt in Berlin aufzugeben. Am nächsten Tag erklärte er hingegen, seine politische Zukunft vom Einlenken der CDU im Asylstreit abhängig zu machen.<ref>Seehofer verschiebt Rücktritt – neues Spitzengespräch mit CDU geplant. In: sueddeutsche.de. 2. Juli 2018, abgerufen am 22. Juli 2018.</ref> Seinen Masterplan stellte er letztlich mit vier Wochen Verspätung im Juli vor.<ref>Das steht in Seehofers „Masterplan“. In: sueddeutsche.de. 10. Juli 2018, abgerufen am 22. Juli 2018.</ref>

Anfang September 2018, nach den Ausschreitungen in Chemnitz, sagte Seehofer, die Migrationsfrage sei „die Mutter aller politischen Probleme in unserem Land“. Der Germanist Heinrich Detering kritisierte, dass der Satz besage, es gäbe keine politischen Probleme mehr, wenn es die „Migrationsfrage“ nicht gäbe. Dieser Singular suggeriere auch, „dass es nur genau eine Antwort gebe“. Einen Satz wie „Migranten raus!“ benutze Seehofer dabei nicht, das bleibe „den Sprechchören auf der Straße überlassen“.<ref>Heinrich Detering: Was heißt hier „wir“? Zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten. Reclam, Ditzingen 2019 (3. Aufl.), S. 17 f.</ref>

Asyl und Ausreisepflichtige

Bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des genannten Plans verwies er 2018, nach Vollzugsdefiziten in der Praxis von Abschiebungen gefragt, auf eine Sammelabschiebung nach Afghanistan:<ref>69 Abschiebungen zum 69. Geburtstag. In: Spiegel Online. 10. Juli 2018, abgerufen am 22. Juli 2018.</ref>

„Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Horst Seehofer

Bei dieser Sammelabschiebung war die Politik erstmals davon abgewichen, nur Straftäter, Gefährder oder Identitätsverweigerer abzuschieben. Seehofers Äußerungen lösten, wie Die Zeit berichtete, „sofort einen Sturm der Entrüstung aus. Dieser gewann einen Tag später noch an Heftigkeit, als bekannt wurde, dass sich einer der 69 Männer in Kabul erhängt hatte.“<ref>CSU-Politiker distanzieren sich von Seehofers Asylpolitik. In: Zeit Online. 14. Juli 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Juli 2018; abgerufen am 22. Juli 2018.</ref> In diesem Zusammenhang wurden Forderungen nach seinem Rücktritt laut, welche Seehofer zurückwies.<ref>Nach umstrittener Abschiebe-Äußerung: Seehofer weist Rücktrittsforderungen zurück. In: BR24. 2. Juli 2018, abgerufen am 9. September 2019.</ref> Seehofer bedauerte den Suizid des Asylbewerbers, von dem er erst zu einem späteren Zeitpunkt erfahren habe. Er führte weiter aus, dass der Bund zwar die Abschiebungen organisiere, die Auswahl der Abzuschiebenden aber nicht durch das Bundesinnenministerium, sondern durch die Länder vorgenommen werde, und widersprach ausdrücklich Unterstellungen, sich ein „Geburtstagsgeschenk“ gemacht zu haben.<ref>Seehofer: Müssen fragen, warum diese Person vorgeschlagen wurde. FAZ, 11. Juli 2018.</ref><ref>Helene Bubrowski, Timo Frasch, Eckart Lohse: Horst Seehofer im Interview: Glauben Sie, ich vergesse zurückzutreten? In: FAZ. (Online [abgerufen am 18. Januar 2019]).</ref> Beim Betreffenden handelte es sich um einen Asylbewerber, der acht Jahre in Hamburg gelebt hatte, dessen Asylantrag rechtskräftig abgelehnt worden war und der unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl und Drogenbesitzes in Deutschland verurteilt worden war. Weitere Strafanzeigen wegen Raubs, Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und Drogenbesitzes waren in Deutschland anhängig.<ref>Abgeschobener Afghane war mehrfach verurteilter Straftäter. Welt Online, 11. Juli 2018.</ref>

Seehofer setzte sich mehrmals für Verschärfungen der Asylgesetze ein. Im November 2018 stimmte der Bundestag einem Gesetzesentwurf Seehofers zu, anerkannte Asylbewerber künftig bei Widerrufs- und Rücknahmeverfahren zur Mitwirkung zu verpflichten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurde dadurch in die Lage versetzt, Betroffene mit den Mitteln des Verwaltungszwangs zur Erfüllung von Mitwirkungspflichten anzuhalten. Es sei, so Seehofer, „niemandem zu erklären“, dass eine Überprüfung des Schutzbedarfs ins Leere laufe, weil die betreffende Person zu einem festgesetzten Termin beim Bamf nicht erscheinen müsse.<ref>Flüchtlinge: Bundestag beschließt die Verschärfung des Asylgesetzes. In: Welt Online. 8. November 2018, abgerufen am 22. Januar 2019.</ref> Im Dezember desselben Jahres schlug Seehofer ein Maßnahmenpaket vor, das die Abschiebung ausreisepflichtiger und straffällig gewordener Ausländer beschleunigen sollte. Hierzu waren eine Ausweitung der Abschiebehaft und Ausreisegewahrsam, sowie die Einführung einer „erweiterten Vorbereitungshaft“ vorgesehen bei Personen, die das Abschiebungsverfahren „umgehen oder behindern“, etwa bei verweigerter oder falscher Angabe ihrer Identität.<ref>Flüchtlingspolitik: Horst Seehofer plant strengere Abschieberegeln. In: Zeit Online. 14. Dezember 2018, abgerufen am 22. Januar 2019.</ref> Der SPD-Abgeordnete Burkhard Lischka erklärte, dass die vorgesehene Unterbringung von Abschiebehäftlingen in normalen Gefängnissen rechtlich nicht möglich sei, auch Bundesjustizministerin Katarina Barley lehnte eine Aufhebung der Trennung zwischen Abschiebe- und Strafhaft ab. Die getrennte Unterbringung war 2014 durch den Europäischen Gerichtshof vorgeschrieben worden.<ref>Mechthild Küpper: EuGH-Urteil: Deutschland muss Abschiebehaft reformieren. In: FAZ. (Online [abgerufen am 22. Januar 2019]).</ref> Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster unterstützte den Vorstoß mit der Begründung, es sei „sinnvoller, erst die vorhandenen Kapazitäten zu nutzen, als neue Anstalten zu bauen.“ Aufgrund der Schließung entsprechender Einrichtungen seien diese in Ländern wie Berlin und Brandenburg gar nicht mehr vorhanden, bundesweit stünden insgesamt nur 420 Abschiebehaftplätze zur Verfügung. Faktisch sei jede dritte Abschiebung nicht erfolgt, weil die Zielperson nicht auffindbar sei.<ref>Markus Wehner, Berlin: Streit über Seehofer-Vorstoß: Jede dritte Abschiebung ist gescheitert. In: FAZ.net. (Online [abgerufen am 22. Januar 2019]).</ref> Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Joachim Stamp bestätigte sowohl die Notwendigkeit der Schaffung neuer Abschiebehaftplätze als auch den Widerspruch der bestehenden Pläne zur Rechtsprechung des EuGH, hielt aber Sonderregelungen für besonders gefährliche Personen und für einen bestimmten Zeitrahmen für denkbar.<ref>Umstrittene Abschiebepläne – Gefängnis für Ausreisepflichtige? In: deutschlandfunk.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Januar 2019; abgerufen am 22. Januar 2019.</ref> Abschiebungen nach Syrien schloss Seehofer infolge der dortigen Sicherheitslage weiterhin aus.<ref>Matthias Gebauer: Streit um Migrationspolitik: Seehofer schließt Abschiebungen nach Syrien aus. In: Spiegel Online. 23. November 2018, abgerufen am 22. Januar 2019.</ref> Im April 2019 sagte Seehofer in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung, er sei „erst zufrieden, wenn wir mehr Abschiebungen durchführen als abgebrochen werden müssen“.<ref>Horst Seehofer: «Die Asylpolitik ist die Achillesferse Europas» www.nzz.ch, 20. April 2019</ref> Im selben Jahr äußerte Seehofer in Bezug auf die Seenotrettung, es sei „unglaublich, dass man sich als Bundesinnenminister für die Rettung von Menschen vor dem Ertrinken rechtfertigen“ müsse.<ref>Roger de Weck: Die Kraft der Demokratie. Eine Antwort auf die autoritären Reaktionäre. Suhrkamp, Berlin 2020, S. 131</ref> Im Jahr 2020 drängte Seehofer allerdings darauf, die Seenotrettung durch deutsche Organisationen einzuschränken.<ref>Seehofer drang auf schärfere Regeln für Seenotretter. In: Spiegel. Abgerufen am 7. August 2021.</ref><ref>Wie Innenminister Seehofer die Seenotrettung blockieren wollte. In: FragDenStaat. Abgerufen am 7. August 2021.</ref>

Volksentscheide

Seehofer gilt als Befürworter der Einführung von Volksentscheiden auf Bundesebene, auch für große Fragen wie einer Änderung des Grundgesetzes oder der Europapolitik.<ref name=":0">Wolfgang Wittl: Seehofer will Volksentscheide auf Bundesebene – trotz Kritik. In: sueddeutsche.de. 2016, ISSN 0174-4917 (Online [abgerufen am 24. März 2018]).</ref><ref name=":1">CSU hält an bundesweiten Referenden fest. In: n-tv.de. (Online [abgerufen am 24. März 2018]).</ref> Ihm fehle jegliches Verständnis dafür, wie man an diesem Instrument zweifeln könne, da es durch das Angebot der Mitgestaltung Vertrauen in der Bevölkerung schaffen würde.<ref name=":0" /> Es sei fatal, den Eindruck zu erwecken, die Bürger störten beim Regieren.<ref name=":0" /> Besonders ärgere ihn, wenn nach Abstimmungen mit der angeblichen Unmündigkeit der Bürger argumentiert werde.<ref name=":1" />

Energieversorgung

Kernkraft

Seehofer erklärte im Juli 2010, er befürworte eine unbegrenzte Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Kernkraftwerke. Ausschließlich die Sicherheit des einzelnen Kernreaktors solle Richtschnur für zukünftige Laufzeiten sein. Zusätzliche Belastungen für Stromkonzerne lehnte er ausdrücklich ab.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Seehofer für unbegrenzte Laufzeitverlängerung.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. November 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 folgte Seehofer der neuen Linie der Union und sprach sich für die sofortige Abschaltung der ältesten Kernkraftwerke und einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kernenergie aus. Daraufhin wurde Bayerns ältestem Kernkraftwerk Isar 1 im Sommer 2011 die Betriebserlaubnis entzogen, zusammen mit sieben weiteren in anderen Bundesländern.

Erneuerbare Energien

Anfang Juni 2013 traf Seehofer auf Initiative des Innenstaatssekretärs Gerhard Eck (CSU) die Vertreter unterfränkischer Bürgerinitiativen gegen Windkraft. Nach Medienberichten führten deren Befürchtungen einer „Verspargelung der Landschaft“ durch den Ausbau der Windenergie zu einer politischen Initiative Seehofers. Er erklärte: „Ich bin nicht bereit, als bayerischer Ministerpräsident in die Geschichte einzugehen, der für die Landschaftszerstörung unserer schönen Heimat verantwortlich war.“<ref name="Süddeutsche Zeitung 2013">Windige Zeiten – Seehofers Anti-Windrad-Kurs ist in der CSU umstritten und wird auch von Umweltexperten hart kritisiert, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 140, S.R15, 20. Juni 2013.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Viel Wind um Windräder – Streit um Seehofer-Äußerung zu Mindestabstandes (Memento vom 16. Juni 2013 im Internet Archive) br.de, 13. Juni 2013, abgerufen am 20. Juni 2013</ref>

Mitte Juni 2013 verständigte sich das bayerische Kabinett auf Drängen Seehofers auf eine Bundesratsinitiative zur Windenergie. Diese sieht vor, durch eine Änderung des Bundesbaugesetzes die Definition des Mindestabstandes zwischen Wohnsiedlungen und Windrädern zukünftig den einzelnen Ländern freizustellen. Seehofer beabsichtigt, diesen Mindestabstand deutlich zu vergrößern, um so Windkraftgegnern entgegenzukommen, die eine Zerstörung des Landschaftsbildes durch Windkraftanlagen befürchten.<ref name="Süddeutsche Zeitung 2013" /> Während der Verstoß Seehofers innerparteilich sehr unterschiedlich aufgenommen wurde, stieß er seitens der Windkraftbranche, Experten und Umweltverbände auf entschiedene Ablehnung.<ref name="Süddeutsche Zeitung 2013" /><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Bund Naturschutz gegen Windradbremse.] Mittelbayerische Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. August 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Angeführt wurden hierbei insbesondere die Auswirkungen auf den zukünftigen Ausbau der Windenergie und die sich aus dem Vorschlag ergebende angebliche Gefahr einer Erhöhung des Strompreises.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. sueddeutsche.de, 15. Juni 2013, abgerufen am 20. Juni 2013</ref>

Als Ministerpräsident setzte er 2014 in Bayern die 10H-Regelung in Kraft, die besagt, dass beim Bau von Windkraftanlagen ein Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden oder bebauten Ortsteilen einzuhalten ist. Bis dahin, so kritisierte seine Partei, hatten weder Bürger noch Kommunen aufgrund der unbeschränkten Privilegierung ein Mitspracherecht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitbestimmung für Kommunen und Bürger (Memento vom 17. Oktober 2018 im Internet Archive)</ref> Nachdem Grüne und SPD deswegen vor dem Verfassungsgerichtshof Klage einlegten, entschied dieser, dass die 10H-Regelung rechtens sei.<ref>tz erklärt: Das bedeutet das Urteil zur Windkraft. 10. Mai 2016, abgerufen am 2. Juni 2023.</ref>

Stromtrassen

Seehofer lehnte den geplanten Bau von zwei Stromtrassen in Bayern ab, obwohl er im Vorfeld diesen Projekten seine Zustimmung gegeben hatte. Die beiden Stromtrassen sollen Windstrom von der Nord- und Ostsee in den stark industrialisierten Süden Deutschlands bringen. Nach langen Verhandlungen konnte Seehofer zwar deren Bau nicht verhindern, jedoch durchsetzen, dass die Leitungen komplett unterirdisch verlegt werden.<ref>Jörg Sigmund: Unterirdische Stromtrassen: Seehofer ist der Gewinner. Abgerufen am 2. Juni 2023.</ref>

Außenpolitik

EU

Datei:Horst Seehofer Senate of Poland 03.JPG
Horst Seehofer und Bogdan Borusewicz (2012)

2013 schlug Seehofer vor, die Zahl der EU-Kommissare zu halbieren, da diese „irrwitzige Aktivitäten“ entfalten würden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Seehofer will Macht der EU beschneiden.] Zeit Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. November 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Als erster bayerischer Ministerpräsident besuchte Seehofer im Dezember 2010 offiziell die Tschechische Republik. Die Beziehungen waren seit der Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg angespannt. Bayern nahm damals den Großteil der Sudetendeutschen auf. Der Freistaat und die CSU sehen sich daher als ihre Interessenvertreter. Am 4. Dezember 2014 eröffnete der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer in Anwesenheit des tschechischen Ministerpräsidenten Bohuslav Sobotka die Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik. In seiner Rede würdigte Seehofer die Errichtung einer bayerischen Repräsentanz in Tschechien als Symbol für die gewachsene Freundschaft zwischen Bayern und Tschechien und für ein gemeinsames Europa. Die bayerische Repräsentanz soll ein Ort sein für Dialog, Freundschaft und Miteinander.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Ministerpräsident Seehofer zur Eröffnung der Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik in Prag.] Bayerische Staatsregierung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. August 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Seehofer pflegt gute Beziehungen zu Ungarn, so traf er sich mehrmals mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Die Opposition kritisierte dies unter anderem wegen Orbáns Flüchtlingspolitik.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Orbán: „Grenzschließung für Flüchtlinge war Pflicht“.] Frankfurter Allgemeine Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 2019 sagte Seehofer, er sei „nicht bereit, Orbán als Demokraten infrage zu stellen“.<ref>Roger de Weck: Die Kraft der Demokratie. Eine Antwort auf die autoritären Reaktionäre. Suhrkamp, Berlin 2020, S. 24</ref>

Welt

Bei seinem Besuch in Israel erklärte er, Deutschland stehe an der Seite Israels, jedoch werde ein militärischer Angriff auf den Iran abgelehnt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Grüß-Gott-Onkel Seehofer in diplomatischer Mission.] Welt Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. September 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Als US-Präsident Barack Obama einen Militäreinsatz im Bürgerkrieg in Syrien anordnete, zeigte Seehofer Verständnis. Er schloss allerdings die Beteiligung deutscher Soldaten aus.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Reaktion auf Giftgaseinsatz: Seehofer zeigt Verständnis für mögliche Bombardierung.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. November 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Grüne und SPD kritisierten die Aussagen Seehofers in Moskau 2016 und seine Haltung zu den Sanktionen sowie die fragwürdige Darstellung derer Auswirkungen auf Bayern.<ref>Russlandreise mit Vorbedingungen der Opposition, SZ, 14. März 2017</ref> Die Reise sei ein Affront gegenüber der Kanzlerin gewesen.<ref>Seehofer plant Treffen mit Putin in Moskau, SZ, 8. Februar 2017</ref> Putin spiele bei Profilierungsversuchen immer gerne mit, wenn er damit jemandem anderen schaden könne.<ref>Seehofer bei Putin – heikle Reise zu heiklem Zeitpunkt, SZ, 2. Februar 2016</ref>

Netzpolitik

In der netzpolitischen Debatte um Vorratsdatenspeicherung und Internetsperren sprach sich Seehofer gegen die Sperren, aber für die Vorratsdatenspeicherung aus. Internetsperren seien kein tauglicher Weg zur Bekämpfung der Kinderpornographie. Die Klärung schwerster Verbrechen ist laut Seehofer z. T. nur mit Hilfe auf Vorrat gespeicherter Telekommunikationsdaten möglich. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu wahren, sei die Vorratsdatenspeicherung wichtig.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Internetsperren sind kein tauglicher Weg.] Süddeutsche Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. Februar 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Seehofer sorgte 2013 für Streit in der Union, als er seine Meinung zur Vorratsdatenspeicherung änderte. Er „entdeckte Datenschutz und Bürgerrechte für seine Partei als Schwerpunkt“ und lobte die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig CDU rebelliert gegen Kehrtwende: Unions-Schwestern streiten sich wegen Datenschutz.] Focus Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Februar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

AIDS-Kranke

Seehofer geriet als Bundestagsabgeordneter in die Kritik, als er 1987 das Bundesseuchengesetz auf AIDS-Kranke anwenden wollte. Er forderte, Infizierte „in speziellen Heimen zu konzentrieren“.<ref>vgl. z. B. „Wir haben dieses Land aufgeklärter gemacht“ – Vor 25 Jahren startete die Kampagne „Gib Aids keine Chance“ – zu einer Zeit, da Politiker Infizierte einfach nur wegsperren wollten. In: Süddeutsche Zeitung, 21./22. Juli 2012, S. 11.</ref> Er begründete dies damit, dass die Pflege der AIDS-Patienten in teuren Krankenhäusern auf Dauer gar nicht zu finanzieren sei.<ref>„Wollen wir den Aids-Staat?“ In: Der Spiegel. Nr. 10, 1987 (online).</ref>

Das in diesem Zusammenhang von Peter Gauweiler erarbeitete Gesetz wurde allgemein als unangemessen angesehen, sodass die Bundesratsinitiative Bayerns auf den Widerspruch aller anderen zehn Länder stieß und mit überwältigender Mehrheit abgelehnt wurde.<ref name="Keine Kur nach Gauweilers Rezepten">Keine Kur nach Gauweilers Rezepten. In: Die Zeit, Nr. 41/1987</ref>

2012 bezeichnete er diese Haltung als zwischenzeitlich überholt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Als die CSU in den Krieg gegen Aids zog.] Süddeutsche Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. August 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Coronakrise

Seehofer setzte während der Coronakrise auf strikte Maßnahmen wie Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen. Im März 2020 schätzte er die Lage als „Horror“ ein und war bestrebt, „diesen Horror ganz offen kommunizieren“.<ref>Katja Gloger, Georg Mascolo: Ausbruch: Innenansichten einer Pandemie. Piper, München 2021, ISBN 978-3-492-07091-1.</ref> Er forderte im Dezember 2020 einen sofortigen Lockdown, um die steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen und warnte davor, mit strengeren Maßnahmen bis nach Weihnachten zu warten.<ref>Coronavirus: Innenminister Seehofer fordert sofortigen Lockdown. In: Der Spiegel. 11. Dezember 2020, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 30. Juli 2025]).</ref> Seehofer unterstützte den Einsatz von Bundespolizeibeamten zur Kontrolle der Corona-Regeln in Großstädten, Hotspots und an den Grenzen. Rückblickend räumte er ein, dass einige getroffene Entscheidungen, wie nächtliche Ausgangssperren, aus im Nachhinein betrachtet wenig wirksam waren.<ref>Politiker räumen Fehler in der Corona-Politik ein. 8. März 2024, abgerufen am 30. Juli 2025.</ref>

Verkehrspolitik

Im Gegensatz zur CDU befürwortet Seehofer eine PKW-Maut. Bei der Einführung sollen nur ausländische Autofahrer belastet werden. Bei inländischen soll zum Beispiel die Maut mit der Kraftfahrzeugsteuer verrechnet werden. Der Erlös soll für den Straßenbau eingesetzt werden. Der ADAC kritisiert die Haltung Seehofers deutlich.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Seehofer pocht auf Pkw-Maut für Ausländer.] Welt Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. September 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Heimliche Steuererhöhung.] ADAC, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. September 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Europäische Union hat 2016 vor dem Europäischen Gerichtshof dagegen Klage erhoben.<ref name="KlagederEU_gegen_PKW_Maut">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Brüssel klagt gegen deutsche Pkw-Maut.] tagesschau, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 22. Mai 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Medien

2018 sagte Seehofer in einem Interview mit dem Donaukurier, die Medien seien in einer „Krise“. Man rede „immer über die Gefahr russischer Einflussnahme über Fake News“. Man müsse jedoch „nicht nach Russland schauen“, denn „die meisten Fake News“ würden „in Deutschland produziert, von Medien wie Politikern“. Darauf schrieb der Journalistik-Professor Klaus Meier in derselben Zeitung, Seehofer reihe sich mit dieser Behauptung „ein zu Donald Trump, AfD, Pegida – und eine Reihe von Regierungen und Politikern in Europa, die mit ‚alternativen Fakten‘ Propaganda betreiben und gegen Journalisten hetzen“.<ref>Liane Bednarz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die neue Lust am Radau (Memento vom 20. September 2022 im Internet Archive) causa.tagesspiegel.de, 28. Juni 2018</ref>

Im Dokumentarschauspiel Die Getriebenen wird seine Rolle in der Flüchtlingskrise 2015 durch Josef Bierbichler verkörpert.

Kabinette

Ehrungen und Auszeichnungen

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

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Kurt Eisner (1918–1919) | Martin Segitz (1919) | Johannes Hoffmann (1919–1920) | Gustav Ritter von Kahr (1920–1921) | Hugo Graf von Lerchenfeld-Köfering (1921–1922) | Eugen Ritter von Knilling (1922–1924) | Heinrich Held (1924–1933) | Ludwig Siebert (1933–1942) | Paul Giesler (1942–1945) | Fritz Schäffer (1945) | Wilhelm Hoegner (1945–1946) | Hans Ehard (1946–1954) | Wilhelm Hoegner (1954–1957) | Hanns Seidel (1957–1960) | Hans Ehard (1960–1962) | Alfons Goppel (1962–1978) | Franz Josef Strauß (1978–1988) | Max Streibl (1988–1993) | Edmund Stoiber (1993–2007) | Günther Beckstein (2007–2008) | Horst Seehofer (2008–2018) | Markus Söder (seit 2018)

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Josef Müller (1946–1949) | Hans Ehard (1949–1955) | Hanns Seidel (1955–1961) | Franz Josef Strauß (1961–1988) | Theo Waigel (1988–1999) | Edmund Stoiber (1999–2007) | Erwin Huber (2007–2008) | Horst Seehofer (2008–2019) | Markus Söder (seit 2019) Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Gustav Heinemann (CDU, 1949–1950) | Robert Lehr (CDU, 1950–1953) | Gerhard Schröder (CDU, 1953–1961) | Hermann Höcherl (CSU, 1961–1965) | Paul Lücke (CDU, 1965–1968) | Ernst Benda (CDU, 1968–1969) | Hans-Dietrich Genscher (FDP, 1969–1974) | Werner Maihofer (FDP, 1974–1978) | Gerhart Baum (FDP, 1978–1982) | Jürgen Schmude (SPD, 1982) | Friedrich Zimmermann (CSU, 1982–1989) | Wolfgang Schäuble (CDU, 1989–1991) | Rudolf Seiters (CDU, 1991–1993) | Manfred Kanther (CDU, 1993–1998) | Otto Schily (SPD, 1998–2005) | Wolfgang Schäuble (CDU, 2005–2009) | Thomas de Maizière (CDU, 2009–2011) | Hans-Peter Friedrich (CSU, 2011–2013) | Thomas de Maizière (CDU, 2013–2018) | Horst Seehofer (CSU, 2018–2021) | Nancy Faeser (SPD, 2021-2025) Alexander Dobrindt (CSU, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Eberhard Wildermuth (FDP, 1949–1952) | Fritz Neumayer (FDP, 1952–1953) | Victor-Emanuel Preusker (FDP/FVP, 1953–1957) | Paul Lücke (CDU, 1957–1965) | Ewald Bucher (FDP, 1965–1966) | Bruno Heck (CDU, 1966) | Lauritz Lauritzen (SPD, 1966–1972) | Hans-Jochen Vogel (SPD, 1972–1974) | Karl Ravens (SPD, 1974–1978) | Dieter Haack (SPD, 1978–1982) | Oscar Schneider (CSU, 1982–1989) | Gerda Hasselfeldt (CSU, 1989–1991) | Irmgard Schwaetzer (FDP, 1991–1994) | Klaus Töpfer (CDU, 1994–1998) | Eduard Oswald (CSU, 1998) | Franz Müntefering (SPD, 1998–1999) | Reinhard Klimmt (SPD, 1999–2000) | Kurt Bodewig (SPD, 2000–2002) | Manfred Stolpe (SPD, 2002–2005) | Wolfgang Tiefensee (SPD, 2005–2009) | Peter Ramsauer (CSU, 2009–2013) | Barbara Hendricks (SPD, 2013–2018) | Horst Seehofer (CSU, 2018–2021) | Klara Geywitz (SPD, 2021–2025) | Verena Hubertz (SPD, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Elisabeth Schwarzhaupt (CDU, 1961–1966) | Käte Strobel (SPD, 1966–1972) | Katharina Focke (SPD, 1972–1976) | Antje Huber (SPD, 1976–1982) | Anke Fuchs (SPD, 1982) | Heiner Geißler (CDU, 1982–1985) | Rita Süssmuth (CDU, 1985–1988) | Ursula Lehr (CDU, 1988–1991) | Gerda Hasselfeldt (CSU, 1991–1992) | Horst Seehofer (CSU, 1992–1998) | Andrea Fischer (B90/Grüne, 1998–2001) | Ulla Schmidt (SPD, 2001–2009) | Philipp Rösler (FDP, 2009–2011) | Daniel Bahr (FDP, 2011–2013) | Hermann Gröhe (CDU, 2013–2018) | Jens Spahn (CDU, 2018–2021) | Karl Lauterbach (SPD, 2021–2025) | Nina Warken (CDU, seit 2025)

siehe auch: Amtsinhaber seit 1961 beider deutscher Staaten

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Wilhelm Niklas (CSU, 1949–1953) | Heinrich Lübke (CDU, 1953–1959) | Werner Schwarz (CDU, 1959–1965) | Hermann Höcherl (CSU, 1965–1969) | Josef Ertl (FDP, 1969–1982) | Björn Engholm (SPD, 1982) | Josef Ertl (FDP, 1982–1983) | Ignaz Kiechle (CSU, 1983–1993) | Jochen Borchert (CDU, 1993–1998) | Karl-Heinz Funke (SPD, 1998–2001) | Renate Künast (B90/Grüne, 2001–2005) | Jürgen Trittin (B90/Grüne, komm. 2005) | Horst Seehofer (CSU, 2005–2008) | Ilse Aigner (CSU, 2008–2013) | Hans-Peter Friedrich (CSU, 2013–2014) | Christian Schmidt (CSU, 2014–2018) | Julia Klöckner (CDU, 2018-2021) | Cem Özdemir (B90/Grüne, 2021-2025) | Alois Rainer (CSU, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Helmut Kohl (CDU) | Klaus Kinkel (FDP) | Manfred Kanther (CDU) | Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) | Edzard Schmidt-Jortzig (FDP) | Theo Waigel (CSU) | Günter Rexrodt (FDP) | Jochen Borchert (CDU) | Norbert Blüm (CDU) | Volker Rühe (CDU) | Claudia Nolte (CDU) | Horst Seehofer (CSU) | Matthias Wissmann (CDU) | Angela Merkel (CDU) | Wolfgang Bötsch (CSU) | Klaus Töpfer (CDU) | Eduard Oswald (CSU) | Jürgen Rüttgers (CDU) | Carl-Dieter Spranger (CSU) | Friedrich Bohl (CDU) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Angela Merkel (CDU) | Frank-Walter Steinmeier (SPD) | Franz Müntefering (SPD, bis 21. November 2007) | Olaf Scholz (SPD, ab 21. November 2007) | Wolfgang Schäuble (CDU) | Brigitte Zypries (SPD) | Peer Steinbrück (SPD) | Michael Glos (CSU, bis 10. Februar 2009) | Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, ab 10. Februar 2009) | Horst Seehofer (CSU, bis 27. Oktober 2008) | Ilse Aigner (CSU, ab 31. Oktober 2008) | Franz Josef Jung (CDU) | Ursula von der Leyen (CDU) | Ulla Schmidt (SPD) | Wolfgang Tiefensee (SPD) | Sigmar Gabriel (SPD) | Annette Schavan (CDU) | Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) | Thomas de Maizière (CDU)

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Angela Merkel (CDU) | Olaf Scholz (SPD) | Heiko Maas (SPD) | Horst Seehofer (CSU) | Katarina Barley (SPD, bis 27. Juni 2019) | Christine Lambrecht (SPD, ab 27. Juni 2019) | Peter Altmaier (CDU) | Hubertus Heil (SPD) | Julia Klöckner (CDU) | Ursula von der Leyen (CDU, bis 17. Juli 2019) | Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, ab 17. Juli 2019) | Franziska Giffey (SPD, bis 20. Mai 2021) | Jens Spahn (CDU) | Andreas Scheuer (CSU) | Svenja Schulze (SPD) | Anja Karliczek (CDU) | Gerd Müller (CSU) | Helge Braun (CDU)

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Ehrenvorsitzende:
Edmund Stoiber | Theo Waigel | Horst Seehofer

Gewählte Mitglieder des Parteivorstandes:
Markus Söder | Martin Huber | Dorothee Bär | Melanie Huml | Angelika Niebler | Manfred Weber | Katrin Albsteiger | Tanja Schorer-Dremel | Tobias Schmid | Sebastian Brehm | Hans Reichhart | Markus Pannermayr | Astrid Freudenstein | Alexander Dobrindt | Ilse Aigner | Anja Weisgerber | Alexander Radwan | Albert Füracker | Joachim Herrmann | Klaus Holetschek | Manuel Knoll | Ludwig Spaenle | Volker Ullrich | Mechthilde Wittmann | Christian Bernreiter | Benedikt Lika | Markus Oesterlein | Steffen Vogel | Michael Frieser | Emmi Zeulner | Silke Launert | Martina Englhardt-Kopf | Melissa Goossens | Marlene Mortler | Daniela Ludwig | Bernd Sibler | Winfried Bausback | Siegfried Walch | Thomas Ebeling | Raimund Kneidinger | Sebastian Straubel | Josef Zellmeier | Anna-Maria Auerhahn | Rena Schimmer | Thomas Goppel | Josef Rohrmoser | Daniel Artmann

Kraft Amtes im Parteivorstand:
Alexander Hoffmann | Ulrike Scharf | Petra Högl | Franz Meyer | Bernd Posselt Vorlage:Klappleiste/Ende

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