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Moratneustetten

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Moratneustetten
Gemeinde Weihenzell
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(97)&title=Moratneustetten 49° 23′ N, 10° 36′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(97) 49° 22′ 30″ N, 10° 35′ 43″ O
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Höhe: 418 m ü. NHN
Einwohner: 97 (1. Jan. 2019)<ref name="Weihenzell">Zahlen & Daten. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.</ref>
Postleitzahl: 91629
Vorwahl: 09828

Moratneustetten (fränkisch: Nai-schdeeden bzw. Nai-schdiedn<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 135. Dort folgendermaßen transkribiert: „naischdḗden“ bzw. „naischdīdn“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Moratneustetten liegt in der Gemarkung Haasgang.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Durch das Kirchdorf fließt der Zellbach, der ab Weihenzell Rippach genannt wird. Das Moorbächlein mündet dort als rechter Zufluss in den Zellbach. Im Süden grenzt das Rehlesholz an, 1 km westlich liegen die Oberen Hölzer. Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Kreisstraße AN 9 bei Zellrüglingen (2 km südöstlich), die AN 9 kreuzend nach Adelmannsdorf zur AN 17 (3,5 km nordöstlich) und nach Wüstendorf (2 km südwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Der Ort wurde 1342 als „Morhartsneuensteten“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Morhart. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 135.</ref> Aufgrund der günstigen Ortslage kann davon ausgegangen werden, dass der Ort in der ersten Ausbaustufe (9./10. Jahrhundert) nach der Fränkischen Landnahme entstanden ist.

Im 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 wurden für Moratneustetten 7 Mannschaften verzeichnet: 1 Anwesen unterstand dem Hofkastenamt Ansbach und 6 Anwesen dem Stiftsamt Ansbach. Das Hochgericht und übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, was aber das Obervogteiamt Virnsberg des Deutschen Ordens bestritt. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2327. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 688.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Moratneustetten 24 Anwesen, eine Kirche und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach. Alleiniger Grundherr war das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Gut, 2 Leerhäuser; Stiftsamt Ansbach: 1 Hof, 7 Halbhöfe, 4 Viertelhöfe, 5 Güter, 1 Tafernwirtschaft, 3 Leerhäuser).<ref>So M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 889 f. Nach Johann Bernhard Fischer: Moratneustetten. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 22 (Digitalisat). (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 645) soll es nur 17 Untertansfamilien gegeben haben.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J992">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 992.</ref>

Mit dem Gemeindeedikt wurde Moratneustetten dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wernsbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Wernsbach zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Am 27. Juli 1830 wurde Moratneustetten in die neu gebildete Gemeinde Haasgang umgemeindet.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 948.</ref> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 30. Juni 1972 aufgelöst und der Ort mit Haasgang und Neubronn nach Weihenzell eingemeindet.<ref name="J992"/><ref>Weihenzell > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 13. März 2025.</ref>

Baudenkmäler

  • evangelisch-lutherische Filialkirche St. Martin: frühgotische Saalkirche mit Chorturm, 13./14. Jahrhundert; mit Ausstattung; Friedhof, mittelalterliche Wehrmauer, mit Grabsteinen<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Weihenzell (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
  • Haus Nr. 10: Gasthaus zum weißen Roß, zweigeschossiger Bau, Fachwerkteile, 18./19. Jahrhundert<ref name="Denkmalliste"/>

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Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 001999 002011 002017
Einwohner 124 154 132 145 141 124 109 126 99 110 90 78 84 84
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 24 27 27 25 23 23 21 24
Quelle <ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 60 (Digitalisat).</ref> <ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 41 (Digitalisat).</ref> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 984, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1149, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1089 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1153 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1190 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1026 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 755 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 172 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 332 (Digitalisat).</ref> || <ref>Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.</ref> || || <ref name="Weihenzell" />

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 889.</ref> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt,<ref name="OV 1961"/> seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.<ref>Kirchen & Pfarramt > Kirchen katholisch. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Moratneustetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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