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Petersdorf (Weihenzell)

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Petersdorf
Gemeinde Weihenzell
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(124)&title=Petersdorf 49° 22′ N, 10° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(124) 49° 21′ 35″ N, 10° 39′ 7″ O
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Höhe: 434 (427–439) m ü. NHN
Einwohner: 124 (1. Jan. 2019)<ref name="Weihenzell">Zahlen & Daten. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.</ref>
Postleitzahl: 91629
Vorwahl: 09824
Datei:Petersdorf Nr. 12 (Weihenzell).jpg
Haus-Nr. 12
Datei:Eiche Petersdorf, 1.jpg
Eiche Petersdorf

Petersdorf (fränkisch: Bäjdasch-dorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 153. Dort folgendermaßen transkribiert: „bęidəschdorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Petersdorf liegt in der Gemarkung Forst.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 2. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Unmittelbar westlich des Dorfs entspringt der Fichtleinsgraben, ein linker Zufluss des Haselbachs. Im Westen liegt die Flur Schneegrund, dahinter grenzt der Schleißwald an. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Weihenzell zur Kreisstraße AN 10 (1,7 km westlich), nach Kleinhabersdorf (2 km nordöstlich) und Forst (1,4 km südöstlich). In Petersdorf steht eine Eiche, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Der Ort wurde im Würzburger Lehenbuch von 1303 als „Betrichsdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Baturich, der Personenname des Siedlungsgründers. 1410 wurde sie als „Betersdorff“ erwähnt, 1504 schließlich als „Peterßdorff“, offensichtlich eine Umdeutung, da der Personenname zu dieser Zeit nicht mehr geläufig war. Es ist davon auszugehen, dass der Ort im 12. oder 13. Jahrhundert als Rodungsort entstanden ist.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 153.</ref>

Die Anwesen unterstanden verschiedenen Grundherren: Die nördlichen Höfe gehörten den Herren von Lohenroth, der sogenannte Sauernheimsche Hof den Nürnberger Patriziern Kreß von Kressenstein und die restlichen Höfe den Nürnberger Patriziern von Welser. Der kirchliche Zehnt musste nach Forst entrichtet werden.<ref>G. Roesner: Weihenzell, S. 148.</ref>

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Petersdorf 15 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (7 Anwesen), das Stiftsamt Ansbach (1), die Reichsstadt Nürnberg (4), der Geheime Rat Förster (2) und ein Herr Greuß (1). Außerdem gab es ein Hirtenhaus und eine Schmiede, beides kommunale Gebäude. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2886. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 690.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Petersdorf 16 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Hof, 1 Halbhof, 1 Gut, 1 Leerhaus; Stiftsamt Ansbach: 1 Söldengut; Pfarrei Weihenzell: 1 Söldengut) und Nürnberger Eigenherren (von Welser: 2 Halbhöfe, 1 Köblergut, 2 Söldengüter; von Zeltner: 1 Hof). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Schmiede, Hirtenhaus, Brechhaus).<ref name="J898">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 898 f.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Petersdorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 23 (Digitalisat).</ref><ref>Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 324, soll es 24 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 18 ansbachisch waren.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J989">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 989.</ref>

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Petersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bruckberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Bruckberg zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Am 13. August 1827 wurde sie in die neu gebildete Gemeinde Forst umgemeindet.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 947.</ref> Am 1. Juli 1971 wurde Petersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Weihenzell eingemeindet.<ref name="J989"/><ref>Weihenzell > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 13. März 2025.</ref>

Der Ort hat einen Flugplatz für kleinere Motor- und Segelflugzeuge.

Bau- und Naturdenkmäler

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Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 001999 002011 002017
Einwohner 121 165 132 130 134 124 119 155 104 116 102 107 123 126
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 23 23 24 22 23 22 21 24
Quelle <ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 71 (Digitalisat).</ref> <ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 39 (Digitalisat). Einwohnerzahl ist höchstwahrscheinlich falsch.</ref> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 984, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1148, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1088 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1152 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1189 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 754 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 172 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 332 (Digitalisat).</ref> || <ref>G. Roesner: Weihenzell, S. 152.</ref> || || <ref name="Weihenzell" />

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört bis heute zur Kirchengemeinde St. Stephanus (Forst), einer Filiale von St. Jakob (Weihenzell).<ref name="J898"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Dietenhofen) gepfarrt.<ref>Kirchen & Pfarramt > Kirchen katholisch. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.</ref>

Persönlichkeiten

  • Marco Meier (* 1993), Kommunalpolitiker, ist in Petersdorf aufgewachsen.

Literatur

Weblinks

Commons: Petersdorf (Weihenzell) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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