Thurndorf (Weihenzell)
Thurndorf Gemeinde Weihenzell
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(32)&title=Thurndorf 49° 20′ N, 10° 40′ O
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| Höhe: | 395–417 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 32 (1. Jan. 2019)<ref name="Weihenzell">Zahlen & Daten. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 91629 | |||||
| Vorwahl: | 09802 | |||||
Thurndorf (fränkisch: Duhrn-dorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181. Dort folgendermaßen transkribiert: „dūrndorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Thurndorf liegt in der Gemarkung Vestenberg.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Im Dorf fließen der Schwarzenbach (links) und der Hirnbach (rechts) zum Dürrnbach zusammen, einen linken Zufluss des Haselbachs. Im Nordosten grenzt der Buchenwald an, 0,5 km südöstlich erhebt sich der Weinberg. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Frohnhof (1,2 km östlich), nach Külbingen (1,5 km südöstlich), zur Staatsstraße 2246 bei Gebersdorf (1,2 km westlich) und die St 2246 kreuzend nach Frankendorf (1,8 km nördlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Die als Straßendorf angelegte Siedlung wurde 1235 als „Turndorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Ob das Bestimmungswort des Ortsnamens das mittelhochdeutsche Wort turn (Turm) oder der germanische Personenname Thuro ist, ist unklar.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181.</ref> Ob in dem Ort der Adlige Henricus de Turndorf ansässig war, bleibt ebenfalls ungeklärt, da keinerlei Spuren einer befestigten Anlage gefunden werden können. Entstanden sein könnte die Siedlung im Zeitraum vom 9. bis 11. Jahrhundert im Zuge des Landausbaus. Im Jahre 1279 schenkte Kastellan Siboto Grötsch von Nürnberg mit Zustimmung seiner Frau Hedwig dem Kloster Heilsbronn u. a. ein Lehen in „Torrndorf“. Gottfried und Kunigunde von Heideck verkauften notgedrungen 1311 fünf Höfe in Turndorf an den 13. Abt Heinrich.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 284 ff.</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Thurndorf 5 Bauern und 1 Hirte angegeben, die dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstanden. Die anderen Grundherren wurden nicht aufgelistet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 15. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 739.</ref> Im Dreißigjährigen Krieg brannten vier der heilsbronnischen Höfe ab.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 286.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Thurndorf 6 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Alleiniger Grundherr war das Fürstentum Ansbach (Klosterverwalteramt Heilsbronn: 5 Höfe; Stiftsamt Ansbach: 1 Halbhof).<ref name="J915">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 915 f.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Dorndorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 17 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 635.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1012.</ref> Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Thurndorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Vestenberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Vestenberg zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Diese wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 30. April 1978 aufgelöst und außer Thurndorf nach Petersaurach eingemeindet. Thurndorf wurde nach Weihenzell eingemeindet.<ref>Weihenzell > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 13. März 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt.<ref name="J915"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Dietenhofen) gepfarrt.<ref>Kirchen & Pfarramt > Kirchen katholisch. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.</ref>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Dorndorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 635 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Thürndorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 926 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 181.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 284–286 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Günther Roesner: Weihenzell. Geschichte und Gegenwart eines mittelfränkischen Dorfes. 2., überarbeitete Auflage. Ansbach 1999, S. 150 (Erstausgabe: 1985).
Weblinks
- Thurndorf. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Thurndorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Thurndorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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Wüstung: Aimershof