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Aare

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Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Fluss Die Aare (Vorlage:FrS, Vorlage:ItS, Vorlage:RmS, Vorlage:LaS<ref name="ks">Andres Kristol: Aarau AG (Aarau). In: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 73.</ref>) ist der längste gänzlich innerhalb der Schweiz verlaufende Fluss. Ihre Gesamtlänge beträgt 288 km, das Gefälle 1665 m und der mittlere Abfluss 525 m³/s (Pegel Untersiggenthal, 2019). Die Aare ist der wasserreichste Nebenfluss des Rheins, noch vor dem Hochrhein selbst, und sie führt mehr Wasser als Mosel und Main zusammen. Das Einzugsgebiet der Aare umfasst 17'709 km² am Alpennordhang und im Mittelland.

Die Aare entspringt in den beiden Aargletschern in den östlichen Berner Alpen am Finsteraarhorn, westlich des Grimselpasses im zentralen Süden der Schweiz. Ihr Lauf führt durch die Kantone Bern, Solothurn und Aargau. Zuerst passiert sie die in einen hohen Felsriegel eingeschnittene Aareschlucht und erreicht danach die Ebene zwischen Meiringen und dem glazialen Brienzersee. Kurz vor dem Eintritt in den Thunersee bei Interlaken ist sie kanalisiert und verlässt diesen nordwestlich in das breite Aaretal. Auf dem Gebiet von Bern umfliesst sie den mittelalterlichen Stadtkern und erreicht in westlicher Richtung den Wohlensee. Bei Aarberg wird sie über den Hagneckkanal in den Bielersee geleitet und folgt nach dem Austritt nordostwärts dem Verlauf des Juragebirges. Unterhalb von Brugg nimmt sie die Reuss und die Limmat auf, bevor sie bei Koblenz (CH) in den Rhein mündet.

Die Aare war im Laufe der geologischen Entwicklung nacheinander der Oberlauf der Donau, der Rhone und des Rheins.

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Geographie

Verlauf

Datei:Alte-Aare.jpg
Renaturierte Alte Aare

Die Aare entströmt den beiden Aargletschern (Oberaar‑ und Unteraargletscher) im Grimselgebiet einige Kilometer südlich von Guttannen im Haslital und fliesst in nördlicher Richtung durch das lange, teilweise steile Tal bis nach Innertkirchen. Dann passiert sie die in einen hohen Felsriegel eingeschnittene Aareschlucht und erreicht danach die Ebene zwischen Meiringen und dem Brienzersee.

Bei Brienz mündet die Aare in den Brienzersee. An dessen Westende durchquert sie dann das sogenannte Bödeli, die weite Schwemmebene der Lütschine bei Interlaken, bevor sie an der Ortschaft Unterseen vorbei zum Thunersee fliesst. In den See fliesst seit der Flusskorrektion im 18. Jahrhundert die Kander, seither wirken sich auch deren Abflussschwankungen nicht mehr unmittelbar auf den Mittellauf der Aare aus.

Den Thunersee verlässt die Aare bei der Stadt Thun und fliesst durch das breite Aaretal zwischen Münsingen und dem Belpberg nach Bern. Bei Unteraar kommt die Giesse (auch «Giessen») als kleiner Bach aus den Hügeln links der Aare und fliesst dann etwa zehn Kilometer lang parallel neben ihr, da das Bett der Aare durch Sedimente aus dem Hochgebirge etwas höher liegt. Die Giesse nimmt das Wasser der Aare-Aue auf und mündet im Norden des Belpmooses in die vom Alpenrand kommende Gürbe, die ausreichend Gefälle hat, um in die Aare zu münden.

Datei:Aare, Nydeggkirche & Untertorbrücke in Bern.jpg
Aare in Bern

Auf dem Gebiet der Stadt Bern verläuft die Aare in einem tief eingeschnittenen Tal um die im Mittelalter auf einem Geländesporn errichtete Altstadt. Mit einer seit Jahrhunderten bestehenden Staustufe, der Schwelle, wird ein kurzer Gewerbekanal, der Tych, abgeleitet. Wenig flussabwärts umfliesst die Aare in einer weiteren Talschlaufe die Engehalbinsel, bevor sie in westlicher Richtung den Wohlensee erreicht. Dieser See entstand als Stausee mit dem Bau der Staumauer des Wasserkraftwerks Mühleberg.

Nach der Einmündung der Saane bei Oltigen südlich von Aarberg fliesst die Aare durch den während der ersten Juragewässerkorrektion gebauten Hagneckkanal und bei Hagneck in den Bielersee. Bei Nidau verlässt sie den Bielersee und fliesst durch den Nidau-Büren-Kanal. Kurz vor Büren erreicht sie wieder ihr altes Flussbett. Die Strecke des ursprünglichen Flusslaufs zwischen Aarberg und Büren an der Aare, die sogenannte Alte Aare, bildet ein weites naturbelassenes Gebiet, das nördlich des Kanals um den weiten, bei der Flusskorrektion abgeschnittenen Altlauf im so genannten Häftli ergänzt wird.

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Zusammenfluss von Aare (von rechts im Bild) und Hochrhein (von oben) zwischen Waldshut (oben links) und Bahnhof Koblenz (Mitte rechts)

Von Büren an der Aare an fliesst die Aare in einer weiten Ebene, die durch Verlandung des so genannten Solothurner Sees am Ende der letzten Kaltzeit entstand, dem Jurasüdfuss entlang in nordöstlicher Richtung durch Solothurn nach Luterbach, wo die Emme mündet. Sie fliesst an Wangen an der Aare, Bannwil, Aarwangen, Wolfwil, Murgenthal, Aarburg, Olten und Aarau vorbei und in einer klammartigen Klus durch Brugg. Dann nimmt sie kurz nacheinander Reuss und Limmat auf. Diese Gegend wird Wasserschloss der Schweiz genannt, da sich dort drei der wasserreichsten Flüsse der Schweiz vereinigen. Die Landschaft rechts der Aare zwischen Thun und Aarwangen gehörte seit dem Mittelalter zur Landgrafschaft Burgund. 60 Gemeinden in den Agglomerationen Aarau, Olten und Zofingen bildeten um 2005 eine regionale Partnerschaft unter der Bezeichnung Aareland rund um die Netzstadt Aarau/Olten/Zofingen.

Von Brugg an fliesst die Aare bei Stilli durch eine breite Klus im Jura nach Norden. Zwischen dem Ortsteil Felsenau der Gemeinde Leuggern und Koblenz (CH) gegenüber von Waldshut (DE) mündet sie bei Rhein-km 102,200 in den Rhein.

Die Aare ist mit ca. 485 m³/s der wasserreichere Fluss (Rhein: 439 m³/s); aus hydrologischer Sicht ist also der Rhein ein Nebenfluss der Aare, nicht umgekehrt. Für die Strecke von Biel nach Koblenz benötigt die Aare eine Fliesszeit von rund zwei Tagen bei mittlerem Wasserstand.<ref>Broschüre der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare</ref>

In Altreu ist die Aare an einer gewissen Stelle etwa 18 Meter tief; dies wird als tiefster Punkt der Aare bezeichnet. Im Winter wird dieser Platz oft von Welsen aufgesucht, um dort zu überwintern.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

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Flusssystem

Vorlage:Hauptartikel Die Aare und ihre Zuflüsse haben verglichen mit dem übrigen Flusssystem des Rheins zwei Besonderheiten:

  • Sie durchfliessen zahlreiche natürliche Seen.
  • Mehrere der Gewässer entspringen nicht aus einer Quelle, sondern beginnen mit einem Ursprungsgletscher.

Flusshistorie

Die Aare zeichnet in ihrem gestreckt nordöstlich gerichteten unteren Laufabschnitt die seit rund 30 Millionen Jahren nachweisbare Entwässerungslinie der Vorlandsenke im Norden der sich heraushebenden Alpen nach. Nach der wechselvollen Auffüllung und schliesslichen Anhebung des einstigen schmalen Helvetmeeres entwässerte das Gebiet wechselnd west- oder ostwärts, bis sich im Pliozän vor 3 bis 4 Millionen Jahren das obere Flusssystem der Urdonau herausbildete. Eine Zeitlang war sein Hauptquellfluss sogar die obere Rhone. Im jüngeren Pliozän brach diese Aare-Donau zur Burgundischen Pforte hin aus und bildete als Aare-Sundgaustrom den Hauptstrang der Ur-Rhone. Am Ende des Pliozäns war die Talwasserscheide quer zum heutigen Oberrheingraben nahe dem einstigen Kaiserstuhl-Vulkan so weit abgesunken, dass der Strom erneut ausbrach und zum Hauptstrang des sich rasch ausweitenden Rhein-Systems wurde. Erst vor rund 800'000 Jahren wurde der Alpenrhein, damals Hauptstrang der verbliebenen Donau, nach Westen zum heutigen Hochrheintal hin abgelenkt, wohl unter Mitwirkung der ersten grossen pleistozänen Vergletscherungen des Alpenvorlandes, aber auch tektonischer Veränderungen: Heute liegt das Mittelwasser der Donau in Neu-Ulm 466,68 m ü. NHN,<ref>Hochwassernachrichtendienst Bayern: Pegel Neu-Ulm</ref> das des Bodensees bei 395,3 m ü. NHN.<ref>WSV: Pegel Konstanz</ref>

Damit war die Aare im Laufe ihrer Geschichte der oberste hydrologische Hauptstrang aller drei nordalpinen Stromsysteme.

Gliederung

Der Verlauf der Aare besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:

  • Zunächst ist sie ein Alpenfluss, der in zwei Fjordseen ausläuft. Der ursprünglich zusammenhängende See wurde durch Sedimente des seitlichen Zuflusses Lütschine geteilt. Der Einzugsbereich dieses alpinen Abschnitts der Aare entspricht grossenteils dem Berner Oberland.
  • Dann fliesst sie nordwestwärts vom Alpenrand zum Fuss des Juragebirges.
  • Dort folgt sie wie schon ihr von Westen einmündender Nebenfluss, die überwiegend aus dem Neuenburgersee bestehende Zihl, dem Jurasüdfuss. Östlich von Brugg wendet sie sich nach Norden und fliesst durch eine weite Juraklus dem Rhein zu.
Datei:Aare basin simple.png
Einzugsgebiet der Aare

Den Weg aus den Alpen ins Schweizer Mittelland nehmen in ähnlicher Weise ihr linker Zufluss Saane und dann die beiden grossen rechten Zuflüsse Reuss und Limmat, die nahe beieinander am Jurafuss die Aare erreichen, 15 bzw. 14 km vor deren Mündung in den Rhein. Das Einzugsgebiet der Aare oberhalb der Reussmündung ist mit 11'709 km² etwa so gross wie das des Bodensees (11'487 km², Ausfluss 78,4 km oberhalb der Aaremündung). Unterhalb der Mündung der Limmat ist der mittlere Abfluss der Aare grösser als derjenige des Rheins vor der Aaremündung.

Von den im Mittelland entstehenden Aare-Nebenflüssen sammeln sich die südwestlichen in der Zihl. Die übrigen fliessen annähernd parallel zueinander und münden zwischen dem Bielersee und der Reuss in die Aare.

Die bedeutenden Zuflüsse aus dem Jura sind von den Besonderheiten dieses Kalkgebirges geprägt: Die Orbe fliesst zwischen ihrem Oberlauf in einem beidseits vom Einzugsgebiet der Rhone begrenzten Tal und dem Unterlauf durch eine Doline. Die Areuse erhält durch zwei seitliche Karstquellen Wasser aus Hochtälern ohne oberirdischen Abfluss. Die Schüss entspringt in einem Karstgebiet, das nördlich des Passübergangs der Vue des Alpes liegt, und durchquert auf ihrem Lauf verschiedene Juraklusen. Die Dünnern schneidet etwa in der Mitte ihres Laufs eine Klus in das Juragestein und erreicht bei Oensingen das Mittelland.

Zuflüsse

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Diagramme

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Direkte Zuflüsse

Im Folgenden werden die Zuflüsse der Aare mit einem Einzugsgebiet grösser als 20 km² in der Reihenfolge von der Quelle zur Mündung genannt. Angegeben ist der Name, die Gewässerkennzahl<ref group="Z">In der Schweiz die GEWISS-Nummer</ref> (GKZ), die orographische Lage der Mündung, die Länge in km, die Grösse des Einzugsgebietes in km², der mittlere Abfluss (MQ) in m³/s, die Höhenlage der Mündung und der Mündungsort. Die Kenngrössen erfolgen nach dem GIS des Bundesamts für Landestopografie (Swisstopo).

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Inseln

Datei:Aaresteg Rupperswil über die Aare, Auenstein AG – Rupperswil AG 20221022-jag9889.jpg
Der Aaresteg Rupperswil führt zur Insel bei Auenstein

In der Aare befinden sich rund zwanzig Inseln, die meisten sind durch Brücken erschlossen.

Auf der Insel Spielmatte zwischen Unterseen und Interlaken dienen zwei gedeckte Holzbrücken als Schleusen zur Seeregulierung des Brienzersees. Der Stadtteil Bälliz-Freienhofgasse in Thun besteht aus einer langgestreckten Insel. Auf der künstlichen Insel Beznau in Döttingen befinden sich ein Kernkraftwerk und ein Wasserkraftwerk.

Hydrologie

Vorlage:Säulendiagramm

Wassertemperatur

Die Wassertemperatur in Bern zeigt einen typischen Tagesgang. Sie steigt im Laufe des Tages um ein Grad. Darin spiegelt sich die Erwärmung auf der Strecke vom Thunersee bis nach Bern wider. Selten werden Temperatursprünge von mehr als 5 °C während weniger Stunden beobachtet. Vermutlich hängen sie von den Windverhältnissen am Thunersee ab, wodurch Tiefenwasser aus dem See zum Ausfluss transportiert wird.

Das bisherige Temperaturmaximum der Aare an der Messstation Schönau in Bern, seit Messbeginn 1970, wurde im Jahr 2022 laut Medienberichten gleich zwei Mal gebrochen. Erstmals mit 23,84 Grad Celsius am 20. Juli 2022 und das zweite Mal am 4. August mit 24,12 Grad (Dürre und Hitze in Europa 2022).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Zuvor wurde der bisherige Rekord am 4. August 2018 (Dürre und Hitze in Europa 2018) registriert. Die viertwärmste Temperatur wurde mit 23,48 Grad am 11. August 2003 (Hitzewelle in Europa 2003) gemessen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> 2025 wurde die 20-Grad-Marke am 13. Juni überschritten (Temperaturanomalien im Juni 2025), so frûh im Jahr wie noch nie seit Messbeginn 1970.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der vorherige Rekord wurde am 16. Juni 2022 (Temperaturanomalien im Juni 2022) registriert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Am 28. Juni 2025 wurde mit 22,3 Grad ein neuer Juni-Rekord registriert. Der bisherige Rekord vom 19. Juni 2022 lag 0,2 Grad tiefer.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Mit 22,5 Grad wurde dieser Rekord am 29. Juni bereits übertroffen, ebenso am 30. Juni 2025 mit 22,8 Grad (Dürre und Hitze in Europa 2025).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Hochwasser

Datei:Hochwasserstand Olten CH 200508221716.JPG
Hochwasser Juni 2005, hier in Olten mit älteren Hochwassermarken

Hochwasserwahrscheinlichkeit

Das mittlere Jahreshochwasser der Aare beträgt an der Messstelle Untersiggenthal bei Stilli 1652 m³/s. Die höchste bisher gemessene Jahresspitze wurde beim Jahrhunderthochwasser 2007 erreicht und betrug 2656 m³/s.<ref name="BAFU-3">Vorlage:BAFU MS Fluss</ref>

Die Tabelle der Hochwasser-Wahrscheinlichkeit: Vorlage:Hochwasserwahrscheinlichkeiten Fluss

Historische Hochwasser der Aare

Das schwerste überlieferte Hochwasser im Flussgebiet der Aare ereignete sich im Rahmen des Magdalenenhochwassers von 1480, das auch andere Teile des Rheingebiets betraf, aber nicht so ausgedehnte Regionen wie das Magdalenenhochwasser von 1342. Nach regenreichem Mai und Juni hatte eine Hitzewelle die Schneeschmelze in den Alpen beschleunigt. Dann fielen tagelang schwere Niederschläge in den Voralpen. Die Schäden in den Städten entlang der Aare sind in den spätmittelalterlichen Chroniken gut dokumentiert. In Solothurn wurden ein Teil der Stadt und die Aarebrücke überflutet.<ref>Christian Pfister und Oliver Wetter über das Hochwasser von 1480</ref> Weitere ausserordentliche Hochwasser führte die Aare in den Jahren 1651, 1852, 1876, 1953, 1999, 2005 und 2007. Der rechtsufrige Aare-Damm der Hasliaare wurde danach erhöht. Der linke Damm zwischen Meiringen und Brienzersee soll ab 2025 folgen.<ref>Hochwasserschutz Meiringen Brienz: Aare erhält neue Dämme</ref>

Mögliche Extremhochwasser

Ein 2021 veröffentlichter Bericht<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> im Auftrag von BAFU, BFE, ENSI, BABS, MeteoSchweiz und ausgeführt u. a. von Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Universität Zürich und Paul Scherrer Institut PSI schätzt die möglichen Auswirkungen von Hochwassern mit einer Wiederkehrperiode von bis zu 100'000 Jahren ab. Dies vor allem hinsichtlich der Kernkraftwerke Mühleberg, Gösgen und Beznau, die an der Aare liegen: In Mühleberg würde ein 100'000-jährliches Hochwasser das Gelände knapp 1 m hoch überfluten; beim KKW Gösgen betrüge die Wassertiefe bei einem 100'000-jährlichen Hochwasser 1,15 m, während in Beznau mit ca. 1,1 m zu rechnen wäre. Zudem könnte beim Hagneckkanal der alte Aarelauf reaktiviert werden.

Nutzungs- und Kulturgeschichte

Frühe Nutzung

Im Mittelalter war die Aare ein wichtiger Grenzfluss: Sie trennte z. B. die Stammesherzogtümer Burgund und Alemannien, war Grenzabschnitt der karolingischen Reichsteilungen und trennte auch eine Weile Hochburgund vom Römisch-deutschen Reich. Mit der Gründung der Stadt Bern am Ende vom 12. zum 13. Jahrhundert änderte sich der Charakter der Aare, denn spätestens ab Mitte des 13. Jahrhunderts gab es Brücken über den Fluss und entwickelten sich zusammenhängende Herrschaftsgebiete auf beiden Seiten der Aare.

Die kurzen Grenzabschnitte, die heute an verschiedenen Stellen vom Aarebett abweichen, sind auf die früheren natürlichen Mäander zurückzuführen, die seinerzeit noch die Grenzziehung vorgegeben hatten und heute trocken gefallen sind.

Lange Zeit war die Aare für die Holzflösserei wichtig. Holz aus dem Emmental wurde zum Rhein und bis zu dessen Mündung in die Nordsee transportiert. Zur Erinnerung an diese Tradition besteht zwischen Stilli und Laufenburg der kulturhistorische Flösserweg.

Die Aarestrecke von Nidau bis Solothurn ist ebenso wie der Bielersee schiffbar. Seit der Antike diente die Aare dem Schiffsverkehr, wie einer Steininschrift der römischen Schiffleute in Avenches zu entnehmen ist.<ref>CIL XIII 5096</ref> Der Fernverkehr auf dem Fluss kam erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Bau der Eisenbahnlinien und der ersten Flusskraftwerke zum Erliegen.

Heutige Nutzung

Kraftwerke

Wasserkraft

Das Wasser der Aare dient in zahlreichen Wasserkraftwerken der Elektrizitätsproduktion. Im Quellgebiet an der Grimsel befindet sich die Kraftwerksgruppe der Kraftwerke Oberhasli (KWO). Sie verarbeitet mit ihren Speicherkraftwerken und Pumpspeicherkraftwerken das Wasser aus den Stauseen Oberaar, Grimsel, Räterichsboden und Gelmer zu Spitzenenergie, die eine wichtige Rolle in der Netzregelung spielt. Kurzfristig kann eine Leistung von 1,3 GW abgerufen werden, was ungefähr der Leistung des Kernkraftwerks Leibstadt entspricht.

Ab Interlaken bis zur Mündung wird das Wasser der Aare für den Betrieb mehrerer Niederdruck-Laufwasserkraftwerke benutzt.

Karte Vorlage:Positionskarte+ Vorlage:Absatz

Liste der Wasserkraftwerke der Aare:<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Name des Kraftwerks Besitzer Typ des Kraftwerks Lage erste Inbetrieb-
nahme
Durchfluss-
menge m³/s
Höhendif m Turbine Leistung MW Energie pro Jahr GWh/a
Grimsel 1

Oberaarsee

KWO Speicherkraftwerk Chessituren, Guttannen 1954 8 536 1 × Doppel-Pelton 33,6 74
Grimsel 1,

Grimselsee

KWO Speicherkraftwerk Chessituren, Guttannen 1974 20,2 142 1 × Francis 32,2 32,8
Grimsel 2 KWO Umwälzwerk Chessituren, Guttannen 1981 100 4 horizontale Maschinengruppen bestehend aus Francis + Motor/Generator + einstufige Pumpe, davon eine Gruppe mit Frequenzumrichter 388 600
Grimsel Nollen KWO kleines Laufkraftwerk im Verbindungsstollen GrimselseeGelmersee (Nachschubturbine) Spittelnollen, Guttannen 2017 2,5 1 × Francis 1,1 5
Handeck 1 KWO Speicherkraftwerk Handegg, Guttannen 1932 10,5 680 2 × Pelton 45 168
Handeck 2 + 2a KWO Speicherkraftwerk Handegg, Guttannen 1950 465 5 × vertikale Pelton 215 262
Handeck 3

(Isogyre)

KWO Pumpspeicherkraftwerk Handegg, Guttannen 1976 14,3 1 × horizontale Isogyre-Pumpturbine 55 39
Hopflauenen (Trift) KWO Speicherkraftwerk Hopflauenen, Gadmen 1967 23,6 463 2 × Doppel-Pelton 81,6 245
Vorlage:Nowrap KWO Speicherkraftwerk Innertkirchen 1943 69 6 × Pelton 394 720
Innertkirchen 2 KWO Speicherkraftwerk Innertkirchen 1967 29,5 242 2 × Francis 54,8 161
Interlaken IBI Laufkraftwerk

kleines historisches Ausleitungskraftwerk

Schifffahrtskanal, Interlaken 1897 30 3,6 3 × Kaplan 0,82 5,1
Interlaken-Dotierzentrale IBI Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) Aare-Stauwehr, Interlaken 1996 15 0,3 1,2
AAREwerk62 Energie Thun Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) Thun 1962 125 2 × vertikale Kaplan 6,32 32
AAREwerk94 Energie Thun Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Thun 1917 49,7 1 × S-Turbine 2,83 8,4
Thun RUAG kleines Laufwasserkraftwerk der Munitionsfabrik Gewerbekanal, Thun 1901 6 0,44 2
Matte EWB Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) Matte, Bern 1891 40 2–3 1 × S-Turbine 1,16 6,8
Engehalde-Dotierzentrale EWB Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) Stauwehr Kraftwerk Felsenau, Felsenau, Bern 1998 16 0,44 2,6
Felsenau EWB Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) Felsenau, Bern 1909 100 1 × Rohrturbine 11,5 73
Mühleberg BKW Laufkraftwerk am Wohlensee

(Durchlaufkraftwerk)

Buttenried, Mühleberg 1919 291 20 1 × Kaplan

6 × Francis

45 160
Niederried-Radelfingen BKW Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) Niederried

Radelfingen

1963 170 2 × Kaplan 15 81,2
Aarberg BKW Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Aarberg 1968 170 2 × Kaplan 15 90
Kallnach BKW Laufwasserkraftwerk

(Ausleitungskraftwerk)

Kallnach 1913 45 1 × Rohrturbine 8,1 49
Hagneck (alt) Bielersee

Kraftwerke

altes Laufwasserkraftwerken benutzt als Dotieranlage Hagneckkanal, Hagneck 1900 40 3 × Propeller

2 × Kaplan

3 11
Hagneck Bielersee

Kraftwerke

Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Hagneckkanal, Hagneck 2015 280 2 × Rohrturbine 21 99
Brügg Bielersee

Kraftwerke

Laufwasserkraftwerk

(Buchtenkraftwerk)

Nidau-Büren-Kanal, Brügg 1995 219 2 × Rohrturbine 5,2 21,3
Flumenthal Alpiq Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Flumenthal 1970 395 6–8.5 3 × Rohrturbine 23,4 147
Bannwil BKW Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Bannwil 1970 435 3 × Rohrturbine 28,5 149
Wynau Onyx Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Wynau 1996 220 1 × Rohrturbine 12 51
Schwarzhäusern Onyx Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Schwarzhäusern 1923 200 4 × Propeller 8,2 41
Ruppoldingen Alpiq Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Boningen 2000 475 4–6.5 2 × Rohrturbine 21,1 115
Gösgen Alpiq Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) Niedergösgen 1917 380 13–17.4 5 × Kaplan 48.5 300
Aarau Stadt Eniwa Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) Aarau 1893 394 5.3–7.4 9 × Kaplan

2 × Propeller

1 × Francis

16 102
Rüchlig Axpo Laufwasserkraftwerk

(Ausleitungskraftwerk)

Aarau 1929 360 3.3–3.5 4 × Rohrturbine 9 54
Rüchlig Axpo Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) Aarau 2014 40 1,2 8,1
Rupperswil-Auenstein Axpo Laufwasserkraftwerk

Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk)

Auenstein 1945 492 2 × Kaplan 40 221
Rupperswil Axpo Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) Rupperswil 1945 25 1,7 10
Wildegg-Brugg Axpo Laufwasserkraftwerk

(Ausleitungskraftwerk)

Villnachern 1953 410 2 × Kaplan 50 290
Wildegg-Brugg Axpo Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) Schinznach-Dorf 1953 11,5 0,6 3,5
Beznau Axpo Wehrkraftwerk Döttingen 2001 140 1 × Kaplan 6 36
Beznau Axpo Laufwasserkraftwerk

Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk)

Döttingen 1902 418 11 × Propeller 20 120
Klingnau Axpo Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) Klingnau

Gippingen

1935 810 3 × Kaplan 38 230
Total 2501 4827
Kernkraftwerke

Am Flusslauf liegen die Kernkraftwerke Gösgen und Beznau; ihre Kühlsysteme verwenden Wasser aus der Aare. Das stillgelegte Kernkraftwerk Mühleberg entnahm 1972 bis 2019 Wasser aus der Aare.

Das Kernkraftwerk Gösgen (1010 MW) leitet das erwärmte Kühlwasser nicht direkt in die Aare, sondern über einen 150 Meter hohen Naturzug-Nass-Kühlturm, so dass die Aare weniger stark erwärmt wird.

Verkehr

Kanalisation
Datei:Aare canals.jpg
Alte Aare und Führung der Aare durch den Bielersee seit 1878

Auf mehreren Abschnitten wurde der Flussverlauf durch grosse Baumassnahmen verändert. Seit dem 18. Jahrhundert versuchten die Kantone Bern und Solothurn, die durch Erosion gefährdeten Ufer an zahlreichen Stellen zu sichern, und zogen dazu den Bündner Spezialisten Richard La Nicca bei. Mit der ersten Juragewässerkorrektion, einem der grössten Flussbauprojekte der Schweiz im 19. Jahrhundert, sanierten Bund und Kantone das versumpfte und von häufigen Überschwemmungen bedrohte Berner Seeland, indem die Aare und ihr Geschiebe in den Bielersee umgeleitet wurden. Seit 1939 steuert das Regulierwehr Port den Wasserhaushalt der Seen und der Aare im Abschnitt am Jurasüdfuss. In der Pegelstation bei Murgenthal wird der für die Regulierung massgebliche Wasserstand der Aare gemessen, weil sich dort auch die von der Emme zugeführte Wassermenge auswirkt.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Die zweite Juragewässerkorrektion verbesserte um 1960 die Wirkung der Wasserstandsregulierung.

Die 1964 gegründete Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare setzte sich gegen den Ausbau der Flussstrasse durch den geplanten Transhelvetischen Kanal ein.

Schifffahrt

Heute betreibt die 1966 aus einer Vorgängergesellschaft hervorgegangene Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft AG mit Sitz in Biel die Kurse auf dem Bielersee und der Aare.

Schiffländten

Orte mit Schiffländte der Personenschifffahrt:

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten Vorlage:Tabellenstile

Schiffländten an der Aare
Name Lage Kt. Bild Anmerkungen
Nidau (Schiff) Nidau: im Nidau-Büren-Kanal, beim Bielersee BE Vorlage:Coordinate Datei:Photo-request.svgVorlage:Bilderwunsch
Port Port: im Nidau-Büren-Kanal, beim Regulierwehr Port BE Vorlage:Coordinate 2020
Brügg (Schiff) Brügg: im Nidau-Büren-Kanal BE Vorlage:Coordinate Datei:Photo-request.svgVorlage:Bilderwunsch
Büren (Schiff) Büren an der Aare BE Vorlage:Coordinate Datei:Photo-request.svgVorlage:Bilderwunsch
Grenchen (Schiff) Grenchen SO Vorlage:Coordinate Datei:Photo-request.svgVorlage:Bilderwunsch
Altreu Selzach SO Vorlage:Coordinate 2009 auch für Fähre Altreu–Leuzigen
Leuzigen Leuzigen BE Vorlage:Coordinate 2021 nur für Fähre Altreu–Leuzigen
Solothurn (Schiff) Solothurn SO Vorlage:Coordinate Datei:Photo-request.svgVorlage:Bilderwunsch
Boot-Umsetzanlagen

Für Boote bis ca. 10 m Länge finden sich Transportanlagen bei Wasserkraftwerken.<ref name="ag" /><ref name="bkw" /><ref name="alpiq" />

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten

Boot-Umsetzanlagen, Boottransportanlagen, Schleusen
Bild Ort Typ Fluss­seite Max. Gewicht (t) Max. Länge (m) Betreiber Einzel­nachweise
Schiffshebeanlage Wasserkraftwerk Mühleberg Mühleberg Vorlage:Coordinate Bootshebeanlage rechts 5 11 BKW <ref name="bkw" /><ref>OSM: way/1102216618</ref>
Datei:Kraftwerk Niederried.jpg
Kraftwerk Niederried
Niederried-Radelfingen Vorlage:Coordinate rechts 2.1 12 BKW <ref name="bkw" />
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Aarberg Vorlage:Coordinate rechts 2.1 12 BKW <ref name="bkw" />
Bootstransportanlage Wasserkraftwerk Hagneck (2018) Hagneck Vorlage:Coordinate links 2 10 BKW <ref name="bkw" />
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Brügg/Port Vorlage:Coordinate Schleuse rechts BKW <ref name="bkw" /><ref>OSM: way/1098574188</ref>
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Bannwil Vorlage:Coordinate links 2 8 BKW <ref name="bkw" />
Bootstransportanlage Wasserkraftwerk Flumenthal (2012) Flumenthal Vorlage:Coordinate Seilbahn rechts 2.5 8 Alpiq <ref name="alpiq" />
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Wynau Vorlage:Coordinate links 3 10 BKW <ref name="bkw" /><ref>OSM: way/27835757</ref>
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Ruppoldingen Vorlage:Coordinate Seilbahn rechts 4 10 Alpiq <ref name="alpiq" /><ref name="ag" />
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Gösgen Vorlage:Coordinate Transportwagen rechts 2 8 Alpiq <ref name="alpiq" /><ref name="ag" />
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Aarau Vorlage:Coordinate Transportwagen links 1.5 7.5 Eniwa <ref name="ag" /><ref>OSM: way/1095708471</ref>
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Rüchlig Vorlage:Coordinate Seilbahn rechts 2.5 7.5 Axpo <ref name="ag" /><ref>OSM: way/1095708471</ref>
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Rupperswil-Auenstein Vorlage:Coordinate links 3.5 10 Axpo <ref name="ag" /><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Wildegg-Brugg Vorlage:Coordinate rechts 3.5 8 Axpo <ref name="ag" />
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Beznau Vorlage:Coordinate Schleuse links 20 Axpo <ref name="ag" />
Vorlage:Bilderwunsch/Listeneintrag Klingnau Vorlage:Coordinate links 2 12 Aarewerke <ref name="ag" />
Brücken

Vorlage:Hauptartikel Mehr als 300 Brücken und Stege überqueren die Aare. Zwei Drittel der Übergänge befinden sich im Kanton Bern, in der Stadt Bern alleine 20 an der Zahl.

Abwasser

Die an der Aare gelegenen Abwasserreinigungsanlagen, u. a. die ARA Worblental und die ARA Region Bern, nutzen den Fluss zur Einleitung der gereinigten Abwässer.

Freizeit und Erholung

Datei:Aretemp13.png
Wassertemperatur der Aare bei Bern im Juli/August 2013

Auf vielen Abschnitten hat die Aare einen hohen Wert für sportliche Aktivitäten. Fast der ganze Flusslauf unterhalb von Meiringen kann mit Booten befahren werden.<ref>Eberle, Iwona. Gummibootführer Schweiz. Thun: Werd Verlag, 2015, ISBN 978-3-85932-742-9.</ref><ref>Ramajzl, Hans. DKV Auslandsführer 01: Österreich/Schweiz (Kanuführer für die Gewässer des Alpenraumes). Duisburg: DKV, 2009, ISBN 978-3-937743-19-6.</ref> Das Flussufer ist wenig zerklüftet und vielerorts gut zugänglich, sodass man trotz der stellenweise recht hohen Strömung gefahrlos in der Aare baden kann. Strandbäder mit direktem Zugang in den Fluss bestehen bei Thun, Münsingen, Muri, Bern, Solothurn, Wangen, Brugg und Olten.

Die Flusslandschaft entlang der Aare ist ein wichtiges Naherholungsgebiet und verfügt über gut markierte Wander- und Velowege. Der Verein AareLand unterstützt verschiedene Projekte zur Koordination der Freizeitaktivitäten und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Region.

Die Temperatur der Aare wird an mehreren Orten gemessen und ist auf der Website hydrodaten.admin.ch öffentlich einsehbar.

Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare

Die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare (ASA) wurde 1964 gegründet. Ursprüngliches Ziel der ASA war die Verhinderung des transhelvetischen Kanals. Später setzte sich die ASA dafür ein, die Fliessgewässer am Jurasüdfuss in einem weitgehend naturnahen Zustand zu belassen. Auf einer Mitgliederversammlung im Juni 2018 wurde die Auflösung der Arbeitsgemeinschaft beschlossen. Die Aktivitäten wurden an Aqua Viva übergeben.<ref>Nachlass im Schweizerischen Sozialarchiv</ref>

Fischsterben

Am 24. Juli 1971 kam es zu einem der grössten Fischsterben in der Aare zwischen Thun und Bern, da aus dem inzwischen geschlossenen Thuner Selve-Werk ein Gifteintrag erfolgte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Vorlage:ANNO
  • Vorlage:ANNO
  • Erich Liechti, Jürg Meister, Josef Gwerder: Die Geschichte der Schifffahrt auf den Juragewässern. Neuenburgersee – Murtensee – Bielersee – Aare. Meier, Schaffhausen 1982, ISBN 3-85801-035-9.
  • H. Juilard: Der Ausbau der Wasserkräfte im Oberhasli. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 70, 1952, S. 707 ff.
  • Kurt Hasler: Die ehemalige Flösserei auf der Aare. In: Oltner Neujahrsblätter. Band 33, 1975, S. 35–40.
  • Franz Auf der Maur (Text), Laslo Irmes (Fotos): Die Aare. Silva-Verlag, Zürich 1987.
  • Lukas Märki et al.: Achtung Natur – Beobachtungen aus der Aare-Ebene. Über den Landschaftswandel, Hochwasserschutz und Revitalisierungsprojekte sowie über die Bestandsentwicklung von Brutvögeln, Hasen, Amphibien, Insekten, Flora und Massnahmen zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt. Hrsg. Vereinigung für Heimatpflege Büren. 2022, ISBN 978-3-033-09169-6 (Verlag).
  • www.oberland-ost.ch (2016): Klimaadaptionsstrategie Grimselgebiet (pdf. S. 4, 8, 12, 16)

Weblinks

Vorlage:Wiktionary Vorlage:Commonscat Vorlage:Wikisource Meyers

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="alpiq"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="bkw"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="ag"> Vorlage:Literatur </ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste Flüsse der Schweiz Vorlage:Normdaten