Albula (Fluss)
Die etwa 41 Kilometer lange Albula Vorlage:Audio (Vorlage:RmS), die im Schweizer Kanton Graubünden verläuft, ist der grösste Nebenfluss des Hinterrheins.
Name
Die ersten Erwähnungen des Flussnamens lauteten 1349 an d’ilbellen bzw. 1394 Alvella. Die Variante «Albula» taucht erst im 18. Jahrhundert auf und ist eine Anspielung auf eine andere Bezeichnung für den Fluss Tiber in Mittelitalien oder auf das lateinische Wort albulus (weisslich).<ref>Vorlage:Webarchiv. In: Wörterbuch Latein-Deutsch.</ref> Die ursprüngliche Bedeutung ist eine Ableitung vom keltischen Wort *albā «Weisswasser».<ref>Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-057891-1 «Albula», S. 30.</ref>
Geographie
Verlauf
Die Albula entspringt bei Igls Plans unterhalb des Albulapasses auf einer Höhe von Vorlage:Höhe nordwestlich des Dschimels (Vorlage:Höhe).
Sie fliesst zunächst gut anderthalb Kilometer in fast westlicher Richtung und wird dann am nördlichen Fuss des Piz Palpuogna zum Palpuognasee (Lai da Palpuogna) gestaut. Sie verlässt den Stausee, richtet ihren Lauf nach Nordwesten aus und zieht dann nach weiteren anderthalb Kilometern an dem zur politischen Gemeinde Bergün Filisur gehörenden Maiensäss Naz vorbei, wo ihr, gleich nachdem sie das Dorf hinter sich gelassen hat, auf der linken Seite die aus dem Südwesten kommende Rabgiugsa zufliesst.
Die Albula fliesst nun fast nordwärts zwischen dem Piz Rugnux (Vorlage:Höhe) im Westen und dem Piz Muot (Vorlage:Höhe) im Osten durch ein weites an beiden Hängen bewaldetes Tal und erreicht dann etwa vier Kilometer später das ebenfalls zu Bergün Filisur gehörende Dorf Bergün/Bravuogn. Dort nimmt sie auf ihrer rechten Seite den aus dem Osten vom Piz Forum (Vorlage:Höhe) herkommenden Tuorsbach (Ava da Tuors) auf. Sie läuft nun westlich an Stugl (Stuls) vorbei und wird kurz darauf, abermals von rechts, durch die Ava da Stugl (Stuglbach) gestärkt. Beim Dorf Filisur fliesst sie dann mit dem aus dem Nordosten heranziehenden Landwasser zusammen.
Die Albula passiert nun fast westwärts ziehend nacheinander die beiden zur Gemeinde Albula/Alvra gehörenden Dörfer Alvaneu (Alvagni) und Surava und wird dann bei der bis 2014 eigenständigen politischen Gemeinde Tiefencastel, die nun zu Albula/Alvra gehört, auf ihrer linken Seite von der aus dem Süden kommenden Julia gespeist. Etwas flussabwärts durchfliesst die Albula südlich des Dorfes Alvaschein (Alvaschagn) den Stausee Solis.
Die Albula fliesst in Richtung Nordwesten noch an Sils im Domleschg vorbei und mündet schliesslich auf einer Höhe von Vorlage:Höhe bei Fürstenaubruck von rechts in den aus dem Süden kommenden Hinterrhein.
Ihr rund 41 km langer Lauf endet ungefähr 1385 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 34 ‰.
Einzugsgebiet
Das 953,36 km² grosse Einzugsgebiet der Albula liegt in den Rätischen Alpen und wird durch sie über den Hinterrhein und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es grenzt
- im Nordosten an das Einzugsgebiet der Landquart, die in den Rhein mündet;
- im Osten und Südosten an das des En (Inn), der in die Donau mündet;
- im Süden an das der Mera (Maira), die über die Adda in den Po entwässert;
- im Südwesten an das des Averser Rheins, der über den Ragn da Ferrera in den Hinterrhein entwässert;
- im Westen an das des Hinterrheins direkt und
- im Norden an das der Plessur, die in den Rhein mündet.
Das Einzugsgebiet besteht zu 26,8 % aus bestockter Fläche, zu 33,2 % aus Landwirtschaftsflächen, zu 2,0 % aus Siedlungsfläche und zu 38,0 % aus unproduktiven Flächen. Vorlage:Absatz
Die Flächenverteilung <timeline> ImageSize = width:500 height:110 PlotArea = width:90% height:66% bottom:20% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:205 left:30 top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0 ScaleMinor = unit:year increment:5 start:0
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Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt Vorlage:Höhe, die minimale Höhe liegt bei Vorlage:Höhe und die maximale Höhe bei Vorlage:Höhe<ref>Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Albula. Bundesamt für Umwelt (BAFU).</ref>
Hydrologischer Hauptstrang
Das Landwasser ist länger, hat ein grösseres Einzugsgebiet und einen stärkeren mittleren Abfluss (MQ) als die Albula bis zu ihrem Zusammenfluss. Es ist somit der hydrologische Hauptstrang des Flusssystems Albula. Da die Albula bei ihrem Zusammenfluss mit dem Hinterrhein das wasserreichere Gewässer ist, ist der Strang Landwasser-Albula der Hauptstrang des Flusssystems Hinterrhein.
| Name |
Länge in km |
EZG in km² |
MQ in m³/s |
|---|---|---|---|
| Albula<ref group="X">Die Albula bis zum Zusammenfluss mit dem Landwasser</ref> | 20,6 | 159,68 | 5,76 |
| Landwasser | 36,4 | 293,11 | 9,34 |
Anmerkungen zur Tabelle <references group="X" />
Zuflüsse
Die wichtigsten Zuflüsse sind der Tuorsbach, das Landwasser, beide an der Mündung länger als die Albula, und die Julia (Gelgia), über die der Julierpass erreicht wird. Das Landwasser ist an der Mündung nicht nur länger, sondern auch bedeutend wasserreicher als die Albula. Über das Landwassertal mit der Stadt Davos wird der Flüelapass erreicht.
- Zuflüsse der Albula
-
Der Tuorsbach bei Bergün
-
Der Stuglbach vor der Einmündung in die Albula
-
Das Landwasser bei Davos-Islen
-
Die Julia am Julierpass
Zuflüsse der Albula ab 5 km Länge <timeline> TimeAxis = orientation:horizontal format:xxxx ImageSize = width:900 height:auto barincrement:25 PlotArea = left:10 right:10 top:10 bottom:80 AlignBars = justify Colors =
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Stauseen
Palpuognasee
Der Palpuognasee (Vorlage:RmS) liegt in den Albula-Alpen auf Vorlage:Höhe oberhalb von Preda.
Der See liegt etwa acht Kilometer oberhalb Bergün/Bravuogn auf einer markanten Talstufe am Fuss des Piz Palpuogna und ist über die Albula-Passstrasse zu erreichen. Vorlage:Absatz
Stausee Solis
Der Stausee Solis ist ein Stausee an der Albula unterhalb von Alvaschein. Der See mit einer Fläche von 24 ha<ref>Bernhard Andres: Solis (online; PDF; 442 kB).</ref> gehört zu den Kraftwerken Mittelbünden.
Wegen der starken Verlandung wurde der See 2012 mit einem Umleitstollen für Geschiebe versehen. Vorlage:Absatz
Albulatal
Vorlage:Hauptartikel Das Albulatal ist durch einen häufigen Wechsel von breiten Talböden und Schluchten gekennzeichnet und bietet nur wenig Siedlungsraum.
Nutzung
Die Wasserkraft der Albula wird in mehreren Kraftwerksanlagen genutzt. Der oberste und älteste Stausee ist der Palpuognasee (Lai da Palpuogna), der, um Strom für den Bau des Albulatunnels zu gewinnen, im Jahr 1898 gestaut wurde. Er wird gern als einer der schönsten Flecken der Schweiz beworben. Bei Bergün/Bravuogn Islas wird erneut ein Teil der Albula gefasst und über einen Druckstollen zum ca. 10 km entfernten Kraftwerk Filisur (64 MW Leistung) der Albula-Landwasser Kraftwerke (ALK) geführt. Die Wasserrückgabe erfolgt über ein Ausgleichsbecken in Filisur. Unterhalb Tiefencastel nimmt die Albula linkerhand die Julia auf und fliesst durch die Schinschlucht. In der Schlucht wird die Albula seit 1986 durch eine Bogenstaumauer zum Stausee Solis aufgestaut, ehe sie vom Soliser Viadukt der Rhätischen Bahn und der daneben verlaufenden Autostrasse überspannt wird. Das Wasser wird über Druckstollen den Kraftwerken Sils im Domleschg und Rothenbrunnen der EWZ zugeleitet, wo das Wasser zurückfliesst – in Sils im Domleschg noch in die Albula, in Rothenbrunnen bereits in den Hinterrhein.
Das Restwasser der Albula mündet nach 40 Kilometern bei Fürstenau in den Hinterrhein. Bei natürlichem Abfluss, der durch die Wasserkraftnutzung bei beiden Flüssen derzeit nicht gegeben ist, ist die Albula mit 29,1 m³/s grösser als der Hinterrhein, der dort 27,3 m³/s Wasser führt.
Verkehr
Über das Talsystem der Albula verlaufen die Verkehrswege, mit denen das Engadin an die übrige Schweiz angebunden ist, darunter der Albulapass (Pass dall’Alvra), an dessen Westseite sie entspringt.
Albulabahn
Vorlage:Hauptartikel Dem Fluss folgt auf seiner ganzen Länge die Albulabahn der Rhätischen Bahn.
Die Albulabahn hat eine 61,67 Kilometer lange Strecke mit 144 Brücken und 42 Tunnels und Galerien und besitzt im Albulatal eine ihrer spektakulärsten Streckenführungen. Sie ist auf diesem Abschnitt durch die UNESCO als Welterbe klassifiziert.
Brücken
Auf ihrem Weg wird der Fluss von rund 60 Brücken überspannt. Die Albulalinie der Rhätischen Bahn überquert den Fluss mit fünf imposanten Steinbogenviadukten (gebaut 1902/03). Die gedeckte Holzbrücke in Alvaneu Bad (gebaut 1875) ist denkmalgeschützt.
Literatur
Weblinks
- Vorlage:HLS
- Verlauf der Albula auf dem Geoportal des Kantons Graubünden
- Vorlage:Ethorama
- Bericht über eine Kajaktour auf der Albula
Einzelnachweise
<references />