Zum Inhalt springen

Thunersee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox See

Datei:Karte Thunersee.png
Thunersee

Der Thunersee ist ein Fjordsee im Berner Oberland am nördlichen Alpenrand. Der See ist 17,5 km lang und max. 3,5 km breit. Seine Fläche beträgt 47,85 km²;<ref name="Arealstat">Arealstatistik Standard – Gemeinden nach vier Hauptbereichen (15.12.2017) des Bundesamts für Statistik BFS.</ref> damit ist er der grösste nur in einem Kanton liegende See der Schweiz. Die maximale Tiefe beträgt 217 m.

Geschichte und Geographie

Nach der letzten Eiszeit bildete sich dort, wo heute zwei Seen liegen, der so genannte Wendelsee. Durch Ablagerungen von Geschiebe der verschiedenen Bergbäche (vor allem durch den Lombach und die Lütschine) entstand ungefähr in der Mitte des Sees eine Ebene, das Bödeli. Diese Schwemmebene, auf der heute die Gemeinden Interlaken, Matten und Unterseen liegen, teilte den See in den Thuner- und den Brienzersee. Seit der frühen Bronzezeit befanden sich im nördlichen Becken des Thunersees Pfahlbauersiedlungen, die sich über ein Areal von mindestens 15'000 m² verteilten.<ref>Taucher im Thunersee untersuchen Pfahlbauten aus der Bronzezeit. In: Berner Zeitung. 6. Januar 2020, abgerufen am 2. März 2020.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Der Inhalt des Thunersees beträgt rund 6,5 km³. An der den See durchfliessenden Aare, die an seiner Nordspitze den Thunersee verlässt, liegt die namengebende Stadt Thun.

Bei Normalwasserstand liegt der Seespiegel auf Vorlage:Höhe Der Thunersee hat ein Einzugsgebiet von 2500 km². Bei längeren, starken Niederschlägen trat der See über die Ufer, da die Abflusskapazität der Aare beschränkt war. Seit 2009 ist ein Hochwasserentlastungsstollen in Betrieb, der eine zusätzliche Abflusskapazität von 100 m³/s aufweist. Die vorausschauende Regulierung des Abflusses aus dem Thunersee und die Staufunktion des Thunersees ersparen der tiefergelegenen Stadt Bern einige Überschwemmungen.

Der maximale Abfluss ohne Stollen beträgt 345 m³ pro Sekunde, der mittlere Abfluss liegt bei 110 m³/s. Sein Hauptzufluss, die Aare, wird im Südosten vom 6 Meter höhergelegenen Brienzersee gespeist.

Wie in anderen Schweizer Seen wurde auch im Thunersee zwischen 1945 und 1964 Munition versenkt, Schätzungen gehen von 4500 Tonnen aus.<ref>Munition in den Seen muss geborgen werden. In: Swissinfo. 29. November 2005.</ref> Das ist eine der grössten Mengen in Schweizer Seen.<ref>Historische Abklärungen zu Ablagerungen und Munitionsversenkungen, VBS</ref>

Die Fischart Kropfer ist eine von sieben im Thuner- und Brienzersee endemisch vorkommenden Felchenarten. Albock und Brienzlig gehören ebenfalls dazu, vier der Arten aus den zwei Seen wurden vor den 2010er-Jahren noch nicht wissenschaftlich beschrieben, zwei in diesen Jahren als eigenständige Arten erkannt.<ref>Die Felchenarten der Berner Oberländer Seen. Universität Bern/Eawag, 2020.</ref>

Zuflüsse

Wirtschaft und Tourismus

Von der Fischerei im Thunersee leben mehrere Berufsfischer. Im Jahr 2001 betrug ihr Gesamtertrag 53'048 Kilogramm. In Faulensee betreibt die Fischereiaufsicht des Kantons eine Fischaufzuchtanlage. Mit dem Einsetzen von Fischen wird Artenförderung betrieben, und es werden menschliche Eingriffe kompensiert.<ref>Guido Lauper: Mit dem Hecht auf Planktonfang. In: Berner Oberländer. 20. März 2021.</ref> Hingegen besteht die Gefahr, dass die Felchenarten nicht auseinandergehalten werden und beim Besatz Kreuzungen entstehen.

1835 betrieben Johannes Knechtenhofer und seine Brüder das erste Dampfschiff, die Bellevue, auf dem See. Heute betreibt die BLS Schifffahrt eine Flotte von zehn Schiffen, darunter den historischen Schaufelraddampfer Blümlisalp sowie von 2001 bis 2003 das weit über die Region hinaus bekannte Drachenschiff (umgebautes Motorschiff Stadt Thun).

An den Ufern des Thunersees wird in den Gemeinden Thun, Spiez, Oberhofen und Hilterfingen Weinbau betrieben. Weisse Sorten sind Müller-Thurgau und Chardonnay, rote Sorten sind Garanoir und Pinot Noir. Das Rebbaugebiet Thunersee besitzt seit dem 1. Januar 2008 den gesetzlichen Status einer AOC.<ref>Reglement über die kontrollierten Ursprungsbezeichnungen (KUBR). Inforama Berner Oberland, 1. Mai 2019 (PDF; 100 kB).</ref>

Seit 2011 wird rund um den Thunersee ein 56 Kilometer langer Panorama-Wanderweg<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> angelegt, mit mehreren grossen Hängebrücken.

Schiffländten

Vorlage:Anker Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten Orte mit Schiffländte der Personenschifffahrt, von Westen nach Osten, sowie an der angrenzenden Aare:

Vorlage:Tabellenstile

Schiffländten am Thunersee
Name Abk. Lage Bild Anmerkungen
Thun (See) THTS Thun, Aarekanal beim Bahnhof Thun Vorlage:Coordinate 2012
Gwatt Deltapark (See) GWTS Gwatt (Thun) Vorlage:Coordinate [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Vorlage:Bilderwunsch
Schadau SCAU Thun Vorlage:Coordinate [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Vorlage:Bilderwunsch
Hünibach (See) HUTS Hünibach, Gemeinde Hilterfingen Vorlage:Coordinate 2023
Einigen (See) EITS Einigen Vorlage:Coordinate 2015
Hilterfingen (See) HILS Hilterfingen Vorlage:Coordinate 2018
Oberhofen am Thunersee OHDS Oberhofen am Thunersee Vorlage:Coordinate 2018
Längenschachen (See) LATS Längenschachen, Oberhofen am Thunersee Vorlage:Coordinate [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Vorlage:Bilderwunsch
Spiez Schiffstation SPSS Spiez Vorlage:Coordinate 2018
Gunten (See) GUSS Gunten Vorlage:Coordinate 1952
Faulensee (See) FSTS Faulensee Vorlage:Coordinate 2018
Merligen (See) MERS Merligen Vorlage:Coordinate 2011
Beatenbucht (See) BEBS Merligen, bei Talstation Beatenbergbahn Vorlage:Coordinate 2018
Leissigen (See) LSTS Leissigen Vorlage:Coordinate [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Vorlage:Bilderwunsch
Beatushöhlen-Sundlauenen BEAH Sundlauenen, bei den Beatushöhlen (1 km) Vorlage:Coordinate 2023
Därligen (See) DATS Därligen Vorlage:Coordinate [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Vorlage:Bilderwunsch
Neuhaus (Unterseen) (See) NEUH Unterseen Vorlage:Coordinate 2017
Interlaken West (See) IWTS Interlaken, im Schifffahrtskanal, beim Bahnhof Interlaken West Vorlage:Coordinate 2016

Vorlage:Absatz

Bilder

Kulturelle Rezeption

Musik

Felix Draeseke komponierte 1902/03 Der Thuner See. Landschaftliches Tongemälde für grosses Orchester.<ref>Der Thuner See, WoO.27. International Music Score Library Project (IMSLP).</ref>

Malerei

Datei:Alexandre Calame (1810-1864) - The Lake of Thun - NG1786 - National Gallery.jpg
Alexandre Calame: Am Thunersee, Ölgemälde (1854)

Viele Künstler waren fasziniert von den landschaftlichen Reizen des Thunersees und der ihn umgebenden Bergwelt. Zu den Malern des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, von denen Landschaftsgemälde mit Motiven vom Thunersee bekannt sind, zählen zum Beispiel Max Beckmann, Johann Jakob Biedermann, Joseph Niklaus Bütler, Alexandre Calame, Plinio Colombi, Mauritz de Haas, Ferdinand Hodler, Johannes Itten, Paul Klee, August Macke, Eduard Pape, Julius Preller, Hubert Sattler, Carl Christian Sparmann, William Turner und Caspar Wolf.

Siehe auch

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Schweizer Seen Vorlage:Normdaten