Wengenstadt
Wengenstadt Kreisfreie Stadt Ansbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(43)&title=Wengenstadt 49° 19′ N, 10° 36′ O
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| Höhe: | 461 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 43 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91522 | |||||
| Vorwahl: | 0981 | |||||
Wengenstadt (fränkisch: Wänglschdad<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 200. Dort folgendermaßen transkribiert: „węngglschdad“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Wengenstadt liegt in der Gemarkung Hennenbach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Das Dorf liegt an dem Weihergraben, einem rechten Zufluss des Eichenbachs, der wiederum ein linker Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Der Ort ist im Westen, Norden und Osten von Wald umgeben. 0,5 km südlich liegt die Flur Urlas mit einem Schießplatz der US Army.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wippendorf (2 km nordöstlich) bzw. zur Kreisstraße ANs 2/AN 9 (0,6 km südwestlich), die an Grüb vorbei nach Neumühle (4 km nördlich) bzw. über Kammerforst nach Ansbach zur Bundesstraße 13 (2,5 km südlich) führt.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde 1246 als „Wenegestat“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das mittelhochdeutsche Wort „wēnic“, das ursprünglich beweinenswert, elend bedeutete, später auch klein. Der Ortsname bezeichnet also eine elende bzw. kleine Wohnstätte.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 200.</ref> Wengenstadt ist vermutlich wie Kammerforst eine Rodungssiedlung.
Verschiedene Güter und Einkünfte im Ort kamen durch das Testament Wolframs von Dornberg im Jahr 1288 und noch weitere durch eine Stiftung seiner Witwe Richza im Jahr 1309 an das St. Gumbertusstift. Auch die Schenken von Schenkenstein besaßen ein Gut daselbst, das sie im Jahr 1406 dem Stift verkauften. An die Burggrafschaft Nürnberg kam der Ort zugleich mit der Stadt Ansbach durch Kauf von den Grafen von Oettingen.<ref>Joseph Anton Eisenmann, Karl Friedrich Hohn (Hrsg.): Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Band 2: M–Z. Palm und Enke, Erlangen 1832, OCLC 258665698, S. 1048 (Digitalisat).</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Ansbach von 1684 wurden für Wengenstadt fünf Mannschaften verzeichnet. Zwei Anwesen unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach und drei Anwesen dem Stiftsamt Ansbach. Außerdem gab es noch ein Hirtenhaus und 200 Morgen Holz, das der gesamten Gemeinde gehörte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 4027. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 694.</ref>
Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wengenstadt fünf Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Hofkastenamt Ansbach: 1 Halbhof, 1 Gut; Stiftsamt Ansbach: 3 Halbhöfe). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).<ref name="J926">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 926.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Wengenstatt. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 28 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 162.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J994">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 994.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wengenstadt dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Katterbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Katterbach zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde der Ort nach Hennenbach umgemeindet.
Am 1. Juli 1972 wurde Wengenstadt im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.<ref name="J994"/><ref>Ansbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 17. März 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt.<ref name="J926"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt,<ref name="OV 1961"/> seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.<ref>Geschichte > Christkönig wird eigenständige Pfarrei. In: christkoenig-ansbach.de. Abgerufen am 6. April 2023.</ref>
Literatur
- Vorlage:Biernoth Ansbach
- Johann Kaspar Bundschuh: Wengenstatt. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 162 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 200.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Vorlage:Landgericht Ansbach 1809
- Gottfried Stieber: Wengenstatt. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, OCLC 231049377, S. 936–937 (Digitalisat).
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Wengenstadt in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Wengenstadt im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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