Gösseldorf (Ansbach)
Gösseldorf Kreisfreie Stadt Ansbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(75)&title=G%C3%B6sseldorf 49° 15′ N, 10° 38′ O
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dim=10000 | globe= | name=Gösseldorf | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 465 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 75 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91522 | |||||
| Vorwahl: | 0981 | |||||
Gösseldorf (fränkisch: „Gesldorf“<ref name="Fechter">E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 84.</ref>) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Gösseldorf liegt in der Gemarkung Brodswinden.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Südöstlich des Dorfes liegt das Brachfeld, 0,5 km südlich das Buckfeld, nordwestlich beginnt das Schellenholz. Unmittelbar südlich vom Ort verläuft die Bundesautobahn 6, unmittelbar westlich verläuft die Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wolfartswinden (0,5 km südöstlich) bzw. nach Winterschneidbach zur Kreisstraße ANs 1 (1,2 km südwestlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt ebenfalls zur ANs 1 (0,8 km südlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1342 mit dem Namen „Gostelndorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Es gibt zwei Deutungsversuche:
- Die Ableitung vom deutschen Personennamen Gozilo, wobei der Wechsel von z nach st sprachwissenschaftlich abwegig ist
- die Ableitung vom slawischen Personennamen Gostilo, womit es eine Wendensiedlung sein könnte. Dagegen spricht aber, dass der Ort noch nicht einmal zu Zeiten des Testamentes von Wolfram von Dornberg (1288) existiert hat, die Wendensiedlungen rund um Ansbach aber im 10. Jahrhundert angelegt wurden. Denkbar wäre aber, dass Gösseldorf eine Tochtersiedlung des benachbarten Wolfartswinden ist.<ref name="Fechter"/>
Im Jahre 1352 übergaben Ludwig von Eyb und dessen Frau Adelheid dem Kloster Heilsbronn zwei Güter in Gösseldorf. 1399 verkaufte Apel von Seckendorff dem Gumbertusstift ein Söldengut in Gösseldorf.<ref>K. H. v. Lang: Landgericht Ansbach, S. 18.</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Hauses und Schlosses Triesdorf aus dem Jahr 1616 wurden für Gösseldorf 2 Mannschaften angegeben. Die Mannschaften der anderen Grundherren wurden nicht aufgelistet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 36, 6. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 701.</ref> Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurde vermerkt, dass Gösseldorf mit Wolfartswinden eine Gemeinde bildet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 1279 4449. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 695.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gösseldorf 10 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Stiftsamt Ansbach: 3 Halbhöfe, 1 Viertelhof, 1 Gut, 3 Gütlein, 1 Söldengut; Ansbacher Rat: 1 Söldengut).<ref name="J860">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 860.</ref> Es gab 12 Untertansfamilien.<ref>Johann Bernhard Fischer: Gaisengrund. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 18 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 354.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J980">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 980 f.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gösseldorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.<ref name="J980"/><ref>Ansbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 17. März 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Brodswinden) gepfarrt.<ref name="J860"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt,<ref name="OV 1961"/> heute ist die Pfarrei St. Nikolaus (Burgoberbach) zuständig.<ref>Pfarrverband Burgheide. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 17. März 2023.</ref>
Literatur
- Vorlage:Biernoth Ansbach
- Johann Kaspar Bundschuh: Gösteldorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 354 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Kesseldorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 811 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 84–85.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Vorlage:Landgericht Ansbach 1809
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Gösseldorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Gösseldorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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