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Hochtief

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Hochtief Aktiengesellschaft

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Hochtief-Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006070006
Gründung 1873<ref>Geschichte. Abgerufen am 20. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Sitz Essen, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
  • Ángel Muriel Bernal
  • Peter Sassenfeld
  • Martina Steffen
Mitarbeiterzahl 56.875<ref name="Konzernabschluss 2024">Konzernabschluss 2024. In: Hochtief Aktiengesellschaft. Abgerufen am 11. April 2025.</ref>
Umsatz 33,3 Mrd. Euro<ref name="Konzernabschluss 2024" />
Branche Bauunternehmen
Website www.hochtief.de
Stand: 31. Dezember 2024

Die Hochtief Aktiengesellschaft (Eigenschreibweise: HOCHTIEF) ist ein deutsches Bauunternehmen mit Standorten in Nordamerika, Australien und Europa. Das Unternehmen mit Sitz in Essen ist vor allem in den Bereichen Hightech, Energiewende und nachhaltige Infrastruktur aktiv. Mit einem Auslandsanteil am Gesamtumsatz von 95 % zählte das Unternehmen 2023 zu den größten international ausgerichteten Baukonzernen.<ref name="ENR" />

In Australien ist der Konzern mit der Tochtergesellschaft (seit 2022: 100 %)<ref name="Konzernabschluss 2023">Konzernabschluss 2023. In: Hochtief Aktiengesellschaft. Abgerufen am 11. April 2025.</ref> Cimic Marktführer. In den USA ist Hochtief über die 100-%-Tochter Turner führend im gewerblichen Hochbau und zählt mit der US-Tochter Flatiron zu den wichtigsten Anbietern im Verkehrswegebau.<ref>ENR 2023 Top 400 Contractors 1-100. In: Engineering News-Record. Abgerufen am 17. April 2024.</ref>

Aktionärsstruktur

(Stand: Juni 2024):<ref>Hochtief: aktueller Kurs und Nachrichten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 16. April 2024.</ref>

  • Grupo ACS – 75,71 %
  • Streubesitz – 21,07 %
  • Eigene Aktien – 3,21 %

Produkte und Dienstleistungen

Hochtief setzt internationale Infrastrukturprojekte um, teilweise auch auf Basis von Konzessionsmodellen<ref name="Konzernabschluss 2023" /> und Public Private Partnerships.

Die Kernkompetenz des Unternehmens ist der Hoch- und Tiefbau (Gebäude, Brücken, Tunnel etc.). Neben der Bauausführung ist Hochtief auch in der Planung und in einzelnen Fällen auch als Co-Investor beteiligt. Zudem ist Hochtief in der Errichtung sowie dem Betrieb von Anlagen der Umwelttechnik tätig sowie im Ausbau der digitalen Infrastruktur.<ref name=":5">Jonas Jansen, Gustav Theile: Wettlauf im Batteriewerksbau. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. Mai 2023, S. 20.</ref><ref name=":6">ACS-Tochter Hochtief steigert Gewinn und Umsatz. In: Süddeutsche Zeitung. 22. Februar 2024, abgerufen am 27. Juni 2024.</ref><ref name=":7">Wie sich ein Rechenzentrum rechnet. In: Rheinische Post. 14. April 2023, S. 26.</ref>

Die Unternehmensgruppe plant und errichtet außerdem Minen und erbringt Dienstleistungen in weiteren Bereichen, die beispielsweise die Organisation und die Beratung bezüglich Immobilien und Infrastruktureinrichtungen umfassen.<ref name=":2">Hochtief AG, Essen. In: Northdata. Abgerufen am 17. April 2024.</ref><ref name="Konzernabschluss 2023" />

Urbane und soziale Infrastruktur

Das Unternehmen entwickelt und baut Quartiere und Stadtteile, die Wohnimmobilien und Pflegeimmobilien mit Geschäften, Büros und Freizeiteinrichtungen beinhalten. Hochtief erbaut weiterhin reine Büroimmobilien, Gewerbe- und Industrieimmobilien, Veranstaltungsimmobilien, Einkaufszentren und Hotels.<ref name=":2" /><ref name="Konzernabschluss 2023" /> Im Bereich der sozialen Infrastruktur baut und betreibt das Unternehmen in öffentlich-privaten Partnerschaftsprogrammen Verwaltungsgebäude, Schulen, Universitäten, Kasernen, Museen und Rathäuser in Europa, Kanada, den USA, Australien und Asien.<ref name="PPP">Aktivitäten. In: Hochtief. Abgerufen am 8. Juli 2024.</ref>

Energieinfrastruktur und digitale Infrastruktur

Hochtief engagiert sich im Bereich der regenerativen Energien: Als Baukonzern und Infrastrukturanbieter bietet das Unternehmen Leistungen von der Erzeugung über die Verteilung bis hin zur Nutzung von Energie. Dazu gehören Bauprojekte wie Anlagen für erneuerbare Energien, Batteriefabriken, Stromübertragungsleitungen und Energiespeichersysteme.<ref name=":8">Ulf Meinke: Neue Hochtief-Zentrale in Essen. In: Westfälische Rundschau. 23. Februar 2024, S. 8.</ref> Auch Technologieprojekte für die digitale Infrastruktur setzt Hochtief um, darunter Rechenzentren, Telekommunikationsnetze und Halbleiterproduktionsanlagen.<ref name=":6" /><ref name=":5" />

Daneben ist der Infrastrukturkonzern im Tunnel- und Kraftwerksbau tätig.<ref name="Konzernabschluss 2023" /><ref>Projekte. In: Hochtief. Abgerufen am 17. April 2024.</ref> Hochtief ist im Bereich der Energieinfrastruktur beispielsweise durch Flatiron in den USA und Kanada, CPB Contractors in Australien, Leighton Asia in Hongkong und Südostasien sowie Hochtief Infrastructure in Deutschland tätig.<ref name="Konzernabschluss 2023" />

Verkehrsinfrastruktur

Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur baut das Unternehmen Brücken, Schienenwege und Bahnhöfe, Flughäfen und Häfen, Straßen, Tunnel und Autobahnen im In- und Ausland, teilweise im Rahmen von Konzessionsmodellen wie öffentlich-privaten Partnerschaften.<ref name="Konzernabschluss 2023" />

Hochtief ist zu 20 % an dem international tätigen Mautstraßenbetreiber Abertis beteiligt, der insgesamt rund 8000 Mautstraßenkilometer in mehreren Ländern besitzt.<ref name=":9">Benedikt Müller: Mautstraßen statt Pullover. In: Süddeutsche Zeitung. 30. Oktober 2018, S. 20.</ref>

Minengeschäft

Hochtief ist über CIMIC an Theiss, dem größten Contract-Miner der Welt, beteiligt und im Minengeschäft tätig. Contract-Mining ist die Übernahme und Ausführung von Arbeiten an einer Mine im Auftrag der Minenbesitzer. Dies kann die Planung und Einrichtung der Mine, den Abbau und Transport von Rohstoffen, den Betrieb der Mine inklusive technischer Leistungen an Geräten, den Bau notwendiger Verkehrswege sowie den abschließenden Rückbau und die Renaturierung umfassen. Im Oktober 2020 veräußerte Cimic 50 % ihres Anteils an der Bergbautochter Thiess an die Fondsgesellschaft Elliot;<ref>Hochtief-Tochter CIMIC unterzeichnet Verkaufsvereinbarung mit Elliott über 50% an Thiess. Pressemitteilung. In: Hochtief. 19. Oktober 2020, abgerufen am 14. September 2021.</ref> im April 2024 stockte Cimic die Anteile wieder auf 60 % auf.<ref>Hochtief-Aktie unter Druck: Hochtief-Tochter Cimic baut Thiess-Beteiligung aus. In: Finanzen.net. 24. April 2024, abgerufen am 26. Juni 2024.</ref>

Weitere Dienstleistungen

Über CIMIC unterhält der Konzern die Tochtergesellschaft UGL, die Industriedienstleistungen in den Bereichen Energie, Rohstoffe und Transport sowie weitere Dienstleistungen erbringt. Die Geschäftsbereiche umfassen beispielsweise Projektmanagement, Wartung und Betrieb von Projekten der Stromerzeugung.<ref name="Konzernabschluss 2023" />

Geschichte

Gründung und Aufstieg

<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />

Datei:Hochtief AG 1927.jpg
Aktie über 500 RM der Hochtief AG für Hoch- und Tiefbauten, vorm. Gebr. Helfmann vom 4. Juli 1927

1873 gründeten die aus Kelsterbach stammenden Brüder Philipp Helfmann (Maurer) und Balthasar Helfmann (Schlosser) in Frankfurt am Main das Unternehmen Gebrüder Helfmann.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 19f.</ref> 1878 erhielten die Gebrüder Helfmann ihren ersten Großauftrag, den Bau der Universität Gießen.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 22.</ref> Nach dem Tod von Balthasar wandelte Philipp Helfmann das Unternehmen 1896 vor dem Inkrafttreten des Börsengesetzes in die Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten um.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 45f.</ref>

1922 wurde der Unternehmenssitz nach Essen verlegt.<ref name=":0">Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 92.</ref> Hintergrund dieser Änderung war ein Vertrag vom 10. Februar 1921 mit Hugo Stinnes. Stinnes beteiligte sich an Hochtief und verpflichtet sich im Gegenzug, Baumaßnahmen des Stinnes-Konzerns nur über Hochtief ausführen zu lassen.<ref group="A">Eine Abschrift des Entwurfs des Interessengemeinschaftsvertrages findet sich in: Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper-Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 84ff.</ref> Ab 1923 firmierte das Unternehmen als Hochtief Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten vorm. Gebrüder Helfmann.<ref name=":0" /> Nach Stinnes’ Tod am 10. April 1924<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 81.</ref> und dem Zerfall des Stinnes-Konzerns (aufgrund der Inflation wurde das Aktienkapital im Zeitraum 1920 bis 1923 von 3 Mio. auf 83 Mio. Mark erhöht)<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 90.</ref> geriet auch Hochtief in Zahlungsschwierigkeiten.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 111f.</ref> Hierbei hatte auch die Hyperinflation negative Auswirkungen auf die Baukonjunktur. Die Hochtief-Aktien des Stinneskonzerns wurden von RWE und AEG übernommen, wobei das Gesellschaftskapital beider Unternehmen an Hochtief bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gleich blieb.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 113.</ref>

Hochtief in der Zeit des Nationalsozialismus

Die Strukturen des Nationalsozialismus beeinflussten ab 1933 auch die Geschäftstätigkeit von Hochtief.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 123.</ref> Der Vorstandsvorsitzende Eugen Vögler trat 1937 in die NSDAP ein und war als Führer der Wirtschaftsgruppe Bau<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 129f.</ref> und Ehrenbannführer der Hitlerjugend tätig. Der Konzern selbst entließ bis 1935 alle Juden im Aufsichtsrat oder an anderen verantwortlichen Stellen.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 134–143.</ref>

Als Bauunternehmen profitierte Hochtief von der Wirtschaftserholung und umfangreichen Bauaufträgen des Staates. Hierzu zählten zunächst zivile Objekte wie der Ausbau der Reichsautobahnen,<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 157–160.</ref> die Kongresshalle Nürnberg und das Deutsche Stadion<ref name=":1">Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 161.</ref> auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Ab 1937 wirkte Hochtief unter Leitung der Organisation Todt an der Errichtung des Westwalls<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 169.</ref> mit und beteiligte sich in den folgenden Jahren am Bau des Führerbunkers<ref name="Vorbunker_Fuehrerbunker" /> und wesentlicher Militäreinrichtungen. Ab 1939/1940 beschäftigte Hochtief auf den Baustellen in zunehmendem Maße Zwangsarbeiter.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 181–195.</ref>

Seine Unternehmensgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus hat der Konzern nach eigener Aussage selbstkritisch erforscht und im Jahr 2000 in einem Buch veröffentlicht.<ref name="HT_Verantwortung_Drittes_Reich" />

Wiederaufbau und neuere Geschichte

Datei:UZ-Historischer Eingang.jpg
Historischer Eingang der ehemaligen Unternehmenszentrale (Hochtiefhaus)
Datei:Hochtief Hauptverwaltung Essen gesamt.jpg
Sitz des Konzerns in Essen

1945–1966

Nach dem Zusammenbruch 1945 hatte Hochtief neben dem Auslandsgeschäft auch die ostdeutschen Niederlassungen verloren.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 205–207.</ref> Unter der Leitung des neuen Vorstandsvorsitzenden Artur Konrad wurde die Arbeit fortgesetzt.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 218.</ref> Das Wirtschaftswunder begann mit dem Wiederaufbau Deutschlands, von dem die Bauindustrie aufgrund der starken Zerstörungen besonders profitierte. Nach der Währungsreform 1948 begannen für Hochtief die „Wirtschaftswunderjahre“. Bereits Anfang der 1950er Jahre begann auch der Wiederaufbau des Auslandsgeschäftes.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 259–268.</ref>

Zu den ersten Auslandsaufträgen nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten eine Reihe von Energieinfrastruktur-Bauwerken in der Türkei sowie Brücken und Hüttenwerke in Ägypten. 1951/1952 baute Hochtief als erstes Auslandsprojekt nach dem Zweiten Weltkrieg die Nilbrücke Mansourah in Ägypten. 1952 begann der Bau der Wasserkraftanlage Sariyar, 1953 der der Kraftzentrale Izmir. 1954 beteiligte sich Hochtief an einer Gesellschaft für Hafenbau in Kandla, Indien.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte, Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 260f.</ref>

Große internationale Bekanntheit erlangte das Unternehmen durch die Versetzung des Felsentempels von Abu Simbel (November 1963 bis September 1968, Planung Walter Jurecka, vormals Leiter der Auslandsabteilung und zu der Zeit von der TU Wien beurlaubt) und des Mandulis-Tempels von Kalabscha (1961 bis 1963).<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 267.</ref> Diese UNESCO-Weltkulturerbe mussten wegen der Errichtung des Assuan-Staudamms versetzt werden.<ref name="Simbel_Welt" /><ref>Terence Spencer: The Race to Save Abu Simbel Is Won. In: Life. 2. Dezember 1966.</ref>

1967–1989

Datei:Boğaziçi Köprüsü - Aerial view.jpg
Bosporus-Brücke in Istanbul

Der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit verlagerte sich ab 1967 weg von reinen Baudienstleistungen hin zum Schlüsselfertigbau und Dienstleistungen, wie beispielsweise beim Hilton Hotel in Athen.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 281f.</ref> 1967 wurde Hochtief zudem erstmals als Konzern benannt, der die damaligen Beteiligungsgesellschaften Deutsche Bau- und Siedlungs-Gesellschaft mbH, Walter Koppenburg KG, die Fertigteilbau Regensburg GmbH, die Gesellschaft zur Vermittlung von Bauversicherungen mbH sowie die Heinrich Brückner OHG und die Süddeutsche Wohnungsbau GmbH umfasste.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 280.</ref>

Das Auslandsgeschäft umfasste bis Mitte der 1970er Jahre nur einen kleinen Teil des Geschäftsfeldes. Die meisten Aufträge kamen zu dieser Zeit, bedingt durch den wirtschaftlichen Aufschwung, aus dem Inland. Hierbei lag einer der Schwerpunkte des Unternehmens im Kraftwerksbau. Dazu gehörte der Bau des Kernkraftwerk Kahl, in der Nähe von Großwelzheim, einem Ortsteil der unterfränkischen Gemeinde Karlstein am Main in Bayern.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 286f.</ref> Das Kernkraftwerk mit Siedewasserreaktor war das erste kommerzielle Kernkraftwerk der Bundesrepublik Deutschland. Das Kernkraftwerk wurde von RWE und Bayernwerk in Auftrag gegeben, erbaut wurde die Anlage durch die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) mit General Electric als Lizenzgeber und als Lieferant für den Siedewasserreaktor. Das Kraftwerk ging am 13. November 1960 in Betrieb und am 17. Juni 1961 wurde erstmals Strom in das öffentliche Stromnetz gespeist.<ref>Anfang und Ende des ersten deutschen Meilers. In: Focus Online. 14. März 2016, abgerufen am 17. April 2024.</ref> Das Unternehmen setzte gleichwohl auch in den 1960er und 1970er Jahren Verkehrsinfrastrukturprojekte um. Exemplarisch seien hier der Túnel subfluvial Raúl Uranga in Argentinien, der Neue Elbtunnel in Hamburg oder auch die Bosporus-Brücke in Istanbul genannt.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 292.</ref>

Nach der Ölkrise 1973 profitierte das Unternehmen vom unerwarteten Reichtum der ölexportierenden Länder. Hochtief realisierte den bis dato größten Auftrag seiner Geschichte, den schlüsselfertigen Bau des King Abdulaziz International Airport, den größten Flughafen Saudi-Arabiens in Dschidda.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 294–296.</ref> Daraus resultierend trug das Auslandsgeschäft 1980 zum ersten Mal mehr als die Hälfte zur Bauleistung bei, bevor es einbrach. Nur durch die Ausweitung des Inlandsgeschäfts konnte das Unternehmen stabil gehalten werden. Dies zeigt sich auch an den in den 1980er Jahren realisierten Großprojekten.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 298–302.</ref>

1990–2007

Datei:Hajj Terminal 01 Jeddah.jpg
Hajj-Terminal am King Abdulaziz International Airport

Nach der Wiedervereinigung profitierte der Konzern von der Baukonjunktur, wobei ab 1993 durch die nachlassende Konjunktur ein erhöhter Konkurrenzdruck auftrat. Das Unternehmen führte in der damaligen Zeit unter Führung von zunächst Hans-Peter Keitel,<ref name=":3">Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 303.</ref> ab 2007 Herbert Lütkestratkötter,<ref>Stephanie Heise, Harald Schumacher: Herbert Lütkestratkötter: Der tragische Abgang des Hochtief-Chefs. In: Wirtschaftswoche. 11. April 2011, abgerufen am 17. April 2024.</ref> eine Neustrukturierung durch. Bauen blieb weiterhin das Kerngeschäft, wobei zusätzlich als Baudienstleister die Planung, Finanzierung sowie der Betrieb von Gebäuden übernommen wurden.<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 310.</ref> Entsprechende Zukäufe erfolgten. Um die neuen Geschäftsfelder zu bedienen, gründete Hochtief neue Gesellschaften:

  • 1991 – Hochtief Projektentwicklung GmbH (Immobiliengeschäft)<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 318.</ref>
  • 1996 – Hochtief Facility Management GmbH<ref>Hochtief Facility Management GmbH, Essen. In: Northdata. Abgerufen am 17. April 2024.</ref>
  • 1996 – Hochtief Airport GmbH<ref>Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8, S. 319.</ref>
  • 2001 – Hochtief Construction AG<ref>Hochtief: Personalabbau auf höchster Ebene. In: Manager Magazin. 11. September 2001, abgerufen am 17. April 2024.</ref>

Darüber hinaus expandierte das Unternehmen durch internationale Zukäufe:

2004 wandelte sich Hochtief von der Tochter- zur Publikumsgesellschaft: Hochtief erhielt durch den Verkauf der Anteile des Mehrheitsaktionärs RWE eine neue internationale Aktionärsstruktur.<ref>Hochtief mit neuem Chef und alter Strategie. In: Neue Zürcher Zeitung. 23. November 2006, abgerufen am 16. April 2024.</ref> Der Streubesitz lag 2005 bei rund 80 %.<ref>Übernahmegerüchte treiben Aktie des Baukonzerns Hochtief. In: Die Welt. 10. August 2005, abgerufen am 16. April 2024.</ref> Durch Zukauf der Dienstleistungsgesellschaften Siemens Gebäudemanagement<ref>Baukonzern Hochtief kauft das Gebäudemanagement von Siemens. In: Die Welt. 16. Dezember 2003, abgerufen am 16. April 2024.</ref> und Lufthansa Gebäudemanagement<ref>Gebäudemanagement: Lufthansa verkauft Geschäftsfeld. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. Mai 2004, abgerufen am 16. April 2024.</ref> vergrößerte sich das Tochterunternehmen Hochtief Facility Management 2004 von 800 Mitarbeitern auf ca. 4500 Mitarbeiter. 2007 wurde das Tiefbauunternehmen Flatiron,<ref>Corinna Wnuck: Hochtief übernimmt Flatiron Construction in den USA. In: Finance. 25. September 2007, abgerufen am 16. April 2024.</ref> ein führender Anbieter für Infrastrukturprojekte in den USA, erworben. Auch in der Golfregion ist Hochtief über die Habtoor Leighton Group, eine Beteiligung von Leighton, vertreten.<ref>Peter Maurer: Hochtief-Tochter baut Wohnhochhäuser in Dubai. In: Immobilien Zeitung. 11. Dezember 2013, abgerufen am 17. April 2024.</ref>

Verlust der Unabhängigkeit

2005 erwarb August von Finck mit seiner Custodia Holding eine Beteiligung an dem Unternehmen, wobei diese 2006 auf 25,08 % erhöht wurde.<ref>Christoph Damm: So verworren ist das Firmenimperium des geheimnisvollen Milliardärs, der die AfD unterstützt haben soll. In: Business Insider. 27. November 2018, abgerufen am 16. April 2024.</ref><ref>Hochtief – Custodia Holding erhöht Anteil auf 25,08 %. In: Finanznachrichten. 6. Februar 2006, abgerufen am 16. April 2024.</ref> Im März 2007 übernahm der spanische Baukonzern Actividades de Construcción y Servicios (ACS) die Anteile der Custodia für 72 Euro pro Aktie. Die Transaktion hatte damit ein Volumen von über 1,26 Milliarden Euro.<ref>ACS wird Mehrheitsaktionär von Hochtief. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. März 2007, abgerufen am 17. April 2024.</ref> In der Folge erwarb ACS weitere Aktien und hielt bis September 2010 einen Anteil von 29,9 %;<ref>Jutta Maier: Machtwechsel bei Hochtief. In: Frankfurter Rundschau. 3. Februar 2019, abgerufen am 17. April 2024.</ref> am 16. September 2010 kündigte ACS ein öffentliches Übernahmeangebot für die restlichen Aktien in Form eines Tauschangebots zu acht ACS-Aktien für fünf Hochtief-Aktien an.<ref name="ACS_Kom" /> Am 29. November wurde die Übernahme von Hochtief durch ACS von der BaFin genehmigt.<ref name="Bafin">Michael Gassmann: Deutsche Bauindustrie greift BaFin an. In: Financial Times Deutschland. 30. November 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 31. Januar 2011; abgerufen am 16. Januar 2014.</ref> Im Dezember zeichnete die Qatar Holding des Emirats Katar eine reservierte Kapitalerhöhung und erhielt somit knapp 9,1 % der Anteile.<ref name="Katar" /> Nachdem das Angebot auf neun ACS-Aktien für fünf Hochtief-Aktien aufgebessert wurde, gab ACS im Januar 2011 nach Abschluss des Übernahmeangebots schließlich bekannt, über 30 % der Aktien von Hochtief zu halten.<ref name="manager_magazin" /> Im Juni 2011 hielt ACS summiert knapp über 50 % der Anteile an Hochtief,<ref>Jenny Wiggins: Leighton hopes ASC stays aloof. In: Australian Financial Review. 27. Mai 2011, abgerufen am 16. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> da von Hochtief selbst gehaltene Aktien stimmrechtlich ACS zugerechnet wurden.

Im April 2011 kündigte der Vorstandsvorsitzende Lütkestratkötter seinen Rücktritt zum Ende der Hauptversammlung am 12. Mai 2011 an. Nachfolger wurde zunächst Hochtief-Vorstand Frank Stieler. Stieler richtete die Strategie des Unternehmens unter anderem auf die Umsetzung von Energie- und Verkehrsinfrastruktur aus.<ref>Hochtief kehrt in die schwarzen Zahlen zurück. In: Bonner General-Anzeiger. 7. November 2012, abgerufen am 16. April 2024.</ref> Diese Bereiche wurden 2013 neben dem klassischen Hochbau als Kerngeschäft definiert.<ref>Hochtief trennt sich vom Service-Geschäft. In: Facility Management. 2013, abgerufen am 17. April 2024.</ref> Im November 2012 trat Stieler mit sofortiger Wirkung zurück; Nachfolger wurde der bisherige als Chief Operating Officer von ACS entsandte Marcelino Fernández Verdes. Des Weiteren legte der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Wennemer sein Amt zum 31. Dezember 2012 nieder. Nachfolger wurde das bisherige Aufsichtsratsmitglied Thomas Eichelmann.<ref>Spanier wird neuer Hochtief-Chef. In: Deutsche Welle. 20. November 2012, abgerufen am 16. April 2024.</ref>

Umstrukturierung und Neuausrichtung

Ende Februar 2013 gab der nun unter spanischer Führung stehende Konzern bekannt, dass Hochtief sich künftig auf die Kernkompetenz Bauen konzentrieren werde, insbesondere auf den Bau großer Infrastrukturprojekte. Nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Geschäftsfelder würden verkauft,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hochtief will die Profitabilität nachhaltig steigern, Verschuldung reduzieren und sich neu aufstellen. Pressemitteilung. In: Hochtief (Memento vom 18. März 2014 im Internet Archive; PDF)</ref> wobei Hochtief sich zukünftig auf die Errichtung von Verkehrs- und Energieinfrastruktur sowie sozialer/urbaner Infrastruktur und das Minengeschäft ausrichtete.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Business Results Press Conference February 28, 2013. In: Hochtief (englisch) (Memento vom 15. Februar 2016 im Internet Archive; PDF)</ref> Als Folge dieser Entscheidung gab Hochtief Anfang Mai 2013 den Verkauf der Tochter Hochtief Airport an den kanadischen Infrastrukturinvestor PSP Investments für circa 1,1 Mrd. Euro und Anfang Juni 2013 den Verkauf der Sparte Service Solutions, in der die Facility- und Energy-Management-Aktivitäten der Gesellschaft gebündelt waren, an das französische Unternehmen Spie bekannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hochtief verkauft Flughafengeschäft an kanadischen Pensionsfonds. Pressemitteilung. In: Hochtief (Memento vom 12. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hochtief verkauft Service-Sparte an SPIE. Pressemitteilung. In: Hochtief (Memento vom 20. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref> Gleichzeitig begann Hochtief ab 2013 mit einer tiefgreifenden Umstrukturierung seiner defizitären europäischen Aktivitäten: Der Konzern gliederte das bisher in einer Einheit gebündelte Baugeschäft in vier weitgehend eigenverantwortliche Gesellschaften aus und baute bis zu 1000 Arbeitsplätze – vornehmlich in Deutschland – ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hochtief will die Profitabilität nachhaltig steigern, Verschuldung reduzieren und sich neu aufstellen. Pressemitteilung. In: Hochtief (Memento vom 18. März 2014 im Internet Archive)</ref><ref name="Die Welt 2014-02-28">Michael Gassmann: Hochtief baut immer noch um. In: Die Welt. 28. Februar 2014, abgerufen am 18. März 2014.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hochtief mit gutem ersten Halbjahr – Konzernumbau verläuft nach Plan nachhaltig steigern, Verschuldung reduzieren und sich neu aufstellen. Pressemitteilung. In: Hochtief (Memento vom 18. März 2014 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hochtief geht weiteren Schritt zur Neuordnung des europäischen Geschäfts. Pressemitteilung. In: Hochtief (Memento vom 7. November 2014 im Internet Archive)</ref>

Im Februar 2014 wurde die Beteiligung (50 %) am Immobilienunternehmen aurelis Real Estate, einer früheren Tochter der Deutschen Bahn, an ein Investorenkonsortium unter Führung des Private-Equity-Unternehmens Grove veräußert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />HOCHTIEF verkauft seinen Anteil am Immobilienunternehmen aurelis. Pressemitteilung. In: Hochtief (Memento vom 10. März 2014 im Internet Archive)</ref> Weitere Verkäufe kleinerer Geschäftseinheiten folgten.<ref name="PM Zeppelin 2014-03-11">Zeppelin: Zeppelin Konzern übernimmt Großteil der Hochtief-Tochter Streif Baulogistik. (PDF) In: Zeppelin Pressemitteilung. Zeppelin, 11. März 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. März 2014; abgerufen am 18. März 2014.</ref> Das Offshore-Geschäft von Hochtief wurde im Mai 2015 an GeoSea, ein Tochterunternehmen der DEME-Gruppe, verkauft.<ref>Baker & McKenzie / Allen & Overy: Hochtief verkauft Offshore-Sparte an GeoSea. In: Legal Tribune Online. 26. Mai 2015, abgerufen am 16. April 2024.</ref> Im asiatisch-pazifischen Raum verstärkte Hochtief hingegen seine Geschäftstätigkeit: Der Anteil an der börsennotierten australischen Bautochter Leighton Holdings Limited, der bisher bei etwa 58 % gelegen hatte, wurde 2014 auf 69,62 % erhöht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Angebot beendet: HOCHTIEF hält jetzt 69,62 Prozent an Leighton. Pressemitteilung. In: Hochtief (Memento vom 21. Oktober 2014 im Internet Archive; PDF)</ref>

Im Zuge der Umstrukturierung folgte im April 2015 eine Umbenennung der Gesellschaft von Leighton Holdings in Cimic Group.<ref>Jenny Wiggins: Leighton to change name to CIMIC in wake of corruption allegations. In: Australian Financial Review. 20. März 2015, abgerufen am 16. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit Juni 2018 hält Hochtief 20 Prozent der Anteile an Abertis. Abertis besitzt direkt 99,1 % des Mautstraßenbetreibers Abertis Infraestructuras. Im Geschäftsjahr 2023 leistete Abertis einen Ergebnisbetrag in Höhe von 79,5 Mio. Euro.<ref name="Konzernabschluss 2023" />

Entwicklungen ab den 2020er-Jahren

Im Jahr 2022 begann Juan Santamaría Cases als Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden Marcelino Fernández Verdes seine Tätigkeit für den Konzern.<ref>Annette Becker: Hochtief-Chef Fernández räumt das Feld. In: Börsen-Zeitung. 19. Juli 2022, abgerufen am 17. April 2024.</ref> Ein Jahr später feierte Hochtief sein Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen.<ref>Christian Ingerl: Hochtief: Aktie nimmt Anlauf auf die 100-Euro-Marke. In: Capital. 11. Oktober 2023, abgerufen am 17. April 2024.</ref> 2023 erhielt Hochtief außerdem gemeinsam mit EWE im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Deutschlandnetzes die Förderung für die Errichtung sowie dem Betrieb von Ladepunkten für E-Autos.<ref>Elektrofahrzeuge: Zehn Unternehmen dürfen Deutschlandnetz stricken. In: Energie & Management. 27. September 2023, abgerufen am 17. April 2024.</ref>

Organisation

Hochtief erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatzerlös in Höhe von 27,8 Mrd. Euro, wobei der überwiegende Teil der Erlöse über Hochtief Americas erwirtschaftet wurde. Im selben Geschäftsjahr waren 41.575 Mitarbeiter für den Konzern tätig.<ref name="Konzernabschluss 2023" />

Konzernstruktur

Der Konzern Hochtief unterhält drei operative Divisionen mit Tochtergesellschaften sowie des Weiteren einen Anteil von 20 % an der Abertis HoldCo, S.A.:<ref name="Konzernabschluss 2023" /><ref>Hochtief startet mit Gewinnplus ins neue Jahr - Gewinnziel bestätigt. In: T-online. 13. Mai 2024, abgerufen am 26. Juni 2024.</ref>

Hochtief
Turner Construction Cimic Group Engineering and Construction Abertis

Turner ist ein amerikanisches Unternehmen für Baumanagement.<ref name=":8" /> Es ist vor allem an der Umsetzung von Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Flughäfen, Sportstätten und Büroimmobilien beteiligt.<ref>Ein Stadion für New York. In: Süddeutsche Zeitung. 18. April 2023, S. 14.</ref> Darüber hinaus ist Turner vermehrt im Bau von technischen Einrichtungen tätig, wie Fabriken für Elektrofahrzeuge und Batterierecycling oder auch Rechenzentren, wie für den Internetkonzern Meta.<ref>Hochtief-Tochter errichtet US-Rechenzentrum für Meta. In: Handelsblatt. 26. Januar 2024, abgerufen am 27. Juni 2024.</ref><ref name=":5" /><ref name=":7" /> 2023 erreichte Turner den ersten Platz des ENR Top Contractor Rankings.<ref>ENR 2023 Top 400 Contractors 1-100. In: ENR. Abgerufen am 27. Juni 2024.</ref>

Cimic ist mit ihren Baudienstleistungen in der Region Asien-Pazifik tätig und errichtet Bauwerke für Sektoren wie Bildung, Gesundheit, Strom und Energie, Verkehr, Tunnelbau und Wasser.<ref name=":10">Ulf Meinke: Neue Hochtief-Zentrale in Essen: „Pläne nicht aufgegeben“. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 22. Februar 2024, abgerufen am 17. April 2024.</ref><ref>Cimic mit Großauftrag. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. Dezember 2023, S. 19.</ref> Weiterhin ist Cimic im Bereich natürlicher Ressourcen aktiv. Hier verfügt Cimic über Beteiligungen an den Dienstleistern Thiess und Sedgman.<ref>Jonas Jansen, Christoph Hein: Schwarzes Gold lockt Hochtief. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Juli 2020, S. 18.</ref>

Engineering and Construction fasst die Bauaktivitäten und das PPP-Geschäft in Europa mit der Tiefbaugesellschaft Flatiron in Nordamerika zusammen. In Europa ist Hochtief in Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich, Großbritannien, Skandinavien und in den Niederlanden aktiv.<ref>Standorte und regionale Ansprechpartner. In: Hochtief. Abgerufen am 4. Juli 2024.</ref>

Hochtief hält eine Beteiligung an Abertis, einem Anbieter für Mautstraßen mit etwa 8000 Mautstraßenkilometern in Europa und Südamerika. Das Unternehmen ist vor allem in Frankreich, Spanien, Brasilien, Chile, USA, Mexiko und Puerto Rico aktiv.<ref name=":9" />

Zu den Tochtergesellschaften gehören unter anderem Flatiron,<ref name=":11">Auf vier Prozent bauen. In: Wirtschaftswoche. 7. Juni 2024, S. 78.</ref> CPB Contractors, Leighton Asia (aktiv in Hongkong und weiteren Ländern Südostasiens)<ref name=":11" /> und Hochtief Infrastructure.<ref>Friedhelm Feldhaus: Hochtief realisiert ÖPP Schulzentrum Süd im niedersächsischen Lehrte. In: Immobilien Zeitung. 21. November 2023, abgerufen am 27. Juni 2024.</ref>

Baumaßnahmen (Auswahl)

Hochtief und seine Tochtergesellschaften sind international an Bauvorhaben beteiligt. Zu den Projekten zählen die Elbphilharmonie in Hamburg, der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz, der längste Eisenbahntunnel der Welt, und die Projektplanung des Burj Khalifa in Dubai.<ref name=":12" /> Hochtief ist außerdem in der Infrastrukturentwicklung tätig und war an verschiedenen Flughäfen, wie in Frankfurt, Athen oder Warschau,<ref>Katja Bühren: Hochtief baut Passagierterminal am Warschauer Flughafen um. In: Immobilienzeitung. 28. September 2012, abgerufen am 8. Juli 2024.</ref> sowie an mehreren Erweiterungen der Deutschen Autobahnen beteiligt. Internationale Bauten an Brücken erfolgten beispielsweise bei der Öresundbrücke und der Bosporus-Brücke.<ref name=":12" />

Baubeginn Fertigstellung Name Ort Land
1878 1879 Universität Gießen Gießen Deutschland
1896 1897 Rosentalviadukt Friedberg Deutschland
1927 1932 Zeche Zollverein, Schacht Albert Vögler Essen Deutschland
1927 1928 Predigtstuhlbahn Bad Reichenhall Deutschland
1928 1929 Echelsbacher Brücke zwischen Rottenbuch und Bayersoien Deutschland
1929 1931 Schluchseedamm Schluchsee Deutschland
1930 1934 Albert-Kanal Belgien
1938 1945 Beteiligungen in der NS-Zeit: Westwall St. Wendel (Bauabschnitt) Deutschland
1938 1945 Beteiligungen in der NS-Zeit: Atlantikwall Fauske-Harvik (Bauabschnitt) Norwegen
1938 1945 Beteiligungen in der NS-Zeit: Berghof Obersalzberg Deutschland
1938 1945 Beteiligungen in der NS-Zeit: Wolfsschanze Gierłoż (Kętrzyn) Polen
1938 1945 Beteiligungen in der NS-Zeit: Führerbunker Berlin Deutschland
1938 1945 Beteiligungen in der NS-Zeit: Seebad Prora Binz Deutschland
1946 1949 Universitätsklinikum Bonn Bonn Deutschland
1952 1956 Sariyar-Talsperre Türkei
1954 1964 Pumpspeicherwerk Vianden Vianden Luxemburg
1958 1960 Kernforschungsanlage Jülich Jülich Deutschland
1961 1963 Hilton Hotel Athen Athen Griechenland
1963 1968 Verlegung der Tempel von Abu Simbel Abu Simbel Ägypten
1968 1972 Flughafen Frankfurt Main Frankfurt am Main Deutschland
1969 1975 Neuer Elbtunnel Hamburg Deutschland
1970 1973 Bosporus-Brücke Istanbul Türkei
1974 1981 King Abdulaziz International Airport Dschidda Saudi-Arabien
1983 1988 Aalto-Theater Essen Deutschland
1988 1991 Messeturm Frankfurt am Main Deutschland
1990 1992 Frédéric-Chopin-Flughafen (Terminal 1) Warschau Polen
1994 1996 Commerzbank Tower Frankfurt am Main Deutschland
1996 2000 Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos Athen Griechenland
1996 2000 Öresundbrücke Kopenhagen/Malmö Dänemark/Schweden
1998 2000 Meisterhaus Kandinsky-Klee Dessau Deutschland
2001 2016 Gotthard-Basistunnel Erstfeld/Bodio Schweiz
2002 2006 Tiefseehafen Ngqura Port Elizabeth Südafrika
2004 2006 WestendDuo Frankfurt am Main Deutschland
2004 2010 Projektplanung für den Burj Khalifa<ref name=":12">Viele Aufträge für Hochtief. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24. Februar 2023.</ref><ref>Burj Khalifa, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate. In: Hochtief. Abgerufen am 17. April 2024.</ref> Dubai Vereinigte Arabische Emirate
2005 2008 Dniprostadion Dnipropetrowsk Ukraine
2005 2007 Containerterminal Danzig Danzig Polen
2006 2008 Kranhaus Mitte Köln Deutschland
2007 2016 Elbphilharmonie Hamburg Deutschland
2007 2012 U-Bahn-Linie U4 Hamburg-HafenCity Deutschland
2007 2009 Unilever-Haus (HafenCity) Hamburg Deutschland
2007 2011 Kaiserschleuse Bremerhaven Deutschland
2008 2009 Modernisierung der Fürst-Wrede-Kaserne München Deutschland
2008 2010 Hafenspitze Düsseldorf Düsseldorf Deutschland
2008 2010 Bundesautobahn A4 Eisenach/Waltershausen Deutschland
2009 2011 Lake Champlain Bridge Crown Point (New York), Chimney Point USA
2009 2012 Bahnhof Berlin Ostkreuz Berlin Deutschland
2010 2012 Lanxess Tower (während des Umbaus lief das Gebäude unter dem Namen maxCologne) Köln Deutschland
2011 2015 Bundesautobahn A8 Ulm/Augsburg Deutschland
2011 2017 Queensferry Crossing<ref>Scotland's Queensferry Crossing welcomes first traffic. In: The Engineer. 30. August 2017, abgerufen am 18. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> South Queensferry

North Queensferry

Schottland
2012 2015 Global Tech I (Offshore-Windpark) AWZ in der Nordsee Deutschland
2013 2016 177 Pacific Highway Sydney Australien
2013 2020 Berliner Stadtschloss/Humboldtforum Berlin Deutschland
2014 Expansion des Flughafens Riad Riad Saudi-Arabien
2015 2017 (1. Bauphase)<ref>WestConnex, Sydney, Australien. In: Hochtief. Abgerufen am 18. April 2024.</ref> Autobahnring WestConnex<ref>WDH/Milliardenschwerer Bauauftrag für australische Hochtief-Tochter Cimic. In: Handelsblatt. 5. Juni 2015, abgerufen am 18. April 2024.</ref> Sydney Australien
2016 2020 SoFi Stadium<ref name=":4">Hochtief Aktiengesellschaft, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2022 bis zum 31.12.2022, veröffentlicht im Unternehmensregister am 26. Mai 2023, abgerufen am 14. April 2024.</ref> Los Angeles Vereinigte Staaten
2017 2017 Kidston Solarpark<ref>Hochtief wins Australian solar project. In: The Construction Index. 13. Dezember 2017, abgerufen am 18. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Queensland Australien
2017 2018 Uber-Platz<ref>Richtfest am Mercedes-Platz: Schon im nächsten Herbst soll alles fertig sein. In: B.Z. 24. Oktober 2017, abgerufen am 17. April 2024.</ref> Berlin-Friedrichshain Deutschland
2017 2020 Sanierung der Staatsoper Prag<ref>Staatsoper Prag, Tschechische Republik. In: Hochtief. Abgerufen am 17. April 2024.</ref> Prag Tschechien
2019 The Spiral<ref>Monika Hillemacher: Im Ausland bauen deutsche Firmen Brücken und grüne Hochhäuser. In: Immobilien Zeitung. 17. Juni 2021, abgerufen am 18. April 2024.</ref> New York City Vereinigte Staaten
2019 2019 (1. Bauphase) Sydney Metro: Pitt Street Station<ref>Hochtief-Tochter Cimic baut Metrostation in Sydney. In: Süddeutsche Zeitung. 17. September 2019, abgerufen am 18. April 2024.</ref> Sydney Australien
2019 Schwelmetalbrücke Autobahn A1<ref>A1: Brückensanierung ist „nicht groß, aber schwierig“. In: Westdeutsche Zeitung. 14. September 2018, abgerufen am 17. April 2024.</ref> Wuppertal Deutschland
2020 Rheinbrücke Neuenkamp Duisburg Deutschland
2021 A7 Lärmschutztunnel Altona A7<ref>Hochtief gewinnt 580 Mio.-Euro-Auftrag für A7-Tunnel Altona in Hamburg. In: Hochtief. 5. Januar 2021, abgerufen am 14. September 2021.</ref> Hamburg Deutschland
2021 Wiener U-Bahn-Netz<ref>Hochtief baut Wiener U-Bahn-Netz aus. In: Hochtief. 21. Januar 2021, abgerufen am 14. September 2021.</ref> Wien Österreich
2021 2024<ref>Kai Ingmar Link: Hochtief stellt erste Rheinbrücke der Autobahn 1 in Leverkusen fertig. In: Baugewerbe Magazin. 8. Februar 2024, abgerufen am 17. April 2024.</ref> A1 Rheinbrücke Leverkusen<ref>Hochtief erhält Zuschlag für Weiterbau der A1-Rheinbrücke in Leverkusen. In: Hochtief. 8. Februar 2021, abgerufen am 14. September 2021.</ref> Leverkusen Deutschland
2021 Rotterdamer Hafen<ref>Hochtief erweitert Rotterdamer Hafen für knapp 170 Mio. Euro. In: Hochtief. 22. Februar 2021, abgerufen am 14. September 2021.</ref> Rotterdam Niederlande
2021 Metro in Prag<ref>Hochtief baut Metro in Prag für 540 Mio. Euro aus. In: Hochtief. 30. Juni 2021, abgerufen am 14. September 2021.</ref> Prag Tschechien

Nachhaltigkeit

Hochtief veröffentlichte 2022 seinen Nachhaltigkeitsplan 2025, wonach die Geschäftstätigkeit des Konzerns bis 2045 klimaneutral sein soll.<ref>Hochtief ist weltweiter Branchenführer für Nachhaltigkeit. In: Deal Magazin. 12. Dezember 2022, abgerufen am 17. April 2024.</ref><ref name="Konzernabschluss 2023" /> Zudem ist der Konzern im Dow Jones Sustainability Index von S&P Global gelistet.<ref>Diese Unternehmen sind führend im Dow Jones Sustainability Index. In: Markenartikel Magazin. 18. Dezember 2023, abgerufen am 18. April 2024.</ref>

Literatur

  • Manfred Pohl, Birgit Siekmann: Hochtief und seine Geschichte. Piper-Verlag, München 2000, ISBN 3-492-04270-8.

Weblinks

Commons: Hochtief – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="HT_Verantwortung_Drittes_Reich"> Verantwortung für die Unternehmensgeschichte im „Dritten Reich“. (PDF; 57 kB) Hochtief, abgerufen am 22. August 2013. </ref> <ref name="manager_magazin"> ACS ist am Ziel. In: Manager Magazin. 4. Januar 2011, abgerufen am 22. August 2013. </ref> <ref name="Vorbunker_Fuehrerbunker"> Berliner Unterwelten e.V.: Vorbunker und Führerbunker. Aus: Vierzig Stufen unter der Stahlbetondecke – das blieb übrig: Zertrümmertes Waschbecken im bombensicheren ‚Führerbunker’. In: Telegraph. 25. November 1947, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. August 2013; abgerufen am 23. August 2013. </ref> <ref name="ACS_Kom"> Actividades de Construcción y Servicios, S.A.: Pressekommuniqué von ACS. (PDF; 19 kB) 16. September 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Dezember 2013; abgerufen am 23. August 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Katar"> Katar wird Großaktionär bei Hochtief. In: Frankfurter Rundschau. 6. Dezember 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2012; abgerufen am 23. August 2013. </ref> <ref name="ENR"> The Top 250 International Contractors. In: ENR. 23. August 2023, abgerufen am 27. Juni 2023. </ref> <ref name="Simbel_Welt"> Es ist spät für Abu Simbel. In: Die Zeit. 6. Dezember 1963, abgerufen am 6. September 2013. </ref> </references>

Anmerkungen

<references group="A" />

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