Zellrüglingen
Zellrüglingen Gemeinde Weihenzell
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(90)&title=Zellr%C3%BCglingen 49° 22′ N, 10° 37′ O
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| Höhe: | 395 (389–410) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 90 (1. Jan. 2019)<ref name="Weihenzell">Zahlen & Daten. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 91629 | |||||
| Vorwahl: | 09802 | |||||
Zellrüglingen (fränkisch: Zell-riegla<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 211. Dort folgendermaßen transkribiert: „tselrīgla“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Zellrüglingen liegt in der Gemarkung Weihenzell.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 2. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Das Dorf liegt am Zellbach, der mit dem Wernsbach (rechts) zur Rippach zusammenfließt. Im Westen grenzt das Waldgebiet Berlach an, im Südwesten liegt der Kreutranken, dahinter das Waldgebiet Schelm. Die Kreisstraße AN 9 führt nach Weihenzell (0,8 km südlich) bzw. nach Neubronn (2,5 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt ebenfalls nach Weihenzell zur AN 10 (1,1 km südöstlich), eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Moratneustetten (2 km nordwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde 1439 als „Ruglande bey Weihentzelle“ erstmals urkundlich erwähnt, 1467 erstmals als „Zellrüglang“. Ähnlich wie bei Rügland weist der Ortsname darauf hin, dass der Ort auf einem Land gegründet wurde, dessen Besitzverhältnisse ungeklärt waren und erst durch Klage (= Ruge) geklärt werden konnten.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 211.</ref> Das Bestimmungswort Zell legt nahe, dass es sich um eine Klostergründung handelte, wobei hier nur das Benediktinerkloster St. Gumbertus in Ansbach in Frage kommt. Aufgrund der größeren Entfernung zum Kloster ist von einer Gründung in der Anfangszeit (8. Jahrhundert) nicht auszugehen, jedoch muss sie spätestens im 11. Jahrhundert erfolgt sein, da zu dieser Zeit das Kloster aufgelöst wurde.
Laut dem 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 bildete Weihenzell mit Zellrüglingen eine Realgemeinde.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 3755. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 694.</ref> Für Zellrüglingen wurden zwölf Mannschaften verzeichnet: 11 Anwesen (4 Höfe, 5 Güter, 2 Gütlein) unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach und 1 Anwesen dem Stiftsamt Ansbach. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 4644. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 695.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Zellrüglingen 13 Anwesen und das Schaf-, Hirten- und Brechhaus als kommunale Gebäude. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherr über alle Anwesen war das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 4 Höfe, 2 Halbhöfe, 3 Güter, 3 Gütlein; Stiftsamt Ansbach: 1 Hof).<ref name="J935">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 935.</ref> Es gab zu dieser Zeit 14 Untertansfamilien.<ref>Johann Bernhard Fischer: Zellrüglingen. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 29 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 523.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Zellrüglingen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weihenzell und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Weihenzell zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Ein Gesuch um Bildung einer eigenen Gemeinde zusammen mit Beutellohe wurde am 27. August 1833 abgelehnt.<ref>Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf 1964, DNB 450093387, OCLC 17146040, S. 11.</ref>
Ehemaliges Baudenkmal
- Haus Nr. 11: zweigeschossiger Massivbau mit brandenburgischem Wappen am Türsturz bezeichnet „1724“
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Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt.<ref name="J935"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt,<ref name="OV 1961"/> seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.<ref>Kirchen & Pfarramt > Kirchen katholisch. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.</ref>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Zellrüglingen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 523 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 211.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 159.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Günther Roesner: Weihenzell. Geschichte und Gegenwart eines mittelfränkischen Dorfes. 2., überarbeitete Auflage. Ansbach 1999, S. 151 (Erstausgabe: 1985).
Weblinks
- Zellrüglingen. In: weihenzell.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Zellrüglingen in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Zellrüglingen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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Wüstung: Aimershof