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Gostenhof

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Kreisfreie Stadt Nürnberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(9420)&title=Gostenhof 49° 27′ N, 11° 4′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(9420) 49° 26′ 48″ N, 11° 3′ 32″ O
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Höhe: 315 m ü. NHN
Fläche: 52 ha
Einwohner: 9420 (31. Dez. 2023)<ref name="Einwohner">Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Datenblatt 2023 für den Statistischen Bezirk 04-Gostenhof. Dezember 2023 (nuernberg.de [PDF; 997 kB; abgerufen am 23. September 2025]).</ref>
Bevölkerungsdichte: 18.115 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1825
Postleitzahlen: 90429, 90443
Vorwahl: 0911
Datei:Nürnberg Statistischer Bezirk 04.svg
Karte
Lage des statistischen Bezirks 04 Gostenhof in Nürnberg
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Datei:Nürnberg Gemarkung 3425.svg
Lage der Gemarkung 3425 Gostenhof in Nürnberg

Gostenhof (nürnbergisch: Gosdnhuf<ref>D. Fastnacht: Nürnberg, S. 124. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „gǫsdṇhūf“.</ref>) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Der Statistische Bezirk 04 wird ebenfalls Gostenhof genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Gostenhof.

Der Logoname GoHo wurde zum Begriff für das ganze Viertel<ref>GOHO. Nürnberger Nachrichten, 2019, abgerufen am 26. Februar 2021.</ref><ref>Lebenslust im „GoHo“ – Nürnbergs Szeneviertel Gostenhof. www.die-fraenkischen-staedte.de, 2025, abgerufen am 10. Januar 2025.</ref> und lehnt sich an den Namen SoHo, den Stadtteil im New Yorker Bezirk Manhattan, an.<ref>Gostenhof – das SoHo von Mittelfranken. nordbayern.de, 23. Februar 2012, abgerufen am 10. Januar 2025.</ref> So heißt z. B. der örtliche Weihnachtsmarkt GoHo-Ho-Ho.<ref>Gostenhofer Adventszauber. gohohoho.de / Kurt Grauberger, 2023, abgerufen am 10. Januar 2025.</ref> Auch der Spitzname „Gostanbul“ ist aufgrund des hohen Anteils an türkischstämmigen Anwohnern recht bekannt.

Geographie

Gemarkung

Die Gemarkung Gostenhof hat eine Fläche von 2,546 km². Sie ist in 2215 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1149,35 m² haben.<ref>Gemarkung Gostenhof (093425). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref> In ihr liegen der größte Teil des statistischen Bezirks 22 Bärenschanze und ein Teil des statistischen Bezirks 05 Himpfelshof.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref>

Lage

Im Norden ist der Stadtteil mit Kleinweidenmühle baulich verwachsen, die Grenze zwischen beiden verläuft zwischen Bärenschanzstraße und Reutersbrunnenstraße. Im Osten trennt die Stadtmauer Gostenhof von der Altstadt. Die südliche Grenze geht über die Bundesautobahn 73 bis zur Witschelstraße/Fuggerstraße. Im Westen ist Gostenhof mit Eberhardshof verwachsen, die Maximilianstraße bildet dort die Grenze.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref>

Statistische Nachbarbezirke
Himpfelshof Altstadt, St. Lorenz
Bärenschanze Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Tafelhof
Sündersbühl St. Leonhard

Geschichte

Datei:Nürnberg Katasterplan Gostenhof 1811 001.JPG
Gostenhof auf einem Katasterplan mit den um 1820 abgetragenen Schanzen, 1811
Datei:Nuernberg Gostenhof Dreieinigkeitskirche.jpg
Dreieinigkeitskirche Gostenhof

Archäologische Ausgrabungen bei der Bärenschanzstraße brachten 3300 Jahre alte Spuren von bronzezeitlichem Ackerbau auf dem Gebiet Gostenhofs ans Tageslicht.<ref>Jo Seuss: Gostenhof ist seit 3300 Jahren bewohnt. Stadtanzeiger Nürnberg, 21. September 2011, abgerufen am 21. September 2011.</ref>

Gostenhof wurde als Straßendorf angelegt.<ref name="HRu" group="SL">Hermann Rusam: Gostenhof. S. 372 f.Vorlage:Stadtlexikon Nürnberg/Wartungskategorie</ref> Im Jahr 1300 wurde der Ort in einem Personennamen indirekt das erste Mal schriftlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt der slawische Personenname Gost zugrunde (gostъ = ‚Fremder, Gast‘).<ref>D. Fastnacht: Nürnberg, S. 121ff.</ref> 1342 wurde der Ort von den Nürnberger Burggrafen und Brüdern Johann II. und Albrecht dem Schönen an den Conrad III. Waldstromer verkauft. 1477 erhielt das zwischenzeitlich an Nürnberg übergegangene Gostenhof ein reichsstädtisches Pflegamt. Während das Dorf im ersten und Zweiten Markgrafenkrieg niedergebrannt wurde, blieb es im Dreißigjährigen Krieg unzerstört, da der Ort nun innerhalb der, unter dem Schwedenkönig Gustav Adolf 1632 errichteten, äußeren Verteidigungslinie der Stadt lag. Neben dem, ab 1555 erbauten, reichsstädtischen Pflegschloss (Gostenhofer Hauptstraße 14, Schulgasse 9, 11), das um 1944 zerstört wurde, gab es noch das 1626 erbaute „Löffelholz-Schlösslein“ (Bauerngasse 17–27), das von 1657 bis 1800 der Patrizierfamilie Löffelholz von Kolberg gehörte und vor 1900 abgebrochen wurde.<ref>Gostenhof I. In: herrensitze.com. Abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Gostenhof aus drei Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber vom brandenburg-ansbachischen Oberamt Schwabach bestritten wurde. Grundherren waren das Kriegsamt (12 Häuser), das Landesalmosenamt (1 Garten mit 2 Häusern), das Pflegamt Gostenhof (6 Höfe, 8 Güter, 59 Häuser, 15 Gärten mit Häusern), das Zinsmeisteramt (3 Häuser), das Stadtalmosenamt (Kapelle und Friedhofsgebäude zu St. Rochus) und der Nürnberger Eigenherr von Imhoff (1 Haus).<ref name="H150">H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 150.</ref> Es gab 64 Untertansfamilien.<ref>Johann Bernhard Fischer: Gostenhof. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 304 (Digitalisat).</ref>

Das zur gewerbereichen Nürnberger Vorstadt angewachsene Gostenhof wurde 1796 preußisch. 1806 gelangte es an Bayern. Von 1797 bis 1808 unterstand Gostenhof dem Justiz- und Kammeramt Wöhrd-Gostenhof. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Gostenhof gebildet. Zugleich entstand die Gemeinde Gostenhof, zu der Bärenschanze gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nürnberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Fürth. 1810 wurde Gostenhof eine Munizipalgemeinde, 1818 eine Ruralgemeinde. 1820 kam Gostenhof provisorisch zur Stadt Nürnberg, Bärenschanze kam zu Sündersbühl. Am 1. Oktober 1825 wurde Gostenhof definitiv nach Nürnberg eingemeindet. Seitdem unterstand Gostenhof dem Stadtgericht Nürnberg und dem Stadtrentamt Nürnberg.<ref name="H239">H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 239.</ref><ref name="HRu" group="SL" /><ref name="jb_2016_eing">Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2016. Dezember 2015, ISSN 0944-1514, 18 Statistische Stadtteile und Bezirke, S. 19–20, S. 19 (nuernberg.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 1. November 2017]): „01.10.1825“.</ref><ref>Nürnberg > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref>

Vom Ludwigsbahnhof in Gostenhof begann 1835 mit der Ludwigsbahn das Eisenbahnzeitalter in Deutschland. Das erste Gaswerk Nürnbergs wurde 1847 in Gostenhof errichtet. 1913 eröffnete an derselben Stelle das Volksbad.<ref name="HRu" group="SL" />

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der ländlich geprägte Vorort zu einer Handels- und Geschäftsvorstadt mit dichter Besiedlung. Diese Entwicklung wurde besonders durch jüdische Hopfenhändler ausgelöst. 1910 lebte ein Drittel der jüdischen Bevölkerung Nürnbergs in diesem Ortsteil.<ref name="HRu" group="SL" />

Im Zweiten Weltkrieg blieb Gostenhof weitgehend unzerstört. Infolge der wenig attraktiven alten Bausubstanz und seiner innerstädtischen Lage ohne Grünflächen entwickelte sich Gostenhof wie viele andere deutsche Innenstadtbezirke zu einem Stadtteil, der heute überwiegend von ärmeren und ausländischen Familien bewohnt wird. Die Bevölkerung Gostenhofs setzte sich 1997 aus Angehörigen von über 40 Nationen zusammen,<ref name="HRu" group="SL" /> im Gostenhofer Kerngebiet sowie in der Bärenschanze betrug der Ausländeranteil im Zeitraum von 2012 bis 2016 zwischen 40 und 46 %.<ref name="migranten">Datenblatt Migrationshintergrund Nürnberg Statistischer Bezirk: 04 Gostenhof, nuernberg.de, abgerufen am 11. Mai 2020 (PDF; 142 kB).</ref>

Gostenhof galt lange Zeit als Nürnberger Bronx oder Glasscherbenviertel (mundartlich: Glosschermverdel). Das kommt beispielhaft in einem Lied des Nürnberger Liedermachers und Ingenieurs Günter Stössel zum Ausdruck: Seine Adaption des Klassikers House of the rising sun lautet Dou schdäihd a Haus in Gost’nhuf. Dank umfangreicher Sanierungsarbeiten und der starken Expansion des dort ansässigen großen IT-Dienstleisters DATEV, hat sich das Image Gostenhofs jedoch inzwischen deutlich verbessert. Seit den 1980er Jahren hat sich der Stadtteil auch ein alternativ angehauchtes Image zugelegt, was sich in einer großen Anzahl von Kneipen, Initiativen und Künstlerwerkstätten sowie den regelmäßig stattfindenden Gostenhofer Werkstatt- und Ateliertagen GOHO niederschlägt.<ref name="GOHO"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gostenhofer Atelier- und Werkstatttage (Memento vom 25. April 2009 im Internet Archive), abgerufen am 27. September 2012.</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1824 1836 1840 1861 1900 1997 2012 2016 2023
Einwohner <templatestyles src="FN/styles.css" /> *1356 <templatestyles src="FN/styles.css" /> ×1506 1638 1638 2147 4703 8646 8786 9462 9420
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1824 als Hauptgebäude, 1836 als Wohngebäude und 1840 als Häuser.</ref> <templatestyles src="FN/styles.css" /> *162 <templatestyles src="FN/styles.css" /> ×116 169 169
Quelle <ref name="OV 1818">Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 31 (Digitalisat). Für die Gemeinde Gostenhof zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bärenschanze (S. 7).</ref> <ref name="H239"/> <ref>Vorlage:Meyer Rezatkreis 1837</ref> <ref name="OV 1846">Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 15 (Digitalisat).</ref> <ref>D. Fastnacht: Erlangen, S. 120.</ref> <ref name="HRu" group="SL" /> <ref name="HRu" group="SL" /> <ref name="migranten" /> <ref name="migranten" /> <ref name="Einwohner"/>

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<templatestyles src="FN/styles.css" />
* 
Gostenhof: 1310 Einwohner, 152 Feuerstellen; Bärenschanze: 46 Einwohner, 10 Feuerstellen
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× 
inklusive Bärenschanze

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das Gostner Hoftheater wurde 1979 in einer umgebauten Spielzeugfabrik als Theater um die Ecke eröffnet. Bereits ein Jahrzehnt später konnte die ursprünglich als Werkstatttheater konzipierte Bühne eigene Produktionen mit professionellen Schauspielern und Regisseuren präsentieren. Inzwischen betreibt das Theater eine weitere Bühne und eine Kneipe und hat sich neben den Städtischen Bühnen als zweites wichtiges Theater in Nürnbergs Kultur etabliert.<ref group="SL">Charlotte Bühl: Gostner Hoftheater. S. 373.Vorlage:Stadtlexikon Nürnberg/Wartungskategorie</ref>

Bauwerke

Datei:Nuremberg Rochus Cemetery southwest part f nw.jpg
Rochusfriedhof, 2004
Datei:Nuernberg Gostenhof Nachbarschaftshaus.jpg
Nachbarschaftshaus Gostenhof

Der Rochusfriedhof wurde 1518 während der damaligen Pestepidemie aus hygienischen Gründen als neuer Begräbnisplatz außerhalb der Nürnberger Stadtmauern angelegt. Die ältesten Grabanlagen stammen noch aus der Gründungszeit. Viele bekannte Nürnberger Persönlichkeiten, unter anderem Johann Pachelbel, liegen dort begraben.<ref group="SL">Georg Stolz: Rochusfriedhof. S. 905.Vorlage:Stadtlexikon Nürnberg/Wartungskategorie</ref>

Der Justizpalast in der Fürther Straße wurde von 1908 bis 1916 nach Plänen Hugo von Höfls errichtet. Das im Stil der Deutschrenaissance erbaute Gebäude schloss unmittelbar an das sogenannte Zellengefängnis an. Hier fanden die als Nürnberger Prozesse bekannten Verhandlungen gegen führende Personen des Nationalsozialismus statt.<ref group="SL">Franz Sonnenberger: Justizpalast. S. 507.Vorlage:Stadtlexikon Nürnberg/Wartungskategorie</ref> Der Schwurgerichtssaal 600, Ort der Hauptverhandlung, kann im Rahmen eines Besuchs des im Jahre 2010 eröffneten Memoriums besichtigt werden.

Das zwischen 1951 und 1953 errichtete Plärrerhochhaus, eigentlich Geschäfts- und Werkstättengebäude der Städtischen Werke Nürnberg am Plärrer, war mit 56 m Höhe bei seiner Eröffnung das höchste Gebäude Bayerns. Ab dem 5. Geschoss verjüngt sich der 15-geschossige Bau um einen Zentimeter pro Stockwerk, um schlanker zu erscheinen. Das auskragende Flugdach bildet den markanten Abschluss des denkmalgeschützten Baus des Architekten Wilhelm Schlegtendal.<ref group="SL">Christian Koch: Plärrer-Hochhaus. S. 829.Vorlage:Stadtlexikon Nürnberg/Wartungskategorie</ref>

Das ebenfalls nach Plänen Wilhelm Schlegtendals 1961 erbaute Planetarium steht direkt neben dem Plärrerhochhaus. Besonders markant ist die Kuppel (18 m Durchmesser) des Projektionsraumes.<ref group="SL">Walter Bauernfeind: Planetarium. S. 829 f.Vorlage:Stadtlexikon Nürnberg/Wartungskategorie</ref>

Direkt neben dem Planetarium, in der Rothenburger Straße 10, befindet sich das Volksbad Nürnberg. Die Planung realisierten der Architekt Carl Weber und der Ingenieur Friedrich Küfner. Das Bad wurde von 1911 bis 1913 errichtet. Es gilt als Juwel der Jugendstil-Badekultur. Die Baugestaltung zitiert römische Thermen, wie etwa der Säulenportikus am Eingang mit Stadtwappen. Derzeit steht das Volksbad leer. Verschiedene Gruppen und Vereine bemühen sich seitdem um eine Wiederbelebung.

Im westlichen Teil Gostenhofs steht an der Kreuzung Adam-Klein-Straße/Paumgartnerstraße die von 1908 bis 1910 von Dombaumeister Prof. Josef Schmitz in neoromanischem Stil errichtete Pfarrkirche St. Anton. Sehenswert ist eine in jüngerer Zeit in der Apsis angebrachte Darstellung Christus in der Mandorla von Wolfgang Duck.

Im Zentrum von Gostenhof stehen die von 1900 bis 1903 im Gründerzeitstil erbaute Dreieinigkeitskirche und das ehemalige Lehrlingswohnheim, in dem jetzt das Nachbarschaftshaus untergebracht ist.

Regelmäßige Veranstaltungen

Einmal im Jahr findet in Gostenhof das Stadtteilfest statt, bei dem alle in Gostenhof aktiven Parteien, Vereine und Initiativen mitwirken. Des Weiteren findet jährlich am 1. Mai ein internationalistisches Straßenfest statt. Alle zwei Jahre findet u. a. in der Gostenhofer Hauptstraße ein Straßenfest statt.

Die Gostenhofer Atelier- und Werkstatttage (GOHO) sind als Biennale angelegt. Alle zwei Jahre öffnen Künstler ihre Arbeitsstätten für Besucher.<ref name="GOHO" />

Darüber hinaus seit 2016 jährlich das Kneipen- und Kulturfestival Bierchen und Bühnchen statt, das sich über den gesamten Stadtteil erstreckt. In der Adventszeit findet außerdem täglich (mit Ausnahme von Montag) ein Weihnachtsmarkt unter dem Namen „GOHO HOHO Adventszauber“ statt.

Medien

Kulturschaffende und Geschäftsleute aus Gostenhof bringen ein eigenes Stadtteilmagazin „inGoHo“ heraus, das zwei Mal im Jahr erscheint.

Seit Anfang 2013 gibt es ein crossmediales Online-Stadtteilfernsehen „goho.tv“, das von Studenten der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm gestaltet und von der Neue Welle Rundfunk-Verwaltungsgesellschaft betrieben wird.

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Nuremberg Eisenbahnbrunnen Bronzerelief 01.jpg
Bronzerelief der Eröffnung der Ludwigseisenbahn am Eisenbahnbrunnen von 1890 in der Fürther Straße, 2004
Datei:Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft 1869.jpg
Aktie über 100 Gulden der königl. privilegierten Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft vom 31. Juli 1869
Datei:Schule oben.jpg
Im Vordergrund das Dürer-Gymnasium, im Hintergrund der Nürnberger Justizpalast mit dem Memorium Nürnberger Prozesse sowie der Justizvollzugsanstalt Nürnberg

Verkehr

Durch Gostenhof führen die Bundesautobahn 73 sowie die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg, an die Gostenhof mit dem S-Bahn-Haltepunkt Rothenburger Straße angeschlossen ist. Mit den U-Bahnhöfen Gostenhof und Bärenschanze ist Gostenhof an die U-Bahn-Linie U1 angeschlossen.

Der Plärrer an der nordöstlichen Grenze zu Gostenhof ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt Nürnbergs. Dort trifft der Ring um die Altstadt auf die wichtigste Straße nach Fürth, die Fürther Straße, sowie die Straßen nach Ansbach und Erlangen.<ref group="SL">Charlotte Bühl: Plärrer. S. 829.Vorlage:Stadtlexikon Nürnberg/Wartungskategorie</ref> Die drei Nürnberger U-Bahn-Linien U1, U2 und U3 kreuzen sich dort und bieten Anschlüsse an die Straßenbahnlinien 4, 6 und 10 sowie die Stadtbuslinien 34 und 36. Der Plärrer steht synonym für die alltäglichen Verkehrsprobleme im Berufsverkehr.

Die Fürther Straße wurde vor der Eingliederung Nürnbergs nach Bayern, als Nürnberg eine (verarmte) freie Reichsstadt war und Gostenhof zu Preußen gehörte, als repräsentative Allee von den Preußen gebaut. Auf der Trasse fuhr 1835 die Ludwigseisenbahn. Gostenhof wurde lange Zeit durch die Straßenbahn geprägt, die früher bis nach Fürth fuhr und dabei den Stadtteil durchquerte. Diese Trasse ist mittlerweile durch eine U-Bahn ersetzt, die Straßenbahn fährt nur noch den Plärrer an.

Entlang der Straße sind viele Zeugnisse der Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts zu finden.

Ansässige Unternehmen

Behörden

Bildung

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Commons: Gostenhof – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

<references group="SL" />

  • Sonstige Quellen:

<references responsive />

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Almoshof | Altenfurt | Bärenschanze | Birnthon | Bleiweiß | Boxdorf | Brunn | Buch | Buchenbühl | Doos | Dutzendteich | Eberhardshof | Eibach | Eibacher Forst | Erlenstegen | Falkenheim | Fischbach | Freilandsiedlung | Gaismannshof | Galgenhof | Gärten bei Wöhrd | Gärten hinter der Veste | Gartenstadt | Gaulnhofen | Gebersdorf | Gerasmühle | Gibitzenhof | Gleißbühl | Gleißhammer | Glockenhof | Gostenhof | Greuth | Großgründlach | Großreuth bei Schweinau | Großreuth hinter der Veste | Gugelstraße | Guntherstraße | Hammer | Hasenbuck | Herpersdorf | Herrnhütte | Himpfelshof | Holzheim | Höfen | Höfles | Hummelstein | St. Jobst | St. Johannis | Katzwang | Kettelersiedlung | Kleingründlach | Kleinreuth bei Schweinau | Kleinreuth hinter der Veste | Kleinweidenmühle | Klingenhof | Königshof | Koppenhof | Kornburg | Kraftshof | Kriegsopfersiedlung | Krottenbach | Langwasser | Laufamholz | St. Leonhard | Leyh | Lichtenhof | Lohe | Loher Moos | Lohhof | Lorenz | Ludwigsfeld | Maiach | Marienberg | Marienvorstadt | Maxfeld | Mittelmühle | Mögeldorf | Moorenbrunn | Mooshof | Muggenhof | Mühlhof | Netzstall | Neukatzwang | Neulandsiedlung | Neunhof | Neuröthenbach | Neuselsbrunn | Nordbahnhof | Nordostbahnhof | Oberbürg | Obermühle | St. Peter | Pillenreuth | Platnersberg | Pirckheimerstraße | Rabus | Rangierbahnhof-Siedlung | Rechenberg | Rehhof | Reichelsdorf | Reichelsdorfer Keller | Rennweg | Reutles | Rosenau | Röthenbach bei Schweinau | Sandberg | Sandreuth | Schafhof | Schmalau | Schnepfenreuth | Schniegling | Schoppershof | Schweinau | Sebald | Seeleinsbühl | Spitalhof | Steinbrüchlein | Steinbühl | Steinplatte | Sündersbühl | Tafelhof | Thon | Tullnau | Unterbürg | Veilhof | Weichselgarten | Weigelshof | Weiherhaus | Werderau | Westfriedhof | Wetzendorf | Wöhrd | Worzeldorf | Zerzabelshof | Ziegelstein | Zollhaus

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(0) Altstadt und engere Innenstadt: (01) Altstadt, St. Lorenz | (02) Marienvorstadt | (03) Tafelhof | (04) Gostenhof | (05) Himpfelshof | (06) Altstadt, St. Sebald | (07) St. Johannis | (08) Pirckheimerstraße | (09) Wöhrd • (1) Weiterer Innenstadtgürtel Süd: (10) Ludwigsfeld | (11) Glockenhof | (12) Guntherstraße | (13) Galgenhof | (14) Hummelstein | (15) Gugelstraße | (16) Steinbühl | (17) Gibitzenhof | (18) Sandreuth | (19) Schweinau • (2) Weiterer Innenstadtgürtel West/Nord/Ost: (20) St. Leonhard | (21) Sündersbühl | (22) Bärenschanze | (23) Sandberg | (24) Bielingplatz | (25) Uhlandstraße | (26) Maxfeld | (27) Veilhof | (28) Tullnau | (29) Gleißhammer • (3) Südöstliche Außenstadt: (30) Dutzendteich | (31) Rangierbahnhof-Siedlung | (32) Langwasser Nordwest | (33) Langwasser Nordost | (34) Beuthener Straße | (35) Altenfurt Nord | (36) Langwasser Südost | (37) Langwasser Südwest | (38) Altenfurt, Moorenbrunn | (39) Gewerbepark Nürnberg-Feucht • (4) Südliche Außenstadt: (40) Hasenbuck | (41) Rangierbahnhof | (42) Katzwanger Straße | (43) Dianastraße | (44) Trierer Straße | (45) Gartenstadt | (46) Werderau | (47) Maiach | (48) Katzwang, Reichelsdorf Ost, Reichelsdorfer Keller | (49) Kornburg, Worzeldorf • (5) Südwestliche Außenstadt: (50) Hohe Marter | (51) Röthenbach West | (52) Röthenbach Ost | (53) Eibach | (54) Reichelsdorf | (55) Krottenbach, Mühlhof • (6) Westliche Außenstadt: (60) Großreuth bei Schweinau | (61) Gebersdorf | (62) Gaismannshof | (63) Höfen | (64) Eberhardshof | (65) Muggenhof • (7) Nordwestliche Außenstadt: (70) Westfriedhof | (71) Schniegling | (72) Wetzendorf | (73) Buch | (74) Thon | (75) Almoshof | (76) Kraftshof | (77) Neunhof | (78) Boxdorf | (79) Großgründlach • (8) Nordöstliche Außenstadt: (80) Schleifweg | (81) Schoppershof | (82) Schafhof | (83) Marienberg | (84) Ziegelstein | (85) Mooshof | (86) Buchenbühl | (87) Flughafen • (9) Östliche Außenstadt: (90) St. Jobst | (91) Erlenstegen | (92) Mögeldorf | (93) Schmausenbuckstraße | (94) Laufamholz | (95) Zerzabelshof | (96) Fischbach | (97) Brunn

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