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Koralmbahn

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Graz Hbf–Klagenfurt Hbf
Datei:Koralmbahn-Karte.png
Streckenverlauf
Streckennummer (ÖBB):401 01
Kursbuchstrecke (ÖBB):501 (Wien – Graz – Klagenfurt – Villach)
220 (Salzburg – Villach – Klagenfurt – Graz)
620 (Pusarnitz – Klagenfurt – Bleiburg – Wolfsberg)<ref>https://www.oebb.at/de/fahrplan/fahrplanbilder</ref>
Streckenlänge:127<ref name="felsbau-2010-315" /> km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 8<ref name="felsbau-2010-315" /> 
Minimaler Radius:3000<ref name="felsbau-2010-315">Johannes Fleckl-Ernst: Geodätische Herausforderungen beim Projekt „Koralmtunnel“. In: Felsbau, Heft 5/2010, S. 315–321, ISSN 1866-0134.</ref> m
Streckengeschwindigkeit:250<ref>ÖBB Infrastruktur AG: Information zur Koralmbahn</ref> km/h
Zugbeeinflussung:ETCS Level 2 ohne Signale
Zweigleisigkeit:durchgehend
<templatestyles src="BS/styles.css" />
Südbahn von Wien Hbf
211,355 Graz Hbf 364 m ü. A.
Köflacherbahn nach Köflach
B 70
213,070 Graz Don Bosco 358 m ü. A.
Steirische Ostbahn nach Szentgotthárd
216,158 Graz Puntigam 346 m ü. A.
B 67a
Südbahn nach Spielfeld-Straß
B 67
Brücke GW14 (A 2, Länge 50 m)
218,785
7,400
Neu-Kilometrierung
8,727 Flughafentunnel Graz (3251 m<ref>https://www.flickr.com/photos/feuerwehrmooskirchen/54683892623/in/album-72177720327864130 Foto des Tunnelschildes</ref>)
16,592 Cargo Terminal Graz Süd
17,100 Wundschuh
17,611 Verbindungsgleis Südbahn nach Spielfeld-Straß
20,101 Verbindungsgleis Südbahn von Graz Hbf
20,575 Unterführung Weitendorf (A 9, 1275 m)
Kainachbrücke (115 m)
22,665 Hengsbergtunnel (1695 m)
24,610 Hengsberg
Stainzbach
30,053 Gleisdreieck Wohlsdorf mit Wieserbahn von Lieboch
31,225 Wettmannstätten
31,957 Wieserbahn nach Wies-Eibiswald (über Groß Sankt Florian)
33,912 Laßnitz
34,900
34,917
Fehlerprofil (-17 m)
38,050 Wieserbahn von Lieboch über Groß Sankt Florian
38,412 Weststeiermark
38,577 Wieserbahn nach Wies-Eibiswald über Deutschlandsberg Stadt
40,834 Ostportal Koralmtunnel (32.894 m)
Landesgrenze Steiermark / Kärnten
73,728 Westportal Koralmtunnel
73,791
73,773
Fehlerprofil (+18 m)
Lavanttalbahn
Lavant
74,794 St. Paul im Lavanttal
Deutsch Grutschen (2550 m)
Einhausung Granitztal (430 m) über Granitzbach
Langer Berg (3096 m)
B 80
83,552
83,556
Fehlerprofil (-4 m)
Jauntalbrücke (429 m)
87,178–87,338 Wiederndorf-Aich
87 Jauntalbahn nach Bleiburg
B 80a
Wildquerung
93,879 Drautalbahn von Maribor
94,300 Mittlern
B 82
101,552 Grünbrücke Kühnsdorf (495 m)
102,600 Kühnsdorf Klopeiner See
103,509 Grünbrücke Peratschitzen (160 m)
104,100 Tunnel Srejach (620 m)
105,200 Tunnel Untersammelsdorf (664 m)
107,200 Tunnel Stein (2100 m)
111,979
0,000
km-Bruch
0,858
112,050
km-Bruch
Draubrücke (600 m)
Tunnel Lind (490 m)
Einhausung Grafenstein 633 m
114,657 Grafenstein
Gurkbrücke
B 70d
Glanbrücke
124,322 Klagenfurt Ebenthal
125,000 Klagenfurt Fbf
Rosentalbahn von St. Veit an der Glan
125,881 Klagenfurt Hbf 440 m ü. A.
Rosentalbahn nach Jesenice
Drautalbahn nach San Candido/Innichen

Koordinaten: 46° 46′ N, 15° 1′ O

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Die Koralmbahn (in früheren Planungen auch Koralpenbahn) ist eine österreichische Eisenbahn-Neubaustrecke zwischen den beiden Landeshauptstädten Graz (Steiermark) und Klagenfurt (Kärnten). Sie verkürzt die Fahrzeit zwischen beiden Städten für Fernverkehrszüge von rund drei Stunden auf 41 Minuten. Gemeinsam mit dem Semmering-Basistunnel soll sie entlang der Baltisch-Adriatischen Achse als Flachbahn den Güterverkehr erleichtern. Die Strecke ist 127 Kilometer lang und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ausgelegt. Kernstück der Koralmbahn ist der Koralmtunnel. Er hat zwei je 32,9 km lange Röhren; sie sind bis zu 1200 Meter hoch überdeckt von der Koralpe, landläufig Koralm genannt. Die Koralmbahn wurde ab Dezember 2010 abschnittsweise in Betrieb genommen. Der Güterverkehr auf der Strecke wurde im November 2025 aufgenommen; der planmäßige Personenverkehr auf der Gesamtstrecke begann im Dezember 2025, auf Teilstrecken bereits im Dezember 2010 (Steiermark) bzw. im Dezember 2023 (Kärnten).

Überblick

Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie wurden im Friedensvertrag von St. Germain per 10. September 1919 die Strecken der k.k. privilegierten Südbahngesellschaft auf drei Staaten aufgeteilt: Deutsch-Österreich, Italien und Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS-Staat).

Die 1863 und 1864 in Betrieb genommene „Kärntner Bahn“ (Marburg an der Drau–Bleiburg–Klagenfurt Hbf–Villach Hbf) kam 1919 durch die Abtrennung der Untersteiermark im Abschnitt zwischen Marburg und der neuen Staatsgrenze bei Bleiburg (heute Grenze zu Slowenien) zum SHS-Staat.

Um Mitte der 1920er Jahre erstrebte der Kärntner Landtag die Erstellung einer „Kärntner Ostbahn“ Klagenfurt Hbf–Wolfsberg–Packsattel–Mooskirchen–Graz. Auf Parlamentsebene wurde dies abgelehnt; ebenfalls das Projekt einer Koralpenbahn.<ref name="GKB1930">Die Koralpenbahn. In: G.K.B.-Zeitung, 1. Jahrgang, Heft 16, Graz, 22. Februar 1930, S. 241–243.</ref> Damals wurde solch ein Bau auch als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gewertet und das nämliche Projekt zur Schicksalsfrage Kärntens und der Steiermark erhoben.

Vorlage:Hinweisbaustein Nach dem Zweiten Weltkrieg – unter dem Eindruck des „Eisernen Vorhangs“ und der seit 1920 dauernden Randlage – wurde auf Wissenschaftsebene versucht, eine Koralpenbahn samt Koralpentunnel politisch bewusst zu machen, angestrebt von Karl Klugar, Vorstand des Instituts für Eisenbahnwesen und Verkehr an der TU Graz. Ihm folgte 1984 Klaus Riessberger und entwickelte als Institutsvorstand die „Drei-Loch-Theorie“ – Semmering-Basistunnel, Koralpentunnel und Bosruck-Basistunnel (samt Neuer Pyhrnbahn), welche die Steiermark aus ihrer Randlage herausführen sollten.

1990 titelte die Grazer Kleine Zeitung einen Gastkommentar: „Koralpenbahn mit zwanzig Jahren Verspätung“.<ref name="KlZ_1990">Johann Pontasch: Koralpenbahn mit zwanzig Jahren Verspätung. In: Kleine Zeitung, Graz, 21. Februar 1990, S. 3.</ref> Zeitgleich, in den Jahren 1989 bis 1992, engagierte sich die Kleine Zeitung, unter Chefredakteur Fritz Csoklich, für den Ausbau der Eisenbahn in Südösterreich. Im März 1987 hatte anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Eisenbahn in Österreich Günter Auferbauer in der Südost-Tagespost einen Ist-Soll-Vergleich verfasst, sinngemäß „Mehr Güter und Personen für die Eisenbahn“. Die fünf Teile der Serie wurden jeweils auf „Seite Drei“ platziert. Politische Aufmerksamkeit war erstmals erreicht worden.

In den folgenden Jahren war Josef Zeisler, Projektleiter bei der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken-AG (HL-AG), zunächst für die Planung des gesamten Projekts, später für den Kärntner Abschnitt der Koralmbahn verantwortlich und spielte dabei eine maßgebliche Rolle bei der Ausarbeitung der Trassen- und Baukonzepte.<ref>B. Schwaighofer, H. W. Müller, J. F. Schneider: Mitteilungen, Institut für Angewandte Geologie. Hrsg.: Universität für Bodenkultur Wien. Heft 9. Universität für Bodenkultur Wien, Wien Dezember 1998, S. 124.</ref>

Die Koralmbahn hat ihre südwärts führende Fortsetzung – im Sinne der Baltisch-Adriatischen Achse (BAA) – ab dem Grenzbahnhof Tarvisio Boscoverde auf italienischem Territorium über die Pontafelbahn ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) Richtung Udine.

Das Kernstück der Koralmbahn ist der Koralmtunnel. Bis ins Jahr 2009 wurden sowohl auf Kärntner Seite als auch auf steirischem Boden jeweils Sondierstollen vorgetrieben. Im weststeirischen Frauental erfolgte am 20. März 2009 der Spatenstich für das Baulos „Koralmtunnel I“, womit der eigentliche Tunnelvortrieb offiziell gestartet wurde.<ref>Thomas Wieser: Kärnten rückt immer näher. In: Kleine Zeitung vom 20. März 2009, S. 63.</ref> Der Koralmtunnel sollte bis zum Jahr 2016 zuerst einspurig fertiggestellt werden, die Teilstrecke Graz Hbf–Deutschlandsberg eingleisig bereits Ende 2010.

Der Termin zur gesamtheitlichen Fertigstellung der Strecke wurde mehrmals verschoben: von ursprünglich 2016 auf 2018 usw. Die Inbetriebnahme des Gesamtverkehrs erfolgte zum Fahrplanwechsel per 14. Dezember 2025.<ref name="ErsterPersonenZug">ÖBB Presse: Historischer Meilenstein: Erster Personenzug durchquert den Koralmtunnel. 12. Juni 2023, abgerufen am 12. September 2023.</ref>

Seit dem 13. Dezember 2010 verkehrte die Linie S6 Graz Hauptbahnhof–Wies-Eibiswald teils über die Südbahn und die Koralmbahn. Dabei waren der Bahnhof Werndorf an der Südbahn und der an der Koralmbahn neu errichtete Bahnhof Hengsberg einbezogen. Die Fahrzeit auf der Relation Graz Hbf–Deutschlandsberg verkürzt sich von 55 Minuten (über Lieboch) auf 40 Minuten (über Werndorf).<ref>Neues auf Schiene und Straße. Kleine Zeitung, 26. April 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Oktober 2014; abgerufen am 15. Juni 2020.</ref> Seit der endgültigen Fertigstellung der Koralmbahn verkehren auf dem Abschnitt bis Wettmannstätten alle Züge der S6 über die Strecke. Sie nutzen dabei bereits auch den Flughafentunnel der Koralmbahn und fahren nicht mehr über Werndorf. Zwei kurze Verbindungsstrecken binden den Bahnhof Weststeiermark an die Wieserbahn an. Dort halten nun alle in Richtung Deutschlandsberg fahrenden Regionalzüge der Linien S6 und S61.

Auf Kärntner Seite verkehrt seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2023 die Linie S3 auf der Strecke Wolfsberg–LavanttalbahnSt. Paul im Lavanttal–Koralmbahn–Wiederndorf-Aich–Jauntalbahn–Bleiburg–Drautalbahn–Mittlern–Koralmbahn–Klagenfurt Hauptbahnhof.<ref>Kärntner Koralmbahn geht in Betrieb. 7. Dezember 2023, abgerufen am 3. März 2024.</ref> Derart sind Streckenteile der Lavanttalbahn, der Jauntalbahn und der Drautalbahn (ursprünglich als „Kärntner Bahn“ errichtet) an die Koralmbahn angebunden.

Abschnitte

Graz Hbf–Feldkirchen

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Datei:Karte Eisenbahnen Sudweststeiermark.jpg
Anschluss der Koralmbahn an die Südbahn und die Wieserbahn
Datei:Bahnnetz Steiermark.svg
Bahnnetz der Steiermark seit Inbetriebnahme der Koralmbahn

Im Dezember 2002 begann der mehrgleisige Ausbau des 1,715 km langen Streckenabschnittes Graz HauptbahnhofGraz Don Bosco. Erforderlich wären sechs Gleise, je zwei für die Koralmbahn, Südbahn, Steirische Ostbahn. Infolge Platzmangels konnten nur vier Gleise eingebaut werden: Das Ostbahn-Gleispaar mündet, Richtung Hauptbahnhof, in das Gleispaar der Südbahn.

Die seit 1846 verwendete zweigleisige Südbahntrasse Graz Hauptbahnhof–Spielfeld-Straß war anno 1956 ab Graz Puntigam auf ein Gleis rückgebaut worden; zweigleisig erhalten blieb die Ausweiche Lebring. Mittlerweile erfolgten Streckenadaptierungen und der zweigleisige Ausbau. Aktuell sind nur noch die beiden Südbahn-Streckenabschnitte Werndorf–Wildon–Lebring und Leibnitz–Ehrenhausen–Spielfeld-Straß eingleisig in Betrieb.

Mit der künftig durchgängig zweigleisigen Südbahn-Hochleistungsstrecke Graz Hauptbahnhof–Spielfeld-Straß–Maribor erhält das Cargo Center Graz (CCG) mehr Transportkapazität.

Zwischen 2019 und 2022 wurde die zweigleisige Südbahn-Teilstrecke Graz Hbf–Graz Puntigam auf vier Gleise ausgebaut. Im selben Zeitraum wurden die Bahnhöfe Graz Puntigam und Feldkirchen-Seiersberg grundlegend umgebaut.<ref>ÖBB: Baustart für viergleisigen Ausbau Puntigam – Feldkirchen-Seiersberg. presse.oebb.at, 2. März 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juni 2022; abgerufen am 7. März 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/presse.oebb.at</ref>

  • Streckenlänge: 7,0 km
  • Strecken-Längsneigung: max. 8 ‰
  • Kunstbauten: 13 Unterführungen; zweigleisige Brücke in zwei 25-m-Längsteilen über die A2 (mit 2 Kränen, während 2 Nächten, 22.–24. April 2022 eingehoben; westlich neben der Südbahnbrücke, östlich neben der Geh-Rad-Brücke)<ref>Ulrich Dunst: Eisenbahnbrücke über A2 steht : „Alles hat perfekt funktioniert, aber jetzt sind wir müde“. In: Kleine Zeitung, Print, 25. April 2022, S. 12 f.</ref><ref>Mit Kränen: Eisenbahnbrücke wird eingehoben. orf.at, 23. April 2022, abgerufen am 25. April 2022.</ref>
  • Baufortschritt: Graz Puntigam–Feldkirchen-Seiersberg viergleisiger Ausbau bis Ende 2023 vollzogen
  • Aktuelle Nutzung: Graz Hauptbahnhof–Graz Puntigam viergleisig (je zwei Gleise für Koralmbahn und die Südbahn), Graz Puntigam–Feldkirchen-Seiersberg zweigleisig (Südbahntrasse); Koralmbahntrasse in Adaptierung

Feldkirchen–Wettmannstätten

Im Bereich von Feldkirchen soll künftig die Steirische Ostbahn an die Südbahn und die Koralmbahn angeschlossen werden. Die Trassenauswahl dieser Verknüpfung wurde im Juni 2008 abgeschlossen.<ref>Verbindung Koralmbahn – Steirische Ostbahn. (PDF) ÖBB-Infrastruktur Bau AG, Juni 2008, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. Juli 2008.@1@2Vorlage:Toter Link/www.oebb.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Der 1695 Meter lange Hengsbergtunnel liegt zwischen Werndorf bzw. Weitendorf und Wettmannstätten; mit dessen Bau war Mitte 2008 begonnen worden.<ref>Tunnelanschlag Hengsbergtunnel. ÖBB-Infrastruktur Bau AG, 27. Juni 2008, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. Juli 2008.@1@2Vorlage:Toter Link/www.oebb.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Der Tunneldurchschlag erfolgte am 30. April 2009. Seit 13. Dezember 2010 wird der Hengsbergtunnel für den Betrieb der S-Bahn-Linie 6 in Dieseltraktion genutzt.

Im September 2020 begannen die Arbeiten am sogenannten „Flughafenast“, konkret am Abschnitt Feldkirchen–Weitendorf. Insgesamt enthält dieser 13 km lange Abschnitt zwölf Brücken und eine 3,2 km lange Unterflurtrasse.<ref>ÖBB: Baustart für den Koralmbahn Streckenabschnitt Feldkirchen - Weitendorf. In: presse.oebb.at. 1. September 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Oktober 2020; abgerufen am 7. März 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/presse.oebb.at</ref> Aufgrund des dicht besiedelten Gebietes wird die Koralmbahntrasse im Bereich südlich der A-2-Querung, unterhalb der Landesstraße B 67 zum Flughafen und bis Zettling in einem Tunnel geführt. Auf diese Weise wird ein Höchstmaß an Umwelt- und Lärmschutz erreicht. Zwölf neue Brücken werden im Rahmen des Koralmbahn-Abschnitts hergestellt – sechs Eisenbahnbrücken und sechs Straßenbrücken. Besondere architektonische Aufmerksamkeit erhielt dabei die Brücke (Straßenbrücke der Gemeindestraße über die A 9 und Koralmbahn) im Bereich der Gemeindestraße Werndorf–Weitendorf. Sie hat eine Spannweite von 125 Metern, wiegt 3500 Tonnen und gilt als das Tor zur Koralmbahn.

  • Streckenlänge: 24,3 km
  • Strecken-Längsneigung: max. 10 ‰
  • Tunnel und Unterflurtrassen: Länge 5,8 km
  • Tunnelausbruch-Querschnitt mit Sohlgewölbe (bergmännisch): 117 m²
  • Tunnelquerschnitt Endausbau: 77 m²
  • Kunstbauten: 2 Unterflurtrassen, 1 Tunnel, diverse Brücken
  • Baufortschritt: Abschnitt WerndorfWeitendorfWettmannstätten in Teilbetrieb
  • Inbetriebnahme: Werndorf–Hengsberg–Wettmannstätten: Seit 13. Dezember 2010, eingleisig; S-Bahn-Linie S6, Dieseltraktion.

Diskutierte Flughafenanbindung

Die Situierung des ab Anbeginn geplanten „Regionalbahnhofs Flughafen Graz“ ist im Streckenprofil aus dem Jahr 2008 mit den km-Marken 7,985–9,800 festgeschrieben.<ref>Wilfried Rombold: Trotz Anbindung: Warum die Koralmbahn nicht am Grazer Flughafen halten wird. 27. März 2019, abgerufen am 15. Juni 2020.</ref><ref>Koralmbahn könnte doch am Flughafen Graz halten. Abgerufen am 15. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Abschnitt Feldkirchen–Weitendorf sollte mittels Trassen-Verschwenkung eine Anschlussstelle zum Flughafen Graz und an das öffentliche Verkehrsnetz ermöglichen. Am unterirdischen Bahnhof im Flughafengebäude sollten auch Fernreisezüge halten. 2024 entschied das Verkehrsministerium, dass die Koralmbahn vorerst ohne einen Bahnhof „Flughafen Graz“ in Betrieb gehen sollte. Man erstellte aber einen Rohbau, um im Bedarfsfall einen Bahnhof „Flughafen Graz“ einfügen zu können.

Hengsbergtunnel

Bei dem rund 1,7 Kilometer langen, einröhrigen und zweigleisigen Hengsbergtunnel kamen drei unterschiedliche Baumethoden zum Einsatz: die Geschlossene und die Offene Bauweise sowie die Deckelbauweise (Südportal des Hengbergtunnels). Bei der offenen Bauweise wird vorab eine Baugrube ausgehoben, in der das Tunnelbauwerk errichtet wird. Anschließend wird die Baugrube wieder verfüllt. Die Wahl der Vortriebsart richtet sich nach topographischen Gegebenheiten und nach wirtschaftlichen Aspekten. Die Tunnelschale wurde als druckwasserdichte Weiße Wanne errichtet. Die Technik der Weißen Wanne ist eine Baumethode, die es durch spezielle Betonzusammensetzungen und einen erhöhten Bewehrungsgehalt ermöglicht, wasserdichte Bauwerke in grundwasserführenden Schichten ohne zusätzliche Abdichtungen zu errichten. Der überwiegende Teil des Hengsbergtunnels wurde konventionell im Bagger- oder Sprengvortrieb hergestellt. Der Innenausbau des Tunnels wurde um Mai 2010 fertiggestellt. Der Oberbau wurde als mit Straßenfahrzeugen befahrbare feste Fahrbahn ausgeführt. Diese Baumethode wird in Tunnelbauwerken und Wannenstrecken bevorzugt angewandt, weil sie hinsichtlich der erschwerten Zugänglichkeit, der Errichtung, Instandsetzung, Erneuerung und betrieblicher Randbedingungen am wirtschaftlich zweckmäßigsten ist.

Wettmannstätten–Deutschlandsberg–St. Andrä im Lavanttal–St. Paul im Lavanttal

IC-Bahnhof „Weststeiermark“

Bahnhof Weststeiermark Blick Richtung Osten über Koralmbahn
Bahnhof Weststeiermark (Oktober 2023)

Im September 2017 begann der Bau des IC-Bahnhofs „Weststeiermark“,<ref>Exposé – Neubau – Projekt Bahnhof Weststeiermark. (PDF) In: oebb-immobilien.at. ÖBB Immobilien, S. 2, abgerufen am 15. März 2018.</ref> dieser steht auf Boden der Gemeinde Groß Sankt Florian (bzw. nahe am Koralmtunnel-Ostportal, Gemeinde Frauental). Der Bahnhof enthält acht Gleise, rund 400 Park-&-Ride-Plätze, Infrastruktur für E-Mobilität und einen überdachten Zufahrtsbereich für Busse und Taxis. Je ein Schleifengleis verbindet zu den Bahnhöfen „Groß St. Florian“ und „Frauental-Bad Gams“ an der nunmehr elektrifizierten „Wieserbahn“-Strecke Wettmannstätten–Deutschlandsberg–Wies-Eibiswald. Die Fahrzeit ab dem Stadtbahnhof Deutschlandsberg bis Graz Hauptbahnhof beträgt 25 Minuten anstatt vorher 40 Minuten.

Koralmtunnel

Datei:Koralmtunnel westportal 20071104.jpg
Westportal des späteren Koralmtunnels (Erkundungstunnel Mitterpichling, Bild von 2007)

Im Bauabschnitt Wettmannstätten–DeutschlandsbergSt. Andrä im Lavanttal liegt der 32,9 km lange Koralmtunnel. Das Ostportal des Koralmtunnels liegt nahe Zeierling, im südlichen Gemeindegebiet von Frauental. Die Tunneltrasse verläuft durch die anschließenden Gemeindegebiete Deutschlandsberg (darin liegt der Zwischenangriff „Leibenfeld“), Schwanberg und Wies zum Westportal des Koralmtunnels, daher auf Kärntner Seite.

In Kärnten führt die Tunneltrasse durch die Gemeindegebiete von St. Georgen und St. Andrä im Lavanttal. An der Landesstraße L 140 wurde der Schacht „Paierdorf“ errichtet. Zirka 700 m vor dem westseitigen Ende des Koralmtunnels war der Zwischenangriff „Mitterpichling“ eingerichtet. Mit dem Westportal endet der vorliegende Projektabschnitt. Hier erfolgt die Anbindung an den benachbarten Teilabschnitt, IC-Bahnhof „St. Paul im Lavanttal“.

  • Streckenlänge: 43,8 km
  • Strecken-Längsneigung: max. 6 ‰
  • Tunnellänge: 32,8 km
  • Tunnelausbruch-Querschnitt mit Sohlgewölbe: 2 × 82 m²
  • Tunnel-Nettoquerschnitt: 2 × 51 m²
  • Kunstbauten: Koralmtunnel, diverse Brückenobjekte

Ab Mai 2002 wurden Erkundungsbohrungen durchgeführt, die in den Bau von Sondierstollen mündeten. Diese Erkundungen lieferten die Grundlagen zur Beauftragung von Ausbrucharbeiten im Koralmtunnel (KAT). Mit dem Baulos KAT1 wurde in der Steiermark 2008 begonnen.

  • 2008 bis 2013: Tunnelbaulos KAT1
  • 2008 bis 2010: Vorbereitende Maßnahmen im Lavanttal: u. a. Lavantbrücke, Lavantverlegung, Errichtung des Überwerfungsgleises nahe am Tunnel-Westportal
  • seit 2011: Tunnelbaulos KAT2 inklusive der Herstellung der freien Strecke bis Wettmannstätten
  • 2013: Fertigstellung der Objekte „Lassnitztal“ entlang der freien Strecke
  • ab 2013: Tunnelbaulos KAT3, Jänner 2014 Tunnelanschlag
  • bis 2014: Bahnhöfe Wolfsberg, St. Stefan im Lavanttal, St. Andrä im Lavanttal modernisiert; Haltestelle Priel verlegt
  • ab Oktober 2017: Herstellung der Betoninnenschale am KAT2
  • 14. August 2018: Durchschlag in der Koralmtunnel-Südröhre<ref>Koralmtunnel-Durchstich geglückt. In: kaernten.orf.at. 14. August 2018, abgerufen am 1. November 2018.</ref><ref>Koralmtunnel-Durchschlag in der Südröhre geglückt auf SN vom 14. August 2018, abgerufen am 14. August 2018.</ref>
  • 17. Juni 2020: finaler Koralmtunnel-Durchschlag in der Nordröhre

Für den Tunnelbau wurden drei Tunnelbohrmaschinen („Mauli 1“ und „Mauli 2“ von der Strabag und „Kora“ von Porr) eingesetzt. Der Tunnel wurde in Tübbingbauweise errichtet.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/infrastruktur.oebb.atBau-Information Koralmbahn Abschnitt Wettmannstätten – St. Andrä (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )</ref>

  • Die Tunnelbohrmaschine „Mauli 1“ war 2017/18 zweimal in Störzonen steckengeblieben; einmal ab ungefähr 23. November 2017 bis ungefähr 5. Februar 2018.<ref>Koralmtunnel: Bauarbeiten nehmen Fahrt auf orf.at, 5. Februar 2018, abgerufen am 23. März 2018.</ref>

Die erste Testfahrt bzw. die erste Sonderfahrt durch den gesamten Koralmtunnel fand mit einem Personenzug statt: am 12. Juni 2023, von Kärnten in die Steiermark. Da die Oberleitung noch nicht installiert war, verkehrte ein ÖBB Cityjet Dieseltriebwagen; Fahrtdauer, bei 40 km/h, rund 27 Minuten. Geladen waren die Landeshauptleute von Kärnten und der Steiermark sowie Projektleiter und Vertreter diverser Medien.<ref>Erste Fahrt auf neuer Koralmbahnstrecke. In: kaernten.ORF at. Österreichischer Rundfunk, 12. Juni 2023, abgerufen am 3. Oktober 2023.</ref>

St. Paul im Lavanttal–Wiederndorf-Aich

Der Abschnitt St. Paul im Lavanttal-Wiederndorf-Aich wurde zum größten Teil in Tunnelbauweise hergestellt. Seit 10. Dezember 2023 wird er von der S-Bahn befahren.

  • Streckenlänge: 7,8 km
  • Strecken-Längsneigung: max. 10 ‰
  • Tunnellänge: rund 6,0 km
  • Tunnelausbruch-Querschnitt mit Sohlgewölbe: rund 2 × 60 m²
  • Tunnel-Nettoquerschnitt: 2 × 51 m²
  • Kunstbauten: Tunnel Deutsch Grutschen (2600 m), Tunnel Langer Berg (2900 m, jeweils zwei eingleisige Röhren), Einhausung Granitztal (600 m), eine Straßen- und Wegbrücke, zwei Bahnbrücken. Die Tunnelkette Granitztal ist das zweitlängste Tunnelsystem der Koralmbahn.<ref>Bau-Information Koralmbahn, Abschnitt St. Andrä – Aich. ÖBB Infra, April 2015, abgerufen am 23. März 2018.</ref>

Baufortschritt

  • 2010: Basaltteich bei Kollnitz verfüllt
  • 2015: Baubeginn Tunnelkette Granitztal; letzter Tunneldurchschlag durchgeführt am 11. Dezember 2017

Neuer Bahnhof „St. Paul im Lavanttal“

Unter dem Arbeitstitel „Bahnhof Lavanttal“ wurde ab November 2008 im Gemeindegebiet St. Paul im Lavanttal ein Haltepunkt für Regional- und Fernzüge errichtet, wird als Überholbahnhof genutzt werden, dient jedoch bereits seit 10. Dezember 2023 als Verknüpfungsbahnhof zwischen der Koralmbahn und der Lavanttalbahn. Er wurde südlich der Deponie Lavanttal-Boden errichtet, dort, wo zuvor große Teile des Koralmtunnel-Ausbruchsmaterials deponiert waren.

Die Eröffnung unter dem Namen „St. Paul im Lavanttal“ erfolgte mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023. Bis zur gesamtheitlichen Eröffnung der Koralmbahn (14. Dezember 2025) bedienten ausschließlich S-Bahn- und Regionalexpress-Züge der Linie Wolfsberg–Klagenfurt Hbf den Bahnhof.<ref>Koralmbahn: Erster Mieter im neuen Bahnhof in St. Paul ist bekannt. 27. Juli 2023, abgerufen am 3. Oktober 2023.</ref><ref>Kärntner Abschnitt der Koralmbahn soll mit Jahresende Betrieb aufnehmen. Abgerufen am 3. Oktober 2023.</ref>

Tunnelkette Granitztal

Die Tunnelkette Granitztal besteht aus den Tunneln Deutsch Grutschen und Langer Berg. Beide Tunnel sind jeweils mit einer Einhausung verbunden.<ref>Tunnelkette Granitztal. In: IGT. Abgerufen am 17. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Wie im März 2026 bekannt wurde, gibt es im Bereich der Tunnelkette Probleme mit dem Tunnelknall bei hohen Geschwindigkeiten. Deshalb gilt aktuell in diesem Bereich bei der Einfahrt in den Tunnel eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 190 km/h. Züge bremsen vor der Einfahrt ab und beschleunigen dann im Tunnel wieder.<ref>dominik.schreiber,kid.moechel: ÖBB: Tempolimit wegen Tunnelknall auf der Koralmbahn. 12. März 2026, abgerufen am 17. März 2026.</ref>

Vorerst gibt es seitens der ÖBB laut öffentlichen Angaben keine Pläne, das Problem mit Umbauten zu lösen. Langfristig könnte es Umbaumaßnahmen geben. Ob auch die Züge der Westbahn vom Tunnelknall betroffen sind, die eine deutlich stromlinienförmigere Nase haben, als die ÖBB Railjets, ist bisher nicht bekannt. Die Begrenzung gilt seitens des Betreibers ÖBB Infra für alle Fahrten in diesem Bereich.<ref>Christina Natascha Kogler: Bahntunnel mit Tempolimit verhindert Tunnelknall. 12. März 2026, abgerufen am 17. März 2026.</ref>

Jauntalbrücke

Datei:Jauntalbruecke 2024.jpg
Neue Jauntalbrücke über die Drau, bei Eis-Ruden in Kärnten (2024)

Die zuvor eingleisige Jauntalbrücke – mit 430 Meter Länge und 96 Meter Höhe über dem Wasserspiegel der Drau eine der höchsten Eisenbahnbrücken Europas – erhielt ein neues Tragwerk mit darunter liegendem Geh- und Radweg. Im Vorfeld wurden im September 2015 gemeinsam mit dem Bundesheer die bestehenden Brückenpfeiler untersucht. Diese konnten mit geringen Instandsetzungsmaßnahmen für die neue Konstruktion weiterverwendet werden.<ref name="oebb-mittlern-althofen">Bau-Information Koralmbahn Abschnitt Mittlern – Althofen/Drau. In: infrastruktur.oebb.at. Juni 2017, abgerufen am 17. Januar 2019.</ref>

Wiederndorf-Aich–Althofen/Drau

Datei:Koralmbahn Draubrücke.jpg
Brücke der Neubaustrecke über die Drau, bei Tainach-Stein (2024)

Für den Streckenabschnitt Wiederndorf-Aich–Althofen wurde im März 2004 die Umweltverträglichkeitsprüfung positiv abgeschlossen, die eisenbahnrechtliche Baugenehmigung zum Bereich Wiederndorf-Aich–Mittlern erlangt. Im September 2010 wurden mit dem Baulos 60.2 im Bereich Bahnhof Kühnsdorf Klopeiner See die Bauarbeiten aufgenommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Streckenabschnitt Wiederndorf-Aich – Mittlern – Althofen / Drau (Memento vom 13. Juni 2011 im Internet Archive)</ref>

  • Streckenlänge: 28,6 km
  • Kunstbauten: Tunnel, Jauntalbrücke, Draubrücke

Baufortschritt

  • Haltestelle Bleiburg Stadt: fertiggestellt
  • Bahnhof Bleiburg: Erste Bauphase Mitte 2010 abgeschlossen
  • Baulos 60.2 Kühnsdorf: Baubeginn September 2010, Fertigstellung Dezember 2013
  • Baulos 60.6 Draubrücke bei Stein: Baubeginn Herbst 2012, Fertigstellung Dezember 2014
  • Baulos 60.4 Baufelderschließung Tunnelkette St. Kanzian: Baubeginn Herbst 2013, Fertigstellung Herbst 2014
  • Baulos 60.3 Tunnelkette St. Kanzian: Baubeginn Februar 2015, Fertigstellung Dezember 2020
  • Baulos 60.5 Tunnelkette Stein–Lind: Baubeginn Februar 2016, Fertigstellung Herbst 2020
  • Baulos 60.1 Mittlern–Kühnsdorf: Baubeginn März 2016, Fertigstellung Herbst 2020
  • Inbetriebnahme im Abschnitt von Mittlern (mit Abzweig zur Drautalbahn) bis Pribelsdorf (mit einer provisorischen Anbindung zur Drautalbahn) am 7. September 2020, aufgrund der in diesem Bereich zweimaligen Kreuzung der Neubaustrecke mit der Bestandstrecke der Drautalbahn, sowie Eröffnung des neuen Bahnhofs Mittlern.<ref name=":0">Koralmbahn: Abschnitt in Kärnten jetzt in Betrieb. Abgerufen am 15. September 2020.</ref> Seit 10. Dezember 2023 ist die Drautalbahn im Bereich Abzweig bei Grafenstein–neuer Bahnhof Mittlern in die Trasse der Koralmbahn integriert.<ref>Parlamentarische Anfrage an Wolfgang Sobotka vom 22. April 2020. (PDF) bmvit, abgerufen am 7. März 2021.</ref>

Wiederndorf-Aich–Mittlern

Im ökologisch bedeutsamen Waldgebiet der Dobrowa wurden zwei Brücken und ein Durchlass errichtet, damit Wildtiere die Bahntrasse sowie die parallel geführten Straßen gefahrlos queren können.<ref name="oebb-mittlern-althofen" />

Mittlern–Kühnsdorf Klopeiner See

Datei:2021-02-28 Kühnsdorf Koralmbahn6.jpg
Brücke der Neubaustrecke über die Seeberg Straße (B82) in Kühnsdorf Klopeiner See (2021). Künstlerische Gestaltung: Armin Guerino (2010–2014)<ref> https://www.guerino.at/werk/projekte/2010-2014-%c2%b7-graeser-im-wind/ </ref>

Ab dem Frühjahr 2016 wurde im rund 7,5 km langen Bauabschnitt zwischen Kühnsdorf Klopeiner See und Mittlern großteils im Waldgebiet der Dobrowa gebaut. Unter anderem wurden der Globasnitzerbach verlegt und im Bereich des zukünftigen Bachbettes eine Eisenbahn- und Straßenbrücke der L128a Jaunfeldstraße errichtet. Die (neue) Haltestelle Mittlern wird seit dem 7. September 2020 mit Regionalzügen bedient.<ref name=":0" /><ref name="oebb-mittlern-althofen" />

Ob der neue Bahnhof Kühnsdorf Klopeiner See nur als S-Bahn-Halt oder auch von IC- und Railjet-Zügen bedient werden soll, war im März 2023 noch nicht endgültig festgelegt.<ref>Erste positive Signale für IC-Halt am Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See. In: kleinezeitung.at. 5. November 2022, abgerufen am 17. März 2023.</ref> Für die neu bestellten IC-Garnituren der ÖBB müssten die Bahnsteige um etwa 60 m verlängert werden.<ref>Bahnsteige für Halt von neuen IC-Zügen zu kurz. In: kleinezeitung.at. 16. März 2023, abgerufen am 17. März 2023.</ref>

Im Juni 2025 wurde bekannt, dass das private Eisenbahnverkehrsunternehmen Westbahn den Bahnhof Kühnsdorf Klopeiner See ab März 2026 fünf Mal täglich je Richtung bedienen wird.<ref>Fünf Mal täglich: Westbahn wird in Kühnsdorf Klopeiner See und Pörtschach halten. 10. Juni 2025, abgerufen am 29. August 2025.</ref> Im August 2025 kündigte Infrastrukturminister Peter Hanke an, dass auch Züge der ÖBB in Kühnsdorf Klopeiner See halten sollen.<ref>Auch ÖBB-Halt künftig in Kühnsdorf Klopeiner See. 1. August 2025, abgerufen am 29. August 2025.</ref> Eine Verlängerung der Bahnsteige ist vorerst nicht erforderlich, da sowohl für die RJ-Garnituren der ÖBB, die ICE-Garnituren der DB, als auch für die Stadler-SMILE-Züge der Westbahn die aktuelle Bahnsteiglänge von 220 m ausreichend ist.

Tunnelbauwerke

  • Der Ende 2013 im Rohbau fertiggestellte Grüntunnel in Kühnsdorf Klopeiner See dient auch als Lärmschutz für die Bewohner von Kühnsdorf Mitte. Der Gleisbau und die bahntechnische Ausrüstung im Abschnitt erfolgten in den Jahren 2020 bis 2022.
  • Der 230 Meter lange Grüntunnel Peratschitzen wurde im Juli 2017 im Rohbau fertiggestellt. Er wurde in offener Bauweise mit Rechteck-Querschnitt hergestellt.
  • Beim Tunnel Srejach (620 m) wurde im Juli 2017 die Tunneldecke hergestellt, anschließend folgten der Innenaushub und die Arbeiten für die Innenschale.
  • Im Sommer 2017 begann beim Tunnel Untersammelsdorf (665 m) der Hauptvortrieb. Der Tunneldurchschlag erfolgte im April 2018.<ref>Koralmbahn: „Schwimmender“ Tunnel fertig. In: kaernten.orf.at. 26. April 2018, abgerufen am 19. November 2018.</ref>
  • Die Arbeiten am Tunnel Stein (2100 m, davon 600 m in offener Bauweise) wurden im August 2017 beendet.
  • Der Tunnel Lind (Durchschlag im Februar 2017) verbindet die Draubrücke und den Koralmbahnabschnitt Klagenfurt Hbf–Althofen.<ref name="oebb-mittlern-althofen" />

Althofen/Drau–Klagenfurt Hbf

Seit März 2001 wurde an der ersten Baustufe des Abschnitts Althofen–Grafenstein–Klagenfurt Hbf gearbeitet.

  • Streckenlänge: 12,9 km
  • Längsneigung max.: 3,8 ‰
  • Tunnellänge: Einhausung Grafenstein 633 m
  • Kunstbauten: 12 neue Unter- oder Überführungen

Baufortschritt

  • 1. Ausbaustufe Unterbau und Brückenbau, Oberbau eingleisig im Herbst 2007 abgeschlossen
  • Abschnitt Frachtenbahnhof im Herbst 2012 fertiggestellt
  • 2. Ausbaustufe Oberbau zweigleisig, Baubeginn März 2015

Der Abschnitt wurde 2016 in Betrieb genommen.<ref>Althofen/Drau–Klagenfurt auf infrastruktur.oebb.at, abgerufen am 17. Jänner 2019</ref>

Inbetriebnahme und Verkehr

Datei:Railjet Testfahrten.jpg
ÖBB Railjet-Garnitur bei Testfahrt am Ostportal des Koralmtunnels (2025)

Zwischen Klagenfurt Hbf und Wiederndorf-Aich vor der Jauntalbrücke, wurden Anfang September 2023 erste Testfahrten mit Geschwindigkeiten von über 250 km/h durchgeführt.<ref>Koralmbahn: Fahrten über 250 km/h. In: kaernten.ORF.at. Österreichischer Rundfunk, 7. September 2023, abgerufen am 16. September 2023.</ref> Im Zuge der Inbetriebnahme des Kärntner Teils der Koralmbahn am 10. Dezember 2023 gab es einige Tage vor dem offiziellen Start eine Feier im neuen Bahnhof St. Paul im Lavanttal. Am 7. Dezember 2023 verkehrten erstmals Sonder-Personenzüge zwischen Klagenfurt Hbf, St. Paul im Lavanttal und Wolfsberg.<ref>Kärntner Koralmbahn vor Inbetriebnahme: Die ÖBB laden zur großen Feier am 7. Dezember. Abgerufen am 25. November 2023.</ref> Die Regionalzüge verkehren mit einer maximalen Geschwindigkeit von 160 km/h. Die jeweils zulässige Streckenhöchstgeschwindigkeit wird von FV-Zügen im planmäßigen Betrieb seit der Vollinbetriebnahme der Koralmbahn bis Graz Hbf seit Dezember 2025 gefahren.

Eine wochenlange Testphase mit über 280 Testfahrten von einzelnen Lokomotiven, Messwagen, ICE- und Railjet-Garnituren<ref>Erste Testfahrt mit Railjet. In: kaernten.orf.at. 10. Juni 2025, abgerufen am 10. Juni 2025.</ref>, darunter Hochtastfahrten bis 250 km/h, wurde Mitte Juni 2025 abgeschlossen.<ref name=":1">Testphase auf der Koralmbahn erfolgreich beendet. ÖBB, 18. Juni 2025, abgerufen am 18. Juni 2025.</ref> Die Österreichischen Bundesbahnen begannen am 6. August 2025 mit Schulungsfahren mit Lokomotiven der Reihen 1016/1116 für Lokführer auf der Strecke mit dem Ziel des Erwerbs der Streckenkenntnis sowie der Praxisanwendung von ETCS Level 2.<ref>Startschuss für Lokführer:innen: Beginn der - ÖBB. Österreichische Bundesbahnen, 6. August 2025, abgerufen am 10. August 2025.</ref> Ende August 2025 begann eine Übungsphase mit den Hilfs- und Einsatzorganisationen.<ref>Koralmbahn: Übungsphase für Einsatzkräfte startet - ÖBB. Österreichische Bundesbahnen, 28. August 2025, abgerufen am 31. August 2025.</ref>

Datei:Einer der ersten Güterzüge auf der Koralmbahn.jpg
Einer der ersten Güterzüge auf der steirischen Seite der Koralpe am 5. November 2025

Die Österreichischen Bundesbahnen kündigten einen Beginn des Güterverkehrs für Oktober 2025<ref name=":1" /> sowie tägliche Einsätze von siebenteiligen ICE 4 ab Dezember 2025 im Fernverkehr zwischen Klagenfurt Hbf und Graz Hbf mit Halt in Kühnsdorf Klopeiner See an.<ref>ÖBB: Mehr Angebot und moderne Züge für Kärnten - ÖBB. Österreichische Bundesbahnen, 5. August 2025, abgerufen am 10. August 2025.</ref> Am 12. März 2025 kündigte das Unternehmen Westbahn fünf tägliche Zugpaare Wien HbfVillach Hbf über die Koralmbahn mit Stadler Smile ab 1. März 2026 an.<ref>WESTbahn: Mit 1. März 2026 ab in den Süden. APA-OTS-Aussendung der WESTbahn Management GmbH, 12. März 2025, abgerufen am 8. Juni 2025.</ref><ref>Stadler liefert SMILE Hochgeschwindigkeitszüge an die WESTbahn. Medienmitteilung der Stadler Austria GmbH, 12. März 2025, abgerufen am 8. Juni 2025.</ref><ref>Ab in den Süden Wien Hbf – Graz Hbf – Klagenfurt Hbf – Villach Hbf mit der WESTbahn ab 1. März 2026. News. In: westbahn.at. 12. März 2025, abgerufen am 8. Juni 2025.</ref><ref>Kid Möchel, Dominik Schreiber: „Historischer Tag“: Private Westbahn will jetzt auch die Südbahn-Strecke erobern. In: Kurier.at. 12. März 2025, abgerufen am 8. Juni 2025.</ref> Der integrierte Taktfahrplan des Personenverkehrs auf der Koralmbahn wurde im September 2025 präsentiert und ab Mitte Oktober 2025 online bereitgestellt (siehe Abschnitt #Fahrplansystem).<ref>ÖBB: Testfahrten auf Koralmbahn erfolgreich. In: kaernten.orf.at. 18. Juni 2025, abgerufen am 19. Juli 2025.</ref><ref>ÖBB: Schneller, öfter, besser! Neuer Fahrplan für neue Koralmbahn präsentiert. In: presse-oebb.at. 16. September 2025, abgerufen am 19. September 2025.</ref>

Der Güterverkehr auf der Strecke wurde am 4. November 2025 aufgenommen,<ref>Erste Güterzüge auf Koralmstrecke unterwegs. In: derstandard.at. 3. November 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.</ref> während die feierliche Eröffnung die gesamte Strecke der Koralmbahn für den Personenverkehr am 12. Dezember 2025 erfolgte. Am 14. Dezember begann der planmäßige Personenverkehr auf der Gesamtstrecke der Koralmbahn.<ref>Nicolas Dworak, Joseph Gepp: Traum vom Süden: Wie der Koralmtunnel nach 34 Jahren Wirklichkeit wurde. In: derstandard.at. 12. Dezember 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.</ref><ref name="ErsterPersonenZug" />

Datei:Prämierenfahrt.jpg
Am 12. Dezember 2025 erreicht die Premierenfahrt mit zahlreichen hochrangigen Gästen das Ostportal des Koralmtunnels

Finanzierung

Aufgrund der Weigerung der Niederösterreichischen Landesregierung unter Landeshauptmann Erwin Pröll, das Projekt Semmering-Basistunnel (Planung und Bau) zu unterstützen<ref>Der Standard: Pröll: Semmering-Basistunnel kommt noch lange nicht, abgerufen am 19. September 2025</ref>, kam es zum Vorziehen des Koralmbahnprojektes. Dafür wurden Geldmittel, welche zunächst für die Südbahnstrecke unter dem Semmering (Semmeringbasistunnel) bestimmt gewesen waren, für die Errichtung der Koralmbahn umgewidmet. Dazu ergriffen der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und die damalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic die Initiative.

Die Bundesländer Kärnten und Steiermark übernahmen erstmals zur Beschleunigung der Verwirklichung des Projektes einen Teil der Finanzierung (je 140 Mio. Euro). Mit dieser zivilrechtlichen Vereinbarung zwischen der Republik Österreich, den Ländern Kärnten und Steiermark und den Österreichischen Bundesbahnen wurde die Realisierung der Koralmbahn festgeschrieben. Die ÖBB und der Bund hatten sich verpflichtet, bis zum Jahr 2016 die Verkehrswirksamkeit herzustellen<ref>Der Standard: Koralmbahn: Vertrag zwingt Bund zum Bau, abgerufen am 3. Februar 2007</ref> und bis zum Jahr 2018 die Koralmbahn zweigleisig fertigzustellen.

Die Koralmbahn wurde im Jahr 2002 in den Generalverkehrsplan Österreich und 2004 vollständig in den Rahmenplan (Investitionsplan für Infrastrukturvorhaben) der neustrukturierten ÖBB aufgenommen.

Von der Europäischen Union wurden über 600 Millionen Euro, davon 543 Millionen Euro aus dem EU-Aufbauplan NextGenerationEU bei dem Projekt investiert.<ref>Mehr als 600 Millionen Euro EU-Mittel für die neue Koralmbahn am Portal der EU in Österreich vom 10. Dezember 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025</ref>

Die Gesamtkosten der Koralmbahn wurden im Rahmenplan 2007–2012 auf 4,9 Mrd. Euro geschätzt.<ref name="Wettmannstätten" /> Für 2012 wurde die Summe auf ca. 5,9 Mrd. Euro angehoben.<ref>Koralmbahn: Was der Rechnungshof über Kosten und Kontrolle aufdeckte. 4. April 2025, abgerufen am 15. Dezember 2025.</ref> Während die Prognose Ende 2023 mit 6,1 Mrd. Euro leicht über dem Plan lag, wurde bei Inbetriebnahme im Dezember 2025 verkündet, mit 5,9 Mrd. Euro sehr genau im Plan zu liegen.<ref>Rechnungshof Österreich: Projekt Koralmbahn. Bericht des Rechnungshofes. In: rechnungshof.gv.at. April 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.</ref><ref>Lilo Bolen: Koralmbahn Kosten: Haben ÖBB richtig gerechnet? Wirtschafts-Nachrichten, 3. November 2025, abgerufen am 15. Dezember 2025.</ref>

Nutzen und Wirtschaftlichkeit

Befürworter des Projektes verweisen auf folgende Punkte, um den Bau der Koralmbahn vor Kritikern zu rechtfertigen:

  • Für die Relation Graz Hbf–Klagenfurt Hbf entfällt der Umweg über Bruck an der Mur, wodurch sich die Fahrzeit zwischen den beiden 100 km Luftlinie voneinander entfernten Landeshauptstädten von gegenwärtig knapp drei Stunden auf weniger als 60 Minuten verkürzt. Die bisherige Fahrzeit ist der Grund, dass derzeit der Bahnanteil am Modal Split in dieser Relation nur etwa 1 % beträgt.
  • Ohne den Bau der Koralmbahn können Züge von Wien Hbf nur entweder nach Klagenfurt Hbf oder nach Graz Hbf geführt werden. Mit dem Bau der Koralmbahn können Züge von Wien Hbf nach Klagenfurt Hbf über Graz Hbf verkehren. Eine alternative Trassenführung der Strecke Graz Hbf–Klagenfurt Hbf über das slowenische Maribor/Marburg, wie sie in der Vergangenheit vielfach diskutiert und zur Trassenauswahl der Koralmbahn im Detail untersucht wurde, würde etwa 60 Kilometer Umweg bedeuten. Damit wäre, je nach Investitionsvolumen, eine Fahrzeit Graz Hbf–Klagenfurt Hbf zwischen 60 und 120 Minuten erzielbar. Das würde zwar die Verbindung dieser Städte gegenüber dem Status quo verbessern, jedoch würden Züge in der Relation Wien Hbf–Villach Hbf weiterhin an Graz Hbf vorbei über den Neumarkter Sattel fahren.
  • Weiters können ohne den Bau der Koralmbahn über die Südbahn und die Rudolfsbahn von Wien Hbf nach Villach Hbf auf Grund der Tonnagebeschränkungen und Zughakengrenzlasten am Semmering und am Neumarkter Sattel nur geringe Zugmassen befördert werden beziehungsweise erfordern schwere Züge besondere betriebliche Maßnahmen durch Stellung von Vorspann- oder Nachschiebetriebfahrzeugen. Am Semmering kommen die Lademaßbeschränkungen als weiteres Hindernis dazu. Nach Fertigstellung der Koralmbahn und des Semmering-Basistunnels können – ähnlich wie auf der Westbahn – schwere Züge mit bis zu 2000 t mit einer Lokomotive verkehren.
  • Im Endausbau – also inkl. Semmeringbasistunnel – ergeben sich auf der Strecke Wien Hbf–Graz Hbf–Villach Hbf ähnliche Fahrzeiten wie auf der Westbahn von Wien Hbf über Linz Hbf nach Salzburg Hbf; auch die Bevölkerungsverteilung entlang dieser Strecken ist vergleichbar. Daher rechnen Befürworter auch mit einer ähnlichen Auslastung im Personenverkehr.
  • Die entsprechende Verlagerung von Personen- und Güterverkehr auf die Schiene bewirkt eine wesentliche Verringerung der Schadstoff- und Treibhausgasemissionen sowie der Unfallzahlen in der Relation Wien–Kärnten–Italien.
  • Der regionalwirtschaftliche Nutzen beträgt laut Berechnungen der TU Wien jährlich 167 Mio. Euro (Preisbasis ca. 1995).<ref name="Boku">Bernhard Jelinek: Raumentwicklung und Infrastruktur – Foliensatz zur VO. (PDF) Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. September 2007; abgerufen am 3. Februar 2007.</ref><ref>Dieter Bökemann, Hans Kramar: Auswirkungen von Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen auf die regionale Standortqualität – Studie zum österreichischen Bundesverkehrswegeplan;. Hrsg.: Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr. Wien 2000.</ref> Dieser Nutzen, der eine der wichtigsten Gründe für die Investition darstellt, ergibt sich aus der massiven Erreichbarkeitsverbesserung, d. h. dem verbesserten Marktzugang der südlichen und südöstlichen Regionen Österreichs. Insbesondere der Raum Graz (circa 800.000 Einwohner) leide besonders durch seine räumlich isolierte Lage im südöstlichen „Windschatten“ der Alpen, vor allem im Netz der ÖBB. Durch die Koralmbahn ergibt sich eine Neuorientierung der Erreichbarkeitsstrukturen im Süden und Südosten Österreichs: von Graz aus ist Italien auf dem direktesten Wege über Kärnten erreichbar, von Kärnten aus Ungarn über Graz und schließlich wird Graz zu einem TEN-Eisenbahnknoten als Verzweigungspunkt des „Baltisch-Adriatischen Korridors“ und im Schnittbereich mit der Pyhrnachse Nürnberg/PragLinz HbfGraz HbfMariborLjubljana/Zagreb. Allein die durch die Koralmbahn verbesserte Erreichbarkeit könnte laut der genannten Studie des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der TU Wien in einzelnen Bezirken im Südosten potenzielle Wachstumsschübe von bis nahezu 3 % bewirken. Allerdings schlägt sich der Nutzen nicht unmittelbar in betrieblichen Einnahmen der ÖBB nieder. Hingegen hat die Koralmbahn eine hohe volkswirtschaftliche Rentabilität, die in besonderem Maße die Finanzierung der Investition aus öffentlichen Mitteln rechtfertigt.
  • Der Nutzen der zusätzlichen Staatseinnahmen aufgrund der wirtschaftlichen Belebung ist rund sieben- bis achtmal so groß wie die Investitionssumme (Berechnungen des IHS).<ref name="Boku" />
  • Belebung des Arbeitsmarktes während der Bauphase (mehr als 100.000 Beschäftigte) und im Betrieb (rund 40.000 Beschäftigte), auf Grund der Wirtschaftsimpulse der Koralmbahn (laut Schätzung des Instituts für Höhere Studien).<ref name="Parlinkom">Anfragebeantwortung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie – 4345/AB XXI.GP. Österreichisches Parlament, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. September 2007; abgerufen am 3. Februar 2007.</ref>
  • Der betriebswirtschaftliche Nutzen für die ÖBB-Infrastruktur ist erst langfristig gegeben, wenn sie von Eisenbahnverkehrsunternehmen das dem Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz<ref>Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz, Rechtsinformationssystem der Republik Österreich</ref> entsprechend erhöhte Infrastrukturbenützungsentgelt (IBE) vereinnahmen kann.
  • Als Bestandteil der „Baltisch-Adriatischen Achse“ ist die Koralmbahn mit dem Semmeringbasistunnel unverzichtbarer Bestandteil des europäischen Schienennetzes. Dies wurde durch eine Untersuchung der Karl-Franzens-Universität Graz belegt.<ref>Studie „Kärnten und die Baltisch-Adriatische Verkehrsachse“. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. September 2007; abgerufen am 24. Februar 2007.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-graz.at</ref>
  • Gegenüber der EU-Kommission wurde von der Koordinatorin des Paneuropäischen Verkehrskorridors V, Loyola de Palacio, im Juli 2006 in einem Bericht über die zögerliche Umsetzung dieses Korridors als „prioritäres TEN-Projekt Nr. 6“ angeregt, eine Verzweigung dieses Korridors über Villach Hbf–Klagenfurt Hbf–Graz Hbf in Erwägung zu ziehen.<ref>Bericht der EU-Koordinatorin des Korridors V, Loyola de Palacio</ref>
  • Aufgrund einer österreichischen Initiative im Rahmen des vormaligen Paneuropäischen Korridors VI unterzeichneten die Verkehrsminister (von Norden nach Süden) von Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Österreichs und Italiens am 12. Oktober 2006 einen „Letter of Intent“ zur Verlängerung der damaligen „Prioritäten TEN-Projekte Nr. 23 und 26“ zum „Baltisch-Adriatischen Korridor“ im Verlauf Gdańsk–Warszawa–Katowice–Brno/Bratislava–Wien–Graz–Klagenfurt–Villach–Venezia–Bologna.
  • Auf österreichischem Staatsgebiet wurden im Dezember 2013 mit der „TEN-T-Verordnung“ 1315/2013-EU<ref>EU: Verordnung Nr. (EU) 1315/2013. In: EU (Hrsg.): Amtsblatt der Europäischen Union (Rechtsvorschriften). 56. Jahrgang. Brüssel 20. Dezember 2013.</ref> (TEN-T = Transeuropäische Netze – Transport/Verkehr) – neben der Weststrecke und der Brennerachse – die folgenden Schienenstrecken in das neu geschaffene TEN-Kernnetz, das Netz der strategisch wichtigsten Verkehrsverbindungen der EU aufgenommen:
    • (Břeclav)–Wien Hbf,
    • (Bratislava)–Marchegg–Wien Hbf (für den Personenverkehr),
    • (Bratislava) Kittsee–Parndorf–Gramatneusiedl–Wien Hbf/Wampersdorf (für den Güterverkehr),
    • Wien Hbf–Wampersdorf–Wiener Neustadt Hbf–Bruck an der Mur–Graz Hbf–(Koralmbahn)–Klagenfurt Hbf–Villach Hbf–(Tarvisio),
    • Graz Hbf–Spielfeld-Straß–(Maribor).

Diese Streckenauswahl hat sich wie das gesamte TEN-Kernnetz aus der EU-weiten Anwendung einer eigens dafür entwickelten und von allen EU-Mitgliedsstaaten anerkannten einheitlichen Planungsmethode<ref>European Commission: Commission Staff Working Document “the planning methodology for the trans-European transport network (TEN-T)”. In: European Commission (Hrsg.): Commission Staff Working Document. SWD (2013) 542 EC 2014 final, 2014.</ref> ergeben, die auf einem gemischt geographisch-verkehrsplanerischen Ansatz beruht.

  • Zugleich scheint im Anhang I der zugehörigen »CEF-Verordnung« 1316/2013-EU (CEF = Connecting Europe Facility zur Finanzierung und Implementierung der TEN-T) der „Baltisch-Adriatische Korridor“ (in der Übersetzung aus dem Englischen „Ostsee-Adria-Korridor“ genannt) auf: Der „Korridorstamm“ hat den Verlauf Gdańsk (Danzig)–Warszawa (Warschau)–Katowice (Kattowitz)–Ostrava–Brno (Brünn)–Břeclav–Wien–Graz–Klagenfurt–Villach–Udine–Cervignano–Venezia (Venedig)–Bologna–Ravenna. Hinzu kommen die „Korridoräste“ Stettin–Wrocław (Breslau)–Ostrava, Katowice–Žilina–Bratislava–Wien/Wampersdorf und Graz–Spielfeld–Maribor (Marburg)–Ljubljana (Laibach)–Koper/Trieste–Cervignano, wobei „Korridorstamm“ und „-äste“ strategisch gleichwertig sind.<ref>EU: Verordnung Nr. (EU) 1316/2013. In: EU (Hrsg.): Amtsblatt der Europäischen Union (Rechtsvorschriften). 56. Jahrgang. Brüssel 10. Dezember 2013.</ref> Als Europäischer Koordinator für den Baltisch-Adriatischen Korridor fungiert der ehemalige deutsche Verkehrsminister Kurt Bodewig.

Kritik

Die Errichtung der Koralmbahn wurde, vorwiegend während der ersten Bauphasen, immer wieder kritisch kommentiert, wobei Kritiker folgende Punkte ins Treffen führten:

  • Der Verkehrsexperte Hermann Knoflacher bezeichnete den Bau der Koralmbahn 2007 als „mutwillige Geldvergeudung“, da die Bauarbeiten am Korridor V (Teilstück Budapest–Maribor–Ljubljana–Triest–Venedig) der Paneuropäischen Verkehrskorridore bereits begonnen hätten.<ref name="ORF_Online_20070308">ORF-Online, 3. August 2007: Koralmbahn: „Mutwillige Geldvergeudung“. Abgerufen am 21. Mai 2022</ref> Für den TU-Verkehrsexperten Thomas Macoun ist die Linienführung „per se unsinnig“. Er bemängelt die bisher angenommenen Reisezeiten der Koralmbahn. Da eine bedeutende Personennutzung der Strecke zwischen Graz Hbf und Klagenfurt Hbf unwahrscheinlich sei, sei eine Direktverbindung zwischen den beiden Städten von einer nur geringen verkehrlichen Bedeutung.<ref>Der Standard: Koralmbahn „mutwillige Geldvergeudung“. Abgerufen am 8. März 2007</ref>
  • Mehrere Bürgermeister in Mittelkärnten kritisierten 2023, die Führung der Fernzüge von Wien Hbf nach Klagenfurt Hbf über Graz Hbf könne zu Verschlechterungen entlang der bisherigen Strecke über Leoben Hbf, Judenburg, Unzmarkt und St. Veit an der Glan führen, falls die Fernverkehrszüge, die bisher alle zwei Stunden in diesen Orten halten,<ref>ÖBB Fahrpläne 1991 bis 2015</ref> nicht durch gleichwertige Verbindungen ersetzt würden.<ref>Am Abstellgleis?: Mittelkärntner Bürgermeister fürchten sich vor Koralmbahn. 4. Juli 2023, abgerufen am 30. März 2025.</ref>

Vorlage:Hinweisbaustein

  • Durch ein Flügelzugkonzept können auch ohne Koralmbahn Züge von Wien Hbf nach Graz Hbf und nach Klagenfurt Hbf bis Bruck an der Mur gemeinsam geführt werden.
  • Die Koralmbahn macht keine durchgehende Führung von schwereren Güterzügen auf der Baltisch-Adriatischen Achse möglich, weil weiterhin bestehende Steigungen auf der Pontafelbahn zwischen Villach Hbf und Udine größer sind als jene der Bestandsstrecke über den Neumarkter Sattel. Da die Pontafelbahn auf italienischer Seite bereits aufwändig ausgebaut wurde, ist hierbei mit keiner Änderung mehr zu rechnen.
  • Auch ohne Koralmbahn sind keine Kapazitätsprobleme für die Strecke von Bruck an der Mur nach Klagenfurt Hbf zu erwarten.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmvit.gv.atAusbauplan Bundesverkehrsinfrastruktur (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive ) S. 31</ref>

Fahrplansystem

Folgendes Fahrplansystem ist von der Vollinbetriebnahme der Koralmbahn mit Fahrplanwechsel im Dezember 2025 bis zur Inbetriebnahme des Semmeringbasistunnels vorgesehen:

Fahrplansystem Koralmbahn
Fahrplan 2023<ref>Fahrplanbilder. In: oebb.at. Abgerufen am 4. Mai 2023.</ref> Fahrplan 2025<ref>Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (Hrsg.): Österreich-Wien: Öffentlicher Schienentransport/öffentliche Schienenbeförderung 2018/S 229-524862. Vorinformation für öffentliche Dienstleistungsaufträge. 28. November 2018, S. 38 (bmk.gv.at [PDF; 947 kB; abgerufen am 4. Mai 2023]).</ref><ref>https://fahrplan.oebb.at/webapp/ Fahrplanabfragen am 6. Oktober 2025 für 14. Jänner 2026</ref>
Zuggattung Railjet/InterCity (Österreich)<ref>Wagenreihungen 2023 Railjet 71/591 Vindobona (ČD) Railjet 71 Vindobona (ÖBB). In: vagonWEB. Abgerufen am 4. Mai 2023.</ref> Railjet/InterCity (Österreich)<ref>Wagenreihungen 2023 IC 533 Lienzer Dolomiten. In: vagonWEB. Abgerufen am 4. Mai 2023.</ref> Railjet/InterCity (Österreich)<ref>Wagenreihungen 2023 IC 793. In: vagonWEB. Abgerufen am 4. Mai 2023.</ref> Railjet<ref>hochrangiger Fernverkehr „FV HR Süd-Tauern“</ref><ref>Fernverkehr InterRegio „FV IR Alpe-Adria“</ref> RailjetXpress<ref>hochrangig-beschleunigter Fernverkehr „FV HB Nord<>Süd“</ref>
Taktintervall 60 min 120 min 120 min 60 min 120 min
Bahnhof Ankunft Abfahrt Ankunft Abfahrt Ankunft Abfahrt Ankunft Abfahrt Ankunft Abfahrt
Břeclav 07:55 09:55
Flughafen Wien 00 00 (08:02) 00 00
Wien Hbf 08:49 08:58 08:18 (08:17) 08:24 10:49 10:53
Wien Meidling 09:03 09:05 08:23 08:25 08:29 08:31 10:58 11:00
Wr. Neustadt Hbf 09:28 09:32 08:50 08:52 08:55 08:57 00 00
Semmering 10:15 10:16 00 00 09:39 09:40 00 00
Mürzzuschlag 10:28 10:30 00 00 09:54 09:55 00 00
Kapfenberg 10:51 10:52 00 00 10:16 10:18 00 00
Bruck an der Mur 10:57 10:59 10:13 10:15 10:23 10:25 12:41 12:43
Graz Hbf 11:34 00 00 11:00 11:03 13:19 13:22
Weststeiermark 00 00 11:18 11:20 00 00
St. Paul im Lavanttal 00 00 11:35 11:37 00 00
Klagenfurt Hbf 12:20 12:22 12:45 11:57 11:59 14:03 14:05
Villach Hbf 12:46 12:50 13:13 13:16 12:24 (12:26) 14:27
Spittal-Millstättersee 13:14 13:16 13:38 13:40 (12:48) (12:52)
Lienz<templatestyles src="FN/styles.css" /> a 14:06 00 00 (13:43)<templatestyles src="FN/styles.css" /> a
Schwarzach-St. Veit<templatestyles src="FN/styles.css" /> b 14:48 14:52 13:53 13:55
Bischofshofen<templatestyles src="FN/styles.css" /> b 15:05 15:07 14:09 14:11
Salzburg Hbf<templatestyles src="FN/styles.css" /> b 15:48 14:53<templatestyles src="FN/styles.css" /> b

<templatestyles src="FN/styles.css" />

a 
Zug Villach–Lienz (Weg a) verkehrt zwei Mal täglich.

<templatestyles src="FN/styles.css" />

b 
Zug Villach–Salzburg (Weg b) verkehrt vier Mal täglich.

Rad-Infopfade

Datei:Koralmbahn Infopfad 01.jpg
Typischer Wegweiser bei Wildon, Steiermark (2018)

Auf neu angelegten oder bereits bestehenden Begleitwegen entlang der Bahnstrecke entstanden teilweise Bewegungsflächen für Radfahrer und andere Freizeitsportler. Von der ÖBB-Infrastruktur wurde im Jahr 2011 ein über 70 km langer Radwanderweg zwischen Althofen (Gemeinde Grafenstein) und St. Paul im Lavanttal eröffnet. Insgesamt 18 Schautafeln informieren über Tunnel- und Brückenbau, ökologische Ausgleichsflächen, Geologie und andere Aspekte des Bahnbaus. Dazu bieten zwei „Infoboxen“ in Kühnsdorf und St. Paul weitere Informationen über das Projekt in Ausstellungsform.<ref>ÖBB: Infobox Kühnsdorf und Rad-Infopfad eröffnet. Kleine Zeitung, 13. Juli 2011, abgerufen am 6. Dezember 2018.</ref><ref>Koralmbahn Graz–Klagenfurt: Rad-Infopfad – Abschnitt Althofen–Aich–St. Andrä. ÖBB-Infrastruktur, Mai 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Dezember 2018; abgerufen am 15. Januar 2025.</ref>

Auf steirischer Seite führt ein ebensolcher Rad-Infopfad von der GKB-Haltestelle Hollenegg über 24 km nach Werndorf südlich von Graz. Wie auch in Kärnten führt der Radwanderweg über Gemeinde- und Bahnbegleitstraßen entlang der einzelnen Baustellen. Punkte von besonderem Interesse sind etwa der Hengsbergtunnel, der mit einem Anstieg von 60 Hm umfahren werden muss, oder archäologische Fundstätten im Laßnitztal, die im Zuge der Planungsarbeiten zum Koralmbau freigelegt worden waren. Bei Leibenfeld (Stadtgemeinde Deutschlandsberg) wurde eine weitere Infobox sowie eine Aussichtsplattform eingerichtet. Die Infopfade werden von der EU-Fazilität „Connecting Europe“ co-finanziert.<ref>Koralmbahn Graz–Klagenfurt: Rad-Infopfad – Abschnitt Werndorf–Wettmannstätten–Deutschlandsberg. ÖBB-Infrastruktur, Oktober 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Dezember 2018; abgerufen am 15. Januar 2025.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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