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Lavant (Fluss)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox Fluss Die Lavant (slowenisch: Labotnica<ref>Heinz-Dieter Pohl: Deutsch-slowenisches Verzeichnis der Kärntner Orts-, Gewässer- und Bergnamen im Auftrag des Volksgruppenbüros Kärnten auf ktn.gv.at, 2011/12, abgerufen am 6. Jänner 2025.</ref>) ist ein linker Nebenfluss der Drau in Kärnten. Der Ursprung des Namens reicht bis in die vorkeltische Zeit zurück und bedeutet im Indogermanischen so viel wie weißglänzender Fluss.<ref>Heinz-Dieter Pohl: Slawische und slowenische (alpenslawische) Ortsnamen in Österreich, 2003. Abgerufen am 15. April 2020.</ref> Die Lavant ist 72 km lang, ihr Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von 969 km².

Geographie

Datei:Lavantsee.JPG
Lavantsee von Nordwesten, im Hintergrund das Lavanttal
Datei:Twimberger Graben, Oberes Lavanttal in Kärnten.jpg
Lavant im Twimberger Graben
Datei:Lavantfluss im Bezirk Wolfsberg in Kärnten, Österreich.jpg
Die Lavant südlich von Sankt Andrä

Der Ursprung des Flusses liegt unterhalb des steirischen Zirbitzkogels in den Seetaler Alpen auf circa 2053 m Höhe (Lavantsee). Nach 11,2 km erreicht er Kärnten. Die Lavant durchfließt das „Obere Lavanttal“, den Twimberger Graben, das „Untere Lavanttal“ und mündet nach einer kurzen weiteren Engstelle unterhalb Krottendorf in Lavamünd auf einer Seehöhe von 348 m in die Drau. Kurz vor der Mündung weist sie eine durchschnittliche Durchflussmenge von 12,5 m³/s auf.

Hydrologisch ist die Lavant geprägt durch ein nivo-pluviales Regime mit Abflussspitzen im Mai und Minima im Jänner. Die Gewässergüte beträgt für den Oberlauf bis circa Frantschach-St. Gertraud Güteklasse I, danach Güteklasse II. Die bis in die 1980er Jahre starke Verunreinigung durch eine Zellstofffabrik und den Großraum Wolfsberg mit Güteklasse IV konnte durch die Inbetriebnahme der Kläranlage des Reinhalteverbandes Mittleres Lavanttal in Mettersdorf ab 1988 drastisch verbessert werden. Zwei weitere Kläranlagen bestehen in Bad St. Leonhard und in Lavamünd.

Der ökomorphologische Zustand der Lavant ist bedingt durch die Flussregulierung zwischen 1934 und 1986 relativ schlecht. Die Flussregulierung diente in erster Linie dem Hochwasserschutz, aber auch der Gewinnung von Ackerland. Im Oberlauf sowie auf den letzten Kilometern gilt die Lavant als natürlich bis naturnahe. Zwischen Twimberger Graben und St. Paul gilt sie als deutlich beeinträchtigt. Eine Ausnahme ist eine kurze Strecke bei Mettersdorf, die 1990 renaturiert wurde. Mit Stand 2005 sind Erhebungen im Gange, die zu einem zeitgemäßen Hochwasserschutz durch möglichst naturnahe Verbauung führen soll. Entlang der Lavant gibt es, einschließlich der sieben Kraftwerke, 15 Wehre. Bis 2015 wurden diese gemäß den Vorgaben der WRRL passierbar gemacht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan 2015. Auf: bmlrt.gv.at, abgerufen am 15. März 2022.</ref>

Nebenbäche

Die wichtigsten Nebenbäche der Lavant sind:<ref name="FlVerz" />

Name Mündungsseite Einzugsgebiet

in km²

Mündungsort
Rossbach links Vorlage:031,7
Sommeraubach rechts Vorlage:040,8 Reichenfels
Feistritzbach links Vorlage:024,5 Bad St. Leonhard
Klieningbach rechts Vorlage:024,1 Vorderklippitz
Waldensteiner Bach links Vorlage:0108,9 Twimberg
Fraßbach links Vorlage:036,3 St. Gertraud
Prössingbach links Vorlage:049,0 Frantschach
Auenbach rechts Vorlage:027,2 Ritzing
Weißenbach rechts Vorlage:056,2 Wolfsberg
Arlingbach rechts Vorlage:054,5 Priel
Reisberger Bach rechts Vorlage:042,8
Granitzbach rechts Vorlage:063,8 St. Paul

Flussbewohner

Aus der Lavant und ihren Seitengewässern sind 25 Fischarten bekannt. Dominant ist die Bachforelle, häufig sind Regenbogenforelle und Aitel. Als für Kärnten seltene Arten sind Zingel, Streber, Steingreßling und Steinbeißer zu nennen.

Bedingt durch Flussbegradigung ist heute der Großteil der Lavant fischereilich der Forellenregion (mit Übergang zur Äschenregion im unteren Flusslauf) zuzuordnen. Nur der unterste Abschnitt bei Lavamünd gehört der Barbenregion an. Vor der Begradigung reichte die Äschenregion bis Wolfsberg, die Barbenregion bis St. Paul.

Durchflussmenge

Die Durchflussmengen für den Zeitraum 1991 bis 2020 betragen:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Messstation Einzug
km²
MJNQ
m³/s
MQ
m³/s
HQ100
m³/s
max HQ
m³/s
Jahr Messbeginn
Bad St. Leonhard 200,6 0,830 2,560 140 68 2012
St. Gertraud 380,2 1,340 4,900 180 115 2010
Fischering 715,6 2,300 8,560 260 105 1907
Krottendorf 854,5 4,400 11,400 300 300 1926

Seit 1990 gab es folgende Hochwasser im Bereich der Lavant:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

  • 1991 Hochwasser im Juli
  • 2004 Hochwasser im Juni mit Schwerpunkt in St. Paul
  • 2005 Hochwassergeschehen an der Lavant und dem Auenbach im August
  • 2010 Juli: Hochwasserereignis am Auerlingbach (HQ100), Waldensteiner Bach und der Lavant im Bereich von Waldenstein, Twimberg und Frantschach/St. Gertraud
  • 2012 Hochwasser im oberen Lavanttal im Juli
  • 5. November 2012: 100-jährliches Hochwasser in Lavamünd mit Überschwemmung des Ortskerns<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • 2015 Überschwemmung am Fraßbach
  • 2016 Hochwasser am Weißenbach, Bad Weißenbach und St. Margarethen
  • 2019 30-jährliches Hochwasser im August am Ebenklöschbach in Preitenegg

Straßennamen

Alle weiteren in Kärnten:

Vorfall

Am 7./8. März 2026 kam es zu einem Störfall bei der Papierfabrik von Mondi in Frantschach-St. Gertraud. Durch die Einleitung von Lauge in die Lavant kam es stellenweise zu einem Fischsterben im Fluss. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelte wegen fahrlässiger Beeinträchtigung der Umwelt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Literatur

  • Gabriele Wieser (Hrsg.): Die Gewässer des Lavanttales. Naturwissenschaftl. Verein für Kärnten, Klagenfurt 1996. ISBN 3-85328-007-2

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten