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Kainach (Mur)

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Regulierung der Kainach in Lieboch (1930er Jahre)

Die Kainach ist ein 65 km langer Fluss in Österreich in der Steiermark, entspringt im Gleinalpengebiet und fließt stets in südöstlicher Richtung.<ref name="Sartori">Franz Sartori: Skizzirte Darstellung der physikalischen Beschaffenheit und der Naturgeschichte des Herzogthumes Steyermark. J.A. Kienreich, Grätz 1806, Vorlage:OCLC, S. 169/170.</ref>

Beschreibung

Die Kainach ist ein Fluss, der an der Grenze zum Bezirk Murtal entspringt. Ihr natürlicher Flusslauf wurde mehrmals reguliert und verkürzt, um so Nutzflächen zu erhalten. In die Kainach fließen neben kleineren Bächen der Siebenbrunnenbach, der Alpenbach, der Gradnerbach, die Teigitsch, die Söding und der Liebochbach. Sie passiert die Ortschaften Kainach bei Voitsberg, Bärnbach, Voitsberg, Krottendorf, Mooskirchen und Lieboch, bevor sie im Unterlauf das Weststeirische Hügelland von der Kaiserwaldterrasse trennt. Bei Wildon mündet sie schließlich in die Mur.<ref name="Sartori" />

Geschichte

Der obere Kainachboden bildete einst ein Seebecken, ehe sich das Wasser der Kainach durch den Querriegel, auf dem die Ruine Krems thront, einen Weg bis zur Mur bahnte. Das Gebiet wurde bereits von steinzeitlichen Jägern bewohnt, die in den zahlreichen Höhlen hausten.<ref>Höhlenforscher an der Arbeit. auf sagen.at, abgerufen am 18. Mai 2014.</ref>

Das Gebiet des Kainachbodens gehörte zum Königreich Noricum. In das dünn besiedelte Gebiet wanderten Slawen oder Wenden ein, die von den Awaren bis zu den Quellen der Drau und Mur gedrängt wurden. Aus dieser Zeit sind viele slawische Flur-, Fluss- oder Ortsbezeichnungen erhalten geblieben wie die Ortsnamen Preding oder Laßnitz oder die Flussnamen Lassnitz (ein Nebenfluss der Kainach) und Laßnitz (ein Nebenfluss der Sulm).<ref>Aus der Vergangenheit des Kainachbodens. auf sagen.at, abgerufen am 18. Mai 2014.</ref>

Name

Die Kainach wurde zwischen 1060 und 1088 erstmals urkundlich als (ad) Cheinahc erwähnt. Die Etymologie ist unsicher. In Frage kommen in erster Linie Herkunft von althochdeutsch Kīnaha ‘Bach in einer schmalen Geländevertiefung’, also etwa „Schlucht-Ache“,<ref>Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Etymologie der Gewässernamen und der zugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. De Gruyter, Berlin/Boston 2014, S. 258 (Google Books). – In diesem Fall würde es sich bei der Kainach um einen der wenigen steirischen Ach-Namen handeln; vgl. Ortsnamendiskussion in Woche Steiermark, Woche-Lokalausgabe Südwest-Steiermark Leibnitz, Deutschlandsberg, Voitsberg. September 2013, abgerufen 6. April 2015.</ref> oder aber Herkunft von slawisch Ch(v)ojъna (rěka) ‘Reisig-, Nadelbaum-Bach’, woran sekundär althochdeutsches aha ‘Bach’ angefügt worden wäre.<ref>Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Etymologie der Gewässernamen und der zugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. De Gruyter, Berlin/Boston 2014, S. 258 (Google Books).</ref><ref>Heinrich Purkarthofer: Fading im Kainachtal. Zur Problematik und Methode siedlungsgeschichtlicher Forschung im Topographiebezirk Graz-Umgebung. In: Gerhard Pferschy: Siedlung, Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70. Geburtstag (= Veröffentlichungen des steiermärkischen Landesarchives. Band 12). Graz 1982, Vorlage:ISSN, Vorlage:ZDB, S. 39, mit Hinweis auf S. 44, Fußnote 187 und 184: K. Kniely: Die Ortsnamen des Gerichtsbezirkes Umgebung Graz. In: Jahrbuch des Akademischen Gymnasiums in Graz. 1927/28 (1928), S. 16.</ref> Sowohl die germanische als auch die slawische Deutung führen zu Rückschlüssen auf die Besiedlung des Kainachtals, sei es im Rahmen der deutschen Ostsiedlung, sei es auf das Vordringen der Slawen (seit dem 6. Jahrhundert von Pannonien her entlang der Flussläufe).

Daneben gibt es weitere Vorschläge. Einer verweist auf slawisch *glin’nica ‘Lehmbach’,<ref>Manfred Trummer: Slawische Steiermark. Leicht erweiterte Fassung des gleichnamigen Vortrags am Symposium „Fremd sein – beinander bleiben. Die slowenische Volksgruppe in Österreich“ im Rahmen der „Slowenischen Tage“ an der Karl-Franzens-Universität in Graz, 25. bis 28. März 1996. In: Christian Stenner (Hrsg.): Slowenische Steiermark. Verdrängte Minderheit in Österreichs Südosten. Wien-Köln-Weimar Böhlau Verlag 1997, ISBN 3-205-98690-3, Vorlage:Toter Link</ref> ein anderer auf die indogermanischen Wurzel ku̯ei-, erweitert zu ku̯ei-no-, mit einer Bedeutung ‘Schlamm, Kot, beschmutzen’,<ref>Heinrich Purkarthofer: Fading im Kainachtal. Zur Problematik und Methode siedlungsgeschichtlicher Forschung im Topographiebezirk Graz-Umgebung. In: Gerhard Pferschy: Siedlung, Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70. Geburtstag (= Veröffentlichungen des steiermärkischen Landesarchives. Band 12). Graz 1982, S. 39, mit Hinweis auf S. 44 Fußnote 188: Julius Pokorny: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch. Francke, Bern/München 1959, S. 828. Pokornys Werk gilt in der heutigen Indogermanistik freilich als überholt.</ref> und ein dritter schließt an althochdeutsch kien ‘Kieferharz Kiefer, Kienföhre’ an.<ref>Heinrich Purkarthofer: Fading im Kainachtal. Zur Problematik und Methode siedlungsgeschichtlicher Forschung im Topographiebezirk Graz-Umgebung. In: Gerhard Pferschy: Siedlung, Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70. Geburtstag (= Veröffentlichungen des steiermärkischen Landesarchives. Band 12). Graz 1982, S. 39, mit Hinweis auf S. 44 Fußnote 186: Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Band II.1. Hanstein, Bonn 1913 (Nachdruck 1967), S. 1663.</ref>

Verschiedenes

  • In Wien-Floridsdorf wurde 1953 die Kainachgasse nach dem Fluss benannt.
  • Eine Sagengestalt der Steiermark, das Lahnwaberl nach einem Nebenfluss der Kainach, treibt in der Gegend ihr Unwesen.

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Literatur

  • Franz Anton Brauner (Hrsg.): Was die Heimat erzählt. Steirische Heimathefte. H. 12: Die Weststeiermark, das Kainach-, Sulm- und Laßnitztal. Leykam, Pädagogischer Verlag, Graz/Wien 1953, Vorlage:OCLC.
  • Gottfried Kopetzky: Das Miozän zwischen Kainach und Lassnitz in Südweststeiermark. (= Mitteilungen des Museums für Bergbau, Geologie und Technik am Landesmuseum Joanneum. H. 18.) Museum für Bergbau, Geologie u. Technik, Graz 1957, Vorlage:OCLC.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references> <ref name="FV"> Vorlage:HydrographischeBeitraegeOesterreich </ref> <ref name="WIS"> Vorlage:Internetquelle </ref> </references>