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Koralpe

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Vorlage:Infobox Gebirgsgruppe

Die Koralpe (slowenisch Golica; auch Koralm<ref>„Koralm“ im Landesgesetzblatt Nr. 37/2005.</ref>) ist ein Gebirgszug der Lavanttaler oder Norischen Alpen in Österreich zwischen Mur und Lavant. Höchster Gipfel ist der Große Speikkogel mit Vorlage:Höhe

Topographie

Die Koralpe ist im Westen begrenzt durch das Lavanttal, im Norden durch den Packsattel (zur Packalm), im Osten durch das Weststeirische Hügelland und im Süden durch die Soboth, einen Bergsattel zwischen Drautal und Sulmtal. Entlang des Berggrats verläuft die Grenze zwischen den österreichischen Bundesländern Kärnten und Steiermark. Obwohl die höchsten Bereiche des aus kristallinem Gestein aufgebauten Gebirgszuges Hochgebirgscharakter aufweisen, ist der größte Teil des Gebietes durch Mittelgebirgsformen geprägt.

Die wichtigsten Gipfel sind:

Auf der Soboth, ganz im Süden des Gebirgszuges, befindet sich der Stausee Soboth, dessen Wasser zur Stromerzeugung in Lavamünd verwendet wird. Hier geht die Koralpe in den Poßruck oder Radlkamm (slowenisch Kozjak) über. Die Südabdachung, die teilweise in Slowenien liegt, weist Mittelgebirgscharakter auf und wird durch zum Teil schluchtartige Kerbtäler zur Drau hin entwässert. Die höchste Erhebung der Südabdachung ist der an der Grenze zwischen Kärnten und Slowenien gelegene Hühnerkogel (slowenisch Košenjak, Vorlage:Höhe).

Das Gebiet der Koralpe wird vom Nord-Süd-Weitwanderweg (Österreichischer Weitwanderweg 05) durchquert.

Das Große Kar nördlich des Speikkogels sowie die östlich und nordöstlich davon gelegenen Seekar und Bärental sind Naturschutzgebiete. Letzteres Gebiet umfasst die Quellgebiete des Seebaches, Payerlbaches, Karbaches und der Schwarzen Sulm, in ihm liegt ein Verbreitungsgebiet der Sturzbach-Gämswurz (Doronicum cataractarum), die nur auf der Koralpe vorkommt.<ref>Naturschutzgebiet Seekar-Bärental (abgerufen am 30. Juni 2015).</ref>

Alpine Bereiche am Osthang der Koralpe im Gebiet der Gemeinde Schwanberg sind als Landschaftsschutzgebiet geschützt. Der Schutz bewirkt die Erhaltung der natürlichen Landschaftselemente und die Bewahrung der Charakteristik der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft, insbesondere die Erhaltung der Landschaftselemente wie alpine Matten, Kampfwaldzonen, Schuttfluren, Krummholzbestände, natürliche Fließgewässer mit ihrer Begleitvegetation und Lebensräume der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten.<ref>Verordnung der steiermärkischen Landesregierung vom 11. Juni 2015 über die Erklärung von Gebieten der Koralpe zum Landschaftsschutzgebiet Nr. 1, steiermärkisches Landesgesetzblatt Nr. 43/2015, ausgegeben am 15. Juni 2015.</ref> Die Verordnung über diesen Schutz wurde 2015 neu erlassen, wonach ein Teil des bisher geschützten Teils, die Glitzalm, nicht mehr zum Schutzgebiet gehörte. Es wurde vermutet, dass damit die rechtlichen Möglichkeiten für die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerkes an der Schwarzen Sulm verbessert würden.<ref>Wochenzeitung Weststeirische Rundschau. 88. Jahrgang, Nr. 26, 26. Juni 2015, S. 1.</ref>

Geologie

Die Koralpe besteht aus einer großen, auf die Stubalpe aufgeschobenen Deckeneinheit. Im Westen von der Saualpe begrenzt, verschwindet die Koralpe im Osten unter den Sedimenten des Steirischen Beckens. Im Süden setzt sich der Koralpenkristallin (Altkristallin) im Zug des Bachern (slowenisch Pohorje) fort.

Durch Eiszeit und Erosion wurde der Gebirgszug geglättet. Er ist aus metamorphen Gesteinen aufgebaut. Typisch sind die Plattengneise, die unter dem Namen „Stainzer Platten“ abgebaut und vermarktet werden. Eine weitere Besonderheit sind die in den Gneisen auftretenden Eklogite.

Im Bereich der Weinebene kommen Pegmatite vor, welche Spodumen, ein lithiumhaltiges Silikat führen und die größte Lithium-Lagerstätte Europas bilden. Weitere Rohstoffe, die im Gebirgszug vorkommen, sind Quarz und Marmor für die Glaserzeugung, Feldspat für die Herstellung von Porzellan, Glimmer für Isolationszwecke und Hämatit.

In der Koralpe kommt an mehreren Stellen das Leichtmetall Beryllium vor. Das wurde 1929 für einen Schwindel mit der The Beryllium Company Aktiengesellschaft in Graz ausgenützt: Es wurden Vorbereitungsarbeiten für Bergbaue (Freischurfe) in den Gebieten von Gößnitz, Kreuzbergrücken, Edelschrott, Schwanberg, Gressenberg und Garanas angemeldet. Die angeblich großen Berylliumvorkommen waren aber nur vorgetäuscht.<ref>Walter Postl: Schatzkiste Koralpe III. Einiges über die Mineralrohstoffe der Koralpe. In: Zeitfenster: unsere Heimat neu entdeckt! Hrsg. vom historischen Verein Viana Styria, Deutschlandsberg. Ausgabe 1, Jahrgang 2025. Vorlage:ZDB, S. 22 mit Verweis auf Alfred Weiß: Der Berylliumrummel von Köflach, eine Betrugsaffäre. In: Rutengänge. Studien zur geschichtlichen Landeskunde. Festgabe für Walter Brunner zum 70. Geburtstag. Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark. Sonderband 26, Graz 2010, ISBN 978-3-901251-34-4. S. 623–629.</ref>

Die Unterlagen der Lagerstättenkunde verzeichnen eine Reihe weiterer Erz- und Mineralvorkommen, so z. B. auch ein Goldvorkommen bei Deutschlandsberg.<ref>Leopold Weber (Hrsg.): Handbuch der Lagerstätten der Erze, Industrieminerale und Energierohstoffe Österreichs. Erläuterungen zur metallogenetischen Karte von Österreich 1 : 500.000 unter Einbeziehung der Industrieminerale und Energierohstoffe. (= Archiv für Lagerstättenforschung. Band 19). Geologische Bundesanstalt, Wien 1997, ISBN 3-900312-98-2, S. 25. (Verzeichnis der bearbeiteten Rohstoffvorkommen, nach ÖK-Blättern geordnet (PDF; 43 MB))</ref>

Natur

Eine der Pflanzenarten, die es nur auf der Koralpe gibt, ist die Sturzbach-Gämswurz (Doronicum cataractarum).<ref name="Tutin" />

Erschließung

Energiewirtschaft

Das Kraftwerk Koralpe wurde 1987–1991 als passives Speicherkraftwerk errichtet und 2009–2011 zum Pumpspeicherkraftwerk ausgebaut. Als Speicher dient der Stausee Soboth. Das Kraftwerkshaus liegt nahe Lavamünd an der Drau. Zwei weitere Pumpspeicherkraftwerke sind projektiert: Auf der steirischen Seite das Pumpspeicherkraftwerk Koralm,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> auf der Kärntner Seite ein Pumpspeicherkraftwerk im Gemeindegebiet von Sankt Georgen im Lavanttal.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Bergbau

Im nördlichen Teil der Koralpe befindet sich bei Waldenstein eine Lagerstätte von Hämatit (Eisenglimmer). Dies ist ein häufiges Mineral mit dem Hauptbestandteil Eisenoxid (Fe2O3), das im Untertagebau abgebaut wird. Die Aufbereitung erfolgt in der Nähe der Mine. Traditionelle Anwendungen sind Korrosionsschutzanstriche, mehr als 95 % der Produktion werden exportiert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Im Bereich der Weinebene gibt es Lithium-Vorkommen. Da dieses Alkalimetall wichtig für die Photovoltaik und für Elektroautos ist, finden seit 2016 Probebohrungen statt. Ein geplanter Abbau ist bisher nicht realisiert worden (Stand 2025).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Vorlage:Hauptartikel

Tourismus

Vor allem die Gegend rund um die Weinebene, ein Bergsattel etwa in der Mitte des Gebirges, ist ein beliebtes Wandergebiet mit vielen Wanderwegen und Berghütten. Vom Kärntner Talort Wolfsberg aus können auch das Koralpenhaus und der Große Speikkogel in einer einfachen Wanderung erreicht werden.

Außerdem ermöglichen einige kleine Wintersportzentren das Ausüben von alpinem und nordischem Skisport.

Aufgrund der lokalen topographischen Gegebenheiten sind im Bereich der Waldrast (Ortsteil Wolfsberg-Rieding) exzellente Bedingungen für Drachenflug, Gleitschirmflug und Modellflug gegeben. Von diesem Punkt aus können vom Frühjahr bis in den Herbst stundenlange Thermik- oder Hangflüge unternommen werden.

Hütten

fast alle Hütten liegen in der Steiermark:

  • Rehbockhütte (Hebalmwirtshaus) (Vorlage:Höhe): am Weg von der Weinebene zum Packsattel circa 1 km nördlich der Stoffhütte an der Hebalmstraße (Verbindung DeutschlandsbergWolfsberg)
  • Freiländeralm-Hütte (Vorlage:Höhe): circa 2 km nördlich der Rehbockhütte, bewirtschaftet nur während der Almsaison (Frühjahr bis Herbst)
  • Grünangerhütte (Vorlage:Höhe): am Weg von Glashütten zum Großen Speikkogel, bei der Hütte am Weg in das Bärental das „Reiner Bründl“ zur Erinnerung an Sepp Reiner, den maßgeblichen Mitarbeiter beim Ausbau der Hütte 1979.<ref>Wochenzeitung Weststeirische Rundschau. 83. Jahrgang, Nr. 12, 26. März 2010, S. 4.</ref>
  • Koralpenhaus (Vorlage:Höhe): in Kärnten, knapp unter dem Gipfel des Großen Speikkogel
  • Glashütte (Vorlage:Höhe): nahe der Soboth
  • Godingerhütte (Vorlage:Höhe): Hütte des SC Eitweg/Koralpe, über den Panoramaweg vom Koralpenparkplatz aus zu erreichen
  • Grillitschhütte, früher „Schafhütte“ (Vorlage:Höhe): auf der Kärntner Seite zwischen Großem Speikkogel und der Weinebene, markant ist der runde Bau
  • Gundisch Hütte (Vorlage:Höhe): direkt am Wanderweg vom Speikkogel Richtung Stausee Soboth, Alm und Ausschank während der Sommermonate
  • Schwanberger Brendlhütte (circa Vorlage:Höhe): Direkt am Wanderweg von St. Anna in Richtung des Großen Speikkogels
  • Großhöllerhütte beim großen Kar (Vorlage:Höhe): oberhalb des Pomswasserfalls in Kärnten
  • Stoffhütte (Vorlage:Höhe): am Weg von der Weinebene zum Packsattel (2022 Privathaus, kein Hüttenbetrieb mehr, alte Stoffhütte abgetragen)

Wanderwege

Das Gebiet der Koralpe wird von zahlreichen lokalen Wanderwegen erschlossen, außerdem verlaufen hier mehrere bedeutende Weitwanderwege:

Schigebiet

Im Zuge der Koralm liegen drei Schigebiete: Das Schigebiet Koralpe oberhalb von Wolfsberg; die Weinebene und am Übergang zur Pack die Hebalm.

Verkehr

Datei:Koralmtunnel westportal 20071104.jpg
Erkundungsstollen für den Koralmtunnel (2007)

Von Kärnten in die Steiermark führen (Reihenfolge von Nord nach Süd):

Die Eisenbahnstrecke Koralmbahn unterquert die Koralpe in 32,9 km langen Koralmtunnel.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tutin"> I. K. Ferguson: Doronicum L. In: Thomas Gaskell Tutin u. a.: Flora Europaea. Band 4, Cambridge University Press, 1976, ISBN 0-521-08717-1, S. 190–191. </ref> </references>

Siehe auch

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