Kärntner Landtag
| Kärntner Landtag | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Sitz: | Landhaus in Klagenfurt am Wörthersee |
| Legislaturperiode: | fünf Jahre |
| Erste Sitzung: | 1920 |
| Abgeordnete: | 36 |
| Aktuelle Legislaturperiode | |
| Letzte Wahl: | 5. März 2023 |
| Nächste Wahl: | 2028 |
| Vorsitz: | Landtagspräsident Andreas Scherwitzl<ref name="k20234220" /> (SPÖ) |
| Sitzverteilung: | Landesregierung (22)
|
| Website | |
| www.ktn.gv.at | |
Der Kärntner Landtag ist das Einkammerparlament des österreichischen Bundeslandes Kärnten. Seine 36 Abgeordneten werden für eine Legislaturperiode von fünf Jahren über ein Listenwahlrecht gewählt.
Geschichte
Der Kärntner Landtag (bis 1938: Kärntnerischer Landtag) besteht mindestens seit dem 16. Jahrhundert und war ursprünglich die Versammlung der Kärntner Landstände sowie des Herzogs. Seit 1581 tagt er im Landhaus. Im Zuge des Absolutismus wurde er immer weiter in eine politisch unwirksame zeremonielle Funktion gedrängt. Im Zuge der Revolution von 1848 wurden am 23. und 24. Juni 1848 erstmals demokratische Landtagswahlen abgehalten und der Provisorischer Kärntner Landtag gewählt. Nach der Revolution etablierte sich eine zweigleisige Struktur, in der der Landtag die Bevölkerung vertrat, daneben jedoch eine Vertretung der Landstände bestand. Durch das Februarpatent wurden die Landtage des Habsburgerreiches 1861 erheblich aufgewertet und es fanden regelmäßige freie Wahlen statt, anfangs jedoch in ständischer Verfassung mit Zensuswahlrecht.<ref>Geschichte der Politik in Kärnten. In: plattform-politische-bildung.at. Abgerufen am 7. November 2017.</ref><ref>Home > LAND UND POLITIK > Landtag > Historisches. In: ktn.gv.at. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2017; abgerufen am 7. November 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Mit der Errichtung des Ständestaates wurde auch der Kärntner Landtag von 1934 bis zum Anschluss 1938 nicht durch Volkswahl, sondern durch die Standesvertretungen besetzt. Während des Nationalsozialismus gab es keinen Landtag, da die Gewalten bei der Gauleitung zusammenliefen. Die ersten Landtagswahlen nach dem Krieg sowie die Neukonstituierung des Landtages erfolgten noch im Herbst 1945.<ref>Kurze politische Geschichte – Plattform Politische Bildung. In: plattform-politische-bildung.at. Abgerufen am 14. Juli 2023.</ref>
Wahl
Die Abgeordneten werden nach den Prinzipien des gleichen, unmittelbaren, geheimen und persönlichen Wahlrechts über Listen gewählt. Sie sind in der Ausübung ihres Mandates an keinen Auftrag gebunden (freies Mandat).
Wahlberechtigt sind alle österreichischen Staatsbürger, die in Kärnten ihren Hauptwohnsitz haben, nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind und die am Tag der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet haben.
Kärnten ist in vier Wahlkreise eingeteilt, die folgende Bezirke umfassen:<ref>Kärntner Landtagswahlordnung - K-LTWO § 2 Wahlkreise, abgerufen am 15. Juli 2016</ref>
- Wahlkreis 1: Klagenfurt am Wörthersee und Klagenfurt-Land
- Wahlkreis 2: St. Veit an der Glan, Völkermarkt, Wolfsberg
- Wahlkreis 3: Villach und Villach-Land
- Wahlkreis 4: Feldkirchen, Hermagor, Spittal an der Drau.
Für den Einzug in den Landtag benötigt eine wahlwerbende Gruppierung einen Stimmenanteil von 5 %.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Gesetz vom 3.7.2008, mit dem die Kärntner Landtagswahlordnung, das Kärntner Volksabstimmungsgesetz, das Kärntner Volksbefragungsgesetz und das Kärntner Volksbegehrensgesetz geändert werden.] (PDF) Amt der Kärntner Landesregierung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. September 2008.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Ein großer Schritt für kleine Parteien.] Kleine Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. September 2008.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Dauer einer Gesetzgebungsperiode beträgt fünf Jahre. Seit dem 12. April 2018 läuft die 32. Gesetzgebungsperiode.<ref>Home > LAND UND POLITIK > Landtag > Stenographische Protokolle > 32. Gesetzgebungsperiode 2018 -. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 22. Mai 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Die Zählung begann mit den Wahlen vom 6. April 1861.
Nachdem bei den Landtagswahlen 1975 die Sammelpartei der Kärntner Slowenen Enotna Lista den Einzug in den Landtag knapp verfehlt hatte, wurde mit der Wahlrechtsänderung 1978 das Erreichen eines Grundmandates in einem der Wahlkreise Voraussetzung, damit eine wahlwerbende Gruppierung Abgeordnete in den Landtag entsenden konnte (sogenannte „Grundmandatshürde“). Daraus ergab sich für jeden der Wahlkreise eine faktische Prozenthürde zwischen 9 und 12 Prozent.<ref>Knut Lehmann-Horn: Die Macht der politischen Parteien. In: Herbert Dachs, Ernst Hanisch, Robert Kriechbaumer (Hrsg.): Geschichte der österreichischen Bundesländer seit 1945. Kärnten. Band 6/2. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 1998, ISBN 3-205-98792-6, S. 254.</ref> Ein Umstand, der von Vertretern der Kärntner Slowenen und von Kleinparteien regelmäßig kritisiert wurde. Im Juli 2008 wurde mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, Grünen und FPÖ und gegen die Stimmen des BZÖ die Kärntner Landtagswahlordnung dahingehend geändert, dass in der sogenannten Reststimmen-Mandatsermittlung auch jene Parteien berücksichtigt werden, die zwar kein Grundmandat erringen konnten, jedoch einen Stimmenanteil von zumindest 5 % auf sich vereinen können.<ref>Kärnten: Hürden für Landtagseinzug gesenkt. 3. Juli 2008, abgerufen am 15. September 2020.</ref>
Vorschläge der slowenischsprachigen Minderheit ein fixes Volksgruppenmandat (ein sogenanntes Virilmandat) zuzuerkennen, wurden bisher von den etablierten Parteien stets abgelehnt.
Aufgabe
In den Kompetenzbereich des Landtages fällt neben seiner legislativen Funktion auf Landesebene auch die Wahl des Landeshauptmanns, seiner zwei Stellvertreter und von vier Landesräten, die zusammen die Landesregierung von Kärnten bilden. Außerdem wählt er die vier dem Bundesland Kärnten zustehenden Mitglieder des Bundesrates.
Klubs & Präsidium
Spätestens innerhalb eines Monats nach der Konstituierung des Landtags können sich Mitglieder des Landtags, die auf dem Wahlvorschlag derselben Partei kandidierten, zu einem Klub zusammenschließen. Dafür sind jedoch mindestens 4 Mitglieder erforderlich.<ref>RIS - Geschäftsordnung des Kärntner Landtages - K-LTGO - Landesrecht konsolidiert Kärnten, Fassung vom 12.02.2023. Abgerufen am 12. Februar 2023.</ref>
Das Präsidium des Kärntner Landtages besteht aus den ersten, zweiten und dritten Landtagspräsidenten, die nach dem Verhältniswahlrecht aus der Reihe der Landtagsabgeordneten gewählt werden.
Nach der Landtagswahl 2018 bestand das Präsidium gemäß der konstituierenden Sitzung der 32. Gesetzgebungsperiode vom 12. April 2018 aus folgenden Mitgliedern:
- Erster Präsident: Reinhart Rohr (SPÖ)
- Zweiter Präsident: Jakob Strauß (SPÖ)
- Dritter Präsident: Josef Lobnig (FPÖ)
Nach der Landtagswahl 2023 bestand das Präsidium gemäß der konstituierenden Sitzung der 33. Gesetzgebungsperiode vom 13. April 2023 aus folgenden Mitgliedern:
- Erster Präsident: Reinhart Rohr (SPÖ)
- Zweiter Präsident: Christoph Staudacher (FPÖ)
- Dritter Präsident: Andreas Scherwitzl (SPÖ)
Am 23. Oktober 2025 wurde Reinhart Rohr in den Ruhestand verabschiedet und von Andreas Scherwitzl abgelöst, zur Dritten Präsidentin wurde Marika Lagger-Pöllinger gewählt.<ref name="k20234220" /> Nach dem Wechsel von Lagger-Pöllinger in die Landesregierung Fellner am 7. April 2026 folgte ihr Günter Leikam als Dritter Landtagspräsident nach.<ref name="orf3348859">Daniel Fellner zum Landeshauptmann gewählt. In: ORF.at. 7. April 2026, abgerufen am 7. April 2026.</ref>
- Erste Landtagspräsidenten
- 1945 bis 1962: Jakob Sereinigg (SPÖ)
- 1963 bis 1979: Rudolf Tillian (SPÖ)
- 1979 bis 1982: Josef Guttenbrunner (SPÖ)
- 1983 bis 1989: Josef Schantl (SPÖ)
- 1989 bis 1990: Karin Achatz (SPÖ)
- 1990 bis 1994: Susanne Kövari (SPÖ)
- 1994 bis 1999: Adam Unterrieder (SPÖ)
- 1999 bis 2006: Jörg Freunschlag (FPÖ/BZÖ)
- 2006 bis 2013: Josef Lobnig (BZÖ/FPK)
- 2013 bis 2025: Reinhart Rohr (SPÖ)
- seit 2025: Andreas Scherwitzl (SPÖ)<ref name="k20234220">Neuer Kärntner SPÖ-Landesrat Reichmann angelobt. In: Kleine Zeitung. 23. Oktober 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref>
Siehe auch
- Kärntner Landesregierung
- Sitzverteilung in den österreichischen Landtagen
- Ergebnisse aller Landtagswahlen in Österreich
- Mitglieder des Österreichischen Bundesrates aus Kärnten
Literatur
- Der Kärntner Landtag. Broschüre, hrsg. vom Kärntner Landtag, ca. 2005.
Weblinks
- Webauftritt des Kärntner Landtags
- Landesrecht Kärnten auf dem Rechtsinformationssystem der Republik Österreich
- Landesgesetze von Kärnten 1850 – 1999 auf ALEX – Historische Rechts- und Gesetzestexte Online
- Literatur von und über Kärntner Landtag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
<references />
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Übersichten: Sitzverteilung in den österreichischen Landtagen | Ergebnisse der Landtagswahlen in Österreich | Ergebnisse der Landtagswahlen in Österreich vor 1934.
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Ungarn (bis 1867, dann Reichstag) | Böhmen | Dalmatien | Kroatien | Galizien | Österreich unter der Enns | Österreich ob der Enns | Salzburg | Steyer | Kärnten | Krain | Bukowina | Mähren | Schlesien | Tirol | Görz und Gradisca | Vorarlberg | Istrien | Triest | Bosnien und Herzegowina (ab 1910)
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Erste Republik: 1921 | 1923 | 1927 | 1930
Zweite Republik: 1945 | 1949 | 1953 | 1956 | 1960 | 1965 | 1970 | 1975 | 1979 | 1984 | 1989 | 1994 | 1999 | 2004 | 2009 | 2013 | 2018 | 2023
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Monarchie: Provisorischer Kärntner Landtag 1848/1849 | 1. WP (1861–1866) | 2. WP (1867–1869) | 3. WP (1870) | 4. WP (1871–1877) | 5. WP (1878–1883) | 6. WP (1884–1889) | 7. WP (1892–1896) | 8. WP (1897–1902) | 9. WP (1903–1908) | 10. WP (1909–1914)
Erste Republik: Provisorische Landesversammlung (1918–1921) | 12. GP (1921–1923) | 13. GP (1923–1927) | 14. GP (1927–1930) | 15. GP (1930–1934) | Ständischer Landtag (1934–1938)
Zweite Republik: 16. GP (1945–1949) | 17. GP (1949–1953) | 18. GP (1953–1956) | 19. GP (1956–1960) | 20. GP (1960–1965) | 21. GP (1965–1970) | 22. GP (1970–1975) | 23. GP (1975–1979) | 24. GP (1979–1984) | 25. GP (1984–1989) | 26. GP (1989–1994) | 27. GP (1994–1999) | 28. GP (1999–2004) | 29. GP (2004–2009) | 30. GP (2009–2013) | 31. GP (2013–2018) | 32. GP (2018–2023) | 33. GP (ab 2023)
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Datei:Sp-bundKopie.PNG SPÖ (15 Abgeordnete): Luca Burgstaller | Ruth Feistritzer | Armin Geißler | Günter Leikam | Manuela Lobnik | Manuel Müller | Christina Patterer-Burgstaller | Maximilan Rakuscha | Stefan Sandrieser | Andreas Scherwitzl | Nicole Schojer | Herwig Seiser | Christof Seymann | Hermann Srienz | René Willegger
Datei:Logo-kaernten.png FPÖ (9 Abgeordnete): Erwin Angerer | Erwin Baumann | Markus di Bernardo | Josef Krammer | Josef Ofner | Jürgen Ozwirk | Dietmar Rauter | Michael Reiner | Christoph Staudacher
ÖVP (7 Abgeordnete): Herbert Gaggl | Robert Köfer | Michael Maier | Hannes Mak | Markus Malle | Stefanie Ofner | Ronny Rull
Team Kärnten (5 Abgeordnete): Gerhard Klocker | Gerhard Köfer | Marina Koschat-Koreimann | Karl Markut | Franz-Josef Smrtnik
Vorzeitig ausgeschiedene Mitglieder: Gernot Darmann | Daniel Fellner | Martin Gruber | Ervin Hukarevic | Peter Kaiser | Marika Lagger-Pöllinger | Maximilian Linder | Beate Prettner | Reinhart Rohr | Sara Schaar | Gaby Schaunig | Sebastian Schuschnig | Harald Trettenbrein