Walter Scheel
Walter Scheel (* 8. Juli 1919 in Höhscheid, Landkreis Solingen; † 24. August 2016 in Bad Krozingen) war ein deutscher Politiker (FDP). Er war von 1974 bis 1979 der vierte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
Davor war er von 1961 bis 1966 in Koalitionsregierungen mit der CDU in den letzten zwei Kabinetten Konrad Adenauers (Kabinett Adenauer IV und V) sowie unter Bundeskanzler Ludwig Erhard Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Von 1968 bis 1974 war Scheel Bundesvorsitzender der FDP und führte die Partei in die sozialliberale Koalition. In dieser war er von 1969 bis 1974 Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler unter Willy Brandt. Nach dessen Rücktritt agierte Scheel vom 7. bis zum 16. Mai 1974 als geschäftsführender Bundeskanzler.
Leben
Ausbildung und Beruf
Walter Scheel kam als Sohn des Stellmachers Albrecht Scheel (1883–1953) und dessen Frau Helene Scheel (1891–1971)<ref>Dieter E. Kilian: Politik und Militär in Deutschland. Miles-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-937885-36-0, S. 116 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> in Höhscheid zur Welt;<ref>Jürgen Frölich: Walter Scheel. In: lvr.de. Portal Rheinische Geschichte, abgerufen am 24. Juni 2020.</ref> Grundlage seiner Erziehung in der Familie war die evangelische Konfession. Nach dem Abitur am Solinger Gymnasium Schwertstraße absolvierte er von 1938 bis 1939 eine Banklehre bei der Volksbank Solingen, die er mit „gut“ abschloss.
Ab 3. September 1939 diente er im Nachtjagdgeschwader 1 (III. Gruppe) der Luftwaffe als Adjutant von Martin Drewes und war bei Kriegsende Oberleutnant. Er erhielt das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse.
Nach 1945 war er bis 1953 als Geschäftsführer in der Industrie und in verschiedenen Verbänden tätig. Danach arbeitete er als selbständiger Wirtschaftsberater in Düsseldorf. 1958 wurde er Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Intermarket. Im gleichen Jahr gründete er zusammen mit Gerhard Kienbaum und Carl Zimmerer das Düsseldorfer M&A-Unternehmen InterFinanz,<ref>Geschichte – InterFinanz GmbH. interfinanz.com, abgerufen am 29. August 2016.</ref> das er zusammen mit Carl Zimmerer bis Ende 1961 führte. Seine Gesellschaftsanteile (42 %) veräußerte er 1964 an die Mitgesellschafter.
Parteimitgliedschaften
NSDAP
Scheel beantragte am 1. Mai 1941 die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Juli 1941 aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.757.104).<ref>Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/18501266.</ref><ref>Helmut Gewalt: Angehörige des Bundestags / I.-X. Legislaturperiode ehemaliger NSDAP- & / oder Gliederungsmitgliedschaften <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 31. August 2021 im Internet Archive).</ref> Am 13. November 1978 berichtete der Spiegel, Walter Scheel habe erklärt, dass er im Dezember 1942 an der Front die Mitteilung über seine Aufnahme in die Partei erhalten hätte, obwohl er keinen Aufnahmeantrag gestellt habe.<ref>Carstens: „Ich habe so dunkle Erinnerungen“. In: Der Spiegel. Nr. 46, 1978, S. 21–23 (online).</ref> Laut einem Artikel in der Zeit vom 17. November 1978 ließ Scheel dann mitteilen, dass er nicht mehr wisse, ob er einen Antrag gestellt habe, seine Mitgliedschaft aber geruht habe.<ref>Kurt Becker: Die Schatten der Vergangenheit. In: Die Zeit. Nr. 47/1978.</ref> Seine NSDAP-Mitgliedschaft bestritt Scheel im Weiteren mit dem Argument, ein Soldat der Wehrmacht habe kein NSDAP-Mitglied sein dürfen, zuletzt in einem Interview im Jahre 2010.<ref>Scheel: Verständnis für Horst Köhler. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 14. Juni 2010 (online).</ref>
1970 kündigte der damalige Außenminister eine umfassende Darstellung zur Geschichte des Auswärtigen Amtes an, die auch das Handeln des Amtes im Nationalsozialismus thematisieren sollte, aber nie geschrieben wurde.<ref>Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. S. 11.</ref> Eine solche – wenn auch umstrittene – Darstellung erschien erst 2010, nachdem Jahre zuvor Joschka Fischer, Außenminister von 1998 bis 2005, eine unabhängige Historikerkommission eingesetzt hatte. Diese Kommission kritisiert in ihrem im Oktober 2010 publizierten Forschungsbericht, dass Scheel seine NSDAP-Mitgliedschaft erst Jahre nach seinem Amtsantritt als Außenminister eingeräumt habe.<ref>Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. Karl Blessing Verlag, München 2010, S. 663.</ref>
Ab 1946 in der FDP
Seit 1946 war Walter Scheel Mitglied der FDP. Von 1954 bis 1974 saß er im FDP-Landesvorstand in Nordrhein-Westfalen, davon etliche Jahre als Landesschatzmeister. 1956 wurde er erstmals in den FDP-Bundesvorstand gewählt, in dem er ebenfalls bis 1974, teilweise kraft seines Amtes als Bundesminister, verblieb. Im selben Jahr (1956) gehörte er (u. a. mit Willi Weyer, Hans Wolfgang Rubin und Wolfgang Döring) zu den sogenannten Jungtürken, die den Koalitionswechsel der FDP in Nordrhein-Westfalen von der CDU zur SPD einleiteten und damit die Abspaltung der Euler-Gruppe und die Gründung der kurzlebigen Freien Volkspartei (FVP) veranlassten.
1968 wurde er als Nachfolger von Erich Mende zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt. 1970/71 gehörte er mit Werner Maihofer und Karl-Hermann Flach zu den Autoren der Freiburger Thesen, des neuen Grundsatzprogramms der FDP. Laut Helge Matthiesen führte Scheel die FDP aus der nationalkonservativen Verengung, öffnete sie für neue Koalitionen und machte damit die SPD zur regierungsfähigen Partei.<ref>Helge Matthiesen: Ein Meister klarer Worte. Hrsg.: Bonner General-Anzeiger. Bonn 3. Juli 2021.</ref> Mit seiner Wahl zum Bundespräsidenten 1974 legte er alle Parteiämter nieder. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Bundespräsident wurde er 1980 zum Ehrenvorsitzenden der FDP ernannt. Von 1968 bis 1974 war er Vizepräsident der „Liberalen Weltunion“ (Vorgänger der Liberalen Internationale).
Abgeordneter
Walter Scheel war über seine Laufbahn verteilt als Parlamentarier auf allen vier Ebenen aktiv: auf kommunaler, als Abgeordneter im Landtag von NRW und im Deutschen Bundestag sowie im Vorläufer des Europaparlaments.<ref>Warum die Reden von Walter Scheel erinnerungswürdig sind. Abgerufen am 14. April 2021.</ref>
Von 1948 bis 1950 war Scheel Stadtrat in seiner Heimatstadt Solingen. Von 1950 bis 1954 war er Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Remscheid.<ref>Walter Scheel beim Landtag Nordrhein-Westfalen.</ref> 1953 wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages, dem er bis zum 27. Juni 1974 angehörte, da er sein Bundestagsmandat nach seiner im Mai erfolgten Wahl zum Bundespräsidenten vier Tage vor Amtsantritt niederlegte. Von 1967 bis 1969 war er Vizepräsident des Deutschen Bundestages.
Vom 1. Juli 1956 bis 20. November 1961 war er außerdem Mitglied des Europäischen Parlamentes. Hier arbeitete er von 1959 bis 1962 als Vorsitzender des Ausschusses für Fragen der Assoziierung der überseeischen Länder und Gebiete und wirkte seit 1958 als stellvertretender Vorsitzender der liberalen Fraktion.
Öffentliche Ämter
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit
Nach der Bundestagswahl 1961 wurde Scheel am 14. November 1961 im Kabinett Adenauer IV zum ersten Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit ernannt. Am 19. November 1962 trat er anlässlich der Spiegel-Affäre zusammen mit den anderen FDP-Bundesministern aus Protest zurück. Dem daraufhin am 13. Dezember 1962 ohne den umstrittenen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß gebildeten Kabinett gehörte er dann aber mit gleicher Funktion wieder an. Er behielt dieses Amt auch in der von Bundeskanzler Ludwig Erhard geführten Bundesregierung. Wegen eines Streits über den Bundeshaushalt trat er am 28. Oktober 1966 gemeinsam mit den anderen FDP-Bundesministern von seinem Amt zurück.
Bundesminister des Auswärtigen
Nach der Bundestagswahl 1969 wirkte er maßgeblich auf die Bildung einer sozialliberalen Bundesregierung hin und wurde im Kabinett von Willy Brandt am 22. Oktober 1969 zum Vizekanzler und zum Bundesminister des Auswärtigen ernannt. 1970 besuchte Walter Scheel als erster deutscher Außenminister Israel, das 1965 diplomatisch anerkannt worden war. Scheel gilt gemeinsam mit Willy Brandt als „Vater der Entspannungspolitik“ und der neuen Deutschlandpolitik, die zunächst von den Unionsparteien scharf bekämpft wurde und auch zu Fraktionsaustritten bei den Regierungsparteien SPD und FDP führte, so dass diesen zeitweilig die Mehrheit im Deutschen Bundestag verloren ging.
Die Neuwahlen 1972 stärkten sowohl die SPD als auch die Positionen Walters Scheels in der FDP und bewiesen die hohe Akzeptanz der sozialliberalen Politik. Sehr große Bekanntheit erlangte Walter Scheel 1973, indem er zugunsten der Behindertenhilfsorganisation Aktion Sorgenkind das deutsche Volkslied „Hoch auf dem gelben Wagen“ auf Schallplatte sang. Allein bis zum Frühjahr 1974 wurde die Platte über 300.000 Mal verkauft. Auch noch während seiner später folgenden Amtszeit als Bundespräsident erlangte er mit dieser Art der ungewöhnlichen und gemeinnützigen Spendenwerbung hohe Popularität.
Nach dem Rücktritt von Bundeskanzler Brandt am 7. Mai 1974 nahm Scheel auf Ersuchen des Bundespräsidenten gemäß Art. 69 Abs. 3 Grundgesetz die Amtsgeschäfte des Bundeskanzlers übergangsweise wahr, bis Helmut Schmidt am 16. Mai 1974 zum neuen Bundeskanzler gewählt wurde.
Bundespräsident
Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1974 am 15. Mai 1974 wurde er mit 530 Stimmen von SPD und FDP in der Bundesversammlung in der Beethovenhalle in Bonn gegen Richard von Weizsäcker (CDU, 498 Stimmen) zum vierten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt und trat am 1. Juli 1974 sein neues Amt an.<ref>Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte vom „Dritten Reich“ bis zur Wiedervereinigung. Band 2. C. H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46002-X, S. 327 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Als Bundespräsident verweigerte er 1976 einem Gesetz zur Abschaffung der Gewissensprüfung bei Kriegsdienstverweigerern seine Unterschrift, da er die Zustimmung des Bundesrates für notwendig erachtete. Für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1979 stellte er sich angesichts der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung nicht erneut zur Verfügung und schied am 30. Juni 1979 aus dem Amt.
Scheel überschrieb seine Präsidentschaft mit der Leitidee: „Miteinander, nicht gegeneinander“.<ref>Warum die Reden von Walter Scheel erinnerungswürdig sind. Abgerufen am 14. April 2021.</ref> Im Kontext der Terrorgruppe RAF rief er im Oktober 1977 zur „kritische[n] Sympathie des Bürgers mit dem demokratischen Staat“ auf und sagte: „Eine Demokratie ist immer auf dem Wege zu sich selbst. Sie ist nie fertig. Nur Staaten, in denen die Freiheit nicht viel gilt, behaupten von sich, sie hätten das Klassenziel erreicht. Nur Menschen, die von Freiheit nichts wissen, behaupten, sie hätten ein Rezept, wie der ‚ideale Staat‘ zu verwirklichen sei. Freiheit und unvollkommener Staat, das gehört zusammen – ebenso wie der ‚ideale‘ Staat mit Unfreiheit und Unmenschlichkeit zusammen geht. Die Demokratie ist nicht zuletzt deshalb die beste Staatsform, weil sie sich ihre eigenen Mängel eingesteht.“<ref>Warum die Reden von Walter Scheel erinnerungswürdig sind. Abgerufen am 14. April 2021.</ref> Bei der Trauerfeier für Hanns Martin Schleyer bat er in seiner Rolle als Bundespräsident die Angehörigen um Vergebung und sprach zur Dialektik von Verantwortung und Schuld des Staates.
Scheel wird im Buch Walter Scheel: Unerhörte Reden als herausragender Rhetoriker beschrieben, dessen Reden, obwohl sie nach wie vor aktuell seien, weitgehend in Vergessenheit geraten sind.<ref>Walter Scheel. In: bebraverlag.de. Abgerufen am 20. März 2021.</ref> So bezeichnete Scheel 1975 als erster Bundespräsident den 8. Mai 1945 als Befreiung. Lange vor der bekannten Weizsäcker-Rede Zum 40. Jahrestag des Kriegsendes sagte Scheel: „Wir wurden von einem furchtbaren Joch befreit, von Krieg, Mord, Knechtschaft und Barbarei. […] Aber wir vergessen nicht, dass diese Befreiung von außen kam.“<ref>Knut Bergmann: Walter Scheel: Unerhörte Reden. be.bra Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-89809-188-6.</ref>
Bundespräsident Joachim Gauck fasste 2016 auf dem Staatsakt für den verstorbenen Walter Scheel dessen politische Biographie so zusammen. „Sein Leben steht beispielhaft für den erfolgreichen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg und zugleich für die Neuorientierung der Bundesrepublik Ende der 1960er Jahre. Zu beidem hat er Wichtiges beigetragen, so viel wie nur wenige Deutsche seiner Generation.“<ref>Cookies Consent | Friedrich-Naumann-Stiftung. Abgerufen am 29. März 2021.</ref>
Seine Amtszeit als Bundespräsident wird rückblickend ambivalent beurteilt. Man warf ihm vor, dass er keinen großen Entwurf parat gehabt habe, wie er das Amt auszufüllen gedenke. Sein feinerer Lebensstil und eine prachtvollere Ausstattung von Dienstsitz und Zeremoniell unterschieden sich deutlich von dem seiner puristischeren Vorgänger und wurden daher – insbesondere zu Beginn seiner Amtszeit – teilweise kritisiert. Lob bekam Scheel für seine offene und optimistische Art.<ref>Paul Lersch: „Zufall, daß er das Amt nicht ruiniert hat“. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1979, S. 27–32 (online – 28. Mai 1979).</ref> Andere Darstellungen weisen darauf hin, dass Walter Scheel zu Unrecht das Image eines politischen Leichtgewichts angehaftet habe.<ref>100 Jahre Walter Scheel – Bergmann: „Scheel ist immer unterschätzt worden“. Abgerufen am 21. März 2021.</ref> Knut Bergmann porträtierte ihn in der Zeit und bezeichnete ihn als einen „Verkannten“.<ref>Knut Bergmann: Der Verkannte. In: Die Zeit. 8. Juli 2019, abgerufen am 21. März 2021.</ref>
Sein Büro unterhielt der ehemalige Bundespräsident bis 2014 im Rathaus seines Wohnortes Bad Krozingen.<ref>Ehrensold, Büro und Mitarbeiter – Eine Frage von Moral und Anstand. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 11. März 2012.</ref> Das Büro wurde zum 1. August 2014 geschlossen, auch der Leasingvertrag seines Dienstwagens wurde vom Bundespräsidialamt nicht verlängert. Scheels Büroleiter leitete die Geschäfte seither vom Bundespräsidialamt in Berlin aus.<ref>Gericht stellt Pflege für Walter Scheel unter Aufsicht. Berliner Morgenpost, 14. November 2014, abgerufen am 23. Februar 2015.</ref>
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Ehrenämter
Von 1967 bis 1974 war Scheel stellvertretender Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, 1979 wurde er deren Kuratoriumsvorsitzender; seit 1991 war er Ehrenvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung. Im Jahre 1978 wurde Scheel Vorsitzender des Kuratoriums der Hermann Kunst-Stiftung zur Förderung der neutestamentlichen Textforschung, das die Arbeit des Instituts für Neutestamentliche Textforschung in Münster fördert. 1979 wurde er Ehrenmitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; dies nahm Thomas Bernhard zum Anlass, aus dieser auszutreten.
Von 1980 bis 1985 war er Vorsitzender der Bilderberg-Konferenz und von 1980 bis 1989 Präsident der Europa-Union.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Former Steering Committee Members auf bilderbergmeetings.org ( vom 2. Februar 2014 im Internet Archive).</ref> Von 1980 bis 1985 war Walter Scheel Präsident des Deutschen Rates der Europäischen Bewegung, dessen Ehrenpräsident er bis zu seinem Tod war.<ref>Jürgen Mittag: Die Europäische Bewegung in Deutschland (1949–2009). Vom Honoratiorenkreis zur organisierten Zivilgesellschaft. Bonn 2009, S. 29.</ref> In Nachfolge von Theodor Heuss und Carlo Schmid war Scheel seit 1980 Ehrenpräsident des Deutschen Künstlerbundes. Von 1995 bis 2000 war er 1. Kuratoriumsvorsitzender der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, einer Bundesstiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Von 2011 bis zu seinem Tode war Walter Scheel Schirmherr des gemeinnützigen Vereins „ProBeethovenhalle e. V.“ in Bonn.
Scheel war Ehrenvorsitzender des Kuratoriums von Plan International und Ehrenpräsident der Deutsch-Britischen Gesellschaft. Er war Schirmherr der Darul-Aman Stiftung, die den Wiederaufbau des Darul-Aman-Palastes als zukünftiges Parlamentsgebäude von Afghanistan fördert. Außerdem unterstützte er in seiner Geburtsstadt Solingen als Schirmherr der Stiftung Botanischer Garten Solingen e. V. den Förderverein des Botanischen Garten Solingen rund 13 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 2016 bei Spendenaufrufen oder mit Grußworten zu offiziellen Veranstaltungen.
Privatleben
Scheel war seit 1942 mit Eva Charlotte Scheel geb. Kronenberg (1921–1966) verheiratet, die 1966 an Krebs starb.<ref>Nachruf zu Walter Scheel beim WDR.</ref> Aus dieser Ehe ging der Sohn Ulrich hervor. Von 1969 bis zu ihrem Tod 1985 war Walter Scheel mit der Ärztin Mildred Scheel, geb. Wirtz, verheiratet. Sie brachte ihre Tochter Cornelia Scheel mit in die Ehe. Aus dieser Ehe ging 1970 Andrea-Gwendoline hervor; der Sohn Simon Martin wurde 1971 aus Bolivien adoptiert.
1988 heiratete Scheel die Physiotherapeutin Barbara Wiese (5. August 1938 bis 8. Juli 2023). Das Ehepaar lebte von 2001 bis 2008 in Berlin und zog Anfang 2009 nach Bad Krozingen.<ref>Alexandra Wenning: Walter Scheel verlässt Berlin. In: B.Z., 6. Oktober 2008, abgerufen am 18. Mai 2013.</ref> Wegen einer Demenzerkrankung lebte Walter Scheel ab 2012 in einem Pflegeheim.<ref>Nutzung durch die Ehefrau: Präsidialamt entzieht Scheel den Dienstwagen.</ref> Er starb am 24. August 2016 im Alter von 97 Jahren<ref>EIL: Früherer Bundespräsident Walter Scheel ist tot. In: Süddeutsche Zeitung. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 24. August 2016]).</ref> und wurde auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in Berlin beigesetzt.<ref>knerger.de: Das Grab von Walter Scheel.</ref>
Am 7. September 2016 wurde Scheel mit einem Staatsakt in der Berliner Philharmonie geehrt. Als Redner würdigten Bundespräsident Joachim Gauck, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der FDP-Politiker Wolfgang Gerhardt den Verstorbenen für seine Verdienste um die Demokratie. Als Gäste nahmen an der Trauerfeier auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die früheren Bundespräsidenten Horst Köhler und Christian Wulff<ref>Bayerischer Rundfunk Marc Strucken: Trauerfeier: Staatsakt für Altbundespräsident Scheel. 8. September 2016 (br.de [abgerufen am 22. Oktober 2020]).</ref> sowie Klaus Kinkel und Barbara Genscher, die Witwe des bereits verstorbenen Politikers Hans-Dietrich Genscher teil.<ref>Süddeutsche Zeitung: Berlin: Staatsakt für Altbundespräsident Walter Scheel. Abgerufen am 22. Oktober 2020.</ref>
Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)
1971 wurde Scheel der Theodor-Heuss-Preis und das Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik verliehen, 1974 folgte der Orden wider den tierischen Ernst. 1977 wurde er mit dem Karlspreis und der Collane des Ordens de Isabel la Católica ausgezeichnet, nachdem er schon 1970 das Großkreuz erhalten hatte. Walter Scheel ist seit 1976 Ehrenbürger seiner Heimatstadt Solingen, seit 1978 von Berlin und Bonn, seit 1979 von Düsseldorf und seit 2006 von Kranichfeld. Im Jahr 2000 erhielt er die Reinhold Maier-Medaille. 1973 erhielt er das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland<ref>Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 43, 9. März 1973.</ref> und mit der Wahl zum Bundespräsidenten als Amtsinsignie die Sonderstufe des Großkreuzes. Scheel war Ehrendoktor der Universitäten Georgetown und Maryland (beide USA), Auckland (Neuseeland), Bristol (Großbritannien) und Heidelberg. Walter Scheel wurde mit über sechzig internationalen Orden ausgezeichnet.
Sein Grab auf dem Waldfriedhof Zehlendorf ist als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.
Der Nachlass von Walter Scheel liegt u. a. im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.
Scheels letztes Arbeitszimmer im Rathaus von Bad Krozingen wird zukünftig als museale Gedenkstätte der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.<ref>dpa: Büro von Alt-Bundespräsident Walter Scheel wird zum Museum. Süddeutsche Zeitung, 21. August 2017, abgerufen am 26. August 2020.</ref>
Seit dem 8. Juli 2018 heißt der Solinger Rathausplatz „Walter-Scheel-Platz“.
Sonstiges
Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found 1969 wurde Scheel als Krawattenmann des Jahres ausgezeichnet.
Sehr bekannt wurde Walter Scheels musikalischer Auftritt mit dem Volkslied Hoch auf dem gelben Wagen, das er zusammen mit zwei Düsseldorfer Männergesangvereinen aufnahm. Dies wurde am 6. Dezember 1973 in der Fernsehshow Drei mal Neun aufgeführt; im Januar 1974 belegte das Lied Platz fünf der deutschen Singlecharts. Zu einem Besuch Scheels in Mali in den 1970ern wurde das Lied an Stelle der deutschen Hymne aus Versehen eingespielt.<ref name="derweste-065008">Cornelia Färber: Der Mann, der Walter Scheel singen ließ. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 3. August 2016, abgerufen am 14. Juni 2023.</ref>
1987 moderierte er die Pilotfolge der ZDF-Talkshow live.<ref>Hörbare Vertalkung. Alt-Bundespräsident Scheel talkte sich und dem ZDF den Spott der Nation ein. In: Der Spiegel. Nr. 15, 1987 (online).</ref> 2006 sang Scheel mit einem Chor das erwähnte Lied in einer Fernsehshow des Moderators Gunther Emmerlich. Scheel war dort zu Gast, weil ihm von Hans-Dietrich Genscher ein Preis überreicht wurde.
Am 26. Mai 2011 verlieh das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erstmals den Walter-Scheel-Preis für Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit. Der Preis wird seit 2015 gemeinsam von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, der Walter-Scheel-Stiftung, dem Freundeskreis Walter Scheel e. V. verliehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Walter-Scheel-Preis 2011 ( vom 29. August 2016 im Internet Archive) bmz.de.</ref> Seit 2014 wird die Walter Scheel Medaille als Auszeichnung für europäische Genusskultur verliehen.
Scheel war der letzte noch lebende Bundesminister der Kabinette von Konrad Adenauer und Ludwig Erhard.<ref>Bernd Haunfelder: Rekordhalter im Parlament. In: www.das-parlament.de. Deutscher Bundestag, 10. Juni 2013, abgerufen am 4. November 2025.</ref>
Mit 97 Jahren, 1 Monat und 16 Tagen ist Scheel der am ältesten gewordene aller regierenden Bundespräsidenten und Bundeskanzler. Bis Juli 2024 war er auch viele Jahre der am ältesten gewordene Bundesminister der Bundesrepublik Deutschland, bis er von Oscar Schneider überholt wurde.
Siehe auch
- Kabinett Adenauer IV – Kabinett Adenauer V – Kabinett Erhard I – Kabinett Erhard II – Kabinett Brandt I – Kabinett Brandt II
- Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren
Veröffentlichungen
Beiträge
- Opposition als Auftrag. In: Liberal. 1967, Heft 8, S. 575–580.
- Opposition. Kritik und Kontrolle. In: Liberal. 1967, Heft 11, S. 806–809.
- Deutschland in Europa. In: Liberal. 1968, Heft 5, S. 329–338.
- Zum geistigen Standort der Liberalen in dieser Zeit. In: Hans Julius Schoeps, Christopher Dannenmann (Hrsg.): Formeln deutscher Politik. Bechtle, München/Esslingen 1969, DNB 456640444, S. 15–50.
- Der Grundvertrag. In: Liberal. 1973, Heft 6, S. 401 f.
- Das demokratische Geschichtsbild. In: Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e. V. (Hrsg.): Gedanken zum 20. Juli. Hase und Koehler, Mainz 1984, S. 81–97.
- TV-Duell 1969. In: Sascha Michel, Heiko Girnth (Hrsg.): Polit-Talkshows – Bühnen der Macht. Ein Blick hinter die Kulissen. Bouvier, Bonn 2009, ISBN 3-416-03280-2, S. 161–164.
Monografien
- Konturen einer neuen Welt. Schwierigkeiten, Ernüchterung und Chancen der Industrieländer. Econ, Düsseldorf/Wien 1965, DNB 454318030.
- Ihre Zukunft – unsere Zukunft, H. Möller Verlag, Bonn 1965.
- mit Hans Ruthenberg, Wolfram Ruhenstroth-Bauer: Aufgaben und Motive landwirtschaftlicher Entwicklungspolitik. Schaper, Hannover 1966, DNB 458824658.
- Formeln deutscher Politik, Beutle Verlag, München 1968.
- Warum Mitbestimmung und wie – eine Diskussion, Econ Verlag, Düsseldorf 1970.
- mit Karl-Hermann Flach, Werner Maihofer: Die Freiburger Thesen der Liberalen. Rowohlt, Reinbek 1972, ISBN 3-499-11545-X.
- Erinnerungen und Einsichten. Im Gespräch mit Jürgen Engert. Hohenheim, Stuttgart/Leipzig 2004, ISBN 3-89850-115-9.
Sammelbände
- Perspektiven deutscher Politik. Diederichs, Düsseldorf/Köln 1969, OCLC 7521668.
- Nach dreißig Jahren – Die Bundesrepublik Deutschland. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Klett-Cotta, Stuttgart 1979, ISBN 3-12-911940-X.
- Die andere deutsche Frage. Kultur und Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland nach 30 Jahren. Klett-Cotta, Stuttgart 1981, ISBN 3-12-911941-8.
- mit Otto Graf Lambsdorff: Freiheit in Verantwortung – Deutscher Liberalismus seit 1945. Geschichte, Personen, Perspektiven. Bleicher, Gerlingen 1998, ISBN 3-88350-047-X.
- mit Tobias Thalhammer: Gemeinsam sind wir stärker. Zwölf erfreuliche Geschichten über Jung und Alt. Allpart Media, Berlin 2010, ISBN 3-86214-011-3.
Editionen
- Bundestagsreden. Hrsg. von Guido Brunner. AZ-Studio, Berlin 1972, DNB 730270084.
- Reden und Interviews [1969–1974]. 2 Bände. Hrsg. vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Deutscher Bundesverlag, Bonn 1972–1974, DNB 540364703.
- Reden und Interviews [1974–1979]. 5 Bände. Hrsg. vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Deutscher Bundesverlag, Bonn 1975–1979, DNB 550531831.
- Vom Recht des Anderen. Gedanken zur Freiheit. 2. Auflage. Econ, Düsseldorf/Wien 1977, ISBN 3-430-17931-9 (Redenband).
- Die Zukunft der Freiheit. Vom Denken und Handeln in unserer Demokratie. Econ, Düsseldorf/Wien 1979, ISBN 3-430-17929-7 (Redenband).
- Die Zukunft der Freiheit – Vom Recht der anderen. Reden 1975–1979. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1981, ISBN 3-548-34057-1 (Auswahl-Redenband).
- Wen schmerzt noch Deutschlands Teilung? 2 Reden zum 17. Juni. Rowohlt, Reinbek 1986, ISBN 3-499-18346-3.
Sonstiges
- Hoch auf dem gelben Wagen / Wohlauf in Gottes schöne Welt – Schallplatte, Polydor 1973, DNB 359779891.
Literatur
- Knut Bergmann (Hrsg.): Walter Scheel – Unerhörte Reden, be.bra Verlag, Berlin-Brandenburg 2021.
- Werner Billing: Scheel, Walter. In: Udo Kempf, Hans-Georg Merz (Hrsg.): Kanzler und Minister 1949–1998. Biografisches Lexikon der deutschen Bundesregierungen, Wiesbaden 2001, S. 578–582.
- Michael Bohnet: Walter Scheel. Der erste Entwicklungsminister der Bundesrepublik Deutschland (1961–1966). Die Anfänge der deutschen Entwicklungspolitik, hrsg. v. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Bonn/Berlin 2009, ISBN 978-3-00-028207-2.
- Hermann Otto Bolesch: Typisch Scheel. Geschichten, Anekdoten, Pointen. Bertelsmann, München/Gütersloh/Wien 1973, ISBN 3-570-02147-5.
- Jürgen Frölich: Walter Scheel. In: Portal Rheinische Geschichte, 2017.
- Hans-Dietrich Genscher (Hrsg.): Heiterkeit und Härte. Walter Scheel in seinen Reden und im Urteil von Zeitgenossen. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1984, ISBN 3-421-06218-8.
- Walter Henkels: 99 Bonner Köpfe, durchgesehene und ergänzte Ausgabe, Fischer-Bücherei, Frankfurt am Main 1965, S. 212 ff.
- Walter Henkels: … aber der Wagen der rollt. Walter Scheel anekdotisch. Econ, Düsseldorf/Wien 1974, ISBN 3-430-14300-4.
- Hans-Roderich Schneider: Präsident des Ausgleichs. Bundespräsident Walter Scheel. Ein liberaler Politiker. Bonn aktuell, Stuttgart 1975, ISBN 3-87959-045-1 (Erstausgabe 1974: Walter Scheel: Handeln & Wirken eines liberalen Politikers).
- Günther Scholz: Walter Scheel. In: Günther Scholz, Martin E. Süskind: Die Bundespräsidenten. München 2004, S. 251–289.
- Mathias Siekmeier: Walter Scheel. In: Torsten Oppelland (Hrsg.): Deutsche Politiker 1949–1969, Band 2, Darmstadt 1999, S. 155–164.
Weblinks
- Literatur von und über Walter Scheel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Walter Scheel in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Nadine Chmura, Irmgard Zündorf: Walter Scheel. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG)
- Webseite des Bundespräsidenten
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Informationen über die Darul-Aman-Stiftung ( vom 28. Juni 2011 im Internet Archive)
- Brigitte Baetz: Zum Tod von Walter Scheel – Der Herr mit Biss und politischem Weitblick, Deutschlandfunk – Hintergrund vom 24. August 2016
- Archivaufnahmen mit Walter Scheel im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek
- Jürgen Frölich: Vor 50 Jahren wurde Walter Scheel FDP-Vorsitzender. Liberaler Stichtag des Archivs des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
- Walter Scheel im Portal Rheinische Geschichte
- Knut Bergmann: Der Verkannte. In: Die Zeit. Nr. 28, 4. Juli 2019 (zeit.de).
- Jürgen Frölich: Walter Scheel – Mit Mut und Konsequenz für Wandel in Freiheit. Publikation der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, 2019
- Nachlass Bundesarchiv N 1417
- Horst Möller: Walter Scheel. In: NDB-online.
Einzelnachweise
<references responsive />
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Theodor Heuss (FDP, 1949–1959) | Heinrich Lübke (CDU, 1959–1969) | Gustav Heinemann (SPD, 1969–1974) | Walter Scheel (FDP, 1974–1979) | Karl Carstens (CDU, 1979–1984) | Richard von Weizsäcker (CDU, 1984–1994) | Roman Herzog (CDU, 1994–1999) | Johannes Rau (SPD, 1999–2004) | Horst Köhler (CDU, 2004–2010) | Christian Wulff (CDU, 2010–2012) | Joachim Gauck (parteilos, 2012–2017) | Frank-Walter Steinmeier (SPD, seit 2017)
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Franz Blücher (FDP/FVP, 1949–1957) | Ludwig Erhard (CDU, 1957–1963) | Erich Mende (FDP, 1963–1966) | Hans-Christoph Seebohm (CDU, 1966) | Willy Brandt (SPD, 1966–1969) | Walter Scheel (FDP, 1969–1974) | Hans-Dietrich Genscher (FDP, 1974–1982) | Egon Franke (SPD, 1982) | Hans-Dietrich Genscher (FDP, 1982–1992) | Jürgen Möllemann (FDP, 1992–1993) | Klaus Kinkel (FDP, 1993–1998) | Joschka Fischer (Grüne, 1998–2005) | Franz Müntefering (SPD, 2005–2007) | Frank-Walter Steinmeier (SPD, 2007–2009) | Guido Westerwelle (FDP, 2009–2011) | Philipp Rösler (FDP, 2011–2013) | Sigmar Gabriel (SPD, 2013–2018) | Olaf Scholz (SPD, 2018–2021) | Robert Habeck (Grüne, 2021–2025) | Lars Klingbeil (SPD, seit 2025)
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Walter Scheel (FDP, 1961–1966) | Werner Dollinger (CSU, 1966) | Hans-Jürgen Wischnewski (SPD, 1966–1968) | Erhard Eppler (SPD, 1968–1974) | Egon Bahr (SPD, 1974–1976) | Marie Schlei (SPD, 1976–1978) | Rainer Offergeld (SPD, 1978–1982) | Jürgen Warnke (CSU, 1982–1987) | Hans Klein (CSU, 1987–1989) | Jürgen Warnke (CSU, 1989–1991) | Carl-Dieter Spranger (CSU, 1991–1998) | Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD, 1998–2009) | Dirk Niebel (FDP, 2009–2013) | Gerd Müller (CSU, 2013–2021) | Svenja Schulze (SPD, 2021–2025) | Reem Alabali Radovan (SPD, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
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Konrad Adenauer (CDU, 1951–1955) | Heinrich von Brentano (CDU, 1955–1961) | Gerhard Schröder (CDU, 1961–1966) | Willy Brandt (SPD, 1966–1969) | Walter Scheel (FDP, 1969–1974) | Hans-Dietrich Genscher (FDP, 1974–1982) | Helmut Schmidt (SPD, 1982) | Hans-Dietrich Genscher (FDP, 1982–1992) | Klaus Kinkel (FDP, 1992–1998) | Joschka Fischer (B90/Grüne, 1998–2005) | Frank-Walter Steinmeier (SPD, 2005–2009) | Guido Westerwelle (FDP, 2009–2013) | Frank-Walter Steinmeier (SPD, 2013–2017) | Sigmar Gabriel (SPD, 2017–2018) | Heiko Maas (SPD, 2018–2021) | Annalena Baerbock (B90/Grüne, 2021-2025) Johann Wadephul (CDU, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
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Hermann Schäfer | Ludwig Schneider | Max Becker | Thomas Dehler | Walter Scheel | Liselotte Funcke | Richard Wurbs | Dieter-Julius Cronenberg | Burkhard Hirsch | Hermann Otto Solms | Wolfgang Kubicki
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Theodor Heuss (1948–1949) | Franz Blücher (1949–1954) | Thomas Dehler (1954–1957) | Reinhold Maier (1957–1960) | Erich Mende (1960–1968) | Walter Scheel (1968–1974) | Hans-Dietrich Genscher (1974–1985) | Martin Bangemann (1985–1988) | Otto Graf Lambsdorff (1988–1993) | Klaus Kinkel (1993–1995) | Wolfgang Gerhardt (1995–2001) | Guido Westerwelle (2001–2011) | Philipp Rösler (2011–2013) | Christian Lindner (2013–2025) | Christian Dürr (seit 2025)
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Konrad Adenauer (CDU) | Ludwig Erhard (CDU) | Gerhard Schröder (CDU) | Hermann Höcherl (CSU) | Wolfgang Stammberger (FDP) | Heinz Starke (FDP) | Werner Schwarz (CDU) | Franz Josef Strauß (CSU) | Hans-Christoph Seebohm (CDU) | Theodor Blank (CDU) | Richard Stücklen (CSU) | Paul Lücke (CDU) | Wolfgang Mischnick (FDP) | Ernst Lemmer (CDU) | Franz-Josef Wuermeling (CDU) | Hans-Joachim von Merkatz (CDU) | Siegfried Balke (CSU) | Hans Lenz (FDP) | Walter Scheel (FDP) | Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) | Heinrich Krone (CDU)
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Konrad Adenauer (CDU) | Ludwig Erhard (CDU) | Gerhard Schröder (CDU) | Hermann Höcherl (CSU) | Ewald Bucher (FDP) | Rolf Dahlgrün (FDP) | Werner Schwarz (CDU) | Theodor Blank (CDU) | Franz Josef Strauß (CSU) | Kai-Uwe von Hassel (CDU) | Hans-Christoph Seebohm (CDU) | Richard Stücklen (CSU) | Paul Lücke (CDU) | Wolfgang Mischnick (FDP) | Rainer Barzel (CDU) | Alois Niederalt (CSU) | Bruno Heck (CDU) | Hans Lenz (FDP) | Werner Dollinger (CSU) | Walter Scheel (FDP) | Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) | Heinrich Krone (CDU)
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Ludwig Erhard (CDU) | Erich Mende (FDP) | Gerhard Schröder (CDU) | Hermann Höcherl (CSU) | Ewald Bucher (FDP) | Karl Weber (CDU) | Rolf Dahlgrün (FDP) | Kurt Schmücker (CDU) | Werner Schwarz (CDU) | Theodor Blank (CDU) | Kai-Uwe von Hassel (CDU) | Hans-Christoph Seebohm (CDU) | Richard Stücklen (CSU) | Paul Lücke (CDU) | Hans Krüger (CDU) | Ernst Lemmer (CDU) | Alois Niederalt (CSU) | Bruno Heck (CDU) | Hans Lenz (FDP) | Werner Dollinger (CSU) | Walter Scheel (FDP) | Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) | Heinrich Krone (CDU) | Ludger Westrick (CDU)
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Ludwig Erhard (CDU) | Erich Mende (FDP) | Hans-Christoph Seebohm (CDU) | Gerhard Schröder (CDU) | Paul Lücke (CDU) | Richard Jaeger (CSU) | Rolf Dahlgrün (FDP) | Kurt Schmücker (CDU) | Hermann Höcherl (CSU) | Hans Katzer (CDU) | Kai-Uwe von Hassel (CDU) | Richard Stücklen (CSU) | Ewald Bucher (FDP) | Bruno Heck (CDU) | Johann Baptist Gradl (CDU) | Alois Niederalt (CSU) | Gerhard Stoltenberg (CDU) | Walter Scheel (FDP) | Werner Dollinger (CSU) | Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) | Heinrich Krone (CDU) | Ludger Westrick (CDU)
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Willy Brandt (SPD) | Walter Scheel (FDP) | Hans-Dietrich Genscher (FDP) | Gerhard Jahn (SPD) | Alex Möller (SPD) | Karl Schiller (SPD) | Helmut Schmidt (SPD) | Josef Ertl (FDP) | Walter Arendt (SPD) | Georg Leber (SPD) | Käte Strobel (SPD) | Lauritz Lauritzen (SPD) | Egon Franke (SPD) | Hans Leussink (parteilos) | Klaus von Dohnanyi (SPD) | Erhard Eppler (SPD) | Horst Ehmke (SPD) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
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Willy Brandt (SPD) | Walter Scheel (FDP) | Hans-Dietrich Genscher (FDP) | Gerhard Jahn (SPD) | Helmut Schmidt (SPD) | Hans Friderichs (FDP) | Josef Ertl (FDP) | Walter Arendt (SPD) | Georg Leber (SPD) | Katharina Focke (SPD) | Lauritz Lauritzen (SPD) | Horst Ehmke (SPD) | Hans-Jochen Vogel (SPD) | Egon Franke (SPD) | Klaus von Dohnanyi (SPD) | Erhard Eppler (SPD) | Egon Bahr (SPD) | Werner Maihofer (FDP) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
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Paul Löbe (1949–1951) | Eugen Kogon (1951–1953) | Ernst Friedlaender (1954–1958) | Hans Furler (1958–1966) | Ernst Majonica (1966–1976) | Horst Seefeld (1976–1980) | Walter Scheel (1980–1985) | Philipp Jenninger (1985–1990) | Annemarie Renger (1990–1992) | Hans-Dietrich Genscher (1992–1994) | Rita Süssmuth (1994–1998) | Wolfgang Thierse (1998–2000) | Monika Wulf-Mathies (2000–2006) | Dieter Spöri (2006–2012) | Rainer Wend (2012–2018) | Linn Selle (2018–2024) | Anna-Maija Mertens (seit 2024)
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Eugen Kogon (1949–1954) | Paul Leverkuehn (1954) | Ernst Friedlaender (1954–1957) | Friedrich Carl von Oppenheim (1957–1973) | Theo M. Loch (1973–1980) | Walter Scheel (1980–1989) | Egon Klepsch (1989–1997) | Hans-Gert Pöttering (1997–1999) | Elmar Brok (1999–2006) | Peter Altmaier (2006–2011) | Rainer Wieland (2011–2025) | Andrea Wechsler (seit 2025)
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Bernhard zur Lippe-Biesterfeld | Alec Douglas-Home | Walter Scheel | Eric Roll, Baron Roll of Ipsden | Peter Carington, 6. Baron Carrington | Étienne Davignon | Henri de Castries
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1950: Richard Coudenhove-Kalergi | 1951: Hendrik Brugmans | 1952: Alcide De Gasperi | 1953: Jean Monnet | 1954: Konrad Adenauer | 1956: Winston Churchill | 1957: Paul-Henri Spaak | 1958: Robert Schuman | 1959: George C. Marshall | 1960: Joseph Bech | 1961: Walter Hallstein | 1963: Edward Heath | 1964: Antonio Segni | 1966: Jens Otto Krag | 1967: Joseph Luns | 1969: Europäische Kommission | 1970: François Seydoux de Clausonne | 1972: Roy Jenkins | 1973: Salvador de Madariaga | 1976: Leo Tindemans | 1977: Walter Scheel | 1978: Konstantinos Karamanlis | 1979: Emilio Colombo | 1981: Simone Veil | 1982: Juan Carlos I. | 1984: Karl Carstens | 1986: Das Volk von Luxemburg | 1987: Henry Kissinger | 1988: François Mitterrand und Kohl | 1989: Frère Roger | 1990: Gyula Horn | 1991: Václav Havel | 1992: Jacques Delors | 1993: Felipe González | 1994: Gro Harlem Brundtland | 1995: Franz Vranitzky | 1996: Beatrix (Niederlande) | 1997: Roman Herzog | 1998: Bronisław Geremek | 1999: Tony Blair | 2000: Bill Clinton | 2001: György Konrád | 2002: Euro | 2003: Valéry Giscard d’Estaing | 2004: Pat Cox | 2004 Außerordentlicher Karlspreis: Johannes Paul II. | 2005: Carlo Azeglio Ciampi | 2006: Jean-Claude Juncker | 2007: Javier Solana | 2008: Angela Merkel | 2009: Andrea Riccardi | 2010: Donald Tusk | 2011: Jean-Claude Trichet | 2012: Wolfgang Schäuble | 2013: Dalia Grybauskaitė | 2014: Herman Van Rompuy | 2015: Martin Schulz | 2016: Franziskus | 2017: Timothy Garton Ash | 2018: Emmanuel Macron | 2019: António Guterres | 2020: Klaus Johannis | 2022: Maryja Kalesnikawa, Weranika Zepkala, Swjatlana Zichanouskaja | 2023: Ukrainisches Volk, Wolodymyr Selenskyj | 2024: Pinchas Goldschmidt, jüdische Gemeinschaften in Europa | 2025: Ursula von der Leyen | 2026: Mario Draghi Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scheel, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (FDP), MdL, MdB, MdEP, deutscher Bundespräsident (1974–1979) |
| GEBURTSDATUM | 8. Juli 1919 |
| GEBURTSORT | Höhscheid |
| STERBEDATUM | 24. August 2016 |
| STERBEORT | Bad Krozingen |
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- Walter Scheel
- Bundespräsident (Deutschland)
- Außenminister (Bundesrepublik Deutschland)
- Vizekanzler (Deutschland)
- Bundestagsvizepräsident (Deutschland)
- Entwicklungsminister (Deutschland)
- Bundestagsabgeordneter (Nordrhein-Westfalen)
- Mitglied des Europäischen Parlaments für Deutschland vor 1979
- Landtagsabgeordneter (Nordrhein-Westfalen)
- Politiker (Solingen)
- Bundesvorsitzender der FDP
- Präsident der Europäischen Bewegung Deutschland
- Mitglied der Jungdemokraten
- NSDAP-Mitglied
- Oberleutnant (Luftwaffe der Wehrmacht)
- Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst
- Ritter des Nassauischen Hausordens vom Goldenen Löwen
- Karlspreisträger
- Träger der Krone der Volksmusik
- Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
- Träger des Bundesverdienstkreuzes (Sonderstufe des Großkreuzes)
- Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz)
- Träger des Seraphinenordens
- Träger des Ordens des heiligen Jakob vom Schwert (Collane)
- Träger des Finnischen Ordens der Weißen Rose (Großkreuz mit Ordenskette)
- Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen
- Träger des Theodor-Heuss-Preises
- Träger des Chrysanthemenordens
- Träger der Reinhold-Maier-Medaille
- Ehrensenator der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- Ehrenbürger von Berlin
- Ehrenbürger von Düsseldorf
- Ehrenbürger von Bonn
- Ehrenbürger von Solingen
- Ehrendoktor der Georgetown University
- Ehrendoktor der University of Maryland
- Ehrendoktor der University of Bristol
- Ehrendoktor der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Ehrendoktor der University of Auckland
- Bilderberg-Konferenz
- Präsident der Europa-Union Deutschland
- Mitglied im Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung
- Mitglied im Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung
- Bestattet in einem Ehrengrab des Landes Berlin
- Person (Archiv des Liberalismus)
- Deutscher
- Geboren 1919
- Gestorben 2016
- Mann