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Dalia Grybauskaitė

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Datei:Dalia Grybauskaite 2014 by Augustas Didzgalvis.jpg
Dalia Grybauskaitė (2014)
Unterschrift von Dalia Grybauskaite
Unterschrift von Dalia Grybauskaite

Dalia Grybauskaitė [<templatestyles src="IPA/styles.css" />daˈlʲæ grʲiːbausˈkaitʲeː] (* 1. März 1956 in Vilnius, Litauische SSR, Sowjetunion) ist eine litauische Politikerin. Sie war von 2009 bis 2019 Präsidentin der Republik Litauen und dabei die erste und bisher einzige Frau in diesem Amt. Zuvor amtierte sie von 2001 bis 2004 als litauische Finanzministerin und war von 2004 bis 2009 in der Europäischen Union Kommissarin für Finanzplanung und Haushalt.

Herkunft und Familie

Ihr Vater Polikarpas Grybauskas (* 1928 in der Rajongemeinde Kėdainiai; † 2008), laut den vorehelichen Dokumenten Gribauskas, war polnischer Herkunft (von der Seite seiner Mutter oder Großmutter). Er arbeitete als Elektriker und Fahrer. Dalia Grybauskaitė war die Tochter aus dessen zweiter Ehe mit Vitalija Korsakaitė (* 1922 in Latveliai bei Biržai; † 1989 in Vilnius), einer Verkäuferin. Grybauskaitės Mutter absolvierte die Schule und lernte Polikarpas in Vilnius kennen. Beide Eltern wurden in Vilnius bestattet.<ref>Tarp D.Grybauskaitės giminaičių minimas ir galiūnas Ž.Savickas.</ref> Über ihren Vater Polikarpas hat sie außerdem einen Halbbruder. Sie ist nicht verheiratet und hat keine Kinder.

Ausbildung und Beruf

Dalia Grybauskaitė absolvierte die Salomėja Nėris-Mittelschule in der Altstadt Vilnius.<ref name="Munzinger">Dalia Grybauskaitė. In: Internationales Biographisches Archiv 31/2009 vom 28. Juli 2009, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 47/2012 (abgerufen via Munzinger Online)</ref> und arbeitete zunächst ein Jahr in der Personalabteilung der Litauischen Nationalphilharmonie, ehe sie 1976 als Arbeiterin und Laborantin an die Pelzfabrik Rotfront nach Leningrad, Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik, ging.

Mit dem Abschluss in Politischer Ökonomie im Abendstudium an der Staatlichen Leningrader Universität trat Grybauskaitė 1983 der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) bei, kehrte nach Litauen zurück und übernahm die Leitung des Kabinetts für Landwirtschaft an der Parteihochschule Vilnius. Von 1985 bis zum Juni 1990 (bis zur Schließung der Parteischule nach dem politischen Umbruch im März 1990) unterrichtete Grybauskaitė dort Politische Ökonomie. Parallel promovierte sie 1988 zum Kandidaten der Wissenschaften in Wirtschaftswissenschaften an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der KPdSU in Moskau. Ihr Betreuer war Prof. Iwan Fjodorowitsch Suslow.<ref>Dissertation</ref> Ihre Dissertation wurde auf Russisch zum Thema „Die Wechselbeziehung von öffentlichem und privatem Eigentum in der Funktionsweise der persönlichen Nebenlandwirtschaft“ (russ. Взаимосвязь общественной и личной собственности в функционировании личного подсобного хозяйства) angefertigt.<ref>Dissertation</ref>

Nach dem gesellschaftlichen Umbruch in Litauen wurde sie als Mitarbeiterin des Wirtschaftsinstitutes der Litauischen Akademie der Wissenschaften 1991 mit der Ausarbeitung des Wirtschaftsprogramms der Regierung Litauens beauftragt. Im selben Jahr absolvierte sie ein Spezialprogramm für Regierungsmitglieder an der Georgetown University in Washington, D.C.

Politische Laufbahn

Datei:Dalia Grybauskaitė MSC 2017.jpg
Grybauskaitė während der 53. MSC 2017

Nach dem Eintritt in die konservative litauische Regierung 1991 wurde sie bald Leiterin der Europa-Abteilung im Ministerium für internationale Wirtschaftsbeziehungen. Von 1993 bis 1994 arbeitete sie als Leiterin der Wirtschaftsabteilung im Außenministerium. Sie wurde Chefunterhändlerin für das Freihandelsabkommen mit der EU und war 1994 bis 1995 an der litauischen Vertretung bei der EU. Nach dem Regierungswechsel wurde sie 1996 (bis 1999) an die litauische Botschaft in den Vereinigten Staaten versetzt, bis sie nach dem erneuten Wahlsieg der konservativ-liberalen Parteien stellvertretende Finanzministerin (1999) und stellvertretende Außenministerin (2000) wurde. Auch nach dem Ende der bürgerlichen Koalition ging ihr politischer Aufstieg weiter: in der neuen, sozialdemokratisch geprägten Regierung von Algirdas Brazauskas wurde sie 2001 Finanzministerin (bis zu ihrer Ernennung als EU-Kommissarin am 4. Mai 2004).

EU-Kommissarin

Ab dem 1. Mai 2004 bekleidete sie zusammen mit der Luxemburgerin Viviane Reding das Amt des Bildung- und Kulturkommissars. In der Kommission Barroso I, die sich von November 2004 bis Februar 2010 im Amt befand, war sie für Finanzen und Haushalt zuständig. Dieses Amt gab sie jedoch nach ihrer Wahl zur litauischen Staatspräsidentin auf. Ihr Nachfolger wurde der bisherige litauische Finanzminister Algirdas Šemeta.<ref>EurActiv, 19. Juni 2009: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Litauischer Finanzminister übernimmt Sitz in der EU-Kommission (Memento vom 21. November 2009 im Internet Archive)</ref>

Litauische Staatspräsidentin

Datei:Lech Kaczyński and Dalia Grybauskaitė.jpg
Grybauskaitė mit Lech Kaczyński im August 2009

Im Februar 2009 erklärte Dalia Grybauskaitė ihre Kandidatur für das Amt des litauischen Staatspräsidenten. Diese Kandidatur war allseits erwartet und von vielen Seiten der litauischen Gesellschaft befürwortet worden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ausführliche Analyse zu Grybauskaitės Wahlchancen, Artikel in Lietuvos rytas, 26. Februar 2009 (Memento vom 1. März 2009 im Internet Archive) (litauisch)</ref> Trotz eines Rückgangs in den Meinungsumfragen kurz vor der Wahl<ref>Grybauskaitė führt Meinungsumfragen klar an, Nachricht auf delfi.lt, 13. Mai 2009 (litauisch)</ref> konnte sie die Abstimmung mit großem Vorsprung für sich entscheiden und wurde bereits im ersten Wahlgang am 17. Mai 2009 mit 68,2 % der Stimmen zur Nachfolgerin von Valdas Adamkus im Amt des Staatspräsidenten gewählt.<ref>Ergebnisse auf der Website der litauischen Wahlkommission</ref> Am 12. Juli 2009 wurde sie feierlich in ihr Amt eingeführt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Präsident der Republik Litauen (Memento vom 6. September 2009 im Internet Archive)</ref> Bei der Präsidentschaftswahl in Litauen 2014 setzte sie sich in der Stichwahl gegen den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Zigmantas Balčytis durch und begann am 12. Juli 2014 ihre zweite Amtszeit. Nach zwei Amtszeiten durfte sie bei der Präsidentschaftswahl in Litauen 2019 nicht wieder antreten. Bis in die letzten Monate ihrer Amtszeit blieb Dalia Grybauskaitė die weitaus beliebteste Politikerin Litauens. Sie wurde als „politische Titanin“,<ref>Litauen: Abschied von einer politischen Titanin (Die Presse)</ref> „Bernstein-Lady“,<ref>Wer kommt nach der „Bernsteinlady“? (Tagesschau)</ref> „Tulpe“<ref>E. Masiulį mėgino prisijaukinti tulpe tapusi magnolija</ref> oder von der New York Times als „Stahlmagnolie“<ref>Lithuania's new president. Steel magnolia: Dalia Grybauskaite is tough—and she needs to be (New York Times)</ref> bezeichnet.

Am 12. Juli 2019 übergab sie das Amt an Gitanas Nausėda.

Privatleben und Sprachkenntnisse

Sie besitzt einen schwarzen Gürtel in der Kampfsportart Karate.<ref name="Munzinger" /> Neben Litauisch spricht sie Englisch, Russisch, Französisch und Polnisch.

Auszeichnungen

Weblinks

Commons: Dalia Grybauskaitė – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Michel Barnier (bis April 2004) | Frits Bolkestein | Philippe Busquin | David Byrne | Anna Diamantopoulou (bis März 2004) | Franz Fischler | Neil Kinnock | Pascal Lamy | Erkki Liikanen (bis Juli 2004) | Mario Monti | Poul Nielson | Loyola de Palacio | Chris Patten | Romano Prodi | Viviane Reding | Michaele Schreyer | Pedro Solbes (bis April 2004) | Günter Verheugen | António Vitorino | Margot Wallström

Ergänzungen:
Joaquín Almunia (ab April 2004) | Péter Balázs (ab Mai 2004) | Jacques Barrot (ab April 2004) | Joseph Borġ (ab Mai 2004) | Stavros Dimas (ab März 2004) | Ján Figeľ (ab Mai 2004) | Dalia Grybauskaitė (ab Mai 2004) | Danuta Hübner (ab Mai 2004) | Siim Kallas (ab Mai 2004) | Sandra Kalniete (ab Mai 2004) | Márkos Kyprianoú (ab Mai 2004) | Janez Potočnik (ab Mai 2004) | Olli Rehn (ab Juli 2004) | Pavel Telička (ab Mai 2004)

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Joaquín Almunia | José Manuel Barroso | Jacques Barrot | Joseph Borġ | Stavros Dimas | Benita Ferrero-Waldner | Ján Figeľ (bis Oktober 2009) | Mariann Fischer Boel | Franco Frattini (bis Mai 2008) | Dalia Grybauskaitė (bis Juli 2009) | Danuta Hübner (bis Juli 2009) | Siim Kallas | László Kovács | Neelie Kroes | Márkos Kyprianoú (bis März 2008) | Peter Mandelson (bis Oktober 2008) | Louis Michel (bis Juli 2009) | Andris Piebalgs | Janez Potočnik | Charlie McCreevy | Viviane Reding | Olli Rehn | Vladimír Špidla | Günter Verheugen | Margot Wallström

Ergänzungen:
Catherine Ashton (ab Oktober 2008) | Karel De Gucht (ab Juli 2009) | Meglena Kunewa (ab Januar 2007) | Leonard Orban (ab Januar 2007) | Paweł Samecki (ab Juli 2009) | Maroš Šefčovič (ab Oktober 2009) | Algirdas Šemeta (ab Juli 2009) | Antonio Tajani (ab Mai 2008) | Androulla Vassiliou (ab März 2008)

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1950: Richard Coudenhove-Kalergi | 1951: Hendrik Brugmans | 1952: Alcide De Gasperi | 1953: Jean Monnet | 1954: Konrad Adenauer | 1956: Winston Churchill | 1957: Paul-Henri Spaak | 1958: Robert Schuman | 1959: George C. Marshall | 1960: Joseph Bech | 1961: Walter Hallstein | 1963: Edward Heath | 1964: Antonio Segni | 1966: Jens Otto Krag | 1967: Joseph Luns | 1969: Europäische Kommission | 1970: François Seydoux de Clausonne | 1972: Roy Jenkins | 1973: Salvador de Madariaga | 1976: Leo Tindemans | 1977: Walter Scheel | 1978: Konstantinos Karamanlis | 1979: Emilio Colombo | 1981: Simone Veil | 1982: Juan Carlos I. | 1984: Karl Carstens | 1986: Das Volk von Luxemburg | 1987: Henry Kissinger | 1988: François Mitterrand und Kohl | 1989: Frère Roger | 1990: Gyula Horn | 1991: Václav Havel | 1992: Jacques Delors | 1993: Felipe González | 1994: Gro Harlem Brundtland | 1995: Franz Vranitzky | 1996: Beatrix (Niederlande) | 1997: Roman Herzog | 1998: Bronisław Geremek | 1999: Tony Blair | 2000: Bill Clinton | 2001: György Konrád | 2002: Euro | 2003: Valéry Giscard d’Estaing | 2004: Pat Cox | 2004 Außerordentlicher Karlspreis: Johannes Paul II. | 2005: Carlo Azeglio Ciampi | 2006: Jean-Claude Juncker | 2007: Javier Solana | 2008: Angela Merkel | 2009: Andrea Riccardi | 2010: Donald Tusk | 2011: Jean-Claude Trichet | 2012: Wolfgang Schäuble | 2013: Dalia Grybauskaitė | 2014: Herman Van Rompuy | 2015: Martin Schulz | 2016: Franziskus | 2017: Timothy Garton Ash | 2018: Emmanuel Macron | 2019: António Guterres | 2020: Klaus Johannis | 2022: Maryja Kalesnikawa, Weranika Zepkala, Swjatlana Zichanouskaja | 2023: Ukrainisches Volk, Wolodymyr Selenskyj | 2024: Pinchas Goldschmidt, jüdische Gemeinschaften in Europa | 2025: Ursula von der Leyen | 2026: Mario Draghi Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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