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Großseifen

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Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Großseifen COA.svg
Basisdaten
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 50° 38′ N, 7° 58′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|07143227}}Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 50° 38′ N, 7° 58′ O
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Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Bad Marienberg (Westerwald)
Höhe: 454 m ü. NHN
Fläche: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km²
Einwohner: {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|07143227}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code QUELLE}}</ref>
Bevölkerungsdichte: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km²
Postleitzahl: 56472
Vorwahl: 02661
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 227
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirburger Straße 4
56470 Bad Marienberg (Westerwald)
Website: www.bad-marienberg.de
Ortsbürgermeister: Jörg Denker
Lage der Ortsgemeinde Großseifen im Westerwaldkreis
Datei:Großseifen im Westerwaldkreis.png
Karte

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Datei:Grossseifen3.jpg
Ansicht von Großseifen

Großseifen (mundartlich: Großseife<ref>Hermann-Josef Hucke: Ortsnamen im Westerwaldkreis in ihrer mundartlichen Aussprache sowie Ortsneckereien. (PDF; 129 kB) 2010, S. 3, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Januar 2014; abgerufen am 26. April 2021.</ref>) ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Marienberg (Westerwald) an.

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen. Die Nister, die zum Einzugsbereich der Sieg gehört, fließt in ost-westlicher Richtung in direkter Nähe zum Ort.

Geschichte

Der in der Nähe von Marienberg gelegene Ort wurde am 6. Januar 1307 erstmals urkundlich erwähnt, als Graf Heinrich von Nassau mit seiner Frau Adelheid dem Abt und Konvent des Zisterzienserklosters Marienstatt die bestehenden Einkünfte in Velde (= Fehl / Fehl-Ritzhausen) und Graynsiven bestätigte. Der Name des Ortes war bis zum heutigen Namen Großseifen vielen Wandlungen unterworfen. Man schrieb Gransifen, Grassyffen, Grassifen, Graensüffen, Graseiffen und schließlich den heutigen Namen Großseifen.

Erklärung der Namensgebung: Die Endsilbe „siven – sifen – seifen“ beschreibt ein in dieser Gegend liegendes sumpfartiges Gelände. Die Vorsilbe „Grayn – Gran“, könnte so viel wie „Krähn“ bedeuten. Etymologisch sind die vielfältigen Schreibweisen nicht zu erklären. Als Ursache kommen daher auch Schreib- und Hörfehler in der Überlieferung in Betracht.

1511 führt das Einnahmeverzeichnis der Herrschaft Beilstein sieben Haushalte in „Graynsyfe“ auf. 1534 sind es 10, 1565 sechs und 1569 sieben Haushalte. Das Pestjahr 1613 führte zu Bevölkerungsverlusten: 1621 waren es noch vier Familien, die sich nach dem Dreißigjährigen Krieg auf zwei im Jahr 1650 reduzierten. Danach erholten sich die Bevölkerungszahlen langsam 1665 waren es vier, 1697 neun Familien. Am Ende des 18. Jahrhunderts beginnt die Bevölkerungszahl stark zu wachsen. Ursache waren die Braunkohlegruben der Umgebung, die neben der Landwirtschaft nun zum Lebensunterhalt der Bevölkerung beitrugen. 1780 waren es 15 Familien, 1809 bereits 24 Familien oder 115 Personen, die in Großseifen wohnten.

In den Jahren 1875/76 wurde ein Schulhaus (an der Stelle des heutigen Bürgerhauses) errichtet. Seit 1860 besuchten die Kinder die Schule in Eichenstruth. Diese Schule (das Gebäude steht heute noch) verfügte über einen einzigen Raum mit völlig unzureichender Größe und Dämmung. Aber auch das 1875/76 errichtete Schulhaus wurde dem Bevölkerungswachstum nicht gerecht, so dass 1929 eine neue Schule (das heutige Anwesen Kirchstein) errichtet wurde. 1966 wurde der Schulbetrieb aufgegeben und die Schüler besuchen nun die Schulen in Bad Marienberg. 1976 wurde die alte Schule abgerissen und ein Dorfgemeinschaftshaus an dessen Stelle errichtet. In den Jahren 1996/97 wurde es saniert.

Seit 1914<ref name="Merzhäuser" Details="S. 180">Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald – Zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, ISBN 978-3-88255-579-0.</ref> hatte Großseifen Eisenbahnanschluss durch die Bahnstrecke Fehl-Ritzhausen–Erbach. Der Bahnhof wurde 1948 zum Haltepunkt herabgestuft, die Betreuung der Reisenden erfolgte durch eine „Agentur“.<ref>Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Eisenbahndirektion Mainz vom 17. September 1948, Nr. 45. Bekanntmachung Nr. 285, S. 179.</ref> Das ließ sich aber nicht halten, da das Verkehrsaufkommen zu hoch war. Noch im gleichen Jahr wurde die Maßnahme wieder rückgängig gemacht.<ref>Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Eisenbahndirektion Mainz vom 2. Dezember 1948, Nr. 60. Bekanntmachung Nr. 407, S. 277.</ref> Der Personenverkehr wurde auf der Strecke 1971 aufgegeben, Güterverkehr gab es noch bis in die 1990er Jahre. Anschließend wurde die Strecke stillgelegt.

Neben den erwähnten Braunkohlegruben wurde in Großseifen in der „Gewerkschaft Albert“ Basalt abgebaut. Diese Grube stellte 1963 den Betrieb ein. Heute bestehen im Ort nur noch ca. 50 Arbeitsplätze. Jedoch verfügt der Nachbarort Eichenstruth über ein großes Gewerbegebiet, in dem auch Einwohner von Großseifen Arbeit finden.

Die Einwohnerzahl ist seit 200 Jahren kontinuierlich gestiegen. Aus dem 115 Einwohnern 1809 wurden 1890 bereits 249. 1949 sind es 365 und 1987 bereits 484 Einwohner. Nach der Erschließung des Baugebiets „In der Staar“ stieg die Bevölkerungszahl 2006 auf 602 Einwohner.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Großseifen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.<ref>Jürgen Steup (Wahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Großseifen am 9. Juni 2024. In: Wäller Blättchen – Verbandsgemeinde Bad Marienberg, Ausgabe 25/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 12. Juni 2024, abgerufen am 1. November 2025.</ref>

Bürgermeister

Jörg Denker wurde am 23. August 2024 Ortsbürgermeister von Großseifen.<ref name="Konst">Jörg Denker (Ortsbürgermeister): Informationen über die konstituierende Sitzung des Gemeinderates Großseifen. In: Wäller Blättchen – Verbandsgemeinde Bad Marienberg, Ausgabe 35/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 1. November 2025.</ref> Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 93,1 % für fünf Jahre gewählt worden.<ref>Großseifen, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Großseifen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, Bad Ems, abgerufen am 1. November 2025.</ref>

Liste der Gemeindebürgermeister:

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  • 1946–1954: Wilhelm Hoffmann
  • 1954–1969: Walter Utsch
  • 1969–1979: Hermann Wollenweber
  • 1979–1992: Jürgen Steup (erneut ab 2009)
  • 1992–1994: Günter Thiede
  • 1994–1996: Günther Uhr
  • 1996–1999: Günter Thiede
  • 1999–2009: Thomas Stalp
  • 2009–2024: Jürgen Steup<ref>Nadja Hoffmann-Heidrich: Kommunalwahl 2024: In Bad Marienberg gibt's ein Duell um die Stadtspitze. Ein Wechsel steht zudem in Großseifen an: Nach insgesamt 27 Jahren hat der bisherige Amtsinhaber Jürgen Steup beschlossen, nicht wieder zu kandidieren. In: Westerwälder Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz, 4. Mai 2024, abgerufen am 1. November 2025.</ref>
  • ab 2024: Jörg Denker<ref name="Konst" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

→ siehe Liste der Kulturdenkmäler in Großseifen

Persönlichkeiten

  • Otto Schmidt (1899–1969), Verwaltungsbeamter und Politiker

Verkehr

Es bestand bis 1971 Bahnanschluss an die Bahnstrecke Fehl-Ritzhausen–Erbach.

Literatur

  • 700 Jahre Großseifen (1306–2006). Eigenverlag der Gemeinde, 2006.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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