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Alarm in Sköldgatan

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Der Kriminalroman Alarm in Sköldgatan (schwedischer Originaltitel: Brandbilen som försvann, wörtlich: Das verschwundene Feuerwehrauto) des schwedischen Autorenpaars Maj Sjöwall und Per Wahlöö ist der fünfte Band der zehnbändigen Krimi-Reihe Roman om ett brott (Roman über ein Verbrechen) mit Kommissar Martin Beck. Die schwedische Erstveröffentlichung war 1969, in der Bundesrepublik Deutschland erschien der Roman 1972, in der DDR (unter dem Titel Alarm in der Sköldgatan) 1984.

Das Buch wurde 1993 in einer schwedisch-deutschen Produktion (Regisseur Hajo Gies) verfilmt.

Inhalt

Kurz nachdem Kriminalassistent Gunvald Larsson seinen Kollegen Zachrisson abgelöst hat, der die Wohnung eines Rauschgifthändlers in der Stockholmer Sköldgatan observiert, geht das beobachtete Haus plötzlich explosionsartig in Flammen auf. Larsson kann einige Bewohner retten, während Zachrisson von einer Telefonzelle aus die Feuerwehr alarmiert. Die jedoch trifft verspätet ein, einige Hausbewohner kommen ums Leben.

Die Ermittlungen ergeben, dass der observierte Rauschgifthändler Selbstmord durch Gasvergiftung begangen und dazu alle Öffnungen seines Zimmers verstopft hatte, das angesammelte Gas explodierte dann. Die Kriminalisten haben dennoch Zweifel an diesem Hergang: Woher stammte der zündende Funke für die Explosion? Merkwürdig ist auch, dass laut der Notrufzentrale angeblich schon ein Feuerwehrauto unterwegs gewesen sei, als Zachrisson den Brand meldete, das am Brandort aber nie eintraf. Die Zweifel sind berechtigt, wie sich nach den Erkenntnissen des Kriminallabors herausstellt: Das Gas wurde durch einen in der Matratze des Toten versteckten Brandsatz zur Explosion gebracht.

Der Täter, der den Brandsatz gelegt hatte, war, wie sich herausstellt, ein eigens nach Schweden eingereister libanesischer Profikiller. Er hatte selbst vorsorglich die Feuerwehr alarmiert, weil Unbeteiligte nicht zu Schaden kommen sollten, aber aufgrund mangelnder Ortskenntnis versehentlich die Wache in Sundbyberg angerufen. Als der Mann wieder nach Schweden einreisen will, bekommt die Polizei einen Tipp. Am Flughafen wird er bei einer Schießerei getötet.

Hintergrund

Datei:Sköldgatan1.JPG
Sköldgatan Richtung Westen mit Blick auf den Ringvägen

Der deutsche Titel Alarm in Sköldgatan bezieht sich auf den Handlungsort. Die Sköldgatan ist eine kleine Straße in Stockholm, fast eher ein Feldweg, in der zur Handlungszeit nach städteplanerischer Umgestaltung nur ein einziges Wohnhaus übriggeblieben ist.<ref>Peter Kümmel: „Die Reihe wird zunehmend humorvoller“. In: Krimi-Couch, Mai 2003.</ref> Der Originaltitel Brandbilen som försvann (etwa: Das verschwundene Feuerwehrauto) bezieht sich auf ein Fahrzeug der Feuerwehr, das alarmiert wurde, aber nie am Tatort eintraf. Gespiegelt wird dieses mysteriöse Vorkommnis im Privatleben der Ermittler. Rönns kleiner Sohn verliert ein geschenktes Feuerwehrauto, was im Roman zum Running gag wird.<ref>Rudi Kost: Bi-ba-Bullenpack. Sjöwall/Wahlöös chronique scandaleuse der Klassengesellschaft. Im Beiheft zur Kassette Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Roman über ein Verbrechen. Die zehn Romane mit Kommissar Martin Beck. Rowohlt, Reinbek 1986, ISBN 3-499-43177-7, S. 12 (online).</ref> Beide Fälle werden durch tatkräftige Unterstützung des Malmöer Kollegen Månsson aufgeklärt.

Seinen ersten Auftritt in der Reihe hat Benny Skacke, ein Kriminalassistent, der eines Tages Polizeidirektor werden will, was ihn laut Jochen Schmidt dennoch nicht zu einem schlechten Polizisten macht. Skacke ist jung, sportlich und ehrgeizig. Die Arbeit zieht er auch mal einer privaten Verabredung vor. Aus Übereifer macht er jedoch Fehler. So „vermasselt“ er am Ende beinahe die Festnahme des Täters, und Kollberg wird niedergestochen. Im Folgeroman ist er aufgrund dieser Vorkommnisse nach Malmö versetzt.<ref>Jochen Schmidt: Gangster, Opfer, Detektive : eine Typengeschichte des Kriminalromans. Ullstein, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-548-34488-7, S. 218.</ref>

Im Roman wird der Fall des schwedischen Polizisten Tore Hedin angesprochen, der in den 1950er Jahren zu einem Massenmörder wurde und zehn Menschen tötete.<ref>Anna Rothenfluh: Wie ein Dorfpolizist zum ersten Massenmörder Skandinaviens wurde. In: Watson, 5. August 2019.</ref> Seine Taten, die Taten eines „Amateurs“, werden den Verbrechen von Berufskriminellen gegenübergestellt, die kein Interesse an Kollateralschäden und Zufallsopfern haben, weswegen sie im Roman auch die Feuerwehr rufen.

Rezeption

Leif G. W. Persson hält Alarm in Sköldgatan für den besten Roman der Reihe Roman über ein Verbrechen. Die Geschichte „beginnt mit einem Knall und endet mit einem Knall.“ Dazwischen wird sie „unaufgeregt erzählt, mit Humor, mit Distanz und in einem Tempo, das dem Alltag angepasst ist“. Es passiere nicht viel, und dennoch sei der Roman spannender als die meisten anderen Kriminalromane. Die Ermordung von rund einem halben Dutzend Menschen geschehe eher beiläufig. Worum es eigentlich gehe, sei „das Aufdecken der Wahrheit“.<ref>Leif G. W. Persson: Vorwort. In: Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Alarm in Sköldgatan. Rowohlt, Hamburg 2008, ISBN 978-3-499-24445-2, S. 5–7.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Die Tote im Götakanal | Der Mann, der sich in Luft auflöste | Der Mann auf dem Balkon | Endstation für neun | Alarm in Sköldgatan | Und die Großen lässt man laufen | Das Ekel aus Säffle | Verschlossen und verriegelt | Der Polizistenmörder | Die Terroristen Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein