Birnthon
Birnthon Statistischer Distrikt 970 Kreisfreie Stadt Nürnberg
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(99)&title=Birnthon 49° 25′ N, 11° 16′ O
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dim=10000 | globe= | name=Birnthon | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 385 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 99 (31. Dez. 1997)<ref name="V147">G. Voit: Birnthon, in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 147.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 90475 | |||||
| Vorwahl: | 09128 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Birnthon ist ein als Exklave im Landkreis Nürnberger Land im Nürnberger Reichswald gelegener Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Nürnberg.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Birnthon liegt in der Gemarkung Fischbach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. November 2024.</ref>
Geographie
Lage
Das Dorf liegt fünf Kilometer östlich der Nürnberger Stadtgrenze (Gemeindeteil Fischbach), zum größten Teil südlich der Kreisstraße LAU 13 Nürnberg–Altdorf, die in der Nürnberger Exklave für ca. 400 m zur N 5 wird. Zusammen mit den beiden nahegelegenen Ortschaften Brunn und Netzstall bildet Birnthon als Distrikt 970 den statistischen Bezirk 97 des Nürnberger Stadtgebietes. Birnthon wird westlich der Ortsbebauung vom Ludergraben durchflossen.<ref name="BayernAtlas">Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. November 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Die Bayerische Uraufnahme zeigt in den 1810er Jahren für Birnthon fünf Gehöfte mit einem gemeinsamen Brunnen sowie die beiden Weiher und einen Feldbrunnen in den nördlichen gelegenen landwirtschaftlichen Flächen.<ref>Bayerische Uraufnahme. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 24. Juli 2025.</ref> Die beiden Weiher wurden im zwanzigsten Jahrhundert zugeschüttet und teils überbaut. Den ehemaligen Hofraum quert eine Dorfstraße und der Brunnen wurde mit einer Garage überformt.
Schutzgebiete
Birnthon ist von Bannwald und von den Landschaftsschutzgebieten Birnthon (LSG-00536.12<ref>LSG Birnthon in der World Database on Protected Areas, abgerufen am 31. Dezember 2020 (englisch).</ref>) und Brunn–Netzstall (LSG-00536.11<ref>LSG Brunn–Netzstall in der World Database on Protected Areas, abgerufen am 31. Dezember 2020 (englisch).</ref>) umschlossen, weshalb die Bauleitplanung der Stadt für den bis heute dörflich strukturierten Ortsteil keine bauliche Erweiterung zulässt.
Die mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) um den Siedlungskörper von Birnthon sind Bestandteil des 43 Hektar umfassenden FFH-Gebiets Rodungsinseln im Reichswald. Der Erhalt des Offenlandcharakters der Rodungsinseln mit den nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen Standorten und der typischen Vegetation stellt das gebietsbezogene Erhaltungsziel dieses europäischen Schutzgebiets dar.<ref>FFH-Gebiet 6533-371: Rodungsinseln im Reichswald. Managementplan – Maßnahmen. Natura 2000, Stand November 2013. Herausgeber: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU). Auf LfU-Bayern.de (PDF; 703,2 kB), abgerufen am 30. November 2025.</ref> Das artenreiche, größtenteils magere Grünland auf Sandsteinkeuper wurde als überregional bedeutsamer Lebensraum im Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) von Bayern eingestuft.<ref>Wulf Riess: Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern (ABSP) – Stadt Nürnberg. (PDF) Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, März 1996, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 27. August 2017. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Geschichte
Birnthon geht auf eine hochmittelalterliche Zeidlerei im Nürnberger Reichswald zurück. Erstmals schriftlich erwähnt wurde es 1309 als Wirtschaftsgut des Nürnberger Bürgers Conrad Wagner, der sich verpflichten musste, es nicht zu einem Festen Haus auszubauen. Als Besitzer folgten über viele Jahrhunderte eine Reihe der bekanntesten Nürnberger Patrizierfamilien. 1382 gehörte das Zeidelmuttergut dem Ratsherrn Berthold Behaim, dem vor 1397 Heinrich II. Rummel folgte. Dieser unterhielt enge Beziehungen zum Pfalzgrafen und späteren König Ruprecht und erwarb 1409 auch die Herrschaft und Burg Lichtenau, die sein Sohn Franz Rummel im Ersten Markgrafenkrieg 1449 an Albrecht Achilles übergeben musste und erst 1453 zurückerhielt. Als das Rummelsche Fernhandels- und Montanunternehmen in den 1470er Jahren in Schwierigkeiten geriet, wurde 1472 die Herrschaft Lichtenau an das Nürnberger Reiche Almosen verkauft und der Zeidelhof in Birthon an Endres Rech.<ref name="HS">Birnthon. In: herrensitze.com. Abgerufen am 24. Juli 2025.</ref>
Dieser erbaute 1495 mit Erlaubnis des Rats der Reichsstadt ein „Lusthaus“, das mit einer Mauer eingefriedet war. Es handelte sich um eine Fachwerkkonstruktion auf einem massiven Sockelgeschoss. Ihm folgte 1516 Hieronymus Rech, dessen Witwe Agatha 1522 Martin Löffelholz heiratete, den reichsstädtischen Pfleger zu Lichtenau, der 1533 verstarb. Ihr dritter Ehemann, Florentin Örtel, aus einer „ehrbaren Familie“ des Zweiten Standes stammend, stockte 1541 das Herrenhaus mit einem weiteren Fachwerkgeschoss auf.<ref name="HS" /> Schon 1552 wurde der Örtel’sche Sitz aber im Zweiten Markgrafenkrieg niedergebrannt und blieb, mehrfach innerhalb der Familie weitergereicht, über zwei Generationen hinweg bis in die 1610er Jahre hinein größtenteils eine Wüstung.
Zwischen 1609 und 1619 ließ Eustachius Carl Holzschuher den Sitz als Vierseithof mit stattlichem Haupthaus wieder aufbauen. Über seine Tochter Maria Salome kam er an die Familie Hüls. Den Dreißigjährigen Krieg überstand das Anwesen unbeschadet, wurde in den 1680er Jahren teilweise erneuert und um zwei Weiher erweitert. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten dendrochronologisch nachweisbaren Bauteile der denkmalgeschützten Gebäude. 1680 kam es an Sigmund Pfintzing und von ihm 1688 an Johann Christoph Tucher, der das Herrenhaus erneuern oder sehr weitgehend umbauen ließ. 1692 kam es an die Nützel, 1755 an Maria Jakobina Ebner geb. Nützel, Witwe des Zweiten Losungers Hieronymus Wilhelm Ebner von Eschenbach. 1762 erweiterte sie den Sitz um ein eingeschossiges Sommerhaus. Sie führte das Gut Birnthon 1773 einer Familienstiftung zu, die von ihren Schwiegersöhnen Haller von Hallerstein und Kreß von Kressenstein verwaltet wurde.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Birnthon aus vier Anwesen (1 Schloss, 1 Zeidelgut, 2 Häuser). Das Hochgericht übte die nürnbergische Pflegamt Altdorf aus, was vom brandenburg-ansbachischen Oberamt Burgthann bestritten wurde. Grundherren waren von Haller und von Kreß, später von Ebner.<ref name="H101">Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 101.</ref> Es gab vier Untertansfamilien.<ref>Johann Bernhard Fischer: Birnthon. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 51 (Digitalisat).</ref>
Von 1797 bis 1808 unterstand Birnthon dem Justiz- und Kammeramt Burgthann. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Birnthon dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Fischbach und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Fischbach zugeordnet.<ref>Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 248.</ref> Gleichzeitig wurden die Fideikommissgüter in Bayern aufgehoben, das Stiftungsgut von den Erben zerschlagen und 1813/14 in zwei Teilen verkauft.<ref name="HS" />
Am 1. Juli 1972 wurden Birnthon im Rahmen der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Nürnberg eingegliedert.<ref>Nürnberg > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 11. November 2024.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Birnthon ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Laurentius (Altdorf bei Nürnberg) gepfarrt.<ref name="H101"/><ref name="OV 1961"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Heilig Geist (Fischbach bei Nürnberg) gepfarrt.<ref>Pfarrei St. Johannes der Täufer, Nürnberg. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 24. Juli 2025.</ref>
Kultur
Baudenkmäler
In Birnthon gibt es drei Baudenkmäler:<ref>Denkmalliste für Nürnberg (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.</ref>
- Haus Nr. 1: Ehemaliger Herrensitz
- Haus Nr. 2, 3: Doppelhaus in Ecklage
- Haus Nr. 7: Wohnhaus
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Bighorn Ranch
Im Ort befindet sich weiterhin die Bighorn Ranch des 1. Westernclub Nürnberg.<ref>Big Horn Ranch</ref>
Verkehr
Gemeindestraßen erschließen Birnthon zu der unmittelbar nördlich verlaufenden Kreisstraße LAU 13/N 5 hin. Diese verbindet den Ort nach Westen über Fischbach nach Nürnberg und in östlicher Richtung nach Altdorf.<ref name="BayernAtlas"/> Der ÖPNV versorgt Birnthon an der LAU 13 an zwei Bushaltestellen mit der Stadtbuslinie 59 / N59 nach Nürnberg-Langwasser hin.<ref>Linien-Fahrplan Bus 59: Birnthon – Fischbach – Altenfurt – Langwasser Süd. In: Bus- und Bahnverbindungen. Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), 30. November 2025. Auf VGN.de (PDF; 686,7 kB), abgerufen am 30. November 2025.</ref> Morgens gibt es zusätzlich eine einzelne Fahrt der Linie 96 zur Nürnberger Meistersingerhalle, die hauptsächlich von Schülern und Studenten genutzt wird.
Literatur
- Altnürnberger Landschaft e. V. (Hrsg.): Burge und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft. 1. Auflage. Selbstverlag der Altnürnberger Landschaft e. V., Lauf an der Pegnitz 2006, ISBN 978-3-00-020677-1.
- Johann Kaspar Bundschuh: Birnthon. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 395 (Digitalisat).
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3422005501 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:Gebessler Landkreis Nürnberg
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 101 (Digitalisat). Vorlage:Hofmann Nürnberg-Fürth 1954 Zusätzliche Quelle
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Gustav Voit: Birnthon. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 147 (online).
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Birnthon in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Birnthon im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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