Wasserzell (Ansbach)
Wasserzell Kreisfreie Stadt Ansbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(107)&title=Wasserzell 49° 19′ N, 10° 32′ O
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dim=10000 | globe= | name=Wasserzell | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 405 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 107 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91522 | |||||
| Vorwahl: | 0981 | |||||
Wasserzell (fränkisch: Wassazell<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 193. Dort folgendermaßen transkribiert: „wasətsel“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Wasserzell liegt in der Gemarkung Neuses bei Ansbach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Das Dorf liegt an der Fränkischen Rezat. Es münden dort der Gumbertusbach als linker Zufluss der Rezat und der Schollenbach als rechter Zufluss. Etwas weiter nordwestlich liegt die Wasserzeller Mühle, 0,75 km westlich erhebt sich der Schollerberg, 1,25 km südwestlich der Bocksberg (480 m ü. NHN).
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Bundesstraße 13 kreuzend nach Strüth (1,7 km nördlich) bzw. nach Ansbach (2 km südöstlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Steinersdorf (1,8 km westlich). Ein Anliegerweg führt zur Wasserzeller Mühle (0,3 km nordwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde 1303 als „Celle apud Onolspach“ erstmals urkundlich erwähnt, 1342 als „Wazzerzelle“. Der Ortsname bedeutet zu dem am Wasser gelegenen Klosterhof. Orte, die auf „–zell“ enden, sind fast immer Gründungen, die von einem Kloster ausgegangen sind. Für Wasserzell kommt nur das Gumbertuskloster in Frage. Da dieses Kloster spätestens 1012 aufgelöst wurde, ist davon auszugehen, dass der Ort davor gegründet wurde. In der Regel handelt es sich bei diesen Zellen um Wirtschaftshöfe, in diesem Fall kann es sich um eine Fischerei gehandelt haben.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 193 f.</ref>
Das Kloster Heilsbronn erwarb dort Mitte des 14. Jahrhunderts einen Hof.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 291 f.</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Wasserzell 16 Mannschaften verzeichnet. Acht Anwesen (vier Höfe, ein Halbhof, zwei Güter, ein Gütlein) unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach, sieben Anwesen dem Stiftsamt Ansbach und ein Anwesen dem Klosterverwalteramt Heilsbronn. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 3666. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 693.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wasserzell 17 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Hofkastenamt Ansbach: 5 Höfe, 3 Söldengüter; Stiftsamt Ansbach: 1 Hof, 1 Gütlein, 4 Söldengüter, 1 Mühle, 1 Schmiede; Klosterverwalteramt Heilsbronn: 1 Hof).<ref name="J923">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 923 f.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Wasserzell. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 28 (Digitalisat).</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J1003">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1003.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wasserzell mit Mühle dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Schalkhausen zugeordnet. Mit der Neubildung des Steuerdistrikts Neuses bei Ansbach am 23. Juni 1810 erfolgte der Wechsel dorthin. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Neuses bei Ansbach an.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.<ref name="J1003"/><ref>Ansbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 17. März 2025.</ref>
Baudenkmäler
- Haus Nr. 4: eingeschossiger Bau mit Fachwerkgiebel und Satteldach, bezeichnet „1704“<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Ansbach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Wassermühle: zweigeschossiger Massivbau mit zweigeschossigem Giebel und geohrtem Portal, bezeichnet „1756“<ref name="Denkmalliste"/>
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Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt.<ref name="J923"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Vorlage:Biernoth Ansbach
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 193–194.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 150.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 291–292 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Wasserzell in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Wasserzell im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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