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Olaf Scholz

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Datei:2025-01-23 Politik, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Gespräch in Erfurt STP 6070 (3x4 cropped).jpg
Olaf Scholz (2025)
Unterschrift von Olaf Scholz
Unterschrift von Olaf Scholz

Olaf Scholz (* 14. Juni 1958 in Osnabrück) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von Dezember 2021 bis Mai 2025 der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Zuvor war er von 1998 bis 2001 und von 2002 bis 2011 Mitglied des Deutschen Bundestages und ist es seit 2021 erneut. Von November 2007 bis Oktober 2009 war Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales im Kabinett Merkel I sowie von 2018 bis zu seiner Wahl zum Bundeskanzler Bundesminister der Finanzen und Vizekanzler im Kabinett Merkel IV. Für die SPD trat er bei den Bundestagswahlen 2021 und 2025 als Kanzlerkandidat an.

Von März 2011 bis März 2018 war Scholz Erster Bürgermeister von Hamburg und zuvor kurzzeitig von Mai bis Oktober 2001 Innensenator der Stadt. Von April 2000 bis Juni 2004 sowie von November 2009 bis März 2018 hatte er den Vorsitz der SPD Hamburg inne, von Oktober 2002 bis März 2004 war er Generalsekretär der SPD sowie von November 2009 bis Dezember 2019 einer ihrer stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Nach dem Rücktritt von Martin Schulz führte er von Februar bis April 2018 die Partei kommissarisch, eine Kandidatur als Co-Parteivorsitzender scheiterte 2019.

Leben

Herkunft, beruflicher Werdegang

Familie, Bekenntnis, Studium und Beruf

Datei:Mittelburgstr. 9- Osnabrücker Elternhaus von Olaf Scholz.jpg
Elternhaus von Olaf Scholz in Osnabrück

Olaf Scholz wurde 1958 als ältester von drei Söhnen des damaligen Handelsvertreters Gerhard Scholz und seiner Frau Christel, geb. Grünewald, in Osnabrück geboren.<ref name=":0">Thomas Wübker: Was verbindet Olaf Scholz mit der Stadt?: Gebürtiger Osnabrücker ist der neue Bundeskanzler. Abgerufen am 10. Dezember 2021.</ref> Seine Eltern arbeiteten beide in der Textilwirtschaft; sein Vater hatte sich zum Geschäftsführer verschiedener Textilunternehmen hochgearbeitet.<ref>Olaf Scholz im Munzinger-Archiv, abgerufen am 27. November 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Scholz wuchs zunächst im Osnabrücker Stadtteil Schinkel,<ref name=":0" /> später in Hamburg-Rahlstedt auf.<ref>Markus Arndt: Olaf Scholz (SPD): Wer ist der Mann, der jetzt Hamburg regieren wird? In: bild.de. 20. Februar 2011, abgerufen am 29. März 2017.</ref> Sein Bruder Jens Scholz (* 1959) ist Anästhesist und seit 2009 Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,<ref>Cerstin Gammelin: Warum der Bruder des Finanzministers in Paris berühmt ist. In: Süddeutsche Zeitung, 25. Juni 2020, abgerufen am 4. März 2023.</ref><ref>Mit Jens Scholz soll die Uniklinik Kiel gesunden. In: Hamburger Abendblatt, 16. April 2009, abgerufen am 5. März 2023.</ref> der jüngste Bruder Ingo Scholz (* 1961) arbeitet in der IT-Branche.<ref name="Kind">Patrick Mayer: Kanzler-Vater erzählt intimes Detail – Seltene Fotos von Scholz-Eltern aufgetaucht. In: Münchner Merkur, 14. Februar 2022, abgerufen am 5. März 2023.</ref>

Olaf Scholz wurde in der Christianskirche in Hamburg-Ottensen getauft<ref>Birgit Wilke: Olaf Scholz – christlich geprägt und ausgetreten „Kirche hat mir mein Wertegerüst mitgegeben“. In: Website https://www.domradio.de. Bildungswerk der Erzdiözese Köln e. V., 16. September 2021, abgerufen am 7. Januar 2025.</ref> und war Konfirmand. Er trat später aus der evangelischen Kirche aus, ist seither bekennend konfessionslos und somit der erste konfessionslose Bundeskanzler.<ref>Christoph Scholz: Wie halten es Scholz, Habeck und Co. mit der Religion? Der erste konfessionslose Kanzler und sein Kabinett. In: Website https://www.katholisch.de. katholisch.de: Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland., 11. Dezember 2021, abgerufen am 7. Januar 2025.</ref> Dennoch betont Scholz den für ihn hohen gesellschaftlichen Stellenwert der Kirche und des Christentums, da sie die Kultur Deutschlands geprägt hätten.<ref>Birgit Wilke: Scholz: Christliche Prägung unserer Kultur wertschätzen. In: katholisch.de. 19. September 2021, abgerufen am 3. November 2021.</ref>

Nach dem ersten Schuljahr in der Grundschule Bekassinenau im Hamburger Ortsteil Oldenfelde wechselte Olaf Scholz zur Grundschule Großlohering in Hamburg-Großlohe.<ref>o. V.: Wo ist Olaf Scholz geboren? In: Website https://celebzcircle.com. https://celebzcircle.com, 7. Juni 2024, abgerufen am 7. Januar 2025.</ref> Schon als Zwölfjähriger gab er, laut Aussagen seines Vaters, als Berufsziel „Bundeskanzler“ an.<ref name="Kind" /> Nach dem Abitur 1977 am Gymnasium Am Heegen (Abiturnote: 1,6)<ref>Gymnasium Am Heegen (geschlossen), gymnasium-hamburg.net, abgerufen am 11. Dezember 2021</ref> im Ortsteil Rahlstedt-Ost begann er 1978 an der Universität Hamburg ein Studium der Rechtswissenschaft im Rahmen der einstufigen Juristenausbildung. Währenddessen lebte er in einer Wohngemeinschaft mit dem späteren Staatsrat Andreas Rieckhof.<ref>Fabian Schindler: Stades Bürgermeister verkündet seinen Abschied. 21. März 2011, abgerufen am 29. September 2019.</ref> Nach seinem Examen 1984 absolvierte er bis Juli 1985 seinen 16 Monate dauernden Zivildienst in einem Pflegeheim.<ref>Nach Baerbock und Laschet: Auch Olaf Scholz muss ein Detail in seinem Lebenslauf korrigieren. In: Tagesspiegel Online. 16. Juni 2021, abgerufen am 12. Mai 2022.</ref>

Seit 1985 ist Scholz als Rechtsanwalt zugelassen. Als Bundeskanzler unterlag er einem Tätigkeitsverbot als Rechtsanwalt (§ 47 Abs. 2 BRAO). Er ist Partner der Anwaltskanzlei Zimmermann, Scholz und Partner in Hamburg,<ref>Ihre Arbeitsrechtskanzlei in Hamburg. In: zimmermann-scholz.de. Abgerufen am 2. Juli 2020.</ref> bis zu seiner Wahl in den Bundestag 1998 war er als Fachanwalt für Arbeitsrecht<ref>Rechtsanwalt Olaf Scholz. In: zimmermann-scholz.de. Abgerufen am 2. Juli 2020.</ref> tätig, von 1990 bis 1998 auch als Syndikus beim Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften.<ref>Starporträt Olaf Scholz. In: brigitte.de. Abgerufen am 7. Januar 2025.</ref> Seit 2018 hält er kleine Anteile der Tageszeitung taz.<ref>The Pioneer: Olaf Scholz hält Anteile an der „taz“. Abgerufen am 9. November 2022.</ref>

Olaf Scholz ist seit 1998 mit der SPD-Politikerin Britta Ernst verheiratet.<ref>Sven Geißelhardt: Olaf Scholz ganz privat: Das ist über Gehalt, Ehefrau und Kinder bekannt. In: abendzeitung-muenchen.de. Abendzeitung Digital GmbH, 11. November 2024, abgerufen am 7. Januar 2025.</ref> Sie leben seit 2017 in einer Mietwohnung am Alten Markt<ref>Sabine Schicketanz, Jana Haase, Lena Schneider: Die Potsdamer Republik. In: pnn.de. 8. Dezember 2021, abgerufen am 8. Januar 2022.</ref> in Potsdam.<ref>Hans-Martin Tillack: Warum es nicht klug war, dass sich Finanzminister Scholz bei einem Lobbyisten einmietete, stern.de, 11. September 2018.</ref> Das Lesen von Sachliteratur zählt seit jeher zu Scholz’ Lieblingsbeschäftigungen.<ref>Melanie Amann und Martin Knobbe: Der Besserwisser / Was der Kanzler liest und wie ihn das überheblich macht. In: Der Spiegel. 2. Dezember 2022, abgerufen am 2. Dezember 2022.</ref>

Ehrenamtliches Engagement

Scholz war Mitglied der Hamburger Initiative Mehr Zeit für Kinder.<ref>Markus Knall: So wurde der SPD-Politiker Olaf Scholz Bundeskanzler von Deutschland. In: Website https://www.kreiszeitung.de. Kreiszeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 14. Juni 2023, abgerufen am 7. Januar 2025.</ref> Im November 2006 übernahm er die Schirmherrschaft des Projekts Bildung gegen Kriminalität – eine gewaltpräventive und schulfördernde Maßnahme in der Hamburger Plattenbau-Großsiedlung Osdorfer Born,<ref>Der Stern, 19. Juli 2019</ref> die 2005 aus einer studentischen Bildungsbewegung entstanden war.

Parteikarriere

Jungsozialist und Kontakte zur DDR

Datei:Olaf Scholz 1984.jpg
Olaf Scholz auf dem Juso-Bundeskongress (1984)

Scholz wurde 1975 als Gymnasiast Mitglied der Jusos, der Jugendorganisation der SPD.<ref>Meike Rosenplänter: Biografie Olaf Scholz. In: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online. Stiftung Deutsches Historisches Museum, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, abgerufen am 9. Februar 2025.</ref> Von 1982 bis 1988 war er stellvertretender Juso-Bundesvorsitzender, von 1987 bis 1989 außerdem Vizepräsident der International Union of Socialist Youth. In dieser Zeit unterstützte er den Freudenberger Kreis (den marxistischen Stamokap-Flügel der Juso-Hochschulgruppen) sowie die Zeitschrift spw und warb in Artikeln für „die Überwindung der kapitalistischen Ökonomie“.<ref name="Bauernopfer">Markus Feldenkirchen, Michael Sauga: Rückkehr eines Bauernopfers. In: Der Spiegel, Ausgabe 48/2007, 26. November 2007.</ref> Scholz kritisiert darin die „aggressiv-imperialistische Nato“, die Bundesrepublik als „europäische Hochburg des Großkapitals“ sowie die sozialliberale Koalition, die den „nackten Machterhalt über jede Form der inhaltlichen Auseinandersetzung“ stelle.<ref>Martin Greive, Jan Hildebrand, Christian Rickens, Klaus Stratmann: Kann er Kanzler? Olaf Scholz – ein kritisches Porträt über den Kanzlerkandidaten der SPD. In: Handelsblatt. 21. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.</ref>

Stasi-Unterlagen belegen, dass Scholz als stellvertretender Juso-Bundesvorsitzender enge Beziehungen zu DDR-Funktionären unterhielt. In dieser Funktion besuchte Scholz zwischen 1983 und 1988 neunmal die DDR, führte dort politische Gespräche, trat als Redner auf öffentlichen Veranstaltungen auf und nahm an einem von der SED/FDJ organisierten „Internationalen Jugendlager“ teil.<ref name="stargast-scholz">Fast wie ein Staatsgast – Huberthus Knabe. In: hubertus-knabe.de. 31. Januar 2022, abgerufen am 31. Januar 2022.</ref> Am 4. Januar 1984 reiste Scholz mit einer Juso-Delegation in die DDR, wo sie von Egon Krenz, dem Sekretär des Zentralkomitees der SED, und dem ZK-Abteilungsleiter und späteren SED-Politbüro-Mitglied Herbert Häber empfangen wurden.<ref>focus.de</ref><ref>petra kirchner: AK-Nachrichten: Olaf Scholz (04.01.1984) auf YouTube, 19. August 2022, abgerufen am 24. Februar 2024 (Laufzeit: 2:21 min).</ref> Am letzten Tag führte die Delegation ein Gespräch im Institut für Internationale Politik und Wirtschaft. Gemäß dem Bericht darüber hätten die Jusos „keine Fragen mit provokatorischem Inhalt gestellt“, sondern vielmehr erklärt, das Bild der DDR in den Massenmedien der Bundesrepublik müsse positiver werden.<ref name="stargast-scholz" /> 1987 trat Scholz als Juso-Vize auf einer Friedenskundgebung der DDR-Jugendorganisation FDJ in Wittenberg für Abrüstungsvereinbarungen ein.<ref>Olaf Scholz früher: „Abrüstung jetzt“ in SWR2 Archivradio. In: swr.de. 24. September 2021, abgerufen am 28. September 2021.</ref> 1988 versicherte eine von Scholz mit geführte Juso-Delegation ihren Partnern von der FDJ, „dass die wahren Feinde des Friedens (…) im Militär-Industrie-Komplex der USA“ sowie in der „Stahlhelm-Fraktion“ der Unionsparteien zu suchen seien.<ref name="welt-236220944">Der Juso Olaf Scholz war der DDR ein Partner im „Friedenskampf“. In: welt.de. 13. Januar 2022, abgerufen am 31. Januar 2022.</ref> Zugleich wurde Scholz jahrelang in Hamburg von der DDR-Auslandsspionage bespitzelt.<ref>„Ist nicht schön, aber so ist es eben“: DDR-Staatssicherheit sammelte jahrelang Daten über Olaf Scholz. In: tagesspiegel.de. 13. Januar 2022, abgerufen am 7. Dezember 2024.</ref>

Karriereverlauf in der SPD

Scholz war von 1994 bis 2000 Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Altona. Von 2000 bis 2004 sowie vom 6. November 2009 bis zum 24. März 2018 war er Vorsitzender der SPD Hamburg.<ref>Veit Medick: Hamburgs SPD-Chef Scholz: Das rote Chamäleon. In: Spiegel Online. 20. Juli 2010, abgerufen am 29. Juni 2016.</ref> Der Landesverband Hamburg bestätigte Scholz in seinem Amt 2012 mit 94,2 Prozent, 2014 mit 94,8 Prozent und 2016 mit 97,4 Prozent der Stimmen.<ref>Scholz mit großer Mehrheit wiedergewählt. In: ndr.de. 11. Juni 2016, abgerufen am 29. Juni 2016.</ref>

Von 2001 bis 2019 gehörte er in verschiedenen Funktionen dem SPD-Parteivorstand an.

Vom 20. Oktober 2002 bis 21. März 2004 (damals regierte die rot-grüne Regierung Schröder II) war Scholz Generalsekretär der SPD. Auf dem Parteitag 2002 noch mit 91,3 Prozent der Stimmen gewählt, erhielt er bei seiner Wiederwahl 2003 lediglich 52,6 Prozent.<ref name="Fehlgriff">Olaf Scholz: Der Fehlgriff. In: Stern. 6. Februar 2004.</ref> Nach dem Rücktritt Gerhard Schröders als SPD-Vorsitzender trat Scholz ebenfalls zurück.

Im November 2009, kurz nach der Bundestagswahl 2009, wählte der SPD-Bundesparteitag ihn mit 85,7 Prozent der Stimmen zu einem der vier stellvertretenden SPD-Vorsitzenden.<ref>SPD hebt Gabriel auf den Thron spiegel.de, 13. November 2009. Die drei anderen stellvertretenden Vorsitzenden waren Hannelore Kraft (mit 90,2 Prozent gewählt), Manuela Schwesig (damals Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern, 87,8 Prozent) und der damalige Regierende Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit (89,6 Prozent).</ref> Im Dezember 2011 wurde er mit 84,9 Prozent der Stimmen wiedergewählt,<ref>Gabriel wirbt für Rot-Grün faz.net, 5. Dezember 2011.</ref> im November 2013 mit 67,3 Prozent der Stimmen,<ref>SPD-Parteitag straft Nahles und Scholz ab spiegel.de, 15. November 2013.</ref> im Dezember 2015 mit 80,2 Prozent der Stimmen<ref>Christoph Hickmann: Gabriel bekommt das, was man eine Klatsche nennt sueddeutsche.de, 11. Dezember 2015.</ref> und im Dezember 2017 mit 59,2 Prozent der Stimmen.<ref>Christian Teevs: Reservemann ohne Rückhalt spiegel.de, 8. Dezember 2017.</ref> Nachdem er die Wahl zum SPD-Vorsitz 2019 nicht gewonnen hatte, kandidierte er nicht mehr als stellvertretender Bundesvorsitzender.

Datei:2018-04-22 SPD Bundesparteitag 2018 Wiesbaden-6626.jpg
Olaf Scholz spricht auf dem außerordentlichen Bundesparteitag der SPD am 22. April 2018 im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden.
Datei:2019-09-10 SPD Regionalkonferenz Team Geywitz Scholz by OlafKosinsky MG 2562.jpg
Klara Geywitz (l.) und Olaf Scholz (r.) bei der SPD-Regionalkonferenz zur Wahl des Parteivorsitzes am 10. September 2019 in Nieder-Olm

Nach dem Rücktritt von Martin Schulz übernahm Scholz am 13. Februar 2018 auf Beschluss des Parteipräsidiums als dienstältester stellvertretender Parteivorsitzender kommissarisch den Parteivorsitz. Gleichzeitig wurde die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles vom Präsidium als reguläre Nachfolgerin nominiert. Gegen ihre sofortige Berufung zur kommissarischen Parteivorsitzenden hatte es rechtliche und politische Einwände gegeben.<ref>Olaf Scholz soll die SPD kommissarisch führen. In: faz.net. 13. Februar 2018, abgerufen am 13. Februar 2018.</ref> Scholz' kommissarischer Vorsitz endete mit Nahles' Wahl zur Parteivorsitzenden am 22. April 2018.

Im Juni 2019 schloss Scholz eine Kandidatur für den Parteivorsitz nach dem Rücktritt von Andrea Nahles zunächst aus. Er erklärte, dass eine gleichzeitige Tätigkeit als Bundesfinanzminister sowie Parteivorsitzender „zeitlich nicht zu schaffen“ sei.<ref>Scholz schließt im Juni noch SPD-Vorsitz aus. In: ZDF.de. 16. August 2019. (in der ARD-Sendung „Anne Will“).</ref><ref>Olaf Scholz will nicht SPD-Parteivorsitzender werden. In: zeit.de. 3. Juni 2019, abgerufen am 3. Juni 2019.</ref><ref>Wortbruch auf offener Bühne:AKK und Scholz sind Symbolfiguren einer Vertrauenskrise. In: focus.de. 27. August 2019, abgerufen am 27. August 2019.</ref> Im August gab Scholz bekannt, doch für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen, im Duo mit Klara Geywitz.<ref>Olaf Scholz will SPD-Chef werden. In: spiegel.de. 16. August 2019, abgerufen am 16. August 2019.</ref><ref>Olaf Scholz tritt mit Klara Geywitz an. In: spiegel.de. 20. August 2019, abgerufen am 20. August 2019.</ref> Er begründete dies damit, dass viele derjenigen, die er für geeignet hielt, nicht kandidierten, und einer daraus resultierenden Verantwortung.<ref>Die (Selbst-)Rettung – Olaf Scholz will nun doch SPD-Chef werden. In: handelsblatt.de. 18. August 2019, abgerufen am 9. Juni 2021.</ref> Das Team Klara Geywitz und Olaf Scholz erhielt nach Abschluss des ersten Wahlgangs des Mitgliederentscheids am 26. Oktober 2019 mit 22,7 Prozent den höchsten Stimmenanteil der sechs zur Wahl stehenden Kandidatenduos. Es qualifizierte sich damit für die Stichwahl mit dem zweitplatzierten Team Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, das 21,0 Prozent der Stimmen erhielt.<ref>Scholz/Geywitz gegen Walter-Borjans/Esken in Stichwahl um SPD-Vorsitz. In: spiegel.de. 26. Oktober 2019, abgerufen am 26. Oktober 2019.</ref> Am 30. November 2019 wurde bekanntgegeben, dass Esken und Walter-Borjans bei der Stichwahl 53,1 Prozent der Stimmen erhalten hatten, Geywitz und Scholz 45,3 Prozent.<ref>SPD-Mitglieder stimmen für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans als Parteichefs. In: spiegel.de. 30. November 2019, abgerufen am 30. November 2019.</ref>

Kanzlerkandidatur (2021)

Datei:2021-08-21IMG Olaf Scholz 0538.jpg
Olaf Scholz bei der SPD-Wahlkampfveranstaltung am 21. August 2021 in München

Am 10. August 2020 wurde Scholz auf Vorschlag der Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans vom Parteivorstand der SPD als Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2021 nominiert. Er war zu dem Zeitpunkt der in Umfragen beliebteste SPD-Politiker, aber beim linken Parteiflügel umstritten.<ref>SPD-Spitze nominiert Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten. In: zeit.de. 10. August 2020, abgerufen am 10. August 2020.</ref> Auf einem online abgehaltenen Parteitag wurde Scholz am 9. Mai 2021 mit 96,2 Prozent der abgegebenen Stimmen als Kanzlerkandidat bestätigt.<ref>Scholz bewirbt sich mit Vier-Punkte-Plan ums Kanzleramt. Spiegel.de 9. Mai 2021, abgerufen am 11. Mai 2021.</ref> Die SPD gewann am 26. September 2021 mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen vor der Union mit 24,1 Prozent.<ref>Ergebnisse Deutschland – Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 27. September 2021.</ref>

Kanzlerkandidatur (2025)

Für die Bundestagswahl 2025 trat Amtsinhaber Scholz erneut als Kanzlerkandidat der SPD an. Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, der in Umfragen zur Beliebtheit deutscher Politiker weit vor Scholz lag, war bis zu seinem selbst erklärten Verzicht als möglicher Kanzlerkandidat im Gespräch. Für Pistorius sprachen sich mehrere SPD-Politiker, darunter der ehemalige Parteivorsitzende Franz Müntefering, öffentlich aus.<ref>K-Frage in der SPD: Immer wieder fällt der Name Pistorius. tagesschau.de, 17. November 2024, abgerufen am selben Tag</ref> Am 25. November 2024 wurde Scholz vom SPD-Parteivorstand als Kanzlerkandidat nominiert.<ref>SPD: Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten für Bundestagswahl 2025 nominiert. In: Spiegel Online. 25. November 2024, abgerufen am 25. November 2024.</ref> Auf dem SPD-Sonderparteitag am 11. Januar 2025 in Berlin wurde er zum Kanzlerkandidaten gewählt.<ref>SPD-Parteitag kürt Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten. In: Zeit Online. 11. Januar 2025, abgerufen am 11. Januar 2025.</ref> Bei der Wahl musste die Partei mit 16,4 Prozent der Zweitstimmen ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl hinnehmen. Scholz kündigte am Wahlabend an, nicht als Verhandlungsführer in den anstehenden Koalitionsgesprächen zwischen SPD und Union zur Verfügung zu stehen. Sein Bundestagsmandat, das er als einziger SPD-Abgeordneter in Ostdeutschland im Wahlkreis Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II mit 21,8 Prozent knapp direkt gewonnen hatte, werde er aber annehmen.<ref>Scholz: Werde nicht Verhandlungen mit Union führen. In: Zeit Online. 23. Februar 2025, abgerufen am 2. März 2025.</ref><ref>Scholz will als Abgeordneter im Bundestag bleiben. In: sueddeutsche.de. 24. Februar 2025, abgerufen am 2. März 2025.</ref>

Mitglied des Bundestages

Scholz war von 1998 bis 2001 und von 2002 bis zum 10. März 2011 Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Untersuchungsausschuss zur Visa-Affäre war er Obmann der SPD-Fraktion. Am 13. Oktober 2005 wurde er zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion gewählt. Er übte dieses Amt bis zu seiner Ernennung zum Bundesminister für Arbeit und Soziales am 21. November 2007 aus. Sein Nachfolger war Thomas Oppermann. Außerdem war Scholz bis zu seinem Eintritt in die Bundesregierung Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, das die Arbeit der Geheimdienste überwacht.<ref>Deutscher Bundestag: Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums. Archivversion.</ref>

Im Bundestagswahlkreis Hamburg-Altona jeweils direkt gewählt, erreichte Scholz bei der Bundestagswahl 2005 45,9 Prozent der Erststimmen, bei der Bundestagswahl 2009 36,1 Prozent.

Am 22. Oktober 2009 wählte ihn die SPD-Bundestagsfraktion zu einem ihrer neun stellvertretenden Vorsitzenden. Scholz legte dieses Amt zusammen mit seinem Bundestagsmandat am 10. März 2011 nieder, nachdem er drei Tage zuvor zum Ersten Bürgermeister Hamburgs gewählt worden war.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Scholz legt Bundestagsmandat nieder (Memento vom 18. Dezember 2013 im Internet Archive). In: NDR.de, 10. März 2011.</ref>

Bei der Bundestagswahl 2021 errang Scholz das Direktmandat im Wahlkreis Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II, wo er mittlerweile lebte, mit 34,0 Prozent der Erststimmen. Er war dort unter anderem gegen seine Konkurrentin als Kanzlerkandidat, Annalena Baerbock (Grüne), angetreten.<ref>Sabine Schicketanz, Henri Kramer, Sandra Calvez, Marco Zschieck: Scholz gewinnt Potsdam – mit Abstand pnn.de, 27. September 2021</ref> Auf die von ihm auf Listenplatz 1 angeführte Brandenburger Landesliste entfielen 29,5 Prozent der Zweitstimmen.

Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 verteidigte Scholz das Direktmandat mit 21,8 Prozent der Erststimmen.<ref>Die Bundeswahlleiterin: Ergebnisse Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II – Die Bundeswahlleiterin. In: bundeswahlleiterin.de. Abgerufen am 25. Februar 2025.</ref> Er errang damit das einzige SPD-Direktmandat in Ostdeutschland.<ref>Pauline von Pezold: Olaf Scholz: Im Bundestag findet man den Altkanzler meist auf den hinteren Bänken. In: welt.de. 15. Oktober 2025, abgerufen am 15. Oktober 2025.</ref>

Öffentliche Ämter

Hamburger Innensenator (2001)

Am 30. Mai 2001 wurde Scholz Nachfolger des zurückgetretenen Innensenators Hartmuth Wrocklage in dem vom Ersten Bürgermeister Ortwin Runde geführten Senat der Freien und Hansestadt Hamburg (Senat Runde). Seine Amtszeit endete nach der Bürgerschaftswahl vom 23. September 2001 mit der Wahl Ole von Beusts (CDU) zum Ersten Bürgermeister am 31. Oktober 2001. Sein Nachfolger im Amt des Innensenators wurde Ronald Schill (Partei Rechtsstaatlicher Offensive).

Scholz führte im Juli 2001 als Hamburger Innensenator die zwangsweise Verabreichung von Brechmitteln zur Beweissicherung bei mutmaßlichen Drogendealern ein. Während die Senatoren des damaligen Koalitionspartners Grün-Alternative Liste (GAL) diese Maßnahme unterstützten, wurde sie vom GAL-Landesausschuss abgelehnt.<ref>Oliver Schirg: Brechmittel: GAL-Basis gegen eigene Senatoren. In: welt.de, 12. Juli 2001, abgerufen am 12. Juli 2017.</ref>

Bundesminister für Arbeit und Soziales (2007 bis 2009)

Nach dem Rückzug Franz Münteferings aus dem Bundeskabinett (Kabinett Merkel I) war Scholz ab 21. November 2007 Bundesminister für Arbeit und Soziales, bis nach der Bundestagswahl 2009 am 28. Oktober 2009 eine Bundesregierung ohne Beteiligung der SPD (Kabinett Merkel II) berufen wurde.

Erster Bürgermeister von Hamburg (2011 bis 2018)

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Olaf Scholz als neu gewählter Erster Bürgermeister im Plenarsaal der Hamburgischen Bürgerschaft (2011)
Bürgerschaftswahl 2011

Als Spitzenkandidat der SPD ging Scholz in die vorgezogene Bürgerschaftswahl am 20. Februar 2011, die nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition im November notwendig geworden war. Bei der Wahl erhielt die SPD mit 62 Abgeordneten von 121 die absolute Mehrheit. Bei der konstituierenden Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft am 7. März 2011 wurde Scholz mit 62 der 118 abgegebenen Stimmen zum Ersten Bürgermeister gewählt (Senat Scholz I), obwohl der SPD-Abgeordnete Frank Wiesner fehlte. Es muss also mindestens ein Abgeordneter der Opposition für Scholz gestimmt haben.<ref>Scholz ist Hamburgs neuer Bürgermeister. In: NDR, abgerufen am 7. März 2011.</ref>

Als Erster Bürgermeister Hamburgs war Scholz Mitglied in Hauptausschuss und Präsidium des Deutschen Städtetags.<ref>Städtetag aktuell 5/2013, S. 14.</ref> Sein Bürgerschaftsmandat, das er erstmals bei der Wahl 2011 errungen hatte, ruhte nach seiner Wahl zum Bürgermeister, da die Hamburgische Verfassung die Trennung von Abgeordnetenmandat und Regierungsamt vorschreibt.

Wirtschaftshilfen für Hapag-Lloyd

Am 28. März 2012 bewilligte die Hamburgische Bürgerschaft auf Betreiben von Scholz mit den Stimmen der Parteien SPD und Die Linke 420 Millionen Euro für einen weiteren Anteilskauf an der Reederei Hapag-Lloyd, durch den die städtischen Anteile von 23,6 Prozent auf 36,9 Prozent aufgestockt wurden. Dabei betonte Scholz, dass die Stadt die Anteile nicht behalten, sondern im Rahmen eines Börsengangs wieder verkaufen wolle, sobald sich dafür eine passende Gelegenheit biete.<ref name="abendblatt-077435352">Reuters: Hapag-Lloyd-Anteile sollen schnell weiterverkauft werden. In: abendblatt.de. 21. Februar 2012, abgerufen am 13. Mai 2020.</ref> Michael Behrendt erklärte 2018, dass die Beteiligten 2012 davon ausgegangen wären, an dem damals kriselnden Unternehmen hätten etwa 20.000 Arbeitsplätze gehangen.<ref>Olaf Preuß: Hapag-Lloyd: Das Anker-Unternehmen. 11. September 2018 (Online [abgerufen am 28. Oktober 2019]).</ref> Damit wurde die Stadt Hamburg über die HGV mit 39,6 Prozent größter Einzelaktionär der Hapag-Lloyd AG.<ref>Andreas Dey, Peter Ulrich Meyer: Hapag-Lloyd-Kauf hing am seidenen Faden. In: abendblatt.de. Hamburger Abendblatt, 29. März 2012, abgerufen am 30. März 2012.</ref><ref>Pressemitteilung der Hamburgischen Seefahrtsbeteiligung „Albert Ballin“ GmbH & Co. KG und der TUI-Hapag Beteiligungs GmbH. In: hapag-lloyd.com. 24. März 2013, abgerufen am 19. April 2023.</ref>

Bürgerschaftswahl 2015

Bei der Bürgerschaftswahl 2015 erzielte die SPD 45,6 Prozent. Trotz deutlichem Abstand zu anderen Parteien – die CDU wurde mit 15,9 Prozent zweitstärkste Kraft – verlor die SPD ihre absolute Mehrheit. Die SPD bildete daraufhin eine Regierungskoalition mit den Grünen. Im April 2015 wählte die Hamburger Bürgerschaft Scholz erneut zum Ersten Bürgermeister. Mit 75 Stimmen erhielt er drei Stimmen mehr als die Koalition SPD und Grüne Sitze hat. Im Jahr 2018 war er kurzzeitig Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit. Im März 2018 trat er zurück, um als Finanzminister in die neu gebildete Bundesregierung einzutreten. Sein Nachfolger im Amt des Ersten Bürgermeisters wurde Peter Tschentscher (SPD).

Cum-Ex-Geschäfte der Warburg Bank

Das Hamburger Finanzamt hätte seit 2016 von der Hamburger Privatbank M.M.Warburg & CO umfangreich Gelder zurückfordern können, die die Bank durch illegales Dividendenstripping (Cum-Ex) erhalten hatte. Die Rolle von Scholz ist dabei umstritten. 2020 berichteten NDR und Die Zeit, dass sich Scholz in seiner Zeit als Erster Bürgermeister Hamburgs 2016 und 2017 insgesamt dreimal mit dem Mitinhaber der Warburg Bank, Christian Olearius, in der Sache getroffen hatte.<ref name="panorama-01">Cum-Ex-Skandal: Bankier suchte Hilfe bei Scholz. Panorama-Sendung des ARD</ref>

Scholz erklärte im Nachgang, sich nicht mehr an die Gesprächsinhalte erinnern zu können. Laut den sichergestellten Tagebüchern von Olearius wurde die Bank von dem Politiker Johannes Kahrs unterstützt. Scholz machte jedoch keine Versprechungen, Olearius erwartete dies nach eigener Aussage auch nicht.<ref name="panorama-01" /> Scholz sagte zu Olearius, er solle in der Sache kommentarlos ein Argumentationspapier an Finanzsenator Peter Tschentscher senden.<ref name="panorama-01" /><ref name="ndr-202523" /> Scholz sagte auf Mediennachfrage später, er habe das Papier nicht selbst weitergeleitet, da dies Anlass zu Interpretationen hätte geben können.<ref name="ndr-202523">NDR: Cum-Ex-Geschäfte der Warburg Bank: Was wir wissen Sendungsarchiv – 2020. In: ndr.de. 3. September 2020, abgerufen am 30. Mai 2025.</ref>

Nach dem ersten Treffen verzichtete die Hamburger Finanzverwaltung entgegen ursprünglicher Pläne auf Rückforderungen von 47 Millionen Euro. Vertreter der ermittelnden Kölner Staatsanwaltschaft und der Steuerfahndung trafen sich daraufhin mit dem Bundesfinanzministerium, das die Hamburger Finanzverwaltung anwies, die weiteren noch fälligen Rückzahlungen von der Warburg Bank einzufordern.<ref name="zeit-2025-01-11">dpa Hamburg/Schleswig-Holstein: Cum-Ex-Skandal: Olearius und Kahrs wollen nicht vor Cum-Ex-PUA. In: zeit.de. 11. Januar 2025, abgerufen am 30. Mai 2025.</ref><ref name="zeit-2020-09-03">Manuel Daubenberger: Cum-Ex: Der Bankier und seine Freunde in der Politik. In: zeit.de. 3. September 2020, abgerufen am 30. Mai 2025.</ref>

Im April 2020 und Anfang 2021 beglich die Bank unter Vorbehalt Steuerschulden von insgesamt 155 Millionen Euro aus den Cum-Ex-Geschäften. Diese hatte sie erst als existenzbedrohend, dann als verjährt oder erlassen dargestellt.<ref>Marco Carini: Verräterisches Tagebuch, taz, 10. März 2021.</ref> Im August 2021 verneinte die zuständige Sachgebietsleiterin des Hamburger Finanzamtes für Großunternehmen als Zeugin vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft eine Einflussnahme durch Scholz oder andere politische Akteure auf den Fall. Es habe keine Kontakte zwischen ihr und anderen Personen oder Behörden diesbezüglich gegeben.<ref>Der Spiegel: Finanzbeamtin entlastet Olaf Scholz. Abgerufen am 7. August 2021.</ref><ref>Wirtschaftswoche: Keine Politik-Einflussnahme: Hamburger Finanzbeamtin entlastet Scholz in der Cum-Ex-Affäre. Abgerufen am 7. August 2021.</ref>

G20-Gipfel 2017

Kontrovers wird die Rolle von Scholz im Zuge der Planung und Vorbereitung des G20-Gipfels 2017 bewertet, der in Hamburg stattfand. So äußerte er die Sätze „Seien Sie unbesorgt: Wir können die Sicherheit garantieren.“ und „Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus. Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist.“<ref name="welt-16642705522">dpa-infocom GmbH: Frühere Zitate zur Sicherheit des G20-Gipfels. In: welt.de. 8. Juli 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref> Es kam jedoch zu Ausschreitungen und Plünderungen. Einen Rücktrittsgrund sah Scholz angesichts dieser Ereignisse nicht: „Bei G20-Toten wäre ich zurückgetreten“.<ref>Marco Carini: Olaf Scholz vor G20-Sonderausschuss: Rücktritt nur über eine Leiche. In: Die Tageszeitung: taz. 9. November 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 14. Februar 2025]).</ref> In der Diskussion über eventuelle Straftaten von Polizisten im Rahmen des G20-Gipfels – es wurden diesbezüglich 115 Ermittlungsverfahren, 92 davon wegen Körperverletzung im Amt eröffnet – sagte Scholz: „Polizeigewalt hat es nicht gegeben, das ist eine Denunziation, die ich entschieden zurückweise.“<ref name="ndr-130022">„Polizeigewalt hat es nicht gegeben“ Artikel vom 14. Juli 2017 auf der Webseite zeit.de. Abgerufen am 22. September 2021.</ref>

Wohnungsbaupolitik

Der Wohnungsbau war eines der zentralen Versprechen Scholz’ im Wahlkampf 2011.<ref>Versprechen gehalten. In: taz.de. 8. Februar 2015, abgerufen am 12. Juni 2021.</ref> Im Jahr seines Amtsantritts verhandelte er den Vertrag für Hamburg zur Stärkung des Wohnungsneubaus. Ziel war die Steigerung auf 6.000 neue Wohnungen pro Jahr bis 2014 bei einem Anteil von 30 Prozent öffentlich geförderter Wohnungen bei Mietwohnungen für Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen.<ref>Mehr Wohnungsbau für Hamburg. In: hamburg.de. 4. Juli 2011, abgerufen am 12. Juni 2021.</ref> Das Ziel wurde 2013 erreicht. Der Mieterverein und die Partei Die Linke halten die Steigerung weiterhin für zu gering verglichen mit dem Einwohnerzuwachs Hamburgs.<ref>Versprechen gehalten. In: taz.de. 8. Februar 2015, abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

Bundesminister der Finanzen und Stellvertreter der Bundeskanzlerin (2018 bis 2021)

Datei:2018-03-12 Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 19. Wahlperiode des Bundestages by Sandro Halank–054.jpg
Olaf Scholz, Angela Merkel und Horst Seehofer bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages (2018)

Mit Bildung einer Koalition von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene (Kabinett Merkel IV) wurde Olaf Scholz am 14. März 2018 zum Bundesminister der Finanzen und Stellvertreter der Bundeskanzlerin berufen. Er hatte zuvor für die SPD den Koalitionsvertrag mitverhandelt und im Mitgliedervotum als kommissarischer Parteichef erfolgreich um die Zustimmung der SPD-Basis zur Großen Koalition (GroKo) geworben.

Im Januar 2019 wurde öffentlich über eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank diskutiert.<ref>Tim Bartz: Deutsche Bank und Commerzbank: Was bringt eine Fusion? In: Spiegel Online. 18. Januar 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref> Scholz hatte diese zum wiederholten Mal vorgeschlagen, stieß damit bei Fachleuten und Kommentatoren aber überwiegend auf Ablehnung. Die daraus entstehende Unternehmenskonstruktion wäre „too big to fail“.<ref>Thomas Schmoll: Scholz bastelt an einem Milliardenrisiko. In: N-tv. 31. Januar 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref>

In der Anfangsphase der Corona-Pandemie erregte die Aussage Scholz’ Aufmerksamkeit, der Staat habe die durch diese ausgelösten wirtschaftlichen Beschränkungen „mit milliardenschweren Hilfen, der ‚Bazooka‘, abgefedert, damit alle – Unternehmen, Beschäftigte, Familien – möglichst heil durch diese schwere Zeit kommen“.<ref>„Ich kämpfe um jeden Job“ – Olaf Scholz im Interview mit dem Tagesspiegel. Bundesfinanzministerium, 11. Mai 2020, abgerufen am 10. Juni 2021.</ref> Er sagte: „Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen“. Das Onomatopoetikum wurde zum Schlagwort,<ref>Hilke Elsen: Neologismen: Ein Studienbuch. Narr Francke Attempto Verlag, 2022, ISBN 978-3-8233-0340-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 4. Dezember 2022]).</ref> das Scholz 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine als „Doppel-Wumms“ wiederaufnahm.<ref name="welt-plus242470655" /> Das im März 2020 im Bundesfinanzministerium ausgearbeitete erste Hilfspaket sah unter anderem 3,5 Milliarden Euro für Akutmaßnahmen, darunter die Entwicklung eines Impfstoffes, 50 Milliarden Euro für Kleinunternehmer und Solo-Selbständige und 100 Milliarden Euro für einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds vor.<ref>So sieht die Bazooka der Bundesregierung aus. In: tagesspiegel.de. 23. März 2020, abgerufen am 10. Juni 2021.</ref>

Im Rahmen der im Juni 2020 bekanntgegebenen Insolvenz des Zahlungsdienstleisters Wirecard steht Scholz in der Kritik. Nach schweren Verfehlungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) monierten Kritiker, dass das Bundesfinanzministerium für die Kontrolle der BaFin zuständig ist. Im Wirecard-Untersuchungsausschuss gab Scholz am 29. Januar 2021 bekannt, den Präsidentenposten neu besetzen zu wollen<ref>Scholz kündigt Neuaufstellung der BaFin an. Bundesfinanzministerium, 29. Januar 2021, abgerufen am 29. Januar 2021.</ref> und leitete Reformen ein.<ref>EU-Behörde sieht Defizite bei Aufsicht im Wirecard-Skandal. In: welt.de. 3. November 2020, abgerufen am 9. Juni 2021.</ref>

Beim G7-Gipfel in St Ives 2021 einigten sich im Juni 2021 alle G7-Mitgliedstaaten auf eine von Scholz vorgeschlagene weltweite Mindeststeuer in Höhe von mindestens 15 Prozent für multinational tätige Unternehmen, nachdem Scholz US-Präsident Joe Biden, anders als dessen Vorgänger Donald Trump, von der Mindestbesteuerung überzeugen konnte.<ref>Christian Reiermann: G7-Einigung auf Mindeststeuer: Olaf Scholz ist stolz auf Einigung – aber Arbeit bleibt. In: Der Spiegel. Abgerufen am 5. Juni 2021.</ref>

Ebenfalls im Juni 2021 ließ Scholz durch das Bundeszentralamt für Steuern Informationen über potenzielle Steuersünder aus Dubai ankaufen. Die Daten von mehreren Millionen Steuerpflichtigen enthalten Erkenntnisse über in Dubai vor dem Zugriff des Fiskus versteckte Vermögenswerte und sollen dazu dienen, länderübergreifende erhebliche Steuerstraftaten aufzudecken.<ref>Scholz kauft Steuerdaten von anonymem Informanten. In: Der Spiegel. 11. Juni 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

Bundeskanzler (2021 bis 2025)

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Aus der Bundestagswahl am 26. September 2021 ging die SPD mit Scholz als Kanzlerkandidat als stärkste Partei hervor. Die anschließenden Sondierungsgespräche führten zur Ausarbeitung des Koalitionsvertrags der 20. Legislaturperiode des Bundestages und begründeten die Ampelkoalition mit den Grünen und der FDP. Das Kabinett Scholz bestand zu Beginn der Legislaturperiode zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern. Am 8. Dezember 2021 wurde Scholz mit einer Mehrheit von 395 Stimmen als Nachfolger von Angela Merkel zum Bundeskanzler gewählt. Insgesamt hatten 707 der insgesamt 736 Bundestagsabgeordneten ihre Stimme abgegeben.<ref>Bundestag wählt Olaf Scholz zum neuen Bundeskanzler. In: spiegel.de. 8. Dezember 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.</ref> Er war der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und der erste konfessionslose.<ref>Olaf Scholz als Bundeskanzler vereidigt. In: BR24. 8. Dezember 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.</ref> Bei Amtsantritt waren nur Konrad Adenauer und Ludwig Erhard mit 73 bzw. 66 Jahren älter als Scholz, der mit 63 Jahren Kanzler wurde. Am 5. Mai 2025 wurde Scholz zeremoniell mit einem Großen Zapfenstreich aus dem Amt verabschiedet.<ref>An historischem Ort: Scholz verabschiedet sich mit der „Queen of Soul“ endgültig. 5. Mai 2025, abgerufen am 5. Mai 2025.</ref><ref>deutschlandfunk.de: Berlin – Bundeskanzler Scholz wird mit Zapfenstreich verabschiedet. 5. Mai 2025, abgerufen am 5. Mai 2025.</ref> Sein Nachfolger Friedrich Merz wurde schließlich am 6. Mai 2025 im zweiten Wahlgang zum Bundeskanzler und damit zu seinem Nachfolger gewählt.<ref>Merz im zweiten Anlauf zum Kanzler gewählt. 6. Mai 2025, abgerufen am 6. Mai 2025.</ref> Scholz war der Bundeskanzler mit den niedrigsten Beliebtheitswerten seit der Wiedervereinigung.<ref>Christoph Kühne: Kohl, Schröder, Merkel, Scholz: Wie sich die Umfragewerte während der Amtszeit entwickelt haben. 9. Februar 2025, abgerufen am 4. Juni 2025.</ref>

Sozial- und Familienpolitik

Im Bundestagswahlkampf 2021 setzte er sich für eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro ein.<ref>Union lehnt Plan von Scholz und Heil ab. In: heute.de. 9. März 2021, abgerufen am 9. Juni 2021.</ref> Als Bundeskanzler setzte er zum 1. Oktober 2022 die entsprechende Erhöhung durch.<ref>Bundesgesetzblatt BGBl. Online-Archiv 1949–2022 | Bundesanzeiger Verlag. Abgerufen am 22. November 2024.</ref>

Auf Betreiben der SPD wurde 2024 das Rentenpaket II vom Kabinett beschlossen, welches festlegte, dass das Rentenniveau in den Jahren bis 2039 nicht unter 48 Prozent eines Durchschnittslohns fallen darf und dass die Rentenversicherung Kredite aufnimmt, um Aktien zu kaufen (Generationenkapital). Nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers Marcel Fratzscher würde durch das Rentenpaket eine „noch stärkere Umverteilung von Jung zu Alt“ stattfinden. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kritisierte das Rentenpaket als nicht „generationengerecht“.<ref>Albert Funk: Kabinett beschließt Rentenpaket. In: Tagesschau.de. Abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> Das Paket wurde aufgrund fehlender Mehrheit im Deutschen Bundestag nicht mehr verabschiedet.<ref>BMAS – Rentenpaket II. Abgerufen am 25. April 2025.</ref>

Schwangerschaftsabbruch

2022 wurde die Strafbarkeit der Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft aufgehoben. Am 14. November 2024 brachten 236 Abgeordnete, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz, einen von Carmen Wegge und Ulle Schauws initiierten Entwurf in den Bundestag ein, der fordert, die Regelung zum mit Einwilligung der Schwangeren vorgenommenen Schwangerschaftsabbruch vom StGB in das SchKG zu verschieben und dabei zu verändern: Der Schwangerschaftsabbruch sollte in den ersten 12 Wochen als rechtmäßig (nicht mehr nur straffrei) gelten und deshalb von der GKV finanziert werden (bei kriminologischer Indikation soll die Frist auf 15 Wochen verlängert werden), die dreitägige Bedenkzeit nach der weiter vorgeschriebenen Schwangerschaftskonfliktberatung sollte für Abbrüche innerhalb der ersten 12 Wochen abgeschafft werden (§ 12 SchKG-Entwurf). Die Schwangere sollte stets straffrei bleiben (also auch bei für andere Beteiligte strafbar bleibenden rechtswidrigen Spätabbrüchen; § 14 Absatz 4 SchKG-Entwurf).<ref>Initiative für Neuregelung von Paragraf 218. Abgerufen am 17. November 2024.</ref> Der Gesetz wurde schließlich nicht mehr verabschiedet, da Grüne und SPD keine „Zufallsmehrheit“ mit der AfD riskieren wollten.<ref>Fatima Abbas, imago/Panthermedia, imago0093014708h-scaled: Legalisierung von Abtreibungen vorerst gescheitert. In: MOPO. 10. Februar 2025, abgerufen am 25. April 2025.</ref>

Wirtschaftspolitik

Olaf Scholz erklärte im Frühjahr 2023, mithilfe der grünen Transformation ein Wirtschaftswunder erzeugen zu wollen. Der Volkswirt Friedrich Heinemann und die Wirtschaftsweise Veronika Grimm bezeichneten dies als „völlig unrealistisch“, da lediglich ein bereits bestehender Kapitalstock ausgetauscht werde. Sowohl Arbeitgebervertreter als auch DGB forderten eine bewusste Entscheidung, in welchem Umfang industrielle Produktion in Deutschland und Europa gehalten werden soll.<ref>Die Mär vom Wirtschaftswunder. In: FAZ. 16. Mai 2023, abgerufen am 1. Juni 2024.</ref><ref>Vor einem Jahr versprach Scholz das grüne Wirtschaftswunder – was davon geblieben ist. In: Focus Online. 31. März 2024, abgerufen am 1. Juni 2024.</ref><ref>Die Entzauberung des grünen Wirtschaftswunders. In: Focus Online. 25. März 2024, abgerufen am 1. Juni 2024.</ref><ref>Wo das grüne Jobwunder auf sich warten lässt. In: Spiegel Online. 8. März 2024, abgerufen am 1. Juni 2024.</ref><ref>DGB-Chefin warnt vor gesellschaftlicher Überforderung durch grüne Transformation. In: Die Welt. 1. Juni 2024, abgerufen am 1. Juni 2024.</ref>

Die Bundesregierung reagierte Anfang 2024 auf die anhaltende Wirtschaftsschwäche mit dem Wachstumschancengesetz, insbesondere auf Betreiben der FDP. Verdi kritisierte, dass dies zu einer finanziellen Schwächung insbesondere der Kommunen führe.<ref>Wachstumschancengesetz – ver.di warnt vor weiterer finanzieller Schwächung der Kommunen. In: verdi.de. Abgerufen am 1. Juni 2024.</ref> Nach Ansicht der Spitzenverbände der Wirtschaft reiche dies bei weitem nicht, um die Wirtschaft wiederzubeleben.<ref>BDI-Präsident kritisiert Kanzler Scholz scharf. In: Tagesschau.de. 3. April 2024, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref><ref>Konsterniert und fassungslos; Scholz trifft seine härtesten Kritikerf. In: NTV. 10. April 2024, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref><ref>Finanzminister Lindner plant Wachstums-Chancen-Gesetz. In: deutschlandfunk.de. 13. Juli 2023, abgerufen am 1. Juni 2024.</ref>

Im Mai 2024 kritisierte Scholz die geplanten Einfuhrzölle der Europäischen Union auf chinesische Elektroautos, da diese der deutsche Autoindustrie schaden würden.<ref>US-Strafzölle auf China-Importe: Wissing warnt vor Handelskrieg. 15. Mai 2024, abgerufen am 23. April 2025.</ref><ref>Deutschland will gegen EU-Zölle auf chinesische E-Autos stimmen. In: tagesschau.de. 3. Oktober 2024, abgerufen am 24. April 2025.</ref>

Scholz kritisierte im Dezember 2024 die Pläne von Volkswagen, Werke in Deutschland zu schließen.<ref>Kanzler Scholz mahnt Volkswagen zu Erhalt der deutschen Werke. Abgerufen am 23. April 2025.</ref> Er schlug ein europäisches Programm zur Förderung von Elektroautos vor.<ref>Scholz unterstützt E-Auto-Subventionen auf EU-Ebene – „Wir brauchen keine ideologischen Lösungen“. 23. Januar 2025, abgerufen am 23. April 2025.</ref> Außerdem forderte er Unterstützung für die deutsche Stahlindustrie, die mit den hohen Energiepreisen zu kämpfen hat.<ref>Hohe Energiekosten – Scholz sagt Stahlindustrie Unterstützung zu. 9. Dezember 2024, abgerufen am 23. April 2025.</ref>

Umweltpolitik

Im November 2022 bekundete Scholz seine Unterstützung für den European Green Deal und bekräftigte das Ziel Deutschlands, klimaneutral zu werden.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Bloomberg, 5. November 2022. Abgerufen am 2. Oktober 2024 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Auf der UN-Klimakonferenz in Dubai 2023 forderte Scholz den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, einschließlich Kohle, Erdöl und Erdgas, und bekräftigte das Ziel Deutschlands, bis 2045 die Klimaneutralität zu erreichen.<ref>Scholz bei COP28: Forderung nach Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Abgerufen am 22. Januar 2025.</ref>

Migrationspolitik

Im Dezember 2021 bezeichnete Scholz Deutschland als Einwanderungsland und forderte, die Hürden für die Zuwanderung nach Deutschland zu senken und den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft zu erleichtern.<ref>Scholz stimmt Bürger auf großen Umbruch ein. DW, 15. Dezember 2021, abgerufen am 23. April 2025.</ref>

Im September 2023 entschied Scholz vor dem Hintergrund einer sich in Europa erneut anbahnenden Flüchtlingskrise, gegen den Widerstand seines Koalitionspartners Bündnis 90/Die Grünen, die EU-Asyl-Krisenverordnung (als Teil der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS)) zu unterstützen.<ref>Frank Jahn: Kein Veto in Brüssel: Scholz gibt Linie bei EU-Asylverschärfung vor. Abgerufen am 28. September 2023.Scholz spricht Machtwort – Deutschland gibt Asylblockade in der EU auf. In: handelsblatt.com. 27. September 2023, abgerufen am 27. September 2023.Eckart Lohse, Thomas Gutschker: Deutschland beendet Asylblockade in EU: Machtwort von Scholz. In: FAZ.net. 27. September 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 27. September 2023]).</ref>

Als Reaktion auf den Messeranschlags eines syrischen Asylbewerbers in Solingen im August 2024 forderte Scholz eine Verschärfung der Zuwanderungspolitik und eine Ausweitung der Abschiebungen.<ref>Scholz in Solingen: „Das war Terrorismus gegen uns alle“. Abgerufen am 23. April 2025.</ref>

Scholz sprach sich für die Bestandserhaltungsmigration aus, um dem Rückgang und der Alterung der deutschen Bevölkerung entgegenzuwirken.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Euronews, 11. September 2024 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Er sagte, dass Deutschland jährlich 288.000 ausländische Fachkräfte aufnehmen müsse.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Anadolu Agency, 30. November 2024 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Am 14. September 2024 unterzeichneten Scholz und der kenianische Präsident William Ruto eine Vereinbarung, die den deutschen Arbeitsmarkt für 250.000 Arbeitsmigranten aus Kenia öffnete.<ref>Deutschland unterzeichnet Vereinbarung mit Kenia. Abgerufen am 23. April 2025.</ref> Die Regierung Scholz hatte bereits zuvor Migrationspartnerschaften mit einigen anderen Ländern unterzeichnet, darunter Marokko, Usbekistan und Nigeria.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Deutsche Welle, 2. September 2024. Abgerufen am 2. Oktober 2024 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Scholz und der indische Premierminister Narendra Modi vereinbarten im Oktober 2024, dass Deutschland jährlich 90.000 Fachkräfte aus Indien aufnehmen werde.<ref>Scholz und Minister in Indien: Fachkräfte anlocken? Die Realität sieht anders aus. 26. Oktober 2024, abgerufen am 23. April 2025.</ref>

Energiepolitik

Die deutsche Industrie und die deutschen Exporteure waren besonders von der globalen Energiekrise ab 2021 betroffen. Im September 2022 stellte Deutschland einen 200-Milliarden-Euro-Plan vor, um Industrie und Haushalte zu unterstützen.<ref>"Doppelwumms": 200 Milliarden Euro gegen die Energiekrise. DW, 29. September 2022, abgerufen am 22. Januar 2025.</ref>

Unter Berufung auf seine Richtlinienkompetenz entschied Scholz im Oktober 2022, nachdem sich Grüne und FDP in der Frage des Atomausstieges bzw. der Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke nicht einig werden konnten, dass die letzten drei aktiven Kernkraftwerke in Deutschland über den 31. Dezember 2022 hinaus bis längstens zum 15. April 2023 im Leistungsbetrieb blieben.<ref>Streit um Atomkraftwerke – Scholz ordnet Weiterbetrieb an. In: taz.de. 17. Oktober 2022, abgerufen am 24. März 2023.</ref> Allerdings ist fraglich, ob es sich dabei tatsächlich um die Ausübung der Richtlinienkompetenz handelte. In einem Untersuchungsausschuss des Bundestags belegten interne E-Mails aus der Bundesregierung später, dass Scholz Weisung mit Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner abgesprochen war.<ref>Atomausstieg: Scholz‘ Atom-Machtwort – in Wahrheit ein Deal mit Habeck gegen die FDP – WELT. Abgerufen am 17. September 2025.</ref>

Doch Scholz hat kurz vor dem Ende seiner Amtszeit offenbar nochmal von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch gemacht, ohne dass es eine etwaige Absprache gegeben hatte. Das Handelsblatt berichtete über einen Brief des damaligen Bundeswirtschaftsministers Habeck an Scholz, der auf den 9. April 2025 datiert ist. Darin beschreibt Habeck, Scholz habe ihn gebeten, die „Alarmstufe Gas“ aufrechtzuerhalten: „Ihre Bitte muss ich […] als Ausübung ihrer Richtlinienkompetenz verstehen.“<ref name=":3">Handelsblatt, Julian Olk: Geheimer Brief aufgetaucht – Scholz sprach historisches Machtwort nach der Gaskrise. Abgerufen am 17. September 2025.</ref>

Der Rechtswissenschaftler Martin Morlok von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bestätigte Habecks Einschätzung: „Scholz hat seine Richtlinienkompetenz im vorliegenden Fall eingesetzt.“<ref name=":3" /> Habeck hatte die Alarmstufe Gas im Juni 2022 infolge der reduzierten Gaslieferungen aus Russland ausgerufen. Die Alarmstufe ermöglicht Sonderrechte zur Sicherung der Gasversorgung. Zu Beginn des Jahres 2025 wollte er sie wieder aufheben. „Die Gründe für die Alarmstufe sind weggefallen“, schrieb Habeck in dem Brief an Scholz, „hierüber sind sich alle Fachleute einig“.

Außenpolitik

Auslandsreisen und politische Standpunkte

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Datei:Mateusz Morawiecki spotkał się z kanclerzem-elektem Niemiec Olafem Scholzem w Berlinie (2021.11.25) 3.jpg
Scholz mit dem polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki (2021)
Datei:EU @ the G7 Summit 2024 - Roundtable Africa, climate change and development (03).jpg
Scholz mit Justin Trudeau, Giorgia Meloni, Rishi Sunak und anderen Politikern auf dem G7-Gipfel in Fasano 2024

Im Dezember 2021 reiste Scholz nach Warschau, um mit dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki Gespräche zu führen. Dabei diskutierten sie die Gasleitung Nord Stream 2, die russisches Gas unter der Ostsee nach Deutschland transportieren und Polen umgehen soll, sowie den Streit Polens mit der Europäischen Union über den Vorrang des EU-Rechts. Scholz unterstützte die Bemühungen Polens, Migranten aus Belarus zu stoppen.<ref>Bundeskanzler Scholz reist nach Polen. 10. Dezember 2021, abgerufen am 22. Januar 2025.</ref> Er wies den Anspruch Polens nach weiteren Reparationszahlungen von Deutschland für den Zweiten Weltkrieg zurück.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Gazeta Wyborcza, 13. Dezember 2021. Abgerufen am 2. Oktober 2024 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Scholz äußerte sich im August 2022 ablehnend zu einer Aussage des führenden palästinensischen Politikers Mahmud Abbas, welcher die Behandlung der Palästinenser durch Israel mit der Apartheid in Südafrika verglichen hatte.<ref>Scholz widerspricht Abbas: „Das Wort Apartheid halte ich nicht für richtig für die Beschreibung der Situation“ – Video – WELT. Abgerufen am 24. April 2025.</ref>

Im September 2022 besuchte Scholz die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Saudi-Arabien, um die Beziehungen zu den arabischen Staaten zu vertiefen und alternative Energiequellen zu erschließen.<ref>Bundeskanzler im Nahen Osten | Bundesregierung. 25. September 2022, abgerufen am 22. Januar 2025.</ref>

Am 14. März 2023 traf sich Scholz in Berlin mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev. Sie sprachen über den Export von Erdgas aus Aserbaidschan nach Deutschland und in die Europäische Union. Scholz betonte, dass Deutschland die armenische Separatistenregion Bergkarabach nicht als unabhängige Republik anerkenne.<ref>Scholz trifft Alijew: Aserbaidschan verspricht mehr Gas. 14. März 2023, abgerufen am 22. Januar 2025.</ref>

Anfang Mai 2023 traf Scholz in Addis Abeba mit dem äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed zusammen, um die Beziehungen zwischen Deutschland und Äthiopien zu normalisieren, die durch den Tigray-Krieg zwischen der äthiopischen Regierung und Rebellen in Tigray belastet worden waren.<ref>Scholz in Äthiopien und Kenia. DW, 3. Mai 2023, abgerufen am 22. Januar 2025.</ref>

Scholz appellierte im Mai 2023 an alle im Zypernkonflikt involvierten Parteien, den Konflikt zu beenden.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Phileleftheros, 26. Mai 2023. Abgerufen am 2. Oktober 2024 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Scholz verurteilte die Aktionen der Hamas während des Nahostkrieges, bekundete seine Unterstützung für Israel und begann, das Land mit militärischer und medizinischer Hilfe zu unterstützen.<ref>Deutscher Bundestag – Olaf Scholz: Deutschland hat nur einen Platz, den Platz an der... Abgerufen am 22. Januar 2025.</ref> Am 17. Oktober 2023 reiste Scholz nach Israel und warnte am selben Tag den Iran und die Hisbollah davor, sich in den Krieg zwischen Israel und Hamas einzumischen.<ref>Scholz warnt Iran vor Einmischung in Israel. 17. Oktober 2023, abgerufen am 22. Januar 2025.</ref> Am 12. November 2023 lehnte Scholz Anrufe nach einem sofortigen Waffenstillstand ab und plädierte stattdessen für „humanitäre Pausen“.<ref>Kanzler Scholz lehnt Waffenstillstand im Gaza-Krieg ab. In: Der Spiegel. 12. November 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 24. April 2025]).</ref>

Im Juni 2024 empfing Scholz den argentinischen Präsidenten Javier Milei in Berlin. Beide sprachen sich für das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen aus. Scholz kritisierte die Handelspolitik der Europäischen Union und forderte Brüssel auf, die Verhandlungen über Freihandelsabkommen zu beschleunigen.<ref>Milei trifft Scholz: Ein Kurzbesuch hinter verschlossenen Türen. Abgerufen am 22. Januar 2025.</ref>

Russischer Überfall auf die Ukraine
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Olaf Scholz und Wladimir Putin in Moskau am 15. Februar 2022
Datei:Зустріч Президента України з президентами Франції та Румунії, а також головами урядів Німеччини та Італії 69.jpg
Olaf Scholz und Emmanuel Macron am 16. Juni 2022 in Kiew
Datei:Prime minister Rishi Sunak attends the NATO Summit in Lithuania (53041237495).jpg
Scholz auf dem NATO-Gipfel in Vilnius am 12. Juli 2023

Wenige Tage vor dem russischen Überfall auf die Ukraine reiste Scholz am 15. Februar 2022 im Rahmen einer starken diplomatischen Initiative zur Verhinderung einer russischen Invasion nach Moskau. Tags zuvor hatte er in Kiew den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Im Gespräch mit Putin bekräftige Scholz seine Bereitschaft zu „sehr weitreichenden und effektiven Sanktionen“ im Falle eines Angriffs auf die Ukraine. Ein zentrales Thema war dabei die Zukunft der Gaspipeline Nord Stream 2, die Scholz in Zusammenhang mit möglichen Sanktionen nur indirekt erwähnte.<ref>Pressekonferenz von Bundeskanzler Scholz und Präsident Putin zum Besuch des Bundeskanzlers in der Russischen Föderation am 15. Februar 2022. Abgerufen am 24. April 2025.</ref><ref>Demian von Osten, ARD Moskau: Entspannungssignale Russlands bei Scholz-Besuch im Kreml. Abgerufen am 24. April 2025.</ref>

Erst zwei Tage vor dem russischen Überfall auf die Ukraine stoppte er am 22. Februar 2022 das Genehmigungsverfahren für die Pipeline, nachdem Russland die selbst ernannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk anerkannt hatte.<ref>Thomas Sigmund, Julian Olk, Dietmar Neuerer, Kathrin Witsch, Catiana Krapp, Moritz Koch, Mathias Brüggmann: „Schwerwiegender Bruch des Völkerrechts“ – Kanzler Scholz stoppt Nord Stream 2 vorerst. In: handelsblatt.com. 22. Februar 2022, abgerufen am 17. Mai 2022.</ref>

Am 22. Februar 2022 stoppte Scholz das Genehmigungsverfahren für die Nord Stream 2-Pipeline als Reaktion auf die Anerkennung von zwei selbst ernannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk in der Ukraine durch Russland.<ref>Oliver Maksan: Nord Stream 2: Kanzler Scholz stoppt Zertifizierungsverfahren. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Februar 2022, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 22. Januar 2025]).</ref> Scholz sprach sich zunächst dagegen aus, die Europäische Union dazu zu bewegen, Russland vom SWIFT-Zahlungssystem abzukoppeln. Diese Position gab er später auf.<ref>Konstantin Zimmermann, dpa, AP: Sanktionen gegen russische Banken: Olaf Scholz bekommt Druck aus der eigenen Partei. In: Die Zeit. 26. Februar 2022, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 22. Januar 2025]).</ref>

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wandte sich Scholz am Abend des 24. Februar 2022 in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung.<ref>Scholz in Fernsehansprache: „Putin wird nicht gewinnen“. In: tagesschau.de. 24. Februar 2022, abgerufen am 25. Februar 2022.</ref> Am 27. Februar 2022 verkündete er in einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages mit der Zeitenwende-Rede einen Wandel in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Der Begriff „Zeitenwende“ wurde zum häufig gebrauchten politischen Schlagwort und zum Wort des Jahres 2022 erklärt. Scholz hatte ihn bereits 2017 in seinem Buch Hoffnungsland verwendet.<ref name="welt-plus242470655">Robin Alexander: Ein Jahr Ampel – In der Multi-Krise wird erkennbar, woran Scholz sich klammert. In: welt.de. 4. Dezember 2022, abgerufen am 22. März 2023 (Paywall).</ref> Bundestag und Bundesrat beschlossen daraufhin ein Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro.<ref>Sondervermögen zur Stärkung der Bundeswehr. Bundesregierung, abgerufen am 4. September 2022.</ref> Hinzu kommen umfangreiche Lieferungen von Panzerhaubitzen, Munition und Flugabwehrraketen aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine.<ref>Minister in Odessa – Pistorius sagt Ukraine Waffenlieferungen im Wert von 500 Millionen Euro zu. In: deutschlandfunk.de. 9. Juni 2024, abgerufen am 1. Juni 2024.</ref>

Der russische Einmarsch machte die Risiken der deutschen Abhängigkeit von russischem Gas deutlich. Am 27. Februar 2022 kündigte Scholz in einer Regierungserklärung an, zwei neue Flüssigerdgasterminals zu bauen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: Deutsche Welle, 3. März 2022. Abgerufen am 2. Oktober 2024 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Scholz weigerte sich zunächst, die deutschen Gasimporte aus Russland mit sofortiger Wirkung zu stoppen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The New York Times, 6. April 2022. Abgerufen am 7. April 2022 (en-US).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Er erklärte jedoch, Deutschland strebe ein Ende der russischen Energieimporte an.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The Guardian, 9. April 2022. Abgerufen am 11. April 2022 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Anfang April 2022 schockierte die Nachricht vom Massaker von Butscha die europäische Öffentlichkeit. Noch im selben Monat änderte Deutschland seine Politik und Scholz kündigte an, dass Deutschland der Ukraine mehr als eine Milliarde Euro für militärische Zwecke zur Verfügung stellen werde.<ref>Scholz: Mehr als eine Milliarde Euro Militärhilfe | tagesschau.de. 5. März 2025, abgerufen am 24. April 2025.</ref> Am 16. Juni 2022 reiste Scholz zusammen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem italienischen Premierminister Mario Draghi und dem rumänischen Präsidenten Klaus Johannis in die ukrainische Hauptstadt Kiew, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu treffen. Sie sprachen über verschiedene Themen, wie den russisch-ukrainischen Krieg und die mögliche Mitgliedschaft der Ukraine in der EU.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Macron, Scholz and Draghi meet Zelenskyy in Kyiv during historic visit.] In: POLITICO. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Dies war eine Kehrtwende von Scholz' bisheriger Haltung, die Ukraine zunächst nicht zu besuchen, nachdem Selenskyj Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für dessen angeblichen Beitrag zur Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen kritisiert hatte.<ref>Sarah Vojta, AFP, dpa, Reuters: Olaf Scholz: Bundeskanzler schließt Kiew-Besuch vorerst aus. In: Die Zeit. 3. Mai 2022, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. April 2025]).</ref>

Für Forderungen von Lieferungen von Kampfpanzern bezüglich der Auslandshilfen für die Ukraine erklärte Scholz im Jahr 2022 mehrmals eine Absage,<ref>Kampfpanzer für die Ukraine: Druck auf den Kanzler wächst. In: tagesschau.de. Abgerufen am 29. September 2022.</ref> bis er im Januar 2023 schließlich doch die Lieferung von 14 Leopard-2-Panzern an die Ukraine beschloss.<ref>Deutschland liefert der Ukraine 14 Kampfpanzer Leopard 2 der Bundeswehr. 22. April 2025, abgerufen am 24. April 2025.</ref>

Deutschland war Stand Februar 2024 nach den USA der zweitgrößte finanzielle Unterstützer der Ukraine weltweit.<ref>Angela Göpfert: Zwei Jahre Krieg: Deutschland, der große Unterstützer der Ukraine? In: tagesschau.de. 27. Februar 2024, abgerufen am 10. März 2024.</ref> Regierungsintern sowie mit den oppositionellen Unionsparteien und mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), der Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Bundestages, gab es seit 2022 divergierende Äußerungen hinsichtlich des Konflikts in der Ukraine (siehe auch Taurus-Kontroverse).<ref>Focus online: Unser Kanzler hat jetzt ein dreifaches „Frauenproblem“. In: Focus online. (focus.de [abgerufen am 14. Februar 2025]).</ref><ref>Jan Schneider: Scholz über Waffenlieferungen / Taurus-Debatte: Kritik am kichernden Kanzler. ZDF heute, 4. Mai 2024. Abruf am selben Tag</ref> Scholz lehnt die Lieferung jener deutschen Marschflugkörper an die Ukraine entschieden ab und blieb auch bei seiner Haltung, als die USA, Frankreich und das Vereinigte Königreich vergleichbare Waffen nicht nur lieferten, sondern der Ukraine auch erlaubten, sie gegen militärische Ziele auf russischen Staatsgebiet einzusetzen.<ref>Alena Kammer, dpa, AFP: Krieg in der Ukraine: Olaf Scholz bleibt bei Nein zu Taurus-Lieferung an Ukraine. In: Die Zeit. 18. November 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 27. November 2024]).</ref><ref>Frankreich erhöht Druck auf Olaf Scholz. In: spiegel.de. 24. November 2024, abgerufen am 27. November 2024.</ref><ref>Scholz: Keine „Taurus“ für die Ukraine. In: dw.com. Deutsche Welle, 18. November 2024, abgerufen am 27. November 2024.</ref> Scholz vertrat damit laut repräsentativer Umfrage die Mehrheitsmeinung der Deutschen.<ref>EU-Parlamentspräsidentin drängt auf Taurus-Lieferung an Kyjiw. In: Der Spiegel. 23. November 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 27. November 2024]).</ref>

Scholz erteilte Ende Mai 2024 der Ukraine die Erlaubnis, mit von Deutschland gelieferten Waffen Ziele in Russland anzugreifen.<ref>Konstantin Zimmermann, dpa, AFP: Ukraine-Krieg: Bundesregierung erlaubt Ukraine Einsatz deutscher Waffen in Russland. In: Die Zeit. 31. Mai 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. April 2025]).</ref> Im Juli 2024 warnte der russische Präsident Wladimir Putin vor einer Raketenkrise im Stil des Kalten Krieges und drohte mit der Stationierung von Langstreckenraketen in Reichweite des Westens, nachdem die USA angekündigt hatten, ab 2026 Langstreckenraketen in Deutschland zu stationieren, die innerhalb von zehn Minuten russisches Territorium erreichen könnten. Scholz unterstützte die Entscheidung, US-Langstreckenraketen in Deutschland zu stationieren.<ref>Warum die USA Raketen in Deutschland stationieren. 11. Juli 2024, abgerufen am 22. Januar 2025.</ref> In einem Telefongespräch im November 2024 drängte Scholz Putin, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen und Gespräche mit dem Ziel eines „gerechten und dauerhaften Friedens“ aufzunehmen. Der Anruf wurde von Selenskyj scharf kritisiert, der darin eine Untergrabung der Bemühungen um eine Isolierung Putins sah.<ref>„Büchse der Pandora“: Selenskyj kritisiert das Telefonat von Scholz mit Putin scharf. 16. November 2024, abgerufen am 24. April 2025.</ref>

Aufgrund seiner wiederholt zögerlichen Haltung in der Frage von Waffenlieferungen an die Ukraine wurde Scholz von Befürwortern der Waffenlieferungen kritisiert. So schrieb der britische Historiker Timothy Garton Ash von „scholzing“; Scholz kommuniziere gute Absichten, um dann im Nachhinein alle erdenklichen Gründe zu nutzen, zu finden oder zu erfinden, um die Umsetzung zu verzögern oder zu verhindern.<ref>„Scholzing“: Englischer Historiker macht sich über Olaf Scholz lustig. In: Berliner Zeitung. 20. Januar 2023, abgerufen am 3. Februar 2022.</ref> Auch das Wall Street Journal und die britische Presse griffen Scholz wegen seiner Ukraine-Politik wiederholt an.<ref>Die Briten verspotten das „Scholzen“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. Januar 2023, abgerufen am 3. Februar 2022.</ref><ref>Das „Wall Street Journal“ zerreißt unseren Kanzler. In: Focus. 30. Januar 2023, abgerufen am 3. Februar 2022.</ref> Im Zeitraum von Januar 2022 bis Januar 2024 war Deutschland allerdings das europäische Land, das der Ukraine die meisten Hilfen zur Verfügung stellte.<ref>Matthias Janson: Infografik: Die Top 10 Unterstützer der Ukraine. In: de.statista.com. 29. Januar 2024, abgerufen am 10. März 2024.</ref>

Bruch der Ampelkoalition

Am 6. November 2024 kündigte Scholz an, dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier die Entlassung von Bundesminister Christian Lindner (FDP) aufgrund von unüberwindbaren Differenzen innerhalb der Bundesregierung vorzuschlagen und mit der Vertrauensfrage vor den Bundestag zu treten.<ref>Statement des Bundeskanzlers zur Entlassung des Finanzministers | Bundesregierung. In: bundeskanzler.de. Bundesregierung, 6. November 2024, abgerufen am 6. November 2024.</ref><ref>Kanzler Scholz will im Januar Vertrauensfrage stellen. In: tagesschau.de. 6. November 2024, abgerufen am 6. November 2024.</ref><ref name=":1">Kanzler Scholz entlässt Finanzminister Lindner. Tagesschau, 6. November 2024, abgerufen am 6. November 2024.</ref><ref>Scholz will im Januar Vertrauensfrage stellen – bittere Abrechnung mit Lindner. In: Rheinische Post. msn.com, 6. November 2023, abgerufen am 6. November 2024.</ref> Seit dem dadurch verursachten Bruch der Ampelkoalition am selben Tag leitete er die zweite rot-grüne Koalition im deutschen Bundestag, erstmals in Form einer Minderheitsregierung.<ref>Das ist die neue Bundesregierung. tagesschau.de, 7. November 2024, Abruf am selben Tag</ref>

Vertrauensfrage

Am 16. Dezember 2024 stellte Scholz im Bundestag die Vertrauensfrage, die er mit 207 Ja-Stimmen und 394 Nein-Stimmen, bei 116 Enthaltungen verlor. Bei der Abstimmung gab es keinen Fraktionszwang. Die Fraktionen stimmten jedoch weitgehend geschlossen ab. Für Scholz stimmte die SPD-Fraktion (201 Abgeordnete) und gegen ihn die Fraktionen der FDP (88 Abgeordnete – zwei FDP-Abgeordnete waren nicht anwesend), der CDU/CSU (196 Abgeordnete), der Linken (26 Abgeordnete) und des BSW (10 Abgeordnete). Alle 115 anwesenden Grünen-Abgeordneten enthielten sich der Stimme. Diese Enthaltung war beschlossen worden, um sicherzustellen, dass die Vertrauensfrage scheiterte, auch wenn Vertreter der Opposition aus taktischen Gründen für Scholz stimmen würden. Der aus der FDP ausgetretene Verkehrs- und Justizminister Volker Wissing stimmte für Scholz. Uneinheitlich war nur das Abstimmungsverhalten der AfD-Fraktion. Hier sprachen die drei AfD-Abgeordneten Christina Baum, Edgar Naujok und Jürgen Pohl Scholz das Vertrauen aus, der frühere AfD-Parteichef Alexander Gauland enthielt sich bei der Abstimmung, 69 AfD-Abgeordnete stimmten gegen Scholz und drei AfD-Abgeordnete waren nicht anwesend.<ref>Wer für Scholz gestimmt hat – und wer nicht. In: tagesschau.de. 16. Dezember 2024, abgerufen am 16. Dezember 2024.</ref><ref>Bundeskanzler Scholz verliert Vertrauensfrage im Bundestag. In: tagesschau.de. 16. Dezember 2024, abgerufen am 16. Dezember 2024.</ref>

Nach der Kanzlerschaft

Nachdem er als Bundeskanzler abgelöst, aber als Abgeordneter wiedergewählt worden war, gab Scholz zunächst ein halbes Jahr keine Interviews, hielt auch keine Bundestagsreden und arbeitete auch in keinen Ausschüssen mit, wie es normalerweise für Abgeordnete üblich wäre.<ref>Daniela Vates: Olaf Scholz: Was macht er nach dem Kanzleramt? 24. April 2025, abgerufen am 8. November 2025.</ref> Das ZDF sprach von „Bundestag light für Olaf Scholz“.<ref>Ein Jahr Ampel-Aus: Das machen die Ex-Spitzenpolitiker heute. 6. November 2025, abgerufen am 8. November 2025.</ref> Im November 2025 sprach Scholz dann erstmals in einem Interview mit der Zeit über seine Ausrichtung als nunmehr einfacher Bundestagsabgeordneter und seine künftigen Vorhaben. Er plane zum Erfolg der neuen Regierung beizutragen. Er selbst habe sich vorgenommen, regelmäßig zu publizieren, nicht nur Erinnerungen, sondern etwa auch dazu, was der Aufstieg der Staaten des globalen Südens für die Weltordnung bedeute.<ref>„Es war die Ehre meines Lebens“. Olaf Scholz meldet sich zurück – mit Plänen für die Zeit nach dem Amt, einer Vision für das Land und einer Botschaft für Friedrich Merz. Interview in Die Zeit (Tina Hildebrandt und Mark Schieritz), 13. November 2025, S. 2.</ref> Zudem veröffentlichte Scholz Ende November 2025 in der Zeit in einem Gastbeitrag eine Rezension über Heinrich August Winklers Buch Warum es so gekommen ist.<ref>Olaf Scholz: „Warum es so gekommen ist“: Der Westen, eine große Idee. In: zeit.de. 29. November 2025, abgerufen am 5. Dezember 2025.</ref>

Im Februar 2026 gab Scholz bekannt, dass er begonnen habe, seine Autobiographie zu schreiben.<ref>»Habe schon angefangen« – Scholz will Autobiografie schreiben. In: spiegel.de. 25. Februar 2026, abgerufen am 3. März 2026.</ref>

Politische Positionen

Olaf Scholz wird heute dem politisch eher rechten Flügel der SPD zugerechnet.<ref>Stefan Reinecke und Ulrich Schulte: Die zweite erste Reihe. In: Die Tageszeitung, 23./24. Juli 2016 („Scholz, wirtschaftsnah und rechter Flügelmann, steht treu zur Agenda 2010.“).</ref><ref>Matthias Iken: Ist Olaf Scholz auf dem Gipfel der Macht? In: abendblatt.de. 25. April 2014, abgerufen am 11. April 2023.</ref>

Russland

Als Bundesfinanzminister verteidigte Scholz lange Zeit den Bau der Pipeline Nord Stream 2, die er im September 2020 als rein privatwirtschaftliches Projekt bezeichnete. Er stellte sich gegen Sanktionen und fügte hinzu, Deutschland mache sich durch die Pipeline, die russisches Gas nach Westeuropa bringen sollte, nicht von Russland abhängig.<ref>Scholz: Deutschland macht sich durch Nord Stream 2 nicht abhängig von Russland. In: handelsblatt.com. 21. September 2020, abgerufen am 17. Mai 2022.</ref> Die Gasversorgung Deutschlands sei „sehr diversifiziert“. Auch als Kanzler bezeichnete Scholz die Pipeline zunächst als „privatwirtschaftliches Vorhaben“, das unabhängig von den aktuellen Beziehungen zu Russland beurteilt werde. Der Koalitionspartner Die Grünen kritisierte die Aussage.<ref>Scharfe Kritik von Grünen an Scholz-Aussagen zu Nord Stream 2. In: Der Tagesspiegel. 17. Dezember 2021, abgerufen am 17. Dezember 2021.</ref> Zur Verteidigung des ehemaligen SPD-Bundeskanzlers Schröder führte er aus: „Gerhard Schröder hat große Leistungen für unser Land erbracht. Was er nun in seinem Berufsleben macht, ist ja keine Frage, die wir in irgendwelchen SPD-Vorstandssitzungen zu diskutieren haben.“<ref>Scholz lehnt Stopp für Nord Stream 2 wegen Kampfgiftanschlag auf Nawalny ab. In: augsburger-allgemeine.de. 22. September 2020, abgerufen am 17. Mai 2022.</ref>

Sozialpolitik

Während der Kanzlerschaft Gerhard Schröders (1998 bis 2005) befürwortete er dessen Reformpolitik und wurde dem Kreis der „Schröderianer“ und „Pragmatiker“<ref>FAZ.net vom 25. September 2002: Olaf Scholz: Schröders neuer General (Porträt).</ref> zugerechnet. Scholz bezeichnete die Pläne zur Agenda 2010 im März 2003 als „sozialdemokratische Politik“ sowie als „vernünftig, ausgewogen und deshalb auch zulässig“.<ref>„Was jetzt vorliegt, ist verlässlich“ Tagesspiegel vom 17. März 2003.</ref> Als Arbeitsminister in der großen Koalition 2005–2009 half er maßgeblich mit, das Rentenalter auf 67 zu erhöhen.<ref>Susanne Höll / Sueddeutsche.de 28. Februar 2011: SPD im Aufwind – Frühlingsgefühle bei den Sozialdemokraten.</ref> 2007 wollte Scholz an verschärften Zumutbarkeitsregeln für Arbeitslose festhalten und lehnte Forderungen der SPD-Parteilinken nach einer generellen Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze ab. Damals erklärte Scholz, den Kern der Agenda-Reformen gegen Kritik von Gewerkschaften und aus der eigenen Parteibasis verteidigen zu wollen.

2021 stellte er sich gegen Vorschläge des CDU-geführten Wirtschaftsministeriums, das Rentenalter auf 68 Jahre anzuheben.<ref>Zacharias Zacharakis: Olaf Scholz lehnt höheres Renteneintrittsalter ab. In: Zeit Online. 8. Juli 2021, abgerufen am 13. Juli 2021.</ref> Außerdem forderte er, das Rentenniveau mit Hilfe von Steuerzuschüssen nicht wie bisher nur bis 2025, sondern bis ins Jahr 2040 auf 48 Prozent zu stabilisieren.<ref>Albert Funk: Wie Olaf Scholz seine Rentengarantie finanzieren will. In: Tagesspiegel. Abgerufen am 13. Juli 2021.</ref> Scholz äußerte hierzu: „Wenn es in Deutschland viele Jobs mit ordentlichen Löhnen gibt, ist die Rente sicher.“<ref>SPD-Kanzlerkandidat: Olaf Scholz verspricht stabiles Rentenniveau und will Spitzensteuersatz anheben. Abgerufen am 13. Juli 2021.</ref>

Familienpolitik

Als Generalsekretär setzte sich Scholz 2002 für einen Ausbau der Ganztagsbetreuung für Kinder ein. Konkret sollte jedes fünfte Kind unter drei Jahren einen Krippenplatz erhalten und die Ganztagsschulen ausgebaut werden.<ref>Lufthoheit über Kinderbetten. In: welt.de. 10. November 2002, abgerufen am 9. Juni 2021.</ref> Während der COVID-19-Pandemie setzte er einen Kinderbonus durch (2020 in Höhe von 300 Euro pro Kind, 2021 von 150 Euro, 2022 von 100 Euro).<ref>Scholz will 300 Euro pro Kind auszahlen. In: n-tv.de. 22. Mai 2020, abgerufen am 9. Juni 2021.</ref><ref>Kinderbonus : Anspruch, Auszahlung, Höhe | Bundesagentur für Arbeit. Abgerufen am 22. November 2024.</ref>

Mindestlohn

Nachdem er 2006 mit der SPD für die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes von etwa 6,50 Euro eingetreten war und seine Partei damit am Widerstand der CDU scheiterte, setzte er sich ab 2007 als Arbeitsminister für einen Mindestlohn durch die Aufnahme von Branchen im Arbeitnehmer-Entsendegesetz ein.<ref name="faz-1514815">Nur wenige Branchen wollen den Mindestlohn. In: FAZ.net. 31. März 2008, abgerufen am 13. Mai 2020.</ref> Nach Einführung des Mindestlohngesetzes forderte er während der Jamaika-Sondierungsgespräche 2017 eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro.<ref name="SPON-1176319">Michael Sauga: Olaf Scholz (SPD) will Mindestlohn auf 12 Euro anheben. In: Spiegel Online. 3. November 2017, abgerufen am 13. Mai 2020.</ref>

Finanzpolitik

Scholz fordert seit einigen Jahren eine Finanztransaktionssteuer. Experten kritisierten, dass damit ihrer Ansicht nach vor allem Kleinaktionäre getroffen würden.<ref>Angriff auf die Mittelschicht: Warum Olaf Scholz' Aktiensteuer eine schlechte Idee ist. In: Stern.de. 15. Oktober 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref><ref>Daniel Eckert: Aktiensteuer: Finanzexperten kritisieren Pläne von Olaf Scholz. 9. September 2019 (Online [abgerufen am 9. Dezember 2019]).</ref><ref>Thorsten Mumme: Olaf Scholz, der Anti-Aktionär. In: Der Tagesspiegel. 13. Oktober 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref><ref>Focus Online: Scholz will uns Jungen die letzte Möglichkeit des Sparens nehmen. In: Focus Online. 23. Juni 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref> Im Dezember 2019 forcierte er die Einführung dieser Steuer auf EU-Ebene. Nach dem Entwurf sollen Aktienkäufe, deren Unternehmen mindestens eine Milliarde Euro wert sind, besteuert werden.<ref>Medienbericht: Scholz legt offenbar Gesetzentwurf für Börsensteuer vor. In: Spiegel Online. 9. Dezember 2019 (Online [abgerufen am 9. Dezember 2019]).</ref> Hermann-Josef Tenhagen kritisierte diese Version der Transaktionssteuer, weil die dahinter stehende Idee, Reichere stärker zu besteuern, faktisch ins Gegenteil verkehrt werde.<ref name="SPON-1301113">Hermann-Josef Tenhagen: Finanztransaktionssteuer: Olaf Scholz zerstört eine gute Idee. In: Der Spiegel (online). 14. Dezember 2019, abgerufen am 13. Mai 2020.</ref> Ein durch die Bundesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten des Instituts für Weltwirtschaft bestätigte 2020 die diesbezüglichen Kritikpunkte Tenhagens.<ref name="SPON-431f9ca60b4c">dab/AFP: Forscher sehen gravierende Schwächen bei Finanztransaktionsteuer. In: Der Spiegel (online). 5. März 2020, abgerufen am 13. Mai 2020.</ref>

Seit 2018<ref>Olaf Scholz triumphiert in Venedig – aber hilft ihm das beim Kampf ums Kanzleramt? In: handelsblatt.de. 11. Juli 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.</ref> setzt sich Scholz für eine globale Mindeststeuer ein, die weltweit immer niedrigere Steuersätze verhindern soll. Im Sommer 2021 stimmten zunächst 131 Länder unter dem Dach der Industriestaaten-Organisation OECD zu, Anfang Juli 2021 einigten sich die G20-Staaten.<ref>G20 unterstützen globale Mindeststeuer. In: tagesschau.de. 10. Juli 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.</ref> Die Einigung wurde zu großen Teilen auf die Arbeit von Scholz zurückgeführt.<ref>Olaf Scholz triumphiert in Venedig – aber hilft ihm das beim Kampf ums Kanzleramt? In: handelsblatt.de. 11. Juli 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.</ref>

Umwelt- und Klimapolitik

Scholz verhandelte im September 2019 in maßgeblicher Rolle für die SPD das Klimapaket, das er als „großen Wurf“ pries,<ref>„Ein großer Wurf“. In: ZDF. 20. September 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref> wohingegen Klimawissenschaftler das Ergebnis nahezu einmütig als nicht ausreichend kritisierten.<ref>Großer Wurf?: Wissenschaftler kritisieren deutsches Klimapaket. 21. September 2019, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 9. Dezember 2019]).</ref><ref>Susanne Götze: Wissenschaftler zum Klimapaket der Bundesregierung: Gute Nacht. In: Spiegel Online. 20. September 2019 (Online [abgerufen am 9. Dezember 2019]).</ref><ref>Mojib Latif: Kritik an Bundesregierung – Latif: Klimapaket verdient den Namen nicht. In: Deutschlandfunk. 26. September 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref><ref>Christian Endt: Klimapaket: Wissenschaftler finden CO2-Preis zu niedrig. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref> 2020 schlug er der US-amerikanischen Regierung vor, Flüssiggas-Terminals in Norddeutschland zu fördern, wenn im Gegenzug der Widerstand gegen die Pipeline Nord Stream 2 aufgegeben würde.<ref>Kurt Stukenberg: Gasimport + Gasimport = Klimaschutz. Der Spiegel, 12. Februar 2021, abgerufen am 14. Februar 2021.</ref>

Das von Svenja Schulze und Olaf Scholz in das Kabinett eingebrachte, überarbeitete Klimaschutzgesetz sieht eine Minderung der CO2-Emissionen um 65 Prozent bis 2030, eine Minderung um 88 Prozent bis 2040 und Klimaneutralität bis 2045 vor.<ref>Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein. In: heute.de. 5. Mai 2021, abgerufen am 10. Juni 2021.</ref>

Im Mai 2021 schlug Scholz die Gründung eines internationalen Klimaklubs vor, der der Herausarbeitung gemeinsamer Mindeststandards für klimapolitische Maßnahmen und einem koordinierten Vorgehen dienen soll. Zudem sollen unter Mitgliedern einheitliche Regeln bei der CO2-Bilanzierung der Güter gelten.<ref>Gemeinsame Ziele und Standards: Scholz will internationalen Klimaclub gründen. In: rnd.de. 18. Mai 2021, abgerufen am 14. Juni 2021.</ref>

Trivia

Datei:Olaf Scholz mit Aktentasche 2018.jpeg
Scholz mit seiner Aktentasche (2018)
Datei:Chris Coons and Olaf Scholz 2024.jpg
Olaf Scholz und der ihm ähnelnde Chris Coons 2024 bei einem Treffen während eines Amerikabesuchs des deutschen Bundeskanzlers

Wegen seiner automatisiert und mechanisch wirkenden Wortwahl und Sprechmelodie in Pressekonferenzen wurde Scholz von Medien (zuerst von Jan Roß in der Zeit vom 13. März 2003) als „Scholzomat“ tituliert. Er äußerte 2013 dazu, er habe die Zuschreibung als „sehr treffend“ empfunden.<ref>M.Brost, P. Dausend: Olaf Scholz: Ich war der „Scholzomat“. In: Zeit 26/2013 (zeit.de).</ref>

2011 hatte Scholz einen Gastauftritt in der Improvisationscomedy-Sendung Dittsche.<ref>Olaf Scholz machte bei Dittsche mit. In: B.Z. 16. Mai 2011 (bz-berlin.de).</ref>

2021 wurde Scholz in der satirischen Puppenserie Spitting Image als Schlumpf dargestellt. Die Figur bezieht sich auf eine Äußerung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder während einer Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Politik im März 2021.<ref>Spitting Image: Darum wird Olaf Scholz zum Schlumpf. Abgerufen am 4. Januar 2022.</ref> Söder sagte zu Scholz, er solle nicht „schlumpfig herumgrinsen“.<ref>Söder geht Scholz auf Corona-Gipfel an: „Sie müssen gar nicht so schlumpfig herumgrinsen“. In: tagesspiegel.de. 4. März 2021, abgerufen am 4. Januar 2022.</ref>

Im November 2022 wurde als Geschenk der thailändischen Regierung eine neu gezüchtete Orchideenart auf den Namen Renanthera Olaf Scholz getauft.<ref>Warum eine Orchidee den Namen von Olaf Scholz trägt. In: Rheinische Post. 14. November 2022, abgerufen am 15. November 2022.</ref>

Mediale Aufmerksamkeit erhielt Scholz’ schwarze lederne Aktentasche der norddeutschen Marke Bree. Er kaufte sie nach eigenen Angaben während des Referendariats, führt sie auch im Urlaub mit sich und bewahrt darin sein SPD-Parteibuch auf.<ref>Melanie Amann, Martin Knobbe: Seite um Seite. In: Der Spiegel. 3. Dezember 2022, S. 24.</ref> Auch das erste Video auf Scholzens TikTok-Kanal im April 2024 handelte von seiner Aktentasche.<ref>Stefan Kuzmany: (S+) Olaf Scholz auf TikTok: Der treueste Freund des Kanzlers. In: Der Spiegel. 16. April 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. April 2024]): „Kanzler Scholz ist seit Neuestem auf TikTok präsent. Das erfolgreichste Video bisher: eine Vorstellung seiner Aktentasche.“</ref><ref>jo: Kritik an TikTok-Auftritt des Bundeskanzlers. In: c’t. Nr. 10, 3. Mai 2024, S. 36: „Der Start des Bundeskanzler-Accounts war jedenfalls schon mal erfolgreich: Der ‚What’s in my bag‘-Einblick über Scholz’ Aktentasche erreichte bis Redaktionsschluss rund 3,6 Millionen Views.“</ref>

Im September 2023 stolperte Scholz beim Joggen und zog sich dabei eine Augenverletzung zu, wegen der er aus medizinischen Gründen eine Augenklappe tragen musste. Mit einem Porträtfoto, das auf seinem Instagram-Account veröffentlicht wurde, initiierte er eine Reihe von Memes zu dem Unfall und zu seinem Aussehen.<ref>Laura Albermann: Olaf Scholz mit Augenklappe: Foto vom Kanzler wird zu Memes. In: FAZ.net. 5. September 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. September 2023]).</ref>

Mehrfach fand Scholz’ Ähnlichkeit mit dem Senator für den Bundesstaat Delaware Chris Coons Erwähnung. Scholz kommentierte anlässlich eines Treffens im Februar 2024: „Great to see my Doppelgänger again“ (Deutsch: „Schön, meinen Doppelgänger wiederzusehen“).<ref>Georg Schwarte: Der Kanzler in Washington: Von Doppelgängern und etwas Liebe. Abgerufen am 10. Februar 2024.</ref><ref>@senatorchriscoons: Posting. In: Instagram. 18. Januar 2023, abgerufen am 10. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Auszeichnungen und Ehrungen

Auszeichnungen nichtstaatlicher Organisationen

Kabinette

Literatur

  • Daniel Brössler: Ein deutscher Kanzler. Olaf Scholz, der Krieg und die Angst. Propyläen, Berlin 2024, ISBN 978-3-549-10076-9.
  • Lars Haider: Olaf Scholz. Der Weg zur Macht. Klartext, Essen 2021, ISBN 3-8375-2489-2.
  • Mark Schieritz: Olaf Scholz. Wer ist unser Kanzler? S. Fischer, Frankfurt a. M. 2022, ISBN 978-3-10-397158-3.
  • Oliver Schröm, Oliver Hollenstein: Die Akte Scholz. Der Kanzler, das Geld und die Macht. Ch. Links Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-96289-177-0.

Schriften (Auswahl)

  • You’ll never walk alone. Das sozialdemokratische Projekt in der globalisierten Welt“. In: Matthias Platzeck (Hrsg.): Auf der Höhe der Zeit: Soziale Demokratie und Fortschritt im 21. Jahrhundert. Vorwärts Buch, 2007, ISBN 978-3-86602-629-2, S. 47–51.
  • Die Auswirkungen der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs auf das Arbeitsrecht der Mitgliedstaaten. In: Ulrich Becker, Olaf Scholz (Hrsg.): Studien aus dem Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik. Nr. 46. Nomos, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8452-1916-5, doi:10.5771/9783845219165 (verfügbar unter CC-BY 4.0).
  • Hoffnungsland. Eine neue deutsche Wirklichkeit. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-455-00113-6.
  • Die globale Zeitenwende. Wie ein neuer Kalter Krieg in einer multipolaren Ära vermieden werden kann. In: Foreign Affairs. Band 102, Nr. 1, 5. Dezember 2022 (foreignaffairs.com [abgerufen am 7. Dezember 2022] deutsche Fassung des Aufsatzes: The Global Zeitenwende. How to Avoid a New Cold War in a Multipolar Era).<ref name=":2">Peter Neumann: Der Aufsatzkanzler. In: Die Zeit. 12. Januar 2023, S. 48 (Rezension).</ref>
  • Eine Frage des Respekts. Grundlagen des Vertrauens in Gesellschaft und Staat. In: Susanne Fischer, Gerd Hankel, Wolfgang Knöbl (Hrsg.): Die Gegenwart der Gewalt und die Macht der Aufklärung. Festschrift für Jan Philipp Reemtsma. Band 2. zu Klampen Verlag, Springe 2022, ISBN 978-3-86674-839-2, S. 458–468.<ref name=":2" />

Podcast

  • Helmut Stubbe da Luz: Ist Schmidt ein Vorbild für Scholz? Reihe: „Das Scholz-Update“, Funke-Mediengruppe, 22. Mai 2024.

Weblinks

Commons: Olaf Scholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Konrad Adenauer (CDU, 1949–1963) | Ludwig Erhard (CDU, 1963–1966) | Kurt Georg Kiesinger (CDU, 1966–1969) | Willy Brandt (SPD, 1969–1974) | Helmut Schmidt (SPD, 1974–1982) | Helmut Kohl (CDU, 1982–1998) | Gerhard Schröder (SPD, 1998–2005) | Angela Merkel (CDU, 2005–2021) | Olaf Scholz (SPD, 2021–2025) | Friedrich Merz (CDU, seit 2025)

siehe auch: Reichskanzler seit 1871

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Werner von Melle (1919) | Friedrich Sthamer (1919–1920) | Arnold Diestel (1920–1924) | Carl Wilhelm Petersen (1924–1929/1932–1933) | Rudolf Roß (1930–1931) | Carl Vincent Krogmann (1933–1945) | Rudolf Petersen (1945–1946) | Max Brauer (1946–1953/1957–1960) | Kurt Sieveking (1953–1957) | Paul Nevermann (1961–1965) | Herbert Weichmann (1965–1971) | Peter Schulz (1971–1974) | Hans-Ulrich Klose (1974–1981) | Klaus von Dohnanyi (1981–1988) | Henning Voscherau (1988–1997) | Ortwin Runde (1997–2001) | Ole von Beust (2001–2010) | Christoph Ahlhaus (2010–2011) | Olaf Scholz (2011–2018) | Peter Tschentscher (seit 2018)

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Fritz Schäffer (CSU, 1949–1957) | Franz Etzel (CDU, 1957–1961) | Heinz Starke (FDP, 1961–1962) | Rolf Dahlgrün (FDP, 1962–1966) | Kurt Schmücker (CDU, 1966) | Franz Josef Strauß (CSU, 1966–1969) | Alex Möller (SPD, 1969–1971) | Karl Schiller (SPD, 1971–1972) | Helmut Schmidt (SPD, 1972–1974) | Hans Apel (SPD, 1974–1978) | Hans Matthöfer (SPD, 1978–1982) | Manfred Lahnstein (SPD, 1982) | Gerhard Stoltenberg (CDU, 1982–1989) | Theo Waigel (CSU, 1989–1998) | Oskar Lafontaine (SPD, 1998–1999) | Werner Müller (parteilos, komm. 1999) | Hans Eichel (SPD, 1999–2005) | Peer Steinbrück (SPD, 2005–2009) | Wolfgang Schäuble (CDU, 2009–2017) | Peter Altmaier (CDU, komm. 2017–2018) | Olaf Scholz (SPD, 2018–2021) | Christian Lindner (FDP, 2021–2024) | Jörg Kukies (SPD, 2024–2025) | Lars Klingbeil (SPD, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Anton Storch (CDU, 1949–1957) | Theodor Blank (CDU, 1957–1965) | Hans Katzer (CDU, 1965–1969) | Walter Arendt (SPD, 1969–1976) | Herbert Ehrenberg (SPD, 1976–1982) | Heinz Westphal (SPD, 1982) | Norbert Blüm (CDU, 1982–1998) | Walter Riester (SPD, 1998–2002) | 2002–2005: Wolfgang Clement (SPD, Arbeit) | Ulla Schmidt (SPD, Soziales) | Franz Müntefering (SPD, 2005–2007) | Olaf Scholz (SPD, 2007–2009) | Franz Josef Jung (CDU, 2009) | Ursula von der Leyen (CDU, 2009–2013) | Andrea Nahles (SPD, 2013–2017) | Hubertus Heil (SPD, 2018–2025) | Bärbel Bas (SPD, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Franz Blücher (FDP/FVP, 1949–1957) | Ludwig Erhard (CDU, 1957–1963) | Erich Mende (FDP, 1963–1966) | Hans-Christoph Seebohm (CDU, 1966) | Willy Brandt (SPD, 1966–1969) | Walter Scheel (FDP, 1969–1974) | Hans-Dietrich Genscher (FDP, 1974–1982) | Egon Franke (SPD, 1982) | Hans-Dietrich Genscher (FDP, 1982–1992) | Jürgen Möllemann (FDP, 1992–1993) | Klaus Kinkel (FDP, 1993–1998) | Joschka Fischer (Grüne, 1998–2005) | Franz Müntefering (SPD, 2005–2007) | Frank-Walter Steinmeier (SPD, 2007–2009) | Guido Westerwelle (FDP, 2009–2011) | Philipp Rösler (FDP, 2011–2013) | Sigmar Gabriel (SPD, 2013–2018) | Olaf Scholz (SPD, 2018–2021) | Robert Habeck (Grüne, 2021–2025) | Lars Klingbeil (SPD, seit 2025)

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Angela Merkel (CDU) | Frank-Walter Steinmeier (SPD) | Franz Müntefering (SPD, bis 21. November 2007) | Olaf Scholz (SPD, ab 21. November 2007) | Wolfgang Schäuble (CDU) | Brigitte Zypries (SPD) | Peer Steinbrück (SPD) | Michael Glos (CSU, bis 10. Februar 2009) | Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, ab 10. Februar 2009) | Horst Seehofer (CSU, bis 27. Oktober 2008) | Ilse Aigner (CSU, ab 31. Oktober 2008) | Franz Josef Jung (CDU) | Ursula von der Leyen (CDU) | Ulla Schmidt (SPD) | Wolfgang Tiefensee (SPD) | Sigmar Gabriel (SPD) | Annette Schavan (CDU) | Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) | Thomas de Maizière (CDU)

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Angela Merkel (CDU) | Olaf Scholz (SPD) | Heiko Maas (SPD) | Horst Seehofer (CSU) | Katarina Barley (SPD, bis 27. Juni 2019) | Christine Lambrecht (SPD, ab 27. Juni 2019) | Peter Altmaier (CDU) | Hubertus Heil (SPD) | Julia Klöckner (CDU) | Ursula von der Leyen (CDU, bis 17. Juli 2019) | Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, ab 17. Juli 2019) | Franziska Giffey (SPD, bis 20. Mai 2021) | Jens Spahn (CDU) | Andreas Scheuer (CSU) | Svenja Schulze (SPD) | Anja Karliczek (CDU) | Gerd Müller (CSU) | Helge Braun (CDU)

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Franz Müntefering (1999–2002) | Olaf Scholz (2002–2004) | Klaus Uwe Benneter (2004–2005) | Hubertus Heil (2005–2009) | Andrea Nahles (2009–2014) | Yasmin Fahimi (2014–2015) | Katarina Barley (2015–2017) | Hubertus Heil (2017) | Lars Klingbeil (2017–2021) | Kevin Kühnert (2021–2024) | Matthias Miersch (2024–2025; kommissarisch) | Tim Klüssendorf (seit 2025)

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Heinrich Stubbe (1906–1919) | Max Leuteritz (1919–1928) | Karl Meitmann (1928–1933 und 1946–1952) | Karl Vittinghoff (1952–1966) | Paul Nevermann (1966–1970) | Oswald Paulig (1970–1980) | Werner Staak (1980–1981) | Jörg König (1981–1983) | Ortwin Runde (1983–1988) | Traute Müller (1988–1991) | Helmuth Frahm (1991–1994) | Jörg Kuhbier (1994–2000) | Olaf Scholz (2000–2004) | Mathias Petersen (2004–2007) | Ingo Egloff (2007–2009) | Olaf Scholz (2009–2018) | Melanie Leonhard (seit 2018) | Nils Weiland (seit 2021)

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Axel Springer (1978) | Fred W. Lessing (1980) | Fred Grubel (1995) | Ernst Cramer (1996) | Helmut Sonnenfeldt (1997) | George L. Mosse (1998) | W. Michael Blumenthal (1999) | Edgar Bronfman (2000) | Johannes Rau (2001) | Ruth Westheimer (2002) | Daniel Libeskind (2003) | Fritz Stern (2004) | Otto Schily (2005) | James Wolfensohn (2006) | Mathias Döpfner (2007) | Wolfgang Ischinger (2008) | Joschka Fischer (2009) | Kurt Masur (2010) | Angela Merkel (2010) | Anselm Kiefer (2011) | Margarethe von Trotta (2012) | Stuart E. Eizenstat (2013) | Joachim Gauck (2014) | Ismar Schorsch (2015) | Robert M. Morgenthau (2016) | Max Warburg (2017) | Huberta von Voss-Wittig und Peter Wittig (2018) | Martha Minow (2019) | Ronald B. Sobel (2020) | Frank-Walter Steinmeier (2021) | Amy Gutmann (2022) | Mandy Patinkin, Kathryn Grody und Bernie Blum (2023) | Shulamit Reinharz und Jehuda Reinharz (2024) | Wolf Blitzer und Kati Marton (2025) | Olaf Scholz (2026) Vorlage:Klappleiste/Ende

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