Wolfartswinden
Wolfartswinden Kreisfreie Stadt Ansbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(92)&title=Wolfartswinden 49° 15′ N, 10° 38′ O
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| Höhe: | 450–463 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 92 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987" /> | |||||
| Postleitzahl: | 91522 | |||||
| Vorwahl: | 0981 | |||||
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Wolfartswinden (fränkisch: Wolfats-wínn<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 206. Dort folgendermaßen transkribiert: „wolfətswín“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Wolfartswinden liegt in der Gemarkung Brodswinden.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Das Dorf liegt am Büchenbach, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat. Östlich schließt sich das Waldgebiet Egerten an, 0,75 km südöstlich liegt das Waldgebiet Keferloh, 0,5 km westlich liegt das Schellenholz. Unmittelbar westlich befindet sich das Gewerbegebiet „Brodswinden-Ost“. Über Gemeindeverbindungsstraßen gelangt man nach Gösseldorf (0,5 km südlich), nach Ratzenwinden (0,8 km nördlich) und über Brodswinden zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 13 (3,5 km westlich). Durch den Ort führt die Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Im Jahre 911 wurde von König Konrad I. auf dem Reichstag zu Forchheim beschlossen, Wenden aus dem Maingebiet dem Gumbertuskloster Ansbach zuzuweisen. Diese wurden im 10. Jahrhundert in einem Ring um Ansbach angesiedelt. Der Ort wurde im Jahr 1166 mit dem Namen „Wolfarteswinedin“ erstmals urkundlich erwähnt. Am Grundwort „–winden“ ist erkennbar, dass es sich bei diesem Ort um eine solche Wendensiedlung handelt. Das Bestimmungswort ist Wolfhard, der Personenname des Gründers der Siedlung.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 205 f.</ref>
Das Kloster Heilsbronn erwarb dort ein Anwesen, das während des Dreißigjährigen Kriegs 1634 abbrannte und dessen Besitzer dabei starb.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 482.</ref>
Laut dem 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 bildete Wolfartswinden mit Gösseldorf eine Realgemeinde. In Wolfartswinden gab es drei Mannschaften. Zwei Anwesen unterstanden dem Verwalteramt Merkendorf und ein Anwesen dem Bürgermeister und Rat zu Ansbach. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach inne.<ref>Staatsarchiv Nürnberg: Ansbacher Salbuch. 129, 4449. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 695.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wolfartswinden 6 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach inne. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Stiftsamt Ansbach: 2 Halbhöfe, 1 Leerhaus; Ansbacher Rat: 1 Halbhof; Verwalteramt Merkendorf: 2 Halbhöfe).<ref name="J931">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 931f.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J980">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 980f.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wolfartswinden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.<ref name="J980"/><ref>Ansbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 17. März 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Brodswinden) gepfarrt.<ref name="J931"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/> Der westliche Teil des Orts wechselte zum 1. Januar 2026 in das Bistum Eichstätt.<ref>Bistumsgrenze wird verschoben. In: st-ludwig-ansbach.de. 22. Dezember 2025, abgerufen am 1. Januar 2026.</ref>
Literatur
- Vorlage:Biernoth Ansbach
- Johann Kaspar Bundschuh: Wolfartswinden, Wolfertswinden. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 281 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Wolfarthswinden, Wolfertswinden. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 965 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 205–206.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 482 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Wolfartswinden in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Wolfartswinden im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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