Meinhardswinden
Meinhardswinden Kreisfreie Stadt Ansbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(130)&title=Meinhardswinden 49° 17′ N, 10° 34′ O
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| Höhe: | 460 (455–480) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 130 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91522 | |||||
| Vorwahl: | 0981 | |||||
Meinhardswinden ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Meinhardswinden liegt in der Gemarkung Bernhardswinden.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Das Pfarrdorf ist von drei Seiten (im Westen, Norden und Osten) vom großen Waldgebiet der Feuchtlach umgeben. Südwestlich des Orts entspringt der Meinhardswindener Graben, ein linker Zufluss des Silberbachs. 0,5 km östlich liegt der Pfaffenbuck. Dort entspringt der Feuchtlachgraben, ein linker Zufluss des Silberbachs. Im Süden liegt das Gsendnersfeld.
Die Kreisstraße ANs 3 führt nach Ansbach (1,3 km nordöstlich) bzw. Bernhardswinden (1,7 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kurzendorf (1,8 km südwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
911 wurde von König Konrad I. auf dem Reichstag zu Forchheim beschlossen, Wenden aus dem Maingebiet dem St. Gumbertuskloster Ansbach zuzuweisen. Diese wurden im 10. Jahrhundert in einem Ring um Ansbach angesiedelt. Meinhardswinden gilt als die letzte Ortsgründung für dieses Gebiet. Im Testament des Wolfram von Dornberg wurde der Ort 1288 erstmals als „Minhartswinden“ urkundlich erwähnt. Am Grundwort „–winden“ ist bereits erkennbar, dass es sich bei diesem Ort um eine solche Wendensiedlung handelt. Das Bestimmungswort ist Meinhard bzw. Meginhard, der Personenname des Gründers.<ref name="Biernoth">A. Biernoth: 25 Jahre Eingemeindungen in die Stadt Ansbach. [Seitenangaben fehlen]</ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Meinhardswinden ein Gemeindehirtenhaus und zehn Mannschaften verzeichnet (3 Höfe, 5 Güter, 1 Gütlein, 1 Häuslein). Alle Anwesen hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2215. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 687.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Meinhardswinden 16 Anwesen (1 Hof, 5 Halbhöfe, 5 Köblergüter, 1 Söldengüter, 4 Leerhäuser). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. hatte das Hofkastenamt Ansbach inne. Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).<ref name="J885">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 885.</ref><ref>Nach Johann Bernhard Fischer: Mainhardswinden. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 21 (Digitalisat). gab es 13 Untertansfamilien.</ref><ref>Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 411, gab es 14 Untertansfamilien.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 978.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Meinhardswinden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Am 20. September 1860 wurde Meinhardswinden in die neu gebildete Gemeinde Bernhardswinden umgemeindet.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 946 f.</ref>
Am 9. April 1911 wurde durch Brandstiftung die 1000 Jahre alte Eiche niedergebrannt. Nach diesem uralten Baum wurde später eine Gastwirtschaft benannt.
Ab den 1930er Jahren entstand im Rahmen des Reichsheimstätten-Baus eine Siedlung bei Meinhardswinden. Nach dem Kriegsende entschloss sich die Stadt Ansbach wegen der großen Wohnungsnot vier weitere Baracken mit zwölf Wohnungen zu errichten. 1949 begann unter der Leitung von Wilhelm Kugler der Bau der Eisenbahnersiedlung an der Finkenstraße. Die Josefsstiftung der Erzdiözese Bamberg errichtete ab 1949 weitere acht Wohnhäuser mit 18 Wohnungen. Schließlich baute 1955 der Bund der Kinderreichen im deutschen Familienverband 18 Einfamilien- und Reihenhäuser. Die Siedlung Meinhardswinden (237 Einwohner) wurde bereits im Oktober 1950 nach Ansbach eingemeindet.<ref name="Biernoth"/> Das Dorf wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972 nach Ansbach eingemeindet.<ref>Ansbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 17. März 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt,<ref name="J885"/> seit 1961 gehören sie zur Pfarrei Christuskirche (Meinhardswinden). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt und gehören zu deren Filialkirchengemeinde Unsere Liebe Frau (Meinhardswinden).<ref name="OV 1961"/>
Vereine
- SV Meinhardswinden (Fußball)
Bildungseinrichtungen
- evangelisch-lutherischer Kindergarten der Christuskirche
- Waldschule (Grundschule), 1954 wurde die Schule gebaut
Literatur
- Vorlage:Biernoth Ansbach
- Johann Kaspar Bundschuh: Mainshardswinden. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 411 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 130.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Vorlage:Landgericht Ansbach 1809
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Meinhardswinden in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Meinhardswinden im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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