Waschmittel sind Gemische aus grenzflächenaktiven Stoffen und einer Vielzahl weiterer Substanzen, die als Flüssigkeit, Gel oder Pulver erhältlich sind. Sie werden im Zusammenwirken mit Wasser zum Reinigen von Textilien verwendet. Beim Waschprozess fällt Abwasser mit erhöhter Temperatur sowie Rückständen von Waschmittelinhaltsstoffen und suspendiertem Schmutz an. Die verunreinigenden Bestandteile des Abwassers müssen in Kläranlagen durch physikalische, biologische und chemische Verfahren entfernt werden.
Waschmittel versetzen im Waschvorgang gebrauchte, verschmutzte Textilien wieder in einen hygienisch einwandfreien, gebrauchsfähigen Zustand und entfernen unangenehme Gerüche. Neben den ästhetischen und kulturellen Gesichtspunkten, die für das Tragen sauberer Kleidung relevant sind, werden beim Waschen auch vorhandene Keime sowie Milben abgetötet.
Die Zusammensetzung von Waschmitteln muss neben der Art der Verschmutzung und der Beschaffenheit der Textilien auch das verwendete Wasser – insbesondere dessen Härte – und die Waschtemperatur berücksichtigen. Darüber hinaus soll der Schmutz in der Waschlauge dispergiert bleiben und sich nicht erneut auf den Fasern ablagern.
Aufgrund dieser Anforderungen und der unterschiedlichen Schmutzzusammensetzung und dessen Anhaftung an verschiedenen Textiloberflächen enthalten Waschmittel neben den waschaktiven Substanzen auch Komplexbildner, Bleichmittel, optische Aufheller und weitere Inhaltsstoffe. Im Zusammenspiel mit der Einwirkzeit, der Temperatur der Waschlauge und der mechanischen Behandlung der Textilien sind Waschmittel in der Lage, unterschiedlichste Verschmutzungen zu lösen.
Geschichte
Der Anfang des Waschens bestand wahrscheinlich nur aus der Nutzung des Wascheffekts des reinen Wassers, der durch Reiben, Schlagen und Treten der Wäschestücke verstärkt wurde. Da materielle Überreste wie Waschmittelspuren auf Textilien nicht erhalten bleiben, gibt es keine direkten archäologischen Belege für prähistorische Waschmittel. Es existieren auch keine Schrift- und Bildquellen über Waschprozeduren aus dieser Zeit. Die für die Seifenherstellung und das Waschen von Bekleidung verwendeten Gefäße sind ebenfalls nicht eindeutig identifizierbar und könnten auch für andere Zwecke eingesetzt worden sein.<ref name="BognoloG" />
Ab der ausgehenden Jungsteinzeit um etwa 2200 v. Chr. wurden jedoch langhaarige Wollschafe gezüchtet und Wollbekleidung hergestellt. Da die Rohwolle vor der Weiterverarbeitung gereinigt werden musste, um Schmutz und Wollwachs zu entfernen und die Wolle spinn- und färbbar zu machen, ist davon auszugehen, dass es dafür entsprechende Waschprozeduren gab.<ref name="BrenkerF" /><ref name="BognoloG" />
Extrakte aus Seifenkräutern, Seifenbaumgewächsen und anderen Gewächsen, die waschaktive Saponine enthalten, werden seit Jahrtausenden zum Waschen und Reinigen genutzt.<ref name="KoHW" /> Die ältesten Funde von Seifenkrautsamen (Saponaria officinalis) in Mitteleuropa stammen aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. aus der Zeit der bandkeramischen Kultur. Aus dem 4. bis 1. Jahrtausend v. Chr. liegen Funde aus mehreren Feuchtbodensiedlungen im Alpenvorland vor. Die zahlreichen archäobotanischen Funde könnten darauf hindeuten, dass die Nutzung dieser Pflanze als Waschmittelbasis bereits seit sehr langer Zeit bekannt ist.<ref name="KargS" />
Die Sumerer gelten als das älteste Kulturvolk, von dem überliefert ist, wie aus Holzasche und Öl eine seifenähnliche Substanz hergestellt werden kann. Keilschriftaufzeichnungen berichten vom Weben, Walken und Waschen von Wollstoffen. Es ist ein detailliertes Rezept aus der Zeit von 2500 v. Chr. überliefert, das beschreibt, im welchen Verhältnis Holzasche und Öl vermischt werden müssen, um Seife herzustellen.<ref name="FabryB" /> Dabei handelt es sich gleichzeitig um die erste Aufzeichnung einer chemischen Reaktion.<ref name="BajpaiD" /> Die Verseifung von Fetten und Ölen war auch den Ägyptern, Galliern und Germanen bekannt.<ref name="FabryB" /> Im Papyrus Ebers findet sich ein Rezept zur Herstellung von Seife durch die Umsetzung tierischer und pflanzlicher Öle mit dem im Niltal vorkommenden Mineral Trona (Na3(HCO3)(CO3)·2 H2O). Seifenartige Substanzen werden auch in anderen altägyptischen Papyrusschriften erwähnt, die bei der Wollverarbeitung verwendet wurden.<ref name="BognoloG" />
Homer beschrieb im 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr. in der Odyssee, wie Nausikaa und ihre Gespielinnen die Wäsche am Fluss wuschen und zum Bleichen in die Sonne legten.<ref name="Gottwein" /> Im alten China wurde zunächst Pflanzenasche als Waschmittel verwendet, das später mit gebrannten Muschelschalen verfeinert wurde. Die Pflanzenasche enthält Kaliumcarbonat, die gebrannten Muschelschalen Calciumhydroxid, die beide eine Waschwirkung haben. In der Jin-Dynastie wurde eine seifenähnliche Masse verwendet, die aus Sojabohnenpulver, Gewürzen und Heilkräutern hergestellt wurde. In der Tang-Dynastie wurde ein Waschmittel auf Basis der getrockneten Bauchspeicheldrüse des Schweins entwickelt. Zur Zeit der südlichen Song-Dynastie wurde pulverisierte Honigbaumrinde als Waschmittel genutzt.<ref name="JiahuiS" /> Im alten Indien wurden die getrockneten saponinhaltigen Früchte von Sapindus trifoliatus, die zur Familie der Seifenbaumgewächse gehört, zum Waschen verwendet. Sie wurden zum Waschen von Seiden- und Wollstoffen, in der Haarpflege sowie in der Medizin eingesetzt.<ref name="RhineP" /> Im Aztekenreich wurde die saponinhaltige Wurzel der Pflanze Saponaria americana aus der Gattung der Seifenkräuter zum Waschen verwendet.<ref name="AguilarMorenoM" />
Im alten Rom wurde Ammoniak als eine erste Art von Waschmittel genutzt. Dazu wurde Urin gesammelt und unter Ammoniak-Bildung vergoren.<ref name="LiquidGold" /> Zu diesem Zweck wurden in Rom an belebten Straßen Latrinen installiert, um Urin zu sammeln. Kaiser Vespasian erhob auf diese öffentlichen Toiletten eine spezielle Latrinensteuer, auf die die Redewendung „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht), zurückgeht.<ref name="PikulskaRadomskaA">A. Pikulska-Radomska: On Some Fiscal Decisions of Caligula and Vespasian. In: Studia Ceranea. 2, 2012, S. 53–60, doi:10.18778/2084-140x.02.05.</ref> Zudem wurde eine Paste aus Bleicherde und Soda, die mit Wein gemischt wurde, von den Römern zum Reinigen von Kleidung verwendet.<ref name="BognoloG" /> Seife war bekannt, wurde jedoch vorwiegend in der Kosmetik und als Heilmittel genutzt. Erst der griechisch-römische Arzt Galenos (130–200 n. Chr.) machte auf die Reinigungswirkung von Seife aufmerksam.<ref name="RouthHB" />
Weitere historische Berichte über die Nutzung von Seife sind rar. Karl der Große (747–814 n. Chr.) förderte im fränkischen Reich das Seifensiederhandwerk. In seinen Capitulare de villis wird in Kapitel 45 gefordert, dass jeder Amtmann in seinem Bezirk geschickte Handwerker heranzieht, darunter Seifensieder (saponarios).<ref name="Biozac" />
Die Seifensiederei erlebte ihre Hochblüte, als die Araber, Spanier, Italiener und Franzosen die Seifensiederei mithilfe des Ölbaums als Rohstoffquelle weiter voranbrachten.<ref name="StacheH" /> Die Entwicklung einer Seifenindustrie erfolgte im Spätmittelalter in Städten wie Marseille, Venedig, Genua, Bari, Alicante, Málaga und Sevilla. Diese Städte hatten einen leichten Zugang zu Olivenöl, Salzkräutern und der Salzpflanze Barilla, deren Asche zur Herstellung von Lauge verwendet wurde. Zu jener Zeit verbreitete sich auch die Verwendung von Seife zum Wäschewaschen.<ref name="BognoloG" /> Im 14. Jahrhundert wurden in Deutschland die ersten Seifensieder-Zünfte gegründet. Trotz dieses Fortschritts blieb die Seife jedoch weiterhin ein Luxusartikel.<ref name="StacheH" />
Im 16. Jahrhundert wurde das Wäschewaschen oft von Lohnwäscherinnen übernommen. Sie sammelten verschmutzte Kleidung und Haushaltswäsche, wuschen sie und brachten sie zurück. Eine gängige Methode war das Einweichen der Wäsche in Lauge aus Buchenasche und heißem Wasser. Je nach Verschmutzungsgrad wurde die Wäsche unterschiedlich lange in der Lauge eingeweicht, da diese Methode als besonders gewebeschonend galt.<ref name="GuhlW" />
Nachdem im Mittelalter Baden und Waschen für die Verbreitung von Seuchen verantwortlich gemacht wurden, da angenommen wurde, dass warmes Wasser und Seife die Haut für Infektionskrankheiten öffnen würden, verhalf erst Ludwig XIV. der Seife nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder zu einer breiten Akzeptanz. Er förderte die Seifensiederei und erließ 1688 ein Reinheitsgebot für die Seifenherstellung.<ref name="KricheldorfHR" />
Fewa, das erste vollsynthetische Waschmittel der Welt
Der französische Chemiker und Arzt Nicolas Leblanc erhielt 1791 ein Patent für sein Leblanc-Verfahren und gründete noch im selben Jahr ein Unternehmen zur Herstellung von Soda.<ref name="CookM" /> Die Entdeckung der technischen Herstellung von Soda, das für die Verseifung von Fetten benötigt wird, im Leblanc-Verfahren und später im von Ernest Solvay entwickelten Solvay-Verfahren, führte dazu, dass Seife billiger wurde.<ref name="HollemanAF" /> In Deutschland wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein Seifenkraut zur Fleckentfernung eingesetzt. Daneben kamen Rosskastanienmehl, Honig, Bohnenmehl, Kleie und Gerstensauerteig für diesen Zweck zum Einsatz.<ref name="GuhlW" />
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein Gelbstich weißer Wäsche durch die Zugabe von etwas blauem Pigment zum Waschmittel kompensiert, dem sogenannten Wäscheblau auf Basis von Ultramarin. Blau verringerte als Komplementärfarbe zu Gelb den Gelbstich und ließ die Wäsche rein weiß erscheinen.<ref name="HeintzA" />
Der deutsche Chemiker Friedrich Krafft beobachtete Ende des 19. Jahrhunderts, dass aromatische Sulfonsäuren seifenähnliche Eigenschaften aufweisen. Der belgische Chemiker A. Reychler stellte 1913 langkettige Alkansulfonate her, indem er beispielsweise Hexadecanthiol mit Kaliumpermanganat oxidierte. Weitere Untersuchungen zeigten, dass Moleküle mit einer langen Kohlenwasserstoffkette und einer wasserlöslichen Gruppe wie dem Sulfonat waschaktive Eigenschaften besitzen, jedoch nicht die nachteiligen Eigenschaften der Seifen aufweisen.<ref name="JewkesJ" /> In Deutschland, das durch die Seeblockade im Ersten Weltkrieg von der Einfuhr von Fetten und Ölen abgeschnitten war, wurde ab 1917 die Entwicklung synthetischer Tenside intensiviert. Waschmittel auf Basis von Steinkohlenteer wurden zwar entwickelt, konnten aber bis Kriegsende nicht auf den Markt gebracht werden.<ref name="SpriggsJ" />
Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Seife immer mehr in „selbsttätigen“ Waschmitteln in Kombination mit anderen Komponenten eingesetzt. Neben der Seife enthielten diese Gerüststoffe (Builder), vor allem Soda (Natriumcarbonat), Wasserglas (Natriumsilicat) und Natriumperborat. Diese Substanzen ersparten die umständliche Rasenbleiche. Der Markenname Persil des Unternehmens Henkel, 1907 eingeführt, dokumentiert das durch seinen Namen: Per von Perborat und Sil von Silikat.<ref name="LuM" />
Bereits 1914 brachte der Chemiker Otto Röhm das Spezialwaschmittel Burnus mit enthaltenen Pankreasenzymen auf den Markt.<ref name="LeisolaM" /> Eiweißgebundene Verunreinigungen setzen sich bei höheren Waschtemperaturen auf der Wäsche fest und konnten nur durch intensives Reiben entfernt werden. Die Behandlung mit eiweißlösenden Enzymen ersetzte die intensive mechanische Bearbeitung der Wäsche, das Wäschewaschen war nicht mehr so kräfteraubend, die Kleidung wurde nicht mehr so schnell abgenutzt, und zudem lösten sich die Flecken im kalten Wasser, was Brennmaterial und Seife zu sparen half.<ref name="SharmaS" /> In Folge kamen weitere Waschmittelenzyme hinzu.
Im Jahr 1932 erfand Heinrich Gottlob Bertsch bei der ChemnitzerDr. Th. Böhme KG das erste Feinwaschmittel mit Namen Fewa, das zugleich das erste vollsynthetische Waschmittel der Welt war.<ref name="UhlmannW" /> Da das Produkt sehr erfolgreich war, wurden bis 1938 in Chemnitz drei neue Betriebsanlagen in Betrieb genommen. Schon 1935 wurde das Produkt in das Chemnitzer Unternehmen Böhme-Fettchemie GmbH ausgelagert und gehörte seitdem zum Henkel-Konzern.
Allmählich änderten sich die Rohstoffe, aus denen die Seifen hergestellt wurden. In Deutschland waren lange Talge die Fettgrundlage, später kamen Palmöl und Kokosöl hinzu. Mit der Zeit wurden jedoch die Produkte immer mehr auf Basis von Kohle und Erdöl hergestellt. Ein Vorläufer waren die Türkischrotöle. 1834 stellte der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge aus Schwefelsäure und Olivenöl ein sulfoniertes Öl her, das zuerst in der Buchdruckerei angewendet wurde. Ein Fabrikant aus Schottland kaufte das Verfahren und gebrauchte es unter Nutzung des dort billigeren Rizinusöls an. Dabei entstand ein Sulfo-Rizinoleat, das sehr gute benetzende Wirkung hatte und besonders in der Baumwollfärberei genutzt wurde. Auch wenn diese Chemikalie nicht für die Reinigung eingesetzt wurde, war damit die Nutzung der Sulfogruppe anstelle der wasserhärteempfindlichenCarboxygruppe erkannt.
In den 1950er Jahren wurde die wegen ihrer Carboxylatgruppe wasserhärteempfindliche Seife weitgehend durch Tetrapropylenbenzolsulfonat (TPS) mit einer hydrophilenSulfonatgruppe ersetzt, die nicht zur Bildung von Kalkseifen neigte. Dieses wurde durch die Alkylierung von Benzol mit Tetrapropylen hergestellt. Der alkylierte Aromat wurde anschließend mit Schwefeltrioxid oder Oleum sulfoniert und danach mit Natronlauge neutralisiert.<ref name="AsingerF" /> In den USA übertraf die Produktion von Waschmitteln auf synthetischer Basis 1953 erstmals die Produktion von Waschmitteln auf Seifenbasis. Im Jahr 1960 wurden dort bereits etwa 1,5 Millionen Tonnen Waschmittel auf Basis sulfonierter Tenside hergestellt, was einem Marktanteil von 72 % entsprach.<ref name="AsingerF1" />
Der Einsatz dieses Tensids in Waschmitteln führte jedoch zu Schaumbildung und Sauerstoffmangel in Flüssen und Seen, da Tetrapropylenbenzolsulfonat aufgrund seiner verzweigten Alkylkette in Kläranlagen nur unzureichend biologisch abbaubar war.<ref name="WagnerG4" /> Am 5. September 1961 wurde das Detergentiengesetz verabschiedet sowie die dazu gehörige Detergentienverordnung vom 1. Dezember 1962. Ab dem 1. Oktober 1964 durften Wasch- und Reinigungsmittel nur noch Tenside enthalten, die zu mindestens 80 % biologisch abbaubar waren.<ref name="Detergentien" /> Aufgrund dieser Probleme und der gesetzlichen Vorgaben wurde TPS schon wenige Jahre nach seiner Einführung durch die besser biologisch abbaubaren linearen Alkylbenzolsulfonate (LAS) ersetzt.<ref name="WagnerG4" />
Um die Wirkung der Tenside zu unterstützen, wurde schon in der Nachkriegszeit zur WasserenthärtungPentanatriumtriphosphat eingesetzt, um die Erdalkalionen zu komplexieren. Ab 1968 begann zudem der verstärkte Einsatz von Enzymen in Waschmitteln, die einen schnelleren Abbau von Eiweiß, Fett und Stärke ermöglichten. Um die Überdüngung von Gewässern durch Phosphate zu verringern, gewannen ab Ende der 1970er Jahre anorganische Ionenaustauscher wie Zeolith A an Bedeutung. Sie wurden 1972 bei Henkel von Milan Schwuger und Heinz-Gerd Smolka erfunden. Die ersten phosphatfreien Waschmittel mit Zeolith A kamen 1977 auf den Markt. Weitere Substanzen zur Verbesserung der Waschwirkung kamen hinzu.<ref name="WagnerG2" />
Der Rückgang des Anteils weißer Wäsche zugunsten farbiger Textilien führte gegen Ende der 1980er Jahre zur Einführung von Colorwaschmitteln. Diese Waschmittel enthielten keine Bleichmittel und verminderten die Farbübertragung zwischen den Wäschestücken.<ref name="WagnerG7" /> Etwa zur gleichen Zeit kamen Kompaktwaschmittel auf den Markt, von denen nur die Hälfte der üblichen Dosierung benötigt wurde.<ref name="WagnerG3" />
Mit der Erstfassung des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes (WRMG) aus dem Jahr 1987, der Europäischen Detergenzienverordnung aus 2004 und der Neufassung des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes von 2007 wurden die Anforderungen an die biologische Abbaubarkeit von Tensiden weiter erhöht.<ref name="WRMG" /> Der Anteil an petrochemisch hergestellten Tensiden nahm ab und der Anteil an oleochemisch hergestellten Tensiden aus nachwachsenden Rohstoffen entsprechend zu. Im Jahr 2018 wurden in der chemischen Industrie in Deutschland 655.000 Tonnen pflanzliche und tierische Öle und Fette für die Produktion von Tensiden und Kosmetika eingesetzt.<ref name="BiermannU" />
Tenside sind der waschaktive Hauptbestandteil von Waschmitteln. Ihr Anteil beträgt je nach Waschmittel etwa 20 bis 30 %. Tenside sind grenzflächenaktive Substanzen, die aus einem hydrophilen, wasserlöslichen und einem hydrophoben, wasserabweisenden Teil bestehen. Für die hydrophile Eigenschaft sind polare funktionelle Gruppen wie Carboxylat- (-COO⁻), Sulfat- (-OSO3⁻) oder Sulfonatgruppen (-SO3⁻) sowie Alkohol- und Ethergruppen verantwortlich. Unpolare Kohlenwasserstoffketten bedingen meist die hydrophobe Eigenschaft. Ihre charakteristische Eigenschaft ist die Erniedrigung der Grenzflächenspannung zwischen zwei Phasen. Durch die Anreicherung an Grenzflächen und die Bildung von Mizellen werden in Wasser unlösliche Stoffe löslich. In einem System mit Wasser und einer Phase wie Öl oder Luft reichern sich die Tensidmoleküle an der Grenzfläche an. Dabei taucht der hydrophile Teil des Moleküls in die wässrige Phase ein, während der hydrophobe Teil in die andere Phase gelöst ist.<ref name="FabryB" /> Tenside gehören zu den am weitesten verbreiteten und kommerziell wichtigsten Chemikalien.<ref name="FalbeJ1" />
α-Olefinsulfonate (AOS) werden in Waschmitteln wegen ihrer guten Reinigungswirkung in hartem Wasser eingesetzt, zudem sind sie schnell biologisch abbaubar und gut hautverträglich.<ref name="RaneyKH" /> Alkylpolyglycoside (APG), auch Zuckertenside genannt, werden bei der Herstellung von Waschmitteln nur selten eingesetzt. Anwendungsgebiete sind meist Feinwaschmittel für die Handwäsche.<ref name="WagnerG" />
Saponinhaltige Extrakte aus Seifenkräutern sowie Kastanien oder Waschnüssen finden noch heute Verwendung für das Waschen leicht verschmutzter Wäsche.<ref name="KoHW" /> Saponine bestehen aus unpolaren Aglyconen, die mit einer oder mehreren Saccharidgruppen über eine glycosidische Bindung miteinander verbunden sind. Diese Kombination aus polaren und unpolaren Strukturelementen in Saponinen erklärt ihre seifenartigen Eigenschaften in wässrigen Lösungen.<ref name="ChandraS" /> Aufgrund fehlender Zusatzstoffe setzen sich jedoch die im Waschwasser gelösten Schmutzpartikel auf den Textilfasern ab, die Wäsche vergraut daher schnell.<ref name="Warentest" />
Wasserenthärter erzeugen weiches Wasser. Sie sind entscheidend für die sekundäre Waschleistung durch die Verhinderung von Vergrauung. Die ersten Wasserenthärter waren Natriumcarbonat und Natriumsilikate, die das Wasser durch Ausfällung schwerlöslicher Calciumsalze enthärteten.
Dadurch wurde die Bildung von Kalkseifen unterdrückt und die Reinigungswirkung der Seife verbessert. Beim anschließenden Spülen der Wäsche mit Frischwasser bildeten sich jedoch wieder Kalkseifen, die sich auf der Faser ablagerten, der sogenannte Grauschleier.<ref name="WagnerG2" /> Später wurden Phosphate als Enthärter verwendet, die schlecht in Kläranlagen abgebaut werden konnten und für eine Überdüngung von Gewässern sorgten. Heute sind Phosphate weitgehend durch andere Stoffe ersetzt, die für die Umwelt als unbedenklich gelten.<ref name="WagnerG2" />
Anionische Tenside auf Basis von Sulfonsäuresalzen oder Sulfaten bilden zwar keine Kalkseifen, jedoch würden die beim Trocknen entstehenden Calcium- und Magnesiumsalze die Textilstruktur schädigen. Zudem zeigen etwa lineare Alkylbenzolsulfonate eine deutliche Härteempfindlichkeit, schon im mittleren Wasserhärtebereich bei zwei Millimol Calciumcarbonat je Liter sinkt ihre relative Waschwirkung auf 60 % ab.<ref name="WagnerG4" /> Als Wasserenthärter werden vor allem die wasserunlöslichen Enthärter Zeolith A und Schichtsilikate in Pulverwaschmitteln sowie wasserlösliche Citrate in Flüssigwaschmitteln eingesetzt. Sogenannte Builder unterstützen diese mineralischen Enthärter neben anderen Funktionen.<ref name="WagnerG2" />
Als Wasserenthärter, die im flüssigen Waschmittel löslich sind, werden Komplexbildner wie etwa Nitrilotriessigsäure (NTA), Phosphonate, Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) verwendet, jedoch keine mineralischen Enthärter. EDTA gilt als biologisch schlecht abbaubar, weshalb in der Schweiz das Inverkehrbringen von Waschmitteln mit einem Massengehalt von mehr als 0,5 % EDTA beziehungsweise seiner Salze verboten ist.<ref name="Fedlex" /> Komplexbildner wie NTA, EDTA oder Phosphonate können zudem Schwermetalle aus Sedimenten remobilisieren und damit indirekt toxisch wirken. Aus Aminopolyphosphonaten kann sich in Kläranlagen Glyphosat bilden und Forschungsergebnisse der Universität Tübingen deuten darauf hin, dass dies eine bedeutende Quelle für die beständig hohen Glyphosatmengen in europäischen Gewässern sein könnte.<ref name="EngelbartL" /><ref name="KerkhoffJ" /> Aus diesen Gründen sollte die Konzentration starker Komplexbildner in Gewässern so gering wie möglich gehalten werden.<ref name="WagnerG6" />
NTA ist möglicherweise krebserregend.<ref name="GESTIS" /> Tetranatriumiminodisuccinat (IDS) mit seinen vier Carboxylatgruppen und dem Stickstoff als Elektronendonatoren kann mit Metallionen einen fünffach koordinierten Komplex bilden. Die sechste Koordinationsstelle des oktaedrischen Komplexes wird von einem Wassermolekül besetzt. Tetranatriumiminodisuccinat wird als mittelstarker Chelatbildner in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt. Es gilt als biologisch leicht abbaubar.<ref name="ReinekeW" />
Bleichmittel entfernen nicht auswaschbare, farbige Verschmutzungen von Früchten oder Blut. Es sind Bleichmittel auf Wasserstoffperoxidbasis, wie Natriumpercarbonat (2 Na2CO3 · 3 H2O2), ein Addukt von Wasserstoffperoxid und Natriumcarbonat, oder Natriumperborat.<ref name="BajpaiD" />
Sie wirken besonders gut bei hohen Waschtemperaturen und sind in Pulverwaschmitteln enthalten. Eine Verwendung in flüssigen Systemen ist nicht möglich, da die Bleiche in gelöster Form die Enzyme unwirksam werden lässt.
Bleichaktivatoren erhöhen die Wirksamkeit der Bleichmittel bei niedrigen Temperaturen. Dafür kommen N-Acetylverbindungen wie Tetraacetylethylendiamin (1) (TAED) zum Einsatz, das mit Wasserstoffperoxid zu N,N'-Diacetylethylendiamin (2) und Peressigsäure (3) reagiert, die als eigentliches Bleichmittel wirkt.<ref name="SmuldersE" />
Bleichstabilisatoren verhindern den unkontrollierten Zerfall der Bleichmittel während der Lagerung und beim Einsatz des Waschmittels. Omnipräsente Spuren von Schwermetallen fördern die schnelle Freisetzung des Sauerstoffs. Phosphonate können die Schwermetalle binden.<ref name="WagnerG11" />
Das vor allem im nordamerikanischen Markt als Bleichaktivator eingesetzte Natriumnonanoyloxybenzolsulfonat (NOBS) wird in Europa kaum verwendet, da es die Gummidichtungen der vorherrschenden Frontlader-Waschmaschinen schädigen kann. Im japanischen Markt werden zwei mit NOBS-verwandte Verbindungen, Natriumlauroyl-oxybenzensulfonat (LOBS) und Natriumdecanoyloxybenzolcarboxylat (DOBA) verwendet.<ref name="WaldhoffH" />
Optische Aufheller
Datei:LaundrydetergentGlow.jpgFlüssigwaschmittel mit optischen Aufhellern. Rechts: leuchtend unter ultravioletter Strahlung
Optische Aufheller sind fluoreszierende Stoffe, die Weißes weißer erscheinen lassen. Bei farbigen Textilien kann sich durch die Aufheller der Farbeindruck verändern. Optische Aufheller werden häufig in Flüssigwaschmitteln eingesetzt, um die fehlende Bleichwirkung anteilig zu kompensieren. Die Substanzen absorbieren unter AnregungUltraviolettstrahlung im Bereich von 340 bis 380 Nanometern, beim Übergang in den Grundzustand wird Licht im Bereich von 420 bis 460 Nanometern emittiert. Die dabei emittierten blauen Lichtanteile kompensieren einen möglichen Gelbstich des Waschgutes. Die optischen Aufheller stammen aus verschiedenen Substanzklassen, unter anderem werden Derivate der 4,4′-Diaminostilben-2,2′-disulfonsäure eingesetzt.<ref name="FalbeJ" />
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Waschmittelenzyme eignen sich zur Entfernung von Eiweiß-, Stärke- und Fettflecken. Enzyme werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und ermöglichen durch ihre hohe Reinigungswirkung eine gründliche Reinigung der Wäsche in einem kurzen Waschgang. Sie wirken gut bei niedrigen und mittleren Waschtemperaturen und reduzieren so den Energie- und Wasserverbrauch. Bei hohen Temperaturen werden die Enzyme denaturiert.<ref name="GurkokS" />
Je nach Art der Verschmutzung werden unterschiedliche Enzyme eingesetzt. Amylasen spalten die α-Glucosidbindungen in Stärke, Lipasen spalten Esterbindungen und katalysieren die Hydrolyse von Fetten und Proteasen spalten Peptidbindungen in Proteinen. Cellulasen hydrolysieren β-1,4-Glycosidische Bindungen in Celluloseketten. In Waschmitteln werden Mischungen alkalischer Cellulasen insbesondere eingesetzt, um die Farbklarheit von Textilien zu erhalten. Beim Waschen bilden Baumwollfasern mit der Zeit Mikrofibrillen, die sich verbinden und verknoten. Dadurch verlieren Kleidungsstücke ihr glattes Aussehen, da die Mikrofibrillen und Knötchen das Licht streuen, was zu einem grauen Farbeindruck der Kleidungsstücke führt. Cellulasen lösen diese Fasern und Knötchen auf und glätten die Stoffe. Zudem entfernen sie feste Verschmutzungen und wirken der erneuten Ablagerung von Flecken und Staub entgegen.<ref name="GurkokS" />
Stellmittel oder Rieselsalze wie etwa Natriumsulfat halten pulverförmige Waschmittel während der Lagerung pulverförmig. Konservierungsmittel werden in Flüssigwaschmitteln eingesetzt und schützen vor mikrobiellem Befall; sie sind bei pulverförmigen Waschmitteln nicht nötig, da mikrobakterieller Befall wegen Wassermangels kaum vorkommt.<ref name="GroßR" />
Neben den bereits aufgezählten Inhaltsstoffen werden in flüssigen Vollwaschmitteln zusätzliche Stoffe verwendet. Alkohole verstärken reinigungswirksame Substanzen und ermöglichen bei flüssigen Waschmitteln, dass die Tenside gelöst werden können; teilweise wirken sie als Konservierungsmittel. Über die normalen Inhaltsstoffe eines Waschmittels hinaus enthalten Buntwaschmittel Farbübertragungsinhibitoren zum Schutz der Farbe der Textilien.<ref name="GroßR2" /> Sie verhindern das Abfärben auf andere Textilien während des Waschvorgangs. Im Gegensatz zu Vollwaschmitteln sind in Buntwaschmitteln Bleichmittel, Bleichaktivatoren, Bleichstabilisatoren und optische Aufheller nicht enthalten. Bei farbigen Textilien kann sich durch die Aufheller der Farbeindruck verändern.
Duftstoffe überdecken den Eigengeruch des Trägers, des mikrobiellen Besatzes der Waschmaschine und den Eigengeruch der Waschmittel.<ref name="WagnerG12" /> Sie machen etwa 0,05 bis 0,3 % der Rezeptur eines pulverförmigen Universalwaschmittels aus.<ref name="StacheH2" /> In Waschmitteln häufig verwendete Duftstoffe sind beispielsweise R-Limonen (Orangenduft), Hexylzimtaldehyd (Jasminduft), 2-(4-tert-Butylbenzyl)propionaldehyd (Maiglöckchenduft) und Linalool (Maiglöckchenduft).<ref name="ManganoM" />
Es gibt zahlreiche Waschmittel in flüssiger oder pulverförmiger Form. Daneben gibt es Tabletten, Pasten, Kapseln und Pods. Die ersten im Handel erhältlichen Waschmittel waren Anfang des 20. Jahrhunderts pulverförmige Vollwaschmittel. Zu Beginn der 1980er Jahre erfolgte die Markteinführung von Flüssigwaschmitteln, gefolgt von der ersten Generation von Kompaktwaschmitteln und schließlich deren zweiten Generation einige Jahre später. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden Flüssigwaschmittel in Gelform sowie Waschmitteltabletten eingeführt. Im Jahr 2000 kamen Flüssigwaschmittel in Form von Pods auf den Markt, 2009 folgten flüssige Superkonzentrate.<ref name="WagnerG13" />
Die Herstellung von Pulverwaschmitteln erfolgt hauptsächlich durch Sprühtrocknung oder Aufsprühverfahren. Beim Sprühtrocknungsverfahren wird zunächst eine Suspension aus thermisch stabilen und chemisch kompatiblen Inhaltsstoffen in einem Mischer mit einem Feststoffgehalt von etwa 60 % hergestellt. Die so entstandene Slurry wird dann unter Druck durch Zerstäubungsdüsen in einen Sprühturm gesprüht. Im Gleich- oder Gegenstrom wird Heißluft mit einer Temperatur von etwa 300 bis 350 °C in den Turm eingeblasen. Dadurch verdampft das Wasser und es bilden sich kleine leicht wasserlösliche Hohlkügelchen. Statt durch Heißluft kann die Trocknung auch durch überhitztenDampf erfolgen. Um die Schüttdichte des Endprodukts zu erhöhen, können noch verschiedene Verdichtungsverfahren eingesetzt werden. Temperaturempfindliche Zusatzstoffe wie Natriumperborat, Enzyme oder Duftstoffe werden nachträglich in einer separaten Trommel auf das fertige Pulver aufgesprüht. Um den Bedarf an Verpackungsmaterial zu minimieren, wird ein möglichst hohes Schüttgewicht des Pulvers angestrebt. Je nach Waschmittelart werden weitere Additive wie optische Aufheller, Enzyme, Schaumregulatoren oder Farbstoffe hinzugefügt.<ref name="StacheH3" />
Beim Aufsprühverfahren werden pulverförmige Einsatzstoffe, wie beispielsweise gemahlene Seife, Zeolith, Polycarboxylat, Silikat oder Perborat, vorgelegt. Die flüssigen Bestandteile wie Alkylbenzolsulfonat, nichtionische Tenside und Parfüm werden unter kontinuierlichem Rühren mittels Sprühdüsen auf die Feststoffe gesprüht. Das Aufsprühverfahren erzeugt Waschpulver mit einem vergleichsweise hohen Schüttgewicht. Dieses kann durch die Zugabe von Stellmitteln, wie beispielsweise Natriumsulfat, reduziert werden.<ref name="StacheH3" />
Textilien wiederum bestehen aus Naturfasern, etwa Cellulosefasern wie Baumwolle, Proteinfasern wie Wolle und Seide oder Chemiefasern wie Nylon und unterscheiden sich durch die Art der Färbung der Textilfaser. Naturwolle oder Seide etwa sollten nur von Hand gewaschen werden. Daher sind bei jedem Waschvorgang sowohl die Temperatur als auch das verwendete Waschmittel von Bedeutung. Seit 1961 werden deshalb in jedes Wäschestück Textil-Etiketten mit Textilpflegesymbolen eingenäht, auf denen die Wasch- und Pflegehinweise vermerkt sind. Der Waschbottich mit der Zahl in der Mitte steht für die maximal zulässige Temperatur in Grad Celsius beim Waschvorgang. Diese Temperatur darf beim Waschen nicht überschritten werden. Ein kleiner Balken unter dem Waschbottich steht für den Schonwaschgang.<ref name="Pflege" />
Neben der Art der Verschmutzung und der Beschaffenheit der Textilien kommt dem verwendeten Wasser eine wichtige Funktion zu. Wasser hat eine hohe Oberflächenspannung, die eine gute Benetzung des Waschgutes verhindert. Als Trinkwasser enthält es zudem Erdalkaliionen, die für die Wasserhärte verantwortlich sind und Ablagerungen bilden können. Diese Faktoren müssen bei der Zusammensetzung von Waschmitteln berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll der Schmutz in der Waschlauge dispergiert bleiben und sich nicht wieder auf der Faser ablagern. Insgesamt erfordert die komplexe Wechselwirkung von Schmutz, Textilien und Wasserqualität die Anwendung unterschiedlicher Waschmittelarten.<ref name="AbneySE" />
Vollwaschmittel, auch Universal- oder Kochwaschmittel genannt, sind Waschmittel für Textilien, die in verschiedenen Anwendungsformen wie Pulver, Flüssigwaschmittel oder Tabs angeboten werden. Sie sind für alle Temperaturbereiche von 20 bis 95 °C und für die meisten Textilien und Waschverfahren geeignet. Sie enthalten üblicherweise optische Aufheller und bei Pulverwaschmitteln Bleichmittel auf Sauerstoffbasis sowie Bleichaktivatoren. Neben dem Verschmutzungsgrad der Wäsche bestimmt die Wasserhärte, wie viel Vollwaschmittel für eine Wäsche benötigt wird.<ref name="IKW3" />
Ein typisches Vollwaschmittel enthält lineares Alkylbenzolsulfonat (12 %) und Seife (1 %) als anionische Tenside sowie Fettalkoholethoxylat (4 %) als nichtionisches Tensid. Zur Wasserenthärtung sind Soda (22 %), Natriumsilikat (1 %), Polycarboxylat (4 %) und Zeolithe (23 %) enthalten. Als Bleichmittel werden Natriumpercarbonat (14 %) und Tetraacetylethylendiamin (4 %) eingesetzt. Typische Enzyme sind Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen, Mannanasen und Pektinasen. Daneben werden Duftstoffe sowie Paraffin- oder Silikonöle als Entschäumer, optische Aufheller und Füllstoffe verwendet. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Hersteller und Region; die angegebenen Prozentwerte stellen typische Beispielangaben dar.<ref name="IKW2" />
Buntwaschmittel
Bunt- oder Colorwaschmittel sind pulverförmige oder flüssige Waschmittel für Textilien für den Temperaturbereich von 20 °C bis 60 °C und für die meisten Textilien und Waschverfahren geeignet. Sie enthalten keine Bleichmittel und optische Aufheller. Sie sollen die wechselseitige Verfärbung von Textilien durch darin enthaltene Polymere, Eisen- und Mangan-Komplexe und Enzyme verhindern. Bei schlecht gefärbten Textilien besteht jedoch dennoch die Möglichkeit der Verfärbung. Buntwaschmittel haben gegenüber Vollwaschmitteln an Marktanteilen gewonnen. Im Jahr 2004 lag der Marktanteil bereits bei 28 % und 2008 in Deutschland wertmäßig bei 33 %.<ref name="LangFP" /><ref name="WagnerG3" />
Colorwaschmittel enthalten lineares Alkylbenzolsulfonat (16 %) und Seife (1 %) als anionische Tenside sowie Fettalkoholethoxylat (4 %) als nichtionisches Tensid. Zur Wasserenthärtung sind Soda (22 %), Natriumsilikat (1 %), Polycarboxylat (4 %) und Zeolithe (25 %) enthalten. Bleichmittel werden nicht verwendet. Typische Enzyme sind Proteasen, Amylasen, Cellulasen, Mannanasen und Pektinasen, jedoch keine Lipasen. Daneben werden Duftstoffe sowie Paraffin- oder Silikonöle als Entschäumer, Verfärbungsinhibitoren und manchmal Farbstoffe verwendet. Die genaue Zusammensetzung variiert auch hier je nach Hersteller und Region.<ref name="IKW2" />
Feinwaschmittel
Feinwaschmittel für empfindliche Textilien werden in Pulver- und Flüssigform angeboten. Sie enthalten wie Colorwaschmittel keine optischen Aufheller und Bleichmittel, dafür mehr Enzyme und Seife. Feinwaschmittel sind besonders für eine Waschtemperatur von 30 °C und für Handwäsche geeignet, da höhere Temperaturen die enthaltenen Enzyme zerstören. Die Reinigungsleistung von Feinwaschmitteln ist jedoch wegen der geringeren Alkalität in den meisten Fällen geringer als die von Colorwaschmitteln, was jedoch zu einer schonenden Reinigung der Feinwäsche führt.<ref name="WagnerG8" />
Einige Feinwaschmittel wirken ohne Enzyme, wie zum Beispiel Cellulase, und sind für Textilien geeignet, die aus Cellulosefasern bestehen oder diese enthalten, wie beispielsweise Baumwolle, Viskose oder Lyocell.<ref name="Hauswirt" /> Bei einem Test der Stiftung Warentest brachte die Verwendung eines speziellen Feinwaschmittels für schwarze oder dunkle Wäsche keinen Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Fein- oder Colorwaschmittel.<ref name="Test" />
Wollwaschmittel
Wollwaschmittel sind für die Wäsche von Wolle, Seide und Daunen entwickelt worden. Sie sind pH-neutral und enthalten weder Bleichmittel noch Proteasen, die Woll- und Seidenfasern angreifen. Die Inhaltsstoffe sowie ihre Neigung zur Schaumbildung wirken dem Verfilzen der Wolle entgegen, teilweise sind Stoffe enthalten, die die Wolle flauschiger und weicher machen. Dazu werden zum Teil nichtionische Tenside zusammen mit kationischen Tensiden eingesetzt, die einen Weichspüleffekt haben und für einen angenehmen Griff sorgen. Anionische Tenside würden mit kationischen Tensiden unlösliche Verbindungen bilden und dürfen daher nicht eingesetzt werden.<ref name="WagnerG9" />
Baukastenwaschmittel bestehen aus den einzelnen Bestandteilen eines Vollwaschmittels und stellen eine gebrauchsfertige Mischung dieser Bestandteile dar. Baukastenwaschmittel werden einzeln in einem Beutel oder Karton angeboten. Zu diesen Produkten gehört der Enthärter. Er sorgt für die Anpassung an die örtliche Wasserhärte. Das Basiswaschmittel ohne Bleichmittel entspricht einem Feinwaschmittel und wird je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche dosiert. Das Bleichmittel oder Fleckensalz wird nur bei starker Verschmutzung und bleichbarer Wäsche zugegeben. Es macht aus dem Grundpulver ein Vollwaschmittel. Ergänzt werden diese Produkte durch spezielle, separat erhältliche Fleckenentferner, die vor dem Waschvorgang eingesetzt werden und zum Teil auf der Basis von Enzymen arbeiten, die den üblichen Waschmitteln zugesetzt werden.<ref name="WagnerG10" />
Der Vorteil eines Baukastenwaschmittels liegt in der bedarfsgerechten Dosiermöglichkeit. Vollwaschmittel müssen bei hartem Wasser höher dosiert werden, um mehr Enthärter zu liefern. Dabei werden zwangsläufig ebenfalls die waschaktiven Substanzen höher dosiert, ohne dass dies für die Reinigungsleistung notwendig wäre. Baukastenwaschmittel sind hier umweltfreundlicher, da der Wasserenthärter unabhängig vom Basiswaschmittel höher dosiert werden kann. Baukastenwaschmittel konnten sich auf dem deutschen Markt nicht etablieren. Sie entsprachen nicht den Bedürfnissen der Verbraucher nach einer einfachen Handhabung, zudem waren ihre ökologischen Vorteile gegenüber den Niedrigdosierwaschmitteln nur gering.<ref name="WagnerG10" />
Sonstige Waschmittel
Die zielgerichtete Anwendung von kompakten Vollwaschmitteln im Verbund mit kompakten Buntwaschmitteln wird gelegentlich als Tandem-System bezeichnet. Dabei kommt das kompakte Vollwaschmittelpulver für weiße Wäsche und bei hohen Temperaturen, das kompakte Buntwaschmittel für bunte Wäsche zum Einsatz. Allgemein kommen diese Pulverwaschmittel ohne das Stellmittel Natriumsulfat aus. Laut Umweltbundesamt reicht die Umweltverträglichkeit kompakter Buntwaschmittel an die von Baukastenwaschmitteln heran.<ref name="UBA" />
{{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Funktionswaschmittel werden für die Reinigung, Pflege, Imprägnierung und Werterhaltung der unterschiedlichsten technischen Fasern benutzt. Hauptsächlich kommen sie bei der Pflege von Sporttextilien zum Einsatz und sollen helfen, die Lebensdauer der Funktionstextilien zu erhöhen. Funktionswaschmittel gibt es für Textil-Membranen, Mikrofasern, Daunenfüllungen sowie als Hygienespüler für Funktionsunterwäsche.
Waschpasten wie Rei in der Tube basieren auf sekundären Alkylsulfonaten oder Alkylbenzosulfonaten und nichtionischen Tensiden, die mit Quellmitteln wie Carboxymethylcellulosen zur Erzielung einer pastösen Konsistenz vermischt werden. Die Paste wird in Tuben abgefüllt und als Reisewaschmittel vermarktet.<ref name="FalbeJ2" />
Ein Schmutzfang- oder Farbfangtuch ist ein spezielles Tuch, das beim Waschen von Textilien in der Waschmaschine verwendet wird, um unerwünschte Farb- und Schmutzpartikel aufzufangen. Diese Tücher sind besonders nützlich, um Verfärbungen von hellen Kleidungsstücken zu verhindern, die durch das Abfärben neuer oder farbiger Textilien entstehen können. Schmutzfangtücher bestehen häufig aus saugfähigem Material, wie Baumwolle oder Frottee, und sind so konzipiert, dass sie überschüssige Farben und Schmutz während des Waschvorgangs absorbieren. Sie fangen lose Farbstoffe und Schmutzpartikel im Waschwasser auf, wodurch die Gefahr von Verfärbungen und Vergrauungen reduziert wird. Nach einmaligem Gebrauch werden sie entsorgt.<ref name="Testbericht" />
Im Jahr 2021 wurden in Deutschland etwa 540.000 Tonnen Waschmittel verbraucht.<ref name="IKW-Nachalt" /> Zwischen April 2023 und März 2024 wurden im deutschen Einzelhandel etwa 193,5 Millionen Packungen Markenwaschmittel verkauft, der Absatz der Handelsmarken lag bei 81,4 Millionen Packungen.<ref name="Statista" /> Für Waschmittel insgesamt wurden 2023 in Deutschland etwa 1,921 Milliarden Euro ausgegeben. Davon entfielen etwa 70,6 % oder 1,356 Milliarden Euro auf Universal-, Voll‐ und Colorwaschmittel, 17,6 % oder 338 Millionen Euro auf Waschhilfsmittel wie Fleckenentferner, Vorwaschmittel und Bleichen und 11,8 % oder 227 Millionen Euro auf Feinwaschmittel.<ref name="IKW" />
Der europäische Waschmittelmarkt wird von technologischen Fortschritten, Umweltvorschriften und sich ändernden Verbrauchergewohnheiten, wie beispielsweise höheren Ansprüchen an Nachhaltigkeit, beeinflusst. Der Trend geht daher zu Waschmitteln mit höheren Konzentrationen an waschaktiven Substanzen und damit zu kleineren Verpackungen für die gleiche Wäschemenge.<ref name="ISN" /> Zudem half die steigende Verbreitung pflegeleichter Textilien und der Entwicklung wirksamerer Waschmittel, die mittleren Waschtemperaturen von den früher üblichen 95 °C auf 30 bis 60 °C oder sogar auf Kaltwäschetemperatur abzusenken und so Energie einzusparen. Gleichzeitig sank der Wasserverbrauch von 200 auf etwa 40 Liter oder weniger pro Waschgang.<ref name="WagnerG5" />
Der globale Waschmittelmarkt wurde für 2025 auf 73,31 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die treibende Kraft für Marktveränderungen ist ein wachsender Anteil des E-Commerce-Sektors, der spezielle Verpackungen zur Steigerung der Versandeffizienz erfordert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kompakten Verpackungen aus nachhaltigen Materialien.<ref name="Mordor" />
Die größten Hersteller auf dem europäischen Markt sind Henkel, Procter & Gamble und Unilever. Ein weiterer großer Hersteller sind die Dalli-Werke, der vor allem Handelsmarken für Aldi oder Lidl produzieren.<ref name="BrückM" />
Die drei in Europa marktführenden Konzerne Procter & Gamble (Ariel, Lenor, Dash und Vizir), Unilever (Coral und Skip) und Henkel (Persil, Weißer Riese, Spee und Terra) bildeten zwischen 2002 und 2005 ein Wirtschaftskartell, das Absprachen zu Preisen und Marktanteilen getroffen hatte. Henkel zeigte das 2008 dem deutschen Kartellamt an. Die EU-Kommission verurteilte Procter & Gamble zu 211,2 Millionen und Unilever zu 104 Millionen Euro Strafe.<ref name="Tagesschau" />
Besonders umweltverträgliche Waschmittel werden mit Umweltsiegeln wie dem Europäischen Umweltzeichen und dem Blauen Engel gekennzeichnet.<ref name="EU" /> Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest und die Zeitschrift Öko-Test testen und bewerten Waschmittel in ihren Veröffentlichungen unter anderem auf ihre Umweltverträglichkeit.<ref name="DegnerM" />
Für das EU-Umweltzeichen hat das Umweltbundesamt 1998 einen Großteil der in Europa angebotenen Waschmittel hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen beim Waschen bewertet. Dabei wurden unter anderem die Gesamtchemikalienmenge pro Waschgang, die biologische Abbaubarkeit und Toxizität gegenüber Wasserorganismen, die nicht biologisch abbaubaren organischen Substanzen sowie der biochemische Sauerstoffbedarf als Bewertungskriterien herangezogen. Waschmittel in Baukastensystemen waren laut dieser Studie bei sachgemäßer Anwendung die umweltschonensten Waschmittel. Alle Inhaltsstoffe wie Enthärter, Bleichmittel und Duftstoffe müssen jedoch von Anwender individuell und gezielt auf die Bedürfnisse des Waschgutes und der Wasserqualität eingestellt werden. Die relativ geringe Umweltbelastung der Baukastensysteme wird ebenfalls von einigen Colorwaschmitteln erreicht.<ref name="UBA" />
Biologische Abbaubarkeit
Wasch- und Reinigungsmittel gelangen nach Verwendung in Kläranlagen und Fließgewässer. Waschmittel enthalten vor allem Tenside, die dafür sorgen, dass Fette aus der Kleidung ausgewaschen werden, und Enthärter, die weiches Wasser erzeugen. In Waschmittel werden anionische und nichtionische Tenside verwendet. Die Tenside und andere Inhaltsstoffe müssen in Kläranlagen abgebaut werden. Werden sie nicht richtig abgebaut, gelangen sie in die Gewässer, da sie von den natürlichen Oberflächen in den Gewässern nicht aufgenommen werden.<ref name="TripathyDB" />
Der biologische Abbau von linearen Alkylbenzolsulfonaten wurde eingehend untersucht. Die Alkylkette wird zunächst wie beim natürlichen Fettsäureabbau durch wechselweise ω-Oxidation und β-Spaltung zum Phenylbuttersäuresulfonat abgebaut. Dieses Zwischenprodukt wird unter Beteiligung von Coenzym A vollständig abgebaut.<ref name="FabryB" /> Die Abbaubarkeit von anionischen Tensiden wird mittels der Methylenblaumethode verfolgt. Diese ist unter anderem detailliert in der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 beschrieben.<ref name="EUVO" />
Weitere Inhaltsstoffe wie Farb- und Duftstoffe können für die Umwelt ebenfalls problematisch sein. So sind Moschusduftstoffe wie Galaxolide oder Tonalide nur langsam oder gar nicht biologisch abbaubar. Ähnliches gilt für optische Aufheller. Waschmittel, die als antibakteriell ausgezeichnet sind, enthalten ferner Biozide, die dafür sorgen, dass Krankheitserreger und Schädlinge abgetötet werden. Biozide können jedoch, wenn sie in Gewässer gelangen, Wasserlebewesen schädigen; zudem beeinträchtigen sie die Wirkungsweise biologischer Kläranlagen.<ref>Christa Pöppelmann, Melanie Goldmann: Umweltgerecht einkaufen: Worauf Verbraucher achten sollten. DIN Ratgeber. Beuth Verlag, Berlin/Wien/Zürich 2008, ISBN 978-3-410-16785-3, S. 91–94.</ref>
Energieeffizienz
Datei:Sinner Kreis A.pngSinnerscher Kreis, Grundparameter einer Reinigung: Waschmittel, Temperatur, Mechanik, Zeit
Die Abhängigkeit des Reinigungserfolges bei gegebener Verschmutzung, Textilart und Wasserqualität wird im sogenannten Sinnerschen Kreis dargestellt, einem Modell, das den Zusammenhang zwischen Waschmittel, mechanischer Behandlung, Temperatur und Zeit im Waschprozess in Bezug auf den Wascherfolg beschreibt. Sowohl für die mechanische Behandlung als auch für eine Temperaturerhöhung wird Energie benötigt. Durch den Einsatz effizienter Waschmittel kann der Energiebedarf durch Absenkung der Temperatur und Verkürzung der Waschzeit bei gleichem Wascherfolg entsprechend reduziert werden.<ref name="FerriA" />
Mikroplastik
Mikroplastik kann durch das Waschmittel selbst oder den Waschprozess freigesetzt werden, wobei es drei Quellen gibt. Dies sind zum einen Mikrofasern aus synthetischen Textilien wie beispielsweise Polyestern, absichtlich zugesetztes Mikroplastik in Waschmitteln und gegebenenfalls Reste von nicht vollständig aufgelösten Waschmittel-Pads. Mikroplastik in Waschmitteln ist eine Quelle für sogenanntes primäres Mikroplastik. Die am häufigsten in Haushaltswaschmitteln nachgewiesenen Polymere waren Polyamide, Silikone, Polyurethane, Acrylat-Copolymere, Polyethylen und Polyethylenterephthalat. In Waschmitteln wurden durchschnittlich 354 ±144 Partikel pro Kilogramm gefunden.<ref name="LinQ" />
Allgemein werden Partikel, die kleiner als 5 Millimeter sind, als Mikroplastik bezeichnet. Abweichend davon definiert die EU-Verordnung 2023/2055 synthetische Textilfasern mit einer Länge von 0,3 bis 15 Millimetern und mit einem Längen-Durchmesser-Verhältnis von mehr als 3 als Mikroplastik. Zur Minimierung der Mikroplastikbelastung des Waschwassers werden Filter für Waschmaschinen angeboten, die einen Großteil der Mikrofasern zurückhalten können.<ref name="KimmelT" />
Waschmittelreste
Waschmittel werden nicht vollständig aus der Kleidung herausgewaschen. Das beeinträchtigt möglicherweise allergisch reagierende Personen, ist aber auch für Küchentextilien wie Strudeltücher, mitzukochende Tücher zum Kochen von Serviettenknödeln und anderen relevant.
Lineare Alkylbenzolsulfonate als Bestandteile von Waschmitteln gehören mengenmäßig zu den bedeutendsten Schadstoffen im Hausstaub. Sie wurden 2004 bei einer Untersuchung des Österreichischen Umweltbundesamtes in Mengen zwischen 37 und 660 Milligramm pro Kilogramm Hausstaub gefunden.<ref name="UBAAT" /> Sie reichern sich durch die Reinigung der Innenräume sowie durch Rückstände auf Textilien an.<ref name="UBAAT1" />
Analytik
Der Nachweis anionischer Tenside im Abwasser erfolgt mit der Methylenblaumethode nach Longwell und Maniece. Der Nachweis erfolgt kolorimetrisch, indem eine Wasserprobe angesäuert, mit Chloroform versetzt und mit Methylenblau, einem kationischen Farbstoff, versetzt wird. In Gegenwart eines anionischen Tensids bilden das kationische Methylenblau und das anionische Tensid ein Ionenpaar, das in die organische Chloroformphase extrahiert wird. Die Farbsättigung des Chloroforms steigt mit der Konzentration des anionischen Tensids, dessen Gehalt durch Farbvergleich mit einer geeichten Farbskala bestimmt werden kann. Das Verfahren ist in der Norm ISO 7875-1: 1996-12 beschrieben.<ref name="PohlingR" />
Nichtionische Tenside im Abwasser werden mit der Wickbold-Methode nach DIN 38409-23 bestimmt. Dazu werden die nichtionischen Tenside zunächst aus einer wässrigen Probe durch Durchblasen mit Stickstoff in eine organische Essigsäureethylesterphase überführt. Nach dem Abdampfen des Lösungsmittels wird der Rückstand in Wasser gelöst und mit Bariumtetraiodobismutat unter Komplexbildung gefällt.
Der Niederschlag wird mit Ammoniumtartrat-Lösung gelöst und anschließend das dabei gebildete Bismuttartrat mit Ethylendiamintetraessigsäure komplexiert und die Komplexkonzentration bei einer Wellenlänge von 263,3 Nanometern photometrisch bestimmt.<ref name="FalbeJ3" />
Literatur
Helmut Stache, Heinrich Großmann: Waschmittel. Aufgaben in Hygiene und Umwelt. Springer, Berlin, Heidelberg, New York, London, Paris, Tokyo, Hong Kong, Barcelona, Budapest, 1992, ISBN 978-3-540-55324-3.
Herrmann G. Hauthal, Günter Wagner: Reinigungs- und Pflegemittel im Haushalt. Chemie, Anwendung, Ökologie und Verbrauchersicherheit. 2. Auflage. Verlag für Chemische Industrie Ziolkowsky, Augsburg 2007, ISBN 978-3-87846-265-1.
Günter Wagner: Waschmittel: Chemie, Umwelt, Nachhaltigkeit. 5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2017, ISBN 978-3-527-34316-4.
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<ref name="AguilarMorenoM">Manuel Aguilar-Moreno: Handbook to life in the Aztec world. Infobase Publishing, 2006, ISBN 978-0-8160-5673-6, S. 368.</ref>
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<ref name="GurkokS">Sumeyra Gürkök: Microbial Enzymes in Detergents: A Review. In: International Journal of Scientific and Engineering Research. 10.9, 2019, S. 75–81, (online).</ref>
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