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Schleuß

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Schleuß
Gemeinde Tangerhütte
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(53)&title=Schleu%C3%9F 52° 31′ N, 11° 44′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(53) 52° 30′ 51″ N, 11° 43′ 30″ O
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Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 9,58 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 53 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 6 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Windberge
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 03931
Lage von Schleuß in Sachsen-Anhalt
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Datei:Schleuß Dorfkirche.JPG
Dorfkirche Schleuß

Schleuß ist ein Ortsteil der Ortschaft Windberge der Stadt Tangerhütte im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).<ref name="Hauptsatzung" />

Geographie

Schleuß, ein Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt 10 Kilometer nordwestlich von Tangerhütte und 14 Kilometer südwestlich von Stendal am Lüderitzer Tanger in der Altmark. Es ist umgeben vom Landschaftsschutzgebiet „Uchte-Tangerquellen und Waldgebiete nördlich von Uchtspringe“.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Einen Kilometer südwestlich des Dorfes liegt der Schleußer Teich, der zur Gemarkung von Lüderitz gehört. Er wird über einen Graben von der Brunkauer Tanger gespeist, der am Heiderand oberhalb von Brunkau entspringt.

Nachbarorte sind Ottersburg im Westen, Windberge im Nordwesten, Lüderitz im Südosten und Brunkau im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes als villam scilicet Slautiz erfolgte in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Albrecht der Bär gegenüber dem Kloster Hillersleben und datiert aus dem Jahr 1160. Das Dorf gehörte zum Balsamgau.<ref name="HOB-12" /><ref name="Riedel-22" /> Mehrere kirchliche Einrichtungen hatten Besitzungen im Ort. Im Jahr 1206 wurde dem Stendaler Domstift der Besitz des Dorfes Slautiz bestätigt.<ref name="Germania Sacra NF 49" /> Weitere Nennungen sind 1209 Slautiz,<ref name="HOB-12" /> 1320 Sloytiz, 1365 slewts, 1377 Sloitze, 1420 sloitz, 1540 schloitz,<ref name="Zahn-1928" /> 1687 Schleutze, 1775 Schleusse oder Schleutz oder Schlutz<ref name="HOB-12" /> und 1804 das Dorf Schleutz mit Schmiede, Wassermühle und Krug.<ref name="Bratring-1" />

1373<ref name="Zahn-1928" /> und im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zerstört und jeweils wieder aufgebaut. 1540 verfügte der Ort über eine eigene Pfarrei, die jedoch bereits 1579 wieder aufgegeben war.<ref name="Zahn-1928" />

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 13 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 392 Hektar, eine Kirchenbesitzung umfasste einen Hektar Landbesitz, genauso wie eine Gemeindebesitzung. Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Goldene Sonne“.<ref name="HOB-12" />

Herkunft des Ortsnamens

Heinrich Sültmann meint, der Name stammt vom slawischen sleivo, ssliwo für Schlehe und heißt demnach „Schleehbusch“.<ref name="Sültmann-1932" /><ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />

Eingemeindungen

Schleuß gehörte bis 1807 zum Tangermündeschen Kreis, dann bis 1813 zum Kanton Lüderitz. Danach kam die Gemeinde zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Schleuß nach Windberge eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />

Seit dem 31. Mai 2010 gehört der Ortsteil Schleuß zur Ortschaft Windberge und zur „Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte“, da an dem Tage Windberge in Tangerhütte eingemeindet wurde.<ref name="AB-SDL-Gebiet" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 101
1772 082
1790 132
1798 138
1801 142
1818 153
1840 188
Jahr Einwohner
1864 180
1871 145
1885 137
1892 [0]123<ref name="Zahn-1928" />
1895 135
1900 [0]114<ref name="Zahn-1928" />
1905 113
Jahr Einwohner
1910 [0]121<ref name="Zahn-1928" />
1925 113
1933 [00]132<ref name="EW-1933" />
1939 112
1946 232
2013 [00]062<ref name="EW-2014" />
2014 [00]063<ref name="EW-2014" />
Jahr Einwohner
2018 [00]56<ref name="EW-2019" />
2019 [00]63<ref name="EW-2019" />
2020 [00]61<ref name="EW-2021" />
2021 [00]56<ref name="EW-2021" />
2022 [0]55<ref name="EW-2023" />
2023 [0]53<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:<ref name="HOB-12" />

Religion

  • Die evangelische Kirchengemeinde Schleuß, die früher zur Pfarrei Lüderitz gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Lüderitz im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Schleuß stammen aus dem Jahre 1775.<ref name="Machholz" />
  • Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Schleuß, ein kleiner romanischer Feldsteinsaal aus dem 13. Jahrhundert, trägt einen Fachwerkturm aus dem Jahre 1793.<ref name="Dehio_I" /> Die Kirche besaß einen Schutzaltar mit Marienbild und Bischof.<ref name="Beckmann-2" /> Die Kanzel von Hans Ludicke aus dem Jahre 1754 trägt eindrucksvolle Schnitzereien. Sie gehörte zu einem Kanzelaltar.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Auf dem Kirchhof ist der Ortsfriedhof.

Wirtschaft

Das ländlich geprägte Dorf verfügt über ein Lebensmittelgeschäft und Fremdenzimmer.

Verkehr

Der Ort liegt westlich der Bundesstraße 189 unweit der in Bau befindlichen A14.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Strecken und Fahrpläne. In: stendalbus.de. Abgerufen am 9. April 2023.</ref>

Durch das Dorf führt der Radfernweg Altmarkrundkurs.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Schleuß – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF).</ref>

<ref name="AB-SDL-Gebiet">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zur Bildung der neuen Stadt Tangerhütte aus allen Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft „Tangerhütte-Land“. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 20. Jahrgang, Nr. 13, 30. Mai 2010, ZDB-ID 2665593-7, S. 183–194, §1, §7 (landkreis-stendal.de [PDF; 2,0 MB; abgerufen am 6. Januar 2021]).</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Beckmann-2">Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Hrsg.: Berlin. Band 2, 5. Teil, 1. Buch, VI. Kapitel, 1753, Spalte 61, V. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10936702~SZ%3D00397~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 3. April 2021.</ref>

<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 282 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D304~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Dehio_I">Mario Titze in: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band I: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 837–838.</ref>

<ref name="EW-1933">Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. In: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs. 3. Auflage. Band 450. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, 1936, ZDB-ID 223601-1, S. 85, urn:nbn:de:bsz:180-digad-21790.</ref>

<ref name="EW-2014">Birgit Schulze: Abwärtstrend wird gebremst. In: Stendaler Volksstimme. 14. Januar 2015, S. 20.</ref>

<ref name="EW-2019">Birgit Schulze: Tangerhütte schrumpft wieder. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2020, S. 20.</ref>

<ref name="EW-2021">Birgit Schulze: Tangerhütte verliert weiter Einwohner. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 13. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 17.</ref>

<ref name="EW-2023">Birgit Schulze: So wenig Babys wie noch nie. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 13. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 18.</ref>

<ref name="Germania Sacra NF 49">Christian Popp: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Halberstadt 1. Das Stift St. Nikolaus in Stendal (= Germania Sacra, Neue Folge. Band 49). S. 207 (Digitalisat).</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Hauptsatzung">Stadt Tangerhütte: Hauptsatzung der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte. 15. Dezember 2020, §17 Ortschaftsverfassung (tangerhuette.de [PDF; 399 kB; abgerufen am 17. Januar 2021]).</ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Stendal">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 171–172.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Lüderitz. In: ekmd.de. Abgerufen am 9. April 2023.</ref>

<ref name="Riedel-22">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

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