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Rjabinowka (Kaliningrad, Bagrationowsk)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Siedlung
Rjabinowka/Schmoditten
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Flagge Wappen
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Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Bagrationowsk
Gegründet {{#property:P571}}
Frühere Namen Schmoditten (bis 1946)
Bevölkerung 333 Einwohner
(Stand: 1. Okt. 2021)<ref name="einwohner_aktuell">Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)</ref>
Zeitzone UTC+2
Postleitzahl 238420
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 000 068
Geographische Lage
Koordinaten 54° 25′ N, 20° 36′ OKoordinaten: 54° 25′ 11″ N, 20° 36′ 25″ O
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Rjabinowka (Kaliningrad, Bagrationowsk) (Europäisches Russland)
Rjabinowka (Kaliningrad, Bagrationowsk) (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Rjabinowka (Kaliningrad, Bagrationowsk) (Oblast Kaliningrad)
Rjabinowka (Kaliningrad, Bagrationowsk) (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad

Rjabinowka ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsch Schmoditten) ist eine Siedlung im Rajon Bagrationowsk (Kreis Preußisch Eylau) der Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) in Russland und gehört zur Gwardeiskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Gwardeiskoje (Mühlhausen)).

Geographische Lage

Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa 37 Kilometer südsüdöstlich der Stadtmitte von Kaliningrad (Königsberg) und vier Kilometer nördlich von Bagrationowsk (Preußisch Eylau).

Geschichte

Datei:Elbing-Königsberg1910.jpg
Schmoditten (Gr. Schmoditten), südsüdöstlich von Königsberg und nördlich der Stadt Preußisch Eylau, auf einer Landkarte von 1910

Am Anfang des 16. Jahrhunderts hieß die Ortschaft Schmeditten,<ref name=boett /> bis 1946 dann Schmoditten.<ref>http://www.ostpreussen.net/ostpreussen/orte.php?bericht=1120</ref>

Im Jahr 1785 wird Schmoditten als ein königliches Dorf mit einer Kirche und 25 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet.<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 117 (Google Books).</ref> 1814 wurde in Schmoditten ein kölmisches Gut, zu dem auch das Vorwerk Klein-Schmoditten (früher Sollsein genannt), ein Krug und zusammen über 458 Morgen Land gehörten und dessen Wert gerichtlich auf 5659 Taler geschätzt worden war, öffentlich zum Kauf angeboten.<ref name="LK">Leopold Krug: Die Preussische Monarchie. Teil 1: Provinz Ostpreussen, Berlin 1833, S. 588, Ziffer 18 (Google Books).</ref>

Ab 1874 war die Landgemeinde in den Amtsbezirk Henriettenhof<ref>Rolf Jehke, Amtsbezirk Henriettenhof/Althof</ref> eingegliedert, der 1928 in „Amtsbezirk Althof“ umbenannt wurde.

Im Jahre 1910 zählte Schmoditten 292 Einwohner<ref>M. W. Ehrenreich: Landkreis Preußisch Eylau. In: Gemeindeverzeichnis 1900. U. Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Juni 2015; abgerufen am 20. Dezember 2025 (Stand 1. Dezember 1910).</ref>. Am 1. Oktober 1928 wurde die Landgemeinde Leidtkeim (heute russische: Bolschakowskoje) nach Schmoditten eingemeindet, und am 1. April 1929 folgte die Landgemeinde Schloditten (Sagorodnoje). Die Einwohnerzahl stieg bis 1933 auf 503 und betrug 1939 507<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>.

Im Jahr 1945 gehörte Schmoditten zum Landkreis Preußisch Eylau im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Nach Einstellung der Kampfhandlungen wurde Schmoditten zusammen mit der nördlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion besatzungsrechtlich in eigene Verwaltung genommen. Das Dorf erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Rjabinowka“.

Bis 2009 war der Ort in den Orechowski sowjet (Dorfsowjet Orechowo (Althof)) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform<ref>Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 253 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009</ref> – eine als „Siedlung“ qualifizierte Ortschaft innerhalb der Gwardeiskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Gwardeiskoje (Mühlhausen)) im Rajon Bagrationowsk.

Kirche

Datei:Schmoditten Kr. Preußisch Eylau Ostpreußen Dorfkirche, Abbildung des Kirchturms um ca. 1895.jpeg
Gotischer Turm der Dorfkirche, um ca. 1895<ref name=boett >Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 2: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen. 1898, S. 155–157 (Google Books).</ref>

Die Kirche in Schmoditten wurde im 14. Jahrhundert – etwa 1330 bis 1360 – errichtet und 1380 vollendet. 1843 wurde sie erneuert, jedoch blieb nur der Turm gotisch, während das Kirchenschiff durch einen niedrigen, architektonisch wenig überzeugenden Zweckbau ersetzt wurde.<ref name=boett/><ref name=harnoch >Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 62–63 (Google Books).</ref> Das Gebäude überlebte den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet, wurde jedoch nach 1945 ausgeräumt und verfiel. Im Jahre 1970 sprengte das sowjetische Militär die noch verbliebenen Kirchenwände und nutzte den Schutt für Straßenreparaturarbeiten.

Kirchengemeinde

Schmoditten war bereits in vorreformatorischer Zeit ein Kirchdorf. Der Einzug der Reformation erfolgte relativ früh. Schmoditten war dann der Inspektion des Königsberger Oberhofpredigers zugeordnet, gehörte zuletzt mit seinem großen Kirchspiel zum Kirchenkreis Preußisch Eylau (heute russisch: Bagrationowsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Während der Zeit der Sowjetunion war kirchliches Leben so gut wie unmöglich. Erst in den 1990er Jahren entstanden in der Oblast Kaliningrad wieder evangelische Gemeinden, von denen die in Gwardeiskoje (Mühlhausen) Rjabinowka am nächsten liegt. Sie ist eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento vom 29. August 2011 im Internet Archive)</ref> der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Kirchspielorte (bis 1945)

Datei:Schmoditten, Evangelische Pfarrkirche, Kanzelaltar, Altaraufsatz, 1676, Bildhauer Joh. Pfeffer (zugeschrieben).jpg
Kanzelaltar

Zum Kirchspiel Schmoditten gehörten bis 1945 der Pfarrort und die Dörfer:<ref>Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußen, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470</ref>

Deutscher Name Russischer Name Deutscher Name Russischer Name
Althof Prechowo Lampasch Nadeschdino
Auklappen Maloje Osjornoje Leidtkeim Bolschakowskoje
Bekarten Borowoje Melonkeim Borowoje
Boggentin Lermontowo Naunienen Berjosowka
Drangsitten Awgustowka Neucken Dubki
Ellermühle NN.<ref name="kein">kein russischer Name bekannt</ref> Palpasch Pessotschnoje
Graventhien Awgustowka Pieskeim Berjosowka
Groß Sausgarten Berjosowka Rappeln Rakitnoje
Johnken Awgustowka Rohrmühle Borowoje
Karlshöfchen NN.<ref name="kein"/> Schloditten Sagorodnoje
Klein Sausgarten Bolschoje Sossehnen Solnzewo,
jetzt: Berjosowka
Kniepitten Kusnetschnoje,
jetzt: Berjosowka
Tollkeim Solnzewo
jetzt: Berjosowka
Kutschitten Snamenskoje Wogau Lermontowo

Pfarrer

In den Jahren nach Einführung der Reformation waren in Schmoditten zwei Geistliche tätig. Bis 1945 taten hier 26 evangelische Pfarrer Dienst<ref>Friedwald Moeller, Altpreußisches Evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, Seite 135</ref>:

  • Urban Klinckicht, bis 1575
  • Paul Streit, ab 1575
  • Sigismund Weier, bis 1583
  • Matthias Cocus, 1588–1598
  • Michael Guderus, bis 1598
  • Matthias Lindewald, ab 1598
  • Valentin Salbert, 1610–1633
  • Michael Schmauserus, 1633–1662
  • Johann Gerhard Dammler, 1662–1675
  • Tobias Schweichel, 1675–1693
  • Johann Pancratius Buck, 1693–1738
  • Bernhard Benedict Walther, 1725–1733
  • Friedrich John, 1735–1778
  • Johann Gottfried Moeller, 1778–1802
  • Johann Friedrich Brandt, 1802–1807
  • Johann Gottfried Fröhloff, 1807–1832
  • Johann Carl Friedrich Borck, 1832–1833
  • Johann Carl Buske, ab 1833
  • Johann Friedrich August Schröder, 1853–1868
  • Anton Ludwig Lehmann, 1868–1879
  • Theophil Tribukait, 1880–1899<ref group="A">Tribukait (1832–1907) war Angehöriger des Corps Masovia.</ref>
  • Julius Hildebrandt, 1899–1911
  • Georg Lindnau, 1911–1912
  • Ernst Wedemann, 1912–1915
  • Georg G. Wilhelm Heynacher, 1915–1935
  • Max Kuehnert, 1935–1945

Söhne des Ortes

  • Sigismund Weier (* 28. Februar 1579 in Schmoditten; † 1661), Pfarrersohn, Mathematiker, Bibliothekar und Historiker
  • Georg Friedrich John (1742–1800), Pfarrersohn, Dichter und Theaterkritiker

Verkehr

Zu erreichen ist der Ort über die russische Fernstraße A 195 (ehemalige deutsche Reichsstraße 128) zwischen der alten und der neuen (Umfahrung Bagrationowsk) Straßenführung.

Am westlichen Ortsrand verläuft die Bahnlinie Kaliningrad (Königsberg) – Bagrationowsk, ein Teilstück der früheren Ostpreußischen Südbahn.

Literatur

  • Schmoditten, Dorf, Kreis Preußisch Eylau, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Schmoditten (meyersgaz.org)
  • Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 2: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen. 1898, S. 155–157 (Google Books).
  • Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 62–63 (Google Books).
  • Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 196–197 (Google Books).
  • Ludwig Fedemir Rhesa: Kurzgefasste Nachrichten von allen seit 1775 an den evangelischen Kirchen in Ostpreußen angestellten Predigern, Königsberg 1834, S. 45 (Google Books).

Weblinks

Anmerkungen

<references group="A" />

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Stadt: Bagrationowsk (Preußisch Eylau)

Siedlungen: Awgustowka (Drangsitten und Graventhien) | Berjosowka (Groß Sausgarten) | Bogatowo (Bornehnen und Rositten) | Bolschakowskoje (Leidtkeim) | Bolschedoroschnoje (Julienhof, Kopainen und Laukitten) | Bolschoje Osjornoje (Klein Sausgarten) | Borowoje (Melonkeim und Rohrmühle) | Dolgorukowo (Domtau, Leißen, Pompicken und Stablack) | Dubki (Neucken) | Dubrowka (Görken und Pilzen) | Gwardeiskoje (Mühlhausen) | Iljitschowka (Lank) | Iljuschino (Bönkeim) | Jablotschkino (Lokehnen) | Jenino (1947–1965) | Juschny (Jesau und Katharinenhof) | Kalmykowo (Heyde) | Kamenka ((Groß) Krücken) | Kornewo (Zinten) | Kossatuchino (Barsen) | Krasnoarmeiskoje (Sollau und Kilgis) | Krasnosnamenskoje (Dollstädt und Vogelsang) | Kunzewo (Weßlienen) | Kurskoje zu (Althof) | Lermontowo (Wogau) | Lineinoje (Bögen und Arweiden) | Maiskoje (Groß Bajohren/Baiersfelde) | Maloje Osjornoje (Auklappen) | Maloje Otwaschnoje (Klein Wickbold) | Marijskoje (Weißenstein) | Medowoje (Sollnicken und Tykrigehnen) | Minino (Bögen) | Moskowskoje (Mükühnen und Partheinen) | Moskowskoje (Schrombehnen) | Muschkino (Stobecken) | Nadeschdino (Lampasch) | Nagornoje (Groß Dexen und Roditten) | Newskoje (Groß Lauth) | Niwenskoje (Wittenberg und Friederikenthal) | Nowo-Moskowskoje (Poplitten, Pörschken und Luisenhof) | Nowosjolki (Klein Waldeck) | Nowosjolowo (Groß Rödersdorf) | Oktjabrskoje (Patranken und Wargitten) | Orechowo (Althof) | Ossokino (Groß Waldeck) | Otwaschnoje (Wickbold und Braxeinswalde) | Partisanskoje (Schönmohr) | Perwomaiskoje (Pottlitten) | Pessotschnoje (Gallitten und Palpasch) | Pjatidoroschnoje (Bladiau) | Pobeda (Arnsberg) | Pobereschje (Schnakeinen, Porschkeim und Kissitten) | Podgornoje (Penken) | Pogranitschnoje (Hussehnen) | Pogranitschny (Hermsdorf) | Primorskoje (Wolittnick) | Proletarskoje (Legnitten) | Prudki (Knauten) | Puschkino (Posmahlen) | Rasdolnoje ((Adlig) Pohren) | Rjabinowka (Schmoditten) | Sadowoje | Sagorodnoje (Schloditten) | Saretschnoje (Ramsen und Dopsattel) | Schirokoje (Strobehnen) | Schukowka (Quilitten) | Sergejewo (Klein Lauth) | Sewerny | Slawjanowka (Romitten) | Slawskoje (Kreuzburg) | Snamenka (Groß Hoppenbruch) | Snamenskoje (Kutschitten) | Soldatskoje (Lewitten) | Solnetschnoje (Thomsdorf) | Sosnowka (Schwanis) | Sowchosnoje (Rippen) | Starosselje (Schultitten) [teilw.] | Strelnja (Schultitten) [teilw.] | Tambowskoje (Vierzighuben) | Timirjasewo (Rauschnick) | Tischino (Abschwangen) | Tropinino (Heide) | Tschapajewo (Schlauthienen und Jerlauken) | Tschechowo (Uderwangen) | Walki (Waldkeim) | Wetrowo (Schölen) | Wladimirowo (Tharau und Ernsthof) | Wyssokoje (Tiefenthal) Vorlage:Klappleiste/Ende