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Nowo-Moskowskoje

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{{#if: befasst sich mit dem Ort Nowo-Moskowskoje im Rajon Bagrationowsk. Zur Verwaltungseinheit im Rajon Gurjewsk siehe Nowomoskowskoje.

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}} Vorlage:Infobox Ort in Russland

Nowo-Moskowskoje (Vorlage:RuS, deutsch: Poplitten (Vorlage:LtS) und Pörschken) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Bagrationowsk im Rajon Bagrationowsk. Zu Nowo-Moskowskoje gehören auch die Ortsstellen Pörschken sowie Louisenhof, welches nach 1945 zunächst dem Ort Woronowo zugeordnet worden war.

Geographische Lage

Die Ortschaft liegt etwa 23 Kilometer nordöstlich der Stadt Mamonowo (Heiligenbeil) und vier Kilometer östlich der Stadt Laduschkin (Ludwigsort) am Rande eines militärisch genutzten Areals.

Geschichte

Datei:Elbing-Königsberg1910.jpg
Pörschken, nordöstlich der Stadt Heiligenbeil und südsüdwestlich von Brandenburg am Frischen Haff, auf einer Landkarte von 1910

Poplitten

Im Jahr 1782 hatte das königliche Dorf Poplitten elf Feuerstellen (Haushaltungen).<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, Anhang Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement, S. 140 (Google Books).</ref> Poplitten war bis 1945 eigenständig.

Bis zum Jahre 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Heiligenbeil im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs. Er war in den Amtsbezirk Pörschken eingegliedert.<ref name="Jehke">Rolf Jehke, Amtsbezirk Pörschken</ref>

Pörschken

Die Gemeinde Pörschken wurde 1386 erstmals urkundlich erwähnt, ist jedoch wesentlich älter. Am Anfang des 16. Jahrhunderts hieß sie Perske.<ref name=boett >Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 2: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen. Königsberg 1892, S. 137–140 (Google Books). </ref> Der Ort bildete den Mittelpunkt der früher so genannten Huntau, einer wasserreichen Landschaft südlich der Niederung des Flüsschens Frisching (russisch: Prochladnaja). 1782 hatte das königliche Dorf Perschken eine Kirche und 24 Feuerstellen.<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, Anhang Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement, S. 133 (Google Books).</ref>

Pörschken zählte 1933 insgesamt 558 Einwohner. Ihre Zahl stieg bis 1939 auf 605<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>. Zwischen 1874 und 1945 bildete Pörschken mit 18 Nachbargemeinden den Amtsbezirk Pörschken<ref name="Jehke" />. Nach umfangreichen Strukturmaßnahmen besonders in den 1920er Jahren gehörten 1945 noch insgesamt acht Gemeinden dazu: Barsen (russisch: Kossatuchino), Konradswalde, Legnitten (Proletarskoje), Perwilten (Gorkowski), Pörschken (Nowo-Moskowskoje), Sollecken (Kossatuchino, zunächst Nischneje) und Wargitten (Oktjabrskoje).

Nowo-Moskowskoje

Nach Ende der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges wurden Pörschken und Poplitten zusammen mit der nördlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion besatzungsrechtlich n eigene Verwaltung genommen. Der Ort Poplitten erhielt 1947 den russischen Namen „Nowo-Moskowskoje“.<ref name="Juni">Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)</ref> Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets, dem 22 Ortschaften zugeordnet waren. Nach 1954 gelangte der Ort zunächst in den Dorfsowjet Pjatidoroschny selski Sowet und später in den Dorfsowjet bzw. Dorfbezirk Pogranitschny selski Sowet (okrug). Von 2008 bis 2016 gehörte Nowo-Moskowskoje zur Landgemeinde Pogranitschnoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Bagrationowsk.

Nowo-Moskowski selski Sowet 1947–1954

Der Dorfsowjet Nowo-Moskowski selski Sowet (ru. Ново-Mосковский сельский Совет) wurde im Juni 1947 im Rajon Laduschkin eingerichtet.<ref name="Juni" /> Im Jahr 1954 wurde er an den Pjatidoroschny selski Sowet angeschlossen.<ref>Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 16 июня 1954 г. № 744/54 «Об объединении сельских советов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 16. Juni 1954, Nr. 744/54: Über die Vereinigung von Dorfsowjets der Oblast Kaliningrad)</ref>

Ortsname Name bis 1947/50 Jahr der Umbenennung
Beregowoje (Береговое) Patersort 1947
Berjosowka (Берёзовка) Grünwiese 1947
Bolschedoroschnoje (Большедорожное) Dagwitten, Julienhof und Laukitten<ref>umbenannt wurde nur Laukitten</ref> 1947
Dubki (Дубки) Charlottenthal 1950
Gogolewo (Гоголeво), jetzt:
Bolschedoroschnoje
Kopainen 1950
Iljitschowka (Ильичёвка) Lank 1947
Jablotschkino (Яблочкино) Lokehnen 1950
Jasnoje (Ясное) Lönhöfen 1947
Krasnoarmeiskoje (Красноармейское), jetzt:
Bolschedoroschnoje
Patranken 1947
Muschkino Lauck und Stobecken 1950
Nowo-Moskowskoje (Ново-Московское) Poplitten 1947
Nowosjolowo (Новосёлово) Groß Rödersdorf 1947
Oktjabrskoje (Октябрьское) Wargitten 1947
Panfilowo (Панфилово) Preußisch Thierau 1947
Perwomaiskoje (Первомайское) Pottlitten 1947
Proletarskoje (Пролетарское) Legnitten 1947
Rasdolnoje (Раздольное) Adlig Pohren 1947
Sosnowka (Сосновка) Schwanis 1947
Sowchosnoje (Совхозное) Rippen 1947
Tropinino (Тропинино) Heide, Kreis Heiligenbeil 1950
Wetrowo (Ветрово) Schölen 1950
Woronowo (Вороново) Alt Kainen und Louisenhof 1950
Datei:Кирха Ново-Московское IMG 7436.jpg
Ruine der Dorfkirche

Kirche

Vorlage:Hauptartikel

Kirchengebäude

Datei:Pörschken, Evangelische Pfarrkirche, Taufengel, um 1710, Bildhauer Joseph Anton Kraus (zugeschrieben).jpg
Taufengel um 1710

Die Grundmauern der Pörschkener Kirche<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> reichen teilweise bis ins 14. Jahrhundert zurück. Im Laufe seiner Geschichte wurde das Gotteshaus mehrmals umgebaut und umgestaltet.

Die Kirche beherbergte einst einen kostbaren Schnitzaltar mit der thronenden Maria mit Heiligen sowie Aposteln. Er gelangte in eine Sammlung der Marienburg (heute polnisch Malbork). Im Innern der Kirche war die Decke in flacher Korbbogenkonstruktion durchgehend bemalt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde vor allem der Turmhelm zerstört. Das Kirchenschiff brannte aus. Nach langer Zeit des Verfalls richtete man die Ruine als Lagerhalle ein. Im nordöstlichen Gebäudeteil brach man eine Öffnung für LKWs in die Wand, und der Turmeingang wurde zugemauert, während die Fenster eine Bretterverschalung erhielten.

Kirchengemeinde

Bereits in vorreformatorischer Zeit war Pörschken ein Kirchdorf. Die Reformation hielt hier relativ früh Einzug. Vor 1945 war der weitaus größte Teil der Bevölkerung evangelischer Konfession. Pörschken gehörte zum Kirchenkreis Heiligenbeil (heute russisch: Mamonowo) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute gibt es in Nowo-Moskowskoje eine kleine Kapelle (Bethaus), die der hier durch neu angesiedelte Russlanddeutsche gebildeten evangelischen Kirchengemeinde als Gotteshaus dient. Sie bildet eine eigene Gemeinde im Pfarrbezirk der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg), die der Propstei Kaliningrad<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) zugeordnet ist.

Persönlichkeiten des Ortes

  • Johann Bernhard Hahn (* 12. Juni 1685 in Pörschken als Pfarrerssohn; † 1755), deutscher orientalischer Philologe und evangelischer Theologe

Verkehr

Der Ort ist zu erreichen über eine Nebenstraße, die bei Swetloje (Kobbelbude) von der russischen Regionalstraße 27A-002 (frühere russisch R 516, Grzechotki / PolenKaliningrad, ehemalige deutsche Reichsautobahn Berlin–KönigsbergBerlinka“) westwärts bis nach Nowo-Moskowskoje führt.

Die Bahnstation von Nowo-Moskowskoje ist der Haltepunkt O. p. 1312 km (vor 1945 Pörschken) an der Bahnstrecke Kaliningrad–Mamonowo. Dieser Haltepunkt befindet sich schon im Stadtkreis Laduschkin.

Literatur

  • Pörschken, Dorf, Kreis Heiligenbeil, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Pörschken (meyersgaz.org).
  • Poplitten, Dorf, Kreis Heiligenbeil, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Poplitten (meyersgaz.org).
  • Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 2: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen. Königsberg 1892, S. 137–140 (Google Books).
  • Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 115–116 (Google Books).
  • Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 195–196 (Google Books).
  • Ludwig Fedemir Rhesa: Kurzgefasste Nachrichten von allen seit 1775 an den evangelischen Kirchen in Ostpreußen angestellten Predigern, Königsberg 1834, S. 81 (Google Books).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Stadtkreis Bagrationowsk

Vorlage:Normdaten