Olympische Winterspiele 1968/Ski Nordisch
| Ski Nordisch bei den Olympischen Winterspielen 1968 | |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122; text-align: center;" | Datei:Grenoble 1968 Winter Olympic logo.svg | |
| Datei:Cross country skiing pictogram.svgDatei:Ski jumping pictogram.svgDatei:Nordic combined pictogram.svg | |
| Information | |
| Austragungsort | Datei:Flag of France.svg Autrans-Méaudre en Vercors / Saint-Nizier-du-Moucherotte |
| Wettkampfstätte | Vorlage:SportPicto Vorlage:SportPicto Autrans Vorlage:SportPicto Vorlage:SportPicto Le Claret Vorlage:SportPicto Dauphiné-Schanze |
| Nationen | 25 |
| Athleten | 253 (213 Datei:Unicode Geschlechtersymbole.svg, 40 Datei:Unicode Geschlechtersymbole.svg) |
| Datum | 7.–18. Februar 1968 |
| Entscheidungen | 10 |
| ← Innsbruck 1964 | |
Bei den X. Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble fanden zehn Wettbewerbe im nordischen Skisport statt. Diese galten gleichzeitig als 27. Nordische Skiweltmeisterschaften. Neben olympischen Medaillen wurden auch Weltmeisterschaftsmedaillen vergeben. Einzige Ausnahme war die Nordische Kombination, in der es ausschließlich olympische Medaillen gab. Austragungsorte waren Autrans mit der Sprungschanze Le Claret und dem provisorischen Skistadion südlich des Dorfes sowie Saint-Nizier-du-Moucherotte mit der Dauphiné-Schanze.
Zum ersten Mal starteten zwei deutsche Teams bei Olympischen Spielen. Die Bundesrepublik Deutschland und die DDR traten mit einer jeweils eigenen Mannschaft an.
Bilanz
Medaillenspiegel
| Platz | Land | Gold | Silber | Bronze | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Datei:Flag of Norway.svg Norwegen | 4 | 2 | 2 | 8 |
| 2 | Datei:Flag of Sweden.svg Schweden | 2 | 2 | 1 | 5 |
| 3 | Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Sowjetunion | 1 | 2 | 2 | 5 |
| 4 | Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei | 1 | 1 | – | 2 |
| 5 | Datei:Flag of Germany.svg BR Deutschland | 1 | – | – | 1 |
| Datei:Flag of Italy.svg Italien | 1 | – | – | 1 | |
| 7 | Datei:Flag of Finland icon.svg Finnland | – | 1 | 2 | 3 |
| 8 | Datei:Flag of Austria.svg Österreich | – | 1 | 1 | 2 |
| Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz | – | 1 | 1 | 2 | |
| 10 | Datei:Flag of East Germany.svg DDR | – | – | 1 | 1 |
Medaillengewinner
| Konkurrenz | Gold | Silber | Bronze |
|---|---|---|---|
| Normalschanze | Datei:Flag of the Czech Republic.svg Jiří Raška | Österreich Reinhold Bachler | Österreich Baldur Preiml |
| Großschanze | Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Wladimir Beloussow | Datei:Flag of the Czech Republic.svg Jiří Raška | Datei:Flag of Norway.svg Lars Grini |
| Konkurrenz | Gold | Silber | Bronze |
|---|---|---|---|
| Einzel | Datei:Flag of Germany.svg Franz Keller | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Alois Kälin | Datei:Flag of East Germany.svg Andreas Kunz |
Langlauf Männer
15 km
Olympiasieger 1964: Eero Mäntyranta (FIN) / Weltmeister 1966: Gjermund Eggen (NOR).
Datum: 10. Februar 1968, 08:30 Uhr
Höhenunterschied: 214 m; Maximalanstieg: 74 m; Totalanstieg: 490 m
75 Teilnehmer aus 25 Ländern, davon 72 in der Wertung.
Als erster der Favoriten nahm der Norweger Grønningen die Strecke in Angriff. Lufttemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hatten die Loipe ein wenig aufgeweicht, wodurch die tieferen Startnummern einen leichten Vorteil besaßen. Der später gestartete Finne Mäntyranta lag nach 5 km noch hinter Grønningen zurück, wies aber bei der 10-km-Zwischenzeit einen Vorsprung von 9,6 Sekunden auf. Grønningen war auf den letzten 5 km der Schnellste, überholte Mäntyranta und hatte am Ende einen Vorsprung von 1,9 Sekunden. Der Schwede Larsson lag nach 10 km noch auf dem 6. Platz, konnte aber drei Ränge gutmachen und gewann die Bronzemedaille.
30 km
Olympiasieger 1964 und Weltmeister 1966: Eero Mäntyranta (FIN).
Datum: 7. Februar 1968, 08:30 Uhr
Höhenunterschied: 275 m; Maximalanstieg: 90 m; Totalanstieg: 990 m
66 Teilnehmer aus 22 Ländern, davon 63 in der Wertung.
Der 30-km-Lauf war die erste Entscheidung dieser Winterspiele, zurückzulegen waren zwei Schleifen von 10 und 20 km Länge. Die Favoriten hatten durchwegs hintere Startnummern gewählt. Der italienische Zollwachbeamte Franco Nones hatte bald einen beachtlichen Vorsprung, doch niemand glaubte, dass er dieses Tempo durchhalten würde. Er legte die ersten 10 km am schnellsten zurück und lag 21,7 Sekunden vor Woronkow und 28,4 Sekunden vor Eero Mäntyranta. Bis zur nächsten Zwischenzeit bei 20 km kam der Finne bis auf 4,2 Sekunden an den Italiener heran, während der Norweger Odd Martinsen bereits einen Rückstand von 32,3 Sekunden aufwies. Es deutete auf eine erfolgreiche Titelverteidigung durch den Finnen hin. Doch auf dem letzten, meist bergab führenden Abschnitt konnte sich Nones nochmals steigern: Er lief wiederum die klare Bestzeit und realisierte den ersten Olympiasieg eines Langläufers aus einem Alpenland (und war erster nichtskandinavischer Goldmedaillengewinner in einer Einzelkonkurrenz, nachdem 1956 es der Staffel der Sowjetunion gelungen war, überhaupt erstes Gold eines Landes außerhalb Skandinaviens zu erobern). Mäntyranta baute ab, Martinsen nahm ihm auf dem letzten Teilstück fast eine Minute ab und stieß auf den zweiten Platz vor.<ref>«Mäntyranta war Nones nicht gewachsen». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 8. Februar 1968, S. 11.</ref>
50 km
Olympiasieger 1964: Sixten Jernberg (SWE) / Weltmeister 1966: Gjermund Eggen (NOR).
Datum: 17. Februar 1968, 08:30 Uhr
Höhenunterschied: 248 m; Maximalanstieg: 70 m; Totalanstieg: 1480 m
51 Teilnehmer aus 18 Ländern, davon 47 in der Wertung.
Zurückzulegen war zweimal eine Runde mit einer Länge von 25 km. Der Norweger Reidar Hjermsted lag bei 15 km in Führung, gefolgt von seinem Landsmann Ole Ellefsæter und dem Schweden Assar Rönnlund. Nach Hälfte der Strecke übernahm Ellefsæter die Führung, während Hjermsted und Rönnlund weit zurückfielen. Bei 40 km kam Pål Tyldum bis auf 40 Sekunden an Ellefsæter heran und lag zwischenzeitlich auf dem zweiten Platz; nur wenig langsamer unterwegs war der Russe Wjatscheslaw Wedenin. Dieser konnte Tyldum noch überholen und gewann die Silbermedaille. Josef Haas, der nach 15 km noch auf dem 12. Platz gelegen hatte, lief auf dem letzten Abschnitt klare Bestzeit, verbesserte sich auf Platz 3 und holte die erste olympische Langlaufmedaille für die Schweiz.
Die Norweger waren die großen Gewinner der Langlaufbewerbe. Bei den 50 km hatten die Läufer Wetterglück: sonniges Wetter, schnelle Spur. Ellefsæter hatte seinen Großangriff nach ungefähr 19 Kilometern gestartet. Die Norweger waren über dessen Sieg nicht sonderlich überrascht, sie wussten, dass er der beste 50-km-Läufer war. Zwar führte vorerst Hjermstad, dann wurde aber Ellefsæter immer schneller, er nahm die steilen, schnellen Abfahrten mühelos; seine Siegerzeit war die schnellste je über 50 km gelaufene Zeit.
Enttäuschend waren die Leistungen der Schweden und Finnen, deren Asse während des Rennens fast durchwegs Schwächeanfälle erlitten und keine Chance auf den Sieg hatten.
Die Österreicher hatten nur zwei Läufer am Start. Andreas Janc lief trotz ungünstiger Start-Nr. 1 ein erfreuliches Rennen, welches nicht einmal die kühnsten Optimisten von ihm erwartet hatten. Er ließ zahlreiche Asse, darunter Mäntyranta (mit 20 Sekunden), Martinsen, und Akentjew hinter sich. Er lag nach 15 km auf Rang 18, steigerte sich Kilometer 25 auf Rang 15 und konnte mit einem kräftigen Finish auf Rang 13 vorrücken, eine seit 1948 (Josef Gstrein mit Rang 12) nicht mehr gesehene Leistung.<ref>«Elefsäter siegte über 50 Kilometer». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 18. Februar 1968, S. 13.</ref><ref>«Kronen-Zeitung Wien» vom 18. Februar 1968.</ref><ref>«Norweger gewann Schi-Marathon . Andreas Janc lief ganz hervorragend»; »Kleine Zeitung«, Steiermark-Ausgabe vom 18. Februar 1968, S. 24.</ref>
4 × 10 km Staffel
Olympiasieger 1964: SWE (Karl-Åke Asph, Sixten Jernberg, Janne Stefansson, Assar Rönnlund) / Weltmeister 1966: NOR (Odd Martinsen, Harald Grønningen, Ole Ellefsæter, Gjermund Eggen).
Datum: 14. Februar 1968, 08:30 Uhr
Höhenunterschied: 174 m; Maximalanstieg: 65 m; Totalanstieg: 420 m
15 Staffeln am Start, alle in der Wertung.
In diesem Rennen mit Massenstart legte der Norweger Odd Martinsen den ersten Abschnitt am schnellsten zurück. Er war 39,7 Sekunden schneller unterwegs als der Schwede Jan Halvarsson, der Russe Wladimir Woronkow verlor 41,1 Sekunden. Auch der zweite norwegische Läufer, Pål Tyldum, lief seinen Abschnitt am schnellsten: Nach Hälfte des Rennens hatten die Norweger bereits einen Vorsprung von 52,3 Sekunden, so dass es klar war, dass sie siegen würde, womit Schweden nur mehr darauf bedacht war, Rang 2 zu halten. Harald Grønningen baute den Vorsprung der Norweger auf der dritten Runde auf 71,5 Sekunden aus und Schlussläufer Ole Ellefsæter auf 1:39,7 min. Die Schweden sicherten sich ähnlich deutlich die Silbermedaille. Der finnische Schlussläufer Eero Mäntyranta holte den Russen Wjatscheslaw Wedenin noch ein und auf der Zielgerade lieferten sich beide ein spannendes Duell, das der Finne mit einer halben Sekunde Vorsprung für sich entschied.
Österreichs Startläufer Heinrich Wallner teilte wohl aus Unroutiniertheit seine Kräfte nicht richtig ein, lief vorerst mit den Assen mit und überforderte sich.<ref>«Staffeltriumph der Skandinavier». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 15. Februar 1968, S. 13.</ref>
Langlauf Frauen
5 km
Olympiasiegerin 1964: Klawdija Bojarskich (URS) (Karriere beendet) / Weltmeisterin 1966: Alewtina Koltschina (URS).
Datum: 13. Februar 1968, 9:00 Uhr
Höhenunterschied: 100 m; Maximalanstieg: 65 m; Totalanstieg: 170 m
34 Teilnehmerinnen aus 11 Ländern, alle in der Wertung.
10 km
Olympiasiegerin 1964 und Weltmeisterin 1966: Klawdija Bojarskich (URS) (Karriere beendet).
| Platz | Land | Sportlerin | Zeit (min) |
|---|---|---|---|
| 1 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Toini Gustafsson | 36:45,5 |
| 2 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Berit Mørdre | 37:54,6 |
| 3 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Inger Aufles | 37:59,9 |
| 4 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Barbro Martinsson | 38:07,1 |
| 5 | Datei:Flag of Finland icon.svg FIN | Marjatta Kajosmaa | 38:09,0 |
| 6 | Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg URS | Galina Kulakowa | 38:26,7 |
| 7 | Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg URS | Alewtina Koltschina | 38:52,9 |
| 8 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Babben Enger | 38:54,4 |
| 9 | Datei:Flag of East Germany.svg GDR | Christine Nestler | 39:07,9 |
| 10 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Barbro Tano | 39:09,6 |
| 14 | Datei:Flag of East Germany.svg GDR | Gudrun Schmidt | 39:22,8 |
| 16 | Datei:Flag of East Germany.svg GDR | Renate Köhler | 39:27,4 |
| 20 | Datei:Flag of Germany.svg FRG | Monika Mrklas | 39:58,2 |
| 22 | Datei:Flag of East Germany.svg GDR | Anna Unger | 40:36,8 |
| 26 | Datei:Flag of Germany.svg FRG | Michaela Endler | 41:01,1 |
Datum: 9. Februar 1968, 9:00 Uhr
Höhenunterschied: 139 m; Maximalanstieg: 70 m; Totalanstieg: 320 m
34 Teilnehmerinnen aus 11 Ländern, davon 32 in der Wertung.
Gustafsson hatte schon im Training gute Leistungen gezeigt, so dass ihr Sieg keine Überraschung war. Die Bedingungen mit weichem Schnee wurden zur Wachsfrage. Gustafsson spurtete mit kraftvollen, männlichen Stil davon, den sie sich beim Training mit ihrem Gatten Assar Rönnlund angeeignet hatte, nahm Steigungen mühelos und fuhr die Abfahrten mit pausenlosem Stockeinsatz hinunter. Bei 5 Kilometern hatte sie die Konkurrenz um 9 Sekunden abgehängt, doch sie steigerte sich noch mehr. Erstmals seit Olympia Oslo 1952 (als die Sowjetunion noch nicht teilnahm) kam keine Sowjetläuferin in die Medaillenränge.<ref>«Skandinavier revanchierten sich». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 10. Februar 1968, S. 13.</ref>
3 × 5 km Staffel
Olympiasiegerinnen 1964: URS (Alewtina Koltschina, Jewdokija Mekschilo (Karriere beendet), Klawdija Bojarskich (Karriere beendet)) / Weltmeisterinnen 1966: URS (Klawdija Bojarskich (Karriere beendet), Rita Atschkina, Alewtina Koltschina).
Datum: 16. Februar, 8:45 Uhr<ref>Olympische Winterspiele 1968, Resultat 3 × 5 km Staffel Frauen auf der offiziellen Seite des IOC</ref>
Höhenunterschied: 139 m
Totalanstieg: 320 m
Maximalanstieg: 70 m
Es nahmen acht Staffeln mit je drei Läuferinnen teil. Bei feucht-nebeligem Wetter auf einer kräftezehrenden Loipe war auf dem ersten Abschnitt die Norwegerin Inger Aufles die Schnellste und holte einen Vorsprung von fast 25 Sekunden auf die fast zeitgleichen Finninnen, Russinnen und Polinnen heraus, rund zehn Sekunden dahinter folgte auf dem fünften Platz Schweden. Mit der besten Einzelleistung aller Läuferinnen überholte Toini Gustafsson, die 40 Sekunden aufholen musste, drei der vor ihr liegenden Läuferinnen und kam an die führende Enger bis auf 16 Sekunden heran.<ref>unten rechts: «Gustafsson blieb dritte Goldene versagt»; Kleine Zeitung, Steiermark-Ausgabe vom 17. Februar 1968, S. 21.</ref> Im zweiten Abschnitt lagen die Schwedinnen auf dem zweiten Platz, gefolgt von den Russinnen. Im letzten Abschnitt änderte sich nichts an den drei ersten Positionen, denn Martinsson war Mørdre nicht gewachsen und die Norwegerin konnte den Vorsprung sogar noch ausbauen. Im Gesamtfazit der Damenbewerbe war das enttäuschende Abschneiden der Sowjetläuferinnen augenscheinlich, die vor vier Jahren in Innsbruck kaum zu schlagen gewesen waren und sich hier mit einer Silber- und zwei Bronzemedaillen begnügen mussten.<ref>«Diesmal nur Silber für Gustafsson». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 17. Februar 1968, S. 13.</ref><ref>„Russinnen entthront“ in «Sport Zürich» Nr. 23 vom 19. Februar 1968, S. 18; POS.: Spalte 5, vorletzte Überschrift</ref>
Skispringen
Normalschanze
Olympiasieger 1964: Toralf Engan (NOR) (Karriere beendet) / Weltmeister 1966: Bjørn Wirkola (NOR).
Datum: 11. Februar, 13:00 Uhr
Schanze: Le Claret (Autrans); K-Punkt: 70 m
58 Teilnehmer aus 17 Ländern, alle in der Wertung.
Der weiteste Sprung je Durchgang wurde mit 60 Punkten bewertet, hinzu kamen maximal 60 Punkte für den Sprungstil. Jeweils die tiefste und höchste Wertung der fünf Kampfrichter waren Streichergebnisse. Maximal konnten 240 Punkte erzielt werden.
Nur einer der Favoriten, Jiří Raška, wurde den Erwartungen gerecht. Nach dem ersten Sprunglauf gab es geringe Abstände. Raska wies die Punktezahl 115,2 vor Preiml 113,8, Mattila 111,1, Scheglanow 110,0 sowie Wirkola und Neuendorf mit je 108,7 auf. Die beste Weite überhaupt hatte zwar Preiml mit 80 m im ersten Durchgang erzielt, doch Raška hatte hier für seine 79,5 m die besseren Haltungsnoten erhalten; Bachler lag auf Rang 8.
Für den 2. Durchgang war der Anlauf verkürzt worden. (Die Weiten wurden nicht unerheblich gemindert.) Preiml erwischte die Spur nicht gut (er war von drei Spuren in die langsamste geraten und hatte auch den richtigen Absprung verpasst), seine 72,5 m ließen ihn letztlich auf den Bronzeplatz zurückfallen (in einer Reihung des zweiten Durchgangs kam er mit 98,8 Punkten nur auf Rang 19). Bachler sprang auf 76,0 m, wofür er 106,4 Punkte erhielt und nicht nur im 2. Durchgang letztlich Platz 1 belegte, sondern im Ablauf des Springens auch auf Platz 1 vorstieß. Nur Raška blieb unschlagbar; er setzte erneut einen sauberen Sprung (72,5 m), für den ihm 101,3 Punkte zuerkannt wurden (zwar bedeutete diese Note im 2. Durchgang "nur" Rang 8, aber sie reichte für den Erfolg). Trotzdem stellte das Ergebnis der Österreicher mit zwei Medaillen angesichts der sonstigen Dominanz anderer Nationen eine Überraschung dar, wenngleich anderseits Max Golser mit einem Sprung auf sogar 82,0 m im Training hatte aufhorchen lassen.<ref>«Golser sprang 82 Meter» POS.: Spalte 5, oben. In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 11. Februar 1968, S. 13.</ref><ref>«Die unverhofften Medaillen von Autrans». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 13. Februar 1968, S. 11.</ref> Der amtierende Doppelweltmeister Wirkola sprang 76,5 m und 72,5 m, sodass er hier wie auch später auf der Großschanze ohne Medaille blieb.
Nach dem Probedurchgang hatte es eine österreichische Dreifachführung mit Preiml (78,0 m), Bachler (75,5 m) und Golser (74 m) gegeben.<ref>„Silber für Bachler, Bronze für Preiml“ in »Welt und Sport« (= Montagausgabe der »Volkszeitung Kärnten«) Nr. 1049 vom 12. Februar 1968, S. 1.</ref>
58 Teilnehmer aus 17 Ländern, alle in der Wertung.
Großschanze
Olympiasieger 1964: Veikko Kankkonen (FIN) / Weltmeister 1966: Bjørn Wirkola (NOR).
Datum: 18. Februar, 13:00 Uhr
Schanze: Dauphiné (Saint-Nizier-du-Moucherotte); K-Punkt: 90 m
58 Teilnehmer aus 17 Ländern, alle in der Wertung.
Es galt dasselbe Wertungssystem wie auf der Normalschanze mit maximal 240 Punkten. Beloussow erzielte in beiden Durchgängen die beste Weite.
Da es am 16. Februar wegen Nebels kein Training gegeben hatte, war sogar in Betracht gezogen worden, den Bewerb selbst erst einen Tag nach dem vorgesehenen Ende der Spiele, also am 19. Februar, durchzuführen. Es gab auch einen Fehler durch den Veranstalter, als er den Probedurchgang als ersten Wertungsdurchgang ankündigte (hier waren die Österreicher Bachler (101,5 m) und Preiml (98,0 m) am weitesten gesprungen). Tatsächlich hätte der Probedurchgang nur bei einem Ausfall eines Wertungsdurchgangs gezählt.<ref>«Springern droht Verschiebung». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 17. Februar 1968, S. 14.</ref>
Beloussow war der erste Sowjetsportler, der im Spezialsprunglauf eine Olympiamedaille gewann. Er galt für die meisten als Außenseiter, doch er hatte das Qualifikationsspringen der Sowjet-Springerelite gewonnen und auch in zwei vorherigen Konkurrenzen Raška geschlagen. Bereits im Probedurchgang war er der Beste gewesen, vor Wirkola und Bachler, die ihre Leistung nicht bestätigen konnten. Ähnlich schlecht sprang auch Veikko Kankkonen.
Für seinen ersten Sprung erhielt Beloussow 118,0 Punkte, Raška 116,3, dazwischen lag der Japaner Takashi Fujisawa, dem 116,8 Punkte zuerkannt worden waren. Im zweiten Durchgang (bei verkürztem Anlauf) schaffte Raška mit 98 Metern vorerst den weitesten Sprung der Medaillenanwärter, doch Beloussow war noch um einen halben Meter besser. Der einzige, der noch Gold hätte holen können, war Fujisawa, der nun den Absprung verfehlte, gerade noch einen Sturz verhindern konnte und auf Rang 18 zurückfiel. Der Japaner war zwar gut weggekommen, bekam aber Oberluft und musste den Sprung vorzeitig abbrechen. Die großen Verlierer waren die Nordländer, trotz Bronze für Lars Grini und Rang 5 für Bent Tomtum, denn Rang 23 für Wirkola und 24 für Olympiasieger Kankkonen stellten aus deren Sicht eine schwere Niederlage dar. Bei den Österreichern entsprachen die Leistungen von Golser und Lichtenegger den Erwartungen; Bachler konnte sich noch von Rang 8 auf 6 verbessern. Preiml hatte den ersten Sprung total verhaut (Rang 55).<ref>«Der Außenseiter, der es niemals war». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 20. Februar 1968, S. 14.</ref><ref>«Revolution der Springer: ¸König’ Wirkola abgedankt. Junger Russe triumphierte – Bachler schwächer»; Kleine Zeitung, Steiermark-Ausgabe vom 20. Februar 1968, S. 31.</ref><ref>«Bei Bachler und Preiml klappte nur der Probedurchgang – Russen-Sieg»; Kronen-Zeitung Wien vom 19. Februar 1968.</ref><ref>„Junger Russe distanzierte Weltelite“ in Welt und Sport (= Montagausgabe der Volkszeitung Kärnten) Nr. 1050 vom 19. Februar 1968, S. 2.</ref>
Nordische Kombination
Olympiasieger 1964: Tormod Knutsen (NOR) (Karriere beendet) / Weltmeister 1966 Georg Thoma (FRG) (nur mehr bei Volksläufen aktiv).
Skispringen: 10. Februar, 13:00 Uhr
Schanze: Le Claret (Autrans); K-Punkt: 70 m
Langlauf 15 km: 12. Februar, 09:00 Uhr
Höhenunterschied: 275 m; Maximalanstieg: 70 m; Totalanstieg: 470 m
41 Teilnehmer aus 13 Ländern, alle in der Wertung.
Beim Springen hatte jeder Athlet drei Versuche, von denen die beiden besten in die Wertung einflossen. Die Punkte wurden ermittelt, indem man die fünf besten Weiten eines Durchgangs addierte und durch 5 teilte. Entsprechend ihrer Weite erhielten die Wettkämpfer eine Wertung unter oder über diesem Mittelwert. Ein Rückstand von 12 Punkten bedeutete, dass beim 15-km-Langlauf exakt eine Minute aufgeholt werden musste. Nach dem Springen führte Franz Keller die Wertung an, Mitfavorit Alois Kälin lag auf dem 24. Rang und musste in der Loipe einen Rückstand von dreieinhalb Minuten aufholen. Kälin lief die mit Abstand beste Zeit, doch am Ende des Rennens betrug Kellers Vorsprung 1,05 Punkte oder rund sechs Sekunden.<ref>Kombinationsspringen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 11. Februar 1968, S. 13.</ref>
Ergebnis Springen: 1. Keller 240,1 (73,0/77,5 m); 2. Hiroshi Itagaki (JPN) 237,4 (73,5/76.0 m); 3. Fiedor (POL) 234,3 (74,0/74,0 m); 4. Taniguchi (JPN) 224,4 (73,0/72,5 m), 5. ex aequo Wiaczesław DriaginDriagin (71,5/74,5 m) & Makara (URS) (72,5/74 m) 222,8; 7. Andersen (NOR) 221,2 (72,5/72,5 m); 8. Gąsienica (POL) 217,7 (72,5/71,5 m); 9. Kučera (ČSSR) 217,4 (72,0/73,0), 10. Kunz (GDR) 216,9 (72,5/74 m); weiters 21. Heigenhauser; 32. Voggenberger; 35. Öhlböck
Für die Nordländer gab es eine schwere Schlappe; Rang 21 für Mikkel Dobloug (NOR), so etwas hatte es in der Geschichte der Nordischen Kombination noch nie gegeben. Franz Keller holte bei diesen Spielen die erste Goldmedaille für die FRG.<ref>«Keller ist bester Kombinierer». In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 13. Februar 1968, S. 13.</ref>
Weblinks
- Langlauf bei den Olympischen Winterspielen 1968 in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch; archiviert vom Original)Vorlage:Abrufdatum
- Skispringen bei den Olympischen Winterspielen 1968 in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch; archiviert vom Original)Vorlage:Abrufdatum
- Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen 1968 in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch; archiviert vom Original)Vorlage:Abrufdatum
- Offizieller Bericht der Olympischen Winterspiele 1968 (PDF; 19,4 MB)
Einzelnachweise
<references />
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Skilanglauf bei Olympischen Spielen – Skispringen bei Olympischen Spielen – Nordische Kombination bei Olympischen Spielen
Chamonix 1924 | St. Moritz 1928 | Lake Placid 1932 | Garmisch-Partenkirchen 1936 | St. Moritz 1948 | Oslo 1952 | Cortina d’Ampezzo 1956 | Squaw Valley 1960 | Innsbruck 1964 | Grenoble 1968 | Sapporo 1972 | Innsbruck 1976 | Lake Placid 1980 | Sarajevo 1984 | Calgary 1988 | Albertville 1992 | Lillehammer 1994 | Nagano 1998 | Salt Lake City 2002 | Turin 2006 | Vancouver 2010 | Sotschi 2014 | Pyeongchang 2018 | Peking 2022 | Mailand-Cortina 2026
Listen: Olympiasieger im Skilanglauf – Olympiasieger im Skispringen – Olympiasieger in der Nordischen Kombination
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Weltmeister im Skilanglauf | Weltmeister im Skispringen | Weltmeister in der Nordischen Kombination
Chamonix 1924 | Johannisbad 1925 | Lahti 1926 | Cortina d’Ampezzo 1927 | St. Moritz 1928 | Zakopane 1929 | Oslo 1930 | Oberhof 1931 | Lake Placid 1932 | Innsbruck 1933 | Sollefteå 1934 | Vysoké Tatry 1935 | Garmisch-Partenkirchen 1936 | Chamonix 1937 | Lahti 1938 | Zakopane 1939 | Cortina d’Ampezzo 1941 (inoffiziell) | St. Moritz 1948 | Lake Placid 1950 | Oslo 1952 | Falun 1954 | Cortina d’Ampezzo 1956 | Lahti 1958 | Squaw Valley 1960 | Zakopane 1962 | Innsbruck 1964 | Oslo 1966 | Grenoble 1968 | Vysoké Tatry 1970 | Sapporo 1972 | Falun 1974 | Innsbruck 1976 | Lahti 1978 | Lake Placid 1980 (ausgelagert: Falun 1980) | Oslo 1982 | Sarajevo 1984 | Engelberg und Rovaniemi 1984 | Seefeld 1985 | Oberstdorf 1987 | Lahti 1989 | Val di Fiemme 1991 | Falun 1993 | Thunder Bay 1995 | Trondheim 1997 | Ramsau 1999 | Lahti 2001 | Val di Fiemme 2003 | Oberstdorf 2005 | Sapporo 2007 | Liberec 2009 | Oslo 2011 | Val di Fiemme 2013 | Falun 2015 | Lahti 2017 | Seefeld 2019 | Oberstdorf 2021 | Planica 2023 | Trondheim 2025 | Falun 2027 | Lahti 2029 | 2031
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Skilanglauf bei den Olympischen Winterspielen
- Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen
- Skispringen bei den Olympischen Winterspielen
- Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 1968
- Nordische Skiweltmeisterschaften
- Männerskisprungwettbewerb
- Sportveranstaltung in Autrans-Méaudre en Vercors
- Saint-Nizier-du-Moucherotte
- Nordische Skiweltmeisterschaften (Frankreich)