Olympische Winterspiele 1924/Ski Nordisch
| Ski Nordisch bei den I. Olympischen Winterspielen | |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122; text-align: center;" | Datei:Olympic rings without rims.svg | |
| Datei:Cross country skiing pictogram.svgDatei:Ski jumping pictogram.svgDatei:Nordic combined pictogram.svg | |
| Information | |
| Austragungsort | Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Chamonix |
| Wettkampfstätte | Stade Olympique Tremplin du Mont |
| Nationen | 12 |
| Athleten | 82 (82 Männer) |
| Datum | 25. Januar bis 2. Februar 1924 |
| Entscheidungen | 4 |
Bei den I. Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix fanden vier Wettbewerbe im nordischen Skisport statt. Diese galten gleichzeitig als 1. Nordische Skiweltmeisterschaften. Austragungsorte waren das Stade Olympique und die Sprungschanze im Ortsteil Le Mont.
1921 hatte das Internationale Olympische Komitee beschlossen, eine „Internationale Woche des Sports“ abzuhalten. Diese wurde 1924 in Chamonix erstmals veranstaltet und ein so großer Erfolg, dass das IOC sie 1926 nachträglich zu den ersten Olympischen Winterspielen erklärte. Neben olympischen Medaillen wurden auch Weltmeisterschaftsmedaillen vergeben. Einzige Ausnahme war die Nordische Kombination, in der es ausschließlich olympische Medaillen gab. Die Wettbewerbe waren noch für längere Zeit alleine den Männern vorbehalten. Deutsche Teilnehmer waren nach dem Ersten Weltkrieg erst wieder im Jahre 1928 zugelassen.
Bilanz
Medaillenspiegel
| Platz | Land | Gold | Silber | Bronze | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Datei:Flag of Norway.svg Norwegen | 4 | 4 | 2 | 10 |
| 2 | Datei:Flag of Finland icon.svg Finnland | – | – | 1 | 1 |
| Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Vereinigte Staaten | – | – | 1 | 1 |
Medaillengewinner
| Konkurrenz | Gold | Silber | Bronze |
|---|---|---|---|
| 18 km | Datei:Flag of Norway.svg Thorleif Haug | Datei:Flag of Norway.svg Johan Grøttumsbråten | Datei:Flag of Finland icon.svg Tapani Niku |
| 50 km | Datei:Flag of Norway.svg Thorleif Haug | Datei:Flag of Norway.svg Thoralf Strømstad | Datei:Flag of Norway.svg Johan Grøttumsbråten |
| Konkurrenz | Gold | Silber | Bronze |
|---|---|---|---|
| Spezialsprunglauf | Datei:Flag of Norway.svg Jacob Tullin Thams | Datei:Flag of Norway.svg Narve Bonna | Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Anders Haugen |
| Konkurrenz | Gold | Silber | Bronze |
|---|---|---|---|
| Einzel | Datei:Flag of Norway.svg Thorleif Haug | Datei:Flag of Norway.svg Thoralf Strømstad | Datei:Flag of Norway.svg Johan Grøttumsbråten |
Langlauf
18 km
Datum: 2. Februar 1924
41 Teilnehmer aus 12 Ländern, davon 36 in der Wertung
| Platz | Land | Sportler | Zeit (h) |
|---|---|---|---|
| 1 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Thorleif Haug | 1:14:31,4 |
| 2 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Johan Grøttumsbråten | 1:15:51,0 |
| 3 | Datei:Flag of Finland icon.svg FIN | Tapani Niku | 1:16:26,0 |
| 4 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Jon Mårdalen | 1:16:56,8 |
| 5 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Einar Landvik | 1:17:27,4 |
| 6 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Per-Erik Hedlund | 1:17:42,4 |
| 7 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Elis Sandin | 1:18:24,0 |
| 8 | Datei:Flag of Finland icon.svg FIN | Matti Raivio | 1:19:10,4 |
| 9 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Torkel Persson | 1:19:29,8 |
| 10 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Erik Winnberg | 1:20:29,4 |
| 14 | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI | Peter Schmid | 1:33:34,4 |
| 15 | Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg ITA | Daniele Pellissier | 1:33:45,2 |
| 22 | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI | Xaver Affentranger | 1:36:36,2 |
| 25 | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI | Hans Eidenbenz | 1:39:51,8 |
| 26 | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI | Alexandre Girard-Bille | 1:41:43,4 |
50 km
Datum: 30. Januar 1924
33 Teilnehmer aus 11 Ländern, davon 21 in der Wertung
Am Rennen nahmen auch die Schweizer Simon Julen, Hans Herrmann und Alfred Aufdenblatten teil; keiner von ihnen kam jedoch ins Ziel.
| Platz | Land | Sportler | Zeit (h) |
|---|---|---|---|
| 1 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Thorleif Haug | 3:44:32 |
| 2 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Thoralf Strømstad | 3:46:23 |
| 3 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Johan Grøttumsbråten | 3:47:46 |
| 4 | Datei:Flag of Norway.svg NOR | Jon Mårdalen | 3:49:48 |
| 5 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Torkel Persson | 4:05:59 |
| 6 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Ernst Alm | 4:06:31 |
| 7 | Datei:Flag of Finland icon.svg FIN | Matti Raivio | 4:06:50 |
| 8 | Datei:Flag of Sweden.svg SWE | Oskar Lindberg | 4:07:44 |
| 9 | Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg ITA | Enrico Colli | 4:10:50 |
| 10 | Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg ITA | Giuseppe Ghedina | 4:27:48 |
Spezialsprunglauf
Datum: 4. Februar 1924
27 Teilnehmer aus 9 Ländern, davon 26 in der Wertung
Das norwegische Team bestand aus zwei Springern, Narve Bonna und Jacob Tullin Thams, sowie den zwei Allroundern Einar Landvik und dem dreifachen Goldmedaillen-Gewinner Thorleif Haug. Letzterer galt nicht als einer der besten vier norwegischen Skispringer, aber sein Platz im Team wurde ihm zu Ehren seiner großen Allroundfähigkeiten im Skisport gegeben. Als einzig ernstzunehmender Konkurrent gegen die norwegische Vormachtstellung galt der norwegischstämmige US-Springer Anders Haugen, der für seine weiten und waghalsigen Sprünge, aber auch für seinen robusten Stil und instabile Landungen bekannt war.
Im ersten Durchgang ging Thams mit einem Sprung von 49,0 m vor Bonna und Haugen in Führung. Haug lag mit 44,0 m sowie hervorragenden Haltungsnoten auf Platz 4. Im zweiten Durchgang gelang Thams erneut ein Sprung auf 49,0 m, jedoch mit besseren Stilnoten als noch beim ersten Versuch. Haugen machte mit 50,0 m den weitesten Sprung des Wettkampfes, wurde jedoch abermals mit schlechten Haltungsnoten für seine Landung bestraft. Haug sprang 44,5 m mit ebenfalls verbesserter Haltung. Bonna egalisierte die 49,0 m von Thams, aber es gelang ihm nicht, seinen Landsmann im Gesamtergebnis zu überbieten. Somit gingen erneut alle Medaillen an Norwegen: Gold für Thams, Silber an Bonna sowie Bronze für Haug. Nach Ende des Wettkampfes zeigten sich noch einige Springer in einem Schauspringen dem Publikum und sprangen von höchstmöglicher Anlauflänge. Thoralf Strømstad erreichte mit 57,5 m den weitesten Sprung. Seine Marke wurde jedoch kurz darauf von Thams und Bonna gleichgestellt.
Knapp 40 Jahre später kontaktierte Strømstad den norwegischen Skihistoriker Jacob Vaage und behauptete, dass die Punkte des Skisprung-Wettkampfes für Thorleif Haug falsch berechnet worden seien und sich dieser somit hinter Anders Haugen befinden müsse. Vaage überprüfte den Fall und stimmte Strømstad zu. 1974 beschloss das IOC, die Bronzemedaille dem zu diesem Zeitpunkt bereits 86-jährigen Haugen zu verleihen. Er wurde nach Norwegen eingeladen und bei einer feierlichen Zeremonie wurde ihm Haugs Bronzemedaille von dessen jüngster Tochter übergeben. Thorleif Haug selbst war bereits im Dezember 1934 an einer Lungenentzündung verstorben.
Nordische Kombination
Lauf: 2. Februar 1924
Springen: 4. Februar 1924<ref name="NoKo">Olympic Winter Games 1924, Nordic Combined, olympedia.org (englisch). Abgerufen am 27. August 2023</ref>
30 Teilnehmer aus 9 Ländern, davon 22 in der Wertung
In der Nordischen Kombination wurden nur Olympiamedaillen vergeben, da der Wettbewerb nicht zu den Nordischen Skiweltmeisterschaften zählte.
Die Wettbewerbe der Nordischen Kombination blieben bis ins 21. Jahrhundert alleine den Männern vorbehalten, bevor es 2019 erstmals Weltmeisterschaften für Frauen gab.
In den Anfangsjahrzehnten des Wettbewerbs gab es nur eine Variante. Als erste Teildisziplin wurde das Laufen durchgeführt, wobei die Teilnehmer am Rennen der Langlaufspezialisten über 18 Kilometer teilnahmen und gesondert auch für die Nordische Kombination gewertet wurden. Zwei Tage darauf fand der Sprunglauf mit zwei Durchgängen statt. Dabei kamen beide Sprünge in die Wertung.
Thorleif Haug gewann sowohl den Langlauf als auch das Springen. Thoralf Strømstad genügten die drittbeste Laufzeit und Platz zwei im Sprunglauf zum Gewinn der Silbermedaille. Johan Grøttumsbråten erzielte die zweitbeste Laufzeit und errang als Achter des Sprunglaufs die Bronzemedaille.<ref name="NoKo" />
Literatur
- Skilanglauf bei den Olympischen Winterspielen: Liste der Olympiasieger im Skilanglauf. Hrsg. Bucher Gruppe, Verlag General Books, 2010, 188 Seiten.
Weblinks
- Official Report of the 1924 Olympic Games and Official Report of the 1924 Olympic Winter Games, digital.la84.org, französisch (PDF; 83,6 MB)
- Olympic Winter Games 1924, olympedia.org
- Chamonix 1924, Results, olympics.com (englisch)
- Langlauf bei den Olympischen Winterspielen 1924 in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch; archiviert vom Original)Vorlage:Abrufdatum
- Skispringen bei den Olympischen Winterspielen 1924 in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch; archiviert vom Original)Vorlage:Abrufdatum
- Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen 1924 in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch; archiviert vom Original)Vorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references />
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Skilanglauf bei Olympischen Spielen – Skispringen bei Olympischen Spielen – Nordische Kombination bei Olympischen Spielen
Chamonix 1924 | St. Moritz 1928 | Lake Placid 1932 | Garmisch-Partenkirchen 1936 | St. Moritz 1948 | Oslo 1952 | Cortina d’Ampezzo 1956 | Squaw Valley 1960 | Innsbruck 1964 | Grenoble 1968 | Sapporo 1972 | Innsbruck 1976 | Lake Placid 1980 | Sarajevo 1984 | Calgary 1988 | Albertville 1992 | Lillehammer 1994 | Nagano 1998 | Salt Lake City 2002 | Turin 2006 | Vancouver 2010 | Sotschi 2014 | Pyeongchang 2018 | Peking 2022 | Mailand-Cortina 2026
Listen: Olympiasieger im Skilanglauf – Olympiasieger im Skispringen – Olympiasieger in der Nordischen Kombination
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Weltmeister im Skilanglauf | Weltmeister im Skispringen | Weltmeister in der Nordischen Kombination
Chamonix 1924 | Johannisbad 1925 | Lahti 1926 | Cortina d’Ampezzo 1927 | St. Moritz 1928 | Zakopane 1929 | Oslo 1930 | Oberhof 1931 | Lake Placid 1932 | Innsbruck 1933 | Sollefteå 1934 | Vysoké Tatry 1935 | Garmisch-Partenkirchen 1936 | Chamonix 1937 | Lahti 1938 | Zakopane 1939 | Cortina d’Ampezzo 1941 (inoffiziell) | St. Moritz 1948 | Lake Placid 1950 | Oslo 1952 | Falun 1954 | Cortina d’Ampezzo 1956 | Lahti 1958 | Squaw Valley 1960 | Zakopane 1962 | Innsbruck 1964 | Oslo 1966 | Grenoble 1968 | Vysoké Tatry 1970 | Sapporo 1972 | Falun 1974 | Innsbruck 1976 | Lahti 1978 | Lake Placid 1980 (ausgelagert: Falun 1980) | Oslo 1982 | Sarajevo 1984 | Engelberg und Rovaniemi 1984 | Seefeld 1985 | Oberstdorf 1987 | Lahti 1989 | Val di Fiemme 1991 | Falun 1993 | Thunder Bay 1995 | Trondheim 1997 | Ramsau 1999 | Lahti 2001 | Val di Fiemme 2003 | Oberstdorf 2005 | Sapporo 2007 | Liberec 2009 | Oslo 2011 | Val di Fiemme 2013 | Falun 2015 | Lahti 2017 | Seefeld 2019 | Oberstdorf 2021 | Planica 2023 | Trondheim 2025 | Falun 2027 | Lahti 2029 | 2031
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Skilanglauf bei den Olympischen Winterspielen
- Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen
- Skispringen bei den Olympischen Winterspielen
- Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 1924
- Nordische Skiweltmeisterschaften
- Männerskisprungwettbewerb
- Nordische Skiweltmeisterschaften (Frankreich)
- Sportveranstaltung in Chamonix-Mont-Blanc