MDMA
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MDMA steht für die chirale chemische Verbindung 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin. Es gehört strukturell zur Gruppe der Methylendioxyamphetamine. MDMA ist insbesondere als weltweit verbreitete Partydroge bekannt, gewinnt seit Jahren aber auch Relevanz als Medikament für die Psychotherapie zur Behandlung von verschiedenen psychischen Störungen, allen voran Posttraumatische Belastungsstörung, Soziale Angststörung und Depression. Hierfür teil-legalisiert wurde es in den letzten Jahren unter anderem in der Schweiz, Australien und Kanada.
MDMA war in den 1980er Jahren mit der Droge Ecstasy – auch kurz E genannt – synonym und ist es in der Wahrnehmung vieler Konsumenten sowie in der Medienberichterstattung bis heute. Tatsächlich wird aber seit den 1990er Jahren nur MDMA in Form von Pillen „Ecstasy“ genannt und kann dann auch andere Inhaltsstoffe beigemischt haben, in Abgrenzung zu reinem MDMA in kristallisierter oder pulverisierter Form, für das seit den 2010er Jahren auch die Bezeichnungen Molly und Emma verwendet werden.
Die freie Base MDMA ist ein Öl und enthält die funktionelle Gruppe eines sekundären Amins R2NH. Die freie Base bildet mit Salzsäure ein kristallines Hydrochlorid R2NH·HCl.
Geschichte
Die Anfang der 1990er Jahre publik gewordene Behauptung, Fritz Haber hätte im Zuge seiner Doktorarbeit<ref>F. Haber: Ueber einige Derivate des Piperonals. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 24, 1891, S. 617–626.</ref><ref>F. Haber: Über einige Derivate des Piperonals. Dissertation. Schade, Berlin 1891.</ref> MDMA hergestellt, konnte nicht bestätigt werden. Die Prüfung der Dissertation aus dem Jahr 1891 ergab keine entsprechenden Anhaltspunkte.<ref name="Benzenhöfer">U. Benzenhöfer, T. Passie: Zur Frühgeschichte von Ecstasy. In: Der Nervenarzt, Band 77, 2006, S. M95–M99. PMID 16397805; mdma.net (PDF; 520 kB).</ref> Vielmehr synthetisierte der Chemiker Anton Köllisch im Labor des Pharmakonzerns E. Merck erstmals MDMA (damals als Methylsafrylamin bezeichnet) als Zwischenprodukt der Synthese von Hydrastinin und dessen Derivaten.<ref>Firma Merck: Jahresbericht der Firma Merck. 1912.</ref><ref name="Benzenhöfer" /><ref name="Freudenmann">R. W. Freudenmann u. a.: The origin of MDMA (ecstasy) revisited: the true story reconstructed from the original documents. In: Addiction, Band 101, 2006, S. 1241–1245. PMID 16911722; mdma.net (PDF; 182 kB).</ref> Am 24. Dezember 1912 beantragte die Firma Merck hierfür das Patent, das am 16. Mai 1914 erteilt wurde.<ref name="DE274350">Vorlage:Patent</ref> Es beschreibt im Wesentlichen einen generellen Syntheseweg diverser Amphetamine mit sauerstoffgebundenen Substituenten am Benzolring. MDMA war ein Zwischenprodukt auf der Suche nach einem Hydrastinin-Analogon. Diese wurden damals als „Hämostatika“ (blutstillende, gefäßzusammenziehende Mittel) bezeichnet. Aus MDMA als Synthese-Zwischenprodukt resultierte das Merck-Präparat Methylhydrastinin.<ref name="Freudenmann" /><ref>C. Beck: Jahrbuch für Ethnomedizin. 1997/1998, S. 95–125.</ref> Die Vermutung, MDMA sei als Appetitzügler (Anorektikum) entwickelt bzw. vertrieben worden, wurde nicht bestätigt.<ref>S. Bernschneider-Reif u. a.: The origin of MDMA („ecstasy“) – separating the facts from the myth. In: Pharmazie. 61, 2006, S. 966–972. PMID 17152992</ref><ref>R. W. Freudenmann u. a.: The origin of MDMA (ecstasy) revisited: the true story reconstructed from the original documents. In: Addiction. 101, 2006, S. 1241–1245. PMID 16911722.</ref>
1927 nahm der Merck-Chemiker Max Oberlin vermutlich die ersten pharmakologischen Tests ohne Versuche am Menschen vor. Er stellte die Forschung daran wieder ein, mit dem Vermerk, dass man die Substanz „im Auge behalten“ sollte.<ref>Vorlage:Cite web</ref> Der Begriff MDMA wurde 1937 erstmals genannt, als Beschreibung der zufällig entdeckten, spezifischen Wirkung des Amphetamins.<ref>W. E. Ehrich, E. B. Krumbhaar: An article contributed to an anniversary volume in honor of doctor joseph hersey pratt: The effects of large doses of benzedrine sulphate on the albino rat: functional and tissue changes. In: Annals of Internal Medicine. 10, 1937, S. 1874. doi:10.7326/0003-4819-10-12-1874.</ref> 1952 unternahm der Merck-Chemiker Albert van Schoor toxikologische Experimente mit Fliegen und notierte: „Nach 30 Minuten 6 Fliegen tot“. Eine wissenschaftliche Publikation folgte daraus nicht.
1965 synthetisierte der Chemiker Alexander Shulgin die Substanz nach eigenen Angaben erstmals selbst, nachdem er ab 1962 mit den verwandten Substanzen MMDA und MDA experimentiert und durch Selbstversuche deren psychoaktives Potential erforscht hatte.<ref name="PMID20653618">U. Benzenhöfer, T. Passie: Rediscovering MDMA (ecstasy): the role of the American chemist Alexander T. Shulgin. In: Addiction. Band 105, Nummer 8, August 2010, S. 1355–1361, doi:10.1111/j.1360-0443.2010.02948.x. PMID 20653618, (PDF, abgerufen am 8. Oktober 2015)</ref> MDA war zwischenzeitlich in den 1960er Jahren in Teilen der Hippiekultur in San Francisco als sogenannte „Liebesdroge“ (oder auch „hug drug“) bekannt geworden.<ref>Nicolae Sfetcu: Health & Drugs: Disease, Prescription & Medication. 2014, (Auszugsweise online)</ref><ref>Julie Holland: Ecstasy: The Complete Guide: A Comprehensive Look at the Risks and Benefits of MDMA. Park Street Press, 2001. (Auszugsweise online)</ref> Ob Shulgin die Substanz zu diesem Zeitpunkt selbst getestet hat, ist unklar, ebenso wie der Zeitpunkt, wann genau ein Mensch erstmals MDMA konsumiert hat.<ref name="PMID26940772">T. Passie, U. Benzenhöfer: The History of MDMA as an Underground Drug in the United States, 1960–1979. In: Journal of psychoactive drugs. Band 48, Nummer 2, 2016 Apr-Jun, S. 67–75, doi:10.1080/02791072.2015.1128580, PMID 26940772.</ref><ref>Alexander Shulgin, Ann Shulgin: PiHKAL: A Chemical Love Story. Transform Press, 1995. Abschnitt über MDA, abgerufen am 8. Oktober 2015.</ref> Ab 1970 beschlagnahmte die US-Polizei die ersten MDMA-Konsumeinheiten.<ref name="PMID26940772" /> Shulgin wurde prominent in der Geschichte des MDMAs, als er 1978 zusammen mit dem US-Pharmakologen David Nichols die erste psychopharmakologische Studie zu MDMA veröffentlichte.<ref name="PMID20653618" /><ref>Shulgin A. T., Nichols D. E. Characterization of three new psychotomimetics. In: Stillman R. C.,Willette R. E., editors. The Psychopharmacology of Hallucinogens. New York: Pergamon Press; 1978, S. 74–83.</ref>
MDMA wurde in den nachfolgenden Jahren von einigen Psychotherapeuten in ihrer Praxis bis zum Verbot durch die Drug Enforcement Administration (DEA) im Juli 1985 benutzt.<ref>U. S. will ban 'Ecstasy', a hallucinogenic drug. In: New York Times. 1. Juni 1985.</ref> Seit die DEA 2001 die therapeutische Anwendung von MDMA, begrenzt auf die Indikation der posttraumatischen Belastungsstörung (post traumatic stress disorder), erlaubte, greift eine kleine Zahl amerikanischer Psychotherapeuten während der Therapie (Exploration), jedoch nicht als Medikament, mittlerweile wieder darauf zurück.
Bis Mitte der 1980er-Jahre war MDMA uneingeschränkt verkehrsfähig. Die Verwendung als Rausch- oder Freizeitdroge (recreational drug) wurde zuerst in einigen Yuppiebars in Dallas, Texas beobachtet, es verbreitete sich dann in der schwulen Tanzszene New Yorks und schließlich, mit anderen Substanzen gemischt, in den Raveclubs. Zu dieser Zeit wurde die amerikanische Drug Enforcement Administration (DEA) auf MDMA aufmerksam. Sie verbot die Droge 1985 in den USA; ein Jahr später folgte ein weltweites Verbot durch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Parallel zur wachsenden Popularität der Ravekultur wuchs die Verbreitung von Ecstasy/MDMA in den 1990er-Jahren. Während des Second Summer of Love 1988 wurde Ecstasy/MDMA im Rahmen der britischen Acid-House-Bewegung auch in Europa populär und entwickelte sich zur Droge der aufkommenden Ravekultur. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete erstmals am 22. Juni 1987 folgendermaßen über den neuen Trend:
Seit den 1990er Jahren gehört MDMA neben Cannabis, Kokain und Amphetamin (inklusive Methamphetamin) zu den meistverbreiteten illegalen Drogen.
Bezeichnungen im illegalen Vertrieb
Ecstasy oder XTC
Ecstasy, auch XTC, ist ein um 1980 entstandener Begriff für sogenannte „Partypillen“, die zunächst fast ausschließlich MDMA enthielten. Heute ist Ecstasy faktisch die Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Phenylethylaminen – in der Wahrnehmung vieler Konsumenten aber im „Idealfall“ weiterhin allein für MDMA.
Ecstasy wird in der Regel in Tabletten- oder Kapselform produziert und ist mit einem Trägermittel vermengt.
Ecstasytabletten werden in der Szene häufig als Es, Pillen und Teile bezeichnet. Pro Stück wird derzeit etwa ein Marktpreis von fünf bis zehn Euro erzielt, die Produktionskosten liegen unterhalb eines Euros. Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hat für 2013 einen leicht erhöhten Marktpreis von durchschnittlich 8,50 Euro ermittelt,<ref name="bericht2014" /> nach 8 Euro im Vorjahr.<ref name="gdr" /> Die EMCDDA maß europaweit Preise zwischen 4 und 17 Euro pro Pille mit einer Häufung zwischen 5 und 9 Euro.<ref name="edr" />
In der Praxis konsumieren manche Abnehmer eine Pille, die ihnen als „Ecstasy“ angeboten wird und möglicherweise tatsächlich MDMA enthält, und verbinden damit dann eine entsprechende Erfahrung, wobei die nächste Pille einen vollkommen anderen Wirkstoff oder eine andere Konzentration enthalten und daher auch zu vollkommen anderen Reaktionen führen kann. Deswegen ist in manchen Kreisen die Nutzung des Begriffs Ecstasy bzw. der angebotenen Pillen regelrecht verpönt, weil zu unspezifisch, sofern MDMA konsumiert werden soll. Manche Nutzer verwenden einen Drogentest wie die Marquis-Reaktion, um zu prüfen, ob eine ihnen angebotene Pille zumindest MDMA enthalten kann. Tatsächlich kann mit diesem Test aber lediglich im Falle eines negativen Ergebnisses geschlussfolgert werden, dass sicher kein MDMA enthalten ist. Eine positive Reaktion hingegen ist keine Gewähr dafür, dass nicht noch andere Inhaltsstoffe enthalten sind. Auch die Konzentration des Wirkstoffs innerhalb der Pille kann mit diesem Test nicht ermittelt werden. Hierin liegt jedoch eine weitere Gefahr des Konsums von Ecstasy (s. Abschnitt „Gefahren“).
Die Wirkdauer liegt in der Regel bei vier bis sechs Stunden, sofern tatsächlich MDMA enthalten ist. In Deutschland wurden 2012 Wirkstoffgehalte von 1 mg bis zu – für die meisten Konsumenten überdosierten – 216 mg pro Pille ermittelt sowie ein Median von 83 mg. Damit stieg der Wirkstoffgehalt kontinuierlich von 50 mg im Jahr 2009 (58 mg 2010; 73 mg 2011) an.<ref name="gdr" />
Europaweit maß die EMCDDA 2012 Wirkstoffgehalte zwischen 43 und 113 mg pro Pille mit einer Häufung zwischen 64 und 90 mg, wobei 2012 in ganz Europa (ohne Türkei) 4,3 Millionen Pillen sichergestellt wurden.<ref name="edr" />
In die meisten Tabletten werden „Markenzeichen“ eingepresst wie Vögel, Herzen, Delphine, Schmetterlinge oder (v. a. Auto-) Firmenembleme. Da sie leicht kopiert werden können, geben diese Erkennungszeichen keinen verlässlichen Hinweis auf die Wirkung oder die Inhaltsstoffe. Durch Ecstasy-Tabletten mit nicht klar definiertem Inhalt ist es wiederholt zu Todesfällen gekommen (s. Abschnitt Gefahren).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Andere Substanzen, die neben oder anstatt MDMA oft in Ecstasy enthalten sind, sind zum Beispiel: Amphetamin, N-Methylamphetamin, 4-Methoxyamphetamin (PMA), meta-Chlorphenylpiperazin (mCPP, ein Piperazinderivat), para-Methoxy-N-methylamphetamin (PMMA), 3,4-Methylendioxyamphetamin (MDA), 3,4-Methylendioxy-N-methylcathinon (MDMC), 3,4-Methylendioxy-N-ethylamphetamin (MDEA), 2-Amino-1-(3,4-methylendioxyphenyl)butan (BDB), 2-Methylamino-1-(3,4-Methylendioxyphenyl)butan (MBDB), 4-Brom-2,5-dimethoxyphenylethylamin (2C-B) etc.<ref>Table PPP-9. Composition of illicit drug tablets, 2011. Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht</ref>
Der Anteil der Proben, die ausschließlich den Wirkstoff MDMA enthalten, war in der Schweiz und in Österreich – wo legal sogenanntes Drug-Checking im Umfeld von öffentlichen Partys durchgeführt wird – 2008 nachweislich signifikant rückläufig.<ref>Maurice Thiriet: Ecstasy-Konsum wird immer riskanter. In: Tagesanzeiger, 30. Dezember 2008.</ref> Immer häufiger müssen aufgrund von Drug-Checking-Resultaten Pillenwarnungen herausgegeben werden.<ref>Vorlage:Cite web</ref> Der Prozentsatz der als „Ecstasy“ gekauften Tabletten, die außer MDMA, MDE oder MDA keine psychotropen Substanzen enthielten, war in Österreich im Jahr 2008 mit 63 Prozent etwa im Bereich des Vorjahres, jedoch deutlich niedriger als in den Jahren davor (70 bis 90 %).<ref>Vorlage:Webarchiv (PDF; 1,1 MB), S. 75.</ref>
In der Bundesrepublik Deutschland stellt sich die Situation jedoch nach offiziellen Angaben anders dar: Gemäß Untersuchungen des Bundeskriminalamtes enthielten 2008 rund 97 % der untersuchten Monopräparate MDMA,<ref>Vorlage:Webarchiv (PDF; 951 kB), S. 159.</ref> was auch für 2012 noch gilt. Im Drogenbericht 2013 heißt es gar: „Nachdem bereits im letzten Berichtsjahr über ein verbessertes Angebot von Ecstasy-Tabletten mit einem höheren MDMA-Gehalt berichtet wurde, setzte sich diese Tendenz 2012 fort.“ Das Image von Ecstasytabletten habe sich im Zuge „der bereits im letzten Jahr eingetretenen merklichen Qualitätsverbesserung deutlich verbessert.“<ref name="gdr" /> Vorlage:Zitat
Im Jahresbericht 2014 legte die DBDD genauere Zahlen für das Vorjahr vor: Demnach enthielten 99,2 Prozent aller untersuchten Pillen nur ein Präparat (2012: 94,9 %). Von diesen Monopräparaten waren 92,6 % MDMA. Demnach wären also etwa 9 von 10 als „Ecstasy“ angebotenen Pillen tatsächlich reine „MDMA-Pillen“. Allerdings enthielten von den Pillen mit nur einem Wirkstoff 6,6 % ausschließlich Amphetamin (Speed), sowie 0,7 % m-CPP und jeweils weniger als 0,1 % MDA oder MDE.<ref name="bericht2014" /> Ob diese Zahlen, die sich lediglich auf die von den Behörden sichergestellten Pillen beziehen, wirklich repräsentativ sind, darf aber bezweifelt werden, angesichts der Tatsache, dass in Österreich und der Schweiz, wo Daten von freiwilligem „Drug-Checking“ vorliegen, deutlich mehr „Ecstasy“-Pillen andere Wirkstoffe als MDMA enthalten (s. o.).
Herbal und Liquid Ecstasy
Deutlich zu unterscheiden von Ecstasy bzw. MDMA ist so genanntes „Bio-Ecstasy“ oder Herbal Ecstasy, das zumeist aus einer Mischung aus Guaraná, Coffein, Ephedra und anderen Stoffen besteht und eine legal erhältliche Droge ist (in Deutschland nur noch eingeschränkt; Ephedra ist beispielsweise seit einigen Jahren rezeptpflichtig), mit leicht aufputschender Wirkung, vergleichbar mit der von Energydrinks. Ebenfalls von MDMA deutlich zu unterscheiden ist das sogenannte Liquid Ecstasy, das auch als Fantasy bekannt ist und aus GHB (Gammahydroxybuttersäure) besteht. Diese Substanz wird meistens in flüssiger Form gehandelt und unterscheidet sich sowohl in ihrer Wirkung als auch in ihrer chemischen Zusammensetzung stark von MDMA.
Molly
In jüngster Zeit wird MDMA insbesondere in den USA auch mit dem Begriff Molly (nicht zu verwechseln mit der sagenhaften Zauberpflanze Moly) in Verbindung gebracht. Angestoßen wurde der Trend insbesondere durch Künstler wie Miley Cyrus, Kanye West oder Madonna, die den Begriff durch öffentliche Äußerungen oder sogar in Songtexten bekannt gemacht haben. Bei Molly handelt es sich in der Regel um ein illegal vertriebenes Pulver, welches mitunter sogar als „reine Form von MDMA“ beworben wird.<ref>5 things you should know about 'Molly'; HLNtv.com</ref> Letzteres geschieht insbesondere in Abgrenzung zu Ecstasy – welches schon seit Jahrzehnten nicht mehr ausschließlich MDMA enthalten muss. Tatsächlich enthalten die als Molly vertriebenen Produkte aber zumindest ersten Stichproben zufolge sogar noch seltener MDMA, als dies bei Ecstasy der Fall ist.
Laut der US-Drogenvollzugsbehörde DEA enthielten die zwischen etwa 2009 und 2013 im US-Bundesstaat New York sichergestellten Molly-Produkte nur in 13 Prozent der Fälle MDMA, und in diesen Fällen oft noch andere Stoffe wie Methylon, MDPV, 4-MEC, 4-MMC, Pentedron oder MePPP.<ref>9 things everyone should know about the drug Molly, CNN.com</ref>
MDMA-Kristalle
Immer stärkerer Beliebtheit erfreut sich unter Drogenkonsumenten der Konsum von reinem MDMA in kristalliner Form (Szenenamen u. a. M oder Emma, unter anderem pures MD, früher auch Cadillac<ref>Vorlage:Der Spiegel</ref>). Der Vorteil ist, dass hier neben dem Marquis-Test, der auch bei Pillen prinzipiell anwendbar ist, bei entsprechender Erfahrung auch das Aussehen und der (nicht vorhandene) Geruch der Substanz zumindest weitere Indizien für die Echtheit liefern können. Zudem kann die Dosierung genauer erfolgen.
MDMA-Kristalle werden oft mit angefeuchtetem Finger „gedippt“ oder in Getränken aufgelöst und getrunken.<ref>MDMA; drugscouts.de</ref> Nach Angaben der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht werden Kristalle tendenziell eher privat „gehandelt“, im Vergleich zu Pillen. Aus sieben von acht Szenen aus dem Bereich der elektronischen Musik wird von einer Verbreitung von MDMA-Kristallen berichtet. Allgemein sei mit den Kristallen „eine Vorstellung einer hohen Qualität assoziiert.“ Die tatsächliche Qualität wird als konstant gut beschrieben.<ref name="gdr" />
Laut einer Umfrage für den Zeit-Online-Drogenbericht im Herbst 2013, die im Rahmen des Global Drug Survey durchgeführt wurde, wurden von den befragten Konsumenten für 1 Gramm reines MDMA angeblich im Durchschnitt 33 Euro bezahlt.<ref name="Zeit_Online">Sven Stockrahm: Ecstasy-Konsum: Ein Trip für fünf Euro. In: Zeit Online, 14. April 2014.</ref> Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hat für 2012 jedoch einen Preis von durchschnittlich 50 Euro pro Gramm ermittelt, was in etwa auf dem Preisniveau von 2011 liege.<ref name="gdr" />
Nicht zu verwechseln sind MDMA-Kristalle ausdrücklich mit der Droge Crystal, wobei der Konsument jedoch ein gewisses Risiko eingeht, bei vorhandenen Sprach- oder Verständnisproblemen versehentlich Crystal zu erhalten, wenn er in entsprechenden Kreisen nach MDMA-Kristallen verlangt.
Isomerie
Es existieren zwei Enantiomere, die (R)-Form und die dazu spiegelbildliche (S)-Form des Wirkstoffes MDMA.
Synthese
Als Grundstoff für die Synthese von MDMA dient meist Piperonal. Ein möglicher Syntheseweg ist in PiHKAL beschrieben: Piperonal wird mit Nitroethan in einer Kondensationsreaktion (Henry-Reaktion) zu 1-(3,4-Methylendioxyphenyl)-2-nitropropen umgesetzt. Dieses wird (mittels elektrolytischem Eisen und Essigsäure) zu Piperonylmethylketon hydriert. Die Umsetzung dieser Verbindung mit Methylamin und gleichzeitiger Hydrierung (mittels amalgamiertem Aluminium und Wasser) in einem Arbeitsschritt ergibt das Endprodukt MDMA. Wird 3,4-Methylendioxyphenylpropan-2-on beim letzten Syntheseschritt dagegen mit Ammoniumacetat und Natriumcyanoborhydrid umgesetzt, führt dies zur Bildung von MDA.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Das Benzylamin-Regioisomer von MDMA heißt M-ALPHA.<ref name="DOI10.1002/dta.1570">Leslie A. King: New phenethylamines in Europe. In: Drug Testing and Analysis. 2014, Band 6, Nummer 7–8, S. 808–818 Vorlage:DOI.</ref>
- Synthese von Piperonylmethylketon einer Vorstufe von 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin
- Synthese von 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin aus Piperonylmethylketon
Nachweis
Es gibt mehrere qualitative Nachweisreaktionen, die jedoch nur bedingte Rückschlüsse zulassen:
- Chromotropsäure-Reaktion
- Marquis-Reaktion
- Gehalt mit Perchlorsäure in Eisessig gegen Kristallviolett.
Pharmakologische Eigenschaften
Pharmakodynamik
MDMA wirkt im Zentralnervensystem als Releaser (Ausschütter) der endogenen Monoamin-Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin, und mit etwas schwächerer Wirkung auch Dopamin,<ref>R. B. Rothman, M. H. Baumann: Therapeutic and adverse actions of serotonin transporter substrates. In: Pharm. Ther. Band 95, 2002, S. 73–88. PMID 12163129.</ref><ref>Vgl. auch T. Obradovic et al.: Methylenedioxymethamphetamine-induced inhibition of neuronal firing in the nucleus accumbens is mediated by both serotonin and dopamine. In: Neuroscience. Band 74, 1996, S. 469–481.</ref> was zu einem unüblich erhöhten Spiegel dieser Botenstoffe im Gehirn führt. Diese Transmitter prägen entscheidend die Stimmungslage des Menschen. Zu Details der Release-Wirkung siehe auch Pharmakologie des Amphetamins. Beide Enantiomere (Dextro-/Levo-MDMA) tragen in etwas unterschiedlicher Weise zur charakteristischen Wirkung des MDMA bei.
MDMA nimmt unter den „essentiellen Amphetaminen“ eine Sonderstellung ein: Bei N-Methylierung sind diese in der Regel per Milligramm insgesamt wesentlich wirksamer (vgl. hierzu Amphetamin vs. Methamphetamin). Im Gegensatz dazu wird MDA als „härter“ auf den Körper empfunden als MDMA. MDMA sollte nach Meinung einiger Autoren wegen dieser Einzigartigkeit eigentlich nicht zu den klassischen Amphetaminen gezählt werden, sondern als eigenständige Substanz angesehen werden.<ref name="Shulgin">Alexander Shulgin, Ann Shulgin: PiHKAL: A Chemical Love Story. Transform Press, ISBN 0-9630096-0-5.</ref><ref name="DOI10.1080/02791072.1986.10472362">David E. Nichols: Differences Between the Mechanism of Action of MDMA, MBDB, and the Classic Hallucinogens. Identification of a New Therapeutic Class: Entactogens. In: Journal of Psychoactive Drugs. 18, 1986, S. 305–313, doi:10.1080/02791072.1986.10472362.</ref>
Pharmakokinetik
Absorption
Der Zeitpunkt der maximalen Konzentration vom MDMA im Blut (bei oraler Einnahme) hängt von der Dosis ab: Bei einer Dosis von 75 mg wird nach 1,8 Stunden das Konzentrationsmaxium von 0,131 mg/l erreicht, bei einer höheren Dosis von 125 mg wird das Maximum von 0,236 mg/l nach 2,4 Stunden erreicht.<ref name=":0">Vorlage:Literatur</ref>
Verstoffwechselung
MDMA wird im Menschen hauptsächlich zu den Metaboliten 3,4-Dihydroxymethylamphetamin (DHMA), 3,4-Dihydroxyamphetamin (DHA), 4-Hydroxy-3-Methoxymethylamphetamin (HMMA) und 4-Hydroxy-3-Methoxyamphetamin (HMA) verstoffwechselt. Dabei gibt es zwei verschiedene Stoffwechselwege, die Teil der Phase I der Biotransformation sind:
1) N-Demethylierung von MDMA durch Cytochrom-P450-Enyzme (hauptsächlich CYP2B6 und CYP3A4) zu (dem ebenfalls psychoaktiven) 3,4-Methylendioxyamphetamin (MDA)<ref name=":1">Vorlage:Literatur</ref><ref name=":2">Vorlage:Literatur</ref>, welches daraufhin durch CYP2D6 zu DHA weiter verstoffwechselt wird. DHA kann anschließend durch die Cathechol-O-Methyltransferase (COMT) zu HMA metabolisiert werden.<ref name=":1" />
2) O-Demethylierung von MDMA durch das Enzym CYP2D6 zu DHMA, welches daraufhin, parallel zu 1), durch COMT zu HMMA metabolisiert werden kann.<ref name=":1" /><ref name=":2" /> HMMA kann weiterhin zu HMA, dem letzten Metaboliten aus 1), durch CYPs wie CYP2B6 oder CYP3A4 N-demethyliert werden.<ref name=":1" />
Die Verstoffwechselung des (S)-Enantiomers findet dabei schneller statt als die des (R)-Enantiomers, weil (S)-MDMA eine größere Affinität zu den an den Stoffwechselprozessen beteiligten CYP-Enzymen zeigt.<ref name=":2" />
Ausscheidung
Diese vier Metaboliten werden in Phase II der Biotransformation durch Sulfatierung oder Glucuronidierung konjugiert<ref name=":1" /><ref name=":2" />, wodurch die Wasserlöslichkeit erhöht wird. Daraufhin werden die Metaboliten über den Urin ausgeschieden. Die Ausscheidung von (S)-MDMA (und seinen Metaboliten) verläuft durch die schnellere Verstoffwechselung ebenfalls schneller als die Ausscheidung von (R)-MDMA (und seinen Metaboliten). Darüber hinaus ist die Konjugation von DHMA, DHA, HMMA und HMA stereoselektiv.<ref name=":2" />
Die Plasmahalbwertszeit von MDMA bei oraler Einnahme liegt, je nach Dosis, zwischen 7,7 Stunden (bei 75 mg) und 8,6 Stunden (bei 125 mg).<ref name=":0" /> Außerdem hat die Enzymaktivität von CYP2D6 (langsamer, intermediärer, schneller oder ultraschneller Metabolisierer) einen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Ausscheidung und dadurch auf die toxischen Effekte von MDMA und seinen Metaboliten.<ref name=":1" />
Wirkungen
Psychische Wirkung
Empathogene Wirkung
Der Konsum von MDMA hebt laut Berichten von Konsumenten die Stimmung (Euphorie) und soll die Neigung zu sozialem Umgang (empathogene Wirkung) sowie die Wahrnehmung der eigenen Gefühle (entaktogene Wirkung) steigern. Möglicherweise gilt „Set & Setting“ – danach würden die eigene „mitgebrachte“ Stimmungslage oder die Atmosphäre der Umgebung das subjektive Erleben der MDMA-Wirkung färben und sowohl angenehme Gefühle als auch eine schlechte Stimmungslage könnten verstärkt werden.<ref>C. Michael White: How MDMA's pharmacology and pharmacokinetics drive desired effects and harms. In: Journal of clinical pharmacology. Band 54, Nummer 3, März 2014, S. 245–252, doi:10.1002/jcph.266. PMID 24431106 (Review).</ref><ref name="PMID24648791">J. S. Meyer: 3,4-methylenedioxymethamphetamine (MDMA): current perspectives. In: Substance abuse and rehabilitation. Band 4, 2013, S. 83–99, doi:10.2147/SAR.S37258, PMID 24648791, Vorlage:PMC (Review).</ref>
Soziale Wahrnehmung
Laut einer Studie (2010), in der das soziale Verhalten unter Einfluss von MDMA gemessen wurde, zeigte sich eine verminderte Wahrnehmung von bedrohlichen Gesichtsausdrücken. Die Autoren der Studie schlossen daraus, dass durch die Droge soziale Annäherung – hier durch Ausblenden von Risiken – gefördert wurde und nicht soziale Einfühlung (Empathie).<ref name="PMID20947066">G. Bedi, D. Hyman, H. de Wit: Is ecstasy an "empathogen"? Effects of ±3,4-methylenedioxymethamphetamine on prosocial feelings and identification of emotional states in others. In: Biological psychiatry. Band 68, Nummer 12, Dezember 2010, S. 1134–1140, doi:10.1016/j.biopsych.2010.08.003. PMID 20947066, Vorlage:PMC.</ref><ref name="PMID26226144">M. A. Miller, A. K. Bershad, H. de Wit: Drug effects on responses to emotional facial expressions: recent findings. In: Behavioural pharmacology. Band 26, Nummer 6, September 2015, S. 571–579, doi:10.1097/FBP.0000000000000164. PMID 26226144, Vorlage:PMC (Review).</ref> Die Ergebnisse wurden bestätigt durch eine andere Studie, bei der MDMA die Wahrnehmung simulierter sozialer Zurückweisung verminderte.<ref name="PMID24316346">C. G. Frye, M. C. Wardle, G. J. Norman, H. de Wit: MDMA decreases the effects of simulated social rejection. In: Pharmacology, biochemistry, and behavior. Band 117, Februar 2014, S. 1–6, doi:10.1016/j.pbb.2013.11.030. PMID 24316346, Vorlage:PMC.</ref> Zwei weitere Studien zeigten, dass MDMA einerseits die Wahrnehmung negativer Gefühle anhand von ängstlichen, ärgerlichen, feindseligen und traurigen Gesichtern behinderte, andererseits die Fähigkeit zur Wahrnehmung positiver Gefühle steigerte, wobei eine Studie auch eine gesteigerte explizite und implizite emotionale Empathie sowie – bei Männern – gesteigertes prosoziales Verhalten maß.<ref name="PMID24097374">C. M. Hysek, Y. Schmid, L. D. Simmler, G. Domes, M. Heinrichs, C. Eisenegger, K. H. Preller, B. B. Quednow, M. E. Liechti: MDMA enhances emotional empathy and prosocial behavior. In: Social cognitive and affective neuroscience. Band 9, Nummer 11, November 2014, S. 1645–1652, doi:10.1093/scan/nst161. PMID 24097374, Vorlage:PMC.</ref><ref name="PMID22277989">C. M. Hysek, G. Domes, M. E. Liechti: MDMA enhances "mind reading" of positive emotions and impairs "mind reading" of negative emotions. In: Psychopharmacology. Band 222, Nummer 2, Juli 2012, S. 293–302, doi:10.1007/s00213-012-2645-9. PMID 22277989.</ref>
Psychische Komplikationen
Die am häufigsten berichteten akuten Komplikationen sind Panikattacken – vor allem zu Beginn der Wirkung – und Intoxikation.<ref name="Hermle" /> Einzelfälle von Halluzinationen und anhaltende Störungen gemäß der Kategorie Fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch (Hallucinogen Persisting Perception Disorder, HPPD) sind seit den 1990er Jahren beschrieben<ref name="PMID7994514">P. K. McGuire, H. Cope, T. A. Fahy: Diversity of psychopathology associated with use of 3,4-methylenedioxymethamphetamine ('Ecstasy'). In: The British journal of psychiatry: the journal of mental science. Band 165, Nummer 3, September 1994, S. 391–395. PMID 7994514.</ref> und in neuer Zeit verstärkt zum Gegenstand der Forschung geworden.<ref name="PMID24933532">R. P. Litjens, T. M. Brunt, G. J. Alderliefste, R. H. Westerink: Hallucinogen persisting perception disorder and the serotonergic system: a comprehensive review including new MDMA-related clinical cases. In: European neuropsychopharmacology: the journal of the European College of Neuropsychopharmacology. Band 24, Nummer 8, August 2014, S. 1309–1323, doi:10.1016/j.euroneuro.2014.05.008. PMID 24933532 (Review).</ref><ref name="PMID23759176">L. Hanck, A. F. Schellekens: Hallucinogen persisting perception disorder after ecstasy use. In: Nederlands tijdschrift voor geneeskunde. Band 157, Nummer 24, 2013, S. A5649. PMID 23759176.</ref> Über Wochen und Monate anhaltende psychotische Effekte, neben Halluzinationen auch Panikattacken und Depersonalisation, sind beschrieben worden, mehrfach auch nach nur einmaligem Konsum in üblicher Dosis.<ref name="PMID22851941">Review in: F. Rugani, S. Bacciardi, L. Rovai, M. Pacini, A. G. Maremmani, J. Deltito, L. Dell’osso, I. Maremmani: Symptomatological features of patients with and without Ecstasy use during their first psychotic episode. In: International journal of environmental research and public health. Band 9, Nummer 7, Juli 2012, S. 2283–2292, doi:10.3390/ijerph9072283. PMID 22851941, Vorlage:PMC.</ref>
Eine mögliche Folge des MDMA-Konsums kann auch gesteigerte Aggressivität sein, sowohl während der unmittelbaren Wirkung als auch nach vier Tagen, nicht mehr jedoch nach sieben Tagen. Beide Effekte, akute Wirkung und Nachwirkung nach vier Tagen, wurden auf die bekannten Störungen der Serotonin-Systeme zurückgeführt.<ref name="PMID11775077">G. Gerra, A. Zaimovic, R. Ampollini, F. Giusti, R. Delsignore, M. A. Raggi, G. Laviola, T. Macchia, F. Brambilla: Experimentally induced aggressive behavior in subjects with 3,4-methylenedioxy-methamphetamine ("Ecstasy") use history: psychobiological correlates. In: Journal of substance abuse. Band 13, Nummer 4, 2001, S. 471–491. PMID 11775077.</ref><ref name="PMID14735288">H. V. Curran, H. Rees, T. Hoare, R. Hoshi, A. Bond: Empathy and aggression: two faces of ecstasy? A study of interpretative cognitive bias and mood change in ecstasy users. In: Psychopharmacology. Band 173, Nummer 3–4, Mai 2004, S. 425–433, doi:10.1007/s00213-003-1713-6. PMID 14735288.</ref><ref name="PMID22851941" />
Körperliche Wirkung
Vorlage:Belege fehlen Das Hunger- und Durstgefühl und Schmerzempfinden werden reduziert. Es kommt zur Erhöhung von Puls (Tachykardie) und Blutdruck (Arterielle Hypertonie), zu Hyperthermie, wobei die Körpertemperatur auf bis zu 42 °C ansteigen kann, ggf. begünstigt durch exzessive körperliche Verausgabung (Tanzen) und zu geringe Flüssigkeitszufuhr. Durch MDMA wird die Atemfrequenz gesteigert (Tachypnoe), die Pupillen sind geweitet (Mydriasis) und es kommt zu Mundtrockenheit. Außerdem wird insbesondere im Umfeld von Musik der Bewegungsdrang gesteigert. Viele Konsumenten berichten außerdem von einer erhöhten physischen Sensibilität, so dass Berührungen sowohl aktiv als auch passiv als überdurchschnittlich angenehm empfunden werden, woraus auch die Bezeichnung von MDMA als „Kuscheldroge“ herrührt.
Unerwünschte Wirkungen
Vorlage:Belege fehlen Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen) äußern sich auch in Erektions- und Orgasmusstörungen, in der Abschwächung des Geschmackssinns und in einem Kitzeln unter der Haut, das jedoch von vielen Konsumenten als angenehm empfunden wird. Besonders bei Überdosen oder regelmäßigem Konsum können weitere unerwünschte Folgen eintreten: Muskelkrämpfe (z. B. das Bedürfnis, die Wirbelsäule extrem durchzustrecken), insbesondere bei der Kaumuskulatur (Trismus, Bruxismus), Nystagmus (Muskelzuckungen, Augenzittern), gesteigerte Eigenreflexe, Brechreiz, Bewusstseinstrübung, depressive Phasen (insbesondere nach dem Nachlassen der Wirkung), innere Kälte (Hypothermie), schwere Kreislaufstörungen, starkes Schwitzen. Menschen mit Herzschwäche, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Epilepsie und Grünem Star sind gegenüber der Wirkung besonders disponiert. Vereinzelte Todesfälle nach MDMA-Konsum sind bekannt (s. Abschnitt Gefahren), jedoch ist nicht klar, welche Mengen MDMA innerhalb der vorangegangenen 2–3 Tage konsumiert wurden und welche genaue medizinische Disposition der Fälle vorlagen (Quelle: Pathologie UK/Wales). Die Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen (Polyintoxikation) und die Dehydratisierung durch zu geringe Flüssigkeitsaufnahme und Überhitzung gelten als besondere Risikofaktoren.
Die meisten Konsumenten erfahren nach dem Trip ein sogenanntes Come-Down (auch als „Feierdepris“ bekannt), das mehrere Tage anhalten kann. Dies ist vor allem auf generelle Erschöpfung und akute Entleerung der Serotoninspeicher im Gehirn zurückzuführen. Die Symptome sind depressive Verstimmung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und seltener leichte Übelkeit. Mitunter setzt dieser Zustand auch erst zwei bis drei Tage nach dem Konsum ein (sogenannter Midweek Blues).<ref>A. C. Parrott: The potential dangers of using MDMA for psychotherapy. In: Journal of psychoactive drugs. Band 46, Nummer 1, Jan-Mar 2014, S. 37–43, doi:10.1080/02791072.2014.873690. PMID 24830184 (Review).</ref><ref>Am Dienstag nach einem durchtanzten Wochenende. Risikofaktoren und Lebensstil. In: derStandard.at › Gesundheit.</ref>
Erhöhte Cortisolwerte
In einem Review von 2014 wurden verschiedene Studien zitiert, die belegen, dass MDMA-Konsum zu einer markant erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol führt. Bei einem Studiendesign mit Clubgängern wurden akut erhöhte Cortisolwerte von bis zu 800 % gegenüber der abstinenten Clubgänger-Kontrollgruppe in Speichelproben gemessen, die sich jedoch nach 72 h wieder fast auf die Ausgangswerte reduzierten:<ref name="PMID25014666">A. C. Parrott, C. Montgomery, M. A. Wetherell, L. A. Downey, C. Stough, A. B. Scholey: MDMA, cortisol, and heightened stress in recreational ecstasy users. In: Behavioural pharmacology. Band 25, Nummer 5–6, September 2014, S. 458–472, doi:10.1097/FBP.0000000000000060. PMID 25014666 (Review).</ref><ref name="PMID18654086">A. C. Parrott, J. Lock, A. C. Conner, C. Kissling, J. Thome: Dance clubbing on MDMA and during abstinence from Ecstasy/MDMA: prospective neuroendocrine and psychobiological changes. In: Neuropsychobiology. Band 57, Nummer 4, 2008, S. 165–180, doi:10.1159/000147470, PMID 18654086, Vorlage:PMC.</ref>
- Cortisolwerte der MDMA-Konsumenten: 0 h: 0,28 ± 0,29 µg/dl; 2,5 h: 2,19 ± 1,15 µg/dl; 72 h: 0,36 ± 0,46 µg/dl
- Cortisolwerte der abstinenten Kontrollgruppe: 0 h: 0,21 ± 0,14 µg/dl; 2,5 h: 0,36 ± 0,41 µg/dl; 72 h: 0,24 ± 0,23 µg/dl
Die Wirkung des Cortisol ist sowohl akut als auch – selbst bei späterer Abstinenz – in Haaranalysen bei Konsumenten von legalen und illegalen psychoaktiven Substanzen noch nach drei Monaten nachweisbar. Am deutlichsten ausgeprägt war dieser Effekt bei der Gruppe der starken Konsumenten, die mehr als fünf Mal MDMA in den gemessenen drei Monaten konsumierten (55,0 ± 80,1 pg/mg – Cortisol in der Haaranalyse). Die Konsumentengruppe, welche moderat MDMA konsumierte (weniger als vier Mal in den gemessenen drei Monaten) und die Kontrollgruppe, welche MDMA-abstinent war, zeigten nur nicht-signifikante Unterschiede: moderate MDMA-Konsumenten (19,4 ± 16,0 pg/mg; p=0,015) vs. non-MDMA-Konsumenten (13,8 ± 6,1 pg/mg; p=0,001).<ref name="PMID24333019">A. C. Parrott, H. R. Sands, L. Jones, A. Clow, P. Evans, L. A. Downey, T. Stalder: Increased cortisol levels in hair of recent Ecstasy/MDMA users. In: European neuropsychopharmacology: the journal of the European College of Neuropsychopharmacology. Band 24, Nummer 3, März 2014, S. 369–374, doi:10.1016/j.euroneuro.2013.11.006, PMID 24333019.</ref><ref name="PMID25014666" /> Vorlage:Zitat
Die Autoren des Reviews (2014) schließen daraus, dass möglicherweise die erhöhten Cortisolwerte für die negativen MDMA-Wirkungen verantwortlich sind:
MDMA-unterstützte Psychotherapie
Vorgeschichte ab den 1950er Jahren
In den 1950er Jahren untersuchte das US-Militär, wie Meskalin-ähnliche Substanzen in Verhörprogrammen eingesetzt werden können. Dabei wurde auch MDMA unter der Bezeichnung EA 1475 erforscht. Man versuchte, sogenannte „Wahrheitsdrogen“ zu finden, also chemische Verbindungen, die in der Lage sind, psychische Hemmungen zu reduzieren. Damit sollte die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass Menschen Geheimnisse preisgeben. Entaktogene wie MDA, MDE und MDMA waren dabei von besonderem Interesse, weil sie Menschen ermutigten, offener zu sprechen, ohne gleichzeitig Wahrnehmungsstörungen wie Halluzinationen hervorzurufen, wie dies bei LSD und Meskalin häufiger vorkam. Die Untersuchungen wurden in den frühen 1960ern eingestellt, da alle getesteten Substanzen als Wahrheitsdrogen versagten.<ref name="passie_US" /><ref>Lee E. Dunlap, Anne M. Andrews, David E. Olson: Dark Classics in Chemical Neuroscience: 3,4-Methylenedioxymethamphetamine. In: ACS Chemical Neuroscience. 2018. doi:10.1021/acschemneuro.8b00155</ref>
Ab den 1970er Jahren wurde MDMA, ähnlich wie Meskalin, LSD, Psilocybin und MDA, experimentell von einigen US-amerikanischen Psychiatern und Psychotherapeuten in der psycholytischen Psychotherapie, sowie in Selbsterfahrungs- und spirituellen Gruppenveranstaltungen eingesetzt. Es sollte den Konsumenten helfen, in Kontakt mit ihren „wahren Gefühlen“ (true feelings) zu kommen und bessere emotionale Beziehungen zu ihren Mitmenschen zu erreichen.<ref name="DOI10.1177/2050324518767442">Torsten Passie: The early use of MDMA (‘Ecstasy’) in psychotherapy (1977–1985). In: Drug Science, Policy and Law. 4, 2018, S. 205032451876744, doi:10.1177/2050324518767442.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Zumindest in Kalifornien war es erlaubt, nicht kommerziell verfügbare Drogen in einer ärztlichen Praxis zu verwenden, wenn sie von einem Arzt oder Apotheker selbst hergestellt wurden. Der kalifornische Psychotherapeut Leo Zeff, der sich seit 1961 mit psychedelischer Therapie beschäftigte, verwendete ab 1977 MDMA in seiner therapeutischen Arbeit, da er nach einer weniger toxischen Variante des MDA (MDMA-Analogon) suchte. Er verabreichte in den folgenden 12 Jahren MDMA an etwa 4000 Menschen und leitete mehr als 150 Therapeuten an.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref name="DOI10.1177/2050324518767442" /> Der US-amerikanische Psychiater Rick Ingrasci, der 150 MDMA-Sitzungen mit 100 Patienten durchführte, sprach sich 1985 – neben anderen – in einer Anhörung während des Verbotsverfahrens der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA) für die weitere Erforschung des therapeutischen Potenzials von MDMA aus.<ref>Ben Sessa: Geschichte der Psychedelika in der Medizin. In: M. von Heyden, H. Jungaberle, T. Majić (Hrsg.): Handbuch Psychoaktive Substanzen. Springer Reference Psychologie. Springer, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-642-55125-3, S. 91, doi:10.1007/978-3-642-55125-3 99.</ref> Der administrative law judge der DEA teilte die Meinung von Ingrasci, wurde jedoch überstimmt.<ref name="ac-56027">Vorlage:Literatur</ref>
Über die Erfahrungen in den ersten bekannt gewordenen experimentellen Anwendungen gibt es nur wenige systematische Berichte. Eine Fragebogen-Studie aus dem Jahr 1986 an 29 Klienten (hauptsächlich Kollegen und persönliche Freunde) beschrieb bei allen Teilnehmern positive Erfahrungen neben einigen negativen.<ref>George Greer, Requa Tolbert: Subjective reports of the effects of MDMA in a clinical setting. In: J Psychoactive Drugs, Oct-Dec 1986;18(4):319-27. doi:10.1080/02791072.1986.10472364 PMID 2880946</ref>
Verbot ab Mitte der 1980er Jahre
Im Rahmen des War on Drugs wurde MDMA dann im Jahr 1986 weltweit verboten, insbesondere mit der aufkeimenden Techno-Bewegung und der daraus folgenden moralischen Panik.<ref name="Hermle" /> Nach dem Verbot wurde es einerseits in Party- und spirituellen Szenen mystifiziert, andererseits von politischer Seite gezielt dämonisiert.<ref name="Hermle" /> Seine therapeutische Anwendung blieb durch diese Entwicklungen weitgehend im Untergrund<ref name="Hermle" /> und die Erforschung von MDMA hinsichtlich einer medizinischen Verwendung in den meisten Ländern unmöglich.
Jedoch hatten einige Mitglieder der 1985 gegründeten Schweizerischen Ärztegesellschaft für Psycholytische Therapie (SÄPT) vom Bundesamt für Gesundheit in der Zeit von 1988 bis 1994 die Bewilligung zur Durchführung psycholytischer Therapien mit LSD, Psilocybin und MDMA bei ausgewählten Patienten erhalten. Die häufigsten Diagnosen waren Persönlichkeitsstörungen (38 %), Anpassungsstörungen (26 %) und affektive Störungen (25 %).<ref name="Liechti2019" /> Eine systematische wissenschaftliche Begleitung und Evaluation wurde allerdings unterlassen.<ref name="Hermle" /> Es fand lediglich eine rückblickende Fragebogenstudie bei 170 Patienten statt.<ref name="Liechti2019" />
Jüngere Geschichte
Im Anschluss an die ersten klinischen Studien mit MDMA und LSD mit Patienten in der Schweiz ab 2006<ref>Vorlage:Literatur</ref> wurde ab 2014 die „beschränkte medizinische Anwendung“ (Compassionate Use) von MDMA und LSD auch außerhalb von Studien wieder aufgenommen. Die Daten von 18 Patienten wurden ausgewertet, darunter 11 Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung.<ref name="Liechti2019">Vorlage:Literatur</ref><ref name="DOI10.1177/0269881120959604">Yasmin Schmid, Peter Gasser, Peter Oehen, Matthias E Liechti: Acute subjective effects in LSD- and MDMA-assisted psychotherapy. In: Journal of Psychopharmacology. 35, 2021, S. 362, doi:10.1177/0269881120959604.</ref>
Angesichts der steigenden Zahlen von US-Soldaten mit PTBS wurden auch in den USA einige Restriktionen aufgehoben. 2017 genehmigte die Food and Drug Administration (FDA) begrenzte Forschungsarbeiten zur MDMA-unterstützten Psychotherapie bei PTBS für Soldaten im Auftrag des Kriegsveteranenministeriums.<ref>Medication-Assisted Psychotherapy for PTSD (PDF; 820 kB) U.S. Department of Veterans Affairs.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Bisherige Resultate weisen darauf hin, dass MDMA die Wirksamkeit einer Psychotherapie bei PTBS und bestimmten anderen Diagnosen verbessern könnte.<ref name="DOI10.1007/s00213-020-05548-2">Lisa Jerome, Allison A. Feduccia, Julie B. Wang, Scott Hamilton, Berra Yazar-Klosinski, Amy Emerson, Michael C. Mithoefer, Rick Doblin: Long-term follow-up outcomes of MDMA-assisted psychotherapy for treatment of PTSD: a longitudinal pooled analysis of six phase 2 trials. In: Psychopharmacology. 237, 2020, S. 2485, doi:10.1007/s00213-020-05548-2.</ref><ref name="DOI10.1097/01.NAJ.0000753464.35523.29">Andrew Penn, Caroline G. Dorsen, Stephanie Hope, William E. Rosa: CE: Psychedelic-Assisted Therapy. In: AJN, American Journal of Nursing. 121, 2021, S. 34, doi:10.1097/01.NAJ.0000753464.35523.29.</ref>
Systematische Übersichtsarbeiten von 2016 bis 2021 mit allerdings geringen Fallzahlen und Schwierigkeiten bei der Verblindung der Probanden kommen zu dem Ergebnis, dass die therapeutische Anwendung von MDMA dauerhaft wirksam und nebenwirkungsarm ist.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref><ref name="10.1002/jcph.1995" /> Smith und Koautoren weisen auf die Wichtigkeit strenger Regulierung des MDMA-Einsatzes hin.<ref name="10.1002/jcph.1995">Vorlage:Literatur</ref> Hoskins und Koautoren stellen „beeindruckende Ergebnisse“ fest, verweisen aber auch auf die Notwendigkeit weiterer Forschung.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Varker und Koautoren stufen die Evidenz für die Wirksamkeit von MDMA-unterstützter Therapie als „moderat“ ein.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Für Patienten mit Depression und Angststörung im Zusammenhang mit einer terminalen Erkrankung wurde ein hohes Potenzial festgestellt und ebenfalls weitere Forschung gefordert.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Als Fazit lässt sich formulieren: Vorlage:Zitat
Einen vom Unternehmen Lykos Therapeutics in den USA gestellten Arzneimittelzulassungsantrag zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung mit MDMA in Kombination mit Psychotherapie lehnte die Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) im August 2024 ab.<ref name="lykospbc-240809">Vorlage:Internetquelle</ref> Sie folgte damit dem Rat des zuständigen Beratungsgremiums, das methodische Mängel bei der Durchführung der Phase-3-Studie zur Wirksamkeitsprüfung kritisiert hatte und mehrheitlich kein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis gegeben sah.<ref name="fda-180463">Vorlage:Internetquelle</ref> Die FDA forderte eine neue Phase-3-Studie.<ref name="lykospbc-240809" />
Schweiz
Seit 2014 kann das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Ausnahmen für ärztliche Einzelbehandlungen bewilligen. 2022 wurden über 250 Bewilligungen erteilt, Tendenz steigend. Der Bedarf ist deutlich größer und kann durch die Therapeuten nicht gedeckt werden. Begrenzend ist die Verfügbarkeit ausgebildeter Therapeuten.<ref>SRF: LSD, MDMA und Psilocybin – Drogen statt Antidepressiva: Psychotherapie nach Schweizer Art (2023)</ref> Indikationen sind: Posttraumatische Belastungsstörung, Soziale Angst/Autismus, Alkoholkonsumstörung, Depression, Essstörungen, Paartherapie. Erfolge werden in Studien regelmäßig ausgewertet. Seit 2018 bietet die SAEPT eine Weiterbildung zur Begleitung von Patienten in der Substanz-assistierten Therapie an.<ref>Prof. Liechti: Experten-Bericht, Stand und Entwicklungsszenarien in Bezug auf die medizinische Behandlung und klinische Forschung mit Halluzinogenen und MDMA. Uni Basel (2019)</ref>
Verbreitung als Droge
Vorlage:Staatslastig Vorlage:Veraltet MDMA ist nach Angaben der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht eine der beliebtesten „Partydrogen“, insbesondere „in Techno-/House-Umfeldern“. So soll MDMA in den elektronischen Tanzszenen 2013 auf Platz 2 der meistkonsumierten illegalen Substanzen rangiert haben, hinter Speed.<ref name="gdr">Tim Pfeiffer-Gerschel, Stephanie Flöter, Ingo Kipke, Lisa Jakob, Alicia Casati (IFT Institut für Therapieforschung (Epidemiologie und Koordination) für Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht): Vorlage:Webarchiv 5. November 2013, abgerufen am 23. April 2014.</ref> Laut einer Umfrage unter „jungen Partygängern“, die ab 2013 in verschiedenen deutschen Städten durchgeführt wurde, liegt MDMA sogar mit einer 12-Monats-Prävalenz von 52,0 % vor Speed (51,1 %), aber deutlich hinter Cannabis (75,1 %). 30,2 % der Befragten gaben an, MDMA innerhalb der letzten 30 Tage konsumiert zu haben.<ref name="bericht2014">Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht: Bericht 2014 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD. (Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 21. Dezember 2014)</ref>
Der Europäische Drogenbericht 2015 bezieht sich zur Verbreitung von Drogen auf eine Teilauswertung des Global Drug Survey, eine nicht-repräsentative Online-Befragung, wonach unter 25.790 befragten Personen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren in zehn europäischen Ländern, die regelmäßig an „Clubveranstaltungen“ teilnehmen, eine 12-Monats-Prävalenz für MDMA von 37 % besteht. Auch wenn diese Zahl nicht repräsentativ ist, so liegt sie doch deutlich vor den meisten anderen der in derselben Analyse für andere Drogen gemessenen Werten (Cannabis 55 %, Kokain 22 %, Amphetamine 19 %, Ketamin 11 %, Mephedron 3 %, synthetische Cannabinoide 3 %, GHB 2 %).<ref>Vorlage:Webarchiv Europäische Beobachtungsstelle für Drogen- und Drogensucht; abgerufen am 16. September 2015.</ref>
Weiter heißt es in dem Bericht 2014 der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht: Vorlage:Zitat
Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) will ebenfalls Tendenzen für ein „Aufleben“ des Interesses an MDMA beobachtet haben, was angeblich an einer leichteren Verfügbarkeit des Wirkstoffs liegen soll. So heißt es im Drogenbericht 2013: „Seit Kurzem scheinen die Ecstasy-Hersteller effizientere Wege zur Beschaffung von MDMA gefunden zu haben, was sich im Inhalt der Tabletten niederschlägt.“<ref name="edr">Vorlage:Webarchiv Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht; abgerufen am 23. April 2014</ref>
Schätzungen der EMCDDA zufolge haben in ganz Europa im Jahr 2012 – innerhalb des zurückliegenden Jahres – rund 1,8 Millionen junge Erwachsene „Ecstasy“ (MDMA) konsumiert. Mit einer 12-Monate-Prävalenz des Ecstasy-Konsums bei jungen Erwachsenen von knapp 3 Prozent scheint MDMA 2012 in Großbritannien am populärsten zu sein, gefolgt von der Tschechischen Republik und Spanien (zwischen 1 und 2 Prozent). Für Deutschland liegt mit einer Prävalenz von rund 1 Prozent für die Jahre 2008/2009 der letzte aktuelle Wert vor. Auch in den Niederlanden wurden leicht überdurchschnittliche Werte von >1 % gemessen, allerdings sind die letzten verfügbaren Daten von 2003/2004.<ref name="edr" />
Als bedeutende Produktionsstandorte sind laut EMCDDA Belgien und die Niederlande sowie Polen und die baltischen Länder bekannt, aber auch in Bulgarien, Deutschland und Ungarn wurden Labore entdeckt.<ref name="edr" />
MDMA wird laut Abwasseruntersuchungen von verschiedenen europäischen Großstädten nachweislich hauptsächlich am Wochenende konsumiert. Unter den untersuchten 42 Städten war Amsterdam die Stadt mit dem stärksten MDMA-Konsum, gefolgt von Utrecht und Antwerpen. In Deutschland nahmen nur Dortmund, Dresden und Dülmen an der Untersuchung teil, wobei lediglich in Dortmund eine signifikante Verbreitung gemessen wurde, die allerdings deutlich unter dem Konsum in den meisten anderen untersuchten Städten in Europa liegt.<ref name="PMID24861844">C. Ort, A. L. van Nuijs, J. D. Berset, L. Bijlsma, S. Castiglioni, A. Covaci, P. de Voogt, E. Emke, D. Fatta-Kassinos, P. Griffiths, F. Hernández, I. González-Mariño, R. Grabic, B. Kasprzyk-Hordern, N. Mastroianni, A. Meierjohann, T. Nefau, M. Ostman, Y. Pico, I. Racamonde, M. Reid, J. Slobodnik, S. Terzic, N. Thomaidis, K. V. Thomas: Spatial differences and temporal changes in illicit drug use in Europe quantified by wastewater analysis. In: Addiction. Band 109, Nummer 8, August 2014, S. 1338–1352, doi:10.1111/add.12570. PMID 24861844, Vorlage:PMC.</ref>
Gefahren
Allgemeines und Todesfälle
MDMA wird in vielen Studien regelmäßig im Vergleich zu Drogen wie Alkohol oder mitunter selbst zu Cannabis als weniger schädlich eingestuft. So landete MDMA beispielsweise in einer im März 2007 in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Studie eines Forscherteams um David Nutt auf Platz 17 der 20 verglichenen Substanzen, wobei Alkohol und Heroin zu den gefährlichsten Drogen gezählt wurden (siehe hierzu Droge: Klassifizierung nach Schadenspotenzial).<ref name="Nutt2007" /><ref name="Nutt2010" />
Im Drogenbericht 2013 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) heißt es: Vorlage:Zitat
So wurden in Deutschland im Jahr 2010 zwei Todesfälle gezählt, die direkt mit dem alleinigen Konsum von „Ecstasy“ in Verbindung standen, in vier weiteren Todesfällen war „Ecstasy“ in Kombination mit anderen Drogen involviert.<ref>Vorlage:Webarchiv Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 24. März 2011; abgerufen am 14. Oktober 2015.</ref> Im Jahr 2013 wurden drei Todesfälle im direkten Zusammenhang mit „Amphetaminderivaten“ gezählt, wobei MDMA nicht gesondert ausgewiesen wurde,<ref>Vorlage:Webarchiv Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 17. April 2014; abgerufen am 14. Oktober 2015.</ref> 2014 lag die entsprechende Zahl ebenso wie im Vorjahr bei drei Todesfällen,<ref>Bundeskriminalamt: Rauschgiftkriminalität: Bundeslagebild 2014 – Tabellenanhang (PDF). 2015, abgerufen am 28. April 2016.</ref> 2015 bei sechs Todesfällen,<ref>Bundeskriminalamt: Rauschgiftkriminalität: Bundeslagebild 2015 – Tabellenanhang (PDF). 2016, abgerufen am 29. Oktober 2016.</ref> 2016 bei zwei Todesfällen<ref>Bundeslagebild Rauschgift 2016 – Tabellenanhang (PDF)</ref> und 2017 bei vier Todesfällen.<ref>Bundeslagebild Rauschgift 2017 – Tabellenanhang (PDF)</ref>
Abhängigkeitspotenzial
MDMA hat ein gewisses psychisches Abhängigkeitspotenzial. Allerdings entwickelt sich im Unterschied zu Alkohol, Cannabis, Kokain oder Opiaten in solchen Fällen nur äußerst selten ein täglicher Konsum der Droge, was mit dem Wirkspektrum der Droge in Verbindung gebracht werden kann. Häufiger entwickelt sich eine Abhängigkeit in direktem Zusammenhang mit dem üblichen Setting, in dem die Droge genommen wird – z. B. Technoparty-Umfelder – etwa, wenn die Wochenenden bereits donnerstags beginnen und erst montags wieder enden und sich die Person in dieser Zeit im Partyambiente „fallenlässt“ bzw. „verliert“.
Innerhalb der „Szene“ wird eine Pause von mindestens 4–6 Wochen zwischen den einzelnen Konsumvorgängen empfohlen und von manchen regelmäßigen Konsumenten auch eingehalten, um wieder die volle Wirkung empfinden zu können.
Verunreinigungen
Viele Konsumenten gehen davon aus, dass sie reines MDMA konsumieren, wenn sie „Ecstasy“-Pillen oder Molly zu sich nehmen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Eine der Gesundheitsgefahren des MDMA-Konsums besteht in der ungewollten Aufnahme einer schwankenden Menge, unbekannter Streckungsmittel oder gänzlich anderer Mittel, die als „Ecstasy“ oder Molly verkauft werden.
Mischkonsum und Überdosierung
Nicht nur bei vorgeschädigten, sondern auch bei gesunden Personen kann eine Überdosierung mit MDMA oder der Mischkonsum mit anderen Drogen, besonders gefährlich mit Methamphetamin, in sehr seltenen Fällen zu einem akuten Herzversagen führen, da MDMA (wie die meisten Amphetaminderivate) ein Calciumantagonist (Calciumkanalblocker) ist. Das heißt, MDMA ist eine Substanz, die den Einstrom von Calcium in die Zellen hemmt und damit die elektromechanische Koppelung im Zellsystem stört. Dies führt zur Verminderung des Tonus (Anspannungszustandes) der Gefäßmuskulatur und der Kontraktilität (Fähigkeit, sich zusammenzuziehen) des Herzmuskels.<ref>Joachim Schille, Helmut Arnold: Praxishandbuch Drogen und Drogenprävention. 2002, ISBN 3-7799-0783-6, S. 90.</ref>
Vergleichsweise verbreitet – obwohl riskant – ist der Mischkonsum mit Alkohol, laut einer nicht-repräsentativen Umfrage sogar in über der Hälfte der Fälle.<ref name="Zeit_Online" /> Dies führt zu einer stärkeren Belastung von Leber und Niere und trocknet den Körper weiter aus. Zudem kommt es hierdurch leichter zu Wärmestaus und gefährlichen Überhitzungserscheinungen. Außerdem werden die negativen Effekte des „Runterkommens“ durch Mischkonsum mit Alkohol weiter verstärkt, die klaren und entaktogenen Wirkungen hingegen vermindert.<ref>Vorlage:Cite web</ref>
Insbesondere wenn MDMA nicht kristallin, sondern in Pillenform konsumiert wird, besteht die Gefahr einer Überdosierung mit den im Folgenden beschriebenen negativen Reaktionen, da die Menge des Wirkstoffs grundsätzlich nicht sicher bekannt ist, sofern keine chemische Analyse einer Pille durchgeführt wird. In der Praxis liegt die Konzentration oft bei 50–150 mg pro Tablette, sofern überhaupt wirklich MDMA enthalten ist (s. o.). Der Konsument hat aber in der Praxis kaum eine Chance, die in gewissen Kreisen empfohlene Menge von 1,3 (für Frauen) bis 1,5 mg (für Männer) MDMA pro kg Körpergewicht<ref>MDMA (Methylendioxy-N-methylamphetamin); Ecstasy; XTC; Drogen-Information-Berlin.</ref> korrekt zu dosieren, sofern er eine Pille konsumiert.
Zu der Frage, welche Überdosis mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zum Tod führt, gibt es unterschiedliche Angaben, die von dem 5-fachen bis zum 20-fachen der „regulären Dosis“ reichen, welche wiederum von Gewicht und Verfassung des Konsumenten abhängt. 2013 verstarb in Großbritannien ein 15-jähriges Mädchen nach dem Konsum von 500 mg MDMA.<ref>What Martha’s sad death from Ecstasy can teach us. Telegraph.</ref>
Lebensbedrohliche akute Nebenwirkungen
Die größte akute Gefahr beim Konsum ist Überhitzung, da MDMA entwässernd und temperatursteigernd wirkt. Intensives Tanzen verstärkt den Effekt der Überhitzung, und der Konsument nimmt die Warnsignale des Körpers nicht richtig oder zumindest abgeschwächt wahr. Die Körpertemperatur kann auf gefährliche 40 bis 42 °C steigen, was schlimmstenfalls zu Organversagen und in Konsequenz zu Koma oder sogar Tod führen kann. Dem kann in der Theorie vergleichsweise leicht durch regelmäßiges Trinken und das Einlegen von Pausen entgegengewirkt werden. Da jedoch das Durstgefühl stark vermindert oder komplett ausgeschaltet ist und ein gewisser Bewegungsdrang besteht (s. o. „Körperliche Wirkung“), wird dies von unerfahrenen Konsumenten oft nicht oder falsch durchgeführt. Die Aufnahme von zu viel Wasser kann wiederum zu einer Hyperhydratation führen.<ref>Erowid.org, abgerufen am 25. Dezember 2014.</ref> Mittlerweile sind daher tödliche Fälle von MDMA-Konsum sowohl in den USA als auch in Europa beobachtet worden.<ref>J. R. Gill, J. A. Hayes, I. S. deSouza, E. Marker, M. Stajic: Ecstasy (MDMA) deaths in New York City: a case series and review of the literature. In: J Forensic Sci. 47(1), Jan 2002, S. 121–126. PMID 12064638.</ref><ref>M. Z. Karlovsek, A. Alibegović, J. Balazic: Our experiences with fatal ecstasy abuse (two case reports). In: Forensic Sci Int. 147 Suppl, 17. Jan 2005, S. 77–80. PMID 15694737.</ref><ref>F. Schifano, A. Oyefeso, J. Corkery, K. Cobain, R. Jambert-Gray, G. Martinotti, A. H. Ghodse: Death rates from ecstasy (MDMA, MDA) and polydrug use in England and Wales 1996–2002. In: Hum Psychopharmacol. 18(7), Okt 2003, S. 519–524. PMID 14533133.</ref>
MDMA kann eine akute Senkung des Natriumspiegels im Blut bewirken („Ecstasy-induzierte Hyponatriämie“). Diese seltene, aber gefährliche Nebenwirkung kann Übelkeit, Verwirrtheit oder einen epileptischen Anfall zur Folge haben. Bei Patienten mit diesem Symptom endet einer von fünf Fällen tödlich. Der Mechanismus dieser Nebenwirkung ist nicht vollständig verstanden, wird aber vermutlich durch MDMA selbst ausgelöst. Die Nebenwirkung wird durch das weibliche Hormon Östrogen verstärkt, daher tritt der Effekt bei Frauen häufiger auf. MDMA-induzierte Hyponatriämie wird in leichten Fällen durch die Gabe von Diuretika oder der Limitierung der Flüssigkeitszufuhr behandelt, in schweren Fällen wird dem Patienten eine isotonische Salzlösung verabreicht, um das Elektrolytgleichgewicht wiederherzustellen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
2009 gab es überzeugende Hinweise, dass selbst bei abstinenten ehemaligen Konsumenten ein erhöhtes Risiko für ein Schlafapnoe-Syndrom besteht.<ref>U. D. McCann, F. P. Sgambati, A. R. Schwartz, G. A. Ricaurte: Sleep apnea in young abstinent recreational MDMA ("ecstasy") consumers. In: Neurology. 2. Dez 2009. PMID 19955499.</ref><ref name="PMID23881877">A. C. Parrott: Human psychobiology of MDMA or 'Ecstasy': an overview of 25 years of empirical research. In: Human psychopharmacology. Band 28, Nummer 4, Juli 2013, S. 289–307, Vorlage:DOI, PMID 23881877 (Review), PDF.</ref>
Neurotoxizität und Langzeitschäden
Das Risiko von Defiziten bei kognitiven Leistungen und beim Gedächtnis, dem sich MDMA-Konsumenten möglicherweise aussetzen, ist Gegenstand andauernder Forschung. Es existieren Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Konsum und entsprechenden Defiziten in Teilbereichen als belegt ansehen, so beispielsweise zwei groß angelegte Längsschnittstudien im Format von prospektiven Kohortenstudien in Amsterdam (2007) und Köln (2013).<ref name="PMID17548754">T. Schilt, M. M. de Win, M. Koeter, G. Jager, D. J. Korf, W. van den Brink, B. Schmand: Cognition in novice ecstasy users with minimal exposure to other drugs: a prospective cohort study. In: Archives of general psychiatry. Band 64, Nummer 6, Juni 2007, S. 728–736, doi:10.1001/archpsyc.64.6.728. PMID 17548754.</ref><ref name="PMID22831704">D. Wagner, B. Becker, P. Koester, E. Gouzoulis-Mayfrank, J. Daumann: A prospective study of learning, memory, and executive function in new MDMA users. In: Addiction. Band 108, Nummer 1, Januar 2013, S. 136–145, doi:10.1111/j.1360-0443.2012.03977.x. PMID 22831704.</ref> Die Relevanz dieser beiden Studien wird in einer systematischen Übersichtsarbeit von 2013 durch eine detaillierte Beschreibung hervorgehoben.<ref name="PMID23660456">A. C. Parrott: MDMA, serotonergic neurotoxicity, and the diverse functional deficits of recreational 'Ecstasy' users. In: Neuroscience and biobehavioral reviews. Band 37, Nummer 8, September 2013, S. 1466–1484, doi:10.1016/j.neubiorev.2013.04.016. PMID 23660456 (Review). (PDF (PDF) abgerufen am 27. Oktober 2014).</ref> Die prospektive Längsschnittstudie von Halpern et al. (2011) konnte hingegen keine signifikanten, auf MDMA-Konsum rückführbaren negativen kognitiven Effekte ermitteln.<ref name="PMID21205042">J. H. Halpern, A. R. Sherwood, J. I. Hudson, S. Gruber, D. Kozin, H. G. Pope: Residual neurocognitive features of long-term ecstasy users with minimal exposure to other drugs. In: Addiction. Band 106, Nummer 4, April 2011, S. 777–786, doi:10.1111/j.1360-0443.2010.03252.x, PMID 21205042, Vorlage:PMC.</ref> Hermle et al. (2018) berücksichtigen die widersprüchlichen Ergebnisse der prospektiven Längsschnittstudien und halten in ihrer Übersichtsarbeit fest:
In einer 2009 veröffentlichten Metastudie wurde eine Anzahl an Studien, die die neurotoxischen Effekte von MDMA-Konsum untersuchen, ausgewertet. Einerseits kamen die Autoren zu dem Schluss, dass nur ein geringer Anteil der Arbeiten eine methodisch ausreichende Qualität aufweist. Andererseits würden auch in den qualitativ hochwertigen Studien meist neurotoxische Folgen ausgewiesen, wobei die klinische Signifikanz im jeweiligen Einzelfall schwanken könne, im Durchschnitt die Defizite aber „wahrscheinlich relativ klein“ seien.<ref name="PMID19195429">G. Rogers, J. Elston, R. Garside, C. Roome, R. Taylor, P. Younger, A. Zawada, M. Somerville: The harmful health effects of recreational ecstasy: a systematic review of observational evidence. In: Health technology assessment. Band 13, Nummer 6, Januar 2009, S. iii–iv, ix, doi:10.3310/hta13050. PMID 19195429 (Review).</ref> Auch die Autoren der niederländischen Längsschnittstudie (s. o.) sprechen davon, dass trotz gemessener Defizite der Drogenkonsumenten, deren Leistung „noch im normalen Bereich“ und die unmittelbare klinische Relevanz „begrenzt“ sei – wobei langfristige Konsequenzen jedoch nicht ausgeschlossen werden könnten.<ref name="PMID17548754" /> In einer weiteren systematischen Übersichtsarbeit von 2013 wurden folgende neurotoxischen Schäden aufgeführt: Demnach schädigt MDMA serotonerge Nervenendigungen (Axonterminale) im Striatum, Hippocampus und präfrontalen Cortex. Bei Nagetieren, nicht-menschlichen Primaten, und Menschen bleiben derartige Schäden über mindestens zwei Jahre bestehen. Es wurden Hinweise aufgezeigt, dass MDMA die Anzahl der GABAergen Interneuronen im Hippocampus vermindert. Die neurotoxischen Schäden wurden dem abweichenden Verhalten von MDMA-Konsumenten – auch während ihrer Abstinenz-Zeiten – zugeordnet, wie verminderte Leistungen bei Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Verhaltenssteuerung und Impulskontrolle (Exekutive Funktionen).<ref name="PMID23892199">L. E. Halpin, S. A. Collins, B. K. Yamamoto: Neurotoxicity of methamphetamine and 3,4-methylenedioxymethamphetamine. In: Life sciences. Band 97, Nummer 1, Februar 2014, S. 37–44, doi:10.1016/j.lfs.2013.07.014. PMID 23892199, Vorlage:PMC (Review).</ref> Eine umfassende Metaanalyse von 2016 auf der Grundlage von 39 Einzelstudien fand einen geringen Effekt von MDMA auf die exekutiven Funktionen, die als Entsprechung zu den neurotoxischen Wirkungen in serotonergen Nervensystemen gewertet wurden: Vorlage:Zitat Auch konnte nicht ausgeschlossen werden, dass z. B. Alkohol oder andere Drogen für die Defizite der exekutiven Funktionen verantwortlich waren: Vorlage:Zitat
Nach Hermle et al. (2018) sind zumindest bei starken Konsumenten längerfristige Schädigungen des zentralen serotonergen Systems nach derzeitigem Wissenstand wahrscheinlich.<ref name="Hermle">Hermle L., Schuldt F. (2018) MDMA. In: von Heyden M., Jungaberle H., Majić T. (eds) Handbuch Psychoaktive Substanzen. Springer Reference Psychologie. Springer, Berlin, Heidelberg 2018, pp. 551–565, doi:10.1007/978-3-642-55125-3 25</ref> Aus Tierversuchen ist bekannt, dass chronische Gaben höherer MDMA-Dosen zu pathologischen Veränderungen an Serotonin-Neuronen führen. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2001 zufolge scheint nicht-metabolisiertes MDMA dabei nicht zellzerstörend zu sein.<ref>B. Esteban u. a.: 3,4-Methylenedioxymethamphetamine induces monoamine release, but not toxicity, when administered centrally at a concentration occurring following a peripherally injected neurotoxic dose. In: Psychopharmacology. Band 154, 2001, S. 251–260. PMID 11351932, doi:10.1007/s002130000645.</ref> Mehrere Studien an Menschen mit verschiedenen bildgebenden Verfahren zeigten langfristige Störungen der Serotonin-Systeme.<ref name="PMID24648791" />
Die degenerative Wirkung auf das Hirngewebe kann durch mehrere parallele Mechanismen verursacht sein. So können Abbauprodukte des MDMA (unter Öffnung der Methylenbrücke) zellgiftige Eigenschaften haben. Des Weiteren kann es durch Aufnahme von Dopamin in Serotoninzellen zur Fehlmetabolisierung des Dopamins kommen, die zur Bildung des zellgiftigen 6-Hydroxydopamin führt.<ref name="PMID8809863">L. S. Seiden, K. E. Sabol: Methamphetamine and methylenedioxymethamphetamine neurotoxicity: possible mechanisms of cell destruction. In: NIDA research monograph. Band 163, 1996, S. 251–276. PMID 8809863 (Review).</ref> Auch legen Versuche mit Ratten nahe, dass der hyperthermische Effekt von MDMA mitunter die neurotoxischen Schäden stark ansteigen lässt. Dasselbe gilt auch für eine erhöhte Raumtemperatur, wie sie z. B. in Diskos und Clubs vorzufinden ist.<ref name="DOI10.1007/s00213-007-1027-1">Beatriz Goni-Allo, Brian Ó Mathúna, Mireia Segura, Elena Puerta, Berta Lasheras, Rafael de la Torre, Norberto Aguirre: The relationship between core body temperature and 3,4-methylenedioxymethamphetamine metabolism in rats: implications for neurotoxicity. In: Psychopharmacology. 197, 2008, S. 263–278, doi:10.1007/s00213-007-1027-1.</ref><ref name="PMID9634574">J. E. Malberg, L. S. Seiden: Small changes in ambient temperature cause large changes in 3,4-methylenedioxymethamphetamine (MDMA)-induced serotonin neurotoxicity and core body temperature in the rat. In: The Journal of neuroscience: the official journal of the Society for Neuroscience. Band 18, Nummer 13, Juli 1998, S. 5086–5094. PMID 9634574.</ref>
Studien mit Mäusen und Ratten zeigten, dass Tetrahydrocannabinol, sowie das künstliche Cannabinoid CP 55,940, den hyperthermischen Effekt von MDMA vollständig unterbinden. Die dabei hervorgerufene Hypothermie vermindert neurotoxische Schäden.<ref name="DOI10.1371/journal.pone.0009143">Clara Touriño, Andreas Zimmer, Olga Valverde, Dawn N. Albertson: THC Prevents MDMA Neurotoxicity in Mice. In: PLoS ONE. 5, 2010, S. e9143, doi:10.1371/journal.pone.0009143.</ref><ref name="PMID15081792">K. C. Morley, K. M. Li, G. E. Hunt, P. E. Mallet, I. S. McGregor: Cannabinoids prevent the acute hyperthermia and partially protect against the 5-HT depleting effects of MDMA („Ecstasy“) in rats. In: Neuropharmacology. Band 46, Nummer 7, Juni 2004, S. 954–965, doi:10.1016/j.neuropharm.2004.01.002. PMID 15081792.</ref> Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie beim Menschen zeigte jedoch die entgegengesetzte Wirkung. Zwar war der Höhepunkt der MDMA-bedingten Temperaturerhöhung durch die Zugabe von Cannabis um circa 45 Minuten verzögert, er war jedoch gleich hoch. Ein deutlicher Verstärkungseffekt durch Cannabis war dadurch gegeben, dass das MDMA-bedingte Temperatur-Maximum nunmehr länger als 2,5 Stunden (Ende der Messungen) anhielt, während es ohne Zugabe von Cannabis bereits nach 45 Minuten abgesunken war und nach weiteren 2,5 Stunden ganz auf den Ausgangswert vor der MDMA-Einnahme zurückgegangen war.<ref name="PMID19440186">G. J. Dumont, C. Kramers, F. C. Sweep, D. J. Touw, J. G. van Hasselt, M. de Kam, J. M. van Gerven, J. K. Buitelaar, R. J. Verkes: Cannabis coadministration potentiates the effects of "ecstasy" on heart rate and temperature in humans. In: Clinical pharmacology and therapeutics. Band 86, Nummer 2, August 2009, S. 160–166, doi:10.1038/clpt.2009.62. PMID 19440186, PDF, S. 121–138. (PDF; 2,6 MB) abgerufen am 23. Oktober 2015.</ref>
Mehrere, gezielt auf Gedächtnisleistungen fokussierende Studien deckten bei MDMA-Konsumenten statistisch signifikante Defizite bei allen Gedächtnisarten und in Abhängigkeit vom Ausmaß des Konsums auf. Die Beeinträchtigungen korrelieren im Allgemeinen mit der Dauer und der Häufigkeit des MDMA-Konsums, dennoch können prinzipiell nicht nur starke Konsumenten, sondern auch relativ moderate Gelegenheitskonsumenten davon betroffen sein.<ref>E. Gouzoulis-Mayfrank u. a.: Neurotoxische Langzeitschäden bei Ecstasy (MDMA)-Konsumenten – Überblick über den aktuellen Wissensstand. In: Der Nervenarzt. Band 73, 2002, S. 405–421. PMID 12078018, doi:10.1007/s00115-001-1243-6.</ref><ref name="PMID24648791" />
Wechselwirkungen mit Medikamenten und psychotropen Substanzen
Gewisse Arzneimittelwechselwirkungen mit MDMA stellen ein besonderes hohes Gesundheitsrisiko dar. Insbesondere einige Virustatika wie der HIV-Proteaseinhibitoren Ritonavir oder der Reverse-Transcriptase-Inhibitor Delavirdin führen zur starken Erhöhung des MDMA-Plasmaspiegels, der außer einem verlängerten Rauschzustand eine lebensbedrohliche Intoxikation verursachen kann.
Das Schmerzmittel Tramadol (Opioid-Analgetika) wirkt ebenfalls auf den Haushalt von Serotonin und Noradrenalin. Bei zeitlich abgesetztem Konsum eines entsprechenden Medikaments und MDMA kann es zur Wirkungsverstärkung sowohl des MDMA als auch des Medikaments kommen, die ebenfalls einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann.
Ein besonderes Risiko besteht in der Kombination mit MAO-Hemmern, die in Medikamenten wie Antidepressiva (Moclobemid) und Dopaminergika bei Parkinson-Krankheit (Selegilin) sowie in der psychoaktiven Substanz Harmalin (Komponente der halluzinogenen Droge Ayahuasca) enthalten sind. Da MAO-Hemmer die Wirkung von zusätzlichen Auslösern von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, zu denen MDMA zählt, in erheblichem und unvorhersehbarem Maße verstärken,<ref name="PMID4952963">F. Sjöqvist: Psychotropic drugs (2): Interaction between monoamine oxidase (MAO) inhibitors and other substances. In: Proceedings of the Royal Society of Medicine. Band 58, Nummer 11 Part 2, November 1965, S. 967–978. PMID 4952963, Vorlage:PMC (Review).</ref><ref name="PMID8713690">M. G. Livingston, H. M. Livingston: Monoamine oxidase inhibitors: An update on drug interactions. In: Drug safety. Band 14, Nummer 4, April 1996, S. 219–227. PMID 8713690 (Review).</ref><ref name="PMID24607445">J. P. Finberg: Update on the pharmacology of selective inhibitors of MAO-A and MAO-B: focus on modulation of CNS monoamine neurotransmitter release. In: Pharmacology & therapeutics. Band 143, Nummer 2, August 2014, S. 133–152, doi:10.1016/j.pharmthera.2014.02.010. PMID 24607445 (Review).</ref> besteht hier ein unkalkulierbares Risiko,<ref name="PMID2884326">M. J. Smilkstein, S. C. Smolinske, B. H. Rumack: A case of MAO inhibitor/MDMA interaction: agony after ecstasy. In: Journal of toxicology. Clinical toxicology. Band 25, Nummer 1–2, 1987, S. 149–159. PMID 2884326.</ref> gerade auch in Kombination mit Ayahuasca<ref name="PMID22691716">D. I. Brierley, C. Davidson: Developments in harmine pharmacology: implications for ayahuasca use and drug-dependence treatment. In: Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry. Band 39, Nummer 2, Dezember 2012, S. 263–272, doi:10.1016/j.pnpbp.2012.06.001. PMID 22691716 (Review).</ref> wegen dessen MAO-Hemmer Harmalin.<ref name="PMID17207120">R. S. Gable: Risk assessment of ritual use of oral dimethyltryptamine (DMT) and harmala alkaloids. In: Addiction. Band 102, Nummer 1, Januar 2007, S. 24–34, doi:10.1111/j.1360-0443.2006.01652.x. PMID 17207120 (Review).</ref> Typische Folgen der Kombination sind Erscheinungen des Serotoninsyndroms, die durch Störung der Steuerung der Atemmuskulatur bis zum Tode führen können.<ref name="PMID12603236">E. Vuori, J. A. Henry, I. Ojanperä, R. Nieminen, T. Savolainen, P. Wahlsten, M. Jäntti: Death following ingestion of MDMA (ecstasy) and moclobemide. In: Addiction. Band 98, Nummer 3, März 2003, S. 365–368. PMID 12603236.</ref><ref name="PMID21570786">J. L. Pilgrim, D. Gerostamoulos, N. Woodford, O. H. Drummer: Serotonin toxicity involving MDMA (ecstasy) and moclobemide. In: Forensic science international. Band 215, Nummer 1–3, Februar 2012, S. 184–188, doi:10.1016/j.forsciint.2011.04.008. PMID 21570786.</ref> Da manche MAO-Hemmer über Tage nachwirken, ist bei ihrem Absetzen eine Frist von zwei Wochen vorgeschrieben, bevor wechselwirkende Medikamente genommen werden können.
Rechtslage
Europa
Deutschland
MDMA wurde mit der Zweiten Betäubungsmittelrechts-Änderungsverordnung<ref>Zweite Betäubungsmittelrechts-Änderungsverordnung vom 23. Juli 1986, einsehbar bei Eve & Rave: 2. BtMÄndV</ref> mit Wirkung zum 1. August 1986 in die Vorlage:§§ des deutschen Betäubungsmittelgesetzes aufgenommen. Seither ist MDMA in Deutschland weder verkehrs- noch verschreibungsfähig. Das bedeutet auch, dass für MDMA vom Gesetzgeber die medizinische Nutzen-Risiko-Abwägung als negativ eingestuft wurde und für den legalen Arzneimittelverkehr nicht mehr in Frage kommt. Die Aufnahme in das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) geschah im Einklang mit internationalen Abkommen. Herbert Rusche, ein damaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen, reichte folgende Anfrage an die Bundesregierung ein: „1. Welche profunden Erkenntnisse bewegten die Bundesregierung dazu, MDMA unter Anlage 1 des BtMG einzuordnen?“ Die Antwort des zuständigen Ministeriums lautete: Vorlage:Zitat
Da sich das deutsche Betäubungsmittelgesetz im Wesentlichen auf chemische Inhaltsstoffe von Rauschmitteln bezieht, wurden Abwandlungen der Wirkstoffe häufig gewerblich vermarktet. Sie galten so lange als legal, bis eine Revision des Betäubungsmittelgesetzes stattgefunden hatte. Dieses Phänomen sorgte wiederum dafür, dass jedes Jahr eine ganze Reihe neuer Substanzen in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen wurde. Deshalb wurde 2016 das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz eingeführt.
Unabhängig von den Verboten des BtMG ist das Fahren von Kraftfahrzeugen unter MDMA-Einfluss gem. § 24a StVG ordnungswidrig, im Falle einer daraus resultierenden Fahruntüchtigkeit ist das Führen von Fahrzeugen oder Kraftfahrzeugen strafbar gem. § 316 StGB.
Im Gegensatz zu Cannabis gibt es betreffend MDMA praktisch keine wahrnehmbare öffentliche Debatte über eine mögliche Legalisierung. Wenn überhaupt, dann beziehen sich entsprechende Forderungen meist auf eine mögliche Verwendung in der Psychotherapie. Eine entsprechende Petition an den Deutschen Bundestag war nicht erfolgreich.<ref>Petition 36693: Zulassung von MDMA als Arzneimittel vom 2. Oktober 2012. Abgerufen am 21. Dezember 2014.</ref>
Großbritannien
Im Vereinigten Königreich sind entaktogene Amphetamine wie MDA, MDEA und das MDMA seit 1977 illegal und der Kategorie der Drogen zugeordnet, deren Handel und Konsum am schärfsten sanktioniert wird.
Schweiz
In der Schweiz sind Herstellung, Handel, Verarbeitung und Konsum von MDMA verboten (Art. 19a, BtMG). Besitz von geringen Mengen und eigener oder gemeinsamer Konsum durch Erwachsene ist nicht strafbar (Art. 19b, BetmG). Das Führen eines Fahrzeuges ist verboten. Widerhandlung führt zu mindestens dreimonatigem Führerausweis-Entzug.<ref>sucht.ch: MDMA/Ecstasy als Betäubungsmittel</ref> Seit 2014 sind Ausnahmebewilligungen für MDMA-unterstützte Therapien möglich.
Österreich
Siehe Suchtmittelgesetz (Österreich).
Niederlande
2015 startete in den Niederlanden die Jugendorganisation der Partei Democraten 66 eine Unterschriftenaktion zur Entkriminalisierung von MDMA.<ref>Vorlage:Cite web</ref><ref>Vorlage:Cite web</ref>
Außerhalb Europas
Australien
Als weltweit erstes Land erlaubte Australien zum 1. Juli 2023 die Verschreibung von MDMA durch Psychiater mit einer speziellen Berechtigung zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>
Kanada
Seit Januar 2023 ist in der kanadischen Provinz Alberta die Nutzung von MDMA zu medizinischen Zwecken im Rahmen der Psychotherapie mit Psychedelika legal.<ref>Vorlage:Cite news</ref> Im ganzen Land ist die limitierte Herausgabe auf Antrag beim Gesundheitsministerium möglich.
USA
Ab Anfang der 1980er erlangte MDMA eine gewisse Bekanntheit. In dieser Zeit war die Droge noch immer legal. In den USA konnte MDMA als Ecstasy zum Teil in Bars und Apotheken gekauft werden.<ref name="PMID26940772" /> Die schnelle Ausbreitung des Konsums der Droge war der Grund, warum MDMA schließlich in den USA verboten wurde. Noch 1985 wurde die US-Behörde Drug Enforcement Administration (DEA) von Konsumenten verklagt, weil sie Ecstasy verbieten wollte. Diese Auseinandersetzung war mitverantwortlich für eine große Popularität und Verbreitung der Droge. Der US-Kongress erließ aber ein Gesetz, welches der DEA erlaubte, nahezu jede Droge, von der sie eine Gefährdung der Gesundheit erwartete, einstweilig zu verbieten. Seit dem 1. Juli 1985 ist MDMA in den Vereinigten Staaten illegal. Psychotherapeuten, die einen großen therapeutischen Nutzen der Substanz erwarteten, wollten erreichen, dass MDMA zumindest als Medikament für die Psychotherapie eingesetzt werden kann und dass es auch weiterhin erforscht werden darf. Die DEA entschied damals anders und ordnete MDMA dauerhaft in die strengste Kategorie (Schedule 1) für Drogen ein. 2017 wurde die Forschung daran wieder zugelassen.
Vereinte Nationen
Die Mitgliedsstaaten der UN unterzeichneten 1971 die Konvention über psychotrope Substanzen, dabei folgten sie den Empfehlungen des Suchtstoffkontrollrats der UNO (INCB). Unter dem Druck der USA wurde MDMA dann 1986 in den Anhang 1 der Konvention aufgenommen.
Literatur
- L. Hermle, F. Schuldt: MDMA. In: M. von Heyden, H. Jungaberle, T. Majić (Hrsg.): Handbuch Psychoaktive Substanzen. Springer Reference Psychologie. Springer, Berlin/Heidelberg 2018, S. 551–565, doi:10.1007/978-3-642-55125-3 25, ISBN 978-3-642-55125-3.
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Weblinks
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- MDMA – Informationen der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht
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- Torsten Passie: MDMA-unterstützte Psychotherapie
Einzelnachweise
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