Hermann von Neuenahr der Jüngere
Hermann Graf von Neuenahr (Nuenar, a Nvenar, de Nova Aquila,<ref group="A">{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ist der „Aar“ (Adler).</ref> van Nieuwenar) und Moers (Meurß, Mörsch), Herr von Bedburg (Bedbur) und Rösberg, Krefeld, Cracau und (bis 1562 und wieder ab 1568/69) Rodemachern (Radenah, Rudenach),<ref name="Hamelmann" /> 1555 bis 1570 auch Regent der Grafschaft Limburg und Verweser der Kölner Erbvogtei (* 28. Oktober 1520<ref name="RTSpeyer" /><ref>Verschiedentlich wird fälschlich 1514 als Geburtsjahr angegeben: Werner Teschenmacher: Annales Cliviae-Juliae-Montiae, Marchiae, Ravensbvrgiae Antiquae et Modernae. Jacob van Biesen, Arnheim 1638, S. 345; Textarchiv – Internet Archive. Oder 1519 als Geburtsjahr. Der Ehevertrag der Eltern wurde 1518 geschlossen;
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht 291, Az.: B 635/2644).</ref> vermutlich in Moers; † 4. Dezember 1578 in Bedburg) war ein deutscher humanistisch gebildeter Staatsmann und Förderer der Reformation am Niederrhein.
Während es Hermann von Neuenahr nicht gelang, neuenahrische Erbansprüche in Luxemburg (Herrschaft Rodemachern) oder – für seinen unmündigen Neffen und seine Nichten – aus der Grafschaft Wertheim am Main durchzusetzen, konnte er die Herrschaft der Familie in der Grafschaft Moers, der Herrschaft Linn mit Krefeld oder im Amt Hülchrath konsolidieren. In den Niederlanden sicherte er die geldrischen Lehen Weert, Wessem und die Vogtei über das Reichsstift Thorn aus dem Erbe der Grafen von Horn und die holländische Herrschaft des Lands von Altena für Neuenahr.
Trotz seiner protestantischen Gesinnung hatte Hermann von Neuenahr ein gutes Verhältnis zu den Kaisern Karl V., der ihn 1554 mit den Zöllen auf der Maas belehnte, und Ferdinand I. Maximilian II. ernannte Hermann von Neuenahr 1566 zum Kaiserlichen Rat. Die Hinrichtung seines Schwagers Philippe de Montmorency, Graf von Hoorn 1568 konnte Graf Hermann gleichwohl nicht verhindern. Als Kurkölner Erbhofmeister und langjähriger Verwalter der Kölner Erbvogtei verfügte er über großen Einfluss im Kurfürstentum und hatte 1577 entscheidenden Anteil an der Wahl von Gebhard Truchseß zu Waldburg zum Kölner Erzbischof.
Leben
Hermann von Neuenahr war der Sohn von Graf Wilhelm II. von Neuenahr (* um 1485/87; † 1552) und der Erbtochter der Grafschaft Moers, Gräfin Anna von Wied (* um 1500; † 1528), einer Nichte des Kölner Erzbischofs und Kurfürsten Hermann V. von Wied (1477–1552, reg. 1515–1547) und des Münsteraner Bischofs Friedrich III. von Wied († 1551; reg. 1522–1532) sowie Cousine des Kölner Erzbischofs Graf Friedrich IV. von Wied (* um 1518; † 1568; reg. 1562–1567). Der Kölner Dompropst und Universitätskanzler Graf Hermann von Neuenahr der Ältere (1492–1530) war sein Onkel. Wahrscheinlich wurde Hermann im Moerser Schloss geboren;<ref>Hermann von Neuenahr beschreibt Moers 1571 in einem Brief aus Bedburg an Heinrich Castritius Geldorp als „Vaterland“, dem er „geboren“ ist, und ungeliebte „Heimat“;
C. Hirschberg: Geschichte, 1892, S. 85.</ref> getauft wurde er von Johannes IV. Middels (reg. 1504; † 1524) aus Hüls, der von 1504 bis 1524 Abt des Zisterzienserklosters Kamp war.
| Vorfahren des Hermann von Neuenahr und Moers | ||||
|---|---|---|---|---|
| Urgroßeltern | Gumprecht II. Graf von Neuenahr (* um 1400; † 1484), Erbvogt zu Köln, Herr zu Alpen, 1459 Mitgraf von Limburg ⚭ 1425 |
Kuno (Konrad) I. Graf von Manderscheid (* um 1444; † 1489), Herr zu Schleiden, Neuenstein und Kasselburg<ref group="A">Kuno I. von Manderscheid heiratete II. 1476 Mechthild von Virneburg († nach 1506).</ref> ⚭ 1459 |
Friedrich IV. Herr von Runkel († 1487), ab 1454 Graf zu Wied, Herr zu Braunsberg, Dierdorf und Ysenburg ⚭ vor 1454 |
Friedrich V. Junggraf von Moers und Saarwerden (* um 1445; † um 1471) ⚭ 1463 |
| Großeltern | Wilhelm I. Graf von Neuenahr (* um 1447–1497), Herr zu Bedburg ⚭ 1484 |
Wilhelm III. Graf zu Wied (* um 1455/60; † 1526), Herr zu Ysenburg und Runkel ⚭ 1481 | ||
| Eltern | Wilhelm II. Graf von Neuenahr (* um 1485/91; † 1552) ⚭ 1518 | |||
| Hermann Graf von Neuenahr und Moers (1520–1578) | ||||
Junggraf von Neuenahr und Moers
Ausbildung, Heirat und Reisen
Hermann von Neuenahr genoss eine humanistische Bildung bei Johannes Caesarius (1468–1550)<ref name="Caesarius">Brief von Johannes Caesarius an Heinrich Bullinger vom März 1546 aus Köln; Carl Krafft (Bearb.): Mitteilungen aus der niederrheinischen Reformationsgeschichte. In: Zeitschrift des bergischen Geschichtsvereins 6 (1869), S. 193–340, bes. S. 329 (books.google.de).</ref><ref>Brief von Johannes Caesarius an Johannes a Lasco vom 20. Mai 1548 aus Moers; Simon Abbes Gabbema: Epistolarum ab Illustribus & Claris Scriptarum Centuriae tres. Hero Galama, Harlingen 1664, S. 130 f. (books.google.de).</ref> und seinem Onkel Hermann von Neuenahr. Er sprach gut Latein und Französisch, wie 1539 der englische Diplomat Nicholas Wotton († 1567) an Thomas Cromwell, 1. Earl of Essex († 1540) berichtete,<ref name="Wotton">Bericht von Nicholas Wotton an Thomas Cromwell vom 4. Dezember 1539: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”; Regest bei Letters and Papers, Foreign and Domestic, Henry VIII. Band XIV/2 August-December 1539 (1895), S. 226–233 (british-history.ac.uk).</ref> und hatte auch Kenntnisse des Altgriechischen<ref name="Caesarius" /> und Hebräischen.<ref>Heinrich Castritius Geldorp: In eundem [= D. Hermannum Comitem Nuenaricum & Morsensem] epicedion alterum. In: Scholarvm ex monasticis opibus institvtio. Leiden 1580 (reader.digitale-sammlungen.de).</ref> Graf Hermann hat vermutlich in Frankreich studiert.
Eine schon seit 1534 von Kaiser Karl V. (1500–1558) geplante Heirat Hermanns von Neuenahr mit der Kaisernichte Christina von Dänemark (1521–1590), Witwe des Herzogs Francesco II. Sforza (1495–1535) von Mailand, kam nicht zustande.<ref>Akten über eine projektierte Vermählung des Grafen Hermann von Nuenar (Neuenahr) mit Herzogin Christine, Witwe des Herzogs Franz Sforza von Mailand. 1534–1538; Österreichisches Staatsarchiv Wien (Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Habsburgisch-Lothringisches Hausarchiv, Familienakten 20-5). Christinas erster, kränklicher und wesentlich älterer Mann Francesco II. Sforza starb erst 1535.</ref> 1538 heiratete er Gräfin Magdalena von Nassau-Dillenburg (1522–1567), Tochter von Wilhelm dem Reichen von Nassau (1487–1559), eine Halbschwester von Wilhelm I. von Oranien (1533–1584). Magdalena brachte 10.000 Goldgulden Brautschatzgelder ein.<ref>Akten, 1558–1596; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Moers, Oranien-Moers (Akten), Nr. 15)</ref>
Im Frühjahr 1539 nahmen „her Wilhelm grave zu Neuenar; herr Hermann grave zu Neunar irer gnoden sone“<ref>Edition: „Neuemar“ bzw. „Neumar“.</ref> an Friedensverhandlungen der Gesandten Kaiser Karls V. mit dem Schmalkaldischen Bund (Frankfurter Anstand) auf dem Fürstentag in Frankfurt am Main teil.<ref>Aus der Chronik des Schuhmacherhandwerks. 1504–1546. In: R. Jung (Bearb.): Frankfurter Chroniken und annalistische Aufzeichnungen der Reformationszeit (Quellen zur Frankfurter Geschichte 2), Carl Jügel, Frankfurt am Main 1888, S. 10–26, bes. S. 14 (Google-Books).</ref> Um die Jahreswende 1539/40 standen Wirich V. von Daun-Falkenstein (1473–1546), “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”<ref>Brief von Gregory Cromwell, 1st Baron Cromwell († 1551) an seine Frau Elizabeth Seymour, Lady Cromwell († 1568) aus Calais (dort verlesen „Nueuare“). In: Henry Ellis (Hrsg.): Original letters, illustrative of English history. Band III/3. Richard Bentley, London 1846, S. 251f, bes. S. 252 (books.google.de);
British Museum London (Harleian MS. 296, Blatt 169 f.); Regest bei Letters and Papers, Foreign and Domestic, Henry VIII. Band XV 1540 (1896), S. 1–19 (british-history.ac.uk).</ref>, der kursächsische Hofmarschall Hans von Doltzig († 1551) und der klevische Kanzler Heinrich Bars genannt Olisleger († 1575)<ref>Woldemar Harleß: Olisleger, Heinrich Bars. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 24, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 303–305.</ref> an der Spitze einer 263-köpfigen Delegation, die Anna von Kleve (1515–1557) auf ihrer Reise zur Hochzeit mit Heinrich VIII. von England (1491–1547) über Antwerpen und Calais nach London begleitete.<ref name="Wotton" /><ref>Bericht von William Fitzwilliam, 1. Earl of Southampton und Nicholas Wotton an Heinrich VIII. vom 13. Dezember 1539; Regest bei Letters and Papers, Foreign and Domestic, Henry VIII. Band XIV/2 August-December 1539 (1895), S. 243–255 (british-history.ac.uk).</ref>
1542 wurde sein Vater Graf Wilhelm II. von Neuenahr von Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg und Geldern (1516–1592) mit Krefeld und der Burg Cracau belehnt. Dieses Gebiet gehörte später auch zu Hermann von Neuenahrs Herrschaftsbereich. Die Grafschaft Moers hatte gleichzeitig durch Anerkennung der jülich-klevischen Lehnshoheit (Mediatisierung) ihre Reichsstandschaft aufgegeben.<ref>Ausführliche Darstellung des Vertrags bei Christian von Stramburg: Denkwürdiger und nützlicher rheinischer Antiquarius … Abt. 3, Bd. 9: Das linke Rheinufer von Coblenz bis Bonn. Rudolph Friedrich Hergt, Koblenz 1862, S. 546 f. (Google-Books).</ref><ref name="Vergleich" />
Namensgleicher Student in Wittenberg
Am 27. April 1542 immatrikulierte sich ein „Hermannus Neuenar Coloniensis“ an der Universität Wittenberg. Briefe, die er – gemeinsam mit Philipp Melanchthon (1497–1560) – im November/Dezember 1543 an Johannes Caesarius und einen gewissen Hieronymus Neuinger,<ref>Ein Jürgen Nuyninger (Georg Nuyger; Nunyger; Nunigger; von Nuyningen; Nuynigen) wird 1534 bis 1546 als Schultheiss von Hackenbroich und Vogt des Grafen Gumprecht II. von Neuenahr-Alpen im zweiherrischen Dorf Grimlinghausen (Herrschaft Helpenstein; Kurköln) erwähnt. Hieronymus Nuyninger (Nonninger; Nonnynger) aus Niederlahnstein war 1545–1551 Zöllner und Kellner in Zons;
Aenne Hansmann: Geschichte von Stadt und Amt Zons. Schwann, Düsseldorf 1973, S. 146 und 319; Landeshauptarchiv Koblenz (Bestand 108 Kartäuserkloster auf dem Beatusberg, Nr. 505, 606, 652, 696 u. a.).</ref> einen langjährigen Gönner, in Köln richtete,<ref>Brief von Philipp Melanchthon und Hermann Neuenahr (Überlieferungsvarianten: Newmayr; Neuman) aus Wittenberg an Johannes Caesarius in Köln vom 30. November 1543 und Brief von Hermann Neuenahr (Überlieferungsvariante: Neuinger) aus Wittenberg an Hieronimyus Neuinger (Überlieferungsvariante: Neumayer) in Köln oder Moers vom 30. Dezember 1543. In: Heinz Scheible (Bearb.): Melanchthons Briefwechsel. Band III Regesten 2336–3420 (1540–1543). Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1979, Nr. 3381, S. 450f (books.google.de), (Melanchthon-Online der Universität Heidelberg), und Nr. 3413, S. 463 f. (books.google.de, Melanchthon-Online der Universität Heidelberg).</ref> belegen, dass es sich bei diesem Studenten aus Köln nicht um den Grafen Herrmann von Neuenahr,<ref>So u. a. Peter Arnold Heuser: Zur Geschichte des Codex Argenteus im 16. Jahrhundert. In: Rheinische Vierteljahrsblätter 69 (2005), S. 133–152, bes. S. 150.</ref> sondern um einen bürgerlichen Namensvetter handelte. Graf Hermann war zu diesem Zeitpunkt bereits verheiratet und trat kurz darauf in Kriegsdienste. 1543 hielt er sich nicht in Wittenberg, sondern im Rheinland auf.<ref>Schreiben aus Bedburg 1543 über Kölner und Kaiserliche Angelegenheiten; Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt Magdeburg (Z 6 Anhaltisches Gesamtarchiv 1. A – Z (1307–1603), Nr. 1141); Brief an N. N. bzw. an Melanchthon vom 21. September 1543 aus Bedburg (Melanchthon-Online der Universität Heidelberg).</ref>
- Hermann Neuenar war Tischgänger bei Johannes Marcellus und studierte bei Martin Luther und Philipp Melanchthon insbesondere Dialektik, Philosophie und Griechisch. Melanchthon hatte ihm im August aus Bonn 40 Taler für seine Schulden und das Versprechen des Grafen Wilhelm II. von Neuenahr auf weitere 25 Taler zu jeder Frankfurter oder Leipziger Messe mitgebracht. Das Geld sollte über die Köln-Leipziger Familie Bachofen von Echt geschickt werden. Neuenar hoffte, dass nach Beendigung des Geldrischen Erbfolgekrieges die Höfe wieder auf Stipendien ansprechbar sein würden.
Wahrscheinlich war der Wittenberger Student nichtehelicher Abkömmling einer Seitenlinie der Grafen von Neuenahr.
Reichstag in Speyer und Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich
Anfang 1544 nahmen Hermann von Neuenahr und sein Vater Wilhelm II. mit der Kurkölner Delegation am Speyrer Reichstag teil.<ref>Johannes Michael Cornachinius: Beschreibung der Stende des Hei. Rhömische[n] Reichs … Auff dem jetzigen Reichstag zu Speyer. Hermann Gülfferich, Frankfurt am Main 1544 (books.google.de).</ref> Anschließend diente Hermann von Neuenahr Kaiser Karl V. im Dritten Feldzug gegen Frankreich. Franz von Manderscheid (1514–1548), der ebenfalls mit seinem Vater in Speyer gewesen war, und er warteten mit ihren Reitern und Fußsoldaten in Nancy („Maasbrück“), bis die Subsidien des Reiches eintrafen, die der kaiserliche Schatzmeister Hugo Angelo (Angelite, Engelino, Engele)<ref>Hermann Kellenbenz: Hugo Angelo – Bürger von Augsburg und kaiserlicher Agent. In: Ferdinand Seibt (Hrsg.): Gesellschaftsgeschichte. Festschrift für Karl Bosl, Bd. II. Oldenbourg, München 1988, S. 115–130.</ref> eingeworben hatte. Bei der Musterung der Truppen in Saint-Dizier am 24. Juli 1544 führte Hermann von Neuenahr 200 leichte Reiter (equites; Lanzierer), die sein Vater gestellt hatte.<ref name="Krieg">Bericht von Kriegskommissar Antonius de Musica aus Antwerpen: Commentariolus rerum gestarum apud S. Digerium ab Imperatore Carolo V. ad Regem Angliæ Henricum VIII. (1544). In: Johann Burckhardt Mencke (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum praecipue Saxonicarum. Band I. Johann Christian Martin, Leipzig 1728, S. 1289–1314, bes. S. 1298, 1305 „Hermannus a Nonaquila“ und 1311: „Herm. Comes a Nuenarn (ergänze: is proprios equites habebat) CC“ (mgh-bibliothek.de (PDF; 122 MB) PDF; 122 MB); Regest bei Letters and Papers, Foreign and Domestic, Henry VIII. Band XIX/2 August-December 1544 (1905), S. 272–321 (british-history.ac.uk);
Ordo militiæ Cæsareæ majestatis in expeditione adversus Regem Galliæ, anno 1544 … Ordo et numerus exercitus, juxta delectus habiti mensi Julii: „Hermanus comes Nove Aquilæ 200“; ebenda, S. 439–458 (british-history.ac.uk).</ref> Eine Woche zuvor war dort Renatus von Châlon, Fürst von Oranien-Nassau, ein Cousin seiner Ehefrau, bei der Belagerung der Stadt an einer Schussverletzung verstorben.
Stolbergische Bürgschaft nach dem Rücktritt des Erzbischofs Hermann V. von Wied
In den Jahren 1547 bis 1549 übernahmen Wilhelm II. und sein Sohn Hermann von Neuenahr Bürgschaften für Schulden des früheren Erzbischofs Hermann V. von Wied in Höhe von 15.000 und 20.000 Gulden bei Hauprecht (Hubrecht) von Dinslaken, Bürger von Köln, und Alheid von Dinslaken, Witwe des Johann Key von Dinslaken,<ref>Urkunden vom 9. Mai 1547, 2. Februar 1548 (nicht erhalten) und 26. Mai 1549; Historisches Archiv der Stadt Köln (U 3/17059 und 2/17060); Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (B 11 Urkunden der Grafschaft Stolberg-Königstein, Nr. 89).</ref><ref name="Buergschaft" /> für die zunächst Ludwig von Stolberg-Königstein (1505–1574) und sein Bruder Heinrich (1509–1572) zusammen mit einigen Kölner Bürgern aus der Gesellschaft der edlen lebendigen selbst gehenden Wasserkunst<ref>Jörg Brückner: Adel und Bergbau. Die Grafen zu Stolberg als frühe Montanunternehmer zu Beginn der Frühen Neuzeit. In: Eva Labouvie (Hrsg.): Adel in Sachsen-Anhalt. Böhlau, Köln 2007, S. 269–292, bes. S. 280f.</ref> gebürgt hatten. Wilhelm II. und Hermann von Neuenahr verkauften 1548/49 für insgesamt 8000 Goldgulden an die Familie Dinslaken jährliche Gülten von 400 Gulden aus den Gefällen und Einkünften ihrer Herrschaften Bedburg und Rösberg sowie aus dem ihnen vom Erzstift Köln verpfändeten Amt Hülchrath.<ref>Urkunden vom 9. Mai 1548 (2-mal) und 7. August 1549;
Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 1 Haupturkundenarchiv, U S/16881); Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (B 11 Urkunden der Grafschaft Stolberg-Königstein, Nr. 91, 92 und 112 [falsches Datum: 1558 war Wilhelm II. bereits verstorben, richtig: 1548] = 186); Staatsarchiv Magdeburg (Rep. H, VI Nr. 33).</ref> Die Familie „Dinslachter“ verkaufte aus dem 1549 ausgehändigten Erbkaufbrief Erbrenten zu jeweils 5 % Zinsen weiter: 1552 gegen 2000 Gulden an Georg von Bellinghausen und seine Frau Gertrud von Leerodt und 1549/55 gegen 100 und 1000 Gulden an Katharina Kessel, Witwe des Johann Wolff.<ref name="Bellinghausen" /><ref>Quittung vom 1. Februar 1549; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 1 Haupturkundenarchiv, U 2/17121).</ref>
1554 wurde eines der Darlehen von Ludwig von Stolberg-Königstein bis auf einen Restbetrag von 4000 Gulden abgelöst.<ref>Urkunde vom 14. Mai 1554; Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (Bestand B 11 Urkunden der Grafschaft Stolberg-Königstein, Nr. 103).</ref> Lic. Konrad Dinslaken, ein Sohn Alheids von Dinslaken,<ref>Urkunden vom 16. März und 18. Mai 1560; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 228 Karmeliter, U 3/228 und 229);
auch Betrug und Fälschungen des Konrad Dinslaken in Geldanlagegeschäften, 1556, 1569 (Best. 125 Kriminalakten, A 229).</ref> und Huprecht von Dinslaken (Dinstleck)<ref>Akten, (1559–1569) 1561–1571; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, Nr. 1337 - Az. D 364/1034).</ref> versuchten ab 1559, Schuldforderungen bei Hermann von Neuenahr einzutreiben. 1568 stellte Graf Hermann eine Finalquittung über 4000 Goldgulden und rückständige Zinsen aus.<ref>Urkunde vom 5. August 1568 Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Kurköln, Urkunden, Nr. 4632 a).</ref>
Nach einem Urteil des Reichskammergerichts 1562 zahlte Johann IV. von Wied-Runkel und Ysenburg († 1581) von einer bereits 1533 durch Wilhelm II. von Neuenahr übernommenen 10.000-Gulden-Bürgschaft für Hermann V. von Wied für Forderungen, die noch aus Zeiten der Erzbischöfe Ruprecht von der Pfalz und Hermann von Hessen (Kölner Stiftsfehde) stammten,<ref>Urkunde vom 13. November 1533, ausgestellt in Poppelsdorf; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 1 Haupturkundenarchiv, U 3/16641).</ref> 5000 Gulden an Hermann von Neuenahr zurück und setzte für weitere 5000 Gulden die Herrschaft Runkel zum Pfand;<ref name="Buergschaft" /> er und Ludwig von Stolberg-Königstein sollten darüber hinaus 1562 für insgesamt 20.000 Gulden Schulden eine Buße von 40 Mark lotigen Goldes entrichten.<ref>Diarivm Lvdovici Comitis Witgensteinii … Anni MDLXX. In: Heinrich Christian von Senckenberg (Hrsg.): Sammlung von ungedruckt- und raren Schriften, zu Erläuterung … der Geschichten von Teutschland. Band II. Johann Friedrich Fleischer, Frankfurt am Main 1745, S. 79 (books.google.de).</ref> Das Reichskammergericht verpflichtete um 1570 die Grafen von Stolberg und von Wied, die Grafen von Neuenahr in diesen Bürgschafts-Angelegenheiten schadlos zu stellen.<ref name="Buergschaft">Prozess um 3000 Gulden aus der Stolbergischen Bürgschaft; Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 1 Reichskammergericht, Nr. 1400 und Nr. 2168; Bestand 171 Altes Dillenburger Archiv, Nr. W 522).</ref><ref name="Bellinghausen">Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht 273, Az. B 505/2422).</ref> 1571 mussten Johann IV. von Wied-Runkel und Ludwig von Stolberg-Königstein die Erbrenten bzw. Pfandverschreibungen über insgesamt 3000 Gulden mit aufgelaufenen Zinsen anstelle von Hermann von Neuenahr zurückkaufen.<ref>Notariatsinstrumente des Notars Kaspar Kannegießer in Köln vom 8. und 9. Mai 1571; Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (Bestand B 11 Urkunden der Grafschaft Stolberg-Königstein, Nr. 120).</ref>
Rat des Kölner Erzbischofs Adolf von Schaumburg
1547/48 nahm Hermann von Neuenahr als Rat des Kölner Kurfürsten Adolf von Schaumburg (1511–1556; reg. 1547–1556) am Augsburger Reichstag teil.<ref>Nikolaus Mameranus: Catalogvs familiae totivs avlae Caesareae … vsq[ue] Augustam Rhetica[m], omniumq[ue] … Anno 1547. & 1548. praesentium. Heinrich Mameranus, Köln 1550, S. 65 (books.google.de).</ref> Im Frühjahr 1548 trat er die Rückreise an zusammen mit Feldmarschall Johann Hilchen von Lorch (1484–1548), unter dem er im Feldzug gegen Frankreich gedient hatte,<ref name="Krieg" /> aus dem Gefolge des Grafen Wilhelm von Nassau-Dillenburg, Hermanns Schwiegervater; Johann Hilchen verstarb kurz darauf.<ref>Carl Ludwig Philipp Tross (Hrsg.): Des Grafen Wolrad von Waldeck Tagebuch während des Reichstages zu Augsburg 1548. Literarischer Verein, Stuttgart 1861, S. 43 (books.google.de); Friedrich Otto: Johann Hilchen von Lorch. In: Nassauer Annalen 24 (1892), S. 1–23, bes. S. 19.</ref> Hermann von Neuenahr hatte vor dem Augsburger Reichstag ein Kapital von 1000 Gulden an sich genommen, das der verstorbene Prior Robert Hülß († 1546) des Karmeliten-Klosters in Moers zurückgelassen hatte. Nach dem Augsburger Interim 1548 musste sein Vater Wilhelm II. dem Orden einen jährlichen Zins für diese Summe zahlen.<ref>Brief von Wilhelm II. von Neuenahr an Eberhard Billick vom 8. Oktober 1548 aus Hülchrath;
Alois Postina: Der Karmelit Eberhard Billick. Ein Lebensbild aus dem 16. Jahrhundert. (Erläuterungen und Ergänzungen zu Janssens Geschichte des Deutschen Volkes 2/2-3). Herder, Freiburg i. Br. 1901, Regest Nr. 74, S. 186;
Nr. 43, S. 172 (books.google.de; eingeschränkte Vorschau).</ref>
Im September 1548 hielt Hermann sich in Brüssel bei dem 15-jährigen Prinzen Wilhelm I. von Oranien<ref>Brief des nassauischen Rates Wilhelm Knüttel an Graf Wilhelm von Nassau-Dillenburg aus Brüssel vom 22. September 1548: In: Otto Meinardus: Der Katzenelnbogische Erbfolgestreit. Band II/1. J. F. Bergmann, Wiesbaden 1902, S. 157f (books.google.de; eingeschränkte Vorschau)</ref> und im Oktober 1548 bei dem kaiserlichen Feldherrn Maximilian von Egmond (1500–1548), Graf von Buren, einem Stiefcousin seines Vaters, und bei Philippe de Montmorency, Graf von Horn (* 1518/26; † 1568), in „Langey“ (Lannoy?)<ref group="A">Maximilian von Egmond war verheiratet mit Françoise de Lannoy (1513–1562), dame de Lannoy. Die Grablege des Hauses Lannoy befand sich in der dortigen Église Saint-Philippe.</ref> auf.<ref>Brief von Wilhelm II. von Neuenahr aus Hülchrath an Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden (1481–1551) vom 12. Oktober 1548; Nikolaus Reinartz: Neue Dokumente zur Geschichte Dietrichs IV. von Manderscheid-Schleiden. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 135 (1939), S. 82–93 (Online; abgerufen am 24. April 2015).</ref> Im Auftrag Wilhelms I. von Oranien, der sich mit dessen Tochter Anna von Egmond (1533–1558) verloben wollte (⚭ 1551), führte er 1549 Verhandlungen mit Maximilian von Egmonds Testamentsvollstreckern.<ref>Klaus Vetter: Wilhelm von Oranien. Eine Biographie. Akademie-Verlag, Berlin 1987, S. 25.</ref> 1551 reiste Hermann von Neuenahr nach Brüssel, Antwerpen und Mechelen.<ref>Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 170 III Nassau-Oranien, Urkundenabschriften, Nr. 65).</ref>
1550 und 1555 bürgte Hermann von Neuenahr und Moers mit seiner Frau Magdalena von Nassau gegenüber Diederich von der Lipp genannt Hoen († 1565) zu Bleijenbeek und dessen Frau Alheit Schenk von Nideggen († 1555) für zwei Obligationen seines Schwagers Philippe de Montmorency, Grafen von Horn. Gemeinsam mit seinem Vater verpfändete Hermann 1551 für eine Schuld von 5514 Goldgulden die Gefälle von Crakau und Krefeld an Diederichs von der Lipp Bruder,<ref>Anton Fahne: Geschichte der Kölnischen, Jülichschen und Bergischen Geschlechter. Band I. Heberle / Lempertz, Köln / Bonn 1848, S. 160f (books.google.de).</ref> den Drosten von Moers und Crakau Bertram von der Lipp genannt Hoen († 1557) zu Dreven (bei Hohenbudberg), und dessen Frau Beatrix von Galen († 1561).<ref>Urkunde vom 10. Mai 1569 über die nachträgliche Begleichung von Zinsen aus den Hofesgefällen zu Friemersheim; Landesarchiv NRW Abt. Rheinland Duisburg (Moers, Landesarchiv, Urkunden, AA 0072); Eva Brües: Die Denkmäler des Rheinlandes. Krefeld. Band I Stadtmitte. (Die Denkmäler des Rheinlandes 12). L. Schwann Verlag, 1967.</ref> Die Erben von der Lipp prozessierten später gegen Hermann von Neuenahr, Walburgis von Neuenahr, auch untereinander und gegen Erzbischof Ernst von Bayern um die Bezahlung der Schuldverschreibungen.<ref>Prozessakten, 1569–1570, 1588–1592, 1589–1597 und 1595–1606; Landesarchiv NRW Abt. Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, Nr. 3832 - Az. M 1074/2820, Nr. 3464 - Az. L 593/2137 und Nr. 1203 - Az. C 865/197); Regionaal Historisch Centrum Limburg (Rijkskamergerecht te Wetzlar, Nr. 131 L 2147).</ref>
Erzbischof Adolf von Schaumburg als Vormund des Prinzen Wilhelm I. von Oranien bevollmächtigte 1550 Hermann von Neuenahr, den kaiserlichen Obersthofmeister Claude de Bouton, Herr von Corbaron († 1556), Domkanoniker Gottfried Gropper (1507–1571), den Kurkölner Rat Johann Richwin († 1552/56) sowie den Nassau-Dillenburger Rat Wilhelm Knüttel (1510–1566) aus Siegen, sein Mündel im Katzenelnbogener Erbfolgestreit zu vertreten.<ref>Urkunde vom 23. Februar 1550; Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 170 I Urkunden, Nr. 3933).</ref> Am 28. Juli 1550 geriet Hermann von Neuenahr anlässlich eines Hoffestes des Erzbischofs Adolf in Köln in einen Streit mit dem Kurkölner Hofmeister Graf Bernhard von Nassau-Beilstein († 1556), der nach langwierigen Vermittlungen erst am 8. November 1550 durch Vermittlung des Erzbischofs beigelegt werden konnte.<ref>Schieds-Urkunde. 1550 / 1832.</ref>
Am 24. Mai 1551 waren Hermann von Neuenahr, seine Frau Magdalena und seine Schwester Anna Walburga Gäste der Hochzeit des bayerischen Erbforstmeisters am Höhnhart und Mautners zu Straßwalchen,<ref>Georg Ferchl: Bayerische Behörden und Beamte 1550–1804. (Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte 53). Kastner & Callwey, München 1908, S. 597 und 1364.</ref> Oswald Rainer zum Erb und Teichstätt aus dem Pfleggericht Friedburg, und der Magdalena Hölzl, Tochter des Tiroler Kammerpräsidenten Blasius Hölzl von Thierburg († 1526),<ref>Urkunde vom 20. August 1555; Hermann von Schullern zu Schrattenhofen: Regesten der Urkundensammlung des Geschlechtes von Schullern zu Schrattenhofen 1438–1867. In: Jahrbuch der k. k. Heraldischen Gesellschaft „Adler“ 13 (1903), S. 104–128, bes. S. 107 (books.google.de; eingeschränkte Vorschau); Anton Dörrer: Märchen und Märchenforschung in Tirol. In: Tiroler Heimatblätter 37 (1962), S. 104–111, bes. S. 102.</ref> die von Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg in der Schwanenburg ausgerichtet wurde. Zu Ehren des Brautpaars fand am nächsten Tag uff dem Hoy in der Nähe von Kleve ein Turnier (hastiludia; eine sog. „Spießbrechung“) statt.<ref>G. Mattenclot: Commemoratio, 1866, S. 229 (books.google.de): „copulatio inter Oswaldum Reynart apud Saltzburgum natum et Magdalenam Holtzevinnen (lies: „Höltzerinnen“; Akkusativ Singular von „Höltzerin“) natam non procul ab Isbrug superioris Germaniae nobiles“; Heinrich Wiens: Musik und Musikpflege am herzoglichen Hof zu Kleve. A. Volk, Köln 1959, S. 72.</ref>
1552 verschrieben Hermann von Neuenahr und sein Vater Wilhelm II. für 3000 Goldgulden eine jährliche Rente von 150 Goldgulden aus einem jülich-klevischen Lehen über 300 Goldgulden auf den Zoll zu Orsoy an den klevischen Rat Dr. Jakob Omphal (1500–1567) und seine Frau Elisabeth von Bellinghausen.<ref>H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, S. 46 (Nr. 5473) und 53 (Nr. 5495).</ref> Über diese Summe von 300 Goldgulden aus dem Orsoyer Zoll wurde Hermann von Neuenahr nach dem Tod seines Vaters 1553 von Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg, dem Grafen von Mark, wieder belehnt.<ref>Urkunde vom 19. Juni 1553; Archives nationales Paris (Fonds publics de l’ancien régime, Papiers du comte d’Egmont-Pignatelli, série T* 1595); Kopien in der Bibliothek des Nationalarchivs Den Haag (Depot 9 J 5) und im Gemeindearchiv Weert (Aanwinsten niet-gemeentelijke archiefbescheiden en documentatie, D-281) (Digitalisat (PDF; 0,4 MB) der Stichting Historisch Onderzoek Weert), vgl. H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, S. 60 (Nr. 5505).</ref><ref name="Vergleich" /> Er erhielt von Herzog Wilhelm auch ein Mannlehen von 100 oberländischen rheinischen Gulden aus dem Düsseldorfer Zoll.<ref>Urkunde vom 14. Februar 1560; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Jülich-Berg, Berg, Manngelder, Nr. 8, Urk. 146).</ref>
Regierender Graf
Antritt der Regierung
Seit 1552 war Hermann nach dem Tod seines Vaters regierender Graf von Neuenahr und Moers und Herr von Bedburg sowie Erbhofmeister von Kurköln. Mit der Devise „Non plus“ (= „Nicht mehr“) soll er nach seinem Regierungsantritt Trinkhorn und Würfel entsagt haben. Es gibt aber auch aus späterer Zeit Berichte über seinen hohen Bier-<ref name="Bier" /> und Wein<ref name="Bredelar" />-Konsum.<ref name="Trunk" /> Bei einem Umbau des Moerser Schlosses ließ Graf Hermann den Wahlspruch in den neu errichteten Teil einhauen.<ref>Paul Clemen (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Moers. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 1,3). Schwann, Düsseldorf 1892, S. 41 = S. 293.</ref> „Non plus“ stellt einen humanistisch geprägten Gegenpol dar zur Devise „Plus ultra“ (= „Immer weiter“), wie sie in der gleichen Epoche in das Wappen Kaiser Karls V. aufgenommen wurde. Erasmus von Rotterdam zitierte den Wahlspruch „Non plus … quam sat est“ (= „Nicht mehr … als hinreichend ist“) nach Plutarch als Antwort des Teleklos (Telecrus) auf die Frage nach seinem Vermögen und kommentierte: „Reichtum wurde nicht nach der Habsucht, sondern nach dem Bedürfnis bemessen“.<ref>Desiderius Erasmus: Apophthegmatum ex optimis utriusque linguae scriptoribus. Hieronymus Froben, Basel 1531, Nr. 41 (= 441), S. 128 (books.google.de); Walter Fabritius, Köln 1564, Nr. 42 (= 442), S. 108 (books.google.de).</ref>
Im Jahr seines Regierungsantritts belehnte Graf Hermann Jakob von Reuschenberg<ref group="A">Sohn von Johann von Reuschenberg (1462–1527) und Elisabeth Vell von Wevelinghoven, Witwer der Agnes von Eynatten.</ref> mit dem Velzhof (heute Felshof, 1748 neu erbaut)<ref group="A">Benannt nach dem verstorbenen früheren Lehensnehmer Stephan Vell († vor 1534) von Wevelinghoven.</ref> und 112 Morgen Ländereien im Kirchspiel Büttgen, die an Heinrich von Randerath unterverpachtet wurden.<ref>Urkunde vom 20. Dezember 1552; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 1037 Raitz von Frentz, Hausarchiv Haus Schlenderhahn, U 1849/2).</ref>
1553 wurde Hermann von Neuenahr von Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg mit der Grafschaft Moers und verschiedenen anderen Gütern belehnt.<ref>Urkunden vom 19. Juni 1553; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Moers, Landesarchiv, Urkunden, Nr. 281 und 282).</ref> Ein Erbfolgestreit wegen der Grafschaft Moers mit den Brüdern Johann III./IV. (1511–1574) und Adolf von Nassau-Saarbrücken (1526–1559) und ihren Erben, in dem ab 1555 im kaiserlichen Auftrag die Pfalzgrafen vermitteln sollten, war bis zu Hermanns Tod nicht abgeschlossen.<ref name="Altgelt" /><ref>ausführlich Wilhelm Martin Dienstbach: Nassau-Saarbrücken und Mörs. Ein Beitrag zur Geschichte des oranischen Successionsstreites. (diss. phil. Zürich). Voigt & Gleiber, Frankfurt am Main 1905, bes. S. 53–67 (books.google.de; eingeschränkte Vorschau).</ref> Zum 15. Dezember 1578, als Hermann von Neuenahr bereits verstorben war, hatte Ludwig VI. von der Pfalz (1539–1583) ihn und die Grafen Albrecht von Nassau-Weilburg-Ottweiler (1537–1593) und Philipp III. von Nassau-Saarbrücken (1542–1602) zu einem Entscheidungstermin nach Heidelberg eingeladen.<ref>H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, S. 177 (Nr. 5951). Ausführlich Wilhelm Martin Dienstbach: Nassau-Saarbrücken und Mörs. Ein Beitrag zur Geschichte des oranischen Successionsstreites. (diss. Phil. Zürich). Vogt & Gleiber, Frankfurt am Main 1905, bes. S. 57 ff., 64–67; Textarchiv – Internet Archive.</ref>
Aufgrund eines Münzprivilegs<ref>Privilegs Kaiser Karls IV. für Ritter Johann von Moers, Bruder des Grafen Dietrich IV. von Moers, vom 30. Oktober 1373 über die Errichtung einer Münzstätte für große und kleine Silbermünzen in Friemersheim, inseriert in eine Urkunde vom 10. Mai 1566; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, Nr. 4080, Az. N 308/900).</ref> ließ Hermann von Neuenahr 1552, 1557, 1562, 1567, 1569<ref>Cornelis Cau: Groot placaet-boeck, vervattende de placaten, ordonnantien ende edicten van de … Heeren Staten Generael der Vereenighde Nederlanden, ende van de … Staten van Hollandt en West-Vrieslandt, mitsgaders vande … Staten van Zeelandt, Bd. I. Hillebrandt Iacobsz. van Wouw Erben, s'Graven-Hage 1658. Sp. 2864 (Google-Books).</ref> und 1570 silberne Reichstaler und Sechs-Heller-Stücke schlagen. Dies führte 1562 zu einem Konflikt mit dem kaiserlichen Kammermeister, dem das Privileg offenbar zunächst nicht bekannt war.<ref>Thomas P. Becker 2000, S. 249–251.</ref> Graf Hermann war Gewerke der Grube Rhonard bei Olpe, an der er, Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg (1536–1606) und Graf Hermann von Hatzfeld (1527–1600) zu je einem Drittel beteiligt waren.<ref>Karl Wilhelm Nose: Beyträge zu den Vorstellungsarten über vulkanische Gegenstände. Gebhard / Körber, Frankfurt am Main 1792, S. 160;
Brief von Hermann von Neuenahr an Landdrost Hennecke (Henning) von Böckenförde genannt Schüngel († 1561/65) zu Berninghausen vom 17. Februar 1556: Erkundigung wegen eines gemeinsamen Bergwerks; Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen Münster (Landsberg-Velen, Nr. 23189).</ref>
Von Graf Dietrich V. von Manderscheid-Schleiden-Virneburg (1508–1560) und dessen Sohn Dietrich VI. von Manderscheid (1538–1593) erhielt Hermann von Neuenahr von 1552 bis zur Schlussrate 1565 aus einem Darlehen seines Vaters eine jährliche Pension von 200 Goldgulden.<ref>Urkunden vom 16. März und 26. November 1552, 2. Februar 1553, 4. März 1555, 6. August und 2. Dezember 1556 und 14. Februar 1565; Staatsarchiv Wertheim (F-Rep. 103 Grafschaft Virneburg, Nr. 250, 604, 607, 619, 623, 643 und 2163).</ref> Als Abfindung auf alle Ansprüche auf die Grafschaft Virneburg wurden ihm 1553 außerdem von den Manderscheidern 3000 Goldgulden überbracht.<ref>Peter Neu: Geschichte und Struktur der Eifelterritorien des Hauses Manderscheid, vornehmlich im 15. und 16. Jahrhundert. (Rheinisches Archiv 80). Röhrscheid, Bonn 1972, S. 116.</ref> In Geldern nahm er die Vogtei über das Augustinerinnenkloster Nazareth wahr und vergab als dessen Lehen den Hartmeshof, den Poelmanshof, das Sittermans-Gut (vgl. heute Sittermansweg) und das Gut ter Stegen in der Hontschaft Vernum (Vernhem) im Gericht Nieukerk.<ref>Urkunden vom 3. November 1545, 19. Juli 1551, 25. Juni 1569 und 30. Oktober 1599; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Geldern, Nazareth, Urkunden Nr. 71, 72, 74 und 79, vgl. Nr. 13).</ref>
Hermann von Neuenahr und Philippe von Horn hielten sich im Januar 1553 zu Gesprächen am Düsseldorfer Hof auf.<ref>G. Mattenclot: Commemoratio, 1866, S. 223.</ref> Im Frühjahr 1553 erwog Kaiser Karl V., Graf Hermann von Neuenahr zu einem der neuen Reichshofräte zu ernennen.<ref>A. von Druffel, K. Brandi (Bearb.): Beiträge, 1896, S. 124.</ref> Er beauftragte ihn im Juli zusammen mit Rat Karel Tisnack (Charles de Tisnacq) († 1573) und General Lazarus von Schwendi (1522–1583), in Eger Bündnisverhandlungen mit Kurfürst Moritz von Sachsen (1521–1553) zu führen.<ref>Instruktion vom 4. Juli 1553, Brüssel; Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien (Reichskanzlei, Reichsakten in genere 18, Blätter 307–314).</ref> Der venetianische Gesandte Marcantonio Amulio (1506–1572) berichtete dem Dogen, die Delegation habe den geheimen Auftrag, Markgraf Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach (1522–1557) zu einem Raubzug gegen Frankreich zu bewegen.<ref>Brief von Marcantonio Damula an den Dogen. Brüssel, 9. Juli 1553. In: Gustav Turba (Hrsg.): Venetianische Depeschen vom Kaiserhofe (Dispacci di Germania), hrsg. von der Historischen Commission der Akademie der Wissenschaften in Wien, Bd. II. F. Tempsky, Wien 1892, S. 614–617, bes. S. 616.</ref> Ein am 24. Juli 1553 geplanter Tag in Eger kam jedoch nicht mehr zustande, weil Moritz von Sachsen wenige Tage zuvor an den Folgen einer in der Schlacht bei Sievershausen erlittenen Verletzung starb. An der schließlich nach Zeitz in den Oktober 1553 verlegten Konferenz mit Kursachsen nahm Hermann von Neuenahr nicht teil.<ref>Jacques V. Pollet: Julius Pflug. Correspondance. Band III. Brill, Leiden 1977, S. 594 (books.google.de).</ref>
1553 verschrieb Graf Hermann eine jährliche Rente von 200 Gulden aus den Einnahmen von Bedburg an den jülisch-klevischen Hofmeister Werner von Hochsteden-Niederzier (1499–1565) zu Nothausen, Amtmann von Kaster, Grevenbroich und Gladbach, und seine Frau, die Liederbuch-Verfasserin Katharina von Hatzfeld-Wildenburg (* um 1521; † 1578).<ref>Graf Hermanns von Nuenar Verschreibung … aus der Kelnerey Bedbur … 1553. Octobr. 24. In: Justus Friedrich Runde: Ausführliche Darstellung der gerechten Ansprüche des regierenden Herrn Grafen zu Bentheim-Tecklenburg auf die Herrschaft Bedbur. Johann Christian Dieterich, Göttingen 1788, Beilage S. 25 (books.google.de).</ref> Er verpfändete dafür Güter zu Morken und Königshoven.<ref>Prozessakten Bentheim-Tecklenburg ./. Salm-Reifferscheid, 1553–1619; Landesarchiv NRW Abt. Westfalen Münster (Grafschaft Tecklenburg - Akten, Nr. 311).</ref>
Magdalena von Nassau-Dillenburg, Graf Herrmanns Frau, war am 12. November 1553 in Kleve eine der Patinnen der Prinzessin Magdalena von Jülich-Kleve-Berg (1553–1633), die vom Hofprediger Arnold Bongard († um 1568) getauft wurde.<ref name="Mattenclot241" /> Am 19. November 1553 fand im Anschluss an die Tauffeier in Kleve eine Konferenz statt, an der der Kurkölner Chorbischof Graf Friedrich von Wied, Abt Hermann von Werden, sieben weitere Grafen – Wilhelm „der Reiche“ von Nassau-Dillenburg, Dietrich V. von Manderscheid-Schleiden-Virneburg, Gumprecht II. von Neuenahr und Limburg und Charles de Brimeu-Megen<ref>G. Mattenclot: „Georgius (sic!) comes a Megen“.</ref> als Schiedsrichter sowie als Beobachter Franz II. von Waldeck-Eisenberg, Edzard (II.) Cirksena von Ostfriesland<ref>G. Mattenclot: „Eduardus comes ab Embden“.</ref> und Johann von Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein<ref>G. Mattenclot: „Joannes comes a Gerartstein“.</ref> –, der Jülicher Kanzler Johann Ghogreff, Räte aus Kleve und Weseler Schöffen teilnahmen, um Grenzstreitigkeiten zwischen Graf Hermann von Neuenahr und Moers und dem Rat der Stadt Duisburg (senatus Teutoburgensis) beizulegen.<ref name="Mattenclot241">Gabriel Mattenclot: Rerum in Germania praecipue inferiore gestarum breuis commemoratio. In: Theodor Joseph Lacomblet (Hrsg.): Archiv für die Geschichte des Niederrheins 5 (1866), S. 222–243, bes. S. 241 (books.google.de).</ref><ref>Vertrag zwischen Jülich-Kleve-Berg und Neuenahr-Moers vom 23. Nov. 1553 betr. Grenzfragen; Hermann Keussen (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und Herrlichkeit Krefeld und der Grafschaft Moers, Bd. IV. Fürst, Krefeld 1940, Nr. 5512; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Akten Oranien-Moers, Bd. 33, Bl. 146–149).</ref> In einem Streit zwischen Gotthard von Reifferscheid zu Monheim und Johann IX. von Salm-Reifferscheid-Dyck (1513–1559) veranlassten Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg und Graf Hermann von Neuenahr und Moers 1554 den Abschluss eines Vergleichs (Rezess).<ref>Prozessakten, 1555–1615; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, Nr. 4625 - Az. R 423/1352).</ref>
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„Schleidener Zoll“ auf der Maas |
Kaiser Karl V. belehnte Hermann von Neuenahr 1554 mit den Zöllen auf der limburgischen Maas zwischen Maastricht und Venlo, die schon seine Manderscheid-schleidener und Neuenahrer Vorfahren als sog. „Schleidener Zoll“ besessen hatten.<ref>Regest von 1554; Fürstliches Archiv Burgsteinfurt (Inventar des Moerser Archivs von 1600); G. Aders (Bearb.): Urkunden, 1977, Nr. 1006.</ref> Hermann verpachtete die Maaszölle 1560 an seine Schwester Anna Walburga.<ref>Regest einer Urkunde vom 5. März 1560, dort bezeichnet als „Anna van Egmond gravin van Horn“; Fürstliches Archiv Burgsteinfurt (Inventar des Moerser Archivs von 1600); G. Aders (Bearb.): Urkunden, 1977, Nr. 1022;
Gemeentearchief Roermond Regesten Nr. 2015.</ref>
Über die Abgabenforderung aus Gut und Hof Born an der Woltersheide bei Brüggen schloss Graf Hermann 1555 durch Vermittlung von Domkanoniker Gottfried Gropper und Rat Jakob Omphal (Ampholien) einen Vergleich mit Abt Benedikt Kessel († 1556) und Konvent von St. Pantaleon in Köln; 1569 einigte er sich mit dem Kloster über die Ablösung der Erbpacht.<ref>Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 259 Pantaleon, A 11B und U 3/586); Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, 1096 – Az. C 1021/2354).</ref> 1555 belehnte Hermann von Neuenahr und Moers Bernhard von Hüls mit Haus Rath im Kirchspiel Bockum im Amt Uerdingen,<ref>Regest einer Urkunde vom 12. Juni 1555; vgl. Regest einer Urkunde vom 27. Mai 1545; Guido Rotthoff (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und des Amtes Uerdingen. (Inventare Nichtstaatlicher Archive 10). Uerdinger Heimatbund, Krefeld 1968, Nr. 724, S. 219; vgl. Nr. 680, S. 205.</ref> gleichzeitig erfolgte eine Mitbelehnung durch Kurköln.<ref>Regest der Urkunden vom 19. Dezember 1544, 29. März 1550, 3. August 1555, 21. April 1561 und 30. Januar 1572; Guido Rotthoff (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und des Amtes Uerdingen. (Inventare Nichtstaatlicher Archive 10). Uerdinger Heimatbund, Krefeld 1968, Nr. 677, 703, 725, 748 und 782, S. 204, 212, 219, 227 und 239.</ref>
Regent der Grafschaft Limburg und Verweser der Kölner Erbvogtei
Nach 1555 nahm Graf Hermann die Kinder Amalia (1539–1602) – spätere Kurfürstin von der Pfalz –, Magdalena (1550–1626) – spätere Gräfin von Tecklenburg – und Adolf (* um 1545; † 1589) seines verstorbenen Cousins 2. Grades Graf Gumprecht II. von Neuenahr und Limburg (* um 1503; † 1555) bei sich in Moerser Schloss auf und wurde ihr Vormund. Bis zur Volljährigkeit seines Neffen Adolf 1570 übernahm er die Regentschaft in der Grafschaft Limburg und nahm dessen Rechte aus der Kölner Erbvogtei wahr.<ref>Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 310N Reichskammergericht – Buchstabe N, A 11, Bd. I-V (Altsignatur: N510/902)). Das Regest ist etwas ungenau, lies richtig: „Kläger: Hermann Graf von Neuenahr, Moers und Limburg, Herr zu Bedburg, Alpen und Hackenbroich, Vormund des Adolph von Neuenahr (minderjähriger Sohn des Grafen † Gumprecht von Neuenahr, Inhaber der Kölner Erbvogtei) ./. Beklagter: Bürgermeister und Rat der Stadt Köln“. Adolf von Neuenahr führte den Prozess nach Erreichen der Volljährigkeit selbst weiter.</ref> Hermann von Neuenahr wurde 1560 von Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg förmlich mit Schloss Hohenlimburg und dem Hof Beckhausen belehnt.<ref>Urkunde vom 14. Februar 1560;
Christoph Jakob Kremer: Akademische Beiträge zur Gülch- und Bergischen Geschichte. Band II Geschichte der Herren und Grafen von Limburg. Akademische Schriften, Mannheim 1776, S. 83.</ref> Für seine Mündel machte er nach dem Tod von Graf Michael III. von Wertheim (1529–1556) neuenahrische Ansprüche gegen Graf Ludwig zu Stolberg-Königstein auf die Erbschaft ihres Urgroßvaters Wilhelm I. von Wertheim (1421–1482) geltend, zu der u. a. die Herrschaft Breuberg im Odenwald gehörte.<ref>Staatsarchiv Wertheim (R-Rep. 67r Privata domus: Fürstliche Haussachen, Nr. 106; G-Rep. 36 Gemeinschaftliches Archiv, Nr. 1 a-b und Nr. 3;
R-US Rosenbergisches Archiv, 1532 März 25).</ref> In den 1560er Jahren setzte er sich als Vormund seines Mündels Adolf von Neuenahr gegen das Kapitel von St. Kunibert für die Wahrung der erbvogteilichen Rechte in Mauenheim ein.<ref>Protokolle und Weistum der Schöffen von Mawenheim. In: Hermann Wasserschleben (Hrsg.): Deutsche Rechtsquellen des Mittelalters. Veit & Co. Leipzig 1892, S. 191–213, bes. S. 198–200 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
Zusammen mit seiner Frau Magdalena von Nassau hatte Hermann von Neuenahr vom Kloster Kamp in Erbpacht dessen Gerechtigkeiten im Mittel-Vluynbusch (Busch genannt Middelflumer), in der Eickhauser Heide (heute: Eickhausweg in Neukirchen-Vluyn) und der Rheurdter Heide sowie die Laten-Gerechtsamen in Winterswick in Besitz.<ref>Urkunden vom 25. Juni und Oktober 1554; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 247 Maria im Kapitol, Krak. (= RH1) Blatt 92 und U 2/175).</ref> Von der Abtei Werden wurde Hermann wie sein Vater mit der Herrschaft Friemersheim einschließlich der Höfe Steinhof, zur Borg (ter Borgh, heute: Am Borgschenhof) und zu Homberg, der Fischerei im Rhein bei Friemersheim und der Markenbüsche belehnt.<ref>Regest einer Urkunde des Abtes Hermann von Holten († 1572) vom 28. Januar 1556;
H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, Nr. 5570; Urkunde vom 3. Februar 1579; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Kleve-Mark, Urkunden Nr. 3128);
Wilhelm Stüwer (Bearb.): Die Reichsabtei Werden a. d. Ruhr. (Germania Sacra 12. Das Erzbistum Köln 3). Walter de Gruyter, Berlin / New York 1980, S. 174–178 (PDF der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen).</ref> 1556 appellierte Hermann an die geldrischen Landstände, ihm die entzogenen Einkünfte aus seinen Pfandschaften in der Grafschaft Kessel und im Amt Krickenbeck sowie den Besitz des Zolls in Tiel<ref name="Grefrath">Zu den „Moersschen Renten“ im Krickenbecker Rentamt (Lobberich) und dem Zoll von Tiel vgl. Peter Norrenberg: Geschichte der Herrlichkeit Grefrath. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Geldrischen Amtes Kriekenbeck. (Beiträge zur Localgeschichte des Niederrheins 4). Bädecker, Viersen 1875, S. 49 und 123f (books.google.de).</ref> wieder zu verschaffen,<ref name="Altgelt">Hermann Altgelt: Graf Hermann von Nüenar, 1553–1579. In: Geschichte der Grafen und Herren von Moers. August Bötticher, Düsseldorf / Utrecht 1846, S. 92–103 (books.google.de).</ref><ref>auch Stukken betreffende de kwestie gerezen tussen de stad Arnhem en de graaf van Nuwenaer als pandheer van de tol te Tiel over de … tolvrijheid aldaar, 1565; Regionaal Archief Zutphen (0001 – 2406); Een verklaring van Paul de Noyelle in een zaak van hem tegen Herman graaf toe Nuwenaer und Moers, aangaande de Tol te Tiel, 1575; Fries Historisch en Letterkundig Centrum Leeuwarden (326 – 1897).</ref> die bereits sein Vater aus dem Erbe des Grafen Vincenz von Moers-Saarwerden († 1499) beansprucht hatte.<ref>Der Zoll zu Tiel war sein 1359 an die Grafen von Moers verpachtet und wurde erst 1619 eingelöst;
Gelders Archief Arnheim (Gelderse Rekenkamer, 0012 - VIII).</ref> Die Intervention scheint erfolgreich gewesen zu sein, denn Herrmann verpfändete später Renten im Amt Krickenbeck gegen ein Kapital von 3000 Gulden an Jakob Omphal.<ref>Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 3100 Reichskammergericht – Buchstabe O, A 11).</ref> Für Johann Georg I. (1515–1579) und Hans Albrecht von Mansfeld-Vorderort (1522–1586) verbürgte er sich 1556 beim Kölner Domkapitel für eine Schuld von 8000 Gulden und hinterlegte als Sicherheit die Pfandbriefe auf Hülchrath und den Hof Morken.<ref>Urkunde vom 9. September 1556; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Kurköln, Urkunden, Nr. 4511);
G. Aders (Bearb.): Urkunden, 1977, S. 268.</ref> 1557 übergab Hermann von Neuenahr Hof Morken gegen einen jährlichen Zins an Jakob von Harff (* um 1534; † 1566/74) zu Empel und Friesheim,<ref>Urkunden vom 6. und 10. Oktober 1557 und 17. November 1564; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen Münster (Grafschaft Tecklenburg – Rheinische Urkunden, Nr. 107); Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 310 Reichskammergericht P, A 28A);
G. Aders (Bearb.): Urkunden, 1977, S. 56f.</ref> 1564 beurkundete er den Weiterverkauf der Pacht an Jakob von Rottkirchen (1527–1617).<ref>Inserierte Urkunde vom 17. November 1564; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 310P Reichskammergericht, A 28A, Bd. 6, Q 88).</ref>
Im Erbschaftsstreit um Haus Eyll und die drei Horlschen Güter Hovestadt, Wüstenhof und Frintrop bei Essen zwischen den drei Töchtern des Essener Erbmarschalls Johann auf dem Berge und seiner Frau Sandera (Alexandra) von Eyll,<ref>Max von Spiessen: Das Geschlecht von Raesfeld. In: Vestische Zeitschrift 20 (1910), S. 1–40.</ref> nämlich Steffana (Stephanie) op dem Berge († um 1569) – verheiratet mit Adolph von Steinhaus († um 1560) zu Essen –, Catharina op dem Berge (* um 1520; † nach 1567) – verheiratet mit Johann von Raesfeld (* um 1510; † vor 1562)<ref name="ArndR" /> zu Hameren – und Elisabeth op dem Berge d. Ä. († 1568) – verheiratet mit Erbmarschall Goswin (Goessen) von Raesfeld (1518–1594) zu Eyll<ref name="ArndR">Sohn von Arnd von Raesfeldt (1479–1567) zu Hameren und (⚭ 1506 Eheberedung) Petronella von Merfeld (* um 1480; † 1534), Bruders des Bischofs Bernhard von Raesfeld und des Gottfried von Raesfeld.</ref> – war eidlich bekräftigt worden, dass die Entscheidung des Schiedmanns, Graf Hermann zu Neuenahr und Moers, bindend sein solle. Haus Eyll war neun Jahre im Besitz von Adolph von Steinhaus gewesen, Graf Hermann sprach es 1556 Goswin von Raesfeld zu.<ref>Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht 5187 - Az. S 1340/5328, 5188 - Az. S 1340/5329; 5192 - Az. S 1344/5333; 1525 - Az. E 255/1003; 5192 - Az. M 1051/2727; 4553 - Az. R 41/96 u. a.); Gelders Archiv Arnhem (Brieven van en aan Uitheemsen, Nr. 2478, 2616, 2871, 2872, 2877 u. a.).</ref> Der Streit war Gegenstand langjähriger Prozesse.
Im April 1557 versuchten Wilhelm I. von Oranien und Hermann von Neuenahr in Brühl vergeblich, den Kölner Erzbischof Anton von Schaumburg († 1558; reg. 1557) zum Beitritt zu einem antifranzösischen Defensivbündnis der rheinischen und niederländischen Territorien zu bewegen.<ref>Louis-Prosper Gachard (Hrsg.): Correspondance de Guillaume le Taciturne, prince d’Orange, Band I. Muquardt, Brüssel 1850, Nr. CCXLIII, S. 368f; Wilhelm Maurenbrecher: Beiträge zur deutschen Geschichte 1555–1559. In: Historische Zeitschrift 50 (1883), S. 1–83, bes. S. 52.</ref> Den Erbverzicht von dessen Bruder Wilhelm († 1580), Propst zu Meschede, später zu Hildesheim, zugunsten des regierenden Grafen Otto IV. von Holstein-Schaumburg (1517–1576) besiegelte „Graf Hermann zu Nienaar“ in Stadthagen mit.<ref>Urkunde vom 20. Mai 1557; Niedersächsisches Landesarchiv Bückeburg (Orig. 1 D Schaumburger Samtarchiv, Nr. 134); Text des Vertrages inkorporiert in eine Urkunde vom 31. Mai 1571: Kurtz gefaßte Geschichts-Erzählung … des … ohnwiedertreiblichen Erb-Folgs-Rechts der von der Schleßwig- und Holstein-Schaumburgischen Erb-Tochter Maria abstammenden … Fürstenmäßigen Descendenz. 1768, Beylagen, Num VI, S. 56–67 (books.google.de).</ref>
1557 hieß es, dass Hermann von Neuenahr 600 Karlsgulden Schulden bei dem Baseler Speditionskaufmann (Gutfertiger) Gian Angelo Calderini genannt Johann Schönengel († nach 1573)<ref>Aus Annone bei Mailand, 1551 Basler Bürger, 1563 Zunftrecht; Leonhard Thurneysser bürgte für ihn;
Johann Carl Wilhelm Moehsen: Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg. Decker, Berlin / Leipzig 1783, S. 55–57; Walter Bodmer: Der Einfluss der Refugianteneinwanderung von 1550-1700 auf die schweizerische Wirtschaft. Leemann, Zürich 1946, S. 34f, u. a.</ref> habe; Kölner Gläubiger Calderinis versuchten, diese Forderung durch das Reichskammergericht zu ihren Gunsten eintreiben zu lassen.<ref>Prozessakte, 1557; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Reichskammergericht, Nr. 435 - Az. B 1039a).</ref>
Zusammen mit seinem Schwager Philippe de Montmorency, Graf von Horn, führte Hermann von Neuenahr einen Rechtsstreit, in den bereits sein Vater involviert gewesen war, gegen Graf Ludwig von Stolberg-Königstein um das Heiratsgut der Ännchen von Rodemachern, einer Schwester seiner Urgroßmutter, aus ihrer 1467 geschlossenen Ehe<ref>G. Aders (Bearb.): Urkunden, 1977, S. 200.</ref> mit Graf Ludwig I. von der Marck († 1498), Herrn von Rochefort.<ref>Akten von 1532, 1557 und 1569 im Staatsarchiv Wertheim (R-Rep. 67r Privata domus. Fürstliche Haussachen, Nr. 62 und Nr. 106; G-Rep. 26 Gemeinschaftliches Archiv, Nr. 19; G-Rep. 36 Grafen von Neuenahr, Nr. 2); Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 171 Fürstentum Nassau-Oranien: Akten (Altes Dillenburger Archiv), M 418); Algemeen Rijksarchief – Archives générales du Royaume Brüssel (BE-A0510.265 – 487).</ref> Wegen dieser strittigen Besitzungen der Herren von Rochefort in den Ardennen, zu denen Chassepierre, Ivois, Florenville und Termes gehörten, riefen Hermann von Neuenahr und Philippe von Horn das luxemburgische Rittergericht an und erhoben eine „Personal-Forderung“ über 6000 Goldgulden gegen Graf Ludwig zu Stolberg-Königstein und Rochefort.<ref>Akten 1562–1577; Luxemburgisches Staatsarchiv Arlon (Conseil de Luxembourg. Affaires politiques et administratives, AEA 062, Nr. 53); Prozessakten, 1567–1574; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, Nr. 5460 - Az. S 2482/8471).</ref> Graf Hermann reiste Anfang 1563 selbst nach Luxemburg (Lützenburgh), wahrscheinlich in dieser Angelegenheit.<ref name="Landtag1563">Brief von Hermann von Neuenahr an Graf Adolf von Sayn-Sayn-Hachenburg (1538–1568) vom 25. Februar 1563; Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 340 Grafschaft Sayn-Hachenburg, Nr. U 13313).</ref>
Vormund der Junggrafen von Nassau-Dillenburg
Nach dem Tod seines Schwiegervaters Wilhelm von Nassau-Dillenburg 1559 war Hermann von Neuenahr zusammen mit ihrem ältesten Bruder Wilhelm I. von Oranien auch einer der beiden Vormünder der Grafen Johann VI. (1536–1606), Ludwig (1538–1574), Adolf (1540–1568) und Heinrich von Nassau-Dillenburg (1550–1574) und ihrer Schwestern.<ref>Koninklijk huisarchief Den Haag (707a); Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen Münster (Fürstentum Siegen, Urkunden Nr. 324 bis 328); Brief vom 17. Januar 1560 an Michael Helding, Universitätsbibliothek Leipzig (Sammlung Kestner/II/A/I/809/Nr. 1, frühere Signatur: Sammlung Kestner/II/A/I); Urkunde vom 8. September 1561, Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main (Holzhausen-Archiv, Urkunden, 996).</ref> Im Mai 1560 war Hermann bei der Taufe von Wilhelm Ludwig von Nassau-Dillenburg (1560–1620) in der Nikolaikirche zu Siegen zugegen.<ref>Brief von Wilhelm I. von Oranien an Juliana von Stolberg vom 28. März 1560 aus Breda und deren Antwort vom 6. April 1560. In: Eduard Jacobs: Juliana von Stolberg. Ahnfrau des Hauses Nassau-Oranien. Otto Hendel, Halle a. d. S. und Wernigerode 1889, S. 90f und 430f.</ref> 1562 bat er darum, von der Vormundschaft entbunden zu werden.<ref>Eduard Jacobs: Juliana von Stolberg. Otto Hendel, Halle a. d. S. und 1889, S. 76.</ref> Allerdings trat er weiterhin als gerichtlicher Kurator der Halbwaisen auf.<ref>Urkunde vom 8. September 1564; Staatsarchiv Ludwigsburg (Bestand 139 a I von Sturmfeder zu Oppenweiler, Urkunde 93), Regest vom 2. August 1564 bei Anonymus: Analyse critique de la Collection des Diplomes … du cabinet de Mr. le comte C. W. de Renesse-Breidbach. (Collection de Diplomes). Ancelle, Antwerpen 1836, S. 271 (Nr. 2427), Urkunde vom 1. März 1565; Landeshauptarchiv Koblenz (Bestand 655,012 Gemünden Bürgermeisterei, U 9) oder Urkunde von 1572; Hessisches Staatsarchiv Marburg (Bestand 4 f Staaten N Staatenabteilung: Nassau-Dillenburg, Nr. 20).</ref> 1564 stimmte er als Vormund in Diez dem Diezer Vertrag mit Erzbischof Johann VI. von der Leyen von Trier zu, bei dem die Nassau-Dillenburger auf ein Viertel der Grafschaft Diez verzichteten.<ref>Regest vom 2. August 1564 bei Anonymus: Analyse critique de la Collection des Diplomes … du cabinet de Mr. le comte C. W. de Renesse-Breidbach. (Collection de Diplomes). Ancelle, Antwerpen 1836, Nr. 2427, S. 271.</ref><ref>Franz Bossong: Das Aarthal mit seinen Burgen und Orten. Keppel & Müller, Wiesbaden o. J. [ca. 1895], S. 61 (dilibri.de).</ref>
Prozesse um Erb- und Lehngüter
Mit dem Drost zu Linn Dr. jur. Degenhard von Haes († 1584)<ref>Historisch Centrum Overijssel Zwolle (0224.1 Huis Rechteren bij Dalfsen, 2.1.3. Stukken betreffende aanverwante geslachten, 21. Haes).</ref> zu Sollbrüggen stritt sich Hermann von Neuenahr über angeblich unberechtigte Eingriffe in seine Erbgüter zu Linn, Uerdingen und Kempen.<ref>Vier Briefe zwischen 1552 und 1575 im Stadtarchiv Krefeld; Armin Tille (Bearb.): Übersicht über den Inhalt der kleineren Archive der Rheinprovinz. Band I. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 19). Hermann Behrendt, Bonn 1899, S. 30.</ref> 1560 erwirkte er ein Lehnsgerichts-Urteil gegen das Kartäuserkloster St. Beatus in Koblenz, das ihm den Lehensempfang mit Wein von Gefällen in Maasbommel entzogen hatte.<ref>Urkunde vom 25. Oktober 1561; Landeshauptarchiv Koblenz (Bestand 108 Koblenz … Kartäuserkloster auf dem Beatusberg, Urkunde 1172 031).</ref> Im selben Jahr strengten Gertrut von der Brüggen, Ehefrau des Heinrich (von) Goltstein<ref name="Brueggen">Jost Kloft (Bearb.): Inventar des Urkundenarchivs der Fürsten von Hatzfeld-Wildenburg zu Schönstein/Sieg. (Inventare nichtstaatlicher Archive 23). Rheinland-Verlag, Köln 1980, S. 377f und 383f.</ref> zu Altlauvenburg bei Kaarst, und ihre Schwester Elsgen, Professjungfrau im Kloster Fürstenberg bei Xanten und später Ehefrau des Kaspar von Kleingedanck genannt Mommersloch († 1590) aus Köln, gegen Graf Hermann einen Prozess vor dem Reichskammergericht an um das Werdener Lehen Haus Terburg (ter Borgh) westlich von Friemersheim.<ref>Universitätsbibliothek Leipzig, Autographensammlung Kestner, III/A Reponenda, Alte Familien (Sammlung Kestner/III/A/444/Nr. 1; frühere Signatur: Sammlung Kestner/III/A/268); Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, 823 – Az. B 2306/6928).</ref> Der Prozess um den „Hof zur Burg“ war bei Hermann von Neuenahrs Tod noch anhängig.<ref name="Vergleich">Vergleich zwischen dem Herzoge Wilhelm v. Cleve &c. und dem Grafen Adolph von Neuenahr und Limburg … 1579, den 27. Mai. In: Theodor Joseph Lacomblet (Bearb.): Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Band IV/1. Voss, Düsseldorf 1857, Nr. 582, S. 726–728 (books.google.de).</ref> Gegen Valenus von Geldern († 1565) prozessierte Hermann 1561 und gegen Jacob van Eick 1569 um den Kirchensatz und den Zehnten zu Arcen (Arssen).<ref>Gelders Archief Arnhem (Huis Vornholz, 1172 – 601; Hof van Gelre en Zutphen, Nr. 4952 und 4962).</ref> 1561 bot er die Ablösung des Neubruchzehnten in Gendt an,<ref>Gelders Archief Arnheim (0301-35 Gendt, Broektiend);
Prozessakte 1567 (Hof van Gelre en Zutphen, Nr. 4959).</ref> und 1562 setzte er sich mit Äbtissin und Konvent von Kloster Graefenthal wegen Gütern in Angeren und Gendt auseinander.<ref>Gelders Archief (0404 – 44).</ref> Der Abtei Brauweiler übertrugen Hermann zu Neuenahr und Moers und seine Frau Magdalena von Nassau Büsche- und Heideländereien auf der Ville samt Acker-Wiesen-Bruchland und Zehnten bei Ichendorf, um eine Geldrente abzulösen.<ref>Urkunde vom 10. Oktober 1562; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Brauweiler, Urkunden, Nr. 168).</ref> 1564 belehnte Hermann von Neuenahr Henrich von Honnepel zu der Impel, einen Schwager des † Junkers Evert von Ravensberg († um 1563),<ref>Jacobus Leonardus Hubertus Vrancken: Over de van Enckevoorts. In: Limburg’s jaarboek 6 (1898/99), S. 67–96, bes. S. 93.</ref> für die unmündigen Kinder des Verstorbenen mit Gütern im Amt Linn (Koulhuser Hof oder Kaulhausen,<ref>Hermann Keussen: Linn und seine Geschichte. In: Die Heimath. Wochenblatt für Kunde der niederrheinischen Geschichte 1,43 (1876), S. 169 (Google-Books)</ref> Holzgewalt im Bockumer Busch, Brügger Hof; heute: Brüggerstraße), bei denen es sich um Kurkölner Lehen handelte.<ref>Regest einer Urkunde vom 10. Januar 1564; Guido Rotthoff (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und des Amtes Uerdingen. (Inventare Nichtstaatlicher Archive 10). Uerdinger Heimatbund, Krefeld 1968, Nr. 757, S. 229; vgl. Nr. 669, S. 202.</ref> Gegen Petrus Medmann führte er ab 1565 einen Prozess um Güter in Fliesteden.<ref>Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, 3673 – Az. M 602/1648;
Az. 3673 – M 602/1648).</ref>
Ab Ende der 1550er Jahre führte Hermann von Neuenahr einen umfangreichen Briefwechsel mit seinem Verwandten Graf Wilhelm IV. von dem Bergh ’s-Heerenberg (1537–1586),<ref>Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers Doetinchem (0214 Briefregestenlijst Huis Bergh, diverse Nummern); Online-Recherche unter den Stichworten „Neuenahr“, „Newenar“, „Nuenar“ u. ä. in den Regesten</ref> der 1556 im Moerser Schloss seine Schwägerin Maria von Nassau-Dillenburg (1539–1599) geheiratet hatte. Hermann bemühte sich 1561 bei Wilhelm IV. von dem Bergh auch, einem gewissen „Frans van Newenahr“ das Amt eines Schultheißen in Stevensweert zu verschaffen, das aber schon vergeben war.<ref>Briefe von Wilhelm IV. von dem Bergh an Hermann von Neuenahr, ohne Datum, und an seinen „Vetter“ vom 11. April 1561; Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers (Briefregestenlijst Huis Bergh, 5246 und 5408).</ref> Es liegt nahe, hierbei an einen natürlichen Sohn seines Vaters Wilhelms II. zu denken.
Privilegium de non appellando
1560 erhielt Graf Herrmann von Kaiser Ferdinand I. (1503–1564) ein Privilegium de non appellando limitatum für Prozesse mit Streitwerten unter 100 Gulden,<ref>Urkunde vom 30. September 1560, Wien; Appellations-Privilegien oder Freyheiten. Johann Carl Unkel, Frankfurt am Main 1618, S. 319–324 (books.google.de).</ref> das nach einem Prozess vor dem Reichskammergericht 1566 von Kaiser Maximilian II. (1527–1576) auf 200 Gulden erhöht wurde.
Der Kölner Erzbischof Johann Gebhard von Mansfeld (1524–1562; reg. 1558) erneuerte 1561 die Belehnung mit Bedburg, Garsdorf, Hof Morken (Mörick), Rösberg und dem Erbhofmeisteramt des Erzstiftes.<ref>Lehnbrief über die Herrschaften Bedbur Gastorp Mörick etc. In: J. F. Runde: Ausführliche Darstellung, 1788.</ref> Hermann von Neuenahr belehnte 1561 den Amtmann zu Grevenbroich und Gladbach Heinrich von Hochstetten mit dem zur Herrschaft Bedburg gehörenden Bartzgut<ref>= „Heinrich Bairdtz Gut“ (1458); Günter Aders (Bearb.): Urkunden und Akten der Neuenahrer Herrschaften und Besitzungen Alpen, Bedburg, Hackenbroich, Helpenstein, Linnep, Wevelinghoven und Wülfrath sowie der Erbvogtei Köln. (Inventare nichtstaatlicher Archive 21). Landschaftsverband Rheinland, Köln 1977, Nr. 640, S. 189.</ref> und etwa 120 Morgen Ackerland (Artland) zu Anstel und Nettesheim im Amt Hülchrath<ref>Hermann Keussen (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und Herrlichkeit Krefeld und der Grafschaft Moers, Band IV. A. Fürst, Krefeld 1940, S. 101.</ref> und stimmte 1569 dem Verkauf durch Otto von Bylandt-Rheydt († 1591) und seine Frau Maria von dem Bongart († 1616) an Gerhardt Mohr († 1592) und seine Frau Margarethe von Weidenfeld (Wiedenfels) († nach 1569) zu.<ref>Prozessakten, 1681–1686 (1569–1685); Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, Nr. 1306 - Az. D 234/622).</ref> Als Landesherr von Rösberg sprach Graf Hermann der Deutschordensballei Koblenz, die dort über Allodialgut verfügte,<ref>Marian Tumler: Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriss der Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit. Panorama, Wien 1955, S. 138.</ref> 1563 strittige Ländereien zu.<ref>Prozessakte, 1563; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 310A Reichskammergericht, A 19).</ref>
Mit Zustimmung von Johann IX. von Salm-Reifferscheid-Dyck hatte Hermann von Neuenahr noch kurz vor dessen Tod den reifferscheidischen „Törnisch“ auf dem Zoll zu Kaiserswerth eingelöst, den Johann IX. 1520 an die Stadt Neuss verpfändet hatte.<ref>Urkunden vom 28. Juli 1559 und 5. März 1560. In: Friedrich Karl Karg von Bebenburg: Memorial an Eine Hochlöblich-allgemeine Reichs-Versammlung zu Regenspurg in Betref der … nachgesuchter Wiedereinlöse der Stadt, des Schlosses, und Zolls zu Kaiserwerth. Heinrich Georg Neubauer, Regensburg 1764, S. 102 f. (books.google.de).</ref> 1561 unterstützte Hermann Johanns IX. Witwe Gräfin Elisabeth von Henneberg-Schleusingen (1517–1577) und ihre Söhne Wilhelm, Werner und Johann im Streit mit Wilhelm Scheiffart von Merode († 1577) um den Besitz der Herrschaften Alfter und Bornheim.<ref>Thüringisches Staatsarchiv Meiningen (Gemeinschaftliches Hennebergisches Archiv I, 19 Briefwechsel der Grafen mit Beamten und Privatpersonen, 1476 und 2513).</ref> Mit der Herrschaft Alfter war das Kurkölner Erbmarschallamt verbunden. Auf dem Hochaltar im Chor der Sint Janskerk in Arnhem ließ „Herman van Neuwenar, grave zu Moerss“ durch seine Bevollmächtigten Meester Johan Deyn († 1567), Advokat an der geldrischen Kanzlei, und seinen Sekretär Johannes Eschenfelder (Essevilder) 1000 goldene französische Schilde (Écus) im Wert von 2000 Goldgulden hinterlegen, um einen 42 Morgen großen Hof in Overbetuwe im Kirchspiel Elst auszulösen, den Bernard Mumm von Schwarzenstein<ref>Otto Ottsen: Das Drostegeschlecht Mumm von Schwarzenstein zu Orsoy. In: Land und Leute der Grafschaft Mörs 17 (1935). S. 21f.</ref> (Berndt Mom van Swartstein) († 1584), Drost zu Orsoy, von seinen Vorfahren in Pfandschaft besaß.<ref>Urkunden vom 22. Februar 1561, 26. Februar und 24. April 1564; Gelders Archief Arnhem (2003 ORA Arnhem, Inventarisnummer 398–400).</ref>
Erbhofmeister Hermann von Neuenahr besiegelte 1561 die Eheberedung von Maria von Wylich zu Diersfordt (1536–1610) und Mauritz Ripperda (1530–1616) zu Vorden und Petkum mit.<ref>Urkunde vom 1. Juli 1561; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen Münster (U 148u Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Pröbsting / Urkunden, Nr. 20).</ref> Im August 1561 nahm Hermann von Neuenahr an der Hochzeit von Wilhelm I. von Oranien mit Anna von Sachsen (1544–1577) in Leipzig teil.<ref>Schreiben Hermanns vom 17. Juli 1561 aus Moers an Irmgard von Wisch († 1583), Erbin von Bronkhorst und Borculo, Witwe des Grafen Georg von Limburg-Styrum († 1552); Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers Doetinchem (0214 Briefregestenlijst Huis Bergh, Nr. 5477); Beschreibung und kurtze anzeigung der …, so … zu Leipzig ankommen sindt auff die hochzeit. Christoph Heußler, Nürnberg 1561 (books.google.de).</ref> Er hatte zuvor für Oranien über eine Summe von 15.000 Goldgulden gebürgt.<ref>Bericht des Grafen Ludwig Graf zu Stolberg-Königstein vom 28. Juli 1561; Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Ms. germ. fol. 717, Blatt 156).</ref> Am 14. Juni 1562 begleiteten Hermann und seine Frau Magdalena von Nassau-Dillenburg seine Schwägerin Maria von Nassau-Dillenburg und seinen Schwager Wilhelm I. von Oranien, die Paten wurden, zur Taufe von Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg (1562–1609).<ref>G. Mattenclot: Commemoratio, 1866, S. 231.</ref>
Gemeinsam mit der Abtei Knechtsteden besaß Neuenahr als Moerser Pfandschaft den Zehnten zu Lobberich.<ref name="Grefrath" /> Nachdem man länger vor dem geldrischen Hofgericht in Arnheim prozessiert hatte,<ref>Prozessakte, 1561; Gelders Archief Arnhem (Hof van Gelre en Zutphen, Nr. 4945).</ref> verglich Graf Herrmann sich 1562 mit der Gemeinde,<ref name="Grefrath" /> die seine Hälfte des Zehnten seitdem gegen eine jährliche Pachtzahlung selbst einziehen durfte.<ref>Peter Dohms: Lobberich. Geschichte einer niederrheinischen Gemeinde von den Anfängen bis zur Gegenwart. (Schriftenreihe des Kreises Viersen 33). Butzon & Bercker, Kevelaer 1981, S. 152.</ref> 1562 verschenkten Hermann und seine Schwester Anna Walburga von Neuenahr (1522–1600) die von ihnen beanspruchten, tatsächlich aber seit 1479/92 von der Markgrafschaft Baden-Baden in Besitz genommenen<ref>Urkunde Kaiser Maximilians I. vom 15. November 1492; Archives nationales de Luxembourg (A-X-21-90).</ref> Schlösser und Herrschaften Rodemachern, Reichersberg, Hesperingen, Useldingen und die Hälfte von Esch an der Sauer an Walburgas ersten Ehemann Philippe von Horn.
Im Oktober 1562 hielt sich Hermann („die dulle Grave von Neunar“) in Kloster Bredelar auf.<ref name="Bredelar">Helmut Müller (Bearb.): Die Zisterzienserabtei Bredelar. (Germania Sacra III. Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz 6. Das Bistum Paderborn 1). Walter de Gruyter, Berlin / New York 2013, S. 85 (PDF der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen).</ref> Vermutlich stand die Reise in Zusammenhang mit dem hohen Engagement des Klosters im Bergbau des kurkölnischen Sauerlandes, etwa in seinen Besitzungen Giershagen oder Bleiwäsche.<ref>Dazu Wilfried Reininghaus: Bergbaustädte im kölnischen Sauerland. Brilon, Hagen, Endorf und Silbach im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. In: Karl Heinrich Kaufhold, Wilfried Reininghaus (Hrsg.): Stadt und Bergbau. Böhlau Köln / Weimar 2004, S. 39–72, bes. S. 42f u. a.</ref> Am 24. und 30. November 1562 nahm Hermann von Neuenahr und Moers in Frankfurt am Main im Gefolge des in derselben Woche neu gewählten Kölner Kurfürsten Friedrich IV. von Wied und zugleich auch im Gefolge des Herzogs Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg an der Wahl und Krönung von Maximilian II. zum deutschen König teil.<ref>Michael Beuther: Ordentliche Verzeychniß, welcher gestalt, die Erwehlung unnd Krönung, des … Fürsten … Herrn Maximilians … Römischen … Königs … zu Franckfurt am Main … 1562 … geschehen. David Zöpfel, Frankfurt am Main 1563, unpaginiert (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München); Gebhard Florian, Achilles August von Lersner: Der Weit-berühmten Freyen Reichs-Wahl- und Handels-Stadt Franckfurt Chronica. Frankfurt am Main 1706, S. 186 und 192 (books.google.de).</ref>
Erbhofmeister des Erzbischofs Friedrich IV. von Wied
Friedrich IV. von Wied, der am 19. November 1562 zum Kölner Erzbischof gewählt worden war, versuchte vor seinem Regierungsantritt die Finanzen des Kurstifts zu sanieren, die durch seinen Vorgänger Johann Gebhard von Mansfeld mit Schulden belastet waren, ohne mit dem Domkapitel in Konflikt zu geraten.<ref>zum Folgenden Gustav Wolf: Aus Kurköln im 16. Jahrhundert. (Historische Studien 51). Matthiesen, Berlin 1905, bes. S. 182–188.</ref> Hermann von Neuenahr, der auf einem ersten, vom Kapitel einberufenen Tag im Februar 1563 nicht erschienen war, berief nach einem Vorgespräch mit Friedrich IV. die beiden weltlichen Stände Grafen und Ritterschaft als Erbhofmeister auf den 12. März 1563 zu einem Landtag nach Neuss ein.<ref name="Landtag1563" /> Auch auf diesem Tag wurde keine einvernehmliche Lösung gefunden. Mit Erzbischof Friedrich IV. schloss Hermann 1564 einen Vertrag über den – heute verlandeten – Mittelwerth bei Merkenich, der künftig als Neuenahrer Erblehen gelten sollte, und die Fischerei zu Merkenich<ref>Urkunden des Urgroßvaters Gumprecht II. vom 16. Mai 1435 und 31. März 1455; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 271 Weiße Frauen, U 2/154 und U 2/171).</ref> im Amt Hülchrath.<ref>Akten Kölnischer Landtag zu Bonn, 1593, 1688 – 1793; Kreisarchiv Neuss (Herrschaft Rheda, Wevelinghoven, Lehnssachen, Nr. 718); Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Kurköln II, Akten, Nr. 4437); Abteilung Westfalen Münster (A 192 Grafschaft Tecklenburg, Neuenahrsche Hinterlassenschaft, Herrschaft Wevelinghoven, Nr. 63).</ref>
Im Sommer 1564 besiegelte Hermann von Neuenahr mit rotem Wachs die Eheberedung zwischen Vinzenz von Wylich-Winnenthal (1533–1574) zu Diersfordt und Jutta von Palant (1540–1615) zu Keppel und Voorst mit.<ref>Urkunden vom 10. Juli 1564; Gelders Archiv (0409 Huis Keppel, Nr. 608a); Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen Münster (U 148u Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Pröbsting / Urkunden, Nr. 23).</ref> 1565 korrespondierte Hermann von Neuenahr mit Armgard von Rietberg († 1584), einer Enkeltochter seiner Cousine Walburga von Brederode (1512–1567) und Urenkelin seiner Tante Anna von Neuenahr († 1535), über ihre Belehnung mit der Grafschaft Rietberg, die von Landgraf Philipp I. von Hessen nach dem Tod ihres Vaters eingezogen worden war. Ihren Sekretär und späteren Kanzler im Harlingerland Jost Wetter († um 1582), den Hermann in Verdacht hatte, die Briefe Armgards zu entwerfen, nannte er einen „böszwicht“. Der Arzt Johann Weyer aus Kleve hielt sich im Oktober 1565 in „Betsburg“ auf.<ref>Brief von Johann Weyer an Johannes Brenz vom 10. Oktober 1565 aus Bedburg. In: De praestigiis daemonum, Ausgabe Basel 1583, Sp. 805–836 (Digitalisat); deutsch Ausgabe Frankfurt am Main 1586, S. 484–542 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref>
1565 schlossen Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg und Graf Wilhelm IV. von dem Bergh ’s-Heerenberg einen Vertrag über den Grenzverlauf zwischen ihren Territorien, der die Setzung von Grenzsteinen an der Toten Landwehr im Hetter-Millinger Bruch zur Folge hatte.<ref>Vertrag vom 12. November 1565, inseriert in Prozessakten, 1578–1616 (1310–1617); Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, Nr. 3031 - Az. K 74a/263); Martijn Boosten (Hrsg.): Bosgeschiedenis Euregio Rijn-Waal / Waldgeschichte Euregio Rhein-Waal. Stichting Probos, Wageningen 2012, bes. S. 209 (PDF (PDF; 10 MB) der Stichting Probos).</ref> Graf Hermann von Neuenahr und der klevische Kanzler Heinrich Bars genannt Olisleger fungierten bei dem Vertragsabschluss als Schiedsleute.<ref>Hermann Keussen (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und Herrlichkeit Krefeld und der Grafschaft Moers. Band IV. A. Fürst, Krefeld 1940, S. 106.</ref>
Kaiserlicher Rat Maximilians II.
Reichstag in Augsburg
Maximilian II. ernannte Hermann von Neuenahr 1566 zum Kaiserlichen Rat und erhöhte die Summe seines Privilegium de non appellando limitatum. Als Mitglied des Hofrates nahm „Herman von Newena“ im Frühjahr dieses Jahres im Gefolge des Kaisers am Augsburger Reichstag<ref>Nicolaus Mameranus: Kurtze un[d] eigentliche verzeychnus … aller …, so auff dem Reichßtag zu Augspurg, im Jar 1566 … erschienen seind. Matthias Franck, Augsburg 1566 (books.google.de).</ref> und den Sitzungen des Reichshofrates teil.<ref>Oswald von Gschließer: Der Reichshofrat. (Veröffentlichungen der Kommission für neuere Geschichte des ehemaligen Österreich 33). Holzhausen, Wien 1942 [Nachdruck Kraus, Nendeln 1970], S. 114–116 und 128–130.</ref> Als Philippe de Montmorency ihn nach dem Augsburger Reichstag in Moers besuchte, war Graf Hermann lebensgefährlich erkrankt.<ref>Brief von Philippe de Montmorency, Comte de Hornes, an seinen Sekretär Alonso de Laloo († 1608) vom 10. Oktober 1566 aus Tournai. In: Famiano Strada u. a.: Supplément à l’histoire des guerres civiles de Flandre sous Philippe II. roi d’Espagne. Band II. Pierre Michiels, Amsterdam 1729, S. 468–471, bes. S. 469 (books.google.be).</ref>
Im September 1566 soll Hermann von Neuenahr nach einem Bericht von Hermann von Weinsberg (1518–1597) dem flüchtigen Tilmann Iserenheuft (Isenhäupt, Eisernhaubt), der nach einem Streit mit dem Kölner Buchhändler Jacob Butterweck um die Bezahlung einer Ausgabe der – päpstlich verbotenen – Colloquia familiaria des Erasmus von Rotterdam Körperverletzungen im Dom begangen hatte und dem Scharfrichter auf Melaten entkommen war, in Bedburg Unterschlupf gewährt haben. Nach Gerichtsakten wurde Tillmann wegen Geisteskrankheit dort im Augustinerkloster verwahrt.<ref>Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 310 Reichskammergericht E, A 28).</ref> Weinsberg kolportiert das Gerücht, seine Mutter „were ein bastart van Nuwenar“,<ref>Eintrag von Hermann von Weinsberg zum 6. September 1566 im Liber Iuventutis; Konstantin Höhlbaum (Bearb.): Das Buch Weinsberg. Band II (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 4). Alphons Dürr, Leipzig 1887, S. 153–155, bes. S. 155 (books.google.de; eingeschränkte Vorschau).</ref><ref>Ein Symon Isernheufft war 1549 Keller zu Bedburg;
Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 214 Georg, A 24).
Der Kleriker Konrad Isernhofft (Conradus Iserenhuyfft) († nach 1529) aus Ratingen verfasste 1526 ein Chronicon archiepiscoporum Coloniensium; Universitätsbibliothek Würzburg (M. ch. f. 81).</ref> demnach Hermanns Halbschwester oder Cousine.
Niederländischer Aufstand
Der Bildersturm in den Niederlanden zu Beginn des Niederländischen Aufstands im Sommer 1566 wurde – teilweise aufgrund gefälschter Dokumente – anfangs dem Statthalter von Flandern und Artois Lamoral von Egmond (1522–1568) sowie dem Anführer der „Geusen“ Heinrich von Brederode (1531–1568) – verheiratet mit Graf Hermanns Mündel Amalia von Neuenahr-Alpen – angelastet, die sich der streng katholischen Politik Philipps II. von Spanien (1527–1598) widersetzt hatten. Der Agent König Philipps II. in Flandern, Lorenzo de Villavicencio OESA (1501–1581),<ref group="A">Professor in Löwen, Prior und Provinzial der Augustiner, ab 1567 spanischer Hofprediger in Madrid.</ref> machte dafür letztlich den Grafen von Neuenahr verantwortlich:<ref>Brief von Lorenzo de Villavicencio an Philipp II. vom 7. Oktober 1566 aus Segovia; Louis Prosper Gachard: Correspondance de Philippe II sur les affaires des Pays-Bas. Band II. Librairie ancienne et moderne, Brüssel 1851, S. xxxvii f (Google-Books; mit französischer Übersetzung); Jacobo Fitz-James Stuart y Falcó: Contribución al estudio de la persona del III Duque de Alba. (Discursos leidos ante la Real Academia de la Historia en la recepción pública). Blass, Madrid 1919, S. 124 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
„Der Graf von Nivenar … zeigt sehr große Unbotmäßigkeit gegenüber Ew. M. und genauso zweifelhafte Loyalität. Der Hauptteil der Bosheit und Respektlosigkeit der Grafen von Egmont und von Brederode wurde aus der niederträchtigen Gesinnung dieses Grafen geboren. Wenn er es mit Katholiken zu tun hat, ist er in Wort und Tat Lutheraner. Wenn er es mit Lutheranern zu tun hat, ist er in gleicher Weise Katholik. Und wenn er betrunken ist, glaubt er weder an Gott noch an den Teufel. Er ist ein Mensch von sehr verdorbenem Charakter.“
Zu der Religions-Konferenz vom 12. bis 21. Januar 1567 in Düsseldorf unter Vorsitz von Wilhelm Ketteler (1512–1582), an der 28 römisch-katholische, erasmische, lutherische und reformierte Politiker und Theologen teilnahmen,<ref>Zu Teilnehmern und Verhandlungsgegenständen vgl. Heinrich Heppe: Zur Geschichte der Evangelischen Kirche Rheinlands und Westphalens. J. Bädeker, Iserlohn 1867, S. 93 f. (books.google.de).</ref> wurde Hermann von Neuenahr, der seine Teilnahme geplant hatte, weil er „Gottesz und Seines Wortts eher hett helffen mögen beförderen“, von Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg nicht eingeladen. Ihm wurde mitgeteilt, dass er „auff geruerten<ref group="A">„Gerührter“ im Sinne von „angerührter“, „berührter“ bzw. „betreffender Tag“.</ref> tagh nicht werdt erfördert werden“. Da er „woll langhs gewust dasz mich viell leuth daselbst nicht gern sehen wurden“ und er kein klevischer Hofrat sei, wollte er auch nicht ungerufen dort erscheinen.<ref>Briefe vom 7. und 11. Januar 1567 aus Moers an Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg, einen Teilnehmer der Konferenz. In: Guillaume Groen van Prinsterer (Hrsg.): Archives ou correspondence, 1841, Bd. I, S. 11 und 16.</ref>
Am 1. Februar 1567 verabredeten Wilhelm I. von Oranien, Heinrich von Brederode, Philippe de Montmorency, Graf von Horn, Antoine II. de Lalaing, Comte de Hoogstraten (1530–1568), Hermann von Neuenahr und Wilhelm IV. von dem Bergh ’s-Heerenberg in Breda eine erneute Intervention Brederodes bei der Generalstatthalterin Margarethe von Parma (1522–1586), um Glaubensfreiheit in den Niederlanden einzufordern.<ref>Ulrich Schuppener: Die nassau-oranische Residenzstadt Breda. In: Nassauische Annalen 120 (2009), S. 83–130, bes. S. 124.</ref> Anschließend traf Graf Hermann noch im selben Monat den Prinzen und späteren Landgrafen Georg I. von Hessen-Darmstadt (1547–1596) in Kassel,<ref>Landgraf Georg I. 1567–1596. In. Denkwürdiger und nützlicher Hessischer Antiquarius. Band I., 2. Abt. Chronik. C. Scriba, Friedberg 1856, S. 3–32, bes. S. 5 (books.google.de).</ref> wahrscheinlich anlässlich eines Besuchs bei dessen Vater Philipp I. von Hessen, der im folgenden Monat starb, oder wegen eines gleichzeitig in Fulda stattfindenden Konvents protestantischer Stände. Auch Ludwig von Nassau-Dillenburg und ein Graf von Solms – wohl Philipp von Solms-Braunfels (1494–1581) – hielten sich in diesem Monat in Kassel auf.
Den Prior Peter Voghel (Vogelius) des Karmeliterklosters Geldern, der die Nachfolge im Moerser Karmeliterkloster antreten wollte, ließ Graf Hermann 1567 für dreieinhalb Monate inhaftieren.<ref>Notiz zum 2. April 1567; H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, S. 109 (Nr. 5753a); Th. B. Becker: Moers 2000.</ref> Der Ordensprovinzial von Niederdeutschland Johann Meyer von Groll (Groenlo) protestierte beim Reichskammergericht gegen die Beeinträchtigung des Klosters,<ref>Eingabe vom 5. November 1568;
Christian Friedrich Sattler: Geschichte des Herzogtums Würtenberg unter der Regierung der Herzogen. Band VII. August Lebrecht Stettin, Ulm 1774, Beylagen S. 44 (books.google.de).</ref> das von Graf Hermann 1573 endgültig aufgelöst und in die Moerser Lateinschule umgewandelt wurde.
Am 3. April 1567 erließ Hermann von Neuenahr eine Gerichtsordnung für die Grafschaft Moers.
Tod der Ehefrau Magdalena von Nassau
Am 18. August 1567 verstarb Graf Hermanns Ehefrau Magdalena. Kurz darauf wirkte er mit bei der Eheberedung zwischen Werner von Salm-Reifferscheid-Dyck (1545–1629) und Anna Maria von Limburg-Styrum (* um 1546; † 1637), die zum 26. August in das Nikolauskloster bei Liedberg einberufen wurde.<ref>Wilhelm von Hodenberg (Bearb.): Hoyer Urkundenbuch. Jänecke, Hannover 1855, Urkunde 879, S. 537f.</ref> Mit Marias Bruder Hermann Georg von Limburg-Styrum und Wisch (1540–1574), dem Pfandherrn des Kurkölner Amtes Liedberg, trug Hermann von Neuenahr verschiedene Nachbarschaftsstreitigkeiten aus.<ref>Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen Münster (Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.) - Akten, Nr. 31666, 31669, 31850 u. a.).</ref>
Bei den Verhandlungen zur Resignation (Abdankung) des Kölner Kurfürsten Friedrich IV. von Wied fungierten 1567 Hermann von Neuenahr, Philipp I. von Winneburg-Beilstein († 1583) und der kaiserliche Hofkanzler Dr. Johann Hegenmüller († 1584) als kaiserliche Kommissare, die zwischen dem Erzbischof und dem Domkapitel vermittelten.<ref>Hans Erich Feine: Die Besetzung der Reichsbistümer vom Westfälischen Frieden bis zur Säkularisation 1648–1803. (Kirchenrechtliche Abhandlungen 97–98). Ferdinand Enke, Stuttgart 1921, S. 94f.</ref> Friedrich IV. von Wied war ein Cousin von Hermanns Mutter Anna von Wied. 1568/69 wurde der Grafschaft Neuenahr und Moers eine Moderation (Ermäßigung) ihrer Beiträge nach der Reichsmatrikel zugestanden.<ref>Österreichisches Staatsarchiv Wien (Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Mainzer Erzkanzlerarchiv, Reichsmatrikelmoderationen 9).</ref>
Als sein Schwager Philippe de Montmorency, Graf von Horn, von Herzog Alba (1507–1582) verhaftet worden war, setzte sich Hermann von Neuenahr – meist gemeinsam mit Antoine II. de Lalaing (1530–1568), Comte de Hoogstraten, der mit Philippes Schwester Eleonore de Montmorency (1536–1581) verheiratet war – in Briefen an Kaiser Maximilian II., König Philipp II. von Spanien, Herzog Alba, die vier rheinischen Kurfürsten, alle Kurfürsten und den Westfälischen Reichskreis erfolglos für ihn ein.<ref>Briefregesten vom 27. September, 3., 14. und 25. Oktober, 24. Dezember 1567, 4. und 28. Januar, 12. März 1568. In: Famiano Strada u. a.: Supplément à l’histoire des guerres civiles de Flandre sous Philippe II. roi d’Espagne. Band I. Pierre Michiels, Amsterdam 1729, bes. S. 212–236 (books.google.de).</ref> Philippe de Montmorency und Lamoral von Egmond wurden am 5. Juni 1568 in Brüssel hingerichtet.
Nach dem Tod des Schwagers Philippe von Horn
Über Einnahmen aus der 1551 an Bertram von der Lipp genannt Hoen verpfändeten Herrschaft Cracau kam es ab 1568/69 zu einer Auseinandersetzung mit dessen Schwiegertochter, der Drostin Maria von Vlodrop (Flodorp), Witwe des Drosten Wilhelm von der Lipp gen. Hoen († um 1568),<ref>Die Grabplatten der Familie wurden 1950 bei Grabungen an der Altstadtkirche St. Dionysius in Krefeld wiederentdeckt.</ref> und ihrem zweiten Ehemann Dietrich II. von Mirlaer genannt Myllendonk-Drachenfels, Reuland und Heyden (* um 1520; † 1585), die auch militärisch mit einer Besetzung des Krefelder Landes durch Hermann von Neuenahr und vor dem Reichskammergericht ausgetragen wurde.<ref>Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, 3832 – Az. M 1074/2820; 4554 – Az. R 42/98); Stadtarchiv Krefeld (Akten, Drostamt Krakau sowie Pfandschaft Krakau, Nr. 11–17 und 21); H. Keussen: Geschichte, 1865, S. 306–313.</ref> Da der Ertrag aus Cracau regelmäßig 5 % der Pfandsumme überstiegen hatte, einigte sich Hermann von Neuenahr 1569 mit Reinhardt von Raesfeldt († 1591) zu Lüttinghof (Luttickenhoven), Statthalter des kurkölnischen Vests Recklinghausen, und dessen Frau Anna von der Lyp gen. Hoen, dass künftig eine jährlich Erbrente von 275 Goldgulden 1 Ort und 3 Raderalbus – genau 5 % des Darlehens – aus dem Werth-Hof zu Friemersheim geleistet werden sollte; der Abt von Werden Hermann von Holten als Lehnsherr stimmte der Pfandverschreibung zu.<ref>Regest einer Urkunde vom 10. Mai 1569; Guido Rotthoff (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und des Amtes Uerdingen. (Inventare Nichtstaatlicher Archive 10). Uerdinger Heimatbund, Krefeld 1968, Nr. 771, S. 236; vgl. Nr. 676 und 709, S. 204 und 214f.</ref>
1569 vermittelten Hermann von Neuenahr und Gottfried Gropper in einem Streit zwischen dem Kölner Domkapitel und der Reichsabtei Kornelimünster um den Zehnten in Gressenich.<ref>Urkunde vom 21. April 1561; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Kornelimünster, Urkunden Nr. II 3).</ref> Mit Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel (1532–1592) unterhielt Hermann von Neuenahr eine ausgiebige Korrespondenz und vermittelte ihm mehrfach Blumen aus den Niederlanden und einen Gärtner<ref>Schriftwechsel von 1568 bis 1577; Hessisches Staatsarchiv Marburg (Staatenabteilung Bentheim 10, 29; Brabant 1; Frankreich 264, 282, 293, 342; Nassau-Dillenburg 20; Niederlande 38, 59, 66, 104, 106, 141, 155, 174, 190, 201, 212; Neuenahr 1 – 5; Pfalz 61; Polen 12, 85).</ref> oder bot ihm 1563 ein Astrolabium an.<ref>John H. Leopold: Astronomen, Sterne, Geräte. Landgraf Wilhelm IV. und seine sich selbst bewegenden Globen. Joseph Fremersdorf, Luzern 1986, S. 217.</ref> Im Gegenzug erhielt er Salz oder Einbecker Bier.<ref name="Bier">Hessisches Staatsarchiv Marburg (Staatenabteilung Neuenahr 5; Niederlande 174, 251).</ref> Auch mit Herzog Wilhelm d. J. zu Braunschweig-Lüneburg (1535–1592) tauschte er Pflanzen.<ref>Akte von 1571; Hauptstaatsarchiv Hannover (Auswärtige Mächte: Verschiedene Fürsten, Grafen, (Frei-)Herren, Nr. 56).</ref> Graf Herrmanns Garten wurde 1559 von dem Wittenberger Studenten Elias Bomelius aus Wesel – einem Sohn des auch in der Grafschaft Moers wirkenden Pfarrers Hendrik van Bommel – beschrieben.<ref>Eliseus Bomelius Faesulanus (= aus Wesel): Descriptio horti, illustris ac generosi domini, Dn. Hermanni, Comitis in Moers, Bedbar & Creveldt &c scripta ad D. Iohannem Herman Medicinae & artium Doctorem, gratitudinis ergò. Wittenberg 1559; Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (4 Bud.Hist.un.135(28)); Staatsbibliothek Berlin (4"@Xd 2192; Kriegsverlust).</ref>
Reichstag in Speyer
Im Herbst 1570 besuchte Hermann von Neuenahr als Kaiserlicher Rat den Speyerer Reichstag. Nach einem Tagebucheintrag des Reichshofrates Graf Ludwig I. von Wittgenstein (1532–1605) feierte er in Speyer am 28. Oktober seinen 50. Geburtstag mit einem „Prandium“,<ref name="RTSpeyer">Diarivm … Witgensteinii, 1745, S. 1–104, bes. S. 45, vgl. auch S. 34, 61, 64, 73, 74, 80 und 98 (books.google.de).</ref> bei dem ihm ein Gratulations-Gedicht überreicht wurde.<ref>Heinrich Castritius Geldorp: Reduci ex Germania gratulatio = Eidem principi [= D. Hermanno Comiti Nuenarico & Morsensi] ex comitiis Spirensibus reduci. 1570. Anhang zu: Scholarvm ex monasticis opibus institvtio. Leiden 1580 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> Auf dem Reichstag bat Margareta von Loë († 1590) zu Dorneburg, die 1568 in einer Doppelwahl zur Äbtissin des Quirinusstiftes in Neuss gewählt worden war, Hermann von Neuenahr und den Kurkölner Erbmarschall Werner von Salm-Reifferscheid-Dyck um Unterstützung.<ref>Diarivm … Witgensteinii, 1745, S. 58, vgl. S. 13.</ref> Graf Johann IV. von Wied-Runkel und Ysenburg, der 1562 wegen seiner Schuld bei Hermann von Neuenahr zu einer Buße verurteilt worden war, wurde auf Bitten Hermanns und des Pfalzgrafen Georg Johann I. von Veldenz-Lützelstein (1543–1592) hin begnadigt.<ref>Ebenda, S. 65 und 79.</ref> In der Auseinandersetzung mit Ludwig von Stolberg-Königstein lehnte Hermann eine gütliche Einigung ab.<ref>Ebenda, S. 92f.</ref> Eine Verfahrensbeschwerde der Elsgen von der Bruck (Brüggen) genannt Mommersloch<ref name="Brueggen" /> gegen Graf Hermann in ihrem Prozess um Haus ter Borg wegen Ausübung des Spolienrechtes wurde an das Reichskammergericht zurückverwiesen.<ref>Ebenda, S. 69.</ref> Kaiser Maximilian II. bestätigte Hermann von Neuenahr in Speyer am 3. November 1570 die Markt- und Stadtrechte von Krefeld.
Territoriale Interessen in den Niederlanden
Nach dem fehlgeschlagenen Versuch Herzog Albas, den oranischen Kommandanten Diederik Sonoy (1529–1597) arrestieren zu lassen, intervenierte Hermann von Neuenahr im Frühjahr 1571 beim Großen Rat der habsburgischen Niederlande in Mechelen.<ref>Johannes van Meurs: Gulielmus Auriacus. Sive, De rebus toto Belgio tam ab eo, quam ejus tempore, gestis. Band I. Isaak Elzevir, Lyon 1621, S. 181f (books.google.de). Franciscus Haraeus: Annales ducum seu principum Brabantiae totiusque Belgii. Band III. Offizin Plantin, Antwerpen 1623, S. 114 (books.google.de).</ref>
Nach der Enthauptung seines Schwagers Philippe de Montmorency, Graf von Horn, 1568 durch Herzog Alba in Brüssel hatte Graf Hermann den Titel eines Herrn zu Rodemachern wieder angenommen. Er bemühte sich beim Großen Rat in Mechelen, in den Besitz der hornschen Herrschaft Weert zu gelangen,<ref>Belgisches Staatsarchiv Mons (Archives de la Maison de Chimay, bes. Nr. 1762, 1794, 1827 u. a.); Fürstliches Archiv Burgsteinfurt (Regest im Inventar des Moerser Archivs von 1600, Neuenahr 1037); Diarivm Lvdovici Comitis Witgensteinii, 1745, S. 80.</ref> die 1486 an Hermanns und Walburgas Vorfahren verpfändet worden war. Im Sommer 1571 schickte er vermutlich in dieser „eigenen Angelegenheit“ (propter negotia mea) den Schwiegersohn seines „Gevatters (compater)“ Rheidanus (von Reyd) zu Herzog Alba.<ref>Brief an Heinrich Castritius Geldorp vom 4. Juli 1571 aus Bedburg. In: K. L. Philipp Troß (Hrsg.): Reformationsgeschichte, 1826, S. 185; Simon Abbes Gabbema (Hrsg.): Illustrium et clarorum virorum epistolae selectiores superiore et hoc seculo scriptae, distributae in centurias tres. Galama, Harlingen 1669, Appendix, Nr. V, S. 790 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> Bei dem Lütticher Bischof Gerard van Groesbeeck (1517–1580) war 1571 der klevische Rat Andreas Masius (1514–1573) als Vermittler für Hermann von Neuenahr tätig.<ref>Akte, 1571; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Kleve-Mark, Akten Nr. 4495).</ref> 1576 erhielt Hermann die drei geldrischen Lehen Weert,<ref name="Weert">Regest einer Urkunde vom 11. Dezember 1576: Hermann Keussen (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und Herrlichkeit Krefeld und der Grafschaft Moers. Band IV 1541–1600, Urkunden Nr. 5299-6183a. A. Fürst, Krefeld 1940, Nr. 5951, S. 173.</ref> Wessem und die Vogtei über das Reichsstift Thorn, die Graf Johann II. von Hoorn († 1540) seinem Adoptivsohn Philippe von Horn und dessen späterer Frau Anna Walburga von Neuenahr – einer hornschen Urenkelin – schon vor ihrer Hochzeit vermacht hatte.<ref>Brief des Mainzer Erzbischofs Daniel Brendel von Homburg zur Unterstützung von Graf Hermann an den Bischof von Lüttich Gerhard von Groesbeck vom 4. Januar 1571; Gelder Archief Arnhem (Brieven van en aan Uitheemsen, Nr. 1072).</ref><ref>Mathias Joseph Wolters: Notice historique sur l’ancien Comté de Hornes et sur les anciennes Seigneuries de Weert, Wessem, Ghoor et Kessenich. F. u. E. Gyselynch, Gent 1850, S. 108, vgl. S. 62f, 67, 70f und 78f (books.google.de).</ref> George de Hornes († 1608), seigneur de Houtkerque, versuchte, Graf Hermann das Lehen streitig zu machen.<ref>Prozessakten, 1577; Gelders Archief Arnhem (Hof van Gelre en Zutphen, Nr. 4986 und 4987).</ref>
Hermann von Neuenahr bemühte sich seit 1571 auch, eine Belehnung mit der holländischen Herrschaft Altena in Noord-Brabant zu erreichen.<ref>Nationaal Archief Den Haag (3.19.02 Inventaris van het archief van de Heren van Altena, Nr. 64; gahetna.nl (PDF) PDF; 575,68 KB).</ref> Mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragte er in Mainz den Juristen Frederik van Boyemer (Boymeer; Boeymer) († 1589), Rat am Hof von Gelderland, später Pensionär von Alkmaar.<ref>Urkunden vom 10. Februar und 1. März 1571; Nationaal Archief Den Haag (3.19.02 Inventaris van het archief van de Heren van Altena, Nr. 175 und 176).</ref> Eine seiner Urgroßmütter war Herrin von Altena gewesen. 1577 erhielt er die Belehnung, im selben Jahr wurde „Harman, graaf van Nuwenaer en Moers, heer van Bedbur en Rodemaghen“ auch mit den Fischereirechten auf der Waal belehnt, die Philippe de Montmorency innegehabt hatte.<ref>Eintrag vom 18. Februar 1577; Gemeentearchief Rotterdam (Heerlijkheidsarchief van Albrantswaard, Leenkamer: Graaf van Holland V Zuid-Holland 1199-1648, L.H. 133, Blatt 110v).</ref> Die Herrschaft Altena wurde 1590 von Hermanns Schwester Anna Walburga von Neuenahr zusammen mit Woudrichem für 92.000 Gulden an die Generalstaaten verkauft.<ref>Jan Wagenaar: Allgemeine Geschichte der Vereinigten Niederlande, übersetzt von Eobald Toze, Bd. IV. Weidmann, Leipzig 1760, S. 41.</ref>
Letzte Jahre
Für seinen Gefolgsmann Dietrich von Eyll und dessen Frau<ref>Hermann Keussen: Zur Geschichte der Burgen, Schlösser und Rittergüter am Niederrhein X. Das Haus Heideck bei Rheinberg. In: Die Heimath. Wochenblatt für Kunde der niederrheinischen Geschichte. S. 158 (Google-Books).</ref> stellte Graf Hermann 1573 einen Rentenbrief über 300 Goldgulden aus, während ihm gleichzeitig eine Rente über dieselbe Summe von seinen Mündeln Ludwig und Heinrich von Nassau verschrieben worden war.<ref>Historisch Centrum Overijssel (0224.1 – 349).</ref> Johann VI. von Nassau-Dillenburg verpfändete ihm 1573 eine Mühle in Siegen und das Amt Siegen.<ref>Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 170 II Nassau-Oranien, Urkundenabschriften, Nr. 1573).</ref>
Nach der Schlacht auf der Mooker Heide am 14. April 1574 berichtete Hermann von Neuenahr Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel in mehreren Briefen von den Gerüchten, die er über das Schicksal von Kurprinz Christoph von der Pfalz (1551–1574), der Grafen Ludwig und Heinrich von Nassau-Dillenburg sowie der Grafen von Falkenstein<ref group="A">Vermutlich Philipp von Dhaun-Oberstein-Falkenstein († 1591), später Truppenführer der Generalstaaten, gefallen vor Zülpich, Sohn von Sebastian von Dhaun-Oberstein-Falkenstein (* um 1530; † 1576) und Enkel von Wirich V. von Daun-Falkenstein.</ref> und von Hohen Zollern<ref group="A">Wahrscheinlich Graf Joachim von Hohenzollern–Sigmaringen (1554–1587), der 1574 zum brandenburgischen Geheimem Rat bestellt wurde, später Truppenführer Johann Kasimirs von Pfalz-Simmern wurde und als einziger Angehöriger des Familienzweigs auf protestantischer Seite kämpfte.</ref> gehört hatte, erwies sich jedoch bald als ungenau informiert.<ref>Brief von Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel an Ludwig VI. von der Pfalz vom 7. Mai 1574 aus Kassel. In: Briefe Friedrichs des Frommen, Kurfürsten von der Pfalz. Band III. Nr. 752, S. 672–676 (books.google.de), vgl. S. 651.</ref> Am 15. Mai 1574 erließ Graf Hermann eine neue Polizeiordnung.<ref>Polizeybuch der Statt und Graffschaft Moerss, herrlichkeiten Kreyfelt und Freimoerssheim;
H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, S. 168ff (Nr. 5919).</ref> Im September 1574 nahm er in Neuburg an der Donau an der Hochzeit der Prinzessin Anna von Jülich-Kleve-Berg mit dem Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg teil.<ref>Sigmund Feyerabend: Herrliche, warhaffte Beschreibung der beyder fürstlichen Heimfahrt. Sigmund Feyerabend, Frankfurt am Main 1576, Bl. 128 (books.google.de).</ref>
Im August 1574 belehnte Graf Hermann nach längeren Auseinandersetzungen Johann IX. Scheiffart von Merode († 1590) mit dem Herpertz-Höfchen<ref>Bei Horrem, benannt nach dem früheren Pächter Heribert Weiler;
Hermann Cardauns, Reiner Müller (Hrsg.): Die rheinische Dorfchronik des Joan Peter Delhoven aus Dormagen (1783–1823). Gesellschaft für Buchdruckerei, Neuss 1926 (Nachdruck: Amtsverwaltung, Dormagen 1966), S. 254.</ref> und dem Hof Röttgen (vgl. heute den Röttgen-Teich bei Frechen-Grube Carl) in der Herrschaft Boisdorf, die er als heimgefallenes Lehen beanspruchte. Scheiffart von Merode gab es als moerssches Afterlehen an den Kölner Bürgermeister Philipp Gail weiter.<ref>Prozessakten, 1713–1729; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, Nr. 3952 - Az. M 1515/3908).</ref>
Kaiser Maximilian II. ernannte Bischof Gerard van Groesbeeck von Lüttich und Hermann von Neuenahr zu seinen Kommissaren im Streit zwischen dem Kölner Erzbischof Salentin von Isenburg (1532–1610; reg. 1567–1577) und dem Kölner Domkapitel um den Besitz von Zons. Graf Hermann wurde im April 1575 beauftragt, die Einkünfte von Zons im Namen des Kaisers zugunsten des Erzbischofs zu sequestrieren.<ref>Eintrag von Hermann von Weinsberg zum 30. April 1575 im Liber Iuventutis; Konstantin Höhlbaum (Bearb.): Das Buch Weinsberg. Kölner Denkwürdigkeiten aus dem 16. Jahrhundert. Band I. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 3). Alphons Dürr, Leipzig 1886, S. 297; Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien (Akten des Kaiserlichen Reichshofrats, Alte Prager Akten, 2386); Max Lossen: Der Kölnische Krieg. Band I Vorgeschichte 1565–1581. Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1888, S. 415.</ref>
1576 handelten Hermann von Neuenahr und Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel als Verwandte den Heiratsvertrag von Graf Hermann I. von Wied-Runkel († 1591) und Gräfin Walburga von Bentheim-Steinfurt (1555–1628) aus.<ref>Landeshauptarchiv Koblenz(Bestand 35 Reichsgrafschaft Wied-Runkel, Wied-Isenburg, Sachakte 1115).</ref>
Im Februar 1577 war Hermann gefährlich erkrankt.<ref>Brief von Adolf von Neuenahr an Johann Kasimir von Pfalz-Simmern vom 2. Februar 1577 aus Bedburg. In: Friedrich von Bezold (Bearb.): Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir mit verwandten Schriftstücken. Bd. I 1576–1582. M. Rieger, München 1882, S. 234f (Nr. 24).</ref> Von Erzbischof Salentin von Isenburg wurde Hermann von Neuenahr 1577 mit 100 Goldgulden auf den Zoll zu Bonn belehnt.<ref>Urkunde von 1577; H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, S. 173 (Nr. 5953).</ref> Hermann von Neuenahr hatte entscheidenden Anteil an der Wahl von Gebhard Truchseß zu Waldburg (1547–1601; reg. 1577–1583) am 5. Dezember 1577 zu dessen Nachfolger als Kölner Erzbischof. Er soll sich – von Gicht geplagt – mehrfach in einer Sänfte in das Domkapitel haben tragen lassen, um die Wahl Ernsts von Bayern zu verhindern.<ref>Heiner Faulenbach: Hermann von Neuenahr (1520–1578). In: Rheinische Lebensbilder. 8 (1980), S. 105–123, bes. S. 115.</ref> Der päpstliche Nuntius Bartolomeo Porcia bezeichnete Hermann von Neuenahr darauf hin als jemand, über den hinaus „es vielleicht keinen gefährlicheren Ketzer in Deutschland gibt“.<ref>„Ermano conte di Nuinar, di cui non è forse in Germania heretico più pernitioso“; Brief von Bartolomeo Porcia an den Schweizer Nuntius und Bischof von Como Giovanni Antonio Volpe, Eintrag vom 13. Januar 1578; Joseph Hansen (Bearb.): Nuntiaturberichte aus Deutschland nebst ergänzenden Actenstücken, III. Abteilung 1572–1585. Band 1 Der Kampf um Köln 1576–1584. A. Bath, Berlin 1892, Nr. 90, S. 226–230, bes. S. 229 (Textarchiv – Internet Archive);
Eingabe der bayerischen Sachwalter, 1579; Nr. 93.6 c), S. 237: „Machinationen (= Machenschaften) des Grafen von Neuenahr“.</ref><ref>Karl-Heinz Wilkes: Die Reformation in Stadt und Region Krefeld. In: D'r Bott – Lanker Heimatblätter 6 (1998), S. 314–331, bes. S. 326f (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF ( des Vorlage:IconExternal vom 30. Juni 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) des Heimatkreis Lank e. V.).</ref>
Delegierte der geldrischen Stände beauftragten 1578 Engelbrecht III. von Brempt († um 1585) zu Flaßraedt, den Drost von Straelen, ein Darlehen über 24.000 Karolusgulden aufzunehmen, um die Rückzahlung eines Kredits des Grafen Hermann von Neuenahr und Moers zum Truppenunterhalt zu ermöglichen.<ref>Eintrag vom 16. März 1578, Arnheim; Gelders archief Arnheim (Ms Nr. 1559, Inv.-Nr. 54c).</ref> Im August 1578 besuchte Johann Kasimir von Pfalz-Simmern (1543–1592) auf dem Feldzug in die Spanischen Niederlande Graf Herrmann kurz vor dessen Tod mit einem großen Gefolge in Moers.<ref>Johann Hildebrand Withof: Die Chronik der Stadt Duisburg – von den Anfängen bis zum Jahre 1742 (1777–1782), hrsg. von Albrecht Blank. Netphen 2008, S. 226f, dort fälschlich „Johann Casimir von Nassau“, wohl eine Verwechslung mit Hermanns Schwager Johann VI. von Nassau-Dillenburg. Vgl. zum Aufenthalt des Pfalzgrafen 1578 in Moers Carl Ludwig Klose: Wilhelm I. von Oranien, hrsg. von Heinrich Wuttke. Friedrich Fleischer, Leipzig 1864, S. 211.</ref>
Tod und Erbfolgestreit
Graf Hermann von Neuenahr und Moers verbrachte einen großen Teil seiner letzten Lebensjahre von schwerer Krankheit (Gicht) gezeichnet<ref>Brief an Heinrich Castritius Geldorp vom 4. Juli 1571 aus Bedburg. In: K. L. Philipp Troß (Hrsg.): Reformationsgeschichte, 1826, S. 185; Akte Erkrankung Graf Hermanns v. Neuenahr von 1573; Hessisches Staatsarchiv Marburg (Staatenabteilung, Bentheim 10).</ref> im Friemersheimer Jagdschloss (heute: Werthschenhof in Duisburg-Rheinhausen) auf einer ehemaligen Rheininsel.<ref name="Altgelt" /> Er hatte Schloss und Herrschaft 1560 seiner Schwester Anna Walburga geschenkt. Hermann von Neuenahr soll sich nach Hermann von Weinsberg „in den drunk,<ref name="Trunk">Brief von Sibert von Driesch († 1601), Schultheiß des Gerichtes Moers (als „Siebert von Dress“ 1569 Keller zu Bedburg), an Beatrix von Galen in Cracau vom 29. Januar 1559; Stadtarchiv Krefeld (Drostamt Krakau sowie Pfandschaft Krakau, Nr. 5): sein Herr sei „nach dem sauffen also unlustig und moroiß (= mürrisch)“ gewesen.
Bericht von Kanzler Johann Hegenmüller über Graf Hermann, 1567: „er ist nit gewis anzutreffen morgens, nachdem er spat aufsteet, nach mittag aber so kan man mit demselben nichts verrichten, dan er stets wol bezecht ist“; Max Lossen: Der Kölnische Krieg, Band I. Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1882, S. 644 Anm. 1.</ref> als er zum man erwaxsen war, begeben und damit ohn zweifel verdorben“ haben und starb am 4. Dezember 1578<ref>Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Reichskammergericht, 4083 – Az. N 311/903).</ref> „an der zerender krenkden (= Krankheit), daran er etliche jar gangen, … zu Bedber“ ohne Nachkommen.<ref>Leonard Ennen: Aus dem Gedenkbuch des Hermann Weinsberg. In: Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte N. F. 1 (1872), S. 554–570, 613–636 und 764–775; 3 (1874), S. 46–56, 294–316, 359–368, 489–503 und 731–765, bes. 3 (1874), S. 737. Weinsberg nennt ungenau den 2. Dezember als Todestag.</ref> Sein Grab befand sich in der im 17. Jh. zerstörten Bonifatiuskirche in Moers;<ref>„(Hermanni soror … Walburga Moersa) … ipsa 26. Maij an. 1600 mortua, & apud patrem atque fratrem in templo extra urbem iam destructo, inhumata“; Werner Teschenmacher: Annales Cliviae-Juliae-Montiae, Marchiae, Ravensbvrgiae Antiquae et Modernae. Jacob van Biesen, Arnheim 1638, S. 346 (books.google.de); Joachim Daebel: Das Fürstengrab in der Moerser Stadtkirche. Vortrag im Moerser Schloss am 26. 02. 2014 vor dem Grafschafter Museums- und Geschichtsverein Moers. In: Jahresgabe. Grafschafter Museums- und Geschichtsverein Moers e. V. (2015), S. 81–96 (gmgv-moers.de (PDF) ).</ref> heute steht an dem Ort die Kapelle des Friedhofs an der Rheinberger Straße. Heinrich Castritius Geldorp (1522–1585) veröffentlichte eine Gedenkschrift auf Graf Hermann.<ref>Heinrich Castritius Geldorp: In obitum illustrissimi principis domini Hermanni, comitis a Nuenar, epicedia duo. Anhang zu: Scholarvm ex monasticis opibus institvtio. Leiden 1580 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref>
Nach seinem Tod kam es zu einem Erbfolgestreit zwischen Graf Werner von Salm-Reifferscheid-Dyck und Graf Adolf von Neuenahr und Limburg.
Bedeutung
Förderer der Reformation
Schon Hermanns Vater Wilhelm II. von Neuenahr hatte die Reformation vorsichtig unterstützt. Graf Hermann von Neuenahr bekannte sich immer offener zur evangelischen Lehre. Nach dem Tod seines Vaters erneuerte er 1552 die Kollation des lutherischen Pfarrers und Hofpredigers Johann Uden an den Vikarien des Liebfrauen-Altars und der Heilig-Geist-Kapelle in der Bonifatius-Pfarrkirche zu Moers.<ref>H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, S. 50.</ref> Der lutherische Prediger Hermann Hamelmann (1526–1595) besuchte 1553/54 Moers und widmete Graf Hermann 1557 die Ausarbeitung De Ecclesia (= Über die Kirche).<ref name="Hamelmann">In: Hermann Hamelmann: Cum scriptura sacra consensus undecim Conciliorum, aliquot historiarum … in perpetuo utriusque speciei Eucharistiae … porrigendae usu. Peter Braubach, Frankfurt am Main 1557 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref>
Mit seinem Cousin Gotthardt von Mirlaer-Milendonk († 1575/79) auf Haus Frohnenbruch schloss Hermann von Neuenahr 1557 einen Vergleich, nach dem Hoerstgen und 12 Höfe aus dem Kirchspiel Repelen ausgepfarrt wurden. In der Reichsherrschaft Frohnenbruch-Hoerstgen wurde anschließend die Reformation eingeführt.<ref>K. L. Ph. Troß: Reformationsgeschichte. 1826, S. 182 f.</ref>
Um 1560 nahm der Moerser Graf aus Aachen vertriebene flämische Glaubensflüchtlinge auf, nachdem Kaiser Ferdinand I. während der Aachener Religionsunruhen dort die protestantische Religionsausübung verboten hatte.<ref>C. Hirschberg: Geschichte, 1892, S. 83, nach einem Brief des Johannes Molanus aus Duisburg an Giles van Beek (Aegidius Becius) in Frankfurt vom 16. März 1561;
Wilhelm Crecelius: De codice epistularum Johannis Molani, rectoris olim Duisburgensis. Festschrift Karl Eichhoff, Elberfeld 1870, S. 9–11, bes. S. 11 (books.google.de).</ref> Hermann von Neuenahr und Moers führte 1560 die Reformation in seinen Gebieten ein und erließ 1561 eine lutherisch-melanchthonische Kirchenordnung für die Grafschaft Moers und die Herrschaft Bedburg.<ref group="A">Erhalten nur in der – reformierten – Fassung von 1603.</ref> An ihrer Erarbeitung war der Friemersheimer Pfarrer Hendrik van Bommel († 1570)<ref>Carl Krafft: Bomelius, Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 118 f.</ref> beteiligt.<ref>Albrecht Wolters: Reformationsgeschichte der Stadt Wesel. Adolph Marcus, Bonn 1868, S. 229 (Google-Books).</ref> Die Pfarrer in der Grafschaft Moers mussten sich auf die „Augustanae professioni“ (Confessio Augustana) verpflichten.<ref>Brief des Priors Johann von Otteren († 1565) des Prämonstratenserinnenklosters Meer an den Steinfelder Abt Jacob II. Panhausen († 1582) vom 23. Januar 1565. In: Richard Knipping: Zur Reformationsgeschichte von Krefeld. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 1902, 36, S. 88–144, bes. S. 141 f.; Textarchiv – Internet Archive. Brief von Hermann von Neuenahr an das Kloster Meer vom 20. Januar 1565, S. 139 f.: „das(s) … niemandt dargestelt solt werden …, der dann mitt onsser kirchenordnungh oder Augspurgischer confession gar nitt ubereinstimmet“.</ref> Erzbischof Friedrich IV. von Wied sagte, als er von Altgläubigen um Hilfe gebeten wurde: „Der Graf ist der Herr des Landes Moers. Auch wenn er mein Neffe ist, kann ich nichts dagegen tun, wenn der Graf keinen päpstlichen Pastor duldet, der mit der Erklärung von Augsburg nicht übereinstimmt“.<ref>„Comes est dominus terrae Morsensis. Quamvis nepos meus, nihil prestare possam, ex quo comes pastorem papisticum non consentientem Augustanae professioni non suffert“</ref> Dies entsprach dem Augsburger Reichs- und Religionsfrieden von 1555. Graf Hermann gewährte darüber hinaus auch reformierten Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden Unterschlupf wie ab etwa 1562 dem ehemaligen Genter Bürgermeister Karl von Utenhove d. Ä. (* um 1500; † 1580) auf seinem Jagdschloss Friemersheim.<ref>Heinrich Castritius Geldorp: Widmungsbrief vom 1. Oktober 1578 zu: Scholarvm ex monasticis opibus institvtio. Leiden 1580 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> Im August 1565 setzte sich Graf Hermann beim Rat der Stadt Köln erfolgreich ein für Clara von Witzelbach,<ref>Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 10B Ratsprotokolle, A 22, Blatt 60).</ref><ref>Hans Hermann Theodor Stiasny: Die strafrechtliche Verfolgung der Täufer in der freien Reichsstadt Köln 1529 bis 1618. (Reformationsgeschichtliche Studien und Texte 88). Aschendorff, Münster 1962, S. 59f.</ref> Witwe des Bonner Vogtes Johann Richwin von Broich,<ref name="Witzelbach">Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 310R, Reichskammergericht – Buchstabe R, A 39a (Altsignatur: R637/2047)).</ref><ref>Karl Rembert: Die „Wiedertäufer“ im Herzogtum Jülich. R. Gaertner, Berlin 1899, S. 458f (books.google.de; eingeschränkte Vorschau).</ref> sowie für Ehefrau Hilgin (Helena oder Hilde) und Tochter Margaretha des Johann Wirich (Winrich) von Flystein (Fliesteden),<ref>Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 10B Ratsprotokolle, A 22, Blätter 61 und 66).</ref> die als Täuferinnen (Mennoniten) inhaftiert worden waren.<ref>Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 20 Briefbücher, Nr. 84, Blatt 78; Bestand 30/G Gerichtswesen 210, Turmbuch (Liber captivorum), Blatt 32); Leonard Ennen: Geschichte der Stadt Köln, meist aus den Quellen des Kölner Stadt-Archivs. Band IV. Schwann, Düsseldorf 1875, S. 816–826, S. 821 und 825 (Textarchiv – Internet Archive).</ref><ref>Mathilde Monge: Überleben durch Vernetzung. Die täuferischen Gruppen in Köln und am Niederrhein im 16. Jahrhundert. In: Anselm Schubert, Astrid von Schlachta, Michael Driedger (Hrsg.): Grenzen des Täufertums / Boundaries of Anabaptism. (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 20). Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009, S. 214–231, bes. S. 221, 224f und 227f (books.google.de).</ref> Die Unterherrschaft Fliesteden lag in der Herrschaft Bedburg.
Hermann von Neuenahr installierte in seinem Einflussbereich bei Neuberufungen viele protestantische Prediger,<ref>K. L. Ph. Troß: Reformationsgeschichte, 1826; Albert Rosenkranz: Das Evangelische Rheinland, Bd. I Die Gemeinden. Presseverband, Düsseldorf 1956, S. 271, 447–455, 459.</ref> so in Alpen (um 1559), Mülheim an der Ruhr (1559 als Regent der Grafschaft Limburg), Moers (1560), Friemersheim (1558/60), Hochemmerich (1561), Baerl (1561), Repelen (um 1561), Kapellen (1561), Krefeld (1561/65), Birten (1564), Niederbudberg (1568), Neukirchen (1570),<ref>Georg Buchwald (Hrsg.): Wittenberger Ordiniertenbuch. Band II. Georg Wigand, Leipzig 1895, S. 127.</ref> Bedburg (1574) oder Halen-Homberg (1549/71). Dabei kam es verschiedentlich zu Konflikten mit beteiligten Klöstern, Stiften und Kondominatsherren, denen er den Pfarrsatz streitig machte. Über die Besetzung der Pfarrstellen in Friemersheim und Hochemmerich mit lutherischen Pfarrern kam es 1573 zu einem Streit mit Abt Heinrich V. Duden († 1601) von Werden,<ref>Der Abt von Werden beanspruchte in der von ihm verliehenen Herrlichkeit Friemersheim die Kollation der Kirchen zu (Hoch-)Emmerich, Neukirchen und Friemersheim sowie der Kapellen zu Kapellen und Lauersfort;
Urkunde vom 3. Februar 1579; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Kleve-Mark, Urkunden, Nr. 3128).</ref><ref>Peter Bockmühl: Hermann und Walburgis von Nuenar und der Abt Heinrich V. von Werden. In: Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte 4 (1910), S. 193–203 (Digitalisat (PDF; 17 MB) des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte)</ref> der im April 1574 mit einem schriftlichen Vergleich beigelegt wurde, nachdem Hermann noch im Februar dem klevischen Kanzler Heinrich Bars genannt Olisleger geschrieben hatte: „Wenn Gott den Menschen, dann hat der Teufel die Mönche erschaffen“.<ref>Regesten vom 4. Februar und 4. April 1574;
H. Keussen (Bearb.): Urkundenbuch, 1940, Nr. 5911 und 5915a; Wilhelm Stüwer (Bearb.): Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Erzbistum Köln. Band III. Die Reichsabtei Werden an der Ruhr. (Germania Sacra N. F. 12). Walter de Gruyter, Berlin / New York 1980, S. 175 f.</ref>
Seit 1570 traten in Hüchelhoven, später in Bedburg Synoden zusammen, an denen auch Vertreter aus den Herzogtümern Kleve-Jülich-Berg teilnahmen. Auch den niederländisch-reformierten Flüchtlings-Gemeinden ermöglichte Hermann von Neuenahr die Abhaltung von Synoden und Klassikalkonventen in Bedburg (unter anderem am 20. April, 7. September und 3. Oktober 1576, 23. Oktober 1577, 9. April und 8. Oktober 1578);<ref>Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 295 Geistliche Abteilung, 235 Niederländisch-reformierte Gemeinde – Sammelband Akten, 16. Jahrhundert, und 237-238); Leonard Ennen: Geschichte der Stadt Köln, meist aus den Quellen des Kölner Stadt-Archivs. Band V. Schwann, Düsseldorf 1880, S. 322.</ref> an der Synode 1571 nahm Philips van Marnix (1540–1598) im Auftrag von Wilhelm von Oranien teil.<ref>Robert van Roosbroeck: Emigranten. Nederlandse vluchtelingen in Duitsland (1550–1600). (Keurreeks 109). Davidsfonds, Löwen 1968, S. 66–75.</ref>
Mit dem Gnesiolutheraner Matthias Flacius (1520–1575) in Antwerpen korrespondierte Hermann von Neuenahr 1566/67 freundschaftlich. Dabei vertrat er den Calvinisten gegenüber, deren Abendmahlslehre er ablehnte, eine vermittelnde, irenische Position.<ref>J. F. Gerhard Goeters: Ein Brief des Grafen Hermann von Neuenahr an den lutherischen Theologen Matthias Flacius Illyricus. In: Monatshefte für evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 9 (1960), S. 54–58.</ref> 1571 veröffentlichte Graf Hermann in einer Sammlung seines Freundes Joachim Camerarius (1500–1574) anonym Nachdichtungen der sieben Bußpsalmen und des 64. Psalms, die von seiner lutherischen Frömmigkeit geprägt sind. Bereits 1558 hatte er mit Georg Cassander (1513–1566) über seine Psalmennachdichtungen korrespondiert.<ref>Brief vom 18. August 1558. In: P. Bertius (Hrsg.): Epistolae, 1617.</ref> Cassander widmete Hermann 1565 eine Schrift über die Kindertaufe.<ref>Georg Cassander: De Baptismo Infantium (Doctrina catholicae Ecclesiae … explicata 2). Arnold Birckmann, Köln 1565 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref>
Ungeachtet seiner protestantischen Gesinnung fungierte Hermann von Neuenahr weiterhin etwa als Pate bei der – altgläubigen – Taufe einer Tochter des Kurkölnischen Rates Dr. Michael Glaser (* um 1529; † 1592) in St. Kunibert<ref>Eintrag von Hermann von Weinsberg zum 12. August 1571 im Liber Iuventutis; Michael Glaser war ein Schwiegersohn von Gertrud (Drutgin) Bars, der Frau Weinsbergs.</ref> oder stellte Adelszeugnisse für die Aufnahme von Verwandten in geistliche Kapitel aus (1553 und 1557 Kuno von Manderscheid-Blankenheim, 1557 Johann Daniel von Winnenburg-Beilstein, 1558 Hermann von Manderscheid-Blankenheim, 1558 Salentin von Isenburg-Grenzau, 1558 Philipp Jakob Hausmann von Andernach und Namedy, 1561 Philipp von Manderscheid-Blankenheim, 1567 Philipp von der Mark, 1577 Agnes von Limburg-Stirum).<ref>Urkunden im Historischen Archiv der Stadt Köln, Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg, Hessischen Staatsarchiv Darmstadt und Landeshauptarchiv Koblenz.</ref>
Mit dem Regierungsantritt von Hermanns Neffen Graf Adolf von Neuenahr (* um 1545; † 1589), Herr von Limburg, Hackenbroich und Alpen, dem zweiten Ehemann seiner Schwester Walburga, wurde 1578 das reformierte Bekenntnis in der Grafschaft eingeführt.
Humanismus
1532 gab Hermann von Neuenahr im Alter von 12 Jahren – vermutlich mit Hilfe seines Lehrers Johannes Caesarius – aus dem Nachlass seines Onkels Hermann von Neuenahr d. Ä. medizinische Schriften des Theodorus Priscianus (um 400) und des Abu l-Qasim (936–1013) sowie einen Sammelband mit Psalmenübertragungen heraus. Der Kölner Drucker Johann Gymnich I. (um 1485–1544) widmete Junggraf Hermann 1536 ein von ihm herausgegebenes Werk des Petrus Alfonsi († etwa um 1140),<ref>Petrus Alphonsus: Dialogi lectu dignissimi. Johann Gymnicus, Köln 1536 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> das von Hermann von Neuenahr d. Ä. aus der Corveyer Bibliothek nach Köln gebracht worden und von Prior Daem von Essen (Damianus Ascendia; Ascendiensis) († 1540),<ref>Robert Weber: Edition princeps et tradition manuscrite du commentaire d’Ambroise Autpert sur l’Apocalypse. In: Revue Bénédictine 70 (1960), S. 526–539, bes. S. 528f.</ref> Vorstand der Klosterbibliothek von St. Pantaleon, zur Veröffentlichung freigegeben worden war.<ref>Karl Schottenloher: Widmungsvorreden deutscher Drucker und Verleger des 16. Jahrhunderts. In: Gutenberg Jahrbuch (1942/43), S. 141–176, bes. S. 162.</ref>
In Hermann von Neuenahrs Kölner Haus „Neuenahrer Hof“ in der Langgasse (heute: Neven-DuMont-Straße) wohnten seit 1549 für einige Zeit die niederländischen Humanisten Georg Cassander und Cornelis Wouters (Cornelius Gualterus) (1512–1582/84). Dort entdeckten sie Anfang der 1550er Jahre den gotischen Charakter des Codex Argenteus, der offenbar aus der Abtei Werden in den Besitz von Graf Hermann gelangt war,<ref>Brief von James Ussher (1581–1656) aus London an Franciscus Junius (1589–1677) vom 3. Juli 1651. In: Charles Richard Elrington (Hrsg.): The whole works of the most Rev. James Ussher, D.D., Lord Archbishop of Armagh, and primate of all Ireland. Band XVI. Hodges and Smith, Dublin 1847, S. 189–191, bes. S. 190 („in bibliotheca Hermanni Comitis Nervenarii“) (Textarchiv – Internet Archive).</ref> wie aus Berichten von Philips van Marnix<ref>Sibrand Lubbert: De principiis Christianorum dogmatum libri septem. Aegidius Radaeus, Franeker 1591, S. 279 [falsch paginiert: 179] (books.google.de).</ref> und Theodor Pütz (Phraraeus)<ref group="A">Aus Valkenburg aan de Geul, Lic. theol., 1586 bis 1609 Pfarrer an St. Aposteln in Köln, Professor für griechische Sprache.</ref> († nach 1609) geschlossen werden kann.<ref>Peter Arnold Heuser: Zur Geschichte des Codex Argenteus im 16. Jahrhundert. In: Rheinische Vierteljahrsblätter 69 (2005), S. 133–152, bes. S. 145; Reinhard Staats: Der Codex Argenteus und Philipp Melanchthon in Helmstedt. In: Daphnis 40 (2011), S. 377–409, bes. S. 379–381.</ref>
Anfang der 1560er Jahre unterstützte Graf Hermann Cassander und Jean Matal (* um 1517; † 1597) bei dem Versuch, die Iguvinischen Tafeln (Tabulae Eugubinae), die in umbrischer Schrift geschrieben sind, zu entziffern.<ref>Brief von Matal an Cassander in Duisburg vom 6. Juni 1564 (British Library London, Add. MS 5158, Blatt 3). Vgl. Peter Arnold Heuser: Jean Matal. Humanistischer Jurist und europäischer Friedensdenker (um 1517–1597), Köln - Weimar - Wien (Böhlau Verlag) 2003, S. 265f, 271.</ref> Der Humanist und Pädagoge Franz Fabricius (1527–1573)<ref>Zu ihm vgl. Leonhard Ennen: Fabricius, Franz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 507.</ref> widmete Hermann von Neuenahr 1563 die Schrift Ciceronis historia per consules descipta et in annos LXIV distincta.<ref>Maternus Cholinus, Köln 1563.</ref>
1565 widmete der Paracelsist Michael Toxites (1514–1581) Hermann von Neuenahr eine von ihm herausgegebene Ausgabe der Chrysopoeia des Giovanni Aurelio Augurello (1441–1524).<ref>Michael Toxites (Hrsg.): Chrysopoeiae Ioannis Avreli Avgvrelli P. Arminensis Libri Tres. Christian Mylius, Straßburg 1565, S. 3 A.</ref> Der schlesische Arzt und Naturphilosoph Balthasar Flöter († nach 1567),<ref group="A">Aus Sagan, auch Philalethes (Pseudonym).</ref> der 1567 in Köln drei Ausgaben des Paracelsus (* um 1493; † 1541) im Verlag von Arnold Birckmann Erben besorgte, widmete dem „Kaiserlichen Hofrat“ Hermann von Neuenahr eine Vorrede.<ref>In: Paracelsus: Philosophiae Magnae, Des Edlen, Hochgelährten, Vielerfarnen und weitberhümeten Herrn, D. Aureoli Theophrasti von Hohenhaim, Paracelsi genandt, &c. Tractatus aliquot. Arnold Birckmann Erben, Köln 1567 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München);
Wilhelm Kühlmann, Joachim Telle: Corpus Paracelsisticum. Dokumente frühneuzeitlicher Naturphilosophie in Deutschland. Band II/2, Tübingen: M. Niemeyer 2004, S. 617ff.</ref> Mit Gerhard Mercator (1512–1594) in Duisburg pflegte Graf Hermann einen freundschaftlichen Umgang.<ref>Walter Ghim: Vita celeberrimi clarissimiq[ue] viri Gerardi Mercatoris Rupelmundani, à Domino Gualtero Ghymmio, Patricio Teutoburgensi, ac eiusdem oppidi antiquißimi Praetore dignißimo, conscripta. In: Gerardi Mercatoris Atlas sive Cosmographicae Meditationes de Fabrica Mundi et fabricati figura. Busius, Düsseldorf 1595 (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf).</ref>
Der Arzt Mauritius Seydel (Moritz Seidel) († 1574)<ref>Aus Oelsnitz, Erzieher der Kinder des Arztes Heinrich Stromer in Leipzig, später Arzt und Professor in Köln, 1566, 1569 und 1574 Rektor der Alten Universität Köln;
Otto Clemen: Ein Korrespondent Melanchthons, Moritz Seidel aus Ölsnitz i. V. In: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte 46 (1938), S. 144–147.</ref> besorgte für Hermann von Neuenahr Korrespondenz in Köln,<ref>Sachakte, 1556; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 125 Kriminalakten, A 6, Blätter 30–39).</ref> Johannes Eschenfelder aus Siegen, für den Philipp Melanchthon 1557 ein Empfehlungsschreiben ausstellte,<ref>Heinz Scheible (Hrsg.): Melanchthons Briefwechsel. Band VIII Regesten 8072-9301 (1557–1560). Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1995, S. 51 (Nr. 8167).</ref> ein Enkel des Bopparder Humanisten Christoph Eschenfelder († 1547), war sein Sekretär.<ref>Urkunde vom 9. April 1565; Historisches Archiv der Stadt Köln (Bestand 1 Haupturkundenarchiv, U 2/17689). 1572, 1579 war er Schultheiß von Moers;
Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers Doetinchem (0214 Briefregestenlijst Huis Bergh, Nr. 6633).</ref><ref>Heinrich Castritius Geldorp: Widmungsbrief vom 1. Oktober 1578 zu: Scholarvm ex monasticis opibus institvtio. Leiden 1580 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> Der humanistische Gelehrte und Dichter Karl von Utenhove (1536–1600), dessen Vater Karl von Utenhove d. Ä. bei Graf Hermann Asyl gefunden hatte, verfasste auf ihn und seine verstorbene Frau Magdalena 1568 sechs Gedichte.<ref>Hermannus. Comes à Noua Aquila. & Mursa, D. in Bedbur, &c., Aliud in Aquilam Nieunariae gentis insignia. τετράστικον, Epitaphium in obitum Magdalenae à Nassavv. Illustr. Comitis à Nieunaer & Mursa pientissimae coniugis, &c. quae obijt Anno 1567. Hendecasyllabi, das Akrostichon In eiusdem obitum Acrostichis, und die Chronogramme Distichon Numerum anni 1567 quo Mursae obijt comprehendens = L’Incarnation de l’année qu’elle trespassa. In: Xenia seu Ad illustrium aliquot Europae hominum nomina, Allusionum. Band I. s. n. [Thomas Guarinus], Basel 1568, S. 44f, 44, 45f und 46f und 47 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> Im Frühjahr 1570 lud Hermann von Neuenahr Karl von Utenhove den Ä. und Heinrich Castritius Geldorp zu einem Besuch nach Moers ein, weil er mit ihnen bei „Überfluss an Wein“ und gelehrten Gesprächen „sokratisch leben“ wollte.<ref>Brief von Hermann von Neuenahr an Heinrich Castritius Geldorp vom 22. April 1570 aus Moers. In: Simon Abbes Gabbema (Hrsg.): Illustrium et clarorum virorum epistolae selectiores superiore et hoc seculo scriptae, distributae in centurias tres. Galama, Harlingen 1669, Appendix, Nr. III, S. 786f (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> Der Jurist Wilhelm Knüttel d. J. widmete Graf Hermann 1571 in Köln eine von ihm herausgegebene Schrift des Claudius Cantiuncula (Chansonnette) (* um 1490; † 1549),<ref>Claudius Cantiuncula: Consilia sive responsa, … edita, per Guielmum Cnitelium V. I. Doctorem. Dietrich Graminaeus, Gerwin Calenius & Johannes Quentel Erben; Köln 1571 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München), (books.google.de).</ref> die auch drei von Knüttel selbst verfasste juristische Consilia (Gutachten) enthält.<ref>Ebenda, Consilia XXXV–XXXVII, S. 513–538.</ref> Jan van der Noot (1539–1595) widmete Hermann von Neuenahr 1572 die deutsche Ausgabe seiner Schrift Theatrum.<ref>Johan von der Noot: Theatrum das ist, Schawplatz, darein die eitelheit der irrdischen unnd vergencklichen dingen und die ubertreffenlichste Gottliche vnd Himlische sach getzeigt und erkleret wird,… erstlich in Brabandisch beschrieben, jetz aber in Oberlendisch teutsch ubergesatzt, durch Balthasarn Froe Rechenmeistern zu Cöln. O. O. [Gottfried Hitzhorn, Köln] 1572; Leonard Forster: Jan van der Noot und die deutsche Renaissancelyrik. In: Daphnis 6 (1977), S. 101–118, bes. S. 109.</ref>
1573/74 ließ Graf Hermann das Karmeliterkloster in Moers in eine Lateinschule umwandeln,<ref>Akten, 1446–1573, und Akten, 1574-1579; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Duisburg (Moers, Oranien-Moers (Akten), Nr. 105; Kleve-Mark, Akten Nr. 905).</ref> aus der nach seinem Tod 1582 eine Schola illustris, das heutige Gymnasium Adolfinum Moers, hervorging. Noch kurz vor seinem Tod hatte Graf Hermann den humanistisch gesinnten Theologen Heinrich Castritius Geldorp mit der Erstellung eines Gutachtens zu einem solchen Schulprojekt beauftragt, das 1580 veröffentlicht wurde.<ref>Heinrich Castritius Geldorp: Scholarvm ex monasticis opibus institvtio. Illvstrissimi et doctissimi principis D. Hermanni Comitis Nuenarici & Morsensis mandato descripta, s. n., Leiden 1580 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München); Widmungsbrief vom 1. Oktober 1578.</ref>
Paul Melissus (1539–1602) widmete Hermann von Neuenahr und seinem Neffen „Hermann-Adolf“ von Neuenahr einige Gedichte in seinem 1575 erschienenen Werk Schediasmatum reliquiae.<ref>Paul Melissus: Melissi Schediasmatvm Reliqviae. Georg Rab, Frankfurt am Main 1575, S. 2 und 135 (Digitalisat des Landesbibliothekzemtrums Rheinland-Pfalz Koblenz).</ref> Nikolaus von Reusner (1545–1602) verfasste ein Emblem auf „D. Hermannum Comitem à nova Aquila“ mit einer Darstellung des Goldenen Zeitalters (Saturnia regna).<ref>Nikolaus von Reusner: Emblemata … partim ethica, et physica, partim vero historica & hieroglyphica. Frankfurt am Main 1581, S. 105f (books.google.de).</ref> Der Kritiker der Hexenprozesse Johann Weyer (1515–1588) lobte 1577 die Klugheit „Comes à Niuwenar D. Hermannus“, weil er eine geständige als Hexe angeklagte Frau – zu ihrem eigenen Schutz – lediglich des Landes verwiesen habe<ref>Johann Weyer: De praestigiis daemonum et incantationibus ac veneficiis. 2. Auflage. Johann Oporinus Nachfolger, Basel 1577, S. 715 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München);
Christoph Meiners: Historische Vergleichung der Sitten und Verfassungen, der Gesetze und Gewerbe des Handels und der Religion, der Wissenschaften und Lehranstalten des Mittelalters mit denen unsers Jahrhunderts. Band III, Hannover: Helwing 1794, S. 369.</ref>, und widmete ihm im gleichen Jahr seine Schrift „De irae morbo“ (= „Über die Zornkrankheit“).<ref>Ioannes Vuier: De irae morbo, eiusdem curatione Philosophica, Media & Theologica, Liber. Irascimini sine peccato. Johann Oporinus Nachfolger, Basel 1577 (Google-Books in der Ausgabe der Opera Omnia. Amsterdam 1660); deutsch Vom Zorn. Welack, Wittenberg 1585, S. xxv (Digitalisat der Universitätsbibliothek Regensburg).</ref> Johann Weyers Bruder Arnt (Arnold) Wyer († nach 1568)<ref>Brief von Arnt Wier an Maria von Nassau vom 18. Dezember 1568; Archief Huis Bergh (Regest Nr. 5979).</ref> war Küchenmeister (nicht „Koch“) von Graf Hermann.<ref>Regest einer Urkunde vom 12. Oktober 1562 in: Ottomar Friedrich Kleine, Heinrich Averdunk: Das Stadtarchiv zu Duisburg. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere das Alte Erzbistum Köln 59 (1894), S. 171–229, bes. S. 227 (books.google.de); Carl Binz: Doctor Johann Weyer, ein rheinischer Arzt, der erste Bekämpfer des Hexenwahns. Ein Beitrag zur Geschichte der Aufklärung und der Heilkunde. Hirschwald, 2. Aufl. Berlin 1896 (Nachdrucke Sändig, Wiesbaden 1969 und Arno Press, New York 1975), S. 178f (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
Der niederländische Humanist Gerhard Falkenburg (* um 1538; † 1578) lebte bei Hermann von Neuenahr, bis er bei einem Ritt in dessen Gefolge nach einem Sturz vom Pferd im September 1578 in Steinfurt verstarb.<ref>Friedrich August Eckstein: Nomenclator philologorum. Leipzig: B. G Teubner 1871, S. 152.</ref>
Wappen
Blasonierung: Schild geviert; in 1 und 4 (Neuenahr) in Gold ein rechtssehender schwarzer Aar (Adler), in 2 und 3 (Moers) in Gold ein schwarzer Balken.
Als Verwalter der Kurkölner Erbvogtei führte Hermann von Neuenahr 1555 bis 1570 einen 9-mal zu 10 Plätzen von Gold und Rot geteilten Herzschild.
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Stammwappen Neuenahr
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Stammwappen Moers
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Wappen der Kölner Erbvogtei
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Reichstaler mit dem Wappen Hermanns von Neuenahr und Moers, 1567
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Wappen Neuenahr-Moers als Kölner Erbvogt
Quellen
- Herzog Wilhelm v. Jülich, Geldern, Cleve und Berg vergleicht sich mit dem Grafen Wilhelm v. Neuenahr und Mörs und dessen Sohne Hermann über die verschiedenen gegenseitigen Forderungen. sowie wegen der Lehen Crefeld, Crackau und der Grafschaft Mörs – 1541, den 30. November. In: Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Band IV. Gustav Hermann Voß, Düsseldorf 1858, S. 669–674 (Nr. 541) (books.google.de)
- Brief von Graf Hermann von Neuenahr an [NN. (Johannes Caesarius?) in Köln, weitergeleitet an] Melanchthon vom 21. September 1543 aus Bedburg.<ref>Epistolae Martini Lutheri, Philippi Mel. et et aliorum; Russische Nationalbibliothek Sankt Petersburg (Codex E 842, Blatt 196); wohl von N. N. (Johannes Caesarius?) an Melanchthon weitergeleitet;
Melanchthon-Online der Universität Heidelberg.</ref> In: Otto Waltz (Bearb.): Epistolae Reformatorum. III. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte 4 (1881), S. 287–299, bes. S. 295–297 (Textarchiv – Internet Archive); Regest in Heinz Scheible (Bearb.): Melanchthons Briefwechsel, Bd. III Regesten 2336–3420 (1540–1543). frommann-holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1979, S. 427f (MBW Nr. 3320; Melanchthon-Online; Google-Books; eingeschränkte Vorschau). - Schieds-Urkunde in dem Ehrenstreite Graf Bernhards von Nassau mit Graf Hermann zu Neuwenar und Mörs. (1550). In: Ernst Münch: Geschichte des Hauses Nassau-Oranien. Band II. Jakob Anton Mayer, Aachen / Leipzig 1832, S. 364–368 (books.google.de);
Streitigkeiten zwischen Graf Bernhard von Nassau-Beilstein und Graf Wilhelm von Neuenahr und Moers, 1550; Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 3036 Gesamtinventar Altes Dillenburger Archiv, Nr. KHA Inv. A 1 Nr. 86) und Adolf Erzbischof von Köln schlichtet die Auseinandersetzungen zwischen Graf Bernhard von Nassau-Beilstein und Graf Hermann von Neuenahr, 1552; Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 170 I Urkunden, Nr. 4007) - Regest Ksr. Karls Instruktion für Gf. Hermann von Neuenahr, Dr. Karl Tisnac und Lazarus von Schwendi nach Eger (4. Juli 1553). In: August von Druffel, Karl Brandi (Bearb.): Beiträge zur Reichsgeschichte 1553–1555. (Briefe und Akten zur Geschichte des sechzehnten Jahrhunderts mit besonderer Rücksicht auf Bayerns Fürstenhaus 4). M. Rieger, München 1896, S. 196f (books.google.de; eingeschränkte Vorschau)
- Brief Le Prince d’Orange et le Comte de Nuenar au Duc de Savoie vom 28. April 1557 aus Brühl. In: Louis-Prosper Gachard (Hrsg.): Correspondance de Guillaume le Taciturne, prince d’Orange. Band I. Muquardt, Brüssel 1850, Nr. CCXLIII, S. 368f (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Brief von Hermann von Neuenahr an Georg Cassander vom 18. August 1558 aus Moers. In: Petrus Bertius (Hrsg.): Illustrium & clarorum Virorum epistolae selectiores, Superiore saeculo scriptae vel à Belgis, vel ad Belgas, Centuria I. Ludwig Elzevir, Leiden 1617, Nr. XVIII, S. 82 (books.google.de)
- Hermann, Graf zu Neuenahr und Mörs schenkt auf seinen kinderlosen Todesfall die Herrlichkeit Friemersheim seiner Schwester Walpurg … - 1560, den 25. März. In: Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Band IV. Gustav Hermann Voß, Düsseldorf 1858, S. 706 (books.google.de)
- Lehnbrief über die Herrschaften Bedbur Gastorp Mörick etc. sammt dem Erbhofmeisteramte, für Graf Hermann von Nuenaar etc. (1561). In: Justus Friedrich Runde: Ausführliche Darstellung der gerechten Ansprüche des regierenden Herrn Grafen zu Bentheim-Tecklenburg auf die Herrschaft Bedbur. Johann Christian Dieterich, Göttingen 1788, Beilage S. 25 (books.google.de)
- Briefe von Hermann von Neuenahr an die Nonnen von Kloster Meer vom 10. Oktober 1561, 10. November 1561 und 16. Januar 1565 aus Moers und an Heinrich Castritius Geldorp vom 4. Juli 1571 aus Bedburg. In: Karl Ludwig Philipp Troß (Hrsg.): J. P. Berg’s … Reformationsgeschichte der Länder Jülich, Cleve, Berg, Mark, Ravensberg und Lippe. Schulz, Hamm 1826, S. 176–187 (books.google.de)
- Briefe von Joachim Camerarius aus Leipzig an Hermann von Neuenahr vom 1. März o. J. [1562], 16. Februar und 11. Mai 1563, 9. November 1565, 13. Februar 1566, 13. Januar 1569, 13. Januar 1570, 15. Juli (Quintilis) 1570, 9. Oktober 1571, 18. Januar 1572 und 12. August (Sextilis) 1573. In: Joachim Camerarius Bapenbergensis, Joachim Camerarius der Jüngere (Hrsg.): Epistolarvm Familiarivm, Libri VI. Andreas Wechel, Frankfurt am Main 1583, S. 19–32 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Briefe Le Comte de Nuenar au Prince d’Orange. Guerre entre la Suède et le Danemark (8. November 1563 aus Moers; französisch und deutsch) und Herman, Comte de Nuenar, à la Comtesse de Bentheim. Relative à l’héritière de Rittbergen (10. März 1565 aus Moers; deutsch). In: Guillaume Groen van Prinsterer (Hrsg.): Archives ou correspondence inédite de la Maison d’Orange-Nassau. Band I 1552–1565. 2. Aufl., S. u. E. Luchtmans, Leiden 1841, S. 182f und S. 366f (books.google.de)
- Brief von Hermann von Neuenahr aus Moers an Matthias Flacius Illyricus in Antwerpen vom 4. Januar 1567; Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (Nr. 113/44, Blatt 465)
- Briefe Le Comte H. de Nuenar au Comte Jean de Nassau. Sur une assemblée à Dusseldorp et un Edit du Duc de Clèves contre les Calvinistes (7. Januar 1567 aus Moers; deutsch und lateinisch),<ref>Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 3036 Gesamtinventar Altes Dillenburger Archiv, KHA Inv. A 3 Korrespondenz des Grafen Johann VI. von Nassau-Dillenburg, Nr. 895/1 Hermann von Neuenahr, 11 Briefe, 1567-1578 (Digitalisat des Königlichen Hausarchivs Den Haag; Scan 1043 und 1044)).</ref> Le comte H. de Nuenar au Comte Jean de Nassau. Il ne pe ut se rendre à la journée de Dusseldorp (11. Januar 1567 aus Bedburg; deutsch),<ref>Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 3036, KHA Inv. A 3, Nr. 895/1 (Digitalisat des Königlichen Hausarchivs Den Haag; Scan 1046 und 1047)).</ref> Le Comte de Nuenar au Prince d’Orange. Il lui mande le décès de son épouse, la Comtesse Madeleine de Nassau (19. August 1567 aus Friemersheim; französisch), Le Comte H. de Nuenar au Comte Louis de Nassau. Nouvelles diverses relatives aux Pays-Bas (13. Januar 1568 aus Köln; deutsch) und Le Comte de Nuenar au Prince d’Orange. Relative à l’envoi des troupes par le Duc d’Albe sur les terres du Comte de Hornes (29. Mai 1568 aus Hülchrath; französisch und latein.). In: Guillaume Groen van Prinsterer (Hrsg.): Archives ou correspondence inédite de la Maison d’Orange-Nassau. Band III 1567–1572. S. u. E. Luchtmans, Leiden 1836, S. 10–12, 15–17, 118f, 153–155 und S. 224f (books.google.de)
- Briefe von Hermann von Neuenahr an Heinrich Castritius Geldorp vom 12. Juni 1569, 14. Februar, 22. und 28. April 1570 aus Moers und vom 4. Juli 1571 aus Bedburg. In: Simon Abbes Gabbema (Hrsg.): Illustrium et clarorum virorum epistolae selectiores superiore et hoc seculo scriptae, distributae in centurias tres. Galama, Harlingen 1669, Appendix, Nr. I–V, S. 784–793 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München), (www.digitale-sammlungen.de).
- Anton Hermann Rein (Bearb.): Urkunde Hermanns Grafen von Neuenar und Moers über die Markt- und Stadtrechte von Crefeld mit den Verleihungs- und Bestätigungsurkunden der Kaiser Karl IV. und Maximilian II. aus den Jahren 1361, 1373, 1570 und 1575. Gustav Kühler, Krefeld 1852 (books.google.de)
- Briefe Le Comte de Nuenar au Comte Louis de Nassau. Relative au Duc de Clèves et aux affaires de la Gueldre et de la Hollande (27. und 28. November 1572 aus Köln; französisch) und Le Comte H. de Nuenar au Comte Louis de Nassau. Il se plaint que les soldats du Prince d’Orange se rassemblent sur ses terres (21. August 1573 aus Bedburg; französisch). In: Guillaume Groen van Prinsterer (Hrsg.): Archives ou correspondence inédite de la Maison d’Orange-Nassau. Band IV 1572–1574. S. u. E. Luchtmans, Leiden 1837, S. 25–29 und S. 187–189 (Google-Books)
- Johann Friedrich Wening, Registrator der Kaiserlichen Reichs-Hof-Cantzley-Registratur in Wien: Designatio Actorum beim Reichs-Hof-Rat in Sachen Nassau contra Newenar Commissionis, die Grafschaft Mörs betreffend (1702). In: Wilhelm Martin Dienstbach: Nassau-Saarbrücken und Mörs. Ein Beitrag zur Geschichte des oranischen Successionsstreites (diss. phil. Zürich). Voigt & Gleiber, Frankfurt am Main 1905, S. 234f (books.google.de; eingeschränkte Vorschau)
- Guido Rotthoff (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und des Amtes Uerdingen. (Inventare Nichtstaatlicher Archive 10). Uerdinger Heimatbund, Krefeld 1968 (PDF (PDF; 12 MB) 6,19 MB, des Landschaftsverbandes Rheinland)
- Günter Aders (Bearb.): Urkunden und Akten der Neuenahrer Herrschaften und Besitzungen Alpen, Bedburg, Hackenbroich, Helpenstein, Linnep, Wevelinghoven und Wülfrath sowie der Erbvogtei Köln. (Inventare nichtstaatlicher Archive 21). Landschaftsverband Rheinland, Köln 1977 (PDF (PDF; 6,2 MB) 13 MB, des Landschaftsverbandes Rheinland)
- Gabriel Mattenclot: Rerum in Germania praecipue inferiore gestarum breuis commemoratio. In: Theodor Joseph Lacomblet (Hrsg.): Archiv für die Geschichte des Niederrheins 5 (1866), S. 222–243, bes. S. 223, 225, 229–231 und 241f (books.google.de)
- Hermann Keussen (Bearb.): Urkundenbuch der Stadt und Herrlichkeit Krefeld und der Grafschaft Moers. Band IV 1541–1600, Urkunden Nr. 5299-6183a. A. Fürst, Krefeld 1940
Werke
- (Hrsg. und einleitende Widmung an den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied): Octavii Horatiani Rerum medicarum lib. quatuor, … per Heremannum Comitem a Neuenar, integro candori nuper restitutus autor, Albucasis chirurgicorum omnium Primarii libri tres. Johannes Schott, Straßburg 1532. (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- (Hrsg. und einleitender Brief an den Bischof von Münster Friedrich III. von Wied) Hermann von Neuenahr der Ältere: Psalmus CIII. Psalmus CIIII. Psalmus XLI. Psalmus XXXVII. Psalmus 97. Psalmus 137. Psalmus 90. Psalmus 143, Canticum Ezechiae apud Esaiam Capi. 38, Psalmus 2. und Passio Christi … in Septem horas digesta. In: Psalmi Omnivm Selectissimi, adflictis conscientijs, ac Deum inuocantibus, non uulgariter utiteles, Latino carmine redditi per Doctiss. uiros, ac Dominos D. Hermannum Nouae Aquilae Comitem, Philippum Melanchthonem, Helium Eobanum Hessum, Iacobum Micyllum, Vincentium Obsopoeum, Petrum Pherntorphium. Johann Setzer, Hagenau 1532. (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Psalmi Septem, Qui Poenitentiae Titulo Celebrantur Translati in Latinos versus Iambicos dimetros, autore non nominato, Quibus Et Threnorum Hieremiae Prophetae, & Psalmorum quoque aliquot Carmina adiuncta sunt, composita A Ioachimo Camerario. Andreas Schneider / Ernst Vögelin, Leipzig 1573; archive.org.
- Heiner Faulenbach (Hrsg.): Die Bußpsalmen des Grafen Hermann von Neuenahr. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1972 (lateinisch, deutsch).
Darstellung in der Kunst
Ein Gemälde Hermanns von Neuenahr von einem unbekannten Meister (Öl auf Holz, 27,5 × 17,9 cm) befindet sich im Landschaftsmuseum des Niederrhein, Krefeld – Burg Linn, ein weiteres von einem unbekannten Meister im Grafschafter Museum im Moerser Schloss (Kopie um 1900).
Heinrich Pantaleon veröffentlichte noch zu Lebzeiten von Herman Graffe zu Nuenar ein mit der Jahresangabe Anno Salutis 1560 versehenes Porträt, bei dem es sich jedoch um ein idealtypisches Fantasiebild handelt, das in dem Werk auch zur Illustration anderer Personen verwendet wird.<ref>Heinrich Pantaleon: Prosopographiae Herovm Atqve Illvstrivm Virorum Totivs Germaniae. Band III. Brylinger, Basel 1566, S. 460 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München) = Teutscher Nation Heldenbuch. Band III. Brylinger, Basel 1570, S. 444 (www.digitale-sammlungen.de der Bayerischen Staatsbibliothek München);
das identische Bild z. B. Heldenbuch, S. 67 oder S. 270.</ref>
Anmerkungen
<references group="A" />
Literatur
- Hermann Keussen: Geschichte der Stadt und Herrlichkeit Crefeld mit steter Bezugnahme auf die Geschichte der Grafschaft Moers. J. B. Klein, Krefeld 1865, bes. S. 301–313 und 316; Textarchiv – Internet Archive.
- Max Lossen: Neuenahr, Hermann der Jüngere Graf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 486–488.
- Carl Hirschberg: Hermann. In: Geschichte der Grafschaft Moers. 2. Auflage. August Steiger, Moers 1892, S. 76–89 (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf). 3. Auflage: Spaarmann, Moers 1893, S. 60–70 (Google-Books)
- Hugo Altmann: Neuenahr, Hermann d. J. v. N. und Moers. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 19. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
- J. F. Gerhard Goeters: Ein Brief des Grafen Hermann von Neuenahr an den lutherischen Theologen Matthias Flacius Illyricus. In: Monatshefte für evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes, 1960, 9, S. 54–58.
- Heiner Faulenbach: Hermann von Neuenahr (1520–1578). In: Rheinische Lebensbilder, 1980, 8, S. 105–123.
- Thomas B. Becker: Moers im Zeitalter der Reformation (1500–1600). In: Margret Wensky (Hrsg.): Moers. Die Geschichte einer Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band I: Von der Frühzeit bis zum Ende der oranischen Zeit (bis 1702). Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2000, S. 159–269.
- Joachim Daebel: Die Reformation in der Grafschaft Moers 1527–1581. Neukirchener, Neukirchen-Vluyn 2012 (Neukirchener Theologie).
Weblinks
- Hans Warnecke: Die Grafen von Neuenahr und die konfessionelle Gliederung im Ahrtal. kreis-ahrweiler.de (mit einem Porträt); abgerufen am 4. Oktober 2010.
Einzelnachweise
<references />
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Wilhelm II. | Graf von Neuenahr-Bedburg-Rösberg 1552–1578 | Anna Walburga, bis 1589 vertreten durch Adolf |
| Wilhelm II. | Graf von Moers 1552–1578 | Anna Walburga, bis 1589 vertreten durch Adolf |
| Gumprecht (II., IV.) VI. | Kurator der Grafschaft Neuenahr-Alpen (als Vormund zusammen mit Amöna von Neuenahr-Alpen, geb. von Daun-Falkenstein) 1555–1570 | Adolf |
| Gumprecht (II.) IV. (VI.) | Graf von Limburg (Regentschaft) 1555–1570 | Adolf |
| Gumprecht (II., IV.) VI. | Erbvogt des Erzstiftes Köln (Verweser als Vormund) 1555–1570 | Adolf |
| Wilhelm „der Reiche“ | Kurator der Grafschaft Nassau-Dillenburg (zusammen mit Wilhelm I. von Oranien-Nassau und Juliana zu Stolberg) 1559–ca. 1573 | Johann VI. |
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Grafen von Limburg 1242–1400: Dietrich | Eberhard I. | Dietrich III. | Dietrich IV.
Grafen von Limburg-Broich 1400–1508: Dietrich V. | Wilhelm I. | Wilhelm II. | Dietrich VI. | Heinrich | Johann
Graf von Daun-Falkenstein 1508–1546: Wirich V.
Grafen von Neuenahr 1442–1610: Gumprecht II. | Gumprecht III. | Gumprecht IV. | Hermann (Regentschaft) | Adolf | Amalia | Magdalena
Grafen von Bentheim-Tecklenburg 1610–1817: Konrad Gumprecht | Johannetta Elisabeth von Nassau-Dillenburg (Regentschaft) | Moritz | Johann Adolf | Friedrich Moritz | Moritz Kasimir I. | Moritz Kasimir II. | Moritz Kasimir III. | Emil Friedrich I.
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(Herrschaftsdauer in Klammern)
Grafen von Moers 1226–1493: Dietrich I. (1226–1262) | Dietrich II. (1262–1294) | Dietrich III. (1294–1329) | Friedrich I. (1329–1346) | Friedrich II. (1346–1356) | Dietrich IV. (1356–1373) | Friedrich III. (1373–1417) | Friedrich IV. (1418–1448) | Vincenz (1448–1493)
Grafen von Wied 1493–1500: Wilhelm II. (1493–1500)
Grafen von Saarwerden 1500–1510: Johann III. (1500–1507) | Jakob II. (1507–1510)
Grafen von Wied-Runkel 1510–1519: Wilhelm III. (1510–1519)
Grafen von Neuenahr 1519–1600: Wilhelm II. (1519–1552) | Hermann (1552–1578) | Adolf (1578–1589) | Anna Walburga (1589–1600)
Grafen von Nassau-Dillenburg und Fürsten von Oranien (1600/01–1702): Moritz (1600/01–1625) | Friedrich Heinrich (1625–1647) | Wilhelm II. (1647–1650) | Wilhelm III. (1650–1702, bis 1668 unter Vormundschaft von Friedrich Wilhelm von Brandenburg)
Könige in Preußen (1702-1798): Friedrich I. (1702–1713) | Friedrich Wilhelm I. (1713–1740) | Friedrich II. (1740–1786) | Friedrich Wilhelm II. (1786–1797) | Friedrich Wilhelm III. (1797–1798)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neuenahr, Hermann der Jüngere von |
| ALTERNATIVNAMEN | Nuenar, Hermann von; Neuenar, Hermann Graf von; Newena, Herman von; Nova Aquila, Hermannus de; Nvenar, Hermannus a; Nieuwenar, Herman Grave van; Niuwenar, Hermannus Comes à; Niweenaer, Hermannus Comes à; Nivenar, Hermannus Comes de |
| KURZBESCHREIBUNG | Graf von Neuenahr-Bedburg-Rösberg und Moers, deutscher humanistischer Staatsmann und Förderer der Reformation |
| GEBURTSDATUM | 28. Oktober 1520 |
| GEBURTSORT | unsicher: Moers |
| STERBEDATUM | 4. Dezember 1578 |
| STERBEORT | Bedburg |
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- Familienmitglied des Hauses Are (Linie Neuenahr)
- Graf (Moers)
- Renaissance-Humanist
- Lutheraner
- Person (Köln)
- Geboren 1520
- Gestorben 1578
- Mann