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Ville (Rheinland)

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Vorlage:Infobox Gebirgsgruppe

Datei:Glessener Höhe.JPG
Glessener Höhe (Hochkippe), höchste Erhebung der Ville

Die Ville [[[:Vorlage:IPA]]] ist ein maximal Vorlage:HöheVorlage:GeoQuelle hoher Höhenzug in der Niederrheinischen Bucht im Südosten des Rhein-Erft-Kreises und Nordwesten des Rhein-Sieg-Kreises im Süden Nordrhein-Westfalens.

Etymologie

Der heutige Name Ville leitet sich möglicherweise vom altfränkischen Begriff feli oder fili ab, der die Bedeutung (Hoch)ebene oder Heide gehabt haben könnte.<ref>Heinrich Dittmaier: Der Name ‚Eifel‘. In: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, Band VIII, Bonn und Münster 1961. Seiten 168–175.</ref> In historischen Karten<ref>vgl. Jean Joseph Tranchot: Topographische Aufnahme der Rheinlande, 1801–1814.</ref> und Flurnamen<ref>Heinrich Dittmaier: Rheinische Flurnamen. Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn 1963.</ref> findet sich teilweise noch die Schreibweise Fille.

Geographie

Lage

Die Ville erstreckt sich in Nordwest-Südost-Richtung zwischen Bedburg und Bergheim im Nordwesten über Frechen, Hürth und Brühl in ihrem Zentrum bis zu Bornheim und Alfter im Südosten. Begrenzt wird sie im Norden von der Rommerskirchener Lössplatte südwestlich von Pulheim, im Osten von der Rheinebene zwischen Köln, Wesseling und Bonn sowie im Süden und Westen von den Bördelandschaften der Voreifel zwischen Swisttal, Weilerswist, Erftstadt und Kerpen. Von diesen ist sie insbesondere auch durch die Auenlandschaften entlang der Flüsse Erft und Swist sowie des Hardtbachs getrennt.

Sie ist Teil des Naturparks Rheinland. Ihre höchste Erhebung ist die künstlich entstandene Glessener Höhe (Vorlage:Höhe).Vorlage:GeoQuelle

Naturräumliche Gliederung

Naturräumlich stellt die Ville eine Haupteinheit (dreistellig) der Niederrheinischen Bucht dar, die sich wie folgt in Untereinheiten (Nachkommastellen) gliedert:<ref name="Meynen">Emil Meynen, Josef Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).</ref><ref name="Einzelblätter">Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten

  • Blatt 108/109: Düsseldorf/Erkelenz (Karlheinz Paffen, Adolf Schüttler, Heinrich Müller-Miny 1963; 55 S.)
  • Blatt 122/123: Köln/Aachen (Ewald Glässer 1978; 52 S.)</ref>
  • (55 Niederrheinische Bucht)
    • 552 Ville (262,3 km²)
      • 552.0 Neurather Lösshöhen
      • 552.1 Villehöhe, die eigentliche Ville
        • 552.10 Braunkohlenville
        • 552.11 Waldville
      • 552.2 Villehang (Vorgebirge)

Die südöstlich an die naturräumliche Ville angrenzende Kottenforstterrasse wird trotz einer in etwa gleichen natürlichen Ausstattung dem (Unteren) Mittelrheingebiet zugeordnet.

Erhebungen

Vorlage:Siehe auch Das natürliche Profil des nördlichen Villerückens wurde im Zuge des Braunkohlebergbaus fast vollständig abgetragen und umgestaltet. Die heutigen Hochpunkte der nördlichen Ville sind überwiegend künstliche, durch den Menschen geschaffene Erhebungen.

Der südliche Teil der Ville (etwa ab der heutigen Autobahn A 553) weist hingegen noch das natürliche Profil auf.

Zu den Erhebungen der Ville gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN)<ref name="TIM" />:

Geologie

Die Ville ist ein geologischer Halbhorst, der beim Einsinken der Kölner Bucht zurückgeblieben ist. Der Ostrand der Ville ist durch die Erosion des Rheins überprägt. Die Bruchlinie Richtung Westen zu Swist und Erft ist deutlicher zu sehen (siehe Geologie der Niederrheinischen Bucht). Die Ville dacht nach Norden ab. Sie ist im Kottenforst, in dem im Unterschied zur restlichen Ville auch Devongesteine des Rheinischen Schiefergebirges den Sockel bilden<ref>Heinrich Müller-Miny: Das Mittelrheingebiet und seine naturräumliche Gliederung. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 21. Band, 2. Heft (September 1958), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1958, S. 193–233 (hier: S. 229).</ref>, bis zu Vorlage:Höhe hoch. Im Norden verliert sie sich und geht nördlich Frimmersdorf (Vorlage:Höhe) in die Jülicher Börde über.

Vorgebirge

Vorlage:Hauptartikel Der Osthang der Ville zur Rheinebene hin wird von Frechen oder deutlicher von Kendenich aus bis Alfter und Duisdorf das Vorgebirge genannt. Es ist durch intensiven Gemüse- und Obstanbau geprägt. Durch die Leelage zur Ville ist diese Landschaft windgeschützt und durch eine mächtige Lössbedeckung begünstigt. Früher wurde hier sogar Wein angebaut. Zahlreiche Flur- und Straßennamen zeugen davon.

Die typische Villelandschaft im Vorgebirge:

Industrielandschaft

Die Ville ist ab Brühl durch den Braunkohleabbau, die Kraftwerke und die energieintensive Chemie im Rheinischen Braunkohlerevier industriell geprägt. Bahnlinien waren für die industrielle Entwicklung besonders wichtig. Die erste Bahn, die die Ville querte und dabei die Brühler Gruben anschloss, war die Eifelstrecke mit dem Kaiserbahnhof in Kierberg. Heute gibt es keine Tagebaue mehr im Bereich der Ville. Die Villebahn und die Mödrath-Liblar-Brühler Eisenbahn wurden längst eingestellt. Dennoch bleibt die industrielle Überformung in der Landschaft erkennbar.

Hochkippen und Tagebaurestlöcher

Durch das Aufschütten von Abraum aus Braunkohletagebauen sind in der nördlichen Ville Hochkippen entstanden – zum Beispiel die Glessener Höhe (Vorlage:Höhe). In den Tagebaurestlöchern der Gruben entstanden zahlreiche Seen und Weiher, die Villeseen.

Erholungslandschaft

Die Wälder der südlichen Ville (Waldville) und des Kottenforstes waren bereits kurfürstliches Jagdrevier. Diese und die rekultivierte Landschaft der mittleren Ville mit ihren Villeseen dienen den Menschen im Großraum Köln/Bonn als Naherholungsgebiet. Der Naturpark Rheinland kann für Köln als Dritter Grüngürtel angesehen werden. Ein Teil der Rekultivierungen wird auch sich selbst überlassen und als Naturschutzgebiet mit begrenztem Zugang ausgewiesen. Teile der nördlichen Braunkohlenville ab Berrenrath wurden auch landwirtschaftlich rekultiviert. Da die Emissionen der dortigen Industrie durch neue Techniken sehr zurückgegangen sind und auch nur noch drei Kohleveredlungsbetriebe existieren, lässt sich auch hier Erholung finden.

Besondere Angebote

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Elisabeth Zenses: Landschaften zwischen Rhein und Eifel – Der Villerücken. Informationsreihe des Zweckverbandes Naturpark Kottenforst-Ville (Hrsg.) Heft 2, 2002
  • Jürgen Bartel, Rainer Zschocke: Die Ville und das Kölner Braunkohlengebiet. In Kölner Bucht und angrenzende Gebiete, Sammlung Geographischer Führer Bd. 6, Berlin/Stuttgart 1972
  • Horst Bursch: Herkunft und Bedeutung des Landschaftsnamens „Ville“. In: Weilerswister Heimatblätter, Heft 37, 2009

Vorlage:Normdaten