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Küchenmeister (Amt)

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Datei:Stammwappen von Rothenburg.png
Wappen der ersten Reichsküchenmeister – Herren von Rothenburg
Datei:Karl Wilhelm Adolf Fritz Senst.jpg
Karl Senst, letzter Küchenmeister der mecklenburgischen Landesklöster

Der Küchenmeister (veraltet Chuchenmaister, Kuchelmaister oder lateinisch coquinarius, culinarius, magister coquinae) war ein historisches Amt. Er war ursprünglich für die Verwaltung der Lebensmittel zuständig.<ref>Petrus Becker: Die Benediktinerabtei St. Eucharius – St. Matthias vor Trier. Walter de Gruyter, 1996, ISBN 978-3-11-015023-0, S. 314 f.</ref> Er war der erste Verwaltungsbeamte der Hofhaltung<ref>Christian Eduard Langethal: Geschichte der teutschen Landwirthschaft. F. Luden, 1854, S. 150.</ref> wurde aber auch mit anderen Verwaltungsaufgaben betreut und hatte für den Truchsess eine ähnliche Funktion wie die Vögte für den Kämmerer.<ref>Archiv für Staats- und Kirchengeschichte der Herzogthümer Schleswig, Holstein, Lauenburg und der angrenzenden Länder und Städte. D.C.C. Schwers Wittwe, 1840, S. 360.</ref> Der Küchenmeister war auch Stellvertreter des Truchsess'<ref>Sitzungsberichte. Philosophisch-historische Classe. Österreichische Akademie der Wissenschaften, 1862, S. 518, Textarchiv – Internet Archive</ref> und ihm untergeordnet.<ref>Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Classe. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, 1854, S. 22, Textarchiv – Internet Archive.</ref>

Das Amt des Küchenmeisters wird bereits im Nibelungenlied erwähnt. Es wurde wahrscheinlich 1202 von König Philipp von Schwaben eingeführt.<ref>M. J. Ficker: Die Reichshofbeamten der staufischen Periode. 1863, S. 39, Textarchiv – Internet Archive.</ref> Teilweise war das Amt ein Erbamt.<ref>Küchenmeister. In: Vormalige Akademie der Wissenschaften der DDR, Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Deutsches Rechtswörterbuch. Band 8, Heft 2 (bearbeitet von Heino Speer u. a.). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1985, OCLC 832567175 (adw.uni-heidelberg.de – Fortsetzung im Folgeheft).</ref> Erster im Amt war Heinrich I. von Rothenburg.<ref>ZGORh, Band 11, S. 18</ref> Die Herren von Rothenburg, beziehungsweise Linien von Nordenberg, von Seldeneck und weitere bekleideten das Erbamt des Reichsküchenmeister – magister coquinae imperia<ref>Staatsarchiv Ludwigsburg Urkunde B 503 I U 392 Permalink</ref> über Generationen hinweg.<ref>Carl Friedrich Colland: Historische, und durch Wappen erläuterte Nachrichten, von dem altfränkischen Geschlecht der Herren von Nordenberg. Ellwangen 1777</ref>

Dem Küchenmeister untergeordnet war unter anderem der Küchenschreiber, der ihn in kleineren Hofhaltungen auch vertrat.

Das Amt des Küchenmeisters findet man noch heute in manchen Einrichtungen wie Klöstern.<ref>Das Amt des Küchenmeisters in den österreichischen Klöstern abgerufen am 2. Dezember 2021</ref>

Einzelnachweise

<references />